Schätze entdecken – Literarischer Wochenendgruß vom 22.09.17

Schätze entdecken – Literarischer Wochenendgruß vom 22.09.17

Liebe literarische Freunde des Wochenendgrußes,

in meinem Heimatort war in diesen Tagen wieder Sperrmüll-Tag. Zeit sich von überflüssigem zu trennen. Doch dabei entdeckt Mann/Frau längst entschwundene Schätze auf wundersame Weise. Und manchmal treten alte Familiengeschichten wieder hervor, wie ich aus meinem Umfeld erfahren durfte.

Derzeit bin ich noch immer dabei, meinen eigenen Bücherschatz zu sichten. Immer wieder kommt es dabei zu neuen Überraschungen. Wenn möglich, werde ich die Bezieher des literarischen Wochenendgrußes daran teilhaben lassen.

Es gibt aber nicht nur geistige Schatzentdeckungen, sondern auch kulinarische wie die nachfolgenden Fotos es beweisen.

Stadtbibliothek Königstein im Taunus – Foto: Gerd Taron

Vom Suchen und Finden

Wenn jemand sucht,
dann geschieht es leicht,
dass sein Auge nur noch das Ding sieht,
das er sucht,
dass er nichts zu finden,
nichts in sich einzulassen vermag,
weil er nur an das Gesuchte denkt,
weil er ein Ziel hat,
weil er vom Ziel besessen ist.

Finden aber heißt:
frei sein, offen stehen,
kein Ziel haben.

Hermann Hesse

Buchhandlung Shakespaere und So in Mainz – Foto Gerd Taron

Es gibt Menschen,
die suchen ihr Leben lang
nach Etwas, was sie
nicht sehen können,
nicht fühlen
und
ahnen.
Sie erdenken es,
brauchen es,
sie wollen es,
fordern es,
finden keinen Frieden.
Und in dem Moment,
wo sie begreifen,
dass sie es bereits
lange in den Händen
hielten, geht es still
und es wird niemals
mehr so sein.

Anja Schindler

Buchhandlung Herr in Kelkheim/Taunus – Foto: Gerd Taron

Manchmal liegt ein Schatz neben unserem Weg,
versteckt in einem Menschen, einem Gedanken,
in etwas Unscheinbarem.
Welch Glück, den Wert dann zu erkennen und aufzuheben
und nicht weiter einer Illusion zu folgen.

Ulrich Schaffer

Buchhandlung Viola’s Bücherwurm in Kelkheim

Foto: Petra Krenzer

Wenn du etwas genau und lange ansiehst,
dann entdeckst du Dinge,
die für die anderen unsichtbar sind.
Die meisten Menschen machen den Fehler,
dass sie versuchen,
etwas ganz Besonderes zu sehen,
wo es doch nur darum geht,
das Offensichtliche
wirklich zu entdecken…..

Rabbi Shelomo ben Yitzhaki

Foto: Gaby Schaefer

MEIN SCHATZ.

Ich öffne das Kästchen
und betrachte voller Freude
meine Schätze.
Da funkeln wie Gold
die Liebe von und zu Menschen und Tieren.
Es glitzern wie Diamanten
langjährige, teure Freundschaften.
Da schimmern wie vielfarbige Edelsteine
Aufmerksamkeit, Geborgenheit,
Verlässlichkeit, Zärtlichkeit
und Gesundheit.
Ich fühle mich reich!

(C) Anne M. Pützer

Ich wünsche Ihnen ein entdeckungsfreudiges Schatz-Wochenende.

Ihr/Euer
Gerd Taron

Zwei Anmerkungen in eigener Sache:
Samstag, 23.09.17 – 16 Uhr – Literarischer Herbst-Spaziergang am Rettershof
Einen Bericht über eine sehr schöne Lesung mit meinem Freund und Kollegen Thomas Berger:

https://gerdtaronantiquariat.wordpress.com/2017/09/20/einkehren-bei-worten-im-gasthaus-lyrisches-mit-dem-kelkheimer-autor-thomas-berger/

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Mahnung – Karin Schneider-Jundt

                                                                            

                       M a h n u n g

 

1.     Manchmal in verborg‘nen Stunden

fragst du: „Was hab ich gefunden

in den Jahren meines Lebens.

Meine Suche war vergebens.

Fand den Schatz des Lebens nie!“

                                    Weißt du denn wie Nektar schmeckt?

                                    Wo die Raupe sich versteckt?

                                    Hörst du leis‘ die Feen raunen?

                                    Öffnest du dein Herz voll Staunen?

                                    Das sind Schätze, die besteh´n!

