Starke Frauen, starke Männer – Literarischer Wochenendgruß vom 28.07.17

Starke Frauen, starke Männer – Literarischer Wochenendgruß vom 28.07.17

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

in diesen Tagen begegnet mir in den Medien immer wieder die Forderung oder der Wunsch nach „starken Frauen“ oder auch „starke Männer“.
Was sind das für Frauen oder Männer, die „Stärke“ zeigen? Welche Eigenschaften sollen sie besitzen? Die Antworten in den Medien sind sehr unterschiedlich, gerade in unseren Zeiten wie diese.

Ich kenne in meinem Umfeld starke Frauen und Männer. Für mich zeichnen sie sich dadurch aus, dass sie in schwierigen Lebenssituationen nicht aufgegeben haben. Sie leben authentisch und haben den Beifall der Massen nicht nötig. Sie sind besonders dann stark, wenn sie schwach und verwundbar sind.

Ein besonderes Beispiel möchte ich in diesem Wochenendgruß hervorheben. Einige langjährige Leser kennen diese Geschichte bereits. Bei diesem Thema ist es Zeit, daran noch einmal zu erinnern.

Regelmäßig besuche ich eine ältere Frau, die mittlerweile 86 Jahre ist. Vor mehr als 25 Jahren erlitt ihr Sohn in bestem Alter unvorbereitet einen Hirnschlag. Gemeinsam mit ihrem Mann, der leider vor einigen Jahren verstarb, betreut sie ihren Sohn, der noch immer an den Folgen leidet. Es ist bewundernswert, wie sie in ihrem hohen Alter sich allen Schwierigkeiten widersetzt und nicht aufgibt.

Ihrem Sohn, Hans Joerg Kampfenkel, ist ein Hobby verblieben, was er leider aufgrund seiner Krankheit nur eingeschränkt ausüben kann: Das Fotografieren.

Daher sind alle Fotos in diesem Wochenendgruß ihm und seiner Familie gewidmet.

Im Januar 2014 habe ich auf meiner WordPress-Seite über sein Schicksal berichtet mit der Überschrift „Und plötzlich war alles anders“. Hier ist der Link dazu.

https://gerdtaronantiquariat.wordpress.com/tag/kampfenkel/

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Die stärksten Menschen sind die,
die Kämpfe gewinnen,
von denen niemand etwas weiß.

butschibei

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Ein bedeutungsvolles Leben
besteht nicht darin, reich,
berühmt, höchst gebildet oder
perfekt zu sein.

Es geht vielmehr darum
authentisch und einfach zu leben
und in der Lage zu sein,
sich anderen mitzuteilen
und das Leben unserer Mitmenschen zu berühren.

Free Yourself

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Ich habe noch nie
einen starken Menschen
mit einer einfachen Vergangenheit
kennen gelernt.

Zig Ziglar

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Starke Menschen bleiben ihrer Natur treu, mag das Schicksal sie auch in schlechte Lebenslagen bringen, ihr Charakter bleibt fest, und ihr Sinn wird niemals schwanken. Über solche Menschen kann das Schicksal keine Gewalt bekommen.

Niccolò Machiavelli

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Das sind die Starken, die unter Tränen lachen, eigene Sorgen verbergen und andere glücklich machen.

Franz Grillparzer

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Es sind nicht immer die Lauten stark,
nur weil sie Lautstark sind !
Es gibt so viele, denen das Leben ,
leise besser gelingt.

Konstantin Wecker

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Ob jemand echt ist,
autark,
stark
im Herzen,
verbunden
ist in
tiefer
Wahrheit
mit dem Leben –
siehst Du hier nicht,
hörst Du nicht,
liest Du nicht –
Du spürst es!
Mit jeder Faser seines Seins
lebt dieser Mensch Wahrheit –
auch
ohne Publikum,
ohne Applaus,
gegen alle Strömungen,
seiner Wahrhaftigkeit wegen.
-WAHRHAFTIGKEIT-

Anja Schindler

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Leise Menschen,
stille Freundschaften,
stille Worte,
stille Zeichen
übertönen lautstarkes Getue,
überdauern
die Kurzlebigkeit
großer Versprechungen,
leerer Gesten.

Margot Bickel

Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende umgeben von „starken“ Menschen, sei es ihre Familie oder ihre Freunde und Bekannten.

