Vom Warten können – Literarischer Wochenendgruß vom 30.06.17

Vom Warten können – Literarischer Wochenendgruß vom 30.06.17

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,

wie einigen von Ihnen bekannt ist, bin ich oft mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Da gehört warten auf den nächsten Zug auf den nächsten Bus oder Straßenbahn zur Normalität. Aber auch die Autofahrer ist das Warten bestens bekannt, vor allem wenn sie in einem langen Stau stehen und nicht vorankommen.

Es gibt andere Situationen im Leben, worauf man hofft, dass ein Ereignis endlich eintrifft, sei es auf ein langersehntes Treffe, eine wichtige Nachricht oder anderes mehr. Dann kann Warten zu einer Geduldsprobe werden.

Warten bedeutet aber auch, eine Pause einzulegen und sich zu besinnen. Haben wir das Warten verlernt?

Foto: Gerd Taron

Ich kann warten, wenn sich das Warten lohnt,
ich kann vergessen, was keinen Gedanken wert ist,
ich kann Verständnis aufbringen, wenn ich verstehe,
ich kann und will nicht heucheln, was ich nicht fühle.
Ich bin da für die, die es mir wert erscheinen …
für alle anderen bin ich nicht zu erreichen …
Ich lebe mein Leben, nicht das der anderen.
Ich kämpfe für das, was mir wichtig erscheint,
und ignoriere das für mich Unwesentliche.
unbekannt

Foto: Gerd Taron

Die Sonnenuhr

Selten reicht ein Schauer feuchter Fäule
Aus dem Gartenschatten, wo einander
Tropfen fallen hören und ein Wandervogel
lautet, zu der Säule,
die in Majoran und Koriander
steht und Sommerstunden zeigt;

nur sobald die Dame (der ein Diener
nachfolgt) in dem hellen Florentiner
über ihren Rand sich neigt,
wird sie schattig und verschweigt -,

Oder wenn ein sommerlicher Regen
aufkommt aus dem wogenden Bewegen
hoher Kronen, hat sie eine Pause;
denn sie weiß die Zeit nicht auszudrücken,
die dann in den Frucht- und Blumenstücken
plötzlich glüht im weißen Gartenhause.

Rainer Maria Rilke

Foto: Michael Heinz

Viele Menschen warten den ganzen Tag
auf den Abend,
die ganze Woche
auf den Freitag,
das ganze Jahr
auf den Urlaub,
ihr ganzes Leben
auf bessere Zeiten
und vergessen dabei oft,
dass sie nur dieses Leben haben .

Autor unbekannt

Foto: Gerd Taron

Wir müssen von Zeit zu Zeit eine Rast einlegen und warten,
bis unsere Seelen uns wieder eingeholt haben.

Indianische Weisheit

Foto: Gerd Taron

„Wie herrlich ist es,
dass niemand eine Minute zu warten braucht,
um damit zu beginnen,
die Welt langsam zu verändern.“

Anne Frank

Foto: Michael Heinz

Ich bitte nicht um Wunder und Visionen, HERR,
sondern um Kraft für den Alltag.

Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte:

Mach mich findig und erfinderisch, um im täglichen Vielerlei und Allerlei rechtzeitig meine Erkenntnisse und Erfahrungen zu sammeln, von denen ich betroffen bin.

Mach mich griffsicher in der richtigen Zeiteinteilung. Schenke mir das Fingerspitzengefühl, um herauszufinden, was erstrangig und was zweitrangig ist.

Ich bitte um Kraft für das richtige Maß, dass ich nicht durch das Leben eile, sondern den Tageslauf vernünftig einteile, auf Lichtblicke und Höhepunkte achte.

Laß mich erkennen, dass Träume ALLEIN nicht weiterhelfen, weder über die Vergangenheit noch über die Zukunft. Hilf mir VOR ALLEM, das Nächste so gut wie möglich zu tun und die jetzige Stunde als die wichtigste zu erkennen.

Bewahre mich vor dem naiven Glauben, es müsse im Leben alles glatt gehen. Schenke mir die nüchterne Erkenntnis, dass Schwierigkeiten, Niederlagen, Misserfolge, Rückschläge eine selbstverständliche Zugabe zum Leben sind, durch die wir wachsen und reifen.

Erinnere mich daran, dass das Herz oft gegen den Verstand streikt. Schick mir im rechten Augenblick jemand, der den MUT hat, mir die Wahrheit in Liebe zu sagen. Die Wahrheit sagt man nicht sich selbst, sie wird einem gesagt.

Ich weiß, dass sich viele Probleme dadurch lösen, dass man nichts tut. Gib, dass ich warten kann.

Du weißt, wie sehr wir der Freundschaft bedürfen. Gib, dass ich diesem schönsten, schwierigsten, riskantesten und zartesten Geschäft des Lebens gewachsen bin.

Verleihe mir die nötige Phantasie, im rechten Augenblick ein Päckchen Güte, mit oder ohne Worte, an der richtigen Stelle abzugeben.

Mach aus mir einen Menschen, der einem Schiff mit Tiefgang gleicht, um auch die zu erreichen, die ‚unten‘ sind.

Bewahre mich vor der Angst, ich könne das Leben versäumen. Gib mir nicht, was ich wünsche, sondern was ich brauche.

Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte!

Gebet nach Antoine de Saint-Exupéry

Mit diesen Worten wünsche ich Ihnen ein Wochenende zum Innehalten.

Ihr/Euer

Gerd Taron
Veranstaltungshinweis:

Vom 29.06. bis 02.07.17 findet in Mainz in der Rheingoldhalle und im Außenbereich die 24. Mainzer Minipressen-Messe statt. Es ist eine eine internationale Buchmesse der Kleinverlage und künstlerischen Handpresse. Der Eintritt ist frei.

Öffnungszeiten
Do und Fr von 14 – 19 Uhr
Sa von 10 – 19 Uhr
So von 10 – 17:30 Uhr

Weitere Informationen unter http://www.minipresse.de

Türen öffnen – Literarischer Wochenendgruß vom 23.06.17

Türen öffnen – Literarischer Wochenendgruß vom 23.06.17

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,

am vergangenen Sonntag hatte ich die große Freude das Fest der „Offenen Höfe“ in Hofheim-Wallau im Taunus besuchen zu können. Mehr als 70 Höfe und ehemalige Scheunen öffneten ihre Pforten bzw. Türen. Künstlerinnen und Künstler und Kunsthandwerker aus der Region konnten dort ihre Werke präsentieren.

Dieses besondere Erlebnis führte mich zum neuen Thema des literarischen Wochenendgrußes. Sind wir bereit, unsere Türen zu öffnen? Auch wenn es manchmal in unserem Inneren und Äußeren nicht „aufgeräumt“ ist?

Foto: Gerd Taron – . Offene Höfe-Fest in Hofheim-Wallau

Lasst uns Türen öffnen
und durch Tore gehen,
neue Wege beschreiten,
und Abfahrten nehmen.
Neugier will wissen,
Herz wird lenken.
Mensch will finden.

Autor unbekannt

Foto: Dresden –

Viele Türen

An vielen Türen
gehen wir im Leben vorüber.
Die einen beachten wir kaum.
Wir wissen nicht, was sich dahinter verbirgt.
Vor anderen bleiben wir stehen.
Manchmal klopfen wir an …

Immer aber dürfen wir darauf vertrauen:
Wo du willst,
dass wir eintreten,
wird uns die Türe geöffnet.

Irmgard Erath

Foto: Dresden

Verbindungen

Was du in deinem Teil der Welt seufzt, löst etwas aus.
Wenn du lachst, geht es in kleinen Wellen um die Welt
und öffnet Türen für die, die deinen Namen nicht kennen
und dich doch über die vielen Kilometer fühlen.
Dein Glaube und deine Hoffnung
können das Gefäß zum Überfließen bringen.
Alles zählt. Nichts ist unwichtig,
nicht der Schmetterling, der in China mit seinen Flügeln schlägt,
nicht der Teenager,
der in einer Mall in Los Angeles sein Geld ausgibt,
nicht die Gebetswachen in Toro
oder die sich erwärmenden Ozeane,
nicht die Fluten in Indien und die Dürrezeiten in Afrika,
weder die Energie deiner Suche
noch die Wellen des Glücksgefühls in deinem Körper,
nicht die steigende Börse noch der verschwindende Regenwald.
Es gibt eine Balance zwischen dem Leid und dem Hochgefühl,
zwischen Freude und Schmerzen, zwischen jetzt und nie,
zwischen oben und unten, offen und geschlossen,
zwischen Ursache und Wirkung,
und jeder von uns löst es aus und spürt es.
Es läuft durch unsere Knochen, unsere Innereien,
unsere Seele und unseren Geist.
Es färbt und legt fest, es zerfetzt und streicht,
es regt auf und segnet auf geheimnisvolle Weise.
Das Leben entfaltet sich mit Dringlichkeit
inmitten seiner geologischen Zeit.
Du und ich sind beteiligt an jeder Falte,
an jeder Ausdehnung und jeder Kontraktion.
Wir sind ein Teil der Wehen und des Schmerzes,
aus dem etwas Neues geboren wird.
Wir sind Patienten, Hebammen und Ärzte in einem.
Wie eine einzige Stimme
einen Politiker an die Macht bringen kann,
so können einem Gebet,
einem Wunsch Beine oder Flügel wachsen,
oder ein Mund findet Worte,
die in das Brachland einer Seele fallen,
die darauf gewartet hat, berührt zu werden.
Und weil eine Bewegung zu einer anderen führt,
so kommt die Hand zum Auge, das Auge zum Mund,
der Mund zur Seele, die Seele zu den Worten
und die Worte zum Geist,
und eine Welt in einer Welt wird geboren.
Die Entfaltung geschieht,
und wieder einmal entsteht Leben.
Die Spiritualität der Veränderung ist kompliziert
und nicht da zu finden, wo wir sonst suchen.
Die Welt liegt nicht in den Händen einiger,
Geld regiert nicht,
und der mutlose Glaube,
dass du und ich nichts tun können in unserer Winzigkeit,
ist nur ein Glaube, den niemand beweisen kann.
Ich wähle es, anders zu glauben und anders zu leben.
Die Entscheidung eines Mannes,
seine Seele nicht zu verkaufen, reicht sehr weit,
und die feste Überzeugung einer Frau
gibt ihr ihr eigenes Leben zurück.
Durch geheimnisvolle Verbindungen ist uns
das Schicksal der Welt in die Hände gelegt.
Dass du vergibst, anstatt nachzutragen,
macht einen Unterschied,
dein Lächeln, dein Wohlwollen, deine Dankbarkeit
haben eine ungeahnte Wirkung.
Sogar deine Sekundenhoffnung zählt
und dein Minutenmut,
deine Tagesfreude und dein Jahresernst.
So hältst du andere Leben in deiner Hand,
jetzt vielleicht meins, ohne dass ich es weiß.
Und wenn ich meine Fehler zugebe,
wenn ich mich gegen ein Vorurteil wehre,
wenn ich in meiner Liebe schöpferisch werde,
wenn ich mir selbst vergebe,
reicht meine Entscheidung bis zu dir,
wo immer du auch bist.
So lieben wir einander, ohne dass wir uns kennen.
Und weil die Welt immer viel mehr war
als nur ein mechanisches System mit physikalischen Gesetzen,
darum sind Ursache und Wirkung
unbegreiflich miteinander verbunden,
und es geschieht immer viel mehr, als wir denken,
und mehr, als wir denken können.
Unermesslich ist die Verbindung,
in die wir eingebettet sind.
Der Segen liegt im Geheimnis,
und das Geheimnis ist in jedem Herzen.

Ulrich Schaffer

Foto: Martina Pokorny

Die alten Worte

Die alten Zauberworte sind noch nicht verbraucht.
Sie wirken immer noch, sie strahlen noch von innen.
Wenn deine Seele dunkel in Verzweiflung taucht,
dann sprich sie aus, und alles kann von vorn beginnen.
Da gibt es Worte voller kleiner Zärtlichkeiten,
die deine Schläfen streicheln wie ein warmer Wind.
Und wilde Worte gibt’s, die reißen dir zuzeiten
so manche Türen ein, die sonst vermauert sind.
Und wenn du Sehnsucht sagst, dann weiten sich die Wände.
Du könntest einfach aufstehn und ins Freie gehn.
Und Wesen aus den Tiefen reichen dir die Hände.
Du bist berührt, du lächelst, und die Zeit bleibt stehn.

Paul Pfeffer

Bild: Martina Pokorny

Türöffner

Die Bereitschaft und das Bemühen, sich in seine Mitmenschen einzufühlen, sind Türöffner für ein friedliches Miteinander.

Martina Pokorny

Foto: Dresden

Sonntagwunsch:

Ich wünsche dir herzerfrischende gute Laune im Ausprobieren deiner Gaben und Talente. Folge deiner Bestimmung und es werden sich viele Türen öffnen, die dich zum Staunen bringen. Sei ein fröhlicher Grenzgänger und überwinde lästige Zäune im Kopf, die deine Gedanken blockieren. Das wird ein Spiel ohne Grenzen mit vielen aufregenden Facetten. Nutze die prickelnde Vielfalt deiner Gaben und suche vielseitige Gelegenheiten, um sie zu entfalten.
Schaffe ein großzügiges Experimentiergelände für deine Multitalente und laufe zur Höchstform auf wenn es darum geht, deiner Vision zu folgen.

Monika Bylitza

Ich wünsche allen ein wundervolles Wochenende mit offenen Türen und sei es „nur“ mit Herzen.

Ihr/Euer
Gerd Taron

PS: Hinweis in eigener Sache:
Sonntag, 25.06.17 – 15 Uhr
Literarischer Sommer-Spaziergang rund um den Rettershof
In der Woche des Sommeranfangs präsentiert der Antiquar Gerd Taron an verschiedenen Stationen rund um den Rettershof Geschichte und Gedichte rund um den Sommer.

Nach dem Spaziergang besteht die Möglichkeit, im Landgasthof „Zum fröhlichen Landmann“ zu verweilen.
Treffpunkt: Unter der Linde vor dem Eingang am Rettershof

Wenn die Rosen erblühen – Literarischer Wochenendgruß vom 16.06.17

Wenn die Rosen erblühen – Literarischer Wochenendgruß vom 16.06.17

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,

es ist Rosenzeit. Überall blüht in dieser Zeit die Blume der Blumen – die Rose. Wie viele Dichterinnen und Dichter haben ihr die Ehre erwiesen.

Das inspiriert mich diese Ausgabe des literarischen Wochenendgrußes der Rose im Besonderen zu widmen.

Foto: Gerd Taron

Der Duft der Rose
nimmt dich in einen süßen Bann,
rührt dich liebkosend leise
wie eine Liederweise
mit Ahnung voller Schönheit an,
ist ohne Gleichnis rein und zart:
du kannst es nicht ermessen,
fühlst nur ein süß Vergessen
und eine Gegenwart.

Hermann Hesse

Foto: Gerd Taron

Die Bettlerin und die Rose

Von Rainer Maria Rilke gibt es eine Geschichte aus der Zeit seines ersten Pariser Aufenthaltes.
Gemeinsam mit einer jungen Französin kam er um die Mittagszeit an einem Platz vorbei, an dem eine Bettlerin sass, die um Geld anhielt. Ohne zu irgendeinem Geber je aufzusehen, ohne ein anderes Zeichen des Bittens oder Dankens zu äussern als nur immer die Hand auszustrecken, sass die Frau stets am gleichen Ort. Rilke gab nie etwas, seine Begleiterin gab häufig ein Geldstück. Eines Tages fragte die Französin verwundert nach dem Grund, warum er nichts gebe, und Rilke gab ihr zur Antwort: „Wir müssen ihrem Herzen schenken, nicht ihrer Hand.“ Wenige Tage später brachte Rilke eine eben aufgeblühte weisse Rose mit, legte sie in die offene, abgezehrte Hand der Bettlerin und wollte weitergehen.
Da geschah das Unerwartete: Die Bettlerin blickte auf, sah den Geber, erhob sich mühsam von der Erde, tastete nach der Hand des fremden Mannes, küsste sie und ging mit der Rose davon.
Eine Woche lang war die Alte verschwunden, der Platz, an dem sie vorher gebettelt hatte, blieb leer. Vergeblich suchte die Begleiterin Rilkes eine Antwort darauf, wer wohl jetzt der Alten ein Almosen gebe.
Nach acht Tagen sass plötzlich die Bettlerin wieder wie früher am gewohnten Platz. Sie war stumm wie damals, wiederum nur ihre Bedürftigkeit zeigend durch die ausgestreckte Hand. „Aber wovon hat sie denn all die Tage, da sie nichts erhielt, nur gelebt?“, frage die Französin. Rilke antwortete: „Von der Rose . . .“

Foto: Gerd Taron

Ode an die Rose

Rose, Wunder aller Blumen, die blühen,
jedes Blatt ein Zeuge der Liebe im Frühling.
Selbst die himmlischen Mächte erfreuen sich ihrer.
Sie ist die junge Leidenschaft der Aphrodite,
sie ist der Liebling der Cythere,
die Schläfe mit Blumenblättern umkränzt
und mit ihrem süßen Parfüm
macht sie ihre Herren trunken

Anakreon
580-495 v. Chr.

Foto: Gerd Taron

Auch wenn dich das Leben mal beugt,
vergiß niemals, du bist eine ROSE,
und wirst es immer bleiben…
Dein Duft ist der einer Liebenden,
deine Stacheln sollen dich vor Schlimmerem bewahren,
dein Wesen bewundernswert,
du bist auf Erden,
um Anderen Freude zu schenken !
RICHTE DICH WIEDER AUF,
und erblühe von Neuem…
@ by Elfi Egger

Foto: Gerd Taron

Leise zieht durch mein Gemüt
liebliches Geläute.
Klinge, kleines Frühlingslied,
kling hinaus ins Weite.
Kling hinaus bis an das Haus,
wo die Blumen sprießen.
Wenn du eine Rose schaust,
sag, ich lass sie grüßen!

Heinrich Heine

Ich wünsche Ihnen an diesem Wochenende eine besondere Zeit für die schönen Blumen in der Natur. Es gibt auch nicht nur Rosen …

Ihr/Euer
Gerd Taron

PS. Wegen der vielen Veranstaltungen im Rheingau (Magic Bike in Rüdesheim“) und eigenem Befinden findet die vorgesehene Veranstaltung „Wenn die Rosen erblühen“ am Samstag, 17.06.17 in Eltville nicht statt. Ich bitte um Verständnis.

Der literarische Wochenendgruß – Ein besonderes Dankeschön

Der literarische Wochenendgruß – Ein besonderes Dankeschön

Kelkheim-Fischbach, 15.06.2017

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

an dieser Stelle wird es Zeit, mich endlich bei jemand zu bedanken, die auf ihre Weise zur Verbreitung des literarischen Wochenendgrußes beiträgt.. Sandra Ohlenschläger. von Drucker’Fit (http://www.druckerfit.de/ ).

Jeden Freitag nach Erscheinen des literarischen Wochenendgrußes, druckt die Inhaberin den literarischen Wochenendgruß aus. Sie hat dazu eigens einen kleinen Ordner – siehe Foto – erstellt. Wenn ihre Kunden auf ihre neu befüllten Druckerpatronen oder anderes warten müssen, haben diese Gelegenheit, in den Wochenendgrüßen der letzten Wochen zu stöbern.

Herzlichen Dank liebe Sandra Ohlenschläger für diesen besonderen Service!

Ich freue mich, dass der literarische Wochenendgruß jede Woche aufs Neue so viel positive Resonanz erfährt. Vielen Dank für die so vielen lieben Rückmeldungen in den letzten Wochen und Monaten auf die verschiedenen Themen.

Für viele ist er in den 6 Jahren seit seinem Erscheinen ein wichtiger Bestandteil im persönlichen Bestandteil geworden Das möge er bleiben.

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern weiterhin viel Freude und Anregung.

Ihr/Euer
Gerd Taron

Die kleinen Wunder des Alltags – Literarischer Wochenendgruß vom 09.06.17

Die kleinen Wunder des Alltags – Literarischer Wochenendgruß vom 09.06.17

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

glauben Sie an Wunder? Ich weiß nicht, in welcher Lebenssituation Sie gerade beim Lesen dieser Zeilen sind. Vielleicht haben Sie eine schwierige Phase zu überstehen. Mit diesem Wochenendgruß möchte ich Ihnen Mut machen, die kleinen Wunder wieder neu zu entdecken.

Ich lade Sie ein, die Wunder neu zu spüren. Am vergangenen Wochenende hatte ich die Gelegenheit bei meinem Besuch in der „alten Heimat“ im Rheinland viele kleine Wunder neu und bewusster wahrzunehmen.

Foto: Gerd Taron – entdeckt in der Fußgängerzone von Köln

Ich bitte nicht um Wunder und Visionen, Herr,
sondern um die Kraft für den Alltag.
Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte.

Mache mich griffsicher in der richtigen Zeiteinteilung.
Schenke mir das Fingerspitzengefühl,
um herauszufinden, was erstrangig und was zweitrangig ist.

Erinnere mich daran, dass das Herz oft gegen den Verstand streikt.
Schicke mir im rechten Augenblick jemand,
der den Mut hat, die Wahrheit in Liebe zu sagen.

Du weißt, wie sehr wir der Freundschaft bedürfen.
Gib, dass ich diesem schönsten, schwierigsten, riskantesten
und zartesten Geschenk des Lebens gewachsen bin.

Verleihe mir die nötige Phantasie,
im rechten Augenblick ein Päckchen Güte, mit oder ohne Worte,
an der richtigen Stelle abzugeben.

Bewahre mich vor der Angst, ich könnte das Leben versäumen.
Gib mir nicht, was ich mir wünsche, sondern das, was ich brauche.
Lehre mich die Kunst der kleine Schritte!

Antoine de Saint-Exupéry

Im Eifgental bei Altenberg im Bergischen Land – Foto: Gerd Taron

Raum für Wunder
Mitten in der Nacht
summt die Erde
vor Glück
winkt der Himmel
dir zu
und die Wüste wird
blumiges Land.
Stroh spinnt sich
zu Seide
und du begreifst den Sinn.
Schau dich um:
Dieser Raum steht
neben dir
geh hinein
und horche
ein Weilchen

Lissy Theissen

Klein und klein begegnen sich – Am Thomashof in Burscheid – Foto: Gerd Taron

Stille Wunder,
die unbeobachtet geschehen,
mit denen sich aber das Leben
kraftvoll ausbreitet:
das Entfalten eines einzelnen Birkenblattes;
die Echtheit einer Frage
im Mund eines wissbegierigen Kindes;
die Erneuerung eines verölten Strandes,
den die Wellen mühsam rein waschen;
die Stille, in der wichtige Gedanken
Gestalt annehmen und Veränderung vorbereiten.

Ich will der Hoffnung die Hand hinhalten,
sie füttern, sie pflegen,
sie fliegen lassen
in jede Ecke der Welt.

Ulrich Schaffer

Kirchenfenster von St. Andreas in Köln – Foto: Gerd Taron

Lausche auf das Wunder:
wie wunderbar:
da draußen stehen wie drinnen.
Begreifen und umgriffen werden,
schauen und zugleich das Geschaute selbst sein,
halten und gehalten werden,
das ist das Ziel:
wo der Geist in Ruhe verharrt, –
der lieben Ewigkeit vereint.

Meister Eckhart

Eingang zum Kräutergarten am Altenberger Dom – Foto: Gerd Taron

Weil er an Wunder glaubt, geschehen auch Wunder.
Weil er sich sicher ist, dass seine Gedanken sein Leben verändern können, verändert sich sein Leben.
Weil er sicher ist, dass er der Liebe begegnen wird, begegnet ihm diese Liebe auch.

Paulo Coelho

Foto: Gerd Taron

Mögest du dir die Zeit nehmen, die stillen Wunder zu feiern, die in der lauten Welt keine Bewunderer haben.
Irischer Segenswunsch

Möge Ihnen an diesem Wochenende viele kleine Wunder geschehen. Ich wünsche Ihnen alle Sinne, diese auch wahrzunehmen.

Ihr/Euer
Gerd Taron

Veranstaltungen Juni und Juli 2017 von Taron-Antiquariat – Bücher und mehr

Veranstaltungen Juni und Juli 2017 von Taron-Antiquariat – Bücher und mehr

Liebe Freunde und Interessenten von Taron-Antiquariat – Bücher und meh,

nachstehend erhalten Sie eine Übersicht über die vorgesehenen Veranstaltungen im Juni und Juli 2017:

Samstag, 17.06.17 – 16 Uhr
Treffpunkt. Eltville Bahnhof

Wenn die Rosen erblühen … in der Rosenstadt Eltville im Rheingau
Ein literarischer Rosen-Spaziergang durch die Eltviller Altstadt mit Texten und Gedichten über die Blume der Blumen. Nach dem Spaziergang besteht ausreichend Möglichkeit, den köstlichen Rheingauer Wein am Eltviller Rheinuferzu genießen.

Kostenbeitrag: 5 Euro

Sonntag, 25.06.17 – 15 Uhr
Literarischer Sommer-Spaziergang rund um den Rettershof

In der Woche des Sommeranfangs präsentiert der Antiquar Gerd Taron an verschiedenen Stationen rund um den Rettershof Geschichte und Gedichte rund um den Sommer.

Nach dem Spaziergang besteht die Möglichkeit, im Landgasthof „Zum fröhlichen Landmann“ zu verweilen.
Treffpunkt: Unter der Linde am Rettershof
Kostenbeitrag: 5 Euro

Sonntag, 09.07.17 – 14 Uhr
Fernweh – Literarischer Spaziergang mit Geschichten und Gedichten über das Reisen
An verschiedenen Stationen werden Geschichten und Gedichte rund um das Reisen präsentiert.

Nach dem Spaziergang besteht die Möglichkeit im gemütlichen Café Nussknacker, Karlsruher Str. 5, zu verweilen. Das Café befindet sich in unmittelbarer Nähe des Frankfurter Hauptbahnhofes – Südseite.
Treffpunkt des Spaziergangs: Frankfurt Hauptbahnhof, Gleis 1, Nebenausgang Mannheimer Straße
Kostenbeitrag: 5 Euro

Leider muss der vorgesehene literarische Spaziergang im Bethmannpark in Frankfurt am Sonntag,11.06. entfallen. Wie den Medien zu entnehmen war, wurde der chinesische Pavillon durch Brandstiftung zerstört und ist bis auf Weiteres geschlossen.

Ich wünsche allen ein erholsames Pfingstwochenende
Ihr/Euer
Gerd Taron

Gefällt mir – Gemeinsames verbindet – Literarischer Wochenendgruß vom 02.06.17

Gefällt mir – Gemeinsames verbindet – Literarischer Wochenendgruß vom 02.06.17

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,

in den sozialen Medien, wie zum Beispiel bei facebook, gibt es, für viele wahrscheinlich bekannt, die Möglichkeit, sich durch Klicken des Buttons „Gefällt mir“ sein Wohlwollen über einen Beitrag eines anderen auszudrücken. Damit zeigt sich im positiven Falle, dass man gemeinsame Interessen und Ansichten teilt.

Erfreulich ist es dann festzustellen, wenn dies nicht nur in der virtuellen Welt geschieht, sondern auch in der realen. Dafür benötigt man dann kein „Gefällt-mir-Button“.

Gemeinsamkeit in Ansichten und Aktivitäten ist ein belebendes Element für unser Leben. Darauf sollten wir uns wieder neu besinnen.

Das Geheimnis bleibt – Bild: Lissy Theissen

Gemeinsam neue Farben schreiben,
Tränen süßen,
Himmel röten,
Blumen grüßen,
Traurige in Liebe kleiden,
Lachen lenken,
Regen schenken,
Briefpapier verteilen,
Im Lebensfluss verweilen,
Buchstaben erfinden,
Mimosen rinden,
Sturheit brechen,
Mit Stummen sprechen,
Küssen erlauben,
Umarmungen rauben…
HERZEN, bis es schmerzt !

by Elfi Egger

Foto: Gerd Taron

Weißt du, dass jede Begegnung,
die unsere Seele berührt,
eine Spur in uns hinterlässt,
die nie ganz verweht?