 

2.     Du denkst nur an deine Arbeit

und erkennst nicht deine Starrheit.

So viel Schönes geht verloren

und dein Herz ist fast erfroren.

Greife nach der Lebenskraft!

                                    Fühlst du Moos auf nackter Haut?

                                    Ist dir Zittergras vertraut?

                                    Tanzt du still im Sternenlicht?

                                    Weinst du, wenn ein Traum zerbricht?

                                    Das sind Schätze, die besteh´n!

 

3.     Du hast nie gelernt zu leben,

dich dem Nichtstun hinzugeben,

um der Seele Kraft zu spenden.

Halte sie in sanften Händen,

denn sie ist dein kostbar‘ Gut!

                                    Hörst du, wie die Lerche singt?

                                    Wie der Wind dir Sehnsucht bringt?

                                    Fühlst du, wie ein Baum dich stärkt?

                                    Wie die Blume dich bemerkt?

                                    Das sind Schätze, die besteh´n! 

 

4.     Du hast nie gelernt zu träumen,

meinst das Leben zu versäumen.

Du vergisst, nur im Genießen

kann sich Kraft in dich ergießen.

Trinke sie so oft du kannst!

                                    Weißt du noch wie Erde riecht?      

                                    Wo der Otter sich verkriecht?

                                    Glitzert Tau auf deinem Fuß?

                                    Hörst du auf der Schwäne Ruf?

                                    Das sind Schätze, die besteh´n!

 

5.     Lerne dich doch selbst zu kennen.

Nicht den andren nachzurennen.

Liebe dich mit Haut und Haaren.

Lerne dich vor Trug bewahren.

Sag´ auch mal energisch „nein“!                       

                                  

 

 

 

                                   Siehst du deine Schönheit  blüh‘n?

                                   Fühlst du dich vor Liebe glüh‘n?

                                   Wirst du Lachen und Gebet?

                                   Spürst du, wie dein Herz erbebt?

                                   Das sind Schätze, die besteh´n!

 

6.     Es gibt ein Gesetz im Leben:

Nur wer nehmen lernt, kann geben.

Darum neide nicht und klage,

sondern öffne dich und wage!

Nimm dein Glück selbst in die Hand!   

                                   Wiege dich in einem Baum.

                                   Spiele dich in einen Traum.

                                   Singe laut vor Lebenslust.

                                   Gib dem Frosch heut´ einen Kuss,

                                   und du wirst den Himmel seh´n.             

 

Text und Melodie:

Karin Schneider-Jundt

 

 Weitere Informationen unter

http://www.lieder-von-karin-schneider.de/wpKarin/

Aufmerksamkeit – Literarischer Wochenendgruß vom 15.03.13

Liebe Literaturfreunde,

 

auf unserem Weg durch das Leben gilt es aufmerksam zu bleiben – für die Menschen und die Dinge – die uns begegnen.

 

Bei Ernst Bloch heißt es:

 

„Man achte grade auf kleine Dinge, gehe ihnen nach.

Was leicht und seltsam ist, führt oft am weitesten.“

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Im Palmengarten Frankfurt – Foto: Gerd Taron

 

 

„Findest Du einen Menschen, der ruhig ist,

der mit der Gegenwart des Geistes,

mit wahrer Teilnehmung,

mit stillem Bedürfnis hören kann,

der dich nicht leicht unterbricht,

der nicht zwei Fragen auf einmal tut,

die Antwort auf eine gelassen abwartet,

der nicht vorwärts, nicht zurückgreift,

dessen Blick dich nicht geflissentlich fixiert

und niederschlägt

und dem deinigen nicht geflissentlich ausweicht,

und in demselben Grade unnachlässig

und unangespannt ist,

so denke, einen Schatz im Acker,

eine Perle gefunden zu haben.“

 

Johann Kasper Lavater

 

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Blick auf den Altkönig im Taunus – Foto: Gerd Taron

 

 

Ich wünsche allen an diesem Wochenende den Blick für besondere Menschen und besondere Dinge.

 

Mit den besten Wünschen für wunderschöne Begegnungen

 

Ihr/Euer

 

Gerd Taron

Ein besonderer Tipp:

 

Veranstaltungshinweis: Mittwoch, 20.03.2013 um 20:00 Uhr  – Literarisch-kulturelle Impressionen in Frankfurt-Bornheim, Alt Bornheim 32 (Interkulturelle Bühne)
Jannis Plastargias liest aus seinem Buch „Meine Mutter Griechenland“ – Weitere Informationen, auch über den Verein „Lesen und Kultur für alle“ unter http://fundament-lesekultur.de/