Lebendiges Wasser – Literarischer Wochenendgruß vom 19.08.16

Lebendiges Wasser – Literarischer Wochenendgruß vom 19.08.16

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,

wie geht es Ihnen, wenn Sie das Plätschern eines Brunnens hören? Für mich hat dies eine beruhigende Wirkung. Es ist klingt in meinen Ohren, als ob Wasser auf diese Weise „lebt“.

Dieses Gefühl kam mir bei meinem letzten Besuch im Café Nussknacker in Frankfurt wieder auf, als der Brunnen im Garten dort aktiv war. Eine willkommene Gelegenheit, diese Begebenheit zum Thema des neuen Wochenendgrußes werden zu lassen.

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Brunnen im Kurpark von Königstein im Taunus – Foto: Gerd Taron

Manchmal denke ich,
das Herz eines Menschen
ist wie ein tiefer Brunnen.
Niemand weiß,
was auf seinem Grund ist.
Man kann es sich nur
anhand der Dinge vorstellen,
die bisweilen an die Oberfläche treiben.

Murakami

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Brunnen im Café Nussknacker in Frankfurt – Nähe Hauptbahnhof, Karlsruher Str. 5
Foto: Gerd Taron

Wie ein alter Brunnen

Wasser in seiner Weichheit und Stetigkeit kann Steine aushöhlen.
Das Unscheinbare verfügt über ungeheure Kräfte.
In der Begrenzung steckt geballte Energie,
durch die ich Fülle erfahren kann.
Fülle ist nie eine Frage der Menge.

Ein voller Terminkalender macht das Leben nicht erfüllter.
Erfüllung liegt in der Begegnung,
die sich zwischen zwei Menschen ereignet.

Mehr Freunde zu haben,
muss uns nicht das Gefühl geben, aufgehoben zu sein.
Die wichtigste Heimat liegt in uns.

Ein zweites Haus und einen dritten Wagen zu besitzen
vermittelt uns nicht, dass wir reich sind.
Reich zu sein ist, bei sich angekommen zu sein
und immer wieder von dort ausgehen zu können.

Die Erfüllung in unserem Leben
geschieht oft nur durch eine kleine Verschiebung:
Innehalten und das Glück erfüllt sich,
wie in einem alten Brunnen das Wasser
immer neu aufsteigt und wartet,
geschöpft und zum zum Mund geführt zu werden.

Ulrich Schaffer

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Foto: Wolf-Dieter Hasler – aufgenommen im Schwarzwald

Natur ist glücklich. Doch in uns begegnen
sich zuviel Kräfte, die sich wirr bestreiten:
wer hat ein Frühjahr innen zu bereiten?
Wer weiß zu scheinen? Wer vermag zu regnen?
Wem geht ein Wind durchs Herz, unwidersprechlich?
Wer fasst in sich der Vogelflüge Raum?
Wer ist zugleich so biegsam und gebrechlich
wie jeder Zweig an einem jeden Baum?
Wer stürzt wie Wasser über seine Neigung
ins unbekannte Glück so rein, so reg?
Und wer nimmt still und ohne Stolz die Steigung
und hält sich oben wie ein Wiesenweg?
Aus: Die Gedichte 1910 bis 1922 (München, Frühjahr 1919)

Rainer Maria Rilke

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Im Kurpark von Königstein im Taunus – Foto: Gerd Taron

Schau ins Wasser, wenn es mal keine Wellen schlägt. Dort erblickst du dein wahres Selbst: Unverzerrt und ehrlich. Schön und verletzlich. Nur du und vielleicht einige wenige andere Menschen wissen um diese Wahrheit. Kaum kommt ein Windstoß, so kräuselt sich der Spiegel und zeigt der Welt das Bild, das du sonst von dir zeigst. – Das Leben ist ein unruhiges Wasser.

Anne M. Pützer

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Im Kurpark von Königstein im Taunus – Foto: Gerd Taron

Setz dich an einen Bach
und sei einfach da.
Das Lied des Wassers wird
deine Sorgen aufnehmen
und sie hinab zum Meer tragen.

(Donald Walters)

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Foto: Bettina Johl

Meine Gefühle geben ich dem fließenden Wasser mit.
Mögen sie,
durch viele Windungen und Untiefen
und über Stock und Steine hinweg,
den Weg zu dir finden.
Mögen sie dich erfrischen und erfüllen.

(Anne M. Pützer)

Ich wünsche Ihnen an diