Aus den USA zu den Kelkheimer Wurzeln – En Wiedersehen der besonderen Art

Aus den USA zu den Kelkheimer Wurzeln – En Wiedersehen der besonderen Art

Josefine Mabry mit dem Autor an der Bushaltestelle „Zauberberg“ in Kelkhem-Ruppertshain am 25.11.2014

Kelkheim, 23.05.2017

Liebe Kelkheimer und andere,

am heutigen Mittag hatte ich ein besonderes Wiedersehen mit sehr lieben Menschen.

Es war im Herbst 2014 als ich von der Stadt Kelkheim, der heutigen Pressesprecherin Christine Michel, gebeten wurde, einen ungewöhnlichen Auftrag zu erfüllen. Josefine Mabry, hatte den großen Wunsch an die Stätten ihrer Jugend zurück zu kehren. Ihre Tochter Louise Johnson setzte sich mit der Stadt Kelkheim in Verbindung.
In den 1950er und zu Beginn der 1960er Jahre erlebte Josefine Mabry ihre Jugend und ersten weiteren Lebensjahre in Kelkheim direkt am Gimbacher Hof in Kelkheim. Darüber berichtetet das Höchster Kreisblatt in der Ausgabe vom 14.01.2015.

Am heutigen Mittag traf ich Josefine Mabry, ihre Tochter und ihre Cousine am Parkplatz eines ‚Supermarktes unerwartet wieder. Ihre Tochter Louise Johnson hatte mich nach kurzem Zögern wieder erkannt. Sie waren kurz zuvor am Frankfurter Flughafen gelandet und wollten kleinere Einkäufe in Kelkheim erledigen.
Sie besuchen derzeit Irma Berger, die als Autorin von „Kelkheim schreibt ein Buch“, ihre Erinnerungen „Warum ich heute in Kelkheim lebe“ veröffentlichte.

Ein Tag mit besonderen Momenten der Begegnung neigt sich dem Ende.
Mit abendlichen Grüßen

Ihr/Euer
Gerd Taron

Gartenfreude – Literarischer Wochenendgruß vom 19.05.17

Gartenfreude – Literarischer Wochenendgruß vom 19.05.17

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,

am vergangenen Wochenende bekam ich die Gelegenheit zu einer privaten Naturgartenführung und Besichtigung bei einem lieben Freund.

Als Nicht-Gärtner war es für mich bewundernswert mit welch großer Liebe er und seine Frau ihren Garten mit natürlichen Mitteln pflegen und hegen. Eingebettet in einer wundervollen Landschaft wurde mir als Besucher neu bewusst, wie Leben entsteht und gedeiht.

Es ist daher Zeit nach vielen Jahren nicht nur den Gartenfreunden einen literarischen Wochenendgruß zu widmen.

Alle Fotos entstanden bei meinem Besuch in diesem besonderen Ambiente.

Gehe in den Garten
und höre die Stille
zwischen
den Geräuschen:
denn sie ist
die wahre Musik
der Natur.“
Japanisches Sprichwort

Der schöne Garten

Von blühenden Fruchtbäumen schimmert
Der Garten, die kreuzende Gänge
Mit roter Dunkelheit füllen;
Und Zephyr gaukelt umher,
Treibt Wolken von Blüten zur Höhe,
Die sich ergießen und regnen. –
Zwar hat hier Wollust und Hochmut
Nicht Nahrung von Mohren entlehnt
Und sie gepflanzet; nicht Myrten,
Nicht Aloen blicken durchs Fenster –
Das nützliche Schöne vergnüget
Den Landmann und etwa ein Kranz. –
Durch lange Gewölbe von Nußstrauch
Zeigt sich voll laufender Wolken
Der Himmel, und ferne Gefilde
Voll Seen und buschige Täler,
Umringt mit blauen Gebirgen. –
Die Fürstin der Blumen, die Lilie,
Erhebt die Krone zur Seiten
Hoch über streifige Tulpen –
O Tulipane, wer hat dir
Mit allen Farben der Sonne
Den offnen Busen gefüllet? –
Ich grüßte dich Fürstin der Blumen,
Wenn nicht die göttliche Rose
Die tausendblättrige schöne
Gestalt, die Farbe der Liebe,
Den hohen bedorneten Thron, und
Den ewigen Wohlgeruch hätte! –
Die holde Maiblume drängt
Die Silberglöckchen durch Blätter;

Hier reicht mir die blaue Jacinthe
Den Kelch voll kühler Gerüche:
Es steigt unsehbarer Regen
Von lieblichen Düften zur Höhe,
Und füllt die Lüfte mit Balsam.
Die Nachtviole läßt immer
Die stolzeren Blumen den Duft
Verhauchen; sie schließen bedächtig
Ihn ein, im Vorsatz, den Abend
Noch über den Tag zu verschönen! –
Seht hin, wie brüstet der Pfau
Sich dort am farbigen Beete,
Voll Eifersucht über die Kleidung
Der fröhlichen Blumen stolziert er,
Kreist rauschend den grünlichen Schweif
Voll Regenbögen, und wendet
Den farbentrügenden Hals.
Die Schmetterlinge, sich jagend,
Umwälzen sich über den Bäumen
Mit bunten Flügeln; voll Liebe,
Und unentschlossen im Wählen,
Beschauen sie Knospen und Blüten.
Indessen impfet der Herr
Des Gartens, Zweige von Kirschen
Durchsägten SChlehstämmen ein,
Die künftig über die Kinder,
Die sie gesäuget, erstaunen.
Das Bild der Anmut, die Hausfrau,
Sitzt in der Laube von Reben,
Pflanzt Stauden und Blumen auf Leinwand;
Die Freude lächelt aus ihr;
Ein Kind, der Grazien Liebling,
Mit zarten Armen am Hals
Ihr hangend, hindert sie schmeichelnd,
Ein andres tändelt im Klee,
Sinnt nach und stammelt Gedanken.

