Ich bin nur … – vom Wichtig sein – Literarischer Wochenendgruß vom 09.11.18

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,

haben Sie manchmal oder vielleicht gar öfters bewusst oder unbewusst einen Satz bei einem Gespräch begonnen mit „Ich bin nur …“. Vielleicht war es der zu große Respekt gegenüber ihrem Partner oder auch ein zu geringes Selbstwertgefühl, dass Sie dazu hat verleiten lassen.

Es gibt Menschen, die machen sich durch eine solche Aussage zu klein und zu bedeutungslos. Aber sie sind in dieser Gesellschaft genauso wichtig wie prominente Zeitgenossen.

Deshalb möchte ich mit diesem Wochenendgruß allen Menschen Mut machen, ihren eigenen Wert zu erkennen und zu leben.

Foto: Hülya Braun

Die Freude, das Selbstwertgefühl, sich von anderen anerkannt und geliebt zu wissen, sich nützlich und fähig zu fühlen, das sind Faktoren von ungeheurer Bedeutung für die menschliche Seele. Schließlich bilden das Selbstwertgefühl und die Möglichkeit, an einer sozialen Organisation teilzuhaben, lebendige Kräfte. Und das gewinnt man nicht, indem man Lektionen auswendig lernt oder Probleme löst, die nichts mit dem praktischen Leben zu tun haben. Das Leben muss zum zentralen Punkt werden und die Bildung ein Mittel.

Maria Montessori

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Die Leistungen und Talente anderer anerkennen,
ist die Wertschätzung, die man jedem Menschen entgegenbringen sollte,
auch sich selbst.

Elke Bischofs

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Egal wie wunderbar Du bist,
wie hilfreich,
klug,
ehrlich
und
fleißig,
egal wie hart Dein Weg war,
egal wie echt Du bist –
es wird immer Menschen
geben, die niemals
durch Deine Tür
treten werden,
die Dich nicht sehen wollen,
Dich nicht
anerkennen
werden –
denn in jenem Moment,
müssten sie sich ihre
eigene Kleinheit
eingestehen.
Egal wie viele es in Deinem Leben sind –
GEH Deinen WEG,
Du bist ALLES
wert!

Anja Schindler

Foto: Hülya Braun

Ich-Inventur.
Nun steh ich da.
Alles im Außen scheint
schwierig zu sein.
Nichts fühlt sich leicht
oder stimmig an.
Vieles bricht und
zurück bleiben Scherben.
Was ich angeh’,
geh ich wohl nicht
klar genug an.
Es wird erwartet
in alle Richtungen.
Auch ich erwarte, hoffe
und vergesse mich.
Immer wieder.
Nicht nur meine Welt
spielt verrückt.
Auch die große weite Welt,
die um mich herum,
lässt mich jeden Tag
Horrormeldungen,
Tod, Leid und Schmerz
erfahren.
Es nimmt kein Ende.
Ein Teufelskreis.
Schwindel und Übelkeit,
weil es nicht aufhören will.
Es dreht sich und dreht sich.
Nur aber leider nicht im Guten,
sondern im Gefühl der Angst.
In der Angst, nichts mehr
im Griff zu haben.
Ausgeliefert zu sein.
So!
Und spätestens HIER ist STOPP!
Für mich!
Hier ist der Punkt erreicht,
an dem ich entscheide…
Auszusteigen!
Entscheide, inne zu halten und
ruhig zu werden.
Runter zu kommen.
Runter zu mir.
Entscheide, mir meine Macht
zurück zu holen.
Entscheide, keine Marionette
von irgendjemand im Außen zu sein
bzw. zu bleiben.
Entscheide, aus der Angst rauszugehen
und mich wieder mit der Liebe zu verbinden.
Meiner Essenz. Meiner Quelle. Meinem Sein.
Entscheide, wieder bewusst zu werden.
Bewusst darüber, immer entscheiden zu können,
welchen Weg ich im Herzen gehen will,
gehen werde.
Entscheide, mich nicht von Horrormeldungen
bezahlter Medien irreführen zu lassen,
sondern meiner Intuition glauben zu schenken.
Entscheide, meinen Weg, in meinem Tempo und
meinem Gefühl weiter zu gehen.
Ohne mich beirren zu lassen und ohne einzubrechen,
wenn geliebte Menschen sich deshalb verabschieden.
Entscheide, auf mich und meine Gefühle zu hören
und mir dadurch treu zu bleiben.
Aus Selbstliebe und Selbstwertschätzung.
All’ diese Entscheidungen sind Entscheidungen
der Liebe zu mir selbst,
welche goldene Früchte tragen werden.
Nichts bleibt ohne Folge und schon gar nicht
Entscheidungen aus Liebe und in der Liebe.

HERZ in WORT
by Katja Hinder

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Visionäre …
… es gibt sie noch …
oft belächelt
nicht ernst genommen
naiv eingeschätzt …
geringschätzig abgewertet,
gern übersehen …
Menschen, die unbeirrt ihren Weg gehen,
ihrer Linie ohne wenn und aber treu bleiben
zu dem stehen was ihnen alles bedeutet,
in aller Bescheidenheit leben
was ihre Welt ist.
Sie sind anders
auf ihre Weise besonders,
tragen vieles still in sich;
brauchen weder Hektik und Lärm draußen
noch ständiges nach vorn drängeln,
laute Aufmerksamkeit.
Innen drin tobt der Sturm dieser Liebe,
bricht aus in dem was sie lieben zu tun.
Manche staunen,
einige ermutigen, loben,
manche verstummen, ignorieren;
schweigen sich aus.
SIE sehen mehr dahinter,
verstehen, wissen genau…
Der innere Brunnen
sprudelt leidenschaftlich,
ist weiter aktiv,
wird durch alles inspiriert,
hat auch Wert.
In dieser Zeit sind sie selten,
aber es gibt sie noch;
bescheiden, unaufdringlich, zurückhaltend.
Visionäre, die aus sich schöpfen,
unauffällig im Leben stehen,
manche Träume verwirklichen.
Angela Hökkelbjerg

Ich wünsche Ihnen ein Wochenende mit dem Sie im Einklang mit sich selbst sind.

Ihr/Euer

Gerd Taron

Die Kunst, von der Kunst zu leben – Literarischer Wochenendgruß vom 02.11.18

Liebe Literaturfreunde,

in meinem Freundes- und Bekanntenkreis gibt es viele Künstler, sei es im Bereich der Literatur, der Musik, der Malerei oder Schauspiel.

Immer wieder wird die Frage gestellt, ob Mann/Frau davon leben könne. Ist das alles brotlose Kunst?

In der heutigen Zeit ist es schwierig geworden, diese Frage mit „Ja“ zu beantworten. Für private oder auch andere Feiern werden kostengünstige Künstler engagiert, manchmal sogar nur für ein Essen mit Getränke. Gage oder Honorar? Es wird darauf verwiesen, dass man doch eine gute Gelegenheit bekomme sich zu präsentieren und sich daraus sicher neue Auftrittsmöglichkeiten ergeben.

Was ist eine künstlerische Leistung im Zeitalter des Profitstrebens wert?

Die nachfolgenden Texte, insbesondere die Geschichte von Walburga Kliem, mögen zum Nachdenken anregen.

Die Fotos und die Bilder wurden mir aus meinem engeren Freundeskreis zur Verfügung gestellt. Bei den Bildern habe ich die Künstler namentlich erwähnt. Bei den Fotos habe ich darauf verzichtet, da sie beispielhaft für die verschiedenen Künste stehen.

Lampada di Aladino – Bild: Andreina Bonanni

Ich glaube, alle Kunst entsteht, weil sich der Künstler der Welt unsicher ist. Diese Welt passt nicht zu ihm, und er passt nicht in sie, er glaubt, er gehöre nicht dazu. Und deshalb versucht er, sie zu verstehen und für sich zu ordnen. Hemingway schrieb an Scott Fitzgerald: »Wir sind alle von Anfang an verflucht, und Du musst erst furchtbar verletzt werden, bevor Du ernsthaft schreiben kannst. Wer in sich ruht, schreibt kein Buch und malt kein Bild.

Ferdinand von Schirach

Menschenkunst

Erscheint dir Kunst zu ernst,
mit starren Regeln vollgestopft,
die Farben falsch, viel zu grell,
das Licht zu hell,

dann schöpfe aus der eigenen
Kraft, nimm den Mund recht voll,
schreibe, wie dir der Schnabel
gewachsen ist und zeichne und
pinsle, was das Zeug hält

Wenn dir Kritik entgegenbellt,
lass dich nicht beirren, bleib
bei den eigenen Dingen

Sie stecken voll Hitze, voll
samtener Blitze, erschrecken
dich selbst, weil du Verborgenes
erkennst, das machtvoll aus
deinem Inneren drängt

Du bist deine eigene
MenschenKunstTherapie
und keines der Werke
verlässt dich je

Bruni Kantz

Eine wahre Geschichte …

Auf meiner „Geschichtenwanderung 2010“ in der Nähe von Mühlhausen saß ein Geschäftsreisender frühmorgens in der Pension an meinem Tisch. Wir unterhielten uns und er war erstaunt, dass ich erstens den Beruf einer Geschichtenerzählerin habe und dann auch noch wie in alter Zeit auf die Wanderschaft gehe. „Aber Sie müssen doch von irgendetwas leben!“ platzte er heraus.

Ich antwortete: „Irgendwann will ich mal davon leben …“ und dann erläuterte ich noch, dass ich ja einen „zweiten Beruf als Trainerin und Beraterin“ habe und Seminare gebe.

Später habe ich festgestellt, ich war wieder einmal in eine „Denk- und Rechtfertigungsfalle“ geraten. Mir wurde im Nachdenken über diese Situation … und wenn man einfach nur alleine wandert auf einsamen Wegen, dann hat man viel Zeit, nachzudenken … klar:

* Ich habe gar keine zwei Berufe … es gibt für mich nur noch einen einzigen, den der „Erzählkünstlerin“. Das ist das, was ich wirklich machen will und auch tue. Diese Tätigkeit findet sich ganz einfach in der anderen wieder … in meinen Workshops und Coachings tue ich nichts anderes.

* Ich LEBE doch schon davon … Ich habe zwar kein dickes Konto, aber es hat bisher immer gereicht, um alle Ausgaben zu decken … ich lebe nicht in Armut … ich kann stolz auf meine Kinder sehen, bei denen zwar auch nicht alles einfach gelaufen ist … ich kann mich angemessen kleiden und ernähren … ich fühle mich wohl.

Und bestätigt wurde mir das dann einige Kilometer weiter von einer alten Frau, die mich in einem Dorf einfach ansprach. Wir unterhielten uns einige Zeit angeregt im leichten Nieselregen und am Ende sagte sie:

„Wissen Sie, mir ging es heute morgen eigentlich gar nicht gut. Ich fühlte mich krank und elend. Aber ich musste ja mit dem Hund raus. Und ich bin sehr froh, dass ich Sie angesprochen habe. Ich bin froh, dass wir uns so unterhalten haben …“ und dann strahlte sie und fügte hinzu: „Sie haben mich richtig glücklich gemacht!“

Für dieses Lächeln gibt es keinen Betrag auf meinem Konto! (*)

Walburga Kliem

inner landscape – Bild: Lissy Theissen

Jeder Mensch ist ein Künstler

Lass dich fallen.
Lerne Schnecken zu beobachten.
Pflanze unmögliche Gärten.
Lade jemand Gefährlichen zum Tee ein.
Mache kleine Zeichen, die »ja« sagen
und verteile sie überall in deinem Haus.
Werde ein Freund von Freiheit und Unsicherheit.
Freue dich auf Träume.
Weine bei Kinofilmen.
Schaukel so hoch du kannst mit einer Schaukel bei Mondlicht.
Pflege verschiedene Stimmungen.
Verweigere »verantwortlich« zu sein. Tu es aus Liebe.
Mach viele Nickerchen.
Gib Geld weiter. Tu es jetzt. Das Geld wird folgen.
Glaube an Zauberei.
Lache viel.
Bade im Mondlicht.
Träume wilde, phantasievolle Träume.
Zeichne auf Wände.
Lies jeden Tag.
Stell dir vor, du wärst verzaubert.
Kichere mit Kindern.
Höre alten Leuten zu.
Öffne dich, tauche ein, sei frei.
Segne dich selbst. Lass die Angst fallen. Spiele mit allem. Unterhalte das Kind in dir. Du bist unschuldig. Baue eine Burg aus Decken. Werde nass. Umarme Bäume. Schreibe Liebesbriefe.

Joseph Beuys

Wenn Sie beim nächsten Mal einen Künstler bei seinen Auftritten erleben und von ihm oder ihr begeistert sind, honorieren Sie das nicht nur mit Ihrer Eintrittskarte.

Ein kunstvolles Wochenende wünscht Ihnen

Ihr/Euer

Gerd Taron

Zwei Informationen in eigener Sache:

Vom Abschluss der literarischen Freiluftsaison ist in der Taunus-Zeitung ein sehr lesenswerter Artikel erschienen:

http://www.taunus-zeitung.de/lokales/hochtaunus/vordertaunus/Hier-wird-die-Bruecke-zur-Lyrik-geschlagen;art48711,3146542?fbclid=IwAR2oSoqT995z91ISq50MZEpjQ9mYd0X18VyKJOKN7X6yft33IkzpZ9paDs8

Einen ersten Ausblick auf die literarische Freiluftsaison 2019 gibt es hier:

https://gerdtaronantiquariat.wordpress.com/2018/10/31/literarischer-rettershof-2019-ein-ausblick/?fbclid=IwAR0VYtu3w9oiVXOblfGb9ardt3ENia1mnwCg9PRC2TR6S5_hPCCrDfw4K4U

Literarischer Rettershof 2019 – Ein Ausblick

Kelkheim-Fischbach, 31.10.2018

Liebe Freunde der Literatur und die es noch werden wollen,

das Jahr neigt sich dem Ende. Es ist die Zeit, in dem man seine Jahresplanung für 2019 vorbereiten kann.

Die ersten Termine für 2019 habe ich heute mit Claudia Hillebrand vom Landgasthof „Zum fröhlichen Landmann“ festgelegt.

Zum Vormerken hier die Termine 2019:

Sonntag, 24.03.2019 – 15 Uhr – Literarischer Frühlings-Spaziergang
Sonntag, 23.06.2019 – 15 Uhr – Literarischer Sommer-Spaziergang
Sonntag, 29.09.2019 – 15 Uhr – Literarischer Herbst-Spaziergang
Sonntag, 27.10.2019 – 15 Uhr – Abschluss der literarischen Freiluftsaison

Ein besonderer literarischer Höhepunkt ist der Tag für die Literatur im kommenden Jahr.

Am Sonntag, 26.05.2019 ab 14:30 Uhr veranstalten Brina Stein und ich gemeinsam mit hr2-kultur und dem Landgasthof „Zum fröhlichen Landmann“ wieder einen literarischen Spaziergang.

Als Autoren nehmen daran teil: Uta Franck, Franziska Franz, Peter Peters und Brina Stein.

Im Reiterstübchen des Landgasthofes erwarten Sie Paul Pfeffer und Christina Eretier von der Edition Pauer.

Andreina Bonanni wird dort den Nachmittag musikalisch begleiten.

Mit diesen schönen literarischen Ausblicken wünsche ich allen eine lesereiche Zeit.

Ihr/Euer

Gerd Taron

Die Lust am Bösen – Literarischer Wochenendgruß vom 26.10.18

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

in Kürze wird nicht nur bei uns ein gruseliges Fest gefeiert- Halloween. Kinder und Erwachsene maskieren sich und überbieten sich in ihren Kostümen. Frankenstein lässt grüßen.

Aber nicht nur zu diesem „Fest“ begegnet uns das Böse. Es ist allgegenwärtig. Damit meine ich die vielen negativen Nachrichten. Das Genre Krimi erfreut sich großer Beliebtheit, sei es im Fernsehen oder als Buch. Bill Ramsey sang Anfang der 1960er Jahre den Gassenhauer „Ohne Krimi geht die Mimi nicht ins Bett“.

Heute erscheint mir, dass es fast nur Krimis oder Science-Fiction Literatur und Filme gibt. Je mehr Blut fließt, desto erfolgreicher?

Wenn ein neues Buch im regionalen Bereich vorgestellt wird, ist es zumeist ein Krimi. Woher diese Lust kommt, kann ich mir nicht erklären.

In der Frankfurter Neuen Presse erschien vor kurzem eine Glosse unter dem Titel „Mehr Mord, bitte!“ Mir wäre weniger Mord dann doch etwas lieber. Die Krimi-Autoren mögen mir verzeihen, dass ich darauf hinweise, dass es auch andere spannende Bücher und Filme gibt.

Zu diesem Thema habe ich wieder einige Texte ausgesucht. Die Fotos stammen aus diversen Einsendungen und karikieren zum Teil das Thema.

Foto: Gerd Taron

Herbstwind

Hörst Du wie er böse rüttelt,
Blätter von den Bäumen schüttelt,
Fensterläden donnernd schließt und um Häuserecken schießt?

Hörst Du wie die Türen fliegen,
Birken sich wie Knechte biegen,
Regen an das Fenster klopft, es durch jede Ritze tropft?

Hörst Du wie die Spießgesellen,
lauter noch als Hunde bellen,
wie sie jagen durchs Geäst, rüsten sich zum Abschiedsfest?

Hörst Du wie die Krähen krächzen, alte Balken schrecklich ächzen, Rose wechselt letztes Kleid, rüstet schon zur Winterszeit..

© Ute AnneMarie Schuster

Foto: Connie Albers

Und dem Tod soll kein Reich mehr bleiben
Und dem Tod soll kein Reich mehr bleiben.
Die nackten Toten die sollen eins
Mit dem Mann im Wind und im Westmond sein;
Blankbeinig und bar des blanken Gebeins
Ruht ihr Arm und ihr Fuß auf Sternenlicht.
Wenn sie irr werden solln sie die Wahrheit sehn,
Wenn sie sinken ins Meer solln sie auferstehn.
Wenn die Liebenden fallen – die Liebe fällt nicht;
Und dem Tod soll kein Reich mehr bleiben.
Und dem Tod soll kein Reich mehr bleiben.
Die da liegen in Wassergewinden im Meer
Sollen nicht sterben windig und leer;
Nicht brechen die die ans Rad man flicht,
Die sich winden in Foltern, deren Sehnen man zerrt:
Ob der Glaube auch splittert in ihrer Hand
Und ob sie das Einhorn des Bösen durchrennt,
Aller Enden zerspellt, sie zerreißen nicht;
Und dem Tod soll kein Reich mehr bleiben.
Und dem Tod soll kein Reich mehr bleiben.
Keine Möwe mehr darf ins Ohr ihnen schrein
Keine Woge laut an der Küste versprühn;
Wo Blumen blühten darf sich keine mehr regen
Und heben den Kopf zu des Regens Schlägen;
Doch ob sie auch toll sind und tot wie Stein,
Ihr Kopf wird der blühende Steinbrech sein,
Der bricht auf in der Sonne bis die Sonne zerbricht,
Und dem Tod soll kein Reich mehr bleiben.
Erich Frieds Nachdichtung von Dylan Thomas` „And Death Shall Have No Dominion“.

Foto: Gabriele Kindermann

Sage zu dir in der Morgenstunde: Heute werde ich mit einem unbedachtsamen, undankbaren, unverschämten, betrügerischen, neidischen, ungeselligen Menschen zusammentreffen. Alle diese Fehler sind Folgen ihrer Unwissenheit hinsichtlich des Guten und Bösen. Ich aber habe klar erkannt, daß das Gute seinem Wesen nach schön und das Böse häßlich ist, daß der Mensch, der gegen mich fehlt, in Wirklichkeit mit mir verwandt ist, nicht weil wir von demselben Blut, derselben Abkunft wären, sondern wir haben gleichen Anteil an der Vernunft, der göttlichen Bestimmung. Keiner kann mir Schaden zufügen, denn ich lasse mich nicht zu einem Laster verführen. Ebensowenig kann ich dem, der mir verwandt ist, zürnen und ihn hassen; denn wir sind zur gemeinschaftlichen Wirksamkeit beschaffen, wie die Füße, die Hände, die Augenlider, wie die obere und untere Kinnlade. Darum ist die Feindschaft der Menschen untereinander wider die Natur; Unwillen aber und Abscheu in sich fühlen ist eine Feindseligkeit.

Marc Aurel (1, 14), Selbstbetrachtungen

Foto: Melanie Ullrich

Wach werden
Vielleicht ist alles nur
eine Frage des Erwachens.
Wir haben uns mit dem Schlaf abgefunden.
Kafka hat uns schon vor hundert Jahren gesagt,
dass wir nicht Bösewichte, sondern Schlafwandler seien.
Die Musik der Harmlosigkeit hat uns eingeschläfert.
Wir haben viele Schlaftabletten genommen,
von der entmündigenden Religion bis zur nicht integrierten Politik,
vom schlauen Gerede bis zum dummen Getue.
Mit geschlossenen Augen schleichen wir am Abgrund entlang
und wollen die wahre Stimme unseres Herzens nicht hören.
Auf dem Rücken unseres Schlafes
tummelt sich das Unheil der Welt.
An unserem Schnarchen stirbt die Hälfte der Menschen.
Neues zu wagen heißt,
aus dem schrecklichen Schlaf zu erwachen.
Wir brauchen den heilsamen Schreck,
der uns die Augen öffnet,
und sie uns nicht mehr schließen lässt.
Ganz gleich wie wir uns absichern,
herzhaftes, erfülltes Leben bleibt immer ein Wagnis.

Ulrich Schaffer

Foto: Gabriele Kindermann

Wirklich, ich lebe in finsteren Zeiten!
Das arglose Wort ist töricht. Eine glatte Stirn
Deutet auf Unempfindlichkeit hin. Der Lachende
Hat die furchtbare Nachricht
Nur noch nicht empfangen.

Was sind das für Zeiten, wo
Ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist.
Weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt!
Der dort ruhig über die Straße geht
Ist wohl nicht mehr erreichbar für seine Freunde
Die in Not sind?

Es ist wahr: ich verdiene noch meinen Unterhalt
Aber glaubt mir: das ist nur ein Zufall. Nichts
Von dem, was ich tue, berechtigt mich dazu, mich sattzuessen.
Zufällig bin ich verschont. (Wenn mein Glück aussetzt, bin ich verloren.)

Man sagt mir: iß und trink du! Sei froh, daß du hast!
Aber wie kann ich essen und trinken, wenn
Ich dem Hungernden entreiße, was ich esse, und
Mein Glas Wasser einem Verdurstenden fehlt?
Und doch esse und trinke ich.

Ich wäre gerne auch weise.

Bertolt Brecht – Auszug aus „An die Nachgeborenen“

Foto: Connie Albers

LIEBEN NICHT VERGESSEN*

Ein Seifenfabrikant sagte zu einem Engel:
„Die Nächstenliebe hat nichts erreicht.
Obwohl es schon bald zweitausend Jahre gepredigt wird..
ist die Welt nicht besser geworden.
Es gibt immer noch Böses und böse Menschen.“

Der Engel wies auf ein ungewöhnlich schmutziges Kind..
das am Straßenrand im Dreck spielte.. und bemerkte:
„Seife hat nichts erreicht.
Es gibt immer noch Schmutz und schmutzige Menschen in der Welt.“

„Seife“, entgegnete der Fabrikant,
„nutzt nur.. wenn sie angewendet wird.“

Der Engel antwortete:
„Die Nächstenliebe auch.“

(Gispert Kranz)

Ein friedvolles Wochenende wünscht allen
Ihr/Euer Gerd

Den Herbst literarisch zwischen den Zeiten genießen –Spaziergang im Woogtal in Königstein im Taunus

Foto: Gerd Taron

Königstein im Taunus, 21.10.2018

Vor der Kur- und Stadtinformation – Foto: Ira Lenski

Zum Abschluss der literarischen Freiluftsaison trafen sich Freunde der Literatur aus nah und fern, um den Geschichten und Gedichten zum Thema „Zwischen den Zeiten“ im schönen Woogtal zu lauschen.

Mit einem Gedicht, unter anderem von Paul Pfeffer, begaben sich die Teilnehmer bei herrlichstem Traumwetter auf den Weg ins Woogtal.

Später Herbsttag

Noch einmal spielt die Sonne auf den Hängen
mit Farben wie von großen alten Meistern.
Noch einmal kann ihr Spiel mein Herz begeistern,
derweil mich dunkle Ahnungen bedrängen,
dass dieser Rausch schon bald vergehen werde.
Die letzten Früchte modern schon im Grase,
und letzte Rosen welken in der Vase
an meinem Fenster.Schwerer wird die Erde.
Doch heute will der Herbst noch einmal glänzen,
bevor der Winter mir den Tag verdunkelt.
Er lädt die Blätter ein zu wilden Tänzen
und zeigt, wie groß er ist und wie sein Auge funkelt.
Noch einmal will er seine Kraft und Fülle zeigen,
bevor sich seine Tage still dem Ende neigen.

Paul Pfeffer

Auf dem Weg ins Woogtal – Foto: Ira Lenski

An weiteren Stationen wurden Gedichte und Geschichten präsentiert, die alle im Zusammenspiel mit der Natur in den Bann zogen.

Foto: Ira Lenski

Herbstfeuer

In Wald und Garten, Busch und Baum
erglühen leuchtend Herbstes Lichter;
aufflammt ein golden roter Traum,
der Blätter feurige Gesichter.
Als feiere vor langem Darben
in dunkler Nacht und Nebelfang
Natur hier, schwelgend in den Farben,
des Sommers Sonnenuntergang.
Ein hoffnungsvolles Abschiedsfest,
wo Wiedersehen im Erwarten
den Frühling jetzt schon grüßen lässt,
das Leben blühend neu zu starten.

© Text Ingrid Herta Drewing

Foto: Ira Lenski

Abschiedsgedanken

Es trinkt der Teich sich noch an Farben satt,
dem Blau des Himmels, rotem Gold der Bäume,
das sonnig leuchtend dieser Herbsttag hat
geschenkt als Spiegelbild, lässt Phönix träumen.
Hier werden bald die Nebelvögel schwingen,
auslöschen alle Pracht und warmen Glanz,
und Frost wird ihn in blinde Eishaut zwingen,
wo Wasservögel schweben jetzt im Tanz.
Er fühlt es nicht, Natur wird schmerzlos lenken,
doch mir mischt Wehmut sich in meinen Blick,
erschaue Schönes, dennoch weiß mein Denken,
wie endlich hier das Leben, alles Glück.
Doch tröstlich ist der Kreislauf der Natur:
Was hier vergeht, kommt wieder, ruht ja nur!

© Text Ingrid Herta Drewing,

Foto: Ira Lenski

Man muss den Dingen
die eigene, stille,
ungestörte Entwicklung lassen,
die tief von innen kommt,
und durch nichts gedrängt
oder beschleunigt werden kann;
alles ist Austragen –
und dann Gebären.
Reifen wie der Baum,
der seine Säfte nicht drängt
und getrost in den Stürmen
des Frühlings steht,
ohne Angst,
dass dahinter kein Sommer
kommen könnte.
Er kommt doch!
Aber er kommt nur zu den Geduldigen,
die da sind,
als ob die Ewigkeit vor ihnen läge,
so sorglos still und weit.
Man muss Geduld haben,
gegen das Ungelöste im Herzen,
und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben,
wie verschlossene Stuben,
und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache
geschrieben sind.
Es handelt sich darum, alles zu leben.
Wenn man die Fragen lebt,
lebt man vielleicht allmählich,
ohne es zu merken,
eines fremden Tages in die Antwort hinein.

Rainer Maria Rilke

Foto: Ira Lenski

Dabei wurden besondere Bücher vorgestellt – wie hier „Das Tagebuch der Edith Holden – Vom Glück mit der Natur zu leben“.

Foto: Ira Lenski

oder das Buch des Fotografen Bernhard Nollen „ Nutze den Augenblick – Gedanken zur Lebenskunst“ mit Zitaten von Marc Aurel

Foto: Ira Lenski

Mit „Desiderata“ von Max Ehrmann endete ein wunderschöner Tag im Woogtal.

Eine kleine Runde gönnte sich im Eiscafé bei angenehmen Temperaturen ein Eis zum Abschluss.

„Mozart-Becher“ – Foto Gerd Taron

Die literarische Freiluftsaison 2019 wird am Sonntag, 24.03.2019 um 15 Uhr mit einem literarischen Frühlingsspaziergang rund um den Rettershof eröffnet.

Ein wundervolles Jahr mit vielen schönen Begegnungen, nicht nur literarisch, hat einen würdigen Abschluss gefunden.

Gerd Taron

Vom Dienst leisten – Literarischer Wochenendgruß vom 19.10.18

Vom Dienst leisten – Literarischer Wochenendgruß vom 19.10.18

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,

immer wieder lese ich vor allem in den sozialen Medien, wie zum Beispiel facebook, dass Mann/Frau sich über mangelnde Dienstleistungen beschwert. Da werden Pakete nicht oder falsch zugestellt, die Zeitung kommt zu spät, die Bedienung ist angeblich unfreundlich usw. Im öffentlichen Nahverkehr fallen Züge oder Busse wegen Personalmangel aus. In den Krankenhäusern und Seniorenheimen herrscht Pflegenotstand.

Bei allem Verständnis für die Verärgerung: Wer denkt eigentlich an die Menschen, die all diese Dienstleistungen ausüben? Oft werden Paketzusteller, die meistens jung und unerfahren sind, nicht oder nur mangelhaft in ihre Tätigkeiten eingewiesen. Die Bezahlung ist schlecht und die Arbeitsbedingungen meist unzumutbar.

Wenn es um Leben von Menschen geht, ist dies noch viel schlimmer. Dort können die miserablen Arbeitsbedingungen fatale Folgen haben.

Angeblich liegt es am System, wie ich vor kurzem las. Aber das System sind wir! Wir alle können dazu beitragen, dass sich die Bedingungen für die einzelnen, wenn auch nur wenig, verbessern lassen. Die Bedienungsmentalität und Bequemlichkeit ist in unserer Gesellschaft aus meiner Sicht sehr hoch geworden.

Dieser Wochenendgruß soll mit den Texten und Fotos etwas dazu beitragen, ein besseres Verständnis für die Menschen, die in den Dienstleistungsberufen beschäftigt sind, zu gewinnen.

Foto: Gerd Taron

Die vorteilhafteste menschliche Ordnung wäre die,
bei welcher jeder an das Glück der anderen dächte und sich uneingeschränkt dem Dienst für dieses Glück weihte.
Bei einer solchen Einstellung aller erhielte jeder den größten Anteil von Glück.

(Leo N. Tolstoi)

Foto: Gerd Taron

Und wenn ihr nicht mit Liebe, sondern nur mit Unlust arbeiten könnt, dann ist es besser, eure Arbeit zu verlassen, und euch ans Tor
des Tempels zu setzen, um Almosen zu erbitten von denen,
die mit Freude arbeiten.

Khalil Gibran

Foto: Gerd Taron

Lange hast du dir Mühe gegeben
immer da zu sein, ansprechbar, verantwortlich,
zuständig zu sein für das, was anlag,
auch für die Belange anderer,
die eigentlich ihre Verantwortung waren.
Man konnte auf dich zählen,
man wusste, dass du da sein würdest.
Manchmal warst du ausgelaugt,
hattest keine Kräfte mehr,
du hättest die Arbeit an liebsten anderen überlassen,
aber du bliebst,
es gehörte zu deinem Selbstverständnis.
Du wolltest dem stillen Druck ausweichen,
der ungeschrieben dein Leben bestimmte,
aber du hast es nicht geschafft.
Du hast dich selbst
mit deinen Erwartungen festgehalten.
Aber du hast das Recht dich zurückzuziehen.
Du bist nicht weniger wert,
wenn du die Verantwortung nicht übernimmst
und andere machen lässt. Sie sind dran.
Es ist Zeit, an dich zu denken,
die stillen Seiten in dir zu entwickeln,
deine Tiefe auszuloten,
dein Herz besser kennenzulernen.
Du hast ein Recht auf deine Stille,
auf die Entwicklung deiner Einmaligkeit,
auf den Weg, den nur du zu gehen hast.
Das Stille und oft Große in dir
hatte fast nie eine Chance sich zu zeigen,
sich zu entwickeln, ein eigenes Leben zu entfalten.
Es wurde verdrängt vom täglichen Kleinkram
und von Menschen mit einer kleinen, vorsichtigen Sicht
Jetzt ist es dran. Lass es nicht im Stich,
lass dich nicht im Stich. Ein neuer Abschnitt beginnt.
Lass dein schlechtes Gewissen los.
Höre nicht mehr auf die, die es dir mit ihren Sprüchen
schwer machen wollen, einen neuen Weg zu wagen.
Sag ihnen entschieden, dass jetzt sie gefordert sind
und dass du dich auf einem anderen Weg befindest.
Und denke nicht, dass du egoistisch bist –
wenn du an dich denkst, tust du deinen Freunden
einen großen Dienst.
Sie brauchen deine Herausforderung,
deine Abwesenheit, das Erlebnis mit dir,
dass du nicht zu Verfügung stehst.
Dein neues Leben bricht an,
du hast ein großes Recht darauf.
Gib es nicht ab.

Ulrich Schaffer

Foto: Gerd Taron

Eine alte Dame setzt sich in ein Café. Die Kellnerin bringt ihr die Menü-Karte und fragt nach, was sie denn bestellen möchte.
Die alte Dame fragt: „Wie teuer ist bei ihnen ein Stück von der Torte?“
Die Kellnerin antwortet: „5 Euro.“
Die gebrechliche alte Dame holt einige Münzen aus ihrer Tasche und beginnt langsam zu zählen.
Dann fragt sie wieder: „Und wie teuer ist bei ihnen ein einfaches Stück Kuchen?“
Die Kellnerin war etwas gestresst, da sie ja noch viele Tische bedienen musste und antwortete sehr ungeduldig: „4 Euro.“
„Das ist gut, dann nehme ich gerne den einfachen Kuchen“, antwortete die alte Dame.

Die Kellnerin brachte ihr genervt den Kuchen und legte gleich die Rechnung hin. „Immer diese geizigen Leute“, murmelte sie leise vor sich hin.
Die alte Dame aß ganz langsam und genussvoll den Kuchen, stand langsam auf, legte das Geld auf den Tisch und ging.

Als die Kellnerin nun den Tisch aufräumen wollte, stellte sie fest, dass die alte zerbrechliche Dame ihr einen Euro Trinkgeld hingelegt hat.

Sie bekam vor Rührung Tränen in die Augen. Aber es war zu spät, um sich bei der alten Dame zu entschuldigen. Sie begriff schmerzhaft und sich schrecklich fühlend, dass die alte Dame sich mit einem einfachen Stück Kuchen begnügte, um der Kellnerin Trinkgeld zu schenken!

Autor unbekannt

Foto: Brina Stein

Wenn Du weißt, wer Du bist und so lebst, dann ist das für Deine Mitmenschen eine verlässliche Basis. Auf dieser Basis ist gemeinsames Leben und Arbeiten möglich.

Monika Bylitza

Foto: Sabine Barde

Möge dir die Arbeit
nicht schwer von der Hand gehen,
trotz Schwielen und Schrunden.
Dein Lohn auf Erden mag fragwürdig sein,
der Lohn der Ewigkeit ist unumstritten.
Irischer Segenswunsch
Wenn Sie an diesem Wochenende unterwegs sind und ihre Freizeit genießen, denken Sie vielleicht etwas mehr an die Menschen, die für Sie Ihren Dienst versehen.

Ihr/Euer

Gerd Taron

PS: Veranstaltungshinweis in eigener Sache:

Sonntag, 21.10.18 um 15 Uhr

Zwischen den Zeiten – Literarischer Spaziergang im Woogtal in Königstein im Taunus

Zum Abschluss der literarischen Freiluftsaison präsentiere ich Literarisches über die Zeit und den Übergang zwischen Herbst und Winter.
Treffpunkt: Kur- und Stadtinformation Königstein, Hauptstr. 13a

Literarische Erntezeit – Literarischer Erntedank-Spaziergang rund um den Rettershof

Foto: Andreina Bonanni

Kelkheim-Fischbach, 14.10.2018

Ein traumhaftes Spätsommerwetter beim diesjährigen Erntedank- und Handwerkerfest am Rettershof bescherte vielen Besuchern einen wunderschönen Tag.

Foto: Marina Rupprecht

Es waren ideale Voraussetzungen für meinen letzten literarischen Spaziergang rund um den Rettershof in diesem Jahr. Mit Unterstützung von Andreina Bonanni, die diesmal fotografisch den Spaziergang begleitete, lauschten zahlreiche Literaturinteressierte den Geschichten und Gedichten.

Foto: Andreina Bonanni

An verschiedenen Stationen konnten die Teilnehmer auch die wunderschöne Landschaft genießen.

Foto: Gerd Taron

Bunt sind schon die Wälder,
gelb die Stoppelfelder,
und der Herbst beginnt.
Rote Blätter fallen,
graue Nebel wallen,
kühler weht der Wind.

Wie die volle Traube
aus dem Rebenlaube
purpurfarbig strahlt!
Am Geländer reifen
Pfirsiche, mit Streifen
rot und weiß bemalt.

Flinke Träger springen,
und die Mädchen singen,
alles jubelt froh!
Bunte Bänder schweben
zwischen hohen Reben
auf dem Hut von Stroh.

Geige tönt und Flöte
bei der Abendröte
und im Mondesglanz;
junge Winzerinnen
winken und beginnen
frohen Erntetanz.

-Johann Gaudenz Salis-Seewis (1782)

An der Wegekreuzung Fischbach/Ruppertshain/Schneidhain/Rettershof – Foto: Andreina Bonanni

Stilles Reifen
Alles fügt sich und erfüllt sich,
mußt es nur erwarten können
und dem Werden deines Glückes
Jahr und Felder reichlich gönnen.
Bis du eines Tages jenen reifen Duft der Körner spürest
und dich aufmachst und die Ernte in die tiefen Speicher führest.
Christian Morgenstern

Skulpturen am Rettershof -Foto: Gerd Taron

Ernte
Es ist Ernte,
dass wir einander noch haben.
Es ist Ernte,
die Münzen der Minuten und Stunden
noch ausgeben zu können.
Es ist Ernte
durch unsere gegenseitige Gegenwart
die Zeit zu schmecken wie Schwarzbrot.
Wir haben Samen ausgestreut,
manchmal ängstlich und mit zitternder Hand
und dann wieder so,
als gehörte uns schon die goldene Ernte.
Wir haben nicht gewusst,
ob die Saat aufgehen würde,
oder was wir ernten würden,
aber wir haben nicht aufgegeben.
Ich suche jetzt deine Augen häufiger,
als wolle ich mich vergewissern,
dass auch du die Dichte der Ernte erlebst.
Unser Glück tritt aus dem Sinn hervor,
den wir allem geben.

Ulrich Schaffer

Ein Hund einer Teilnehmerin fühlte sich offensichtlich auch sehr wohl – Foto: Gerd Taron

Mit dem berühmten Gedicht von Theodor Fontane endete ein kurzweiliger Spaziergang.

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland,

Ein Birnbaum in seinem Garten stand,
Und kam die goldene Herbsteszeit
Und die Birnen leuchteten weit und breit,
Da stopfte, wenn’s Mittag vom Turme scholl,
Der von Ribbeck sich beide Taschen voll,
Und kam in Pantinen ein Junge daher,
So rief er: »Junge, wiste ’ne Beer?«
Und kam ein Mädel, so rief er: »Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick hebb ’ne Birn.«
So ging es viel Jahre, bis lobesam
Der von Ribbeck auf Ribbeck zu sterben kam.
Er fühlte sein Ende. ’s war Herbsteszeit,
Wieder lachten die Birnen weit und breit;
Da sagte von Ribbeck: »Ich scheide nun ab.
Legt mir eine Birne mit ins Grab.«
Und drei Tage drauf, aus dem Doppeldachhaus,
Trugen von Ribbeck sie hinaus,
Alle Bauern und Büdner mit Feiergesicht
Sangen »Jesus meine Zuversicht«,
Und die Kinder klagten, das Herze schwer:
»He is dod nu. Wer giwt uns nu ’ne Beer?«
So klagten die Kinder. Das war nicht recht –
Ach, sie kannten den alten Ribbeck schlecht;
Der neue freilich, der knausert und spart,
Hält Park und Birnbaum strenge verwahrt.
Aber der alte, vorahnend schon
Und voll Mißtraun gegen den eigenen Sohn,
Der wußte genau, was damals er tat,
Als um eine Birn‘ ins Grab er bat,
Und im dritten Jahr aus dem stillen Haus
Ein Birnbaumsprößling sproßt heraus.
Und die Jahre gingen wohl auf und ab,
Längst wölbt sich ein Birnbaum über dem Grab,
Und in der goldenen Herbsteszeit
Leuchtet’s wieder weit und breit.
Und kommt ein Jung‘ übern Kirchhof her,
So flüstert’s im Baume: »Wiste ’ne Beer?«
Und kommt ein Mädel, so flüstert’s: »Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick gew‘ di ’ne Birn.«
So spendet Segen noch immer die Hand
Des von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland.

Die literarische Freiluftsaison nähert sich dem Ende. Am kommenden Sonntag, 21.10.2018 findet der Abschluss beim literarischen Spaziergang im Woogtal in Königstein statt. Treffpunkt ist um 15 Uhr an der Kur- und Stadtinformation in Königstein.

Mit literarischen Grüßen

Gerd Taron

Bunte Vielfalt – Der zweite Besuchstag auf der Frankfurter Buchmesse 2018

Frankfurt, 12.10.18

Die Buchmesse bietet immer wieder mit ihren Besuchern und Aussteller eine farbenfrohe und fröhliche Begegnungsstätte – nicht nur für Bücherfreunde.

Fattoria La Vialla https://www.lavialla.it/de/

Christian Schumm (The Taste Collection – http://www.christianschumm.com ) mit Verena Rempel (www.verenea-rempel.de )

Das Gastland Georgien präsentierte sich in seiner großen Vielfalt mit seiner Kultur und Literatur.

Gastland Georgien

Der Kelkheimer Autor Thomas Berger (rechts) bei dem er und weitere Autoren aus dem literarischen Journal sich vorstellten

Sylvia Schopf am Stand von „Literaturland Hessen“

Literaturland Hessen

Zum ersten Mal gab es in Halle 4.1 einen Stand des Literaturlandes Hessen. Dieser wird gefördert vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels und des Hessischen Literaturrates e. V.

Dieser richtet wieder gemeinsam mit hr2-kultur am 26.05.2019 den „Tag für die Literatur“ aus. Es ist eine hessenweite Literaturveranstaltung, die alle 2 Jahre stattfindet.

Brina Stein und ich freuen uns, dass wir wieder auf Einladung von hr2-kultur mit einem literarischen Spaziergang rund um den Rettershof dabei sind. Mit den Autoren Uta Franck, Franziska Franz, Peter Peters, Brina Stein und der Edition Pauer, alias Paul Pfeffer und Christina Eretier, sowie mit musikalischer Begleitung von Andreina Bonanni haben wir wieder ein abwechslungsreiches Programm für diesen Tag zusammengestellt.

Es war wieder ein Tag mit vielen neuen Impulsen. Die nächste Buchmesse mit dem Gastland Norwegen kann kommen.

Gerd Taron

Und hier noch einige weitere fotografische Eindrücke meines zweiten Besuchstages:

Ernte sei Dank – Literarischer Wochenendgruß vom 12.10.18

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

am kommenden Sonntag können Besucherinnen und Besucher des Erntedank- und Handwerkfestes am Rettershof im Taunus die Vielfalt unserer Gegend genießen, sehen und schmecken. In diesem Jahr ist die Ernte auf den Streuobstwiesen rund um den Rettershof besonders reichlich. Im diesem Jahr habe ich wieder beobachten können, wie aus kleinem großes entstehen kann.

APFELERNTE

O welche Lust, auf die Bäume steigen
Und klettern umher in den schwanken Zweigen!
Wir müssen uns recken, müssen uns bücken,
Die Äpfel und Birnen und Zwetschgen zu pflücken.
Und können wir nicht zum Wipfel gelangen,
Wo meist die allerschönsten hangen,
Dann legen wir die Leiter dran
Und ziehen mit Haken die Zweige heran.
Hilft das auch nichts, dann kommt das Beste,
Wir schütteln alle Zweig‘ und Äste,
Und wenn es dann regnet Äpfel im Nu,
Dann sehen wir jubelnd von ferne zu.

Autor: August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874)

Ernte

Es ist Ernte,
dass wir einander noch haben.
Es ist Ernte,
die Münzen der Minuten und Stunden
noch ausgeben zu können.
Es ist Ernte
durch unsere gegenseitige Gegenwart
die Zeit zu schmecken wie Schwarzbrot.
Wir haben Samen ausgestreut,
manchmal ängstlich und mit zitternder Hand
und dann wieder so,
als gehörte uns schon die goldene Ernte.
Wir haben nicht gewusst,
ob die Saat aufgehen würde,
oder was wir ernten würden,
aber wir haben nicht aufgegeben.
Ich suche jetzt deine Augen häufiger,
als wolle ich mich vergewissern,
dass auch du die Dichte der Ernte erlebst.
Unser Glück tritt aus dem Sinn hervor,
den wir allem geben.

Ulrich Schaffer

Herbstgold

Der Sommer ist gegangen,
und Frühherbst hält das Land
in feuerrotem Prangen
und golden in der Hand.
Die Ernte eingefahren,
in Körben Früchte, reich;
zur Mittagszeit,im Klaren,
spielt Luft noch mild und weich.
Da liegt im Traum das Leben,
es schwelt der Sonne Glut,
und sanft die Blätter schweben
dorthin, wo alles ruht.

© Ingrid Herta Drewing

Stilles Reifen

Alles fügt sich und erfüllt sich,
mußt es nur erwarten können
und dem Werden deines Glückes
Jahr und Felder reichlich gönnen.
Bis du eines Tages jenen reifen Duft der Körner spürest
und dich aufmachst und die Ernte in die tiefen Speicher führest.

Christian Morgenstern

Erntedank

Nun ist es Herbst und kalte Winde pfeifend toben.
Es färbt das Laub sich schon an Bäumen bunt.
Bald wandeln Sommerträume in Novemberroben
und Nebelschweben decken Wiesengrund.
Ein Sternenheer schaut in der Nacht auf müde Seelen.
Sie funkeln hell im düster’n Wolkenfeld.
Wenn Sonnenstrahlen sich den Tagesanbruch stehlen,
hat oftmals schon sich Frost dazugesellt.
Das Ährenfeld im Tal ist auch bereits geschnitten,
von Herbstes Hand verwandelt war’s in Gold.
Kommt dann der Winter durch das weite Land geschritten,
zahlt er die Zeit mit seinem weißen Sold.
In voller Reife liegt die Ernte jetzt in Gärten.
Sein Samen wurd‘ im März schon ausgesät
und Gottes Hände still das stete Wachstum nährten,
des Morgens früh bis hin zum Abend spät.
Mit mancherlei wird nun gefüllt der dunkle Keller.
Gemüse, Obst, Kartoffeln, groß und klein.
Wenn Mutters sorgend‘ Hände füllen leere Teller,
woll’n dankbar wir für diese Gaben sein.
Wie wunderbar behütet ist aus guter Gnade
die große Welt im Wechsel durch die Zeit
und schreiten wir hindurch auf Gottes Liebespfade,
liegt jederzeit sein Segen uns bereit.

Anette Esposito, 2008 / christliche-gedichte.de

Ich wünsche allen bei den traumhaften Wetteraussichten ein erntereiches Wochenende.

Ihr/Euer

Gerd Taron

PS: Wer mag und gerade in der Nähe ist, lade ich zum Erntedank-Spaziergang am Rettershof anlässlich des Erntedank- und Handewerkfestes ein. Treffpunkt ist um 12:45 Uhr unter der Linde.

Unverhofft kommt oft – Begegnungen am 1. Tag der Frankfurter Buchmesse

Frankfurt, 10.10.18

Am vergangenen Sonntag war ich noch mit den Autorinnen Connie Albers und Franziska Franz zum literarischen Buchmessen-Spaziergang rund um den Frankfurter Hauptbahnhof unterwegs. Sie präsentierten dort Ihre neuesten Werke: „Umarmt von Deinem Engel“ (Connie Albers) und „Tod in der Fabrik“ (Franziska Franz).

Connie Albers (https://www.connie-albers.de/ ) in gespannter und freudiger Erwartung auf dem Weg zu ihrer ersten Buchmesse

Einmal kommt im Leben immer das erste Mal – so auch für Connie Albers. Noch nie war sie bisher auf der Frankfurter Buchmesse. In Halle 3.1/J19 auf dem Gemeinschaftsstand der kleinen Verlage sollte sie ihr neues Buch „Umarmt von Deinem Engel“ im Brighton-Verlag präsentieren. Ich hatte die große Freude die Buchmessennovizin ein wenig zu begleiten.

Es wurde ein Tag mit vielen und ungewöhnlichen Begegnungen für Connie Albers und mich.

Im Zug, der uns von Kelkheim-Hornau zum Frankfurter Hauptbahnhof brachte, traf ich eine ältere Nachbarin aus unserem Ort. Sie war unterwegs mit einer Freundin zu einer Schiffstour in den Rheingau. Bei diesem spätsommerlichen Traum-Wetter hätte ich am liebsten mit den beiden getauscht. Dabei erfuhr ich einige interessante und traurige Neuigkeiten. Es war kein „Dorftratsch“, sondern vor allem bedauernswerte Entwicklungen. Unser Dorfbäcker schließt zu Weihnachten seine Bäckerei.

Foto: Gerd Taron

Mit bequemen Schuhen, die für einen Besuch der Buchmesse unbedingt notwendig sind, erkundete Connie Albers mit mir die Vielfalt der Aussteller.

Nach einem ersten kleinen Rundgang kamen wir zurück an dem Stand, wo Connie Albers ihr Buch ausgestellt hatte. Genau an diesem Ort und zu diesem Zeitpunkt begegneten uns Viola Christ-Ritzer und Maren von Hoerschelmann von Viola’s Bücherwurm in Kelkheim.

Viola Christ-Ritzer (links), Connie Albers (Mitte), Maren von Hoerschelmann (rechts)

Die Freude war bei allen riesengroß, wie man auf dem Foto erkennen kann.

Zwischenzeitlich unternahm ich eine kurze Erkundung durch die Hallen. Bei der Rückkehr am Stand gab es die nächste sehr erfreuliche Begegnung. Eine Engelfreundin hatte das Buch von Connie Albers entdeckt. Das schönste für eine Autorin oder Autor ist das Signieren des eigenen Buches. So geschah es.

Connie Albers mit einer glücklichen Leserin beim Signieren

StadtLesen (https://www.stadtlesen.com/ )

Bei herrlichem Sonnenschein verbrachten wir die restliche Zeit auf dem Freigelände.

Beim Buchmessen-Neuling Connie Albers schwanden dann doch die Kräfte. Das ist verständlich, wenn man die vielen Eindrücke aufnehmen will.

Autoren des Größenwahn-Verlages auf dem Stand von „Literaturland Hessen“

Mit Franziska Franz hatte ich mich zu einem Besuch auf dem Stand von „Literaturland Hessen“ verabredet. Dort werden vom Hessischen Literaturrat e. V. hessische Verlage präsentiert.

Die Autorin Franziska Franz (https://franziskafranz.wordpress.com/ )

Nicht nur bei Connie Albers und Franziska Franz auch bei mir schwanden die Kräfte. Einen Blick auf die Präsentation des Gastlandes Georgien wollte ich mir aber nicht entgehen lassen. Auf dem Weg dorthin traf ich auf dem Freigelände, wie fast jedes Jahr und nicht verabredet, einen lieben Kollegen: Norbert Eisenreich vom Taunus-Antiquariat aus Idstein.

Gastland Georgien

Die Frankfurter Buchmesse 2018 bietet wieder so viele Eindrücke, so dass ich morgen ein zweiten Versuch unternehmen werde, mich weiter inspirieren zu lassen.

Gerd Taron

Ode an das Buch – Frankfurter Buchmesse 2018

Frankfurt, 09.10.18

Heute Abend wird die Frankfurter Buchmesse offiziell eröffnet. An den kommenden 3 Tagen, vom 10.10. bis 12.10., haben Fachbesucher die Möglichkeit, sich über die große Bücherwelt zu informieren und auszutauschen. Am Wochenende 13.10./14.10 ist die Buchmesse für alle Bücherfreunde geöffnet.

Die Faszination des Buches ist ungebrochen. Unzählige Neuerscheinungen gibt es jedes Jahr. Und welcher Bücherfreund kann da widerstehen?

Pablo Neruda hat dies in „Ode an das Buch“ sehr schön beschrieben:

Ode an das Buch

Buch, herrliches Buch, du winziger Wald, Blatt an Blatt, nach Urstoff duftet dein Papier, morgendlich bist du und nächtlich, kornhaft und ozeanisch, Bärenjäger füllen deine uralten Seiten, offenes Feuer am Mississippi, Kanus auf den Inseln, später Wege und Wege, Entdeckungen, Völker im Aufruhr, wie ein blutender verwundeter Fisch zuckend im Schlamm: Rimbaud, und die Schönheit der Brüderlichkeit, Stein um Stein erhebt sich das Menschenschloß, Schmerzen weben die Standfestigkeit, solidarische Taten, geheimes Buch von Tasche zu Tasche heimliche Leuchte, blutroter Stern.

Allen Besuchern wünsche ich viele schöne Erlebnisse und Begegnungen. Morgen und am Freitag werde ich mich auf der Buchmesse umschauen und umhören. Davon wird es dann auch Berichte geben, die ich auf meiner WordPress-Seite und auf facebook veröffentliche.

Gerd Taron

Literarischer Spaziergang zur Buchmesse am Sonntag, 07.10.18 ab 14 Uhr

Stellen Sie sich vor, es wäre Frankfurter Buchmesse und keiner geht hin. Undenkbar? Ja, das kann sich kein Bücherfreund vorstellen.

So wird es auch nicht kommen. Von Mittwoch, 10.10. bis Freitag, 12.10. können sich Fachbesucher und am Samstag, 13.10. und Sonntag, 14.10. alle anderen über die Vielfalt der präsentierten Bücherwelt freuen.

Zwei Autorinnen, Franziska Franz und Connie Albers, präsentieren ihre Bücher und Werke und lesen auf einen literarischen Spaziergang rund um den Frankfurter Hauptbahnhof aus Ihren Werken.

Treffpunkt des Spaziergangs: Frankfurt Hauptbahnhof, Gleis 1, Nebenausgang Mannheimer Straße – am kleinen Supermarkt

Von dort gehen wir ins nahe gelegene Behördenzentrum, wo sich unter anderem das Arbeits- und Sozialgericht befinden. Hier wird Franziska Franz aus ihrem Krimi „Tod in der Fabrik“ lesen.

Beim Gang durch das Gutleutviertel gibt es eine Kurzgeschichte über eine Buchhandlung.

Angekommen am Main präsentiert Connie Albers engelhaftes.

Beim Abschluss im Café Nussknacker werden uns dann viele kleine Engel begegnen.

Wir freuen uns auf viele interessierte Teilnehmer.

Mit literarischen Grüßen

Gerd Taron

Unser tägliches Brot – Literarischer Wochenendgruß vom 05.10.18

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,

in der vergangenen Woche hatte ich die große Freude nach langer Zeit wieder hinter den Kulissen unserer Dorfbäckerei in Kelkheim-Fischbach zu schauen.

Bäckermeister Bernd Wittekind gab mir die Gelegenheit, anlässlich des Erntedankfestes, der in den christlichen Kirchen am vergangenen Sonntag gefeiert wurde, neu und dankbar über unser tägliches Brot nachzudenken.

Alle Fotos mit Ausnahme des letzten sind in seiner Bäckerei entstanden.

Man kann sein Brot mit gar nichts essen.
Mit nichts als Licht und Luft bestreut.
Gefühle, die man ganz vergessen,
Geschmack und Duft der Kinderzeit,
Sie sind im trocknen Brot beschlossen,
wenn man es unterm Himmel isst.
Doch wird die Weisheit nur genossen,
wenn man den Hunger nicht vergisst.

Eva Strittmatter

DAS BROT

Ich selber war ein Weizenkorn.
Mit vielen, die mir anverwandt,
lag ich im lauen Ackerland.
Bedrückt von einem Erdenkloß,
macht’ ich mich mutig strebend los.

Gleich kam ein alter Has gehupft
und hat mich an der Nas gezupft,
und als es Winter ward, verfror,
was peinlich ist, mein linkes Ohr,
und als ich reif mit meiner Sippe,
o weh, da hat mit seiner Hippe
der Hans uns rundweg abgesäbelt
und zum Ersticken festgeknebelt
und auf die Tenne fortgeschafft,
wo ihrer vier mit voller Kraft
im regelrechten Flegeltakte
uns klopften, dass die Scharte knackte!

Ein Esel trug uns in die Mühle.
Ich sage dir, das sind Gefühle,
wenn man, zerrieben und gedrillt
zum allerfeinsten Staubgebild’,
sich kaum besinnt und fast vergisst,
ob Sonntag oder Montag ist.
Und schließlich schob der Bäckermeister,
nachdem wir erst als zäher Kleister
in seinem Troge bass gehudelt,
vermengt, geknebelt und vernudelt,
uns in des Ofens höchste Glut.
Jetzt sind wir Brot. Ist das nicht gut?
Frischauf, du hast genug, mein Lieber,
greif zu und schneide nicht zu knapp
und streiche tüchtig Butter drüber
und gib den andern auch was ab!

Wilhelm Busch

„Eines Tages ging ein armer junger Mann von Tür zu Tür, um Waren zu verkaufen, damit er sein Studium finanzieren konnte. Er stellte fest, dass er nur noch ein 10-Cent-Stück besaß und er hatte Hunger. Daher beschloss er, im nächsten Haus um etwas zu bitten. Doch als dort eine hübsche junge Frau die Tür öffnete, verließ ihn der Mut. Anstatt um eine Mahlzeit bat er nur um ein Glas Wasser.

Die Frau sah, dass er hungrig war, und brachte ihm ein großes Glas Milch und einige belegte Brote. Er aß und trank langsam und fragte dann: „Was bin ich Ihnen dafür schuldig?“ „Sie brauchen mir gar nichts dafür zu bezahlen“, antwortete sie. „Mama hat uns beigebracht, dass wir niemals akzeptieren sollen, dass man uns für eine Freundlichkeit etwas bezahlt.“

Er antwortete: „Dann danke ich Ihnen von Herzen.“ Als er das Haus verließ, fühlte sich Robert nicht nur körperlich gestärkt, sondern er spürte auch, wie er seine Zuversicht wiedergewann. Er hatte kurz davor gestanden, aufzugeben.

Einige Jahre später wurde diese junge Frau ernsthaft krank. Die Ärzte in ihrem Ort wussten nicht mehr weiter. Sie schickten sie in die nächste Großstadt und baten die Spezialisten, die Behandlung dieser seltsamen Erkrankung zu übernehmen.

Dr. Robert Schmidt wurde gerufen, um sich die Patientin anzusehen. Als er den Namen der Stadt hörte, aus der sie stammte, blitze ein seltsames Funkeln in seinen Augen auf. Er stand sofort auf und machte sich auf den Weg zu ihrem Zimmer. In seinem weißen Kittel trat er an ihr Bett. Er erkannte sie sofort wieder. Dann ging er wieder in sein Büro zurück, fest entschlossen, sein Bestes zu geben, um ihr Leben zu retten. Von diesem Tag an kümmerte er sich mit ganz besonderer Aufmerksamkeit um ihren Fall.

Nach einem langen Kampf war die Schlacht schließlich gewonnen. Dr. Schmidt bat darum, dass die abschließende Rechnung zuerst ihm zur Prüfung vorgelegt würde. Er sah nur kurz darauf, schrieb dann eine Bemerkung an den Rand und schickte die Rechnung ins Krankenzimmer. Die Frau fürchtete sich davor, sie zu öffnen, weil sie sicher war, dass sie den Rest ihres Lebens damit verbringen müsste, sie vollständig abzubezahlen.

Endlich öffnete sie doch den Umschlag. Etwas Handgeschriebenes auf dem Rand der Rechnung fesselte sofort ihre Aufmerksamkeit.

Sie las die Worte: „Vollständig bezahlt mit einem Glas Milch und einigen Broten, gez. Dr. Robert Schmidt.“

Tränen der Freude schossen ihr in die Augen, und ihr Herz betete voller Freude: „Danke, mein Gott, dass Deine Liebe durch die Herzen und die Hände von Menschen ausströmt.“

(Autor leider unbekannt)

Der Geruch des Brotes ist der Duft aller Düfte. Es ist der Urduft unseres irdischen Lebens, der Duft der Harmonie, des Friedens und der Heimat.

Jaroslav Seifert, tschechischer Schriftsteller und Nobelpreisträger 1984

Erde, die uns dies gebracht

Erde, die uns dies gebracht,
Sonne, die es reif gemacht.
Liebe Sonne, liebe Erde,
euer nie vergessen werde.
Wir haben volle Teller
und voll sind Scheune und Keller,
wir leiden keine Not.
Gesichert ist das Brot,
die Äpfel sind knallrot
und auch der süße Wein
lief rein ins Fass hinein.
Die Ernt‘ ist geborgen,
wir haben keine Sorgen,
drum sei heut Dank gebracht,
Sonne, die es reif gemacht.
Liebe Sonne, liebe Erde,
euer nie vergessen werde !

Christian Morgenstern


Foto: Bruder Paulus

Schenk mir das Fingerspitzengefühl,
um herauszufinden, was erstrangig ist.
.
Bewahre mich vor dem Glauben,
es müsse alles glatt gehen im Leben.
.
Erinnere mich daran,
dass das Herz oft gegen den Verstand streikt.
.
Schicke mir im rechten Augenblick
jemand, der den Mut hat,
mir die Wahrheit über die Liebe zu sagen.
.
Gib mir das tägliche Brot für Leib und Seele,
auf offener Straße eine Geste deiner Liebe,
ein freundliches Echo,
und wenigstens hin und wieder
das Erlebnis,
dass ich gebraucht werde.
.
Mache aus mir einen Menschen,
der einem Schiff mit Tiefgang gleicht,
um auch die zu erreichen,
die unten sind.
.
Gib mir nicht, was ich wünsche,
sondern, was ich brauche.”
.
Antoine de Saint Exupéry

Ich wünsche Ihnen bei Ihren Unternehmungen an diesem Wochenende viel Freude und Dankbarkeit für das was wir haben.
Ihr/Euer

Gerd Taron

Zwei Veranstaltungshinweise in eigener Sache:

Sonntag, 07.10.18 ab 14 Uhr Literarischer Spaziergang zur Buchmesse. Weitere Informationen finden Sie hier:

https://gerdtaronantiquariat.wordpress.com/2018/10/03/zwischen-hoelle-und-himmel-literarischer-buchmesse-spaziergang-am-sonntag-07-10-ab-14-uhr-mit-franziska-franz-und-connie-albers-rund-um-den-frankfurter-hauptbahnhof/

Sonntag, 14.10.18 um 12:45 Uhr – Literarischer Erntedank-Spaziergang auf dem Rettershof anlässlich des Erntedank- und Handwerkerfestes

Zwischen Hölle und Himmel – Literarischer Buchmesse-Spaziergang am Sonntag, 07.10. ab 14 Uhr mit Franziska Franz und Connie Albers rund um den Frankfurter Hauptbahnhof

Treffpunkt Gleis 1 Nebenausgang Mannheimer Straße

Frankfurt am Main, 03.10.18

Liebe Bücherfreunde,

in wenigen Tagen ist es soweit – die Frankfurter Buchmesse lädt wieder zur großen Bücherschau ein. Bekannte und weniger bekannte Autoren kann man dort begegnen.

Wie in den Jahren zuvor gibt es dazu von mir einen literarischen Buchmessen-Spaziergang rund um den Frankfurter Hauptbahnhof, der wieder im Café Nussknacker in der Karlsruher Straße 5 endet.

In diesem Jahr habe ich zwei Autorinnen eingeladen, die so vielseitig und gegensätzlicher nicht sein könnten und auf der Buchmesse vertreten sind: Franziska Franz und Connie Albers.

Franziska Franz (https://franziskafranz.wordpress.com/ :

Connie Albers (https://www.connie-albers.de/Herzlich-willkommen-ar-.htm

Franziska Franz wird beim Spaziergang ihren Kriminalroman „Tod in der Fabrik“ vorstellen.

Connie Albers präsentiert Ihre Engel, unter anderem auch aus ihrem Buch „Umarmt von Deinem Engel“.

Zur Einleitung gibt es Kurzgeschichten, warum Buchhandlungen so spannend sein können, unter anderem von George Orwell.

Franziska Franz, Connie Albers und ich freuen uns auf ein Kennenlernen und Wiedersehen am Sonntag am Frankfurter Hauptbahnhof.

Ihr/Euer

Gerd Taron

Hier folgen Informationen zu ihren Büchern:

Franziska Franz

Brokatbook Verlag
320 Seiten, Taschenbuch, Ebook
1.Auflage, Juli 2018
sofort lieferbar
EAN 9781717862969
10,50 € [D]

Connie Albers:

Umarmt von Deinem Engel – Connie Albers

Gebundene Ausgabe: 111 Seiten
• Verlag: Brighton Verlag GmbH; Auflage: 1. (11. Dezember 2017)
• Sprache: Deutsch
• ISBN-10: 3958764819
• ISBN-13: 978-3958764811

Erwartungen – Literarischer Wochenendgruß vom 28.09.18

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

Welche Erwartungen haben Sie vom Leben, von sich selbst, von Ihren Mitmenschen? Sind Erwartungen schöne Wunschvorstellungen? Je mehr man erwartet und sich wünscht, je größer ist dann die Enttäuschung, wenn es nicht eintrifft.

Die schönsten Begebenheiten sind die, wo es keine Erwartungen gibt. Menschen können uns enttäuschen, weil wir zu viel von Ihnen erwartet haben. Das liegt oft an uns selbst und nicht am Gegenüber.

Zum Thema dieses Wochenendgrußes habe ich wieder einige Texte zusammengestellt, die uns einen neuen Blick für unsere Erwartungen geben mögen.

Foto: Gerd Taron

Habe Hoffnung, aber niemals Erwartungen.
Dann erlebst Du vielleicht Wunder, aber niemals Enttäuschungen.

Franz von Assisi

Foto: K. H. Fischer

Erwartungen an uns selbst

Es gibt eine Art Hochmut,
der uns dazu verführt,
unzufrieden mit uns selbst zu sein.
Wir sehen unser Leben anders, als es war.
Wir sind unzufrieden mit dem,
was wir erreicht haben.
Wir hätten Größeres leisten und erfolgreicher sein können.
Was wir erreicht haben, ist darum eine Enttäuschung.
So verpassen wir unser Leben.
So wandern wir aus – aus der bunten Landschaft
und Geschichte unseres Lebens.
So wird nie genug sein, was wir hatten.
Durch diese Haltung werden wir nicht zu den Menschen,
die wir sein könnten.
Wir planen Enttäuschung mit ein
und haben einen stillen Stolz
über unsere hohen Erwartungen an uns selbst.
In unserer Unzufriedenheit verlieren wir
die Dankbarkeit aus den Augen
und machen unser Leben kleiner.

Ulrich Schaffer

Foto: Klaudia Wick Fotografie

Befreie dich vom Ballast der Erwartungen anderer an dich,
vom Ballast deiner eigenen Erwartungen an dich,
vom Ballast der Mode und Werbung,
vom Ballast des Konsums,
vom Ballast der Moralapostel,
vom Ballast der Gutmenschen,
vom Ballast des Angepasstseins,
vom Ballast eines fremden Gottesbildes,
vom Ballast einer Gruppenmeinung,
vom Ballast des Schönseins,
vom Ballast reich sein zu wollen,
vom Ballast religiöser Vorstellungen,
vom Ballast falscher Konventionen,
vom Ballast störender Glaubensmuster,
und von allem anderen Ballast.

Erst wenn du allen Ballast abgeworfen hast,
eröffnen sich für dich neue Spähren,
neue Dimensionen und auch neue Höhen.

(Bertrand Cézoé)

Foto: Michael Heinz

Manchmal tragen andere etwas zu unseren Erwartungen bei. Die Werbung gaukelt uns einen Nutzen für ein Produkt vor, etwa, dass wir mit einer Gesichtscreme jünger aussehen, der nicht eintrifft.
Enttäuschung entsteht also, wenn wir uns selbst etwas vormachen oder andere uns etwas vorgaukeln, und wir erkennen, dass wir uns getäuscht haben bzw. uns haben täuschen lassen.
D.h. eine Enttäuschung beseitigt eine Täuschung, der wir aufgesessen sind.

Insofern ist eine Enttäuschung im Grunde etwas Positives.
Wir kennen nun die Wahrheit.

Unsere Enttäuschung ist umso größer, je höher unsere Erwartungen sind und je wichtiger das Ereignis für uns ist.
Können wir Enttäuschungen vermeiden oder vorbeugen?
Nein. Erstens können wir Enttäuschungen nicht generell vermeiden, und zweitens macht es auch keinen Sinn.
Da unsere Erwartungen maßgeblich für unsere Enttäuschungen verantwortlich sind, könnten wir uns Enttäuschungen dadurch ersparen, dass wir weniger oder nichts von anderen oder dem Leben erwarten.

Wer nichts erwartet, kann auch nicht enttäuscht werden. Oder wie es Alexander Pope, ein englischer Schriftsteller, einmal ausdrückte: Gesegnet ist der, der nichts erwartet, denn er wird nie enttäuscht.
Sicher, da ist etwas dran an dieser Einstellung. Diese Haltung wirkt sich aber negativ auf unseren Elan, unsere Lebensfreude und auf die Beziehung zu anderen Menschen aus.

Eine positive Erwartungshaltung motiviert uns und erzeugt Vorfreude. Und eine positive Erwartungshaltung trägt maßgeblich zum Genuss dessen bei, was wir erwarten – wenn es eintritt.
Wer nichts Positives erwartet, beraubt sich vieler genussvoller und schöner Momente.

(Dr. Doris Wolf)

Foto: Ahmed Begic

Wo immer es uns gelingt,
ohne Erwartungen, Berechnungen
oder Verhandlungen zu lieben,
sind wir wirklich im Himmel.

Rumi

Foto: Gerd Taron

Schenke, gebe oder hilf niemandem mit einer Erwartungshaltung.
Tue es, weil Du es möchtest.

Der beschenkte kann deine Erwartungshaltung nicht kennen
und du könntest somit enttäuscht werden.

Tue es weil Du es möchtest.
Ohne Erwartungen!!!
Nur dann kommt Dein Handeln wirklich von Herzen!

(Lebenskunst)

Foto: Gaby Schäfer

Wer sich entschieden hat,
etwas zu verändern,
der überwindet alle Hindernisse.

Er wird Menschen treffen,
die mit ihm gehen
und er wird auch andere
zurücklassen müssen –
denn Leben heißt:
nicht die Erwartungen anderer
zu erfüllen, sondern
seinem Herzen zu folgen.

(Nicobartes.com)

Ich wünsche Ihnen ein erwartungsfrohes Wochenende.

Ihr/Euer

Gerd Taron

Kastanien

Bei meinen Spaziergängen in den letzten Tagen hat mich in dieser Jahreszeit wieder meine Kindheit und Jugend eingeholt. Mit Begeisterung habe ich an verschiedenen Orten Kastanien eingesammelt.

Dazu habe ich ein entsprechendes Gedicht gefunden:

Es raschelt im Laub
Es raschelt im Laub. Zu Füßen mir gleiten
Rotbraune Kastanien und hemmen den Schritt.
Ich bücke mich wie in alten Zeiten –
Wem heb‘ ich sie auf? Wem bring‘ ich sie mit?
Wo sind die Händchen, die danach verlangen,
Die Augen, die bitten, das Mündchen, das lacht;
Wo sind sie, die Blonden, die mich umsprangen:
„Papa, was hast du uns mitgebracht?“
In fernem Leid, in fernem Glücke –
Sie lachen, sie weinen – ich hör’s nicht mehr.
Sie ahnen es nicht, wie oft ich mich bücke –
Und es tut mir so weh, und es fällt mir so schwer…

(Rudolf Presber)

Links sind es Kastanien aus Frankfurt-Bockenheim, rechts sind es Kastanien vom Niederwald in Rüdesheim. In der Schale befinden sich Kastanien vom Rettershof.

Grenzen ohne Mauern – Literarischer Wochenendgruß vom 21.09.18

Grenzen ohne Mauern – Literarischer Wochenendgruß vom 21.09.18

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,

im schönen Taunus gibt es zwei Landkreise, die zu den reichsten in Deutschland gehören. Der Feldberg ist der höchste Erhebung. Irgendwo zwischen dem Hochtaunus-Kreis und dem Main-Taunus-Kreis gibt es eine besondere Grenze. Sie liegt oberhalb des Rettershofes, der zur Stadt Kelkheim und damit zum Main-Taunus-Kreis gehört.

Wer erfahren möchte, was in den jeweiligen Kreisen geschieht, hat Pech gehabt. Die lokale Zeitung (die Frankfurter Neue Presse) ist strikt getrennt in das Höchster Kreisblatt. Dort wird über das lokale Geschehen im Main-Taunus-Kreis, dem Frankfurter Westen und etwas über Frankfurt berichtet. Über den Hochtaunus-Kreis, Königstein, Kronberg, Bad Homburg? Fehlanzeige! Dafür gibt es die Taunus-Zeitung, die ihrerseits nichts über die Nachbarn aus dem anderen Kreis informiert.

Ich bin regelmäßig in beiden Kreisen unterwegs. Dabei habe ich versucht herauszufinden, warum es diese Trennung gibt. Experten, wie Heimatforscher und Stadtarchivare konnten mir dabei auch nicht weiterhelfen.

Daran wird deutlich, dass es keine real existierende Mauer, wie zum Beispiel in früheren Zeiten den Limes geben muss, um etwas zu trennen und eine Grenze zu setzen. Wovon will man sich abgrenzen? Wovor hat man Angst?

Es gibt sehr schöne praktische Beispiele, wie persönliche Grenzen überwindet werden können und sich damit anderen öffnet. Da gibt es die Aktion „Offene Gärten“, wo Gartenbesitzer ihre Pforten öffnen und andere an den Schönheiten ihres Gartens teilhaben lassen. Ein anderes Beispiel sind Veranstaltungen wie die „Offenen Höfe“, sei es in Hofheim-Wallau oder im Rheingau und in anderen Regionen.

Grenzsteine oberhalb des Rettershofs im Taunus markieren die Grenzen zwischen den beiden Gebieten – Foto: Gerd Taron

Alle Grenzen entstehen im Herzen

Alle Grenzen entstehen im Herzen.
Alle Linien auf Landkarten
wurden zuerst in Herzen gezogen.
Tief in uns geschehen die Trennungen.
Wo ziehen wir beide die Linie?
Die Linie macht uns zu Fremden.
So urteilen, trennen und sondern wir ab.
So entfremden und isolieren wir uns und werden einsam.
Nichts tötet so wie die Linie durchs Herz.
Zuerst sterben die anderen, aber am Ende auch wir.
Verachtung, Abscheu und Hass sind teuer.
Die neue Welt fordert von uns,
dass wir unsere Herzen glätten,
damit sie durchquert werden können,
wie endlose Weizenfelder der Nahrung ohne Zäune,
dass wir unseren Geist verwandeln
in eine Wiese, auf der sich alle versammeln können,
um einander zu feiern,
dass wir selbst Gärten voller Überfluss für die Hungrigen werden,
Feste der Freude für die Niedergeschlagenen
und eine Zuflucht für die Hilfsbedürftigen.
Weigere dich, kleinlich zu werden,
mache dein Herz nicht zu einem Abgrund des Misstrauens,
lass dich nicht zählen, wenn die Zerstörer wieder einmal aufrechnen,
wen sie auf ihrer Seite haben.
Es ist Zeit,
die Welt wie vom Weltraum zu sehen, ohne Grenzen,
weil die Zeit der Reiche und des Herrschens vorbei ist.
Es ist Zeit für das internationale Abenteuer der Liebe.

Ulrich Schaffer

Foto: Sitta Destroff

Da gehen die Menschen hin, und bewundern die Bergesgipfel, die Meeresfluten ohne Grenzen, den breiten Strom gewaltiger Flüsse, die Weiten des Ozeans und den Lauf der Sterne. Sich selber aber sehen sie nicht, und finden in sich nichts zum Staunen.

Aurelius Augustinus

Foto: Monika Bylitza

Die Grenzen, die du errichtest, werden solange für dich real sein, bis du lernst, über sie hinaus zu gehen. Dann hören sie auf, wirklich zu sein. Später wirst du auf die Realität zurückblicken, in der du gelebt hattest, und du wirst dich wundern, wie es dir einst möglich gewesen sein konnte, ihre engen Grenzen zu ertragen.

(Paul Ferrini)

Foto: Petra Krenzer

Ich will ein fremdes Land bereisen,
seine Berge bewandern,
seine Küsten erforschen,
die rauen Klippen besteigen
und Halt finden am lebensrettenden Vorsprung.
Ich will die fremden Winde spüren
und den warmen Regen auf meinen Wangen.
Meine Hände will ich in seine Erde graben.
Seine Wurzeln fühlen will ich,
schmecken sein Salz und riechen
den Duft seiner weiten Täler.
Und ich will kämpfen mit dem Land,
mich messen mit seinem Willen,
seine und meine Grenzen erforschen,
bis der Schlaf kommt und ich mich bette
auf den Blättern seines Herbstes…

Gedicht aus „Italiener und andere Süssigkeiten“
von Drehbuchautor Martin Rauhaus

Foto: Gerd Taron

Wenn du meine Grenzen schützt

Der Sohn

Vater, wenn Du meine Grenzen schützt,
werde ich wissen, dass ich Grenzen habe.
Diese Grenzen erlauben mir, zu erstarken
und meine Kräfte zu sammeln.
Vater, wenn Du meine Grenzen schützt,
kann ich mit Dir meine Kraft und Fähigkeit trainieren.
Diese Kraft und Stärke werde ich brauchen,
um die Grenzen anderer zu schützen.

Die Tochter

Vater, wenn Du meine Grenzen schützt,
werde ich wissen, dass ich Grenzen habe.
Ich werde wissen, dass ich sicher bin
und mich dem Leben in mir hingeben kann.
Vater, wenn Du meine Grenzen schützt,
werde ich für das Leben Sorge tragen können.
Ich werde in mir halten können, was des Haltes bedarf
und nähren können, was der Nährung bedarf.
Geliebter, wenn Du meine Grenzen schützt,
werde ich Dir meine Grenzen öffnen können.
Gemeinsam werden wir Leben erschaffen.
Es nähren und schützen können.
Vater, wenn Du unsere Grenzen nicht schützt,
wird unsere Suche nach Deiner inneren Stärke
über unser Leben bestimmen.
Erst wenn wir diese Stärke in uns gefunden haben,
werden wir schützen und nähren können,
werden wir sein können, was wir wirklich sind.

Sita Hahn

Foto: Veronika Dutz

Mögen die Grenzen, an die du stößt,
einen Weg für deine Träume offen lassen.

Altirischer Segenswunsch

Ich wünsche Ihnen und mir, dass die unsichtbaren Mauern überwunden werden und zu einem harmonischen Miteinander führen.

Ein grenzenlos schönes Wochenende wünscht Ihnen

Ihr/Euer

Gerd Taron

Ein Veranstaltungshinweis:

Am Sonntag, 23.09. findet zum Herbstanfang wieder ein literarischer Spaziergang rund um den Rettershof.

Er beginnt um 15 Uhr. Der Treffpunkt ist der große Parkplatz am Rettershof

Literarische Veranstaltungen im September und Oktober 2018

Literarische Veranstaltungen im September und Oktober 2018

Kelkheim-Fischbach, 17.09.2018

Liebe Freunde der Literatur,

am kommenden Sonntag (23.09.2018) beginnt kalendarisch der Herbst. Wie fast schon zur Tradition geworden, findet aus diesem Anlass wieder literarische Herbst-Spaziergang rund um den Rettershof statt.

Im Oktober gibt es weitere literarische Spaziergänge. Am Sonntag, 21.10.18 findet im Woogtal in Königstein im Taunus der Abschluss der literarischen Freiluftsaison in diesem Jahr statt.

Einzelheiten über die genauen Termine, Uhrzeiten, Treffpunkte finden Sie nachstehend.

Auf ein Wiedersehen oder Kennenlernen freut sich

Ihr/Euer

Gerd Taron mit neuem Blick

Sonntag, 23.09.2018 – Beginn: 15 Uhr

Literarischer Herbst-Spaziergang rund um den Rettershof
Geschichten und Gedichte rund um den Herbst
Zu Beginn des kalendarischen Herbstes werden an ausgewählten Stationen rund um den Rettershof Geschichten und Gedichte über den Herbst präsentiert.
Bei schlechter Witterung findet die Veranstaltung in den Räumlichkeiten des Landgasthofes „Zum fröhlichen Landmann“ statt. Dort besteht auch die Möglichkeit, nach dem Spaziergang zu verweilen.

Treffpunkt: Großer Parkplatz am Rettershof

Sonntag, 07.10.2018 – Beginn: 14 Uhr

Literarischer Spaziergang anlässlich der Buchmesse rund um den Frankfurter Hauptbahnhof – mit den Autorinnen Franziska Franz („Tod in der Fabrik“) und Connie Albers („Umarmt von Deinem Engel“)

Treffpunkt: Nebenausgang Mannheimer Straße – Gleis 1 am kleinen Supermarkt im Frankfurter Hauptbahnhof

Nach dem Spaziergang besteht die Möglichkeit im Café Nussknacker in der Karlsruher Straße 5 zu verweilen.

Sonntag, 14.10.2018 – Beginn 12:45 Uhr, Dauer ca. 1 Stunde

Literarischer Erntedank-Spaziergang beim Erntedank- und Handwerkerfest auf dem Rettershof (11:30 – 17 Uhr)

Treffpunkt: Vor der großen Linde im Außenbereich

Sonntag, 21.10.2018 – Beginn: 15 Uhr

Abschluss der literarischen Freiluftsaison:

Literarischer Spaziergang im Woogtal in Königstein im Taunus

Treffpunkt: Kur- und Stadtinformation Königstein, Hauptstraße 13a
Weitere Informationen bei
Gerd Taron, Taron-Antiquariat, Langstraße 30, 65779 Kelkheim-Fischbach
Tel. 06195-676695 E-Mail: taron-antiquariat@gmx.de

Zuhause sein – Literarischer Wochenendgruß vom 14.09.18

Zuhause sein – Literarischer Wochenendgruß vom 14.09.18

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

in diesen Tagen ist mir bewusst geworden, dass ich mittlerweile 25 Jahre als Rheinländer im Taunus lebe. Die damals private Entscheidung zum Umzug in ein neues Land und Umgebung hat mein Leben sehr verändert – im positiven als auch im negativen.

Viele meiner Freunde aus meiner näheren Umgebung kennen diese Erfahrung aus eigenem Erleben. Sie sind aus unterschiedlichsten Gründen von Ort zu Ort gezogen. Und wenn man die kulturhistorische Geschichte betrachtet, siehe die Einwanderung in Amerika, ist dies sicher verständlich.

Meine neue „zweite“ Heimat möchte ich nicht mehr missen. Trotz aller persönlichen Widrigkeiten habe ich hier mein eigenes Zuhause gefunden, vor allem dank meines Freundeskreises.

Mit den Texten und Fotos möge der neue Wochenendgruß Sie zum Nachdenken anregen.

Foto: Olaf Jahnke

Jeder Ort kann
Dein Zuhause sein.
Soviel Heimat ist er,
wie er mit
Liebe,
Zuneigung
und
Wertschätzung
zu Dir
gefüllt
ist.

Anja Schindler

Foto: Petra Krenzer

Geh los
Geh an die Tür,
nimm deinen Schlüssel mit.
Lass die Tür nicht laut ins Schloss fallen.
Lautlosigkeit soll dich begleiten.
Nimm sonst nichts mit.
Bist du draußen, geh zur Straßenbahn
oder zum Bus, der dich an den Stadtrand bringt.
Lass die Stadt hinter dir,
vor dir ein Feld, vielleicht ein Wald,
keine Häuser mehr.
Verlass was du kennst,
vielleicht auch was du liebst.
Sieh dich nicht um,
du wirst zwar nicht zu einer Salzsäule,
aber es kann sein, dass du abgelenkt wirst
und nicht mehr weißt, was du wolltest.
Es passiert jeden Tag.
Geh durch die Felder, steig über die Zäune,
auch wenn du dir die Hosen zerreißt,
es macht nichts, viel Größeres wartet auf dich.
Wenn du willst, umgeh den dunklen Wald.
Da kommt ein Dorf, lass es links liegen,
die Hochhäuser der fernen Stadt steure nicht an.
Geh den Fluss entlang, bis du zu einer Brücke kommst.
Bleib ein wenig auf ihr stehen,
unter dir das braune Wasser, die Gräser am Ufer.
Es ist gut, dass du die Brücke gefunden hast.
Wenn man dich anspricht, geh einfach weiter.
Man wird dich schnell vergessen.
Es ist gut, dass du nicht weißt, wohin du willst,
so kann dir niemand dein Geheimnis entreißen.
Irgendwann wirst du an eine Grenze stoßen,
vielleicht ist es schon die Landesgrenze.
Betritt das fremde Land, es hat auf dich gewartet.
Im nächsten Ort,
dort wo du dich am fremdesten fühlst,
steht eine Wohnung für dich bereit.
Der Vermieter weiß Bescheid.
Der Schlüssel liegt unter der Matte.
Im linken Zimmer kannst du schlafen,
das andere, das mit dem Blick in den Garten,
soll das Zimmer der Stille sein.
Wenn du erst mal eingezogen bist,
werden sich die Wände füllen,
mit dem was dir wertvoll ist.
Es kann von selbst geschehen.
Wenn es an der Tür klingelt, mach nicht auf.
Die Ablenkung ist nicht gut für dich.
Es könnten auch deine Freunde von zuhause sein,
sie wollen dich zurückholen.
Aber sie werden bald aufgeben,
wenn sie spüren, dass du jetzt hier sein willst.
Erst jetzt wirf den Schlüssel
zu deiner alten Wohnung weg.
Lass dir keine Post nachschicken,
ruf nicht mehr an,
gewöhne dich an die neue Welt.
In einem Glas
im obersten Küchenschrank,
fast unerreichbar,
liegt die kostbare Perle.

Ulrich Schaffer

Beziehungen sind komplizierter geworden, da Chats das neue Reden sind. Diskutiert wird nur noch über Telefonate ohne Augen-Kontakt, gekämpft wird nur noch wenn ein Vorteil dabei rausspringt. Der erste Schritt wird solange hinausgezögert bis es zu spät ist und Gefühle werden nur noch in Facebookposts oder einem WhatsAppstatus „ausgesprochen“…
Eine Generation die sich unsicher ist über die eigenen Gefühle, verwirrt weil wir nichts mit Andeutungen und Spielchen anfangen können, verliebt in einen Menschen aber gebremst von seinem Verhalten, wir glauben aber nicht genug um den letzten Schritt zu machen, weil wir wissen wie schön Menschen lügen, wenn sie was erobern wollen…
Wir wollen endlich ankommen aber in einer Welt von Durchreisenden, ist ein Zuhause eben schwer zu finden…
Der Poet

Foto: Lissy Theissen

Feuer, die Herzen wärmen.

Eine Frau irrte ziellos durch die dunklen Straßen der Stadt und schaute sich dabei immer furchtsam um. Sie war auf der Flucht vor ihrem jahrelangen, kalten Zuhause und befürchtete, dass es ihr nachlaufen würde. Obwohl sie warm gekleidet war , fror sie doch sehr, und so hielt sie sich fest beide Arme vor den Oberkörper.
Immer wieder kam sie an kleinen Lagerfeuern vorbei, an denen jeweils ein Mann saß. Sie hätte sich gerne zu einem gesetzt, um sich ein wenig aufzuwärmen, doch bemerkte sie schnell, dass diese Feuer nur auf Sparflamme brannten und fast zu erlöschen drohten.
Sie ging enttäuscht und frierend weiter.
Die schwachen Flammen warfen ein spärliches Licht auf nett anzuschauende Männergesichter und die Frau war so manches Mal verlockt, sich zu einem zu setzen. Die trügerische Hoffnung war nur allzu groß, sich bei einem von ihnen aufwärmen zu können.
Mit eiskalten Füssen und ebensolchem Herzen stolperte sie weiter und die Zuversicht schwand mit der Zeit.
Als sie schon nicht mehr daran glaubte, erblickte sie auf einmal ein großes Feuer, an dem ein älterer, unscheinbarer Mann saß.
Die Frau wurde von seinen guten Augen angezogen und sie ging zögernd auf ihn zu.
Der Mann lächelte sie einladend an und dieses Lächeln verlieh ihm auf einmal unglaubliche Attraktivität.
Er reichte der Frau seine Hände und half ihr, sich zu ihm zu setzen. Dann nahm er eine dicke Decke und legte sie über ihre und seine Schultern. Sie rückten eng zusammen und genossen die Wärme des Feuers, dass auf einmal noch intensiver brannte als vorher.
Die Frau wusste, sie würde von nun an nie mehr frieren müssen.

– Annerose Pützer –

Foto: Gerd Taron

Ich bin auf meinem Weg,
indem ich mich freigebe von allem,
was mich daran hindert
mich selbst zu sein.
Wandernd lege ich meine Rollen ab,
die ich lange genug gespielt habe.
Wandernd lasse ich meine Masken fallen,
die lange genug mein wahres Wesen versteckt und entstellt haben.
Nun, wer bin ich denn,
wenn all das Zufällige weggefallen ist,
wenn nicht mehr zählt, was ich geleistet habe,
wenn nicht mehr wichtig ist, was ich bei den Menschen gegolten habe.
Wandernd gehe ich hinein in mein Wesen,
in meine Wahrheit,
in mein Zuhause,
zu meinem Gott meines Wesens! ” ༺ಌ༺

nach Anselm Grün

Foto: Gerd Taron

Jeder Mensch braucht ein Refugium,
wo er sein kann, wie er ist.
Es ist dabei egal, ob es die kahle Hütte am
Berg sei, das heimische Wohnzimmer
oder das Blätterdach des Waldes,
doch jeder Mensch braucht einen Platz,
wo er schweigsam werden kann,
demütig sich selbst gegenüber,
wo das Leben sich wieder
ungestört in die Mitte begibt,
wo die Zeit still steht.
Jeder Mensch braucht einen Ort
der Stille, des Zuhauses mit sich selbst.

Anja Schindler

Foto: Gerd Taron

Ich gehöre dazu
Wenn ich wieder einmal nach dem Sinn frage,
sagt eine Stimme in mir,
dass es reicht, hier gewesen zu sein.
Ich bin vor Jahrzehnten erschienen,
habe einen Platz eingenommen.
Ich habe einen Eindruck von Leben bekommen
und einen Eindruck hinterlassen,
so wie man am frühen Morgen Spuren im Tau hinterlässt.
Es reicht, hier gewesen zu sein.
Unter dieser Erkenntnis fallen die hohen Ziele von mir ab.
Ich habe ein Stück des Planeten bewegt,
so wie er mich berührt hat.
Ich habe Freundschaften geschlossen, Erkenntnisse gesammelt,
kleine Paradiese geschaffen, große Ambitionen losgelassen.
Ich habe geliebt und gelacht, gedacht und gelitten.
Ich war dabei, war Teil der großen Familie der Menschen
und bin noch dabei.
Ich bin ein Teil des globalen Kreises,
bin Teil eines Akkords in einer unvollendeten Sinfonie,
Teil des Bildes, blaue Schlieren auf dunkelbraunem Grund.
Mein Hauch hängt noch in den Fasern der Welt.
Ich stehe im Segen des Dazugehörens,
jetzt und für immer.

Ulrich Schaffer

Foto: Gerd Taron

Menschen suchen ihr Leben lang ein Zuhause, ein Herz und zärtliche Hände, eine stille Gegenwart, die bleibt, auch wenn es keine Worte mehr gibt.

(Phil Bosmans)

Ich wünsche allen Lesern des Wochenendgrußes ein erholsames und besinnliches Wochenende.

Ihr/Euer

Gerd Taron

Nutze den Augenblick – Literarischer Wochenendgruß vom 07.09.18

Nutze den Augenblick – Literarischer Wochenendgruß vom 07.09.18

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,

bei zwei literarischen Spaziergängen in diesem Jahr habe ich das ungewöhnliche Buch von Bernhard Nollen „ Nutze den Augenblick – Gedanken zur Lebenskunst“ vorgestellt. Es enthält wunderbare Zitate des römischen Kaisers und Philosophen Marc Aurel. Dazu präsentiert Bernhard Nollen seine wunderschönen Fotografien, die
mit den Worten Aurels verwoben sind.

Dies ist für mich der Anlass, in diesem Wochenendgruß auf die Worte von Marc Aurel einzugehen. Die Fotos sind alle mit einem neuen Blick in den letzten Tagen entstanden. Der Abschluss ist allerdings mit einem einfühlsamen Text von Ulrich Schaffer versehen.

Einsamkeit suchen die Menschen auf ländlichen Fluren, am Meeresufer, in den Bergen. Doch einer wie beschränkten Ansicht entspringt dieser Wunsch ! Kannst du dich doch, sooft du nur willst, in dich selbst zurückziehen. Gibt es doch nirgends eine stillere, und ungestörtere Zufluchtsstätte, als die Menschenseele…

Mark Aurel

Leben ist Veränderung!

Beachte immer, dass nichts bleibt,
wie es ist, und denke daran,
dass die Natur immer wieder
ihre Formen wechselt.

Mark Aurel

Du musst nicht meinen, dass etwas menschenunmöglich sei, nur weil du es kaum zuwege bringen kannst, sondern wenn etwas menschenmöglich und durchführbar ist, dann sieh es auch für dich als erreichbar an.

Marc Aurel

Ziehe weniger das in Betracht, was du nicht hast, sondern das, was du hast; stelle dir die liebsten vor und denke nach, wie du denselben nachstreben würdest, wenn sie nicht dein wären. Nimm dich aber auch in acht, dich an sie zu gewöhnen, weil sie dir so sehr behaglich sind, und sie allzu hoch zu schätzen, damit es dich nicht deine Gemütsruhe koste, wenn du sie verlieren solltest.

Jung sein

Die Jugend kennzeichnet nicht einen Lebensabschnitt,
sondern eine Geisteshaltung;
sie ist Ausdruck des Willens,
der Vorstellungskraft und der Gefühlsintensität.
Sie bedeutet Sieg des Mutes über die Mutlosigkeit,
Sieg der Abenteuerlust über den Hang zur Bequemlichkeit.

Man wird nicht alt, weil man
eine gewisse Anzahl Jahre gelebt hat:
Man wird alt, wenn man seine Ideale aufgibt.
Die Jahre zeichnen zwar die Haut
– Ideale aufgeben aber zeichnet die Seele.
Vorurteile, Zweifel, Befürchtungen
und Hoffnungslosigkeit sind Feinde,
die uns nach und nach zur Erde niederdrücken
und uns vor dem Tod zu Staub werden lassen.

Jung ist, wer noch staunen und sich begeistern kann.
Wer noch wie ein unersättliches Kind fragt: Und dann?
Wer die Ereignisse herausfordert
und sich freut am Spiel des Lebens.

Ihr seid so jung wie Euer Glaube.
So alt wie Eure Zweifel.
So jung wie Euer Selbstvertrauen.
So jung wie Eure Hoffnung.
So alt wie Eure Niedergeschlagenheit.

Ihr werdet jung bleiben,
solange Ihr aufnahmebereit bleibt:
Empfänglich fürs Schöne, Gute und Große,
empfänglich für die Botschaften der Natur,
der Mitmenschen, des Unfaßlichen.
Sollte eines Tages Euer Herz
geätzt werden von Pessimismus,
zernagt von Zynismus,
dann möge man Erbarmen haben
mit Eurer Seele – der Seele eines Greises.

Marc Aurel

Die Zeit ist ein Fluss und ein gewaltiger Strom der Dinge. So bald man jenes gesehen hat, ist es schon vorüber, und fährt ein anderes daher, wird es ebenso schnell vorüber sein.

Marc Aurel

Schau in dich hinein: In dir ist die Quelle des Guten, eine Quelle, die nicht versiegen kann, wenn du nicht aufhörst zu graben.

Marc Aurel

Schmecke die Luft

Lass los,
nimmermehr kommt die blaue Blume
oder der goldene Vogel zu Besuch.
Vor uns liegt ein großer Wald,
dessen Lichtung gesucht werden muss,
wie eine Nadel im Heuhaufen, so groß,
wie von hier bis zum Mond.
Steh still,
vielleicht dreht sich die Welt dir zu
und du kannst neu aufsteigen,
mit der Sicherheit der Himmelsmechanik
in einer Tasche aus Gräsern
locker über die Schulter geschlungen.
Schmecke die Luft,
noch ist es nicht zu spät
deinen Atem zu lockern
und die Augen schweifen zu lassen
wie Vögel, die alle Farben außer golden sind.
Es ist trotzdem alles ein Fest.
Ulrich Schaffer

Mit diesen nachspürbaren Texten wünsche ich Ihnen ein erholsames Wochenende.

Ihr/Euer

Gerd Taron

Informationen zum Buch (im Buchhandel nicht mehr erhältlich):

Bernard Nollen

„Nutze den Augenblick“
Gedanken zur Lebenskunst von Marc Aurel

Dumont-Verlag – 1999, ISBN: 9783770148936

Mit allen Sinnen leben – Literarischer Wochenendgruß vom 31.08.18

Mit allen Sinnen leben – Literarischer Wochenendgruß vom 31.08.18

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

selten hat sich in der Geschichte des literarischen Wochenendgrußes vor mehr als 7 Jahren bei mir persönlich ein Wunsch mehr als erfüllt. In der letzten Woche schrieb ich, dass man „guter Hoffnung sein soll“. Damit habe ich mir und anderen Mut machen wollen. Jetzt, nach der ersten überstandenen Augenoperation, ist tatsächlich ein kleines Wunder geschehen. Dieser Wochenendgruß kann, trotz Skepsis vorher, wie gewohnt erscheinen. Es ist ein neues Leben, dass ich jetzt die Welt und die Natur anders betrachten kann, viel detaillierter und schärfer.

Der nachfolgende Text vom wunderbaren Ulrich Schaffer beschreibt meine eigene Situation in den letzten Wochen in wunderbarer Weise. Er selbst sagt über dieses Gedicht, dass es für ihn einer der gelungensten über die Hoffnung sei.

Sonnenaufgang am Staufen mit Blick auf Kelkheim-Fischbach – Foto: Gerd Taron

Erfinderin neuer Lösungen

Du schreibst, dass dir die Hoffnung vergeht
und sich der Abgrund auftut.
Ich bitte dich, die Wirklichkeit nicht so ernst zu nehmen,
sie ist der Kraft deiner Hoffnung nicht gewachsen.
Deine Hoffnung existiert getrennt
von allem, was dir passiert.
Sie steht über den Ereignissen der Welt,
auch deiner persönlichen Welt.
Es gibt die Hoffnung als helle Luft,
als einen Korb rotbackiger Äpfel,
als Hände, die ineinander liegen,
als ein Lächeln gegen den Tod
der kleinen, vorsichtigen Liebe,
als Entscheidung, die keine Grenzen kennt.

