Leben in der Wattegesellschaft – Literarischer Wochenendgruß vom 31.07.15

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,

vor kurzem las ich in der Juli-Ausgabe des christlichen Magazins „Chrismon“ einen sehr interessanten Artikel über die „Wattegesellschaft“. Darin beschreibt die Journalistin Silke Burmester, unter anderem, dass man (besser wohl Mann/Frau) heute nicht mehr die Dinge beim Namen nennt. Wir werden zu einer „Vorsichtsgesellschaft“. Keinem zu nahe zu treten, weil es ja eventuell den anderen verletzen könnte.

Mir ist das in das vergangenen Wochen bei Reaktionen auf einigen meiner Texten ähnlich ergangen. Da schrieb ich z. B. in einem Beitrag, dass ein Gebäude von einem …. Unternehmer übernommen wurde und habe dabei die Nationalität genannt. Mir wurde „empfohlen“ diese angeblich diskriminierende Herkunftsbezeichnung wegzulassen.

Ein anderes Beispiel: Aus einem alten Buch aus dem Jahre 1931 habe ich Original-Passagen über das „Dicksein“ zitiert. Ich empfand die Wortwahl aus der damaligen Zeit „beruhigend“, weil sie positiv gemeint war vor allem hinsichtlich der „vollen Formen“. So steht es in dem Buch. Aber diese Erwähnung missfiel offensichtlich.

In den heutigen Zeiten soll nach Wunsch einiger (oder vieler?) alles geschlechtsneutral bezeichnet werden. Das ist fast so, als ob es keine Nur-Männer oder Nur-Frauen mehr geben dürfte. Wertfreie Begriffe werden umgedeutet, meist in negativer Hinsicht.

Damit soll es an dieser Stelle genügen. Ein paar Zitate seien als Gedankenanstöße hier weitergegeben.

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Das Glück innerer Freiheit
.
Ich will nie wieder
etwas machen,
mich keinem Leistungsdruck
mehr unterwerfen,
nur um vor denen zu bestehen,
die völlig anders begabt sind
als ich.
.
Zu meiner eigenen Sprache
möchte ich finden
und darin spüren:
In der Treue zu mir selbst
bin ich frei.
.
Christa Spilling-Nöker

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Die Menschen haben, wie es scheint, die Sprache nicht empfangen, um die Gedanken zu verbergen, sondern um zu verbergen, daß sie keine Gedanken haben.
Søren Kierkegaard (1813-55), dän. Theologe u. Philosoph

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Die Mitteilungsmöglichkeit des Menschen ist gewaltig, doch das meiste, was er sagt, ist hohl und falsch. Die Sprache der Tiere ist begrenzt, aber was sie damit zum Ausdruck bringen, ist wichtig und nützlich. Jede kleine Ehrlichkeit ist besser als eine große Lüge.

Leonardo da Vinci (1452-1519), ital. Universalkünstler

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Am unverständlichsten reden die Leute daher, denen die Sprache zu nichts anderem dient, als sich verständlich zu machen.

Karl Kraus (1874-1936), östr. Kritiker, Satiriker, Essayist u. Dramatiker

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Wenn Blumen sprächen,
wären es Worte voller Klarheit und Aufrichtigkeit,
die mein Ohr erreichten.
Ganz ohne Bewertung, Sarkasmus. und Klatsch.

So will ich mich also mit einer Blume unterhalten.

Anne M. Pützer

Ich wünsche Ihnen und mir den Mut, mit unserer Sprache angenehmes und unangenehmes ausdrücken zu dürfen. Eine positive offene Auseinandersetzung und Austausch ist die Grundlage einer guten menschlichen Kommunikation.

Allen denen, die jetzt ihren Urlaub genießen, wünsche ich erholsame Tage – allen anderen genügend Zeit für Stunden der Muße.

Ihr/Euer

Gerd Taron

Kontakt:
Gerd Taron
Langstraße 30
65779 Kelkheim-Fischbach
Tel. +49 (0) 6195-676695
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Die Macht der Zahlen – Literarischer Wochenendgruß vom 24.07.15

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

wenn ich die Medien verfolge, sei es Presse, Funk oder Fernsehen – immer bin ich umgeben von Zahlen. Ein Land bekommt einen neuen Kredit von vielen Milliarden. Eine Marktforschung ermittelt, welche Sendung von wie vielen Zuschauern gesehen wurde.

Überall Umfragen und Studien jeder Art, die mir sagen sollen, was ich glauben soll und was angeblich gut für mich ist.

Aber wie zuverlässig sind diese Erhebungen, die Zahlen, die Statistiken? Wird nicht oft etwas „schöngerechnet“?

Andererseits geben Zahlen Strukturen. Sie können eine Hilfe sein, etwas zu vergleichen. Die Maßeinheiten, die Zeit – sie basieren auf ein Übereinkommen, um die Welt für uns erfassbarer zu machen.

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Die großen Leute lieben nämlich Zahlen. Wenn ihr euch über einen neuen Freund unterhaltet, wollen sie nie das Wesentliche wissen. Sie fragen dich nie: »Wie ist der Klang seiner Stimme? Welche Spiele liebt er am meisten? Sammelt er Schmetterlinge?« Sie wollen lieber wissen: »Wie alt ist er? Wie viele Brüder hat er? Wieviel wiegt er? Wieviel verdient sein Vater?« Erst dann werden sie glauben, ihn zu kennen. Und wenn ihr den großen Leuten erzählt: »Ich habe ein sehr schönes Haus mit roten Ziegeln gesehen, mit Geranien vor den Fenstern und Tauben auf dem Dach …« werden sie sich das Haus nicht vorstellen können. Ihr müsst vielmehr sagen: »Ich habe ein Haus gesehen, das hunderttausend Franken wert ist.« Dann kreischen sie gleich: »Oh, wie schön!«
Aus: Der kleine Prinz von Antoine de Saint-Exupéry

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Schafherde bei Flörsheim – Foto: Gerd Taron

Ich wundere mich, dass man für Träume noch nicht zahlen muss. Träume sind ja eine Art Fernsehen im Schlaf.
Alberto Sordi (*1920), ital. Filmkomiker

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Innenhof Abtei St. Hildegard in Rüdesheim
Foto: Wonderful photoART – by Marina Rupprecht

Wenn man die Weltbevölkerung auf ein 100 Seelen zählendes Dorf reduzieren könnte und dabei die Proportionen aller auf der Erde lebenden Völker beibehalten würde, wäre dieses Dorf folgendermaßen zusammengesetzt:

57 Asiaten,
21 Europäer,
14 Amerikaner (Nord-, Zentral- und Südamerikaner),
8 Afrikaner.

Es gäbe:
52 Frauen und 48 Männer,
30 Weiße und 70 Nicht-Weiße,
30 Christen und 70 Nicht-Christen,
89 Heterosexuelle und 11 Homosexuelle.

6 Personen besäßen 59% des gesamten Reichtums, und alle 6 kämen aus den USA,
80 lebten in maroden Häusern,
70 wären Analphabeten,
50 würden an Unterernährung leiden.
1 Person wäre dabei, zu sterben,
1 stünde kurz vor der Geburt,
1 besäße einen Computer,
1 (ja, nur eine) hätte einen Universitätsabschluss.

Wenn du heute Morgen aufgestanden bist und eher gesund als krank warst, hast du ein besseres Los gezogen als die Millionen Menschen, die nächste Woche nicht mehr erleben werden.
Wenn du noch nie in der Gefahr einer Schlacht, in der Einsamkeit der Gefangenschaft, im Todeskampf der Folter oder im Schraubstock des Hungers warst, geht es dir besser als 500 Millionen Menschen.

Wenn du zur Kirche gehen kannst, ohne Angst haben zu müssen bedroht, gefoltert oder getötet zu werden, hast du mehr Glück als 3 Milliarden Menschen.

Wenn du Essen im Kühlschrank, Kleider am Leib, ein Dach über dem Kopf und einen Platz zum Schlafen hast, bist du reicher als 75% der Menschen dieser Erde.

Wenn du Geld auf der Bank, in deinem Portemonnaie und im Sparschwein hast, gehörst du zu den privilegiertesten 8% dieser Welt.

Wenn deine Eltern noch leben und noch verheiratet sind, bist du schon wahrlich eine Rarität.

Wenn du diese Seite lesen kannst, bist du ebenfalls gesegnet, weil du nicht zu den zwei Milliarden Menschen gehörst, die nicht lesen können.

(Diese Gedanken basieren auf Berechnungen von Dr. Philip Harter von der Medizinischen Fakultät der Stanford-Universität, Kalifornien.)

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Foto: Wonderful photoART – by Marina Rupprecht

Das Wissen um Phänomene, die sich einer statistischen Erfassung entziehen, macht gelassen gegenüber falschen Sorgen über die Allmacht der Zahlen oder gar der Zahlensammler.
Edzard Reuter (*1928), dt. Topmanager, 1987-95 Vorstandsvors., 1995-96 AR-Mitgl. Daimler-Benz AG

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Die Wendeltreppe – Krimibuchhandlung und Antiquariat in Frankfurt-Sachsenhausen
Foto: Wonderful photoART – by Marina Rupprecht

Bibliotheken rechnen sich nicht, aber sie zahlen sich aus.
Unbekannt

An diesem Wochenende beginnen in Hessen die Schulferien. Ich wünsche Ihnen, dass Sie die Ferienzeit genießen können. Der Wochenendgruß macht keinen Urlaub, sondern erscheint am kommenden Freitag wieder.

Ihr/Euer
Gerd Taron
Zwei Veranstaltungshinweise in eigener Sache:
Samstag, 25.07.15 – 16:00 Uhr – nur bei schönem Wetter

Literarischer Stadt-Spaziergang in Kelkheim im Taunus
Stille Orte in einer lebendigen Stadt

Treffpunkt: Viola’s Bücherwurm, Bahnstraße 13, Kelkheim
Kostenbeitrag: 5 Euro

Sonntag, 26.07.2015 – ab 15:30 Uhr – Literarischer Nachmittag bei Kaffee und Kuchen im Café-Lounge Jasmin in Frankfurt-Fechenheim, Alt-Fechenheim 80
Es war einmal – Fundstücke aus alten Büchern
Aus alten Büchern präsentiere ich originelle und originale Passagen über Themen, die die Menschen damals und auch heute beschäftigen.

Kontakt:
Gerd Taron
Langstraße 30
65779 Kelkheim-Fischbach
Tel. +49 (0) 6195-676695
E-Mail: verkauf@taron-antiquariat.de oder taron-antiquariat@gmx.de

Bunte Lesung auf zwei Beinen

Mit Anne Zegelman und ihrem Buch „Frankfurt liebt dich!“ auf Tour

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Frankfurt, 18.07.15

Es war heiß, die Stadt voller bunter Menschen. Ungewöhnliche Bedingungen für eine ungewöhnliche Lesung. Insgesamt 20 Beine machten sich mit Anne Zegelman, der Autorin des Buches von „Frankfurt liebt dich“, auf den Weg durch die Innenstadt der Frankfurter City.

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Begleitet wurde sie musikalisch von Michael Forst, der der Lesung mit seiner Ukulele eine besondere Note gab.

Anne Zegelman und Michael Forst im Bethmannpark– als literarisch-musikalisches Duett

Treffpunkt der Walking-Tour war der Bethmannpark, einem idyllischen gelegenen Park im Herzen von Frankfurt.

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Wenige Schritte weiter die erste Station an einem Graffiti-Haus gegenüber vom Eingang des Bethmann-Parks.

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2. Station: ein Weiher in der Friedberger Anlage

Eine Leseprobe aus dem Buch, findet die interessierte Leserin, der interessierte Leser hier:
http://www.societaets-verlag.de/sites/default/files/zegelman_frankfurt_liebt_dich_leseprobe.pdf

Über die Konstablerwache durch das Menschengewühl ging es hoch hinaus – auf das Dach der Zeilgalerie. Dieses spielt in dem Buch eine wichtige Rolle – aber das sollte Mann/Frau selbst einmal nachlesen.

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Die Protagonisten im Bild auf der Zeilgalerie – unten von links: Michael Forst, Anne Zegelman und Marina Rupprecht, die die Tour fotografisch begleitete und die schönen Fotos zur Verfügung stellte.

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Über den Eisernen Steg mit seinen vielen Liebesschlössern, die in dem Buch ebenfalls von größerer Bedeutung sind, endete die Lesung in der Buchhandlung „Die Wendeltreppe“ in Frankfurt-Sachsenhausen.

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Buchhandlung „Die Wendeltreppe“ – Krimibuchhandlung und Antiquariat
Frankfurt-Sachsenhausen, Brückenstraße 34, Tel. 069-611341
http://www.die-wendeltreppe.de/

Eine kurzweilige Lesung ging viel zu schnell zu Ende.
Wer mehr über das sehr schön geschriebene Buch erfahren möchte, ist hier richtig:
https://dezembra.wordpress.com/buch/

Gerd Taron

Fotos: Wonderful photoART – by Marina Rupprecht
Internet:
http://wonderfulphotoart.blogspot.de/
oder: https://schillersnachtcafe.wordpress.com/
oder: https://www.facebook.com/WonderfulPhotoART?__mref=message_bubble
Genehmigung und Weitergabe nur mit ausdrücklicher Genehmigung gestattet.

Sommer-Termine – Taron-Antiquariat – Bücher und mehr

Taron – s Kultur-Literatur-Neuigkeiten Nr. 9 vom 20.07.2015

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Brunnen – Stadtmitte Kelkheim-Süd – Foto: Gerd Taron

Liebe Kultur- und Literaturfreunde,

am kommenden Wochenende beginnen in Hessen die Sommerferien. Einige werden dann in den Erholungsurlaub aufbrechen – bei anderen folgt der Urlaub oder bleibt zu Hause. Für alle Daheimgebliebenen gibt es in der Ferienzeit ein literarisches und abwechslungsreiches Programm.

Nachstehend eine Übersicht:

Samstag, 25.07.15 – 16:00 Uhr

Literarischer Stadt-Spaziergang in Kelkheim im Taunus
Stille Orte in einer lebendigen Stadt

Treffpunkt: Viola’s Bücherwurm, Bahnstraße 13, Kelkheim
Kostenbeitrag: 5 Euro

Sonntag, 26.07.2015 – ab 15:30 Uhr – Literarischer Nachmittag bei Kaffee und Kuchen im Café-Lounge Jasmin in Frankfurt-Fechenheim, Alt-Fechenheim 80
Es war einmal – Fundstücke aus alten Büchern
Aus alten Büchern präsentiere ich originelle und originale Passagen über Themen, die die Menschen damals und auch heute beschäftigen.

Ab 02.08. startet die literarische Sommer-Tour im Rheingau und in Mainz.

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Wallfahrtskirche in Rüdesheim-Eibingen

Foto: Wonderful photoART – by Marina Rupprecht

Sonntag, 02.08.2015 – 14:30 Uhr
Auf den Spuren von Hildegard von Bingen im Rheingau
Von der Wallfahrtskirche zur Abtei St. Hildegard zurück nach Rüdesheim am Rhein

Sonntag, 09.08.2015 – 14:30 Uhr
Auf den Spuren von Marc Chagall und seinen Schülern in Mainz
Ein Gang durch die Altstadt zu St. Stephan und später zum Dom in Mainz

Sonntag, 16.08.2015 – 12:00 Uhr und 14:00 Uhr
Auf den Spuren der Franziskaner – das Kloster Marienthal im Rheingau, die älteste Wallfahrtskirche im Rheingau
Die gehfreudigen unter den Teilnehmern können mit mir vom Bahnhof Geisenheim zu Fuß zum Kloster wandern. Dort treffen wir dann gegen 14 Uhr auf die Autofahrer, die auf die Pilgergruppe warten.
Kostenbeitrag jeweils 10 Euro

Ich freue mich auf ein Wiedersehen oder Kennenlernen und viele schöne Begegnungen.

Ihr/Euer

Gerd Taron

Kootakt:
Gerd Taron
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Früher war alles besser – Literarischer Wochenendgruß vom 17.07.15

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,

in den vergangenen Wochen begegnet mir immer wieder der bekannte Satz „Früher war alles besser.“ Viele sehnen sich nach der guten „alten Zeit“ zurück. Ist es nur Nostalgie? Ist es eine Sehnsucht nach einer Zeit, wo alles angeblich gut war, wogegen heute alles heute so unruhig und unsicher geworden ist?

In diesen Tagen sind mir nach einer neuerlichen Bibliotheksauflösung wieder Bücher aus der „guten alten Zeit“ zum Vorschein gekommen.
Was mir dabei auffiel: Probleme, über die wir uns heute beklagen, gab es auch in früheren Zeiten, manche ähneln denen von heute. Zwei Beispiele aus dem Buch „Neuzeitliche Hauswirtschaft“ aus dem Jahre 1931: Schlank bleiben und nicht dick werden, diverse Diäten zum Abnehmen. Oder eine Analyse über den „Schönheitswahn“ – gegen „Magersucht“.

Einige Zitate mögen uns ebenfalls zum Nachdenken anregen.

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Burg Königstein im Taunus – Foto: Gerd Taron

Die Vergangenheit sollte ein Sprungbrett sein,
nicht ein Sofa.
(Harold Macmillan)

Wir sehnen uns nicht nach bestimmten Plätzen zurück,
sondern nach Gefühlen, die sie in uns auslösen.

Autor unbekannt

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Sehnsucht
Es schienen so golden die Sterne,
Am Fenster ich einsam stand
Und hörte aus weiter Ferne
Ein Posthorn im stillen Land.
Das Herz mir im Leib entbrennte,
Da hab ich mir heimlich gedacht:
Ach, wer da mitreisen könnte
In der prächtigen Sommernacht!
Zwei junge Gesellen gingen
Vorüber am Bergeshang,
Ich hörte im Wandern sie singen
Die stille Gegend entlang:
Von schwindelnden Felsenschlüften,
Wo die Wälder rauschen so sacht,
Von Quellen, die von den Klüften
Sich stürzen in die Waldesnacht.
Sie sangen von Marmorbildern,
Von Gärten, die überm Gestein
In dämmernden Lauben verwildern,
Palästen im Mondenschein,
Wo die Mädchen am Fenster lauschen,
Wann der Lauten Klang erwacht
Und die Brunnen verschlafen rauschen
In der prächtigen Sommernacht. –
Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff (1788 – 1857),
deutscher Dichter, Novellist und Dramatiker

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Bad Soden, Quellenpark – Foto: Gerd Taron

Mein Leben ist jeder Moment meines Lebens. Es ist nicht ein Höhepunkt der Vergangenheit.
(Hugh Leonard)

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Sonnenuhr am Rettershof im Taunus – Foto: Gerd Taron

Die größten Geschenke sind oft die,
die von alleine in dein Leben kommen.
Ich wünsche dir viele Geschenke
und große Freude beim Auspacken.
Ich wünsche dir offene Augen.
Einen Blick auf das Gute, dass dir begegnet
und ein wenig Muße
um auf alles Schöne zu blicken,
dass du in der Vergangenheit
in deinem Leben geschenkt bekommen hast.
Und dass du erkennst,
welches Geschenk das Leben selbst ist ღ♥

– Luc de Clapiers Vauvennargues –

Ich wünsche Ihnen in den Wirren und Unruhe der heutigen Zeit, dass Sie den Blick auf das Jetzt nicht verlieren.
Ihr/Euer
Gerd Taron

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Von Herzen – Literarischer Wochenendgruß vom 10.07.15

Liebe literarische Herzensfreunde,

mit dieser etwas ungewöhnlichen Anrede an meine Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes möchte ich Sie diesmal begrüßen.
„So weit die Füße tragen.“ Dieses Zitat steht sinnbildlich für mein Unterwegs-Sein durchs Leben und durch meinen abwechslungsreichen Alltag.

Bei meiner morgendlichen Zeitungsrunde habe ich auf dem Asphalt vor einer Haustür diese Kreidezeichnung eines Kindes entdeckt:

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Es hat mich sehr berührt und später habe ich nach Ende meiner Tour noch schnell dieses Foto gemacht.

Nur Worte, die von Herzen kommen, haben die Kraft, über ihren Schatten springen zu können.

(Ernst Ferstl)

Um einen Stein zu zertrümmern, braucht man einen Hammer,
aber um eine kostbare Vase zu zerbrechen,
genügt eine flüchtige Bewegung
und um das Herz eines Menschen zu treffen,
genügt oft ein einziges Wort…..

(Eugen Drewermann)

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Ein „Natur-Herz“ – entdeckt bei einer Wanderung am Atzelberg-Turm in Kelkheim-Eppenhain – Foto: Gerd Taron

Einfachheit ist die Sprache des Herzen`s,
und erfolgt nicht nur durch Worte,
sondern auch durch kleine Gesten.
Wer aus dem Herzen spricht,
wird selten missverstanden.
ANTONIO CURNETTI

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Auch das ist Kunst, ist Gabe Gottes:
aus ein paar sonnenhellen Tagen,
sich soviel Licht ums Herz zu tragen,
dass, wenn der Sommer längst verweht,
das Leuchten immer noch besteht.

Johann Wolfgang von Goethe

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Abtei St. Hildegard in Rüdesheim-Eibingen – Ein „Wolken-Herz“ – Foto: Gerd Taron

Geh wohin Dein Herz Dich trägt

Und wenn sich dann
viele verschiedene Wege vor Dir auftun,
und Du nicht weisst,
welchen Du einschlagen sollst,
dann überlasse es nicht dem Zufall,
sondern setze Dich hin und warte,

atme so tief und vertrauensvoll,
wie Du an dem Tag geatmet hast,
als Du auf die Welt kamst.
lass Dich von nichts ablenken,
warte, warte noch ein wenig,
lausche still und schweigend auf Dein Herz.

Und wenn es dann zu Dir spricht,
dann steh auf und geh,
geh, wohin Dein Herz Dich trägt.

Susanne Tamaro, “Va dove ti porta il coure”
(“Geh wohin Dein Herz Dich trägt”)

Ich wünsche Ihnen ein Wochenende an dem Sie Ihr Herz sprechen lassen. Ihrer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Ihr/Euer
Gerd Taron

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Von der Verantwortung – Literarischer Wochenendgruß vom 03.07.15

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,

in den letzten Tagen und Wochen hatte ich im meinem engeren Umfeld viele Gespräche über das Übernehmen oder Abgeben von Verantwortung. Das Thema beschäftigt mich aufgrund auch meiner eigenen Lebensgeschichte immer wieder. Daher liegt es nahe, sich in dieser Ausgabe damit zu beschäftigen.