Ewald von Kleist

Ein Mensch kann in seinem Leben zwei Dinge tun: bauen und pflanzen.
Diejenigen, die bauen, brauchen manchmal Jahre, um ihr Ziel zu erreichen, aber eines Tages ist ihre Arbeit beendet. Dann sind sie untätig und die Wände, die sie gebaut haben, engen sie ein. Das Leben verliert seinen Sinn, wenn der Bau errichtet ist.
Aber es gibt auch diejenigen, die pflanzen. Sie leiden manchmal unter Unwettern, unter den Jahreszeiten und ruhen selten aus. Doch anders als die Gebäude hört ein Garten nie auf zu wachsen. Und da er die Aufmerksamkeit des Gärtners immer fordert, kann für denjenigen, der pflanzt, das Leben ein großes Abenteuer sein.
Die Gärtner werden einander erkennen – denn sie wissen, dass jede Pflanze die Geschichte der ganzen Erde enthält.“
aus „Brida“ von Paulo Coelho

Lächle,
denn es gibt einen Frühling in deinem Garten,
der die Blüten bringt,
einen Sommer, der die Blätter tanzen und einen Herbst,
der die Früchte reifen lässt.

Arabisches Sprichwort

Es sind nicht die bunten Farben, die lustigen Töne und die warme Luft, die uns im Frühling so begeistern. Es ist der stille, weissagende Geist unendlicher Hoffnungen, ein Vorgefühl vieler frohen Tage, des gedeihlichen Daseins so mannigfaltiger Naturen, die Ahndung höherer, ewiger Blüten und Früchte, und die dunkle Sympathie mit der gesellig sich entfaltenden Welt.

Novalis

Lass dich fallen, lerne Schlangen zu beobachten.
Pflanze unmögliche Gärten.
Lade jemanden Gefährlichen zum Tee ein.
Mache kleine Zeichen, die „ja“ sagen
und verteile sie überall in deinem Haus.
Werde ein Freund von Freiheit und Unsicherheit.
Freue dich auf Träume.
Weine bei Kinofilmen.
Schaukle so hoch du kannst mit einer Schaukel bei Mondlicht.
Pflege verschiedene Stimmungen.
Verweigere dich, ‚verantwortlich zu sein‘ – tu es aus Liebe!
Mache eine Menge Nickerchen.
Gib Geld weiter. Mach es jetzt. Es wird folgen.
Glaube an Zauberei, lache eine Menge.
Bade im Mondschein.
Träume wilde, fantasievolle Träume.
Zeichne auf Wände.
Lies jeden Tag.
Stell dir vor, du wärst verzaubert.
Kichere mit Kindern, höre alten Leuten zu.
Öffne dich, tauche ein. Sei frei. Preise dich selbst.
Lass die Angst fallen, spiele mit allem.
Unterhalte das Kind in dir. Du bist unschuldig.
Baue eine Burg aus Decken. Werde nass. Umarme Bäume.
Schreibe Liebesbriefe …

Joseph Beuys

Genießen Sie an diesem Wochenende ihren persönlichen Garten. Es muss ja nicht ihr eigener sein. Die Natur hat so viele großartige Gärten bereit – Mann/Frau muss sie nur entdecken.

Ihr/Euer

Gerd Taron

In Zahlen verliebt sein – Literarischer Wochenendgruß vom 12.05.17

In Zahlen verliebt sein – Literarischer Wochenendgruß vom 12.05.17

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

am vergangenen Wochenende war ich in Sachen Kultur sehr viel unterwegs, sei es mit eigenen Veranstaltungen oder anderen sehr niveauvollen Darbietungen.

Nicht alle waren zahlenmäßig so gut besucht, wie es wünschenswert gewesen wäre. Aber was bedeuten für Veranstalter viel oder wenige Besucher? Ist es eine positive Wertung oder Abwertung? Die Ursachen können vielfältig sein, zum Beispiel sehr großes Angebot, private Termine oder anderes. Jedenfalls sind Besucherzahlen kein Ausdruck von der Qualität einer Veranstaltung. Oft sind die kleinen, etwas intimen Veranstaltungen ein besonderer Genuss.

Ich freue mich über jeden, der zu meinen Veranstaltungen kommt. Die Anzahl ist für mich nicht wichtig. Vielfach wurde dabei aus ein oder zwei Kontakten etwas Besonderes und dann sehr wertvolles..

Wir sollten aufhören, alles nur nach Zahlen zu bemessen. Zahlen sind relativ. Wenn ich so mancher Statistik oder Umfrage Glauben schenke, könnte ich meines Lebens nicht mehr froh werden. Die Wochenzeitung „Die ZEIT“ hatte kürzlich dazu ein sehr interessantes Titelthema.