Ihr/Euer

Gerd Taron

Von der Rangliste – Literarischer Wochenendgruß vom 21.07.17

Von der Rangliste – Literarischer Wochenendgruß vom 21.07.17

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,
in welcher Rangliste finden Sie sich wider? Wo sind Sie unter den Top 10 oder Top 100? Mir ist in diesen Tagen neu bewusst geworden, dass vieles in unserem Leben nach Ranglisten bewertet wird. Wir kennen das aus dem Sport, aus der Politik, aus der Wirtschaft und in unserer Gesellschaft. Im Literaturbereich ist es für viele sehr wichtig in einer der vielen Bestsellerlisten zu erscheinen. Je höher der Rang, desto mehr Anerkennung erhalte ich für mein Buch? Nebenbei bemerkt: Die allerwenigsten werden Bestsellerautoren.

In den sozialen Medien, wie z. B. facebook, wird dies besonders deutlich. Da gibt es die „besten 50 Freunde“ oder „Wer ist dein bester Freund von allen“ oder „Wie lauten die für Dich wichtigsten 20 Menschen“. Das sind einige Beispiele.

Was bedeutet es mir persönlich irgendwo in einer Rangliste zu erscheinen? Ist das für mein Selbstwertgefühl so wichtig? Warum wollen wir besser als andere sein?

Wer in irgendeiner Rangliste mal die Nr. 1 war, weiß wie kurzzeitig diese Position ist und mühsam, diese zu behalten. Außerdem ist es oft sehr fragwürdig, wie diese „Rankings“ zusammengestellt werden.
Mein persönlicher Wert ist unabhängig von einer Rangliste. Mir ist es nicht wichtig, wie viele facebook-Freunde ich habe oder wie viele mich kontaktieren.

In meinem realen Freundeskreis gibt es keine Rangliste. Jeder ist mir gleich wichtig und bedeutsam, auch wenn der Kontakt aus verschiedenen Gründen manchmal nicht so intensiv sein kann..

Welche Blume ist hier die schönste? – Foto: Gerd Taron

Das Vergleichen ist das Ende des Glücks,
und der Anfang der Unzufriedenheit…

Søren Kierkegaard

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Rüdesheim am Rhein – Foto: Gerd Taron

Die sieben Weltwunder

Eine Schulklasse wurde gebeten zu notieren, welches für sie die Sieben Weltwunder wären.

Folgende Rangliste kam zustande:
Pyramiden von Gizeh
Taj Mahal
Grand Canyon
Panamakanal
Empire State Building
St. Peters Dom im Vatikan
Große Mauer China

Die Lehrerin merkte beim Einsammeln der Resultate, dass eine Schülerin noch am Arbeiten war.
Deshalb fragte sie die junge Frau, ob sie Probleme mit ihrer Liste hätte.

Sie antwortete: „Ja. Ich konnte meine Entscheidung nicht ganz treffen. Es gibt so viele Wunder.“

Die Lehrerin sagte:
„Nun, teilen Sie uns das mit, was Sie bisher haben und vielleicht können wir ja helfen.“

Die junge Frau zögerte zuerst und las dann vor.
„Für mich sind das die Sieben Weltwunder:
Sehen
Hören
sich Berühren
Riechen
Fühlen
Lachen …
… und Lieben.“
Im Zimmer wurde es ganz still.

Diese alltäglichen Dinge, die wir als selbstverständlich betrachten und oft gar nicht realisieren, sind wirklich wunderbar. Die kostbarsten Sachen im Leben sind jene, die nicht gekauft und nicht hergestellt werden können.

gefunden auf der Seite: lichtkreis.at

Foto: Gerd Taron

Nicht die Gruppe,
zu der du dich zählst;
nicht der Reichtum,
den du angehäuft;
nicht die Macht,
die du erkämpft;
nicht das Wissen,
das du erworben;
nicht das Ansehen,
das dir entgegengebracht wird,
ist entscheidend.
Entscheidend ist,
dass du auf andere Menschen zugehst,
sie wahr- und annimmst,
deinen Teil beiträgst,
verantwortungsvoll handelst,
bist, was du sein kannst,
liebst,
dein Leben lebst und
Menschlichkeit förderst

Elfi Egger

Foto: Gerd Taron

Genießen heißt: ganz in der Gegenwart sein. Wer ständig vergleicht, kann das, was er gerade erlebt, nicht mit allen Sinnen genießen. Sein ständiges Vergleichen hindert ihn daran, sich auf das einzulassen, was gerade ist.

Anselm Grün

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Wie viel ruhiger würde unser Leben,
wenn wir uns
nicht hetzen und drängen ließen;
nicht meinten,
alles hänge von uns ab;

wie viel entspannter würde unser Leben,
wenn wir darauf verzichteten,
uns mit anderen zu vergleichen;
uns nicht Ziele setzten,.
die außerhalb unserer Möglichkeiten liegen;

wie viel wesentlicher würde unser Leben,
wenn wir darauf vertrauen würden,
dass wir sein dürfen wie wir sind
und wachsen ließen,
was in uns angelegt ist.

Wie viel schöner würde unser Leben,
wenn wir in uns und unseren Mitmenschen
das ganz Besondere und Einmalige sehen
und einander ermutigen würden,
einfach zu sein?

Max Feigenwinter

Viele genießen jetzt die Ferien. Lassen Sie es sich gut gehen im Kreise Ihrer Lieben.

Ihr/Euer

Gerd Taron

Von der Unzufriedenheit – Literarischer Wochenendgruß vom 14.07.17

Von der Unzufriedenheit – Literarischer Wochenendgruß vom 14.07.17

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

sind Sie zufrieden mit Ihrem Leben? Mir scheint es derzeit, dass fast überall Unzufriedenheit herrscht. Das gilt im Großen wie im Kleinen.
Der Vandalismus und die Zerstörungswut in meiner Kleinstadt bereitet mir immer größere Sorgen. Wo soll das noch hinführen? Was sind die Beweggründe? Wenn ein beliebter Aussichtsturm durch Brandstifter zerstört wird oder Pavillons in Frankfurter Parks?

Das alles geschieht in meiner kleinen Welt. Aber nicht nur hier, sondern auch am vergangenen Wochenende haben es die Menschen in Hamburg erleben und erleiden müssen.

Je unsicherer die Zeiten sind, desto unzufriedener scheinen die Menschen zu werden. Leider gibt es zu viele, die ihre Aggressionen in die falsche Richtung lenken – in Zerstörung oder gar Gewalt gegenüber Mitmenschen. Das macht mich traurig.

Mit den Sonnenblumen-Fotos, die in diesem Wochenendgruß vor dem Text der jeweiligen bekannten und unbekannten Autoren stehen, möchte ich ein Zeichen setzen. Die Natur hat ihre Weise, ihre Zufriedenheit zu zeigen. Daran mögen wir alle uns ein Beispiel nehmen.

Foto entdeckt von Ulrike Fluck

ZUFRIEDENHEIT

Wer immer unzufrieden ist, taugt nichts.
Immer Unzufriedene sind dünkelhaft
und oft boshaft dazu,
und während sie sich über andre lustig machen,
lassen sie selber viel zu wünschen übrig.

Theodor Fontane

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Je reicher die Menschen sind,
desto eher betrachten sie ihre Privilegien und Vorzüge
als eine Selbstverständlichkeit.

Wenn wir uns bester Gesundheit erfreuen
und das Leben uns zudem mit vielen günstigen
Gelegenheiten beschenkt,
nehmen wir diese wahrscheinlich ebenfalls für selbstverständlich,
was nicht gerade unsere Zufriedenheit mehrt.

Zufriedenheit wächst vielmehr aus der Dankbarkeit,
die wir für alle positiven Lebensumstände fühlen.

Wir können nirgendwo zu Hause sein,
wenn wir uns nicht selbst Zuflucht und Heimat sein können,
wenn wir uns nicht entspannen, in uns keine Ruhe finden.

Wo unser Herz ist, fühlen wir uns zu Hause,
nicht wo unser Körper ist.

Deswegen sind wir endlich zu Hause angekommen,
sobald wir unser Herz öffnen,
sobald wir ein Gefühl liebevoller Wertschätzung spüren,
sobald wir dankbar, zufrieden, erleichtert und sorglos sind.

Wenn wir uns so fühlen,
sind wir überall auf diesem Erdball,
ja im ganzen weiten Universum zu Hause.

Ayya Khema

Foto: Gerd Taron

Menschen führen Menschen zum Licht, zu einem neuen Lebensstil: Menschen, die sich befreien lassen von Habsucht und Hass. Menschen, die nicht länger an Gewehrläufe glauben. Menschen, die mit wenig zufrieden sind und Zeit für Dinge haben, die kein Geld bringen. Menschen, die keinen Palast brauchen, um prächtig zu leben, und kein dickes Portemonnaie, um gemeinsam Feste zu feiern. Menschen, die Blumen sehen, die Vögel zwitschern hören, die wie ein Kind spielen und in einem Sessel einschlafen können. Liebe Menschen mit viel Licht in Häusern, in Dörfern und Städten.

© Phil Bosmans (1922 – 2012),
belgischer Ordenspriester,
Telefonseelsorger und Schriftsteller,
›der moderne Franziskus‹

Foto: Gerd Taron

Ich denke, die schönsten Menschen
in dieser Welt sind diejenigen,
die diese einzigartige Mut haben
sie selbst zu sein.
Egal, was jemand sagt,
egal wie viele über sie lachen oder spotten,
sie sind sie selbst, auch wenn sie allein sind.
Sie ändern sich nicht um jemanden zu gefallen
und gemocht zu werden.
Sie lächeln, weil sie glücklich
und zufrieden mit sich selbst sind.
Autor unbekannt

Foto: Gerd Taron

Deinen Optimismus in einer Welt voller Pessimisten zu verbreiten,
ist keine Träumerei, sondern ein Geschenk an die Mitmenschen.
Immer wieder aufzustehen, obwohl du hundertmal hingefallen bist,
ist keine Naivität, sondern bezeugt dein tiefes Vertrauen zum Leben.
Zufrieden zu sein, wenn du dich an dem Wenigen erfreust was du hast, ist kein Zeichen von Anspruchslosigkeit, sondern Wertschätzung.
Die Ablehnung anderer ertragen zu können, ohne deine Gelassenheit zu verlieren, ist keine Schwäche, sondern Selbstsicherheit.
Verletzlich zu bleiben statt ein Herz aus Stein zu bekommen
wenn dich jemand verlässt, ist keine Schwäche, sondern eine Stärke.
An das Gute im Menschen zu glauben, ist nicht unrealistisch,
sondern der Sinn deines Daseins.
Der Liebe auch dann zu folgen wenn es schwierig wird, ist keine Dummheit, sondern zeigt das dein Herz größer ist als dein Ego.

Ralf Marohn

Foto: Gerd Taron

Sonnen Blumen
Wohltuende Kühle
auf der Haut
dem Auge
Der Sonne entgegen
dem Uhrzeiger Sinn
am Rande ausufernd
ins helle Blau
gelb im Gemüt
scheinend in ihrer Mitte
die rot leuchtet
zu Gunsten grüner Blätter
dunkel chargierend
sich abzeichnend
die sich halten
schützend
mir gegenüber
Ruhe ausströmen
wellend
wogend im Feld
so weit das Auge reicht
http://www.silvia-kiefer.de

Foto: Gerd Taron

Mögest du die kleinen Geschenke des Tages nicht übersehen:
den Tau auf den Grasspitzen,
den Sonnenschein auf deiner Tür,
die Regentropfen im Blumenbeet,
das behagliche Buckeln der Katze,
das Wiederkäuen der Kuh,
das Lachen aus Kinderkehlen,
die schwielige Hand des Nachbarn,
der dir einen Gruß über die Hecke schickt.
Möge dein Tag durch viele kleine Dinge groß werden.

Irischer Segenswunsch

Ich wünsche Ihnen in diesen schwierigen Zeiten, dass Sie Ruhe und Gelassenheit bewahren.

Ihr/Euer
Gerd Taron

Fernweh – Literarischer Wochenendgruß vom 07.07.17

Fernweh – Literarischer Wochenendgruß vom 07.07.17

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,
kennen Sie das Gefühl, wenn Sie am Bahnhof, in der Abflughalle eines Flughafens oder am Hafen stehen? Packt Sie nicht des Öfteren das Fernweh, die Sie in Ihren Träumen in ferne Gegenden führt?

Heute haben viele die Möglichkeit, ferne Länder zu erkunden. In früheren Zeiten sah das anders aus. Wer kennt sie noch die Aufbruchsstimmung in Zeiten des Wirtschaftswunders in den 1950er und 1960er Jahren? Schlager wie „Zwei kleine Italiener“ oder „Wenn bei Capri die Sonne untergeht“, geben dies in romantischer Verklärung wider.

In Hessen sind gerade Sommerferien. Einige haben Ihren wohlverdienten Urlaub angetreten, andere haben ihn noch vor sich. Denken wir aber auch an die, die sich keinen Urlaub leisten können und für die das Erkunden neuer Gegenden nicht möglich ist.

Foto: Brina Stein (www.brina-stein.de)

Wenn mein Herz auf Reisen geht,
zähle ich die Wolken und sing mit dem Wind.
Tanze im Regen und lach wie ein Kind.
Unbeschwert, losgelöst und frei von allen Sorgen,
träum ich mich zu den Sternen
in die unendliche Weite des Horizonts.
Seelenfrei wie ein Vogel im Wind.
Ein solcher Augenblick schenkt meiner Seele
Zauber und Glück.

Autor unbekannt

Foto: Brina Stein (www.brina-stein.de)

Ich will mit Dir die Segel setzen,
Dir Auftrieb sein. Die Ozeane bereisen,
Worten der Liebe Flügel verleihen.
Unbegrenztheit erleben,
in der Stille vor Anker gehn…
Mit den Möven reisen,
und den Delphinen singen !
Niemals ankommen,
und doch Zuhause sein !
Lass uns schweben,
Wellen schlagen,
Perlen tauchen,
und stets willkommen sein,
wohin der Wind uns treibt.
Ich will fliegen,
auf deinen Wolken,
und Dir auch Sonne sein !
Den Sternen folgen ganz ohne Plan,
nur Liebe sein in all den Fluten,
ganz Dein,
ganz Mein…

Elfi Egger

Foto: Gerd Taron

Der Zug des Lebens
.
Das Leben ist wie eine Reise im Zug.
Vor einiger Zeit las ich ein Buch,
worin das Leben mit einer Zugreise verglichen wurde.
Eine sehr interessante Lektüre.
.
Das Leben ist wie eine Reise im Zug:
Man steigt oft ein und aus, es gibt Unfälle,
bei manchen Aufenthalten angenehme Überraschungen
und tiefe Traurigkeit bei anderen.
.
Wenn wir geboren werden und in den Zug einsteigen,
treffen wir Menschen, von denen wir glauben,
dass sie uns während unserer ganzen Reise
begleiten werden: unsere Eltern.
Leider ist die Wahrheit eine andere.
Sie steigen bei einer Station aus
und lassen uns ohne ihre Liebe und Zuneigung,
ohne ihre Freundschaft und Gesellschaft zurück.
.
Allerdings steigen andere Personen,
die für uns sehr wichtig werden, in den Zug ein.
Es sind unsere Geschwister, unsere Freunde
und diese wunderbaren Menschen, die wir lieben.
Manche dieser Personen die einsteigen,
betrachten die Reise als kleinen Spaziergang.
Andere finden nur Traurigkeit auf ihrer Reise.
Und es gibt wieder andere im Zug,
die immer da und bereit sind, denen zu helfen,
die es brauchen.
.
Manche hinterlassen beim Aussteigen
eine immer währende Sehnsucht.
Manche steigen ein, und wieder aus,
und wir haben sie kaum bemerkt.
Es erstaunt uns, dass manche der Passagiere,
die wir am liebsten haben,
sich in einen anderen Waggon setzen
und uns die Reise in diesem Abschnitt alleine machen lassen.
.
Selbstverständlich lassen wir uns nicht davon abhalten,
die Mühe auf uns zu nehmen, sie zu suchen
und uns zu ihrem Wagon durchzukämpfen.
Leider können wir uns manchmal nicht zu ihnen setzen,
da der Platz an ihrer Seite schon besetzt ist.
Versuchen wir mit unseren Mitreisenden gut auszukommen,
und suchen wir das Beste in jedem von ihnen.
.
Erinnern wir uns daran,
dass in jedem Abschnitt der Strecke
einer der Gefährten schwanken kann
und möglicherweise unser Verständnis braucht.
Auch wir werden öfter schwanken
und es wird jemanden geben,
der uns versteht.
.
Das große Mysterium der Reise ist,
dass wir nicht wissen,
wann wir endgültig aussteigen werden und genau so wenig,
wann unsere Mitreisenden aussteigen werden,
nicht einmal der, der gleich neben uns sitzt.
Ich glaube, ich werde wehmütig sein,
wenn ich aus dem Zug für immer aussteige.
.
Die Trennung von einigen Freunden,
die ich während der Reise traf,
wird schmerzhaft sein.
Meine Liebsten allein zu lassen,
wird sehr traurig sein.
.
Aber ich habe die Hoffnung,
dass irgendwann der Zentralbahnhof kommt,
und ich habe das Gefühl, sie ankommen zu sehen,
mit Gepäck, das sie beim Einsteigen noch nicht hatten.
.
Was mich glücklich machen wird, ist der Gedanke,
dass ich mitgeholfen habe
ihr Gepäck zu vermehren und wertvoller zu machen.
.
Schauen wir darauf, dass wir eine gute Reise haben
und das sich am Ende die Mühe gelohnt hat.
.
Versuchen wir, dass wir beim Aussteigen
einen leeren Sitz zurücklassen,
der Sehnsucht und schöne Erinnerungen
bei den Weiterreisenden hinterlässt.
Ich wünsche allen eine Gute Reise.
.
Verfasser unbekannt,