Es gibt einerseits immer weniger Menschen, die bereit sind Verantwortung zu übernehmen. Dies betrifft alle Bereiche des menschlichen Miteinanders. „Lass lieber andere machen“ oder „ich traue mich nicht“ sind oft verwendete Worte, um keine Verantwortung für Aufgaben zu übernehmen.

Andererseits wird es immer beliebter, die Verantwortung abzuschieben: Auf Eltern, auf Lehrer oder Erzieher, auf Therapeuten, auf Unternehmensberater usw. Und wenn alles nicht hilft, ist dann der Computer „schuld“.

Warum sind wir, bin ich, so wenig bereit, selbst Verantwortung für mein Handeln, für mein Leben zu übernehmen? Ist es Bequemlichkeit, Angst vor „falschem“ Handeln, oder gibt es andere Gründe?
Einige Gedankenanstöße mögen die nachfolgenden Texte geben.

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Wallfahrtskirche Rüdesheim-Eibingen – Foto: Gerd Taron

Wer entscheidet, ist frei
Zu entscheiden
und gewisse Werte zu setzen,
macht frei.
Nicht frei von Umständen,
aber frei, auf meine Weise
auf diese Umstände zu reagieren.
Freiheit wird uns nicht gegeben,
sie kommt aus uns selbst.
Sie liegt nicht herum,
sondern sie entsteht,
indem wir die Verantwortung für uns selbst
ganz übernehmen, ohne Abstriche,
ohne geheime Schuldzuweisungen,
ohne mildernde Umstände,
ohne Ausreden und Erklärungen,
ohne Vorwürfe gegen Gott und die Welt.
Da entsteht das Wunder eines freien Lebens.

Ulrich Schaffer

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Nicht die Gruppe,
zu der du dich zählst;
nicht der Reichtum,
den du angehäuft;
nicht die Macht,
die du erkämpft;
nicht das Wissen,
das du erworben;
nicht das Ansehen,
das dir entgegengebracht wird,
ist entscheidend.
Entscheidend ist,
dass du auf andere Menschen zugehst,
sie wahr- und annimmst,
deinen Teil beiträgst,
verantwortungsvoll handelst,
bist, was du sein kannst,
liebst,
dein Leben lebst und
Menschlichkeit förderst !

Elfi Egger

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Es ist so bequem, unmündig zu sein. Habe ich ein Buch, das für mich Verstand hat, einen Seelsorger, der für mich ein Gewissen hat, einen Arzt, der für mich Diät beurteilt, und so weiter, so brauche ich mich ja nicht selbst zu bemühen.
Immanuel Kant (1724 – 1804), deutscher Philosoph

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Wer sich fürchtet, Verantwortung zu übernehmen, wird immer mehr der Willkür anderer preisgegeben, und muß zusehen, wie der größere Gewinn aus seinen Fähigkeiten Fremden zufließt.
Prentice Mulford (1834 – 1891, auf einem Boot vor Long Island treibend), US-amerikanischer Journalist, Erzieher, Goldgräber und Warenhausbesitzer

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Innenhof Abtei St. Hildegard Rüdesheim – Foto: Gerd Taron

Sei stark und gerüstet auf jedem Gebiet und pflege das Leben, wo du es antriffst. Bekümmere dich um die Deinen und halte dich selber aufrecht, auf daß dein Herz erleuchtet werde in der Sonne. Gib die Sorge für die dir Anvertrauten nicht auf.

Hildegard von Bingen (1098 – 1179), deutsche Mystikerin, Äbtissin und Naturwissenschaftlerin, katholische Heilige

Ich bin für mich und mein Leben, mein Handeln selbst verantwortlich. Dies habe ich manchmal schmerzlich erfahren und lernen müssen.
Für das heiße Wochenende wünsche ich Ihnen, dass Sie den Sommer genießen können, an welchem Ort auch immer.

Ihr/Euer
Gerd Taron

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