Kelkheim-Fischbach – Foto: Gerd Taron

Die großen Leute lieben nämlich Zahlen. Wenn ihr euch über einen neuen Freund unterhaltet, wollen sie nie das Wesentliche wissen. Sie fragen dich nie: »Wie ist der Klang seiner Stimme? Welche Spiele liebt er am meisten? Sammelt er Schmetterlinge?« Sie wollen lieber wissen: »Wie alt ist er? Wie viele Brüder hat er? Wieviel wiegt er? Wieviel verdient sein Vater?« Erst dann werden sie glauben, ihn zu kennen. Und wenn ihr den großen Leuten erzählt: »Ich habe ein sehr schönes Haus mit roten Ziegeln gesehen, mit Geranien vor den Fenstern und Tauben auf dem Dach …« werden sie sich das Haus nicht vorstellen können. Ihr müsst vielmehr sagen: »Ich habe ein Haus gesehen, das hunderttausend Franken wert ist.« Dann kreischen sie gleich: »Oh, wie schön!«

Aus Der kleine Prinz

Werbebeilage – Foto: Gerd Taron

Sind wir wirklich gemeint?

Sind wir wirklich gemeint,
wenn der Schwall der Worte uns überfällt
und wir hören, dass dieses und jenes
unsere ungeteilte Aufmerksamkeit verdient?
Wir sind hochgerechnet worden,
man hat uns mitgezählt, vorbestimmt und eingeordnet ,
lange bevor uns jemand gefragt hat,
was unsere tiefen Bedürfnisse sind.
Vielleicht wird uns nie jemand fragen
und doch wird uns gesagt, was gut für uns ist
und wie wir die Welt zu sehen haben.
Du und ich, in unserer Einmaligkeit,
sind nicht gemeint,
wenn die Lautstärke zunimmt,
das Zählen wieder beginnt
und die Entscheidungen für uns fallen.
Dann ist es wichtig, sich abzukehren
von Ideen und Menschen, die uns bestimmen wollen,
sogar wenn sie uns lieb sind.
Dann ist es Zeit,
uns der fast unhörbaren, leisen
inneren Stimme zuzuwenden.

Ulrich Schaffer

Am Retterahof – Foto: Gerd Taron

Die gekaufte Zeit

Sohn: „Papa, kann ich Dich mal was fragen?“
Vater: „Klar, mein Junge. Was ist los?“
Sohn: „Papa, wie viel Geld verdienst du in der Stunde?”
Vater: „Nun, ich denke solche Dinge haben dich noch nicht zu interessieren. Warum fragst du so was?
Sohn: „Ich möchte es einfach nur wissen. Bitte, bitte, sag mir, wie viel du in der Stunde verdienst.“
Vater: „Na gut, wenn du es unbedingt wissen möchtest, Ich verdiene 50 Euro in der Stunde.“
Sohn: „Oh.“ (Er senkt den Kopf)
Sohn: „Papa, kannst du mir vielleicht 25 Euro leihen?“
Vater: „(äußerst verärgert) So so! Deshalb fragst du also. Du willst dir Geld von mir leihen, um dir irgendein dämliches Spielzeug oder anderen Blödsinn zu kaufen. So nicht mein Freund. Marschier in dein Zimmer und ab ins Bett! Du solltest mal darüber nachdenken, wie egoistisch du eigentlich bist. Ich arbeite jeden Tag extrem hart und muss mir dann abends so dreiste Fragen anhören!“

Der kleine Junge geht still und leise in sein Zimmer und schließt die Tür.
Der Vater setzt sich erst mal hin, wird jedoch umso wütender, je mehr er über die Frage des Jungen nachdenkt.
„Wie durchtrieben mein Sohn nur ist! Stellt mir solche Fragen, nur um an Geld zu kommen!“

Über eine Stunde vergeht bis der Vater sich beruhigt hat und anfängt Nachzudenken.
„Vielleicht gibt es da wirklich etwas, dass mein Sohn dringend braucht. Er fragt sehr selten nach Geld. Eigentlich hat er noch nie gefragt. Vielleicht braucht er die 25 Euro tatsächlich. Vielleicht habe ich ihm Unrecht getan.“
Der Vater geht zum Zimmer des kleinen Jungen, öffnet die Tür und betritt das Zimmer.

Vater: „Schläfst du schon, Sohnemann?“
Sohn: „Nein, Papa, ich bin noch wach.“
Vater: „Schau mal, ich habe noch mal über alles nachgedacht. Vielleicht war ich tatsächlich ein bisschen zu streng zu dir. Es war ein langer Tag, eine Menge hat sich angestaut und du hast alles abbekommen. Hier sind die 25 Euro um die du mich gebeten hast. Es tut mir leid.“

Der kleine Junge lächelt.
Sohn: „Danke, Papi!”
Der kleine Junge greift unter sein Kopfkissen und holt ein paar weitere zerknitterte Euro-Scheine hervor. Der Vater sieht, dass der Junge unter seinem Kissen bereits Geld gebunkert hat und wird erneut wütend. Langsam und ruhig beginnt der kleine Junge das Geld zu zählen und schaut danach seinen Vater an.

Vater: „Warum zum Teufel fragst du nach Geld, wenn du schon welches hast?“
Sohn: „Weil ich noch nicht genug hatte. Jetzt aber reicht es!“
Sohn: “Papi, jetzt habe ich 50 Euro. Darf ich hierfür eine Stunde deiner Zeit kaufen? Bitte komme morgen früher von der Arbeit nach Hause. Ich möchte gerne mit dir zusammen Essen.“

Der Vater sinkt auf den Boden. Er hat mit solch einer Antwort nicht gerechnet. Er ist erschüttert, gerührt, überwältigt. Er schließt seinen Sohn in die Arme, und bittet ihn um Entschuldigung.

Dies ist nur eine kleine Geschichte über Vater und Sohn. Eine kleine Geschichte für all jene die in ihrem Leben so hart und lange arbeiten. Wir sollten nicht zulassen, dass uns in unserem turbulenten Leben, der Blick für das fehlt, was wirklich wichtig ist. Die Menschen, die wir lieben.

unbekannt

Foto: Gerd Taron

Lebenslust

Wie könnte ich den Tag beginnen
Soll ich ein Lied am Morgen singen
oder fünf Minuten lachen
zur Not auch einen Handstand machen
Ein Tänzchen vor dem Frühstück wagen
mir selbst „Was bist du spitze!“ sagen
im Spiegel mir die Zunge zeigen
und dankbar vor dem Tag verneigen
Terminkalender schnell zerreißen
die Pläne in die Tonne schmeißen
mit Wonne in der Dusche stehen
und lange aus dem Fenster sehen
Dem Morgenlied der Amsel lauschen
an deinen Küssen mich berauschen
die Kissen durch die Lüfte fleddern
in deinen Armen mich verheddern
Ich könnte die Natur erkunden
spazieren gehen mit den Hunden
verträumt auf einer Lichtung stehen
und still die Rehe grasen sehen
Oder in Regenpfützen springen
ein Ständchen meinen Nachbarn bringen
den Kuchen ganz alleine essen
das Kalorien zählen mal vergessen
Den Urschrei aus der Kehle brüllen
den Hunger meiner Seele stillen
vergessen einfach Raum und Zeit
nur Leichtigkeit noch weit und breit
Das alles sind nur Möglichkeiten
die unser Leben stets begleiten
Entscheiden muss ich mich im Leben
mir meine Lebenslust zu geben

Cäcilia Wentke

Ich wünsche Ihnen allen und nicht nur den lieben Müttern ein wundervolles Mai-Wochenende und genießen Sie die gemeinsame Zeit.

Ihr/Euer
Gerd Taron

Ein Tag für die Literatur – Auf regnerischen Pfaden rund um den Rettershof

Ein Tag für die Literatur – Auf regnerischen Pfaden rund um den Rettershof

Kelkheim-Fischbach, 07.05.17

Der Hessische Rundfunk, hr2-kultur, bot mit dem Tag der Literatur, der alle 2 Jahre stattfindet, ein sehr abwechslungsreiches Programm im Literaturland Hessen über 140 Orten in Hessen an.

Brina Stein und ich organisierten am Rettershof im schönen Taunus einen literarischen Spaziergang unter dem Titel „Auf literarischen Pfaden rund um den Rettershof“.

Das Wetter meinte es nicht so gut mit uns. Es regnete leicht und wir waren gespannt, ob jemand bei diesem Wetter den Weg mitgehen wollte. Zu unserer freudigen Überraschung fanden sich einige regenerprobte Literaturfreunde ein.

Vom Treffpunkt „Unter der Linde“ vor dem Eingang zum Rettershof ging es mit Schirm und guter Laune und durch wassergelb gefärbte Rapsfelder zur ersten Lesestation. An einer Wegkreuzung konnten die Zuhörer unter Schirm- und Baumschutz die bekannte Autorin Uta Franck (http://www.uta-franck.de/ )lauschen.

Gut beschirmt …. Uta Franck

Uta Franck präsentierte aus Ihren Büchern „“Sagenhafter Main-Taunus“ und „Sieben Tage, sieben Nächte“ Märchen und Sagen aus den umliegenden Orten, die leider wegen des Regens wolkenverhüllt waren

Der Spaziergang führte dann zum Romantik-Schlosshotel. Ortwin Kloß, ehemaliges Magistratsmitglied und Stadtverordneter, gehört zu den 50 Autoren, die ihre Geschichten und Gedichte bei dem Buchprojekt „Kelkheim schreibt ein Buch“ eingereicht haben und dort veröffentlicht sind. Das Buch kann bei Interesse beim Verlag Edition Pauer (https://www.editionpauer.com/unsere-b%C3%BCcher-shop/ bezogen werden.

Das heutige Schlosshotel hat eine sehr wechselvolle Geschichte erlebt. Es wurde 1885 vom Engländer Frederick Rodewald im englischen Landhausstil, auch Tudor-Stil genannt, erbaut. In der Geschichte „ Der Rettershof und die Wüstensöhne aus Doha“ beschreibt er humorvoll, was hätte aus dem Gebäude hätte werden können: Eine Klinik für gut betuchte Scheichs aus dem Morgenland. Doch die Pläne zerschlugen sich Heute befindet sich dort das Romantik-Schlosshotel Rettershof, geführt von Hans-Jürgen Laumeister und Daniela Schwarz. Weitere Informationen siehe auch unter http://www.schlosshotel-rettershof.de/cms/

Brina Stein und ihre Geschichte vom Torbogen

An der dritten Station präsentierte Brina Stein (www.brina-stein.de ) die Geschichte vom Torbogen. Normalerweise ist Brina Stein als Kreuzfahrtautorin und Meer-Geschichten-Erzählerin bekannt. Wasser gab es diesmal, aber nur von oben.
Brina Stein hatte nach ausgiebigen Recherchen interessante und spannende Geschichten über diesen nicht so beachteten alten Torbogen zu erzählen.

Am Liebespfad – dann doch besser ins Trockene

Christine Eretier und Paul Pfeffer

Die letzte Station führte nach einem Gang über einen kleinen Bach und kleinem Wald zum Liebespfad, der direkt am Landgasthof „Zum fröhlichen Landmann“ http://www.zum-froehlichen-landmann.de/ liegt.

Wer erschien als Autor mit seiner charmanten Partnerin Christina Eretier geeigneter als Paul Pfeffer. Die beiden lasen Geschichten und Gedichte über die Lieb vor. Die Gedichte sind im Buch „Mein Samthandschuh – Mein Dornenbett“ in der Edition Pauer https://www.editionpauer.com/ erschienen.
Die Lesung verlegten wir dann wegen des widrigen Wetters in das gemütliche Reiterstübchen des fröhlichen Landmann.

Service mit Herz

Dort gab es von sehr hilfsbereiten und freundliche Service-Mitarbeitern Kaffee und Kuchen und andere Köstlichkeiten.
Ihnen, den mitwirkenden Autoren und den wetterfesten Teilnehmern danken herzlich für das Mitmachen, Mithören und Mitsehen.
Beim nächsten Tag der Literatur, den der Hessische Rundfunk von hr2-kultur in 2 Jahren veranstaltet, können Brina Stein und ich uns sehr gut vorstellen, wieder dabei zu sein.

Mit literarischen Grüßen

Gerd Taron mit Brina Stein

Und hier noch einige weitere Impressionen:

Der Büchertisch

Kelkheim im Regen – und nicht nur dort … – aber wir nehmen es humorvoll

Durch blühende Landschaften ..

Die Organisatoren Brina Stein und Gerd Taron vor dem Torbogen

Im gemütlichen Reiterstübchen des Landgasthofes „Zum fröhlichen Landmann“

Vom Markt-Wert – Literarischer Wochenendgruß vom 05.05.17

Vom Markt-Wert – Literarischer Wochenendgruß vom 05.05.17

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,
der Markt ist in der Geschichte der Menschheit ein besonderer Ort. Er war und ist eine Begegnungsstätte, wo nicht nur eingekauft und gehandelt wird, sondern Mann/Frau sich begegnet. Vor allem in Zeiten, als es noch kein Internet und keine Zeitungen gab, erfuhr man hier das Neueste aus seiner Region.

Nach meinen Beobachtungen und den Berichten in den Zeitungen in unserer heutigen technisierten Welt gewinnt der Markt wieder eine besondere Bedeutung als Stätte der Begegnung..

Die großen Wochenmärkte, wie z. B. in Mainz, Frankfurt, aber auch kleinere Märkte verzeichnen immer mehr Besucher. Bei einem Glas Wein, oder auch mehreren, werden nicht nur die Einkäufe erledigt, sondern auch für Gespräche genutzt.

Ich mag diese bunte Vielfalt eines Marktes, nicht nur wegen des Warenangebotes, sondern auch wegen den Menschen, denen man dort begegnen kann.

Wochenmarkt in Eppstein/Taunus – Foto: Gerd Taron

Auf dem Markt
lernt man die Leute besser kennen
als im Tempel.

Aus Deutschland

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Kleinmarkthalle Frankfurt – Foto: Gerd Taron

Ich hatte einen Traum …

In meinem Traum ging ich über einen Mittelaltermarkt. Schon am Eingang überwältigten mich die verschiedenen Gerüche, nach Gesottenem und Gebratenem. Und während ich so durch das Marktgeschehen drängte … denn es waren viele Besucher da, entdeckte ich viele Freunde und Bekannte. Da war der Marmeladenstand von Uschi und Evelyn legte gerade einer kleinen Edeldame ein wunderschönes Perlengeschmeide an.
Anna hatte wieder die schönsten Gewandungen aus 2. Hand im Angebot. Ein Schmied (auf diesem Markt durfte er schmieden, ohne dass man sich über die Rauchbelästigung beschwerte) heizte seine Esse an und nicht weit davon war der Fladenbäcker, den ich das erste Mal auf der Ronneburg gesehen hatte. Aus dem Badehaus winkten mir viele Freunde zu und wollten mich einladen … aber heute war nicht der Tag zum Zubern. Außerdem kamen gerade zwei Buben lachend auf mich zu, Jan und Felix umringten mich sofort und riefen laut: „Die Geschichtenerzählerin ist wieder da!“ (Meinen Namen merken sie sich nicht, aber dass ich erzählen kann … und Felix ist ja ohnehin mein ritterlicher Beschützer)
Dazwischen führte der Löffelschnitzer seinen Hund Brutus aus … es soll ja Leute geben, die ihn nicht sehen können … und Spielleute tönten aus verschiedenen Richtungen, als wären sie vom Teufel besessen.
Plötzlich rief jemand „Ein Drachen! Rette sich wer kann!“ und so manch Recke spannte den Bogen oder die Armbrust gen Himmel. Doch es war kein Drache aus Fleisch und Blut. Die Chinesen erfreuten die Zuschauer mit Papierdrachen.
Ganz hinten im letzten Eck des Marktes entdeckte ich dann einen Händler, den ich zuvor noch niemals gesehen hatte. Ich kann nicht genau sagen, was meine Aufmerksamkeit so urplötzlich und mit aller Kraft anzog. War es sein schneeweißes Leinenhemd? Es war wohl etwas zu weiß, um authentisch mittelalterlich zu sein. Oder war es sein von der Sonne gegerbtes Gesicht? Irgendwie hatte ich das Gefühl, dieser Mann muss eins mit der Natur sein. Das Haar war sorgfältig nach hinten zu einem Zopf gebunden und so strahlten mich auch zwei Augen an, von denen ich nicht sagen konnte, welche Farbe sie hatten … einfach traumhaft. Alles, was ich erst einmal sagen konnte, war „Hallo!“ und dann senkte ich schamhaft den Blick und ließ ihn über die Auslagen des Händlers schweifen.
An seinem Stand hatte er verschiedene handgeschnitzte Dosen in den vielfältigsten Größen. Eine Stimme wie das Murmeln des Wassers und das Rauschen des Waldes sprach zu mir. „So nehmt ruhig meine Ware in Augenschein, gute Frau.“
„Ja, was habt Ihr denn anzubieten, verehrter Meister?“
“Nun, wenn ich Euch dies alles jetzt aufzählen würde … Ich habe der Spezereyen viel… Um es in einem Satz zu sagen: Alles, was Euer Herz begehrt … alles, was Ihr meint, nirgends kaufen zu können.“
Nur einen Moment überlegte ich. Was begehret denn mein Herz. Ich war gerade gesättigt, auch nach Gewandung stand mir im Moment nicht der Sinn. Aber wenn es wirklich möglich wäre, alles zu wünschen, was ich schon immer wollte, aber nicht kaufen konnte:
„Mmmh, es sind die kleinen Dinge, die doch so schwer zu haben sind. Ich wünschte mir, dass die Menschen solche kleinen Dinge wieder entdecken und sehen können … dass sie nicht nur das Große sehen, das Laute und Schrille hören, sondern auch das Flüstern und leise Schwingen der Natur … dass sie nicht herrschen, sondern in Liebe und vertrauen mit allem leben … dass sie nicht billig, sondern preiswert kaufen … dass sie mit Bedacht schätzen, was seinen Preis wirklich wert ist, in Anerkennung der Leistung eines jeden … genauso sollte jeder die Arbeit tun können, die seinem Talent entspricht. Ich wünsche mir, dass Kinder gern von Erwachsenen lernen und Erwachsene wiederum ihre kindliche Unbeschwertheit nicht verlieren. Wenn ich bei Euch etwas kaufen kann, dann sollte es Respekt, Achtsamkeit, Wertschätzung, Liebe, Vertrauen … sein.“
Der Händler lächelte freundlich, hob die Hände und sagte: „Ich glaube, ich habe Euch vergessen etwas zu sagen … es tut mir leid.“ Und mit diesen Worten nahm er von einer seiner Dosen den Deckel ab und zeigte mir den Inhalt: „Ich verkaufe hier keine Früchte … ich verkaufe nur die Samen dafür.“
Und so ließ ich mir von ihm eine Mischung in ein kleines Säckchen füllen. Die wollte ich auf meinen Wanderungen mitnehmen …
(nach einer alten Weisheitsgeschichte … häufig erzählt und so aufgeschrieben Weihnachten 2010)

Walburga Kliem (http://www.meine-lichtblicke.de/ )

Hof- und Bücher-Flohmarkt in Kelkheim-Fischbach – Foto: Gerd Taron

Weißt du, dass jede Begegnung,
die unsere Seele berührt,
eine Spur in uns hinterlässt,
die nie ganz verweht?

Denn manche Menschen berühren uns
nur an der Oberfläche,
andere hinterlassen
einen tiefen Abdruck auf unser Seele,
doch eins haben alle Begegnungen gemeinsam:
Hinterher sind wir nicht mehr die Person,
die wir vorher waren!

Astrid Singh

Wochenmarkt in Eppstein/Taunus – Foto: Gerd Taron

Ich wünsche dir die Sonne in menschlichen Begegnungen;
durch die Glut der Achtung und Liebe wird das Leben erhellt.
Ich wünsche dir die Sonne in deinem einmaligen Gesicht;
durch ihren goldenen Glanz fallen die Schatten hinter dich.
Ich wünsche dir die Sonne, wo immer du bist und lebst;
ihre Strahlen scheinen dort, wo du sie einlässt.
Ich wünsche dir die Sonne, die unsere Welt in Farben taucht;
sie öffnet die Augen für die Schönheit des Lichts.
Ich wünsche dir die Sonne, die hinter dunklen Wolken scheint;
sie existiert, auch wenn wir sie nicht spüren.
Ich wünsche dir die Sonne, die dein Herz durchströmt;
ihr Glanz erhellt die Welt und ist dem Himmel nah.

Autor unbekannt

An diesem Wochenende finden wieder an vielen Orten Märkte statt. Nehmen Sie sich die Zeit für Begegnungen und nicht nur zum Einkaufen, sondern auch für Gespräche. Es sind diese Gelegenheiten, die ein menschliches Miteinander so wertvoll machen.

Ihr/Euer
Gerd Taron

PS: ‚Am Tag des Erscheinens dieses Wochenendgrußes findet von 14 bis 18 Uhr der Büchermarkt auf dem Wochenmarkt in Eppstein statt. Vielleicht treffen uns dort wieder oder lernen uns bei Buch, Wein und anderen kulinarischen Genüssen kennen.

Der Mai bei Taron-Antiquariat- Bücher und mehr

Der Mai bei Taron-Antiquariat- Bücher und mehr

Frühlingslied

Die Luft ist blau, das Tal ist grün,
die kleinen Maienglocken blühn
und Schlüsselblumen drunter;
der Wiesengrund ist schon so bunt
und malt sich täglich bunter.
Drum komme, wem der Mai gefällt,
und freue sich der schönen Welt
und Gottes Vatergüte,
die diese Pracht hervorgebracht,
den Baum und seine Blüte.

Ludwig Hölty
(1748 – 1776)

Liebe Kultur- und Literaturfreunde,

mit diesem Gedicht aus alten Zeiten begrüße ich alle Leserinnen und Leser meiner Veranstaltungs-Neuigkeiten im Wonnemonat Mai.

Es gibt in diesem Monat 3 besondere Höhepunkte, auf die ich mich sehr freue. Hier der Kurz-Überblick:

Freitag, 05.05. von 14 – 18 Uhr: Eppsteiner Büchermarkt auf dem Wochenmarkt in Eppstein

Sonntag, 07.05 ab 14:30 Uhr: Ein Tag für die Literatur – Auf literarischen Pfaden rund um den Rettershof

Sonntag, 21.05. von 12 – 18 Uhr: Kelkheimer Stadtmarkt mit Viola’s Bücherwurm in der Bahnstraße 13

Wer mehr wissen möchte, dem verrate ich nachstehend weitere Einzelheiten zu den oben genannten Veranstaltungen.

Sitzend auf der Bank die Hauptakteure des Eppsteiner Büchermarktes von rechts nach links:
Eric Reumuth (Marktmeister), Claire Pfisterer vom Devi-Zentrum (https://www.devi-zentrum.de/ ) und Brina Stein (www.brina-stein.de ), Autorin und engagiert in vielen literarischen Bereichen

Freitag, 05.05. Eppsteiner Büchermarkt von 14 – 18 Uhr auf dem Wochenmarkt in Eppstein

11 regionale Autoren und ein regionaler Verlag (Uniscripta-Verlag) stellen ihre Bücher an 6 Thementischen vor. An meinem Stand gibt es zusätzlich ein Bücherkarussell, an dem Bücher präsentiert werden, von Autoren, die nicht dabei sein können.
Dazu gibt es im Devi-Zentrum von Claire Pfisterer in der Burgstraße 12 (mitten in der Altstadt) 3 Lesungen: Um 15 Uhr liest Christiane Landgraf aus ihrem Debüt-Roman „Social-Rating“, um 16 Uhr folgt Uwe Alexi mit seinem Taunus-Thriller „Blut und Rache“ und um 17 Uhr Ruth Gorgosch liest aus ihrem Reisebuch „Reise zu den Highlights Brasiliens“.

Sonntag, 07.05 ab 14:30 Uhr: Ein Tag für die Literatur – Auf literarischen Pfaden rund um den Rettershof Treffpunkt „Unter der Linde“ am Rettershof

Alle 2 Jahre veranstaltet der Hessischer Rundfunk „hr2 kultur“ die Reihe „Ein Tag für die Literatur“. In diesem Jahr bin ich mit der Autorin Brina Stein dabei

Unter dem Titel „Auf literarischen Pfaden rund um den Rettershof“ lesen an 4 Stationen 4 verschiedene Autorinnen und Autoren aus ihren Werken bzw. präsentieren eine Geschichte. An jeder Station stelle ich den Ort und die jeweiligen Autoren vor.

Hier erwartet Sie Uta Franck, die aus ihren Märchen aus der Region vorliest. Das Foto ist aktuell vom 30.04.17

Am Romantik Schlosshotel Rettershof hat Ortwin Kloß einiges über die Vergangenheit des Schlosshotels zu berichten. Er ist einer der 50 Autorinnen und Autoren von „Kelheim schreibt ein Buch“ und weit über die Grenzen hinaus bekannter Kommunalpolitiker.

Wir steigen hinab die Stufen zum Rettershof und treffen auf die Autorin Brina Stein, nicht nur für Wasser und mehr bekannt, an einem alten Torbogen. Es wird besonders spannend, da viele die historischen Hintergründe des Torbogens nicht kennen.

Wir schreiten den Weg weiter und erreichen den „Liebespfad“. Dieser liegt in unmittelbarer Nähe des Landgasthofes „Zum fröhlichen Landmann“.

Dort erwartet uns Paul Pfeffer, der mit seiner Lebensgefährtin Christina Eretier die Kelkheimer Kultur- und Literaturszene, bereichert. Er präsentiert aus seinem Verlag Edition Pauer“ Liebesgedichte und Geschichten.

Im Landgasthof „Zum fröhlichen Landmann“ findet bei Kaffee und Kuchen und einem Büchertisch einen Ausklang des literarischen Nachmittages.

Sonntag, 21.05. von 12 – 18 Uhr: Kelkheimer Stadtmarkt mit Viola’s Bücherwurm in der Bahnstraße 13

Wie seit vielen Jahren freue ich mich wieder auf einen gemeinsamen Tag zusammen mit Viola Christ-Ritzer, Maren von Hoerschelmann von Viola’s Bücherwurm und vielen anderen.
Wir allen laden ein zum Stöbern und Begegnen.

Es wird also sehr unterhaltsam im Mai bei Taron-Antiquariat.

Mit literarischen Mai-Grüßen

Ihr/Euer
Gerd Taron

Hinweis: Die Veranstaltung am 28.05. in Mainz mit den Kirchenfenstern von Marc Chagall wird aus organisatorischen Gründen verschoben.

Die Orientierung nicht verlieren – Literarischer Wochenendgruß vom 28.04.17

Die Orientierung nicht verlieren – Literarischer Wochenendgruß vom 28.04.17

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

ergänzend zum Thema passt auch dieses Zitat: „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.“

Derzeit bin ich viel unterwegs, manchmal vielleicht zu viel, um die vielen Eindrücke auch verarbeiten zu können. Es macht mir Freude, Menschen zu begegnen und von ihren Geschichten zu hören und sie zu mitzuerleben.

Am vergangenen Wochenende hatte ich die Möglichkeit an einer privaten Feier einer lieben Freundin und ihrer Familie im Rheinland teilzunehmen. Die Zeit dort verging wie „im Fluge“. Viel zu schnell war die Zeit gekommen, um die Rückfahrt anzutreten. Als Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs, so auch an jenem Samstag, bin ich auf funktionierende Anschlüsse angewiesen. Die Übergangszeiten von Bus auf Bahn und Bahn auf Bahn waren knapp bemessen. Wichtig dabei war für mich die neuerliche Erkenntnis in solchen Situationen, Ruhe zu bewahren und die Orientierung nicht zu verlieren. Nach einem aufregenden und spannenden Tag kam ich weit nach Mitternacht glücklich und zufrieden zu Hause an.

Foto: Gerd Taron

Bedenke: Ein Stück des Weges liegt hinter dir, ein anderes Stück hast du noch vor dir. Wenn du verweilst, dann nur, um dich zu stärken, aber nicht um aufzugeben.“

(Augustinus)

Foto: Gerd Taron

Wege.

Manche Wege im Leben bleiben im Nebel,
im Unsichtbaren,
weil die Zeit das Ziel
noch nicht offenbart.
Wir müssen sie ungesehen gehen,
nur im Spüren,
im Wissen es ist der Weg,
an einen besseren Ort.
Manche Wege führen uns an Orte
und zu Menschen, die uns
zu Beschenkten machen,
manche aber werden
im Nachhinein durch uns
beschenkt sein,
ungesehen,
unverhofft.
Manche Wege gehen wir nur in
Gedanken, im Herzen
und schon da sind
wir erfüllt vom
Erfahren,
dass es möglich ist,
weiter,
größer,
freier das Leben zu atmen.
Manche Wege führen zu uns selbst,
manche zu einem neuen Leben
andere zurück ins Herz
oder dem Zuhause,
welches wir
ungesehen suchten,
eine lange Zeit.
Wege wissen und führen uns.
Wege kennen keine Zeit.
Wege schaffen Begleiter,
Freunde,
Liebende.
Wege sind das Leben.

Anja Schindler

Foto: Gerd Taron

Wir schulden niemandem einen Plan für unser Leben. Unsere guten Freunde müssen es aushalten wenn wir orientierungslos sind. Es erlaubt ihnen, auch nicht mehr alles so fest für ihr Leben wissen zu müssen.
Wer will auch sagen was „orientierungslos“ ist. Es hat in der Geschichte viele Menschen gegeben, die durch ihre feste Orientierung die Welt ins Verderben geführt haben. An ihrer Festigkeit sind andere zerbrochen. Unsicherheit macht demütig.
Die Unsicherheit kann der Anfang der Weisheit sein. Es kann eine Begabung sein, etwas nicht zu wissen, etwas nicht zu verstehen. Etwas mag zu komplex und differenziert sein, und jedes Verständnis würde es nur auf eine ungute Weise vereinfachen.
Wir dürfen uns gegen die wehren, die von uns verlangen, dass wir ihnen unser Leben erklären. Das schließt Kinder und Eltern ein. Das Leben ist in erster Linie zu leben.
Das heißt nicht, ein verschlossenes Leben zu führen. Es ist gut, wenn wir denen, die uns nahe stehen in unsere Überlegungen einlassen – weil wir es wollen, nicht weil sie es von uns fordern. Auch unsere Orientierungslosigkeit dürfen mit mit ihnen teilen. Aber wir dürfen es uns auch verbieten, dass sie uns in dieser Orientierungslosigkeit billige Empfehlungen geben, die unser Leben schwerer nicht leichter machen.

Ulrich Schaffer

Foto Gerd Taron

Neue Wege.

Türe werden sich mir öffnen.
Tore werde ich durchschreiten.
Einblicke will ich gewinnen.
Entwickeln an mir neue Seiten.
Ausblicke will ich genießen
auf positive Lebenszeiten.
Die Liebe möchte ich begrüßen.
Sie möge meinen Weg begleiten.
Die Menschen, und mich selbst, verstehen
will lernen ich mit wacher Seele.
Neue Wege werd´ ich gehen.
Den Neuanfang ich mir empfehle.

(Anne M. Pützer)

Bilder: Lissy Theissen (www.lissy-theissen.de)

Vom Reisen und Ankommen
Wenn ich damals mehr Mut gehabt hätte.
Wenn ich damals besser zugehört hätte.
Wenn ich mehr auf mein Herz als auf meinen Verstand geachtet hätte.
Wenn ich das Du und das Ich nicht ständig in Frage gestellt hätte.
Wenn ich nicht so entsetzlich schwarzweiß gemalt hätte.
Wie bunt und großartig könnte heute meine Reise sein?
Dennoch mag ich mich vom Hätte, Wenn und Aber verabschieden und fragen:
Kommst Du mit auf einen spontanen Trip? Raus aus Komfortzonen, der Enge aus Zweifeln und Ängste. Ins Unbekannte und Neue?
Vielleicht wird aus dem Trip ja eine Reise und am Ende ein Ankommen – Dort wo es bunt und großartig ist. Dort wo aus dem Hätte ein Ist wird.
Dort wo das Ich das Du findet.
Wo wir einander fühlen und bereichern!

(Gedankengänge)

Ich wünsche allen Lesern ein Wochenende, für sich und seinen Lieben neue Wege zu öffnen und zu entdecken.

Ihr/Euer
Gerd Taron