Foto: Gerd Taron

Es geht doch nichts übers Reisen, wenn man nicht dahin oder dorthin reiset, sondern in die Welt hinein, wie es Gott gefällt! Wie uns aus Wäldern, Bergen, aus blühenden Mädchengesichtern, aus Strömen und alten Burgen das noch unbekannte, überschwengliche Leben ernst und fröhlich aussieht! – Das Leben der meisten ist eine immerwährende Geschäftsreise vom Buttermarkt zum Käsemarkt; das Leben der Poetischen dagegen ein freies, unendliches Reisen nach dem Himmelreich.

Joseph von Eichendorff in „Ahnung und Gegenwart“
Ich wünsche allen einen erholsamen Urlaub. Das kann auch zu Hause sein. Manchmal übersieht man, dass das Gute so naheliegt.

Ihr/Euer

Gerd Taron

Sommer-Neuigkeiten von Taron-Antiquariat – Bücher und mehr

Sommer-Neuigkeiten von Taron-Antiquariat – Bücher und mehr

Liebe Freundinnen und Freunde der Literatur,

es ist Sommer – Zeit zur Ruhe zu kommen. Einige sind bereits in den wohlverdienten Urlaub, andere haben diesen noch vor sich.
Einige der Leser „packt“ in diesen Tagen sicherlich das Fernweh. Das ist für mich Inspiration, mich diesem Thema bei meinem nächsten literarischen Spaziergang zu widmen.

Ein Ort, der sich dafür sehr gut eignet, ist der Frankfurter Hauptbahnhof.

Foto: Gerd Taron

Der Spaziergang findet am
Sonntag, 09.07. ab 14 Uhr. statt.

Hier die weiteren Einzelheiten:

Fernweh – ein literarischer Spaziergang rund um den Frankfurt4er Hauptbahnhof

Geschichten und Gedichte rund um das Reisen.

An verschiedenen Stationen präsentiere ich Geschichten und Gedichte rund um das Reisen. Dazu sind einige besonders interessante antiquarische Schätze

Zu Gast bei diesem Spaziergang wird Astrid Hennies vom Uniscripta-Verlag aus Eppstein sein. Sie liest eine spannende Geschichte aus dem Buch „Main Hauptbahnhof“.

Nach dem Spaziergang besteht die Möglichkeit im gemütlichen Café Nussknacker, Karlsruher Str. 5, zu verweilen. Das Café befindet sich in unmittelbarer Nähe des Frankfurter Hauptbahnhofes – Südseite.
Treffpunkt des Spaziergangs: Frankfurt Hauptbahnhof, Gleis 1 an der Anzeigetafel, Nebenausgang Mannheimer Straße
Kostenbeitrag: 5 Euro

Bis Mitte August werde ich eine kleine Sommerpause einlegen. In dieser Zeit bereite ich meine Veranstaltungen für den Spätsommer und den Herbst vor. Animiert durch eine besondere Bücher-Lieferung wird dabei die Familie Brentano im Fokus stehen.

Zu Beginn des Monats August erfahren Sie dann weitere Einzelheiten.
Ich wünsche allen eine erholsame Zeit..

Mit literarischen Sommergrüßen

Ihr/Euer
Gerd Taron