Denn manche Menschen berühren uns
nur an der Oberfläche,
andere hinterlassen
einen tiefen Abdruck auf unser Seele,
doch eins haben alle Begegnungen gemeinsam:
Hinterher sind wir nicht mehr die Person,
die wir vorher waren!

Astrid Singh

Foto: Christina Eretier

Siehe, ich wusste es sind
solche, die nie den gemeinsamen Gang
lernten zwischen den Menschen;
sondern der Aufgang in plötzlich
entatmete Himmel
war ihr Erstes. Der Flug
durch der Liebe Jahrtausende
ihr Nächstes, Unendliches.
Eh sie noch lächelten
weinten sie schon vor Freude;
eh sie noch weinten
war die Freude schon ewig.
Frage mich nicht
wie lange sie fühlten; wie lange
sah man sie noch? Denn unsichtbare sind
unsägliche Himmel
über der inneren Landschaft.
Eines ist Schicksal. Da werden die Menschen
sichtbarer. Stehn wie Türme. Verfalln.
Aber die Liebenden gehn
über der eignen Zerstörung
ewig hervor; denn aus dem Ewigen
ist kein Ausweg. Wer widerruft
Jubel?

Rainer Maria Rilke

Foto: Connie Albers

Leben ist einfach

Manchmal schaue ich neidvoll
auf das alte Paar, welches ich beim
Einkaufen treffe.
Ich beobachte sie dann still,
ich beobachte ja ständig,
doch da besonders im Herzen.
Ich sehe mit welcher Mühe sie
ihr Auto in die enge Lücke einparken
und es nur mit Schwung vom Autositz
zur Tür schaffen.
Ich sehe ihre Eingefahrenheit mit der sie
immer zur gleichen Zeit am gleichen Wochentag
zum Einkaufen gehen,
den gleichen Korb oder die gleiche Einkaufstüte dabei haben,
ich sehe, wie die Münze vom Einkaufswagen ihren alten Hände wechseln.
Es wirkt so eingespielt, fast wie ein Theaterstück,
es ist so vertraut zwischen ihnen,
Alltag und doch auch etwas Besonderes.
Sie schieben langsam durch die Gänge des Supermarktes
und arbeiten still den Zettel ab, den sie bereits mit
krackeliger Schrift schrieben, um nichts zu vergessen,
denn die Kraft reicht nicht für eine zweite Fahrt in dieser Woche.
Mühsam dann packen sie alles aufs Band,
Erleichterung macht sich breit.
Ich sehe ihn, wie er seiner Frau sanft den Arm berührt,
ein Lächeln wechselt die Gesichter.
Einfache Dinge liegen auf dem Band,
Möhren, Kartoffeln, Butter, Fisch, Obst.
Ich schließe meine Augen und kann den Geruch
der Küche meiner Großeltern riechen.
Und dann zieht es in meinem Herzen,
ich schaue dankbar und neidvoll.
Lust hätte ich mit ihnen zu fahren,
doch beobachte ich still,
sehe, wie sie im Zweitakt das Auto beladen,
der alte Herr mit gesenktem Kopf und geneigtem Rücken
den Einkaufswagen zurück bringt,
die Türen ihres Autos schließen sich erst mit dem zweiten Ruck
und dabei steige auch ich in meinem Wagen und
denke dabei, ob mir das auch einmal geschenkt sein wird.
Gemeinsam Altwerden.
Leben ist einfach.

Anja Schindler

Bild: Margot Seibert

Meine Träume sind bunt,
voller Bewegung und Staunen.
Eine Welt voller Schönheit und Glück.
Komm mit, lass uns gemeinsam träumen.

Anne M. Pützer

Ich wünsche allen, dass Sie nicht nur an diesem Wochenende, Menschen finden,, sei es Familie oder liebe Freunde um Gemeinsamkeiten neu zu entdecken.

Ihr/Euer
Gerd Taron