Und schon wirst du die Erfinderin neuer Lösungen,
legst Mut auf Vorrat an,
entscheidest, was wirklich ist,
lachst quer durch deine Tränen,
als wären sie die einer anderen.

Aus deinem Rucksack
schaut keck eine kleine Fahne hervor,
auf der steht: Man kann die Hoffnung
gar nicht spät genug aufgeben.
Ich habe sie dir reingesteckt,
als Gruß von weit weg.

Ulrich Schaffer

Foto: Gerd Taron

Sanft und zärtlich
kommt er daher,
der Augenblick.
Berührt die Sinne,
in vollem Genuss
und zaubert Dir damit
ein Lächeln
mitten ins Gesicht.
~~~
Text: Monika Heckh

St. Stephan in Mainz – Foto: Gerd Taron

Das Kirchenfenster meiner Iris
Das bunte Kirchenfenster meiner Iris,
die Mechanik meines Ellenbogens,
die beherzte Pumpe in meiner Brustgegend,
das Orchester in meinem Ohr,
das Brahms´ Requiem spielt,
das Kochbuch in meinem Mund,
wie kann ich da anders, als sie zu lieben, diese Sinne,
mit dem an mir, was unsichtbar ist
und mich doch mehr erfasst,
als alles, was aufzählbar ist
in einer Welt, die Angst hat
vor dem Unsichtbaren
und doch davon lebt.

Ulrich Schaffer

Foto: Gerd Taron

… Waldspaziergang …

Fühle unter meinen Füßen
weichen Boden, Schritt für Schritt
unterwegs, um zu genießen
nehm´ ich meine Sinne mit
Rundherum ein tirilieren
dringt ganz tief in mich hinein
bringt mein Herz zum dirigieren
Melodie zum Glücklich sein
Lausche Amsel, Fink und Meise
wie sie zwitschern mir ein Lied
ich bedanke mich ganz leise
singe in Gedanken mit
Plötzlich über mir ein Rauschen
Blätter wiegen sich im Tanz
es tut gut, dem Wind zu lauschen
kann mich fallen lassen ganz
Durch die Baumwipfeln herunter
Sonnenlicht strahlt durch´s Geäst
bin glückselig und so munter
weil es mich erwachen lässt
Fühle eins mich mit den Bäumen
mit den Tieren und noch mehr
und ich fange an zu träumen
dass ich eine Elfe wär
Voll mit der Natur verbunden
spüre ich ganz tief in mir
habe endlich das gefunden
was ich suchte…es ist hier
Mein Herz öffnet sich, ich strahle
Licht und Liebe strömt heraus
und erkenn´ mit einem Male
wo ich wirklich bin zuhaus´
Denn mein Ursprung, meine Quelle
sehe ich nun klar vor mir
Und ich leb´ mit jeder Zelle
Gott, aus deiner Liebe hier

Cäcilia Wentker

Foto: Gerd Taron

Man öffnet die Augen,
schließt sie wieder und nimmt das,
was man erblickt, hinüber in den Traum.
Das ist das Leben!

[© Friedrich Hebbel]

Foto: Beate Vennemann

Wir haben verlernt mit den Füßen zu spüren
wir haben verlernt, die Kraft der Erde zu spüren
wir haben verlernt, all unsere feinen Sinne zu spüren

komm gib mir deine Hand
und lass deine Schuhe dort stehen
lass uns mit den Ohren vernehmen
das Rauschen der Wellen
lass unsere Augen schweifen
so weit der Horizont reicht
lass uns die Meeresluft
bis in die Fußspitzen atmen
lass uns das Salz
auf unseren Lippen schmecken
lass die Wärme des Sandes
bis in unsere Herzen dringen

lass uns mit dem ganzen Körper spüren
den Reichtum
den die Natur uns schenkt

Lass uns leben mit all unseren Sinnen ” ༺ಌ༺

Autor unbekannt

Foto: Brigitte Krieg

Ich wünsche Dir Augen,
die Dich so sehen, wie Du wirklich bist,
die Dich ins rechte Licht rücken,
Dich sanft tragen an einen guten Ort.
Ich wünsche Dir Ohren, die die feinen
Schwingungen und Untertöne aus
Deinen Worten aufnehmen,
die die Sprache Deines Herzens verstehen.
Ich wünsche Dir Hände,
die Dich leiten und begleiten,
die nicht lange überlegen, sondern Dich halten
zur rechten Zeit Dir Hilfe sind.
Ich wünsche Dir das Wesen von Liebe,
Glück und Freude an Deine Seite,
Zuversicht, Gelassenheit und Demut
in Dein Herz.
Ich wünsche Dir die Güte des Lebens
zu sein und zu werden,
wie Du wirklich bist,
gemeint bist
mit all Deinen Eigenschaften.
Möge das Leben Dich bejahen,
bejahen
Dein Sein.

Anja Schindler

Foto: Gerd Taron

Das Grün der Wiesen ~ erfreue deine Augen.
Das Blau des Himmels ~ überstrahle deinen Kummer.
Die Sanftheit der kommenden Nacht ~
mache alle dunklen Gedanken unsichtbar!

[Irischer Segenswunsch]

Mit diesen Worten wünsche ich allen Lesern ein wundervolles und erholsames Wochenende.

Ihr/Euer

Gerd Taron

Guter Hoffnung sein – Literarischer Wochenendgruß vom 24.08.18

Guter Hoffnung sein – Literarischer Wochenendgruß vom 24.08.18

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,

wir leben in Zeiten von großen Umbrüchen. Wenn wir uns die weltpolitischen Ereignisse wo auch immer und auf welchem Kontinent anschauen oder lesen oder hören, kann es uns sehr beunruhigen und hoffnungslos werden lassen.

Was für das Große gilt, ist unserem persönlichen Bereich gegenwärtig. So erlebe ich dies derzeit in meinem persönlichen Umfeld und bei mir selbst. Veränderungen im beruflichen und/oder privaten Bereich können aber auch positive Energie freisetzen.

In den nächsten Wochen werde ich mich zwei Augenoperationen unterziehen müssen. Es kann daher sein, dass Sie den Wochenendgruß in den nächsten Wochen nicht in der gewohnten Weise bekommen. Ich bin guter Hoffnung, dass alles ohne Komplikationen verläuft, so wie es mir die behandelnden Ärzte in den Vorbesprechungen vorhergesagt haben.

Foto: Gerd Taron

Der Sommerfaden

Da fliegt, als wir im Felde gehen,
Ein Sommerfaden über Land,
Ein leicht und licht Gespinst der Feen,
Und knüpft von mir zu ihr ein Band.
Ich nehm‘ ihn für ein günstig Zeichen,
Ein Zeichen, wie die Lieb‘ es braucht.
O Hoffnungen der Hoffnungsreichen,
Aus Duft gewebt, von Luft zerhaucht.

Ludwig Uhland

Foto: Gerd Taron

Wo Hoffnung ist

Wo Hoffnung ist, öffnet sich das Leben.
Wo Hoffnung ist, gibt es noch Möglichkeiten.
Der Hoffende sieht das Leben, auch wenn es schwer ist.
Die Hoffende mobilisiert ungeahnte
und vielleicht noch nie gebrauchte Kräfte.

Hoffnung ist die Energie,
die uns morgens aufstehen lässt.
Es ist die Kraft, mit der wir versuchen,
einzugreifen in das Geschehen der Welt.
Die Hoffnung steht hinter uns,
wenn wir lächeln und ermutigen.
Die Hoffnung liegt vor uns,
wenn wir es nach vielen Misserfolgen
doch noch einmal probieren.

Da, wo die Hoffnung fehlt,
gehen die Lichter aus – die Möglichkeiten zerrinnen,
der Mut wird ausgeschaltet,
und wir überlassen das Feld den zerstörerischen Kräften.
Freude und Spaß sind weg.
Es bleiben die langen Gesichter,
das Herabreden, das Herabziehen,
der Abstieg in eine der vielen Formen
der grauen Sinnlosigkeit,
die uns die Lebendigkeit nimmt.

Ulrich Schaffer

Foto: Gerd Taron

Habe Hoffnung, aber niemals Erwartungen.
Dann erlebst Du vielleicht Wunder, aber niemals Entäuschungen.

Franz von Assisi

Foto: Gerd Taron

Hoffnung

Es reden und träumen die Menschen viel,
von besseren künftigen Tagen,
nach einem glücklichen goldenen Ziel
sieht man sie rennen und jagen;
die Welt wird alt und wird wieder jung,
doch der Mensch hofft immer Verbesserung.

Die Hoffnung führt ihn ins Leben ein,
sie umflattert den fröhlichen Knaben,
den Jüngling locket ihr Zauberschein,
sie wird mit dem Greis nicht begraben;
denn beschließt er im Grabe den müden Lauf,
noch im Grabe pflanzt er – die Hoffnung auf.

Es ist kein leerer schmeichelnder Wahn,
erzeugt im Gehirne des Toren,
im Herzen kündet es laut sich an.
Zu was Besser’m sind wir geboren.
Und was die innerer Stimme spricht,
das täuscht die hoffende Seele nicht.

Friedrich von Schiller

Foto: Gerd Taron

Hoffnung

trägt alle Farben
manchmal ist es nur ein
zarter Schimmer
ein lichtes Blau
und manchmal trägt die
Hoffnung grüne Flügel
auch kennt sie jenes tiefe Flammenrot
und immer weiß sie
um den einen Augenblick
wenn alle Farben ineinander fließen
das ist der Augenblick
da sich die Seite wendet
und du spürst
dass dich das Leben liebt

Sabine Ulrich

Foto: Gerd Taron

Warten erleben …

In Ruhe warten können,
bis der Same keimt, wächst,
blüht und Früchte trägt.
Im Glauben warten können,
bis aus Begegnungen Vertrauen
entsteht und Nähe zuläßt.
In Hoffnung warten können,
bis Loslassen möglich wird.
Im Vertrauen warten können,
bis sich aus drei Teilen
ein Ganzes bildet.
In Liebe warten können,
bis der richtige Zeitpunkt kommt
und dann den Augenblick
mit allen Sinnen erleben.

Melitta Zettl

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Hast Du eine Hoffnung, die in Erfüllung gehen soll,
so fange einen Schmetterling, und flüstere ihm Deinen Wunsch !
Schmetterlinge geben keinen Laut von sich, und verraten niemandem etwas, außer dem Himmel ! Laß ihn Deinen Wunsch in den Himmel tragen,
und er wird erhört…

Alte hawaiianische Weisheit

Foto: Gerd Taron

Ich wünsche Dir eine Hängematte zu Träumen,
Lesen oder Dösen.
So manche Sorge zieht vorbei,
lässt in Gelassenheit sich lösen.
Ich wünsche Dir einen Fliederstrauch,
mit lila Blüten, voller Duft,
in einer Wolke Wohlgeruch
fliegst Du denn durch die dicke Luft.
Ich wünsche Dir ein gutes Lied,
mit tiefen und hellen Tönen,
dann wird Dich die Melodie
mit manchem bitterem Wort versöhnen.
Ich wünsche Dir einen Stern am Himmel,
der durch die dickste Wolke scheint.
und der Dir Trost und Freude schenkt,
wenn Dein Herz vor Kummer weint.
Ich wünsche Dir einen Regenbogen,
der Hoffnung gibt und Brücken schlägt,
der Dich mit seinen sanften Farben,
durch jeden grauen Alltag trägt.

Monika Rieger

Foto: Gerd Taron

Möge der schönste Sonnenaufgang, den du gesehen hast in deinem Leben, im Herzen dir bewahrt sein wie in einem Speicher: auf dass vor deinem inneren Auge das zarte Rosa und der leuchtend rote Horizont Hoffnung und Zuversicht in dunklen Zeiten sind.
~ Irischer Segenswunsch ~
Ein Wochenende voller hoffungsvoller Erlebnisse wünscht Ihnen

Ihf/Euer

Gerd Taron

Veranstaltungshinweis:

Am Sonntag, 26.08.18 findet von 11 bis 18 Uhr das große Sommerfest auf dem Zauberberg in Kelkheim-Ruppertshain statt. Einen Vorbericht zu dieser zauberhaften Veranstaltung finden Sie hier:

https://gerdtaronantiquariat.wordpress.com/2018/08/22/ein-sommerfest-voller-zauber-auf-dem-zauberberg-am-sonntag-26-08-18-von-11-bis-18-uhr/

Ein Sommerfest voller Zauber auf dem Zauberberg am Sonntag, 26.08.18 von 11 bis 18 Uhr

Ein Sommerfest voller Zauber auf dem Zauberberg am Sonntag, 26.08.18 von 11 bis 18 Uhr

Teilansicht des Zauberbergs in Kelkheim-Ruppertshain

Kelkheim, 22.08.18

Liebe Kultur-, Kunst- und Literaturfreunde,

große Ereignisse werfen in diesen sommerlichen Tagen ihre Schatten voraus.

Anja Gilles und Catherine Hueber-Weil – Foto: privat

Anja Gilles von TaunusSoul hat gemeinsam Catherine Hueber-Weil von der Kulturgemeinde Kelheim ein Kulturprogramm vom Feinsten zusammengestellt. Wer sich dieses Zauber-Sommerfest mit vielen Attraktionen entgehen lässt, versäumt tolle kulturelle Köstlichkeiten..

Besonders freue ich mich, dass ich mit einem literarischen Spaziergang dabei bin.. Der Spaziergang beginnt um 14 Uhr. Der Treffpunkt befindet sich gegenüber dem Felsenkeller am Kinderzelt (siehe auch Lageplan am Ende des Artikels).

Aus dem Buch „Nutze den Augenblick – Gedanken zur Lebenskunst“ werden Texte von Marc Aurel präsentiert. Der Spaziergang dauert etwa 45 – 60 Minuten und führt über die Streuobstwiesen rund um den Zauberberg.

Andreina Bonanni

Die zauberhafte und charmante Andreina Bonanni wird mich bei diesem Spaziergang begleiten und unterstützen. Aus technischen Gründen kann dies aber nicht wie auf dem Foto musikalisch geschehen.

Auf sechs Bühnen präsentieren sich Künstler aus den verschiedensten Genres, wie zum Beispiel

– Thomas Zöller mit seinem Dudelsack (12:30 – 13:30 – 15 Uhr)
– Olaf Jahnke liest von 12:45 bis 13:30 Uhr aus seinem neuesten Krimi „Die vermisste Freundin“
– Das Theater Labaaz führt mit Straßenshows durch das Programm
– Kräuterspaziergang mit Sybille Hasler um 14 Uhr
– „Zauberberg durch’s Schlüsselloch mit Ellen Engels um 12 Uhr, 14 Uhr – 16 Uhr)
– und im Kinderzelt (Bühne 6) gibt es mit Birgit Gröger und vielen anderen ein abwechslungsreiches und spannendes Programm für die ganze Familie

Auf dem Kunsthandwerkermarkt präsentieren sich Künstler aus den verschiedensten Genres. Da es so viele sind, bitte ich um Verständnis, dass ich die bunte Vielfalt der Künstler hier nicht einzeln erwähne – mit drei Ausnahmen: Connie Albers mit ihrem Stand auf dem Kunsthandwerkermarkt sowie Christina Eretier und Paul Pfeffer. Es sind sehr liebe Freunde auf deren Wiedersehen ich mich sehr freue.

Auch für die Freunde kulinarischer Köstlichkeiten gibt es viel zu entdecken und zu schmecken.

Eine sehr schöne Übersicht und Eindruck über das Sommerfest gibt es hier zu lesen und zu sehen:

https://hallokelkheim.de/sommerfest-taunussoul/

Mögen diese Zeilen Sie inspiriert haben, auf dem Sommerfest vorbeizuschauen. Diese Veranstaltung ist ein „Muss“ für jeden Kulturfreund.

Auf ein Wiedersehen und/oder Kennenlernen freut sich

Ihr/Euer

Gerd Taron

Lageplan Sommerfest

Tropische Wohnzimmer-Lesung im Familienzentrum Eppstein mit der Autorin Brina Stein und „115 Tage an Tisch 10“

Tropische Wohnzimmer-Lesung im Familienzentrum Eppstein mit der Autorin Brina Stein und „115 Tage an Tisch 10“

Das Familienzentrum in der Altstadt von Eppstein gegenüber der Burg und der Talkirche

Eppstein, 19.08.18

Wenn eine auf eine Kreuzfahrt in der Welt herumschippert, dann gibt es was zu erleben und später zu erzählen. Bereits mehr als 3 Jahre sind vergangen, dass die maritime Autorin Brina Stein gemeinsam mit ihrem Mann 115 Tage auf große Kreuzfahrt mit der Kosta Onda unterwegs war.

Liebevoll gestaltet und zubereitet von Andrea Mauer vom Familienzentrum Eppstein

Für Brina Stein, so konnte der Zuhörer bzw., die meisten Zuhörerinnen, schien die Kreuzfahrt gerade erst zu Ende gegangen zu sein. Sehr lebendig schilderte sie von ihren Erlebnissen und faszinierte damit das Publikum.

Ute Herrmann (links – Leiterin des Familienzentrum), Brina Stein und die glückliche Leserin Katrin Steiner-Armes (rechts)

Die Leserin Katrin Steiner-Armes hatte eine Wohnzimmerlesung bei der Eppsteiner Zeitung mit Brina Stein gewonnen. Diese verlegte die Lesung, um auch anderen eine Freude zu bereiten, in das Familienzentrum. Die Leiterin des Familienzentrum, Ute Herrmann, begrüßte gemeinsam mit Brina Stein und Katrin Steiner-Armes die zahlreich erschienen Gäste

Anders als bei anderen Lesungen, konnten sich die Besucher eine Geschichte von jeweils einem der drei Kontinente aussuchen. Die Wahl war nicht einfach.

Für Südamerika entschied man sich für eine Geschichte aus Patagonien und den Pinguinen.

Wer die Südsee erleben darf, ist so wie Brina Stein, von Tonga begeistert. Das meinten auch die Zuschauer.

Die Erzählung über ein Zulu-Dorf in Afrika hatte die Mehrheit, wenn es um diesen Kontinent ging.

Signiert wurde natürlich auch – das darf bei keiner Lesung fehlen.

Auch Diana Schmidt-Theis von https://www.schoenesundmehr.de/ war begeistert.

Die sprechenden Seemöwen Kraki und Mecki aus Travemünde waren auch mit dabei und hatten ihre Fans mitgebracht:

Ein sehr unterhaltsamer bei tropischen Temperaturen ging viel zu schnell zu Ende. Anschließend gab es noch ausreichend Gelegenheit, sich in fröhlicher Runde mit der Autorin Brina Stein auszutauschen.

Gerd Taron

Zum Buch:

115 Tage an Tisch 10 – Wellengeflüster auf Weltreise“ ( 332 Seiten Printausgabe, ISBN 978 3946049098 ist per Mail beim Verlagshaus El Gato oder bei der Autorin selbst (brina-stein@email.de), auch signiert erhältlich

Einen ausführlichen über die Premierenlesung von Brina Stein am 03.03.2017 im Landgasthof „Zum fröhlichen Landmann“ finden Sie hier:

https://gerdtaronantiquariat.wordpress.com/2017/03/05/115-tage-an-tisch-die-besondere-premierenlesung-der-kreuzfahrt-autorin-brina-stein/

Von der Tradition – Literarischer Wochenendgruß vom 17.08.18

Von der Tradition – Literarischer Wochenendgruß vom 17.08.18

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

immer sehen oder hören wir Webebotschaften wie zum Beispiel: Seit mehr als 100 Jahren im Dienste …“ Es werden alte Traditionen beschworen, die die Beständigkeit eines Unternehmens oder einer Institution zeigen sollen, Die neue Altstadt von Frankfurt ist ebenso ein Beispiel dafür, dass Traditionen in Form von alter Architektur wieder belebt wird.

Der Hessenpark in Neu-Anspach im Hintertaunus erfreut sich großer Beliebtheit bei jung und alt. Auf einem großen Gelände können hier alte Handwerke besichtigt wreden, wieder aufgebaute Häuser, sei es eine Schule, eine Synagoge, einen alten „Tante-Emma-Laden“,usw.

Das Erinnern oder die Fortführung von Traditionen geben scheinbar Sicherheit. Alte Zeiten – gute Zeiten?

Es ist wichtig, dass wir unserer Tradition, unserer Herkunft bewusst sind. Wie die Beispiele der neuen Altstadt von Frankfurt oder der Hessenpark zeigen, ist eine Besinnung auf unsere, der eigenen und denen der anderen, Geschichte bedeutsam für unser Leben sind.

Aber nichts ist ewig. Manchmal kann es wichtiger sein, alte Traditionen aufzugeben und den Mut haben, etwas zu verändern.

Festzug anlässlich des Burgfestes in Königstein im Taunus – Foto: Gerd Taron

„Heute finde ich es sehr spannend, Geschichte wiederzuentdecken – auch meine eigene Geschichte, und deshalb breche ich innerlich auf zur Suche nach meinen eigenen Wurzeln, nach meiner eigenen Identität. Denn ich erlebe immer wieder, dass ich meine Gegenwart besser verstehe, wenn ich mich mit meiner Vergangenheit auseinandersetze und beschäftige.“

Aus dem Buch:

„Meine Reise zum Leben“ – von Rainer Wälde
Auf den Spuren der irischen Mönche
Mit sieben Betrachtungen von Pater Anselm Grün

Hessenpark Neu-Anspach – Foto: Gerd Taron

Ein altes Haus

hat eine lange Geschichte.
Es könnte soviel erzählen,
von guten und von schlechten Tagen.
Von seinem Aufbau,
der Blüte seiner Jahre,
von vielen Renovierungen
und von drohendem Verfall.
Ein altes Haus,
in dem schon lange
niemand mehr wohnt.
Verlassen.
Allein.
Darum ranken sich,
mit viel Fantasie,
Legenden.

(Anne M. Pützer)

Hessenpark Neu-Anspach – Alte Schule – Foto: Gerd Taron

Die Geschichte vom Bleistift

Der Junge sah zu, wie die Großmutter einen Brief schrieb. Irgendwann fragte er: “Schreibst du eine Geschichte, die uns passiert ist? Ist es vielleicht sogar eine Geschichte über mich?”
Die Großmutter hielt inne, und mit einem Lächeln sagte sie zu ihrem Enkel: “Es stimmt, ich schreibe über dich. Aber wichtiger als die Worte ist der Bleistift, den ich benutze. Es wäre schön, du würdest einmal so wie er, wenn du groß bist. ”
Der Junge schaute den Bleistift verwirrt an und konnte nichts Besonderes an ihm entdecken. “Aber er ist doch genau wie alle anderen Bleistifte!” “Es kommt darauf an, wie du die Dinge betrachtest. Der Bleistift hat fünf Eigenschaften, und wenn du es schaffst, sie dir zu Eigen zu machen, wirst du zu einem Menschen, der in Frieden mit der Welt lebt.”

Die erste Eigenschaft: du kannst große Dinge tun, solltest aber nie vergessen, dass es eine Hand gibt, die deine Schritte lenkt. Diese Hand nennen wir Gott, und Er soll dich immer Seinem Willen entsprechend führen.

Die zweite Eigenschaft: Manchmal muss ich das Schreiben unterbrechen und den Anspitzer benutzen. Dadurch leidet der Stift ein wenig, aber hinterher ist er wieder spitz. Also lerne, hin und wieder Schmerzen zu ertragen, denn sie werden dich zu einem besseren Menschen machen.

Die dritte Eigenschaft: Damit wir Fehler ausmerzen können, ist der Bleistift mit einem Radiergummi ausgestattet. Du musst begreifen, dass Korrigieren nichts Schlechtes, sondern dringend erforderlich ist, damit wir auf dem rechten Weg bleiben.

Die vierte Eigenschaft: Worauf es beim Bleistift ankommt, ist nicht das Holz oder seine äußere Form, sondern die Graphitmine, die in ihm drinsteckt. Also achte immer auf das, was in dir vorgeht.

Schließlich die fünfte Eigenschaft des Bleistifts: Er hinterlässt immer eine Spur. Auch du musst wissen, dass alles, was du im Leben tust, Spuren hinterlässt, und daher versuchen, was du gerade tust, ganz bewusst zu machen.

Paulo Coelho

Die neue Altstadt von Frankfurt – Foto: Gerd Taron

Mit ungeheurer Beständigkeit
ist die Sonne jeden Morgen wieder da,
hinter Wolken, als wolle sie uns schützen
aber hell und direkt wie sichtbares Glück.
Jeder Tag kann ein Neubeginn sein.
In unseren Haltungen muss nichts endgültig sein.

Ulrich Schaffer

Café Gerster in Mainz – Foto: Gerd Taron

Zu Lebzeiten

Lass uns wieder lernen,
den Augenblick zu genießen,
zu nehmen, was ist,
mit beiden Händen,
hier und jetzt zu leben,
bevor wir das Leben verbracht haben
mit sorgenvollen Blicken in die Zukunft
und den Erinnerungen an die gute alte Zeit.

Jochen Mariss

Festzug anlässlich des Burgfestes in Königstein im Taunus – Foto: Gerd Taron

Nimm die Welt von der leichten Seite, und der Geist wird frei von jeder Last sein. Miss den zehntausend Dingen keine Bedeutung bei, und dein Herz wird nicht verwirrt sein.
Lass dir Leben und Tod gleich wichtig sein, und dein Verstand wird ohne Angst sein.
Nimm gegenüber Wandel und Beständigkeit die gleiche Haltung ein, und nichts wird deine Klarheit trüben.

Laotse

Ich wünsche Ihnen ein Wochenende, in dem Sie sich vielleicht einmal wieder die Zeit nehmen in alten Fotoalben zu schauen oder ein Lieblingsbuch aus alten Zeiten zu lesen.

Ihr/Euer

Gerd Taron

Ein heißer Krimi-Abend – Premierenlesung von und mit Olaf Jahnke und „Die vermisste Freundin“

Ein heißer Krimi-Abend – Premierenlesung von und mit Olaf Jahnke und „Die vermisste Freundin“

Kelkheim, 09.08.18

Einen warmen Sommerabend verbringt man in diesen Tagen normalerweise nicht in einer Buchhandlung. Doch bei der Premierenlesung von Olaf Jahnke in der Buchhandlung Herr in Kelkheim war dies anders. Mehr als 40 Besucher wollten unbedingt bei der Vorstellung des dritten Krimis von Olaf Jahnke dabei sein. Bis auf den letzten Klappstuhl war alles besetzt.

Die Buchhandlung Herr mit Rebekka Remer und ihren Mitarbeitern sorgten für eine gemütliche Wohnzimmer-Atmosphäre.

Der neue Krimi mit Bernaus drittem Fall hat wieder einen lokalen Bezug und führt dann in ein fernes Land – Madagaskar. Martina, eine Entwicklungshelferin aus Kelkheim ist bei ihrem Einsatz in diesem Land spurlos verschwunden. Freundinnen beauftragen Robert Bernau, Martina zu finden. Er begibt sich zusammen mit Julia auf die Spur und reist nach Madagaskar. Auf abenteuerlichen Wegen erreichen sie das Gemeindezentrum fernab von jeglicher Zivilisation.

Spannend und mitreßend erzählt Olaf Jahnke diesen Kriminalfall. Später erklärt er dem Publikum, warum er Madagaskar als Mittelpunkt der Handlung gewählt. Vor vielen Jahren verbrachte er dort einen einmonatigen Urlaub. Daher sind seine Schilderungen sehr realistisch.

Weitere Informationen zum Buch finden Sie am Ende dieses Artikels.

Gerd Taron

Nachstehend habe ich einen fotografischen Streifzug zu diesem Premierenabend zusammengestellt.

Die Mitarbeiter der Buchhandlung sind bereit

Rebekka Remer von der Buchhandlung Herr begrüßt Olaf Jahnke und freut sich auf diesen Abend

Olaf Jahnke in Aktion

Anstehen zum Signieren

Lesungspause in der Sommerluft

Die Autorin Franziska Franz (https://franziskafranz.wordpress.com/ hat ihr persönliches Buch von Olaf Jahnke signieren lassen.

Da konnte die Autoren-Kollegin Brina Stein (www.brina-stein.de ) nicht nachstehen

Bevor es zu spät ist – noch schnell den Krimi als Geschenk verpackt und rechtzeitig weitergegeben.

Rebekka Remer und Olaf Jahnke

Olaf Jahnke

Geschafft – ein glücklicher Olaf Jahnke nach gelungener Premiere

Und zum Abschied gab es noch eine kleine Erinnerung für Olaf Jahnke an diesen Abend

Hier die Informationen zum Buch

Die vermisste Freundin
Erschienen im Größenwahn-Verlag
Softcover-Druckbuch – 16,90 €
e-book-EPUB-Format – 12,99 €
ISBN: 978-3-95771-239-1

Von der Zweisamkeit – Literarischer Wochenendgruß vom 10.08.18

Von der Zweisamkeit – Literarischer Wochenendgruß vom 10.08.18

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,

in der Schöpfungsgeschichte im Alten Testament findet man den schönen Satz: „Es ist nicht gut, dass der Mensch alleine sei.“ (1 Mose Kapitel 2, Vers 18)

In diesen Tagen ist es mir besonders aufgefallen, dass in den sozialen Netzwerken neben den bekannten Online-Portalen für Singles zunehmend Angebote für junggebliebene Alleinstehende zu finden sind. Beispielsweise kann Mann oder Frau bei „Herzklopfen 50 +“, „Silver Singles“, „Herzklopfen neu“ oder „Zweisam“ einen neuen Partner für den zweiten Lebensabschnitt kennen lernen.. Andere Internet-Plattformen wollen zum Beispiel „Menschen mit Erfahrung“ zusammenbringen, wobei hier nicht die Partnersuche im Vordergrund steht.

Ist es ein Zeichen unserer Zeit, dass viele diese Internet-Plattformen in Anspruch nehmen, um ihrer Einsamkeit zu entfliehen oder aber keine andere Möglichkeit sehen, zu neuen Kontakten zu kommen?

Es ist ein Geschenk, wenn man einen verlässlichen und vertrauensvollen Partner an seiner Seite weiß. Dazu gehört aber ebenso ein Freundeskreis, mit denen man gemeinsame Interessen und Einstellungen teilen kann. Beziehungen hegen und pflegen und bereit sein, sich auf etwas Neues einzulassen,. ist sehr wichtig für die eigene Gesundheit. Der Mensch ist und bleibt ein soziales Wesen.

Foto: Connie Albers

Anfangs sind Beziehungen schwierig. Genau so wie zum Feuer Rauch gehört, der das Atmen beschwerlich macht und einem Tränen in die Augen treibt, wenn man es anzündet. Brennt es allerdings erst einmal, verflüchtigt sich der Rauch, und die Flammen erleuchten alles ringsum – verbreiten Wärme, Ruhe und möglicherweise lassen sie einen Funken springen, der uns verbrennt.
Aber genau das macht doch eine Beziehung interessant, nicht wahr?

Paulo Coelho

Im selben Fahrwasser – Foto: Martina Pokorny

Das Gegenteil von Einsamkeit ist nicht Zweisamkeit.
Es ist Vertrautheit.

Richard Bach

Foto: Gerd Taron

Das Geheimnis einer lebendigen Beziehung: Zeitweise Federn zu lassen – und doch immer wieder aufeinander zu fliegen.

(Ernst Ferstl)

Foto: Gerd Taron

Freundschaft und Liebe vermögen den Menschen aus seiner Einsamkeit zu befreien und seinem Leben einen neuen und tieferen Sinn zu geben. Dabei wird die Einsamkeit nicht aufgehoben, sondern verwandelt. Echte Freundschaft und Liebe brauchen auch die innere Einsamkeit.

Anselm Grün

Foto: Gerd Taron

Es gibt kaum ein beglückenderes Gefühl, als zu spüren,
dass man für einen anderen Menschen etwas sein kann.
Dabei kommt es gar nicht auf die Zahl,
sondern auf die Intensität an.
Schliesslich sind eben die menschlichen Beziehungen
doch einfach das Wichtigste im Leben.

[© Dietrich Bonhoeffer]

Foto: Gerd Taron

Nur wer es mit sich selbst aushält,
wird es auf die Dauer
mit einem anderen Menschen aushalten.

Alleinsein ist ein Weg zur Selbstfindung.

Die Beziehungen, die du zu anderen aufbaust,
können nur so gut sein wie die Beziehung,
die du zu dir selbst entwickelt hast.

Wenn du die Wertschätzung anderer benötigst,
um dich selbst zu akzeptieren,
gibst du deine Kraft an andere ab
und machst andere zur Autorität über dich.

Mach dein Glück nicht von anderen
Menschen oder Situationen abhängig.
Investiere deine Zeit und Energie lieber
in dein inneres Wachstum und
in die harmonische Gestaltung deines Lebens.

Meditation ist das Bemühen, Gottes Nähe
und Liebe zu spüren.
Je mehr Liebe wir in uns spüren
und weitergeben können,
desto weniger Platz ist für Angst.

Je mehr Liebe wir ausstrahlen können,
desto mehr vergrößert sie sich in uns selbst
und in der Welt.

(Christa Schulte, gekürzter Text)

Foto: Gerd Taron

Die Quelle, die zum Wunder einer glücklichen Beziehung führt,
entspringt dort, wo zwei Menschen das Glück des anderen
genauso am Herzen liegt, wie das eigene.

(Ernst Ferstl)

Foto: Gisela Michaelis

Begegnung

Den Anderen verstehen zu wollen, ist ein Akt der Liebe.

In seltenen Momenten verstehen wir einander, und werden reich mit Begegnung und Übereinkunft beschenkt; mit einer warmen Hand, die sich grüßend auf unser Leben legt. Und wir grüßen zurück, mit erwartungsvollen Händen.

Unser Herz öffnet im Zuhören, im Ansehen, im Zugeneigtsein ein Verstehen, das sättigt, und uns vom Frieden kosten lässt. Immer bleiben wir Suchende, doch ohne Verzweiflung. Immer bleiben wir Sehnende, doch ohne Not, die sich am Anderen lindern will. Wir umarmen einander wie Segnende, und ahnen eine Liebe, die sich selbst genug ist. Und weil die Liebe genügt, darf jeder sein, wie er ist. Und weil jeder sein darf, wie er ist, darf gehen, was unsere tiefste Wirklichkeit verschleiert.

Verstandensein ist ein Geschenk. Mit dem Herzen gesehen werden. Als Erkannte lassen wir oft sinken, was wir als Schutzschild vor unserem Herzen trugen. Als Erkannte erhebt sich in uns der Mensch der wir sind, auf der Asche unserer Irrtümer und Kämpfe, unserer Rechtfertigungen und Einsamkeiten.

Heilsein ist verwoben mit Begegnung. Wir erlösen uns nicht in unseren einsamen Stuben und in unseren leeren Betten. Wohl ist alles bereits in uns, doch sind es die Augen des Anderen, die daran rühren. Denn das Göttliche, und nennten wir es Lebensatem, Liebe oder Glück, ist Begegnung, ist Zweisamkeit, ist ein Werden am Anderen.

Wir ahnen dies, noch während wir den Individualismus preisen, und erinnern uns an das Gesetz der Begegnung, das unseren Herzen seit jeher eingeschrieben ist. Diese Erinnerung zu wagen – mitsamt ihren Tränen über Scheitern und Unterlassung – ändert alles.

Giannina Wedde/KLANGGEBET, http://www.klanggebet.de

Foto: Gerd Taron

Wir brauchen gute Beziehungen untereinander:
von Herz zu Herz, von Mensch zu Mensch.

Dalai Lama

Ich wünsche Ihnen viele liebevolle Beziehungen und die Bereitschaft offen zu sein für die ungewöhnlichen Momente.

Ihr/Euer

Gerd Taron

PS: Im Oktober 2017 habe ich hier auf meiner WordPress-Seite einen Artikel „Vom Single-Dasein“ veröffentlicht.Das einzige was sich zwischenzeitlich geändert hat – mein Single-Dasein. Das konnte zu jenem Zeitpunkt noch nicht ahnen. „Et kütt, wie et kütt“, sagt der Rheinländer.

Hier der Link zu diesem Beitrag:

https://gerdtaronantiquariat.wordpress.com/2017/10/22/vom-single-dasein/

Auf märchenhaften Pfaden – Ein literarischer Spaziergang am Rettershof mit der Autorin Ananta Corte– Erzähl mir Liebe

Auf märchenhaften Pfaden – Ein literarischer Spaziergang am Rettershof mit der Autorin Ananta Corte– Erzähl mir Liebe

Vorstellen und Begrüßen der Autorin Ananta Corte durch Gerd Taron

Kelkheim-Fischbach, 05.08.18

Bei warmen, aber nicht zu heißen Temperaturen hatte ich die große Freude Ananta Corte zu einem literarischen Spaziergang und Lesung am Rettershof zu begrüßen. In etwas ungewohnter Umgebung und in freier Natur las sie an verschiedenen Stationen aus ihrem Roman „Erzähl mir Liebe“.

Erfreulich dass auch das Höchster Kreisblatt mit einer Redakteurin und einem Fotograf erschien. Zum Zeitpunkt dieses Artikels war der Beitrag im Höchster Kreisblatt noch nicht veröffentlicht.

Auf dem Weg zur ersten Station

Unter der Linde las Ananta Corte die Geschichte über das Herz des Zauberers. Ein Zauberer begab sich auf der Suche nach einem Ort, wo er sich niederlassen wollte. Dabei begleitete ihn ein kleines, rot leuchtendes Herz. Auf dem Weg begegnete ihm eine junge Frau an einem Brunnen, wo er rastete.

Es ist der Beginn einer von vielen märchenhaften und berührenden Geschichten aus dem Roman.

An der zweiten Station vor dem Romantik-Schlosshotel Rettershof

An der dritten Station am Torbogen in der Nähe des Schlosshotels las dann Hanno Corte die dritte Geschichte.

Ananta und Hanno Corte vor dem Torbogen

Zum Abschluss gab es wieder im Landgasthof „Zum fröhlichen Landmann“ die Möglichkeit für alle in gemütlicher Runde zu verweilen und sich auszutauschen.

Landgasthof „Zum fröhlichen Landmann“ (http://www.zum-froehlichen-landmann.de/

Ein inspirierender Nachmittag für alle Zuhörer ging viel zu schnell zu Ende.

Gerd Taron

Weitere Informationen zum Buch gibt es hier:

http://www.erzählmirliebe.de/

Wunder des Alltags – Literarischer Wochenendgruß vom 03.08.18

Wunder des Alltags – Literarischer Wochenendgruß vom 03.08.18

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

„Wunder gibt es immer wieder“ – so sang einst Katja Ebstein. Nena beschrieb mit „Wunder geschehen“ auf ebenfalls musikalische Weise ein besonderes Phänomen.

Es ist nicht die Mondfinsternis, die vergangene Woche Millionen von Menschen in den Bann zog. Diese und andere große Naturschauspiele verstellen den Blick auf die kleinen Wunder in unserem Alltag.

Es sind Begegnungen mit Menschen, ob an der Kasse am Supermarkt, ob auf der Straße oder bei anderer Gelegenheit. Und manchmal, so kann ich es aus eigener Erfahrung berichten, entsteht aus etwas Kleinem ein großes Wunder.

Mit diesem Wochenendgruß möchte ich dem Leser dieser Zeilen in Erinnerung bringen, dass jeden Tag Wunder geschehen. Die Texte und die Fotos von Hans Joerg Kampfenkel und mir mögen Ihren Teil zu einer neuen Sicht von Wundern beitragen.

Foto: Gerd Taron

Jeder einzelne Tag
bringt uns neue Wunder,
wir haben oft keinen Blick
mehr dafür oder sehen es
nicht mehr als solches.
Jedes Lächeln,
eine unverhoffte Freude,
jede Blume,
eine Umarmung von Herzen,
jede Synchronizität,
neugierige Kinderaugen,
eine Geburt,
ein Freund der da ist,
wenn du dich gerade alleine fühlst ……
und das Allerwichtigste ……
DU bist das ALLERTOLLSTE WUNDER überhaupt …….
Conny Nabers

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Stille Wunder,
die unbeobachtet geschehen,
mit denen sich aber das Leben
kraftvoll ausbreitet:
das Entfalten eines einzelnen Birkenblattes;
die Echtheit einer Frage
im Mund eines wissbegierigen Kindes;
die Erneuerung eines verölten Strandes,
den die Wellen mühsam rein waschen;
die Stille, in der wichtige Gedanken
Gestalt annehmen und Veränderung vorbereiten.

Ich will der Hoffnung die Hand hinhalten,
sie füttern, sie pflegen,
sie fliegen lassen
in jede Ecke der Welt.

Ulrich Schaffer

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Kleine Wunder

Wenn wir alle das Schöne, das wir erleben und all die Ereignisse, die uns glücklich machen, als kleine Wunder ansehen, dann ist das Leben einfach wunderbar.

Irmgard Erath

Foto: Gerd Taron

Die sieben Weltwunder

Eine Schulklasse wurde gebeten zu notieren, welches für sie die Sieben Weltwunder wären.

Folgende Rangliste kam zustande:
Pyramiden von Gizeh
Taj Mahal
Grand Canyon
Panamakanal
Empire State Building
St. Peters Dom im Vatikan
Große Mauer China

Die Lehrerin merkte beim Einsammeln der Resultate, dass eine Schülerin noch am Arbeiten war.
Deshalb fragte sie die junge Frau, ob sie Probleme mit ihrer Liste hätte.

Sie antwortete: „Ja. Ich konnte meine Entscheidung nicht ganz treffen. Es gibt so viele Wunder.“

Die Lehrerin sagte:
„Nun, teilen Sie uns das mit, was Sie bisher haben und vielleicht können wir ja helfen.“

Die junge Frau zögerte zuerst und las dann vor.
„Für mich sind das die Sieben Weltwunder:
Sehen
Hören
sich Berühren
Riechen
Fühlen
Lachen …
… und Lieben.“
Im Zimmer wurde es ganz still.

Diese alltäglichen Dinge, die wir als selbstverständlich betrachten und oft gar nicht realisieren, sind wirklich wunderbar. Die kostbarsten Sachen im Leben sind jene, die nicht gekauft und nicht hergestellt werden können.

gefunden auf der Seite: lichtkreis.at,

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Wunder

Wenn wir bewusst leben,
werden Wunder sichtbar und fassbar sein.
Geheimnisvoll ist die Struktur der Welt.
Wir sind umgeben von Unerklärlichem
und sind selbst Wunder.
Auch nur einen von uns zu zerstören ist ein Sakrileg.
Wir haben soviel darauf verwandt,
realistisch und geerdet zu sein,
unsere Begeisterung zu zügeln und unsere Träume zu vergessen,
dass wir dabei den Sinn für das Wunderbare verloren haben,
das in jede Faser der Welt hineingewebt worden ist,
auf jede vorstellbare und unvorstellbare Art.
Wir gehen auf Zeiten zu,
in denen unsere Augen mehr und mehr geöffnet werden,
und wir werden nicht nur mit unserer Horn- und Netzhaut sehen,
sondern mit unserem Herzen, dem einzigen Organ,
das die Welt so sieht, wie sie ist, unverzerrt.
Dann wird das Unmögliche alltäglich sein,
Wunder werden aus unserer Liebe hervorgehen,
und wir werden unserer Hoffnung
und unserem Glauben mehr trauen
als den Schlagzeilen, erfüllt von Katastrophen und Unglück.
Wohlwollend werden wir über das lachen,
was wir früher als vernünftig ansahen.
Wir werden ins Licht gehen,
und tiefer und umfassender als je zuvor
sichtbar füreinander werden.
Und so wie die Welt ein Geheimnis ist,
so sind Gedanken Energie,
Glauben ist Sehen,
und Ahnen ist Wissen.

Ulrich Schaffer

Foto: Gerd Taron

Du bist ein Wunder, das auf dieser Welt lebt.
Du bist einmalig, einzigartig, unverwechselbar.
Warum staunst du nicht, warum freust du dich nicht über
dich selbst und über all die anderen um dich herum?
Ist es dir so selbstverständlich, dass du lebst, dass du Zeit bekommst, um zu singen und zu tanzen, Zeit um glücklich zu sein?
Warum denn Zeit verlieren mit sinnlosem Jagen nach Geld? Warum sich haufenweise Sorgen machen um Dinge von morgen und übermorgen?
Warum sich zanken, sich anöden, warum in sinnloser Betriebsamkeit machen und warum schlafen, wenn die Sonne scheint?

Phil Bosmans

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Wunder geschehen plötzlich.
Sie lassen sich nicht herbeiwünschen,
sondern kommen ungerufen,
meist in den unwahrscheinlichsten Augenblicken,
und widerfahren denen,
die am wenigsten damit gerechnet haben.

Georg Christoph Lichtenberg

Foto: Gerd Taron
Mögest du dir die Zeit nehmen, die stillen Wunder zu feiern, die in der lauten Welt keine Bewunderer haben.

~Irischer Segenswunsch~

Ich wünsche Ihnen ein Wochenende voller persönlicher Wunder. Lassen Sie sie geschehen und einen neuen Blick für Ihr Leben gewinnen.

Ihr/Euer

Gerd Taron

Erzähl mir Liebe – Eine Lesung mit Ananta Corte und ihren Roman mit lieben Freunden auf dem Zauberberg in Kelkheim-Ruppertshain

Erzähl mir Liebe – Eine Lesung mit Ananta Corte und ihren Roman mit lieben Freunden auf dem Zauberberg in Kelkheim-Ruppertshain

Kelkheim-Ruppertshain, im Juni 2018

Liebe Leserinnen und Leser

seit Lesung von Ananta Cortes Roman „Erzähl mir Liebe“ sind bereits einige Tage vergangen. Das ist der Lauf der Zeit und doch möchte ich innehalten und diesem Abend ein paar Worte widmen

Unterhaltsam wurde es in der stimmungsvollen Atmosphäre des Felsenkellers in Kelkheim-Ruppertshain auf dem Zauberberg – immer wieder einen Ausflug wert – als Ananta Corte mit verschiedenen Mitlesern ausgewählte Passagen aus ihrem Buch szenisch vortrug und Christina Eretier und Paul Pfeffer dies sowohl als lesende Stimmen als auch musikalisch begleiteten.

Am 05.08.18 können Sie Ananta Corte ab 15 Uhr bei einer Lesung aus ihrem Roman rund um den Rettershof persönlich erleben.

Weitere Informationen zum Buch finden Sie am Ende dieses Artikels.

Gerd Taron/Ananta Corte

Erzähl mir Liebe – ein Imperativ, eine Aufforderung, macht neugierig.
Der Titel legt nahe, dass Liebe das zentrale Thema dieses ungewöhnlichen Buches ist. Ungewöhnlich, weil die Liebe darin zwar allgegenwärtig ist, jedoch in ganz unterschiedlicher Gestalt erscheint – tabulos, zärtlich, mitleidlos, überraschend, kompromisslos, unberechenbar, bedingungslos. So vielschichtig wie die Menschen, denen sie begegnet. Ungewöhnlich auch durch die wechselnden Perspektiven des Erzählens.
Mit seinem sich damit jeweils wandelnden Stil, seiner verstehenden und detaillierten Betrachtung menschlichen Wesens, ist dieses Buch vermutlich nicht für jeden die geeignete Entspannungslektüre.
Wer jedoch bereit ist, sich auf vielerlei Weise berühren zu lassen, wird mit einer Intensität und Dichte belohnt, die Ihresgleichen suchen.

http://www.erzählmirliebe.de/
18,90 €
zzgl. Versandkosten (3 € innerhalb Deutschlands)
Bestellbar per e-mail unter
bestellung@erzählmirliebe.de
oder telefonisch unter 0611 532 61 47
Eine Leseprobe finden Sie

Klicke, um auf Leseprobe.pdf zuzugreifen

Urlaubsgefühle mit dem Duo Espressione – Sax & Rhythmus

Urlaubsgefühle mit dem Duo Espressione – Sax & Rhythmus

Oppenheim, 29.07.2018

Man muss nicht in die Ferne schweifen, um einen besonderen Urlaubstag zu genießen. Oft liegt das Gute doch so nah.

Dieses Gefühl von Sommer und Urlaub mit Strand und Wasser ist auch in heimischen Gefilden möglich.

Beim Sonntagsbrunch in Steckler’s Rheinrestaurant in Oppenheim in Rheinhessen, direkt an einem Strand gelegen, war dies möglich. Von der Terrasse gibt es einen herrlichen Blick auf den Rhein.

Wenn dazu noch gute Musik kommt, ist das Urlaubsglück vollkommen.

Das Duo Espressione (www.espressione.com ) – Andreina Bonanni und Franco Vacirca – boten beste Unterhaltungsmusik.

Andreina Bonanni

Franco Vacirca

Das Repertoire der beiden umfasst eine große Palette – von Evergreens, Latin, Bossa Nova, Rock, Rhythm & Blues, Swing-Jazz, Pop-Songs und Musical-Hits.

Es begann mit „Blue Eyes“ und „Sleepwalk“. Glücklicherweise blieb es trocken, als „Singing in the rain“ gespielt wurde.

Ob bei „Earth Song“ oder „Franky and Johnny“ – es war eine Freude, den beiden zuzuhören.

Nach einer Pause ging es trotz der warmen Temperaturen mit Schwung weiter.

Wunderbare Songs wie „Night in white satin“, „Imagine“, „Stand by me“ sind nur einige Beispiele für die Vielfalt von Duo Espressione.

Zwei Damen aus dem Publikum ließen es sich nicht nehmen, ein Tänzchen zu wagen. Bei den Rhythmen ist dies keine Überraschung. Der Autor und Fotograf dieses Berichts hatte so seine Mühe sich zurückzuhalten. Aber verwackelte Fotos mag keiner.

Nach mehr als 3 ½ Stunden endete der Sonntagsbrunch beim Kaffeetrinken mit dem Lied „What a wonderful world“. Das Duo Espressione hat recht: Die Welt kann so wundervoll sein.

Andreina Bonanni und Franco Vacirca vom Duo Espressione haben uns allen einen wundervollen Urlaubstag beschert

Ich freue mich auf weitere musikalische Begegnungen mit dem Duo Espressione.

Gerd Taron

Wer mehr wissen möchte:

Das Duo Espressione (Andreina Bonanni und Franco Vacirca) steht jederzeit für Veranstaltungen zur Verfügung.

Kontakt:

Mail: espressione@gmx.de – Tel. 06136-850290 bzw. 0171-1915166 8Andreina Bonanni) oder 06122-7274411 bzw. 0171-3661963 (Franco Vacirca)

Andreina Bonanni ist auch mit klassischer Musik unterwegs. Gemeinsam mit Christine Heim (Geige) können sie für besondere Anlässe (Geige und Querflöte) gebucht werden.

Den Weg weisen – Literarischer Wochenendgruß vom 27.07.18

Den Weg weisen – Literarischer Wochenendgruß vom 27.07.18

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

die schöne neue Technik macht es möglich. Mit Navi oder per GPS findet Mann/Frau zum richtigen Ziel. Aber manchmal hat der technische Fortschritt seine Tücken. Auf dieses Hilfsmittel ist nicht unbedingt Verlass. So mancher landete auf Abwegen und an Orten, wo es nicht erwünscht war.

Wie mit der Technik verhält es sich auch mit Menschen. Es gibt jene, die angeblich genau wissen, wo es im Leben anderer lang zu gehen hat. Sie versprechen viel und sind oft schwer zu durchschauen. Erst spät merkt man persönlich, dass man in die Irre geführt worden ist.

Der neue Wochenendgruß möge wieder neue Anregungen und Impulse für Ihr eigenes Leben geben.

Foto: Gerd Taron

Gehen

Ich ziehe meine Turnschuhe an,
die, die von ganz alleine gehen.
Dazu die Jacke,
für die jedes Wetter eine Herausforderung ist.
Auf meinen Spaziergängen habe ich ein Ziel,
das auf keiner Landkarte zu finden ist.
Wenn ich mein Ziel wüsste, hätte ich es leicht.
Gehe ich auf das zu,
was ich hinter mir gelassen habe?
Der Nebel über der hereinkommenden Flut,
der Rauch, der sanft
aus dem gemauerten Schornstein aufsteigt,
der Ansturm von Krähen auf meinen Weg,
das stammelnde Alphabet in meinem Kopf,
die Trauer über Tage, die den Namen von Orten und Menschen trägt, scharf wie ein Skalpell,
die Angst vor der Zukunft, mit einem Schmerz,
der dem einer heilenden Wunde ähnelt –
sie alle sind ein Teil des Geheimnisses.
Ich nehme sie auf und verbanne sie alle,
in der Bewegung des Gehens,
auf dem Weg nach Hause zu mir selbst.
Ich frage mich, ob alles,
was wirklich gefunden und gehalten werden kann,
so fest sein muss wie Rauch,
so durchsichtig wie eine Fata Morgana
und uns selbst so nah
wie unser Herz, unsere Lunge und Leber.

Ulrich Schaffer

Foto: Gerd Taron

Auf dem Weg des Lebens stehen oft die falschen Schilder. Sie führen in Sackgassen, oder zu Einbahnstraßen, doch manche führen auch direkt ins Paradies.“

Text: © Monika Heckh

Foto: Gerd Taron

Wohin die Reise geht,
bestimmen wir selbst.
Wir wissen das Ziel,
suchen den Weg,
finden den Ort,
erfahren die Zeit,
wählen unsere Begleiter.
Wir sind es,
welche die Reise planen.
Niemand sonst.
Wohin geht Deine Reise?

Anja Schindler

Foto: Gerd Taron

Es ist nicht immer leicht seinen Weg zu finden.
Den Eigenen.
Den Einzigen.
Den Richtigen.

Denn es gibt so viele Wege.
So viele Möglichkeiten.
So viele Abzweigungen.
So viele Pfade in die unterschiedlichsten Richtungen.

Und nicht jeder unserer Wege ist einfach zu beschreiten.

Denn es gibt so viele Hindernisse.
So viele Schwierigkeiten.
So viele Steine.
So viele verpasste Chancen.

Es gibt kürzere und längere Wege.
Der Eine lang und beschwerlich.
Der Andere heiter und schnell.

Auf all unseren Wegen hinterlassen wir Spuren.

In unserer Erinnerung.
In unserem Herzen.
In unserem Leben.
Nach unserem Leben.

Jeder von uns sollte irgendwann seinen Weg finden.
Seinen ganz eigenen.
Und diesen auch gehen.

Dieser Weg.
Mein Weg.
Ist er richtig oder falsch?

Ich möchte nicht mehr nachdenken.
Ich möchte loslaufen.
Und es herausfinden.
Ich möchte nicht mehr zurückblicken.
Und nach vorn schauen.

Ich werde Ihn finden….MEINEN Weg
(gefunden bei „Gedanken und Gefühlswelt“)

Foto: Gerd Taron

Unterwegs immer wieder anhalten,
wahr nehmen, was ist,
uns freuen an dem,
was wir erreicht haben,
annehmen,
dass nicht alles gelungen ist.
Uns Zeit nehmen,
neue Kräfte schöpfen,
uns neu orientieren,
uns leiten lassen von dem,
was für uns wesentlich ist.
Weiterschreiten, wie es mir entspricht,
in der Hoffnung,
dass wir immer mehr werden,
was wir letztlich sein können.

(Max Feigenwinter)

Foto: Gerd Taron

Segenswunsch

Ich wünsche dir Füße,
die dich auf den Weg bringen
zu dem was wichtig ist
und die nicht stehen bleiben
vor den Schritten, die entscheidend sind.
Ich wünsche dir ein Rückgrat,
mit dem du aufrecht
und aufrichtig leben kannst
und das sich nicht beugt
vor Unterdrückung, Willkür und Macht.
Ich wünsche dir ein Herz,
in dem viele Menschen zu Hause sind
und das nicht müde wird,
Liebe zu üben und Schuld zu verzeihen
Christa Spilling- Nöker
Ich wünsche Ihnen an diesem heißen Sommerwochenende die für Sie wohltuenden Wegweiser.

Ihr/Euer

Gerd Taron

Lebendiges Wasser – Literarischer Wochenendgruß vom 20.07.18

Lebendiges Wasser – Literarischer Wochenendgruß vom 20.07.18

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes

In diesem heißen und trockenen Sommer sehnen viele sich nach dem Wasser. Es muss nicht immer das Meer sein, sondern oft reicht ein kleiner Bach, um sich zu erfrischen. Wasser gehört zu den wichtigsten Lebenselementen.

Der Jahreszeit und des derzeitigen Wetters bedingt habe ich einige Texte und passende Fotos zusammengestellt, die den Weg und die Wichtigkeit von Wasser zeigen mögen.

Foto: Gerd Taron

Der Römische Brunnen

Aufsteigt der Strahl und fallend gießt
Er voll der Marmorschale Rund,
Die, sich verschleiernd, überfließt
In einer zweiten Schale Grund;
Die zweite gibt, sie wird zu reich,
Der dritten wallend ihre Flut,
Und jede nimmt und gibt zugleich
Und strömt und ruht.

C. F. Meyer

Foto: Gerd Taron

An der Quelle

Du bist die Quelle des Lebens,
lass mich den Weg zu ihr finden.

Du bist die Quelle des Glaubens,
lass mich nie an ihrer Klarheit zweifeln.

Du bist die Quelle der Hoffnung,
lass mich aus ihr Kraft schöpfen.

Du bist die Quelle der Liebe,
lass sie nie in mir versiegen.

Irmgard Erath

Foto: Gerd Taron

Die Wasser tragen alles:
Leg‘ nur dein Glück darauf !
Sie heben’s wie auf Händen
zum Sternenlicht hinauf.
Die Wasser tragen alles:
Leg‘ auch dein Leid darauf !
Sie tragen’s nach dem Meere
in nimmermüdem Lauf.

Karl Ernst Knodt

Foto: Gerd Taron

Aus China:

Einen Weisen im alten China fragten einmal seine Schüler:
„Du stehst nun schon so lange vor diesem Fluss und schaust ins Wasser.
Was siehst du denn da?“

Der Weise gab keine Antwort. Er wandte den Blick nicht ab
von dem unablässig strömenden Wasser. Endlich sprach er:

„Das Wasser lehrt uns, wie wir leben sollen.
Wohin es fließt, bringt es Leben und teilt sich aus an alle,
die seiner bedürfen.
Es ist gütig und freigiebig.

Die Unebenheiten des Geländes versteht es auszugleichen.
Es ist gerecht.

Ohne zu zögern in seinem Lauf,
stürzt es sich über Steilwände in die Tiefe.
Es ist mutig.

Seine Oberfläche ist glatt und ebenmäßig,
aber es kann verborgene Tiefen bilden.
Es ist weise.

Felsen, die ihm im Lauf entgegenstehen, umfließt es.
Es ist verträglich.

Aber seine Kraft ist Tag und Nacht am Werk,
das Hindernis zu beseitigen.
Es ist ausdauernd.

Wie viele Windungen es auch auf sich nehmen muss,
niemals verliert es die Richtung zu seinem ewigen Ziel,
dem Meer, aus dem Auge.
Es ist zielbewusst.

Und so oft es auch verunreinigt wird, bemüht es sich doch unablässig,
wieder rein zu werden.
Es hat die Kraft, sich immer wieder zu erneuern.

Das alles ist es, warum ich auf das Wasser schaue.
Es lehrt mich das rechte Leben!“

Foto: Brina Stein

Schaukelnd ruht auf den Wellen der Kahn,
das Wasser gluckst unter den Planken.
Zur Mitte des Sees würde gerne ich fahrn,
zurücklassen all meine Gedanken.
Im dümpelnden Boot triebe ich dahin,
befreit von Alltag und Sorgen.
Der Mond würde silberne Bahnen ziehn
ich fragte mich nicht: was wird wohl morgen?
Sterne würden funkelnd erwachen,
Stille wäre rings um mich her;
tiefe Ruhe – und mein Herz würde lachen;
innerer Frieden – ich wünsche ihn mir sehr!

© Edith Tries

Foto: Brina Stein

Am Horizont

Erinnert dich das Meer an das,
was du vergessen hast –
deine Zugehörigkeit zu Allem?
Es rauscht, als gingst du es nichts an,
aber es ist nicht so.
Jede Welle hat ihr Aufbäumen,
ihren Zusammenbruch, ihr Auslaufen
und ist darin das Gleichnis,
damit wir nicht vergessen,
dass es uns vollkommen gibt.
Achte darauf, wie oft deine Augen
zum Horizont gehen,
auch wenn es da nichts zu sehen gibt.
Dorthin lädst du dich ein,
dorthin bist du eingeladen,
weil der andere von dir,
die andere in dir,
dort stattfindet.
Ulrich ‚Schaffer

Foto: Sitta Derstroff

Das Leben ist, wie das Meer.
Es wiegt Dich sanft und stürmig
im Rhythmus des Großen
und
Ganzen.
Es spült Dich zum Strand Deiner Seele,
lässt Dich an Land gehen
für eine Handvoll Erfahrungen
und
nimmt Dich wieder in sich auf
für die Zeit,
die vergehen muss.
Anja Schindler
Ich wünsche ein erfrischendes Wochenende, ob an einem Bach, einem Fluss oder gar am Meer.

Ihr/Euer

Gerd Taron

Hinweis in eigener Sache:

Sonntag, 22.07.18 – 15 Uhr – Literarischer Sommer im Woogtal in Königstein im Taunus

Treffpunkt: Kur- und Stadtinformation in Königstein am Taunus, Hauptstraße 13a

Laute, leise Welt – Literarischer Wochenendgruß vom 13.07.18

Laute, leise Welt – Literarischer Wochenendgruß vom 13.07.18

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

in den vergangenen Wochen befand ich mich in einem Wartezimmer einer Arztpraxis. Wegen der Hitze waren die Fenster geöffnet. Straßenlärm drang in das Zimmer hinein. Neben mir saß eine ältere Dame, die unverhofft ein älteres Ehepaar traf. Sie kannten sich gut und hatten viel zu erzählen. Dies geschah nicht im Flüsterton, sondern so, dass jeder der anderen Wartenden alles mithören konnte.

Nach erfolgreicher Untersuchung begab ich mich in einen Bus. Und höre da: Lautes Gerede in den unterschiedlichsten Sprachen umspülten mein Ohr. Als ich endlich an der Bus-Haltestelle meines geliebten Rettershofes ankam, erwartete mich eine Stille. Ein Säuseln der Bäume, ein paar Vögel das waren zarte Geräusche und kein Vergleich mit dem Lärm der vorigen Stunden.

Mir fällt noch etwas anderes auf: Die Welt wird immer lauter. Wer seine Meinung und seine Überzeugung anderen mitteilen will, schreit sie hinaus. Je aggressiver, je wirkungsvoller? Die leisen Botschaften werden kaum noch gehört und wahrgenommen, so erscheint es mir. Vielleicht führt dieser Wochenendgruß zu neuem Nachdenken. Dies wäre mein großer Wunsch.

Foto: Gerd Taron

Alles Laute ertrinkt im Augenblick.
Alles Leise erfüllt den Augenblick.

(Carl Peter Fröhling)

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Die größten Ereignisse – das sind nicht unsre lautesten, sondern unsre stillsten Stunden.

~Friedrich Nietzsche~ Werke II – Also sprach Zarathustra

Betende Gruppe – Foto: Angelika Quast-Fischer

Es sind nicht immer die Lauten stark,
nur weil sie Lautstark sind !
Es gibt so viele, denen das Leben ,
leise besser gelingt.

~Konstantin Wecker~

Foto: Gerd Taron

Leise kommt das Wichtige zu dir

In einer Zeit voller Unruhe, in der es manchmal scheint, als würde nur noch das Laute, Aufdringliche gehört, gilt trotzdem noch, dass das Wichtige sehr oft leise zu uns kommt. Für viele von uns ist es schwer geworden, auf diese zarten Töne zu achten und sie, wenn wir sie hören, auch wertzuschätzen. Wir laufen Gefahr, Gefangene der Vordergründigkeit zu werden. Das Wichtige kommt häufig aus der Welt der größeren Zusammenhänge und aus einer Tiefe, die nicht den Zeitströmungen unterworfen ist. Da gibt es eine Weisheit, die sich von tief in uns meldet und die bei unserem Bewusstsein anklopft und uns zum Leben einlädt. Um sie zu hören, müssen wir uns manchmal von dem abkehren, was sich anbiedert und sich uns aufdrängt.
Wir scheinen in immer größerer Unsicherheit zu leben. Es scheint keine persönliche oder politische Sicherheit mehr zu geben. Wichtig ist es dann, dass wir uns nicht von dem, was uns vom Wichtigen ablenkt, befriedigen lassen. Dies ist die Zeit, die uralten Werte, die uns schon seit Jahrtausenden bewegen, wieder neu zu entdecken: Liebe, Erhaltung des Lebens, Sinnfindung, echte Freiheit, die nicht auf Kosten des andern lebt, und tiefer Respekt vor der Einmaligkeit aller Menschen.

Ulrich Schaffer

Foto: Brina Stein

Leise Menschen,
stille Freundschaften,
stille Worte,
stille Zeichen
übertönen lautstarkes Getue,
überdauern
die Kurzlebigkeit
großer Versprechungen,
leerer Gesten.
(Margot Bickel)

Foto: Gerd Taron

Singet leise, leise, leise, singt ein flüsternd Wiegenlied, von dem Monde lernt die Weise, der so still am Himmel zieht. Singt ein Lied so süß gelinde, wie die Quellen auf den Kieseln, wie die Bienen um die Linde summen, murmeln, flüstern, rieseln…

Clemens Brentano

Paradiesische Zeiten – Bild von Lissy Theissen

Ich mag

warmen Sand unter meinen Füßen,
Vogelgezwitscher im Morgengrauen,
wundervolle Menschen in meinem Leben,
warmen Wind auf meiner Haut,
Träume die gelebt werden,
Umarmungen die von Herzen kommen,
das saftige hellgrün der Bäume im
Frühling,
Sommergewitter,
meine Freunde,
barfuß durch feuchtes Gras laufen,
laut im Auto singen,
das Gefühl, dass das Leben erst losgeht,
der Geruch nach einem Sommerregen
und von frisch gemähtem Gras,
Erinnerungen die mich zum Lächeln bringen,
absolute Stille,
intensive Gespräche und
Diskussionen bei Kerzenschein und
Rotwein, angelächelt werden,
ohne selber gelächelt zu haben,
lachen, bis mir die Tränen kommen,
merken, wenn man ein schläft,
einfach merken,
dass man lebt.
Autor unbekannt

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Hast Du eine Hoffnung, die in Erfüllung gehen soll,
so fange einen Schmetterling, und flüstere ihm Deinen Wunsch !
Schmetterlinge geben keinen Laut von sich, und verraten niemandem etwas, außer dem Himmel ! Laß ihn Deinen Wunsch in den Himmel tragen,
und er wird erhört…

Alte hawaiianische Weisheit

Foto: Gerd Taron

Mögest du dir die Zeit nehmen, die stillen Wunder zu feiern, die in der lauten Welt keine Bewunderer haben.

Irischer Segenswunsch

Ein stilles, vielleicht auch einmal lautloses Wochenende wünscht Ihnen

Ihr/Euer

Gerd Taron

Hitze pur – Nachlese vom literarischen Reise-.Spaziergang rund um den Frankfurter Hauptbahnhof

Hitze pur – Nachlese vom literarischen Reise-.Spaziergang rund um den Frankfurter Hauptbahnhof

Frankfurt am Main, 08.07.2018

Es war warm, sehr warm. In der Nähe schwitzten die Teilnehmer des Euro-Ironman (zu deutsch Europameisterschaften der Triathleten).

Beim literarischen Spaziergang „Gute Reise“ ging es etwas beschaulicher zu. Die Schattenseiten wurden gesucht und gefunden.

Diese drei Damen sollten im Laufe des Spaziergangs noch eine wichtige Rolle spielen … – Von links nach rechts: Franziska Franz, Brina Stein und Andreina Bonanni – Foto: Gerd Taron

Foto: Gerd Taron

Luftveränderung

Fahre mit der Eisenbahn,
fahre, Junge, fahre!
Auf dem Dach vom Wasserhahn
wehen deine Haare.

Tauch in fremde Städte ein,
lauf in fremden Gassen;
höre fremde Menschen schrein,
trink aus fremden Tassen.

Flieh Betrieb und Telefon,
grab in alten Schmökern,
sieh am Seinekai, mein Sohn,
Weisheit still verhökern.

Lauf in Afrika umher,
reise durch Oasen;
lausche auf ein blaues Meer,
hör den Mistral blasen.

Wie du auch die Welt durchflitzt
Ohne Rast und Ruh –
Hinten auf dem Puffer sitzt
du.

Kurt Tucholsky

Im Behördenzentrum unterhalb der Finanzämter und Arbeitsgerichte gab es eine Uraufführung: Wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt …

Foto: Gerd Taron

Die vielseitige Autorin Franziska Franz (Kinderbuch, Liebesroman, Krimis) trug dieses Lied im besonderen „Wiener Schmäh“ aus ihrem Roman „Sara und die Regentage“ vor. Und einen Einblick in das Hotel Sacher in Wien gab es noch als Bonmot dazu.

Mit dem Text von „Zwei kleine Italiener“ aus jener Zeit gab es eine gelungene Überleitung zu Andreina Bonanni.

Foto: Brina Stein – Gerd Taron mit Andreina Bonanni

Im Gespräch mit dem Autor gab Andreina Bonanni Einblicke in das Seelenleben ihrer italienischen Landsleute in den Zeiten des Wirtschaftswunders. Diesmal war Andreina Bonanni nicht mit ihrem Saxophon oder Querflöte unterwegs.

Foto: Gerd Taron

Unterwegs gab es dann noch einen Einblick in das Reisen der 1950er/1960er Jahre.. Mit dem Zug in die „Baltische Pier“ aus dem Buch „Bahnhofsimpressionen“ aus dem Jahre 1959..

Endlich kamen die literarischen Spaziergänger bei der Hitze ans Wasser. Trommelwirbel begleitete die Lesung von Brina Stein aus ihrem Buch „115 Tage an Tisch 10“. Zugegeben – es galt diesmal nicht Brina Stein, sondern den Teilnehmern des Eisen-Ironman“. So viele Trommler hat nicht jeder Autor bei seiner Lesung …

Zum Abschluss trafen sich die Teilnehmer im „Wintergarten“ des Café Nussknacker. Ein Teilnehmer, der literarisch sehr bewandert war, gab, obwohl er den Beginn des literarischen Spazierganges versäumt hatte, eine besondere Kostprobe. Er intonierte das Lied „Schneeflöckchen“ von Conny Froeboess aus den 1960er Jahren.

Bei den Temperaturen war es eine willkommene Abkühlung.

Ein sehr kurzweiliger Nachmittag fand auf diese Weise ein besonderes Ende …

Gerd Taron

PS:

Zu den Mitwirkenden:

Andreina Bonanni: Als Saxophonistin ist sie mit Franco Vicrca (www.expressione-duo.com) unterwegs. Im Rahmen der klassischen Musik (Geige und Querflöte) mit Christina Heim.

Franziska ‚Franz https://franziskafranz.wordpress.com/

Brina Stein: http://www.brina-stein.de/

Auf youtube können sie die Lieder von Rudi Schuricke und Conny Froboess noch einmal hören und sehen:

Zwei kleine Italiener

Wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt

Auf Reisen sein – Literarischer Wochenendgruß vom 06.07.18

Auf Reisen sein – Literarischer Wochenendgruß vom 06.07.18

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,

auf Reisen sind derzeit viele in unserem Laube. Ob zu Lande, zu Wasser oder in der Luft – die Menschen in dieser Jahreszeit sind unterwegs und erholen und erkunden neue Landschaften oder vielleicht dabei auch sich selbst. Sie erkunden die Welt, wobei es nicht unbedingt die große weite Welt sein muss. Manchmal liegt das Gute doch so nah.

Daher widmet sich dieser Wochenendgruß dem Thema Reisen mit etwas ungewöhnlichen Texten und schönen Fotos.

Foto: Gerd Taron

Unterwegs immer wieder anhalten,
wahr nehmen, was ist,
uns freuen an dem,
was wir erreicht haben,
annehmen,
dass nicht alles gelungen ist.
Uns Zeit nehmen,
neue Kräfte schöpfen,
uns neu orientieren,
uns leiten lassen von dem,
was für uns wesentlich ist.
Weiterschreiten, wie es mir entspricht,
in der Hoffnung,
dass wir immer mehr werden,
was wir letztlich sein können.

(Max Feigenwinter)

Foto: Brina Stein

Von der Sehnsucht

„Ach“, seufzte die Sehnsucht.

„Was hat sie denn?“, fragte der Pragmatismus die Vernunft.
„Das ist ganz normal, so ist sie halt“, sagte die Vernunft.

Dem Pragmatismus aber tat die Sehnsucht leid.
Also ging er zu ihr und fragte: „Hallo Sehnsucht,
was ist den los?“

„Ach, nichts weiter. Ich würde nur so gerne in die Ferne reisen.“

„Na, das ist doch nicht schwer!“, rief der Pragmatismus.
„Da musst du doch nur eine Reise buchen. Wohin soll es denn gehen?“

„Ach, ich möchte so viele Orte sehen.“

„Dann buchst du eben gleich eine Weltreise.“

„Ach, aber alles kann ich ohnehin nicht sehen.“

„Aber wenigsten etwas.“

„Ach, ich würde immer zu wenig sehen. Es gäbe immer Plätze, zu denen ich auch noch reisen würde.“

„Und so sitzt du lieber hier und seufzt?“

„Ach“, sagte die Sehnsucht.

Da fiel dem Pragmatismus nichts weiter ein.

Tania Konnerth – Geschichten die ein Lächeln schenken

Foto: Gerd Taron

Beim Anblick der Menschen auf Reisen,
meine Gedanken fortgetragen von den Gleisen.
Zugegeben, überaus fantastische Imaginationen,
doch mein Selbst kehrt zurück aus seinen Exkursionen.

So prüfe ich erneut mein Herz
und komme zu folgendem Schluss,
dabei denkend an meine Liebste,
weshalb ich dies jetzt sagen muss:

Das Schönste ist am Reisen,
das Gefühl, angekommen zu sein
und dort zu verweilen

Autor unbekannt

Der Zug des Lebens
.
Das Leben ist wie eine Reise im Zug.
Vor einiger Zeit las ich ein Buch,
worin das Leben mit einer Zugreise verglichen wurde.
Eine sehr interessante Lektüre.
.
Das Leben ist wie eine Reise im Zug:
Man steigt oft ein und aus, es gibt Unfälle,
bei manchen Aufenthalten angenehme Überraschungen
und tiefe Traurigkeit bei anderen.
.
Wenn wir geboren werden und in den Zug einsteigen,
treffen wir Menschen, von denen wir glauben,
dass sie uns während unserer ganzen Reise
begleiten werden: unsere Eltern.
Leider ist die Wahrheit eine andere.
Sie steigen bei einer Station aus
und lassen uns ohne ihre Liebe und Zuneigung,
ohne ihre Freundschaft und Gesellschaft zurück.
.
Allerdings steigen andere Personen,
die für uns sehr wichtig werden, in den Zug ein.
Es sind unsere Geschwister, unsere Freunde
und diese wunderbaren Menschen, die wir lieben.
Manche dieser Personen die einsteigen,
betrachten die Reise als kleinen Spaziergang.
Andere finden nur Traurigkeit auf ihrer Reise.
Und es gibt wieder andere im Zug,
die immer da und bereit sind, denen zu helfen,
die es brauchen.
.
Manche hinterlassen beim Aussteigen
eine immer währende Sehnsucht.
Manche steigen ein, und wieder aus,
und wir haben sie kaum bemerkt.
Es erstaunt uns, dass manche der Passagiere,
die wir am liebsten haben,
sich in einen anderen Waggon setzen
und uns die Reise in diesem Abschnitt alleine machen lassen.
.
Selbstverständlich lassen wir uns nicht davon abhalten,
die Mühe auf uns zu nehmen, sie zu suchen
und uns zu ihrem Wagon durchzukämpfen.
Leider können wir uns manchmal nicht zu ihnen setzen,
da der Platz an ihrer Seite schon besetzt ist.
Versuchen wir mit unseren Mitreisenden gut auszukommen,
und suchen wir das Beste in jedem von ihnen.
.
Erinnern wir uns daran,
dass in jedem Abschnitt der Strecke
einer der Gefährten schwanken kann
und möglicherweise unser Verständnis braucht.
Auch wir werden öfter schwanken
und es wird jemanden geben,
der uns versteht.
.
Das große Mysterium der Reise ist,
dass wir nicht wissen,
wann wir endgültig aussteigen werden und genau so wenig,
wann unsere Mitreisenden aussteigen werden,
nicht einmal der, der gleich neben uns sitzt.
Ich glaube, ich werde wehmütig sein,
wenn ich aus dem Zug für immer aussteige.
.
Die Trennung von einigen Freunden,
die ich während der Reise traf,
wird schmerzhaft sein.
Meine Liebsten allein zu lassen,
wird sehr traurig sein.
.
Aber ich habe die Hoffnung,
dass irgendwann der Zentralbahnhof kommt,
und ich habe das Gefühl, sie ankommen zu sehen,
mit Gepäck, das sie beim Einsteigen noch nicht hatten.
.
Was mich glücklich machen wird, ist der Gedanke,
dass ich mitgeholfen habe
ihr Gepäck zu vermehren und wertvoller zu machen.
.
Schauen wir darauf, dass wir eine gute Reise haben
und das sich am Ende die Mühe gelohnt hat.
.
Versuchen wir, dass wir beim Aussteigen
einen leeren Sitz zurücklassen,
der Sehnsucht und schöne Erinnerungen
bei den Weiterreisenden hinterlässt.
Ich wünsche allen eine Gute Reise.
.
Verfasser unbekannt

Foto: Brina Stein

“ Wir leben alle in dieser Welt an Bord eines Schiffes, das von einem Hafen unterwegs ist, den wir nicht kennen, zu einem Hafen, von dem wir nichts wissen. Und wir müssen füreinander die Liebenswürdigkeit von Menschen aufbringen, die sich auf einer gemeinsamen Reise befinden.“ – was für ein schöner Satz des portugiesischen Schriftstellers Fernando Pessoa. Unser Leben als Schiffsreise. Der Hafen, von dem wir ablegen – unbekannt. Der Hafen, in den wir mal einlaufen werden – auch unbekannt. Wir wissen nichts. Wir können nur hoffen, dass da ein Hafen sein wird und dass wir dort zur Ruhe kommen und geborgen sind, endgültig geborgen. Bis dahin sind wir aber auf einem Schiff. Auf einem Schiff, das an wunderschönen Ländern vorbei kommt. Von dem aus wir schreckliche Landschaften sehen. Wir erleben sonnige Tage an Deck aber auch Stürme die uns beuteln. Vielleicht auch Motorschäden, die das Schiff zum Stillstand bringen. Aber immer sind wir umgeben von Menschen an Bord. Vielen Menschen, die in unserer Kabine, die im Oberdeck und noch viel mehr im Unterdeck. Die meisten sehen wir nur von Ferne oder gar nicht. Ein paar wenige sind uns nahe, aber alle sind sie doch an Bord – unsere Reisegenossen. Verbunden mit uns durch den gemeinsamen Hafen am Anfang und am Ende der Reise. Gemeinsam auf dem großen Schiff, das wir Leben nennen. Könnte diese Verbundenheit nicht tatsächlich bewirken, dass wir Reisende liebenswürdig miteinander umgehen? Und die begrenzte Zeit, die wir miteinander auf dem Schiff haben, so schön wie möglich miteinander verbringen? ”
~ Dr. Peter Kottlorz

Ich wünsche allen eine schöne Ferienzeit.

Ihr/Euer

Gerd Taron

Hinweis in eigener Sache:

Am Sonntag, 08.07.18 ab 14 Uhr findet zum Thema Reisen ein literarischer Spaziergang rund um den Frankfurter Hauptbahnhof statt. Treffpunkt ist der Nebenausgang Gleis 1 Mannheimer Straße.

Weitere Informationen finden Sie unter:

https://gerdtaronantiquariat.wordpress.com/2018/07/01/gute-reise-ein-literarischer-spaziergang-rund-um-den-frankfurter-hauptbahnhof-am-sonntag-08-07-18-ab-14-uhr/

Gute Reise! – Ein literarischer Spaziergang rund um den Frankfurter Hauptbahnhof am Sonntag, 08.07.18 ab 14 Uhr

Gute Reise! – Ein literarischer Spaziergang rund um den Frankfurter Hauptbahnhof am Sonntag, 08.07.18 ab 14 Uhr

Treffpunkt: Gleis 1 – Nebenausgang Mannheimer Straße Frankfurter Hauptbahnhof

Liebe Freunde der Kultur,

einige Leser dieser Zeilen befinden sich bereits irgendwo in der weiten Welt am Strand oder sind anderswo unterwegs. Andere freuen sich auf den bevorstehenden Urlaub.

Wie sagte einst Joseph von Eichendorff in „Ahnung und Gegenwart“:

„Es geht doch nichts übers Reisen, wenn man nicht dahin oder dorthin reiset, sondern in die Welt hinein, wie es Gott gefällt! Wie uns aus Wäldern, Bergen, aus blühenden Mädchengesichtern, aus Strömen und alten Burgen das noch unbekannte, überschwengliche Leben ernst und fröhlich aussieht! – Das Leben der meisten ist eine immerwährende Geschäftsreise vom Buttermarkt zum Käsemarkt; das Leben der Poetischen dagegen ein freies, unendliches Reisen nach dem Himmelreich.“

Ein Ort, wo das Reisen beginnen kann, ist der Bahnhof. So war es in meiner Kindheit und Jugend, wenn die Familie zum Urlaub nach Österreich aufbrach.

Alle, die noch zu Hause verweilen, lade ich zu einer Urlaubsreise in das Gestern und das Heute ein.

Zum literarischen Spaziergang am Sonntag, 08.07.18 ab 14 Uhr am Frankfurter Hauptbahnhof kommen besondere Gäste:

Andreina Bonanni, die die Sehnsucht nach Reisen nicht nur in ihrem Heimatland auf besondere Weise kennt.

Franziska Franz, die ein bekanntes Lied der 1950er Jahre auf ungewöhnliche Weise zu Gehör bringt.

Brina Stein, für die das Reisen mehr ist als nur ein „Event“.

Beim Gang durch das Gutleutviertel und zum Main gibt es spannende Geschichten zu hören und zu erleben.

Zum Abschluss kann, wer mag, im Café Nussknacker, Karlsruher Straße 5, an der Südseite des Frankfurter Hauptbahnhofes verweilen.

Ich freue mich auf ein Wiedersehen oder Kennenlernen am Sonntag, 08.07.18

Ihr/Euer

Gerd Taron

Und es ist Sommer – Literarischer Wochenendgruß vom 29.06.18

Und es ist Sommer – Literarischer Wochenendgruß vom 29.06.18

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

in Hessen und anderen Bundesländern haben die Sommerferien begonnen. Nicht nur für Schüler und Lehrer ist es die wohl schönste Zeit des Jahres. Endlich sind keine Pflichten, wie zum Beispiel Hausaufgaben, zu erfüllen. Freie Zeit, die jeder für sich nutzen kann, wie es ihm beliebt.

Die Sonne zeigt sich derzeit in unseren Breitengraden von ihrer besten Seite.. Die Texte dieser Sommer-Ausgabe wurden beim literarischen Sommer-Spaziergang am vergangenen Sonntag rund um den Rettershof präsentiert.

Foto: Gerd Taron

In prächtigen Farben
naht wieder der Sommer.
Der Wind spielt
lächelnd im Haar,
streicht über die Felder,
liebkost deine Wangen.
Du weinst,
weil so schön
es einst war …
In prächtigen Farben
naht wieder der Sommer,
schenkt Blumen
und Wärme und Licht;
Erinnerung wandert
durch Tannenwälder,
die hohen Bäume
sie warten auf
auf dich …
Im Sommer kannst einmal noch
Hitze atmen,
die Liebe, das Sein
und den Tod;
in Farben und Flammen
schlägt alles zusammen –
an diesen Tagen
in Rot.

(Ingrid Streicher)

Foto: Gerd Taron

Soll ich denn einen Sommertag dich nennen,
dich, der an Herrlichkeit die überglänzt?
Dem Mai will Sturm die Blütenpracht nicht gönnen,
und Sommers Herrschaft ist so eng begrenzt.
Oft leuchten seines Blickes Feuerfarben,
doch bald auch hört das goldne Glänzen auf,
bis seine allerletzten Spuren starben
in Wechsel und natürlichem Verlauf.
Dir aber soll der Sommer niemals scheiden,
die Zeit sei fern, dass Schönheit dir verdirbt.
Des Todes gier`ger Blick weiß ich zu meiden:
mein Wort verhütet, dass dein Wesen stirbt.
Solange Ohren hören, Augen sehn,
besteht mein Lied, wirst du im Lied bestehn!
Karl Kraus, Nachdichtung des 18. Sonetts von Shakespeare

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Sommer

Weißt du, wie der Sommer riecht?
Nach Birnen und nach Nelken,
nach Äpfeln und Vergißmeinnicht,
die in der Sonne welken,
nach heißem Sand und kühlem See
und nassen Badehosen,
nach Wasserball und Sonnenkrem,
nach Straßenstaub und Rosen.
Weißt du, wie der Sommer schmeckt?
Nach gelben Aprikosen
und Walderdbeeren, halb versteckt
zwischen Gras und Moosen,
nach Himbeereis, Vanilleeis
und Eis aus Schokolade,
nach Sauerklee vom Wiesenrand
und Brauselimonade.
Weißt du, wie der Sommer klingt?
Nach einer Flötenweise,
die durch die Mittagsstille dringt,
ein Vogel zwitschert leise,
dumpf fällt ein Apfel in das Gras,
der Wind rauscht in den Bäumen,
ein Kind lacht hell, dann schweigt es schnell
und möchte lieber träumen.

Ilse Kleberger

Sommergäste

Kohlweißling flattert durch den Garten,
sucht sich die schönste Blüte aus.
Die Rose lädt ihn freundlich ein,
bald setzt er sich zum süßen Schmaus.
Die Hummeln summen im Lavendel,
dem fremden Gast vom Mittelmeer,
von seinem Duft bald schläfrig trunken,
den Pelz vom Blütenstaube schwer.
Sie lieben auch die Anemonen,
die stolz den Kopf nach oben recken
und ihre rosaroten Blüten
der Sonne froh entgegen strecken.
Die Bienen tun’s den Hummeln gleich
und sammeln fleißig Nektar ein.
Die Ringelblumen bitten herzlich,
bei ihnen auch zu Gast zu sein.
Selbst Löwenmaul und Margueriten,
die ersten Dahlien, gelb und rot,
bewirten gern die Sommergäste.
So leidet niemand derzeit Not.
Es summt und brummt in unserm Garten,
die Amsel zwitschert froh ihr Lied,
das wie die kleine weiße Wolke
am Himmel schnell von dannen zieht.

© Christa Kluge

Foto: Gerd Taron

Sommerpoesie …

Sattes Grün tränkt meine Augen
in einem See von Leben Pur
darf genüsslich Frieden saugen
an dem Busen der Natur
Herz und Seele sind verbunden
tanzen, singen, jubilieren
drehen fröhlich ihre Runden
bis sie sich im Rausch verlieren
Höre Nachtigall und Meise
Lieder voller Harmonie
führen mich auf meiner Reise
durch die Sommerpoesie
Leise flüsternd hör ich´s rauschen
aus des Blätter-Kronen-Kleid
gib mich hin, dem Klang zu lauschen
löse mich aus Raum und Zeit
Sonnenlicht küsst meine Seele
Sommerwind streift meinen Geist
bis dass nichts mehr meinem Wohlsein fehle
und mir meinen Weg des Daseins weist

Cäcilia Wentker

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Wie freu‘ ich mich der Sommerwonne!
Wie freu‘ ich mich der Sommerwonne,
Des frischen Grüns in Feld und Wald,
Wenn’s lebt und webt im Glanz der Sonne
Und wenn’s von allen Zweigen schallt!
Ich möchte jedes Blümchen fragen:
Hast du nicht einen Gruß für mich?
Ich möchte jedem Vogel sagen:
Sing, Vöglein, sing und freue dich!
Die Welt ist mein, ich fühl es wieder:
Wer wollte sich nicht ihrer freu’n,
Wenn er durch frohe Frühlingslieder
Sich seine Jugend kann erneu’n?
Kein Sehnen zieht mich in die Ferne,
Kein Hoffen lohnet mich mit Schmerz;
Da wo ich bin, da bin ich gerne,
Denn meine Heimat ist mein Herz.

Hoffmann von Fallersleben

Foto: Gerd Taron

Sommergebet

Es prangen Granatäpfelranken im Garten
Und blühen so warm wie das Tagesverglühen.
Zypressen wie riesige Schattenstandarten
Beginnen im Garten die Nacht zu verfrühen.
Wir heben die Arme empor zu dem Brande,
Ich tauche wie nackt bis zum Herzen in Flammen.
Mein Wesen erschaut sich im Blütengewande:
Auch ich blute auf mit den Baumbräutigamen.
Du Sonne in Scharlach, mit purpurnen Schleppen,
Entfunkelst mir unter Granatäpfelranken.
Ich komme zu dir auf lebendigen Treppen,
Ich gleiche der Abende bebendem Danken.
Ich werde ein Wahn und sein Wallen in Wangen,
Ich bin des Granatapfels fieberndes Blühen,
Die Sprühwürmchen sollen ihr Funkeln empfangen,
Verkündet, entzündet sie, Brüder im Glühen!
Theodor Däubler (1876 – 1934)

Ein sonniges Sommerwochenende mit viel Sonnenschein wünscht Ihnen

Ihr/Euer

Gerd Taron

Mit anderen Augen sehen – Literarischer Wochenendgruß vom 22.06.18

Mit anderen Augen sehen – Literarischer Wochenendgruß vom 22.06.18

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

jeder der gesunde Augen hat, möge sich darüber freuen, dass er alles scharf sehen kann. Ob das auch im übertragenen Sinne gilt, ist eine andere Angelegenheit.

Menschen, die andere, kranke Augen haben, sehen dafür anderes viel schärfer als der Gesunde. Sie haben gelernt, mit der Krankheit zu leben. Es ist immer wieder beeindruckend wie sie zum Beispiel trotz der „Behinderung“, wunderbare Fotos zustande bringen.

In den vergangenen Tagen habe ich leider auch die Erfahrung erleben müssen, dass einige die mit gesunden Augen leben, kein Verständnis für Menschen mit kranken Augen aufbringen. Da begegnet einem manchmal ein Satz wie „Das müssen Sie doch sehen.“

Im übertragenen Sinne kann dies bedeuten, dass man auf diese Art diese Menschen mit einer solchen Einstellung von der negativen Seite plötzlich kennenlernt. Man sieht dann alles anders.

Dieser Wochenendgruß ist daher all denen gewidmet, die trotz aller Misslichkeiten mit sehenden Augen der Welt begegnen.

Hans Joerg Kampfenkel, der nur noch auf einem Auge sehen kann, hat diese wunderschönen Fotos zu diesem Wochenendgruß beigetragen.

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Augen sind die Tür zum Menschen,
können dich wärmen oder dich frieren lassen,
können eine Wand sein
oder dich ganz sanft umarmen
und die Tür öffnen zum Herzen

Engelbert Schinkel

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Mit unseren Augen entdecken wir das Schöne,
doch nur mit unseren Herzen entdecken wir die Wunder.

© Paulo Coelho

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

..wenn Augen sprechen..
Augen sehen
was das Herz spürt,
doch der Verstand
nicht fühlt.

Augen sprechen,
Herzen fühlen
was sie empfinden,
doch der Verstand
nicht glauben will.

Augen weinen,
Herzen zerbrechen
wenn Worte weiter
den Verstand
manipulieren.

Augen strahlen,
Herzen lächeln,
wenn sich
die Sprache
der Liebe
mit dem Verstand
versteht.

Text: © Monika Heckh

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Deine Augen
sind das
Sprachrohr
Deiner Seele.
Sie erzählen
mir Deine Geschichten,
Geschichten
des Herzens
von Liebe,
von Trauer
und
Glück,
von Freude,
Kinderzeit
und
Lebensknick.
Deine Augen
kennen keine Lüge,
sie kennen alle Wege
und wissen,
wie es war.
Sie bitten um Hilfe,
sie danken mir
und
strafen mich,
wenn ich zu nah
Dir trete.
Doch schenken sie mir Vertrauen,
dann schenke mir
nur den einen
Augenblick
und
ich
erzähl
von Deinem
Leben.
-GABE-

Anja Schindler

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Wir haben verlernt, die Augen auf etwas ruhen zu lassen.
Deshalb erkennen wir so wenig….

Jean Giono

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Die Augen sind das Kostbarste, was ein Mensch besitzt und das Einzige, womit er nicht betrügen kann, sein Äußeres kann man beliebig verändern und bei jedem Wort hat man die Wahl zwischen Wahrheit und Lüge, aber Augen sind Fenster zum Innersten, und die Seele lügt nie, deshalb lass Dich nicht von einem perfekten Äußeren blenden, und auch nicht von den gebildetsten Worten verführen, sondern schütze Deine eigenen Augen, um in denen Deines Gegenübers lesen und erkennen zu können, ob es auch wirklich ehrlich zu Dir ist.

Quelle: facebook

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Das Grün der Wiesen ~ erfreue deine Augen.
Das Blau des Himmels ~ überstrahle deinen Kummer.
Die Sanftheit der kommenden Nacht ~
mache alle dunklen Gedanken unsichtbar!

Irischer Segenswunsch

Ich wünsche Ihnen, dass Sie durch dieses Wochenende mit besonders sehenden Augen gehen.

Ihr/Euer

Gerd Taron

Immer nur reden – Literarischer Wochenendgruß vom 15.06.18

Immer nur reden – Literarischer Wochenendgruß vom 15.06.18

Liebe interessierte Leser des literarischen Wochenendgrußes,

in den vergangenen Tagen hatte ich die Aufgabe bei einer Sitzung das Protokoll zu führen. Es wurde viel und lange geredet. Dies alles aufzunehmen und später zu dokumentieren ist nicht immer einfach. Es gibt andererseits immer wieder Menschen, die gerne und viel reden, vor allem über sich selbst – sei es aus Eitelkeit, Eigennutz oder Egoismus.

Das Thema „Reden“ habe ich erneut aufgenommen und dabei zwei Texte vom 09.03.18 erneut verwendet, weil sie so passend erscheinen.

Foto: Brina Stein

Meide jene, die viel reden, bevor sie handeln, jene, die niemals einen Schritt getan haben, ohne vorher sicher zu sein, dafür gelobt zu werden.
Halte dich vielmehr an jene, die dir, wenn du dich irrtest, niemals gesagt haben: ‘Ich hätte das anders gemacht.’ Denn wenn sie etwas nicht getan haben, können sie darüber auch kein Urteil fällen.
Paulo Coelho

Foto: Gisela Michaelis

Die weise Bank ☼
Ein Flüstern im Vorübergehen
drang in mein Ohr, sah sie da stehen
Ganz leise hörte ich sie reden:
Komm her, ich spreche nicht mit jedem!
Ich öffnete mich ihrem Plauschen
fühlte die Zeit vorüber rauschen
schon viele Menschen, auf ihr weilten
oder an ihr vorüber eilten
Sie hörte all ihre Geschichten
und konnte mir so viel berichten
von ihren Sorgen und den Nöten
und manches ließ sie auch erröten
Sie sah die Menschen, wie sie waren
und konnte vieles schon erfahren
über das Leben hier auf Erden
sie könnte glatt Psychiater werden!
Könnte sie sprechen, würd´ sie sagen:
Du kannst das Leid der Welt nicht tragen
Höre den Menschen einfach zu
sei mit ihnen in aller Ruh´
Gib keine Antwort ohne Fragen
lass sie sich selbst die Antwort sagen
denn sie alleine können wissen
wie sie ihr Leben leben müssen …
Cäcilia Wentker

Foto: Olaf Jahnke

Langeweile
Die dies nu gar nicht nötig haben
Die brauchen’s wohl am meisten
Reden mit Worten die sie nicht geschliffen haben
Von Philosophen die sie nicht begriffen haben
Reden von Bürden die sie nicht getragen haben
Und von den Wunden die sie nicht geschlagen haben
Reden vom Unrecht das sie nicht erlitten haben
Und von den Siegen die sie nicht erstritten haben
Revolutionen die sie nicht gezündet haben
Von Evangelien die sie nicht ergründet haben
Und schlafen ein mit einer Dose Langeweile
Und haben’s leicht und haben’s schwer
Und sind so voll und sind so leer
Die die noch nichts gesehen haben
Die sind die Meistgereisten
Reden von Liebe die sie nie genossen haben
Und von den Tränen die sie nie vergossen haben
Reden von Träumen die sie nie besessen haben
Verbot’nen Früchten die sie nie gegessen haben
Reden von Schlägen die sie nie empfangen haben
Und von den Sünden die sie nie begangen haben
Von den Passionen die sie nie empfunden haben
Von Horizonten die sie nie gefunden haben
Und schlafen ein mit einer Dose Langeweile
Und sind noch warm und sind schon kalt
Und sind noch jung und sind schon alt
Stephan Sulke

Foto: Gerd Taron

Weißt du, dass die Bäume reden?
Ja, sie reden.
Sie sprechen miteinander
und sie sprechen zu dir, wenn du zuhörst.
Aber die weißen Menschen hören nicht zu.
Sie haben es nie der Mühe wert gefunden,
uns Indianer anzuhören, und ich fürchte,
sie werden auch auf die anderen Stimmen
in der Natur nicht hören.
Ich selbst habe viel von den Bäumen erfahren:
manchmal etwas über das Wetter,
manchmal über Tiere,
manchmal über den Großen Geist…

( Tatanga Mani )

Foto: Gerd Taron

Wenn du mit einem Menschen vernünftig reden könntest,
aber es nicht tust, so hast du diesen Menschen verloren.
Wenn du mit einem Menschen nicht vernünftig reden kannst,
aber es trotzdem tust, so sind deine Worte verloren.
Der Verständige gibt aber weder einen Menschen verloren,
noch verschwendet er seine Worte.

Konfuzius

Foto: Gerd Taron

Reden können Viele.
Zeigen noch viel Mehr.
Wirklich Sehen
und Dasein
aber nur Wenige.
Text: © Monika Heckh

Foto: Brina Stein

Miteinander reden und lachen,
sich gegenseitig Gefälligkeiten erweisen,
zusammen schöne Bücher lesen,
sich necken dabei, aber auch sich Achtung erweisen,
mitunter auch streiten – ohne Hass,
so wie man es wohl einmal mit sich selbst tut,
manchmal in den Meinungen auseinander gehen
und damit die Eintracht würzen,
einander belehren und voneinander lernen,
die Abwesenden schmerzlich vermissen,
die Ankommenden freudig begrüßen –
lauter Zeichen der Liebe und Gegenliebe,
die aus dem Herzen kommen,
die sich äußern in Miene, Wort
und tausend freundlichen Gesten
und wie Zündstoff den Geist in Gemeinsamkeit entfalten,
so dass aus den Vielen eine Einheit wird.

(Hl. Augustinus)

Ich wünsche Ihnen ein Wochenende mit viel Zeit zum Reden und Schweigen.

Ihr/Euer

Gerd Taron

PS: Ein Hinweis in eigener Sache:

Am Samstag, 16.06.18 findet von 10 bis 16 Uhr in Kelkheim-Fischbach, Langstraße 30, auf Tarons Bücherterrasse ein Büchermarkt mit einer Erlebnis-Lesung von Connie Albers (ab 14 Uhr) statt. Dazu begleitet Andreina Bonanni mit ihrem Saxophon diese Veranstaltung musikalisch.