Worte, nur Worte – Literarischer Wochenendgruß vom 13.10.17

Worte, nur Worte – Literarischer Wochenendgruß vom 13.10.17

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

derzeit findet in allen Medien und vor Ort die Frankfurter Buchmesse statt. Ich hatte und habe die große Freude als langjähriger Besucher diese Bücherschau auf meine persönliche Weise zu erleben. Diese können Sie gerne am Ende des Wochenendgrußes aufrufen bzw.

Die Worte, die auf dieser Messe – und nicht nur dort – geschrieben und gesagt werden, kann man nicht in Zahlen erfassen.

Aber ohne Worte ist fast keine zwischenmenschliche Beziehung möglich. Sie helfen uns, unserem Gegenüber mitzuteilen. So oft werden Worte missverstanden, umgedeutet, auf persönliche Weise interpretiert.

Die nachfolgenden Texte und die Fotos von der Frankfurter Buchmesse mögen einiges veranschaulichen und zum Nachdenken anregen.

Foto: Gerd Taron

Das eigene Wort,
wer holt es zurück,
das lebendige,
eben noch ungesprochene
Wort?
Wo das Wort vorbeifliegt
verdorren die Gräser,
werden die Blätter gelb,
fällt Schnee.
Ein Vogel käme dir wieder.
Nicht dein Wort,
das eben noch ungesagte,
in deinen Mund.
Du schickst andere Worte
hinterdrein,
Worte mit bunten, weichen Federn.
Das Wort ist schneller,
das schwarze Wort.
Es kommt immer an,
es hört nicht auf an-
zukommen.
Besser ein Messer als ein Wort.
Ein Messer kann stumpf sein.
Ein Messer trifft oft
am Herzen vorbei
Nicht das Wort.
Am Ende ist das Wort,
immer
am Ende
das Wort.

Hilde Domin

Foto: Gerd Taron

Hundert Worte,
die den Verstand beeindrucken, wirken nicht
halb so tief,
wie ein
einziges Wort,
dass das Herz bewegt.

These Monnier

Es sind nicht die grossen Worte,
die eine Gemeinschaft grundsätzlich bewegen.
Es sind die vielen kleinen Taten der Einzelnen!

M. Scheel

Die armen Worte, die im Alltag darben,
die unscheinbaren Worte, lieb ich so.
Aus meinen Festen schenk ich ihnen Farben,
da lächeln sie und werden langsam froh.
Ihr Wesen, das sie bang in sich bezwangen,
erneut sich deutlich, dass es jeder sieht;
sie sind noch niemals im Gesang gegangen
und schauernd schreiten sie in meinem Lied.

Rainer Maria Rilke

Die alten Worte

Die alten Zauberworte sind noch nicht verbraucht.
Sie wirken immer noch, sie strahlen noch von innen.
Wenn deine Seele dunkel in Verzweiflung taucht,
dann sprich sie aus, und alles kann von vorn beginnen.
Da gibt es Worte voller kleiner Zärtlichkeiten,
die deine Schläfen streicheln wie ein warmer Wind.
Und wilde Worte gibt’s, die reißen dir zuzeiten
so manche Türen ein, die sonst vermauert sind.
Und wenn du Sehnsucht sagst, dann weiten sich die Wände.
Du könntest einfach aufstehn und ins Freie gehn.
Und Wesen aus den Tiefen reichen dir die Hände.
Du bist berührt, du lächelst, und die Zeit bleibt stehn.

Paul Pfeffer

Ich wünsche allen ein Wochenende mit vielen oder wenigen Worten, in dem Sie zur Ruhe kommen können.

Ihr/Euer
Gerd Taron

Ein Erlebnisbericht vom ersten Tag meines Buchmessen-Besuches können Sie hier lesen.:

https://gerdtaronantiquariat.wordpress.com/2017/10/12/im-voruebergehen-wieder-entdeckt-mein-1-tag-auf-der-frankfurter-buchmesse/ .

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Im Vorübergehen wieder entdeckt – Mein 1. Tag auf der Frankfurter Buchmesse

Im Vorübergehen wieder entdeckt – Mein 1. Tag auf der Frankfurter Buchmesse

Frankfurt am Main, 11.10.17

Liebe Bücherfreunde,

seit vielen Jahren bin ich regelmäßig zu Gast auf der Frankfurter Buchmesse – nicht als Autor, Aussteller oder Verleger. Als ein Freund der Literatur ist die Buchmesse immer wieder ein Erlebnis. So ist es auch in diesem Jahr.

Brina Stein (links), in der Mitte Tobias Kiwitt, der Vorsitzende des BVjA – rechts: Christiane Landgraf

Wie im vergangenen Jahr habe ich zunächst Brina Stein (www.brina-stein.de ) kurz begleitet, um den Stand des Bundesverbandes junger Autoren (BVjA) e. V. mit einzurichten.

Nach dieser kleinen Hilfestellung begab ich mich auf den Weg durch die große Bücherwelt.

Auf diesem Weg trifft man oft die bekannten Stände und Aussteller. Bei zweien habe ich diesmal genauer mich umgesehen. Dabei kam es zu sehr guten Gesprächen und neuen Inspirationen.

Fattoria La Vialla – http://www.lavialla.it/de/

Es gibt nicht nur geistige sondern auch kulinarische Köstlichkeiten auf der Buchmessezu genießen. So ist es bei Fattora La Vialla, einem Weingut und Bauernhof aus der italienischen Toskana. Immer wieder an diesem so liebevoll eingerichteten Stand vorüber gegangen. Endlich habe ich mir diesmal die Zeit genommen, alles viel intensiver wahrzunehmen.

Wer in diesen Tagen auf der Buchmesse sollte es nicht versäumen in der Halle 3.1 vorbeizuschauen. Es lohnt sich!

StadtLesen auf dem Gelände der Buchmesse

Im Außenbereich gab es wieder dieser besondere Ruhe- und Lesebereich. Ich bin mit 3 jungen Leuten aus Österreich ins Gespräch gekommen. Seit vielen Jahren ist StadtLesen auf der Buchmesse vertreten. Sebastian Mettler, Innovator und Erdenker von StadtLesen hat diese besondere Leseform zu einem Erlebnis werden lassen. Über das Jahr finden in verschiedenen Städten in Deutschland, Österreich und der Schweiz statt.

Wer mehr wissen möchte, hier zwei Links dazu:

http://www.stadtlesen.com/
http://www.bibliotels.com . Auf dieser Seite werden besondere „Lese-Hotels“ vorgestellt.

Das Ehrengastland Frankreich

Mit besonderem Interesse habe ich mir das diesjährige Ehrengastland Frankreich und die Präsentation angesehen.

Für mich eine interessante und gelungene Art und Weise, sich als Literaturland vorzustellen. Diese Meinung wird nicht von allen geteilt werden.

Die Zeit verging so schnell und irgendwann werden die Beine schwer. So werde ich am Freitag einen weiteren Buchmessen-Tag einlegen, weil es sicher noch vieles zu entdecken gibt.

Mit literarischen Buchmessen-Grüßen

Ihr/Euer
Gerd Taron

Und hier noch ein paar Impressionen:

An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen – Literarischer Wochenendgruß vom 06.10.17

An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen – Literarischer Wochenendgruß vom 06.10.17

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,

dieser Vers aus dem Neuen Testament begleitet mich immer wieder, nicht nur in dieser Jahreszeit. Dies zeigt sich nicht nur in unserer Gesellschaft, sei es in Politik oder Wirtschaft, sondern auch im persönlichen Umfeld. Erst bei genauerem Hinschauen erkennen wir – hoffentlich – die Unterschiede. Es ist für unser eigenes Wohlergehen so wichtig, die Menschen in unserem Inneren einzulassen, die ein ähnliches Empfinden haben.

Die folgenden Texte und die Fotos mögen dazu einige Impulse geben.

Foto. Gerd Taron

An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen oder Feigen von den Disteln?
Matthäus-Evangelium – Kapitel 7, Vers 16 in der Fassung der Lutherbibel von 1912

Foto: Gerd Taron

DEIN HERZ.

Dein Herz,
ist wie das offene Land,
weit und fruchtbar.
Es ist voll Hoffnung auf Erneuerung,
voll Freude an Begegnung
und voll Dankbarkeit bei Zuwendung.

Lass dein Herz nie brachliegen,
bestelle es sorgsam
…wie ein Feld…
und lass es Früchte tragen.

Achte gut auf dein Herz
und lass es nie in böse Hände fallen.

Dein Herz ist dir kostbar.
Ist dein Reichtum,
ist dein Leben.

(Anne M. Pützer)

Foto: Petra Krenzer

Und ich erkannte, dass sie die Stille nötig hatten.
Denn nur in der Stille kann die Wahrheit eines jeden Früchte ansetzen, und Wurzeln schlagen…..

Antoine de Saint-Exupery

Foto: Gerd Taron

Gütige Herzen

Gütige Herzen sind die Gärten.
Gütige Gedanken sind die Wurzeln.
Gütige Worte sind die Blüten.
Gütige Taten sind die Früchte.

(Kirpal Singh)

Foto: Gaby Schaefer

Warten erleben ….
In Ruhe warten können,
bis der Same keimt, wächst,
blüht und Früchte trägt.
Im Glauben warten können,
bis aus Begegnungen Vertrauen
entsteht und Nähe zuläßt.
In Hoffnung warten können,
bis Loslassen möglich wird.
Im Vertrauen warten können,
bis sich aus drei Teilen
ein Ganzes bildet.
In Liebe warten können,
bis der richtige Zeitpunkt kommt
und dann den Augenblick
mit allen Sinnen erleben.

Melitta Zettl

Foto: Gerd Taron

Wer nichts weiß, liebt nichts.
Wer nichts tun kann, versteht nichts.
Wer nichts versteht, ist nichts wert.
Aber wer versteht,
der liebt, bemerkt und sieht auch …
Je mehr Erkenntnis einem Ding innewohnt,
desto größer ist die Liebe …
Wer meint, alle Früchte
würden gleichzeitig mit den Erdbeeren reif,
versteht nichts von den Trauben.

Paracelsus

Ich wünsche Ihnen ein lesereiches Wochenende mit vielen schönen Begegnungen.

Ihr/Euer
Gerd Taron

2 Veranstaltungs-Hinweise in eigener Sache:
Fr 06.10. – 17 Uhr Literarisches aus Frankreich
Treffpunkt: Eppsteiner Weinpresse (Altes Rathaus, Altstadt Eppstein, Burgstraße)
Das Ehrengastland der Frankfurter Buchmesse ist in diesem Jahr Frankreich. Dazu lese ich verschiedene französische Gedichte, Liebesgeschichten und Märchen – natürlich in deutsch.
Ramon Olivella, der Eppsteiner Mundschenk hat dazu passend das Wein-Thema: „France je t’aime

So 08.10. – 12:45 Uhr – Literarischer Spaziergang beim Erntedank- und Handwerkerfest am Rettershof

Treffpunkt: An der Linde am Rettershof im Außenbereich

Auf Einladung der Gutsverwaltung Rettershof wird es wieder einen literarischen Erntedank-Spaziergang mit Geschichten und Gedicht zum Thema Ernte.

Literarisches Frankreich – Ein Spaziergang im Gutleutviertel von Frankfurt

Literarisches Frankreich – Ein Spaziergang im Gutleutviertel von Frankfurt

Foto: Gerd Taron

Frankfurt am Main, 01.10.2017

Bei wunderschönem Herbstwetter konnte ein kleiner Kreis von Literaturinteressierten einen Spaziergang durch das Gutleutviertel – unweit des Frankfurter Hauptbahnhofes – erleben.
An verschiedenen Stellen wurden ausgesuchte Gedichte, französische Liebesgeschichten und mehr präsentiert.

Das Ehrengastland der kommenden Frankfurter Buchmesse vom 11.10. bis 15.10.17 ist Frankreich. Was lag also näher?

Der Abschluss fand im gemütlichen Ambiente des Cafè Nussknacker nicht weit von der Südseite des Frankfurter Hauptbahnhofes gelegen, statt.

Ein paar Impressionen und Texte sind nachstehend aufgeführt.

Reisen

Auch ich,
wie die Maler,
habe meine Modelle.

Eines Tages,
gestern war das nun schon,
stand ich auf der offenen Busplattform
und sah mir die Frauen an,
die auf der Rue d’Amsterdam gingen.
Plötzlich, durch die Trennscheibe,
entdecke ich eine drinnen,
die hatte ich nicht einsteigen sehen.
Sie saß alleine da und schien zu lächeln.
Im Augenblick gefiel sie mir ganz doll,
doch im selben Augenblick
merkte ich, es war die meine.
Da war ich froh.

Jacques Prévert

Aus: L’amour? Pallons-en … Moderne französische Liebesgeschichten
dtv – 9. Auflage 2001 – ISBN 3-423-09218-1

Foto: Gerd Taron

Das Paradies

Wo war das Paradies? Die Deutschen kennen die Redewendung „Leben wie Gott in Frankreich“. Sie bezeichnen damit einen Zustand höchster Glückseligkeit. Demnach könnte das Paradies in Frankreich gelegen haben … Doch ausnahmsweise sind die Deutschen dem Problem bisher nicht auf den Grund gegangen.

Holen wir es nach, packen wir es an, verfahren wir systematisch. Zwei Menschen nur haben den großen Garten bevölkert. Seine geographischen Grenzen können unmöglich die des „Hexagon“, des sechseckigen Landes gewesen sein. Wo innerhalb dieses Landes mag Eva den fatalen Apfel gepflückt haben? Denken Sie doch einen Augenblick nach… Wo gibt es diese verführerischen Apfelbäume? In der Normandie! Also!

Die Normannen bringen ihre Region ebenfalls ebenfalls in einen Zusammenhang mit dem Paradies – aber in einem anderen Zusammenhang als die Deutschen. Sie sagen: Gott war uns eine kleine Wiedergutmachung schuldig dafür, daß er uns aus dem Paradies vertrieben hat; darum hat er uns den Cidre und den Calvados geschenkt.

Aus: Tour de France – Frankreich in kleinen Geschichten – erzählt von Irène Kuhn
Erschienen bei dtv – 11. Auflage 2005 – ISBN 3-42309288-2

Eine Fortsetzung der französischen Literatur-Woche gibt es am

Freitag, 06.10.17 ab 17 Uhr in der Eppsteiner Weinpresse in der Altstadt von Eppstein, Burgstraße anlässlich des Wochenmarktes gemeinsam mit Ramon Olivella, der französische Weine präsentiert.

Ein erholsamen Sonntagabend wünscht allen

Gerd Taron

Früchte ernten – Literarischer Wochenendgruß vom 29.09.17

Früchte ernten – Literarischer Wochenendgruß vom 29.09.17

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,

die Erntezeit nähert sich dem Ende. Die Kartoffel- und Rübenernte oder andere Früchte werden in die Scheuer gebracht. Die Natur bereitet sich auf den Winterschlaf vor. In den Weinbergen werden die Trauben für einen hoffentlich guten Jahrgang gelesen.

Die christlichen Kirchen erinnern am Erntedanksonntag an diese Vielfalt. Bei den Obstbäumen in unserer Region gab es diesmal keine so gute Ernte durch die Frostschäden im April. Die Wechselwirkungen des Lebens zeigen sich in der Natur immer wieder auf eindrucksvolle Weise.

Wie sieht es in Ihrer persönlichen Erntezeit aus? Wir blicken normalerweise am Jahreswechsel darauf zurück. Lassen Sie uns doch einmal zu dieser Zeit einmal neu besinnen. Nicht immer hat das, was wir gesät haben, zum Erfolg geführt. Andererseits kommen die Samen früherer Zeiten erst jetzt zu ihrer vollen Entfaltung.

Erntedankfest auf dem Rettershof – Foto: Gerd Taron

Der Erntewagen

Nun des Tages Gluten starben,
Mischen alle zarten Farben
Sich am Himmel golden klar.
In die Helle seh‘ ich ragen
Einen hohen Erntewagen,
Den umeilt der Schnitter Schaar.
Dunkle Arbeit lichtumgeben!
Nächtige Gestalten heben,
Schichten letzte Garben leis,
Und des Abends Feierstunde
Schmückt mit heilig goldnem Grunde
Müder Arme späten Fleiß.

Conrad Ferdinand Meyer

Foto: Gerd Taron

Betrachtet man die Obst-Bäum‘, Aepfel, Pfirschen, Birn, Apricosen, Mandeln, Kirschen;
Gleicht ihrer Bluhmen lieblichs Prangen
Nicht Gärten, die in Lüften hangen?
Ist nicht der kleinste Zweig ein grosser Bluhmen-Strauß?
Haucht ihre Menge nicht den stärcksten Bisam aus?
Sie würtzen, durch so angenehme Düfte,
Die voller Amber und Ziebeth,
Die ausgespannten lauen Lüfte,
Daß ihre Balsam-Kraft uns recht ans Hertze geht.
Seele, laß der Bäume Pracht
Dich zu ihrer Folge leiten!
Suche dich, auf allen Seiten
In Gedancken auszubreiten,
Und, auf den Betrachtungs-Zweigen,
Blätter deiner Lust zu zeugen!
Laß, durch dieses holde Grün,
Deiner Andacht Bluhmen blühn,
Und des Lobes Früchte bringen!
Auf! mit heller Stimm‘ und Saiten
Unsern Schöpfer zu besingen,
Der die Erde fröhlich macht!“

Barthold Heinrich Brockes
(Aus: Irdisches Vergnügen in Gott)

Foto: Gaby Schaefer

Geh hinaus und öffne deine Augen. Nimm die sich verändernden Farben wahr und rieche den intensiven Duft nach Herbst. Noch leuchten Gelb und Rot in der Oktobersonne. Genieße den Anblick. Sammle Früchte, zum Kochen, Backen, Basteln oder zur Dekoration. Hol dir die Farben, den Geruch und den Geschmack des Herbstes ins Haus.

Anne M. Pützer

Foto: Gerd Taron

Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren laß die Winde los.
Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.
Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

Rainer Maria Rilke

Auf dem Wochenmarkt in Eppstein im Taunus – Foto: Gerd Taron

Wie reife Früchte kann ich sie pflücken,
die vielen Ideen in meinem Kopf.
Es ist eine reiche Ernte,
die meinen Geist und mein Herz
für lange Zeit sättigen werden.

(C) Anne M. Pützer

Foto: Gerd Taron

Ernte

Es ist Ernte,
dass wir einander noch haben.
Es ist Ernte,
die Münzen der Minuten und Stunden
noch ausgeben zu können.
Es ist Ernte
durch unsere gegenseitige Gegenwart
die Zeit zu schmecken wie Schwarzbrot.
Wir haben Samen ausgestreut,
manchmal ängstlich und mit zitternder Hand
und dann wieder so,
als gehörte uns schon die goldene Ernte.
Wir haben nicht gewusst,
ob die Saat aufgehen würde,
oder was wir ernten würden,
aber wir haben nicht aufgegeben.
Ich suche jetzt deine Augen häufiger,
als wolle ich mich vergewissern,
dass auch du die Dichte der Ernte erlebst.
Unser Glück tritt aus dem Sinn hervor,
den wir allem geben.

Ich wünsche Ihnen ein verlängertes Wochenende mit vielen schönen Momenten und Begegnungen. Richten Sie Ihren Blick auf die Früchte der Natur und Ihrer eigenen Arbeit.

Ihr/Euer
Gerd Taron

Hier noch einmal zur Erinnerung an die nächsten Veranstaltungen:
So 01.10. – 14 Uhr – Literarischer Buchmessen-Spaziergang rund um den Frankfurter Hauptbahnhof – Thema: Frankreich, Frankreich – Ehrengastland der diesjährigen Frankfurter Buchmesse – Literarisches aus Frankfreich

An verschiedenen Stationen werden französische Gedichte, Liebesgeschichten und Märchen vorgestellt– natürlich in deutsch.

Treffpunkt: An Gleis 1 Haupt-Nebenausgang Mannheimer Straße – gegenüber einem kleinen Supermarkt

Kostenbeitrag: 5 Euro

Fr 06.10. – 17:30 Uhr Literarisches aus Frankreich beim Wochenmarkt in Eppstein
Treffpunkt: Vor der Eppsteiner Weinpresse (Altes Rathaus, Altstadt Eppstein)
Gemeinsam mit der Eppsteiner Weinpresse und dem Mundschenk Ramon Olivella, werden literarische und kulinarische Genüsse präsentiert. Dazu passet das Wein-Thema: „France, je t’aime“

Literarischer Spaziergang zur Frankfurter Buchmesse am Sonntag, 01.10.17 ab 14 Uhr

Literarischer Buchmessen-Spaziergang am Sonntag, 01.10.17 ab 14 Uhr

Liebe Literaturfreunde,

in zwei Wochen werden die Pforten zur Frankfurter Buchmesse geöffnet. Das Ehrengastland ist in diesem Jahr Frankreich.

Mein diesjähriger Spaziergang zur Frankfurter Buchmesse bietet diesmal Literarisches aus Frankreich. An verschiedenen Stationen werden französische Gedichte, Liebesgeschichten und Märchen präsentiert.

Treffpunkt ist an Gleis 1 Haupt-Nebenausgang Mannheimer Straße – gegenüber einem kleinen Supermarkt um 14 Uhr.

Café Nussknacker

Zum Abschluss gibt es Gelegenheit, sich im Café Nussknacker, Karlsruher Straße 5, an der Südseite des Frankfurter Hauptbahnhofes gelegen, bei Kaffee und Kuchen auszutauschen.

Hier vorab einige Impressionen der Stationen dieses Spazierganges:

Am Westhafen

Am Westhafen

Im Behördenzentrum

Café Nussknacker

Ich freue mich auf ein Wiedersehen oder Kennenlernen am Sonntag.

Ihr/Euer
Gerd Taron

Weitere Informationen gibt es hier:
Gerd Taron, Taron-Antiquariat
Langstraße 30, 65779 Kelkheim-Fischbach, Tel. 06195-676695
E-Mail: verkauf@taron-antiquariat.de
Internet: https://gerdtaronantiquariat.wordpress.com/
Kostenbeitrag: 5 Euro

Schätze entdecken – Literarischer Wochenendgruß vom 22.09.17

Schätze entdecken – Literarischer Wochenendgruß vom 22.09.17

Liebe literarische Freunde des Wochenendgrußes,

in meinem Heimatort war in diesen Tagen wieder Sperrmüll-Tag. Zeit sich von überflüssigem zu trennen. Doch dabei entdeckt Mann/Frau längst entschwundene Schätze auf wundersame Weise. Und manchmal treten alte Familiengeschichten wieder hervor, wie ich aus meinem Umfeld erfahren durfte.

Derzeit bin ich noch immer dabei, meinen eigenen Bücherschatz zu sichten. Immer wieder kommt es dabei zu neuen Überraschungen. Wenn möglich, werde ich die Bezieher des literarischen Wochenendgrußes daran teilhaben lassen.

Es gibt aber nicht nur geistige Schatzentdeckungen, sondern auch kulinarische wie die nachfolgenden Fotos es beweisen.

Stadtbibliothek Königstein im Taunus – Foto: Gerd Taron

Vom Suchen und Finden

Wenn jemand sucht,
dann geschieht es leicht,
dass sein Auge nur noch das Ding sieht,
das er sucht,
dass er nichts zu finden,
nichts in sich einzulassen vermag,
weil er nur an das Gesuchte denkt,
weil er ein Ziel hat,
weil er vom Ziel besessen ist.

Finden aber heißt:
frei sein, offen stehen,
kein Ziel haben.

Hermann Hesse

Buchhandlung Shakespaere und So in Mainz – Foto Gerd Taron

Es gibt Menschen,
die suchen ihr Leben lang
nach Etwas, was sie
nicht sehen können,
nicht fühlen
und
ahnen.
Sie erdenken es,
brauchen es,
sie wollen es,
fordern es,
finden keinen Frieden.
Und in dem Moment,
wo sie begreifen,
dass sie es bereits
lange in den Händen
hielten, geht es still
und es wird niemals
mehr so sein.

Anja Schindler

Buchhandlung Herr in Kelkheim/Taunus – Foto: Gerd Taron

Manchmal liegt ein Schatz neben unserem Weg,
versteckt in einem Menschen, einem Gedanken,
in etwas Unscheinbarem.
Welch Glück, den Wert dann zu erkennen und aufzuheben
und nicht weiter einer Illusion zu folgen.

Ulrich Schaffer

Buchhandlung Viola’s Bücherwurm in Kelkheim

Foto: Petra Krenzer

Wenn du etwas genau und lange ansiehst,
dann entdeckst du Dinge,
die für die anderen unsichtbar sind.
Die meisten Menschen machen den Fehler,
dass sie versuchen,
etwas ganz Besonderes zu sehen,
wo es doch nur darum geht,
das Offensichtliche
wirklich zu entdecken…..

Rabbi Shelomo ben Yitzhaki

Foto: Gaby Schaefer

MEIN SCHATZ.

Ich öffne das Kästchen
und betrachte voller Freude
meine Schätze.
Da funkeln wie Gold
die Liebe von und zu Menschen und Tieren.
Es glitzern wie Diamanten
langjährige, teure Freundschaften.
Da schimmern wie vielfarbige Edelsteine
Aufmerksamkeit, Geborgenheit,
Verlässlichkeit, Zärtlichkeit
und Gesundheit.
Ich fühle mich reich!

(C) Anne M. Pützer

Ich wünsche Ihnen ein entdeckungsfreudiges Schatz-Wochenende.

Ihr/Euer
Gerd Taron

Zwei Anmerkungen in eigener Sache:
Samstag, 23.09.17 – 16 Uhr – Literarischer Herbst-Spaziergang am Rettershof
Einen Bericht über eine sehr schöne Lesung mit meinem Freund und Kollegen Thomas Berger:

https://gerdtaronantiquariat.wordpress.com/2017/09/20/einkehren-bei-worten-im-gasthaus-lyrisches-mit-dem-kelkheimer-autor-thomas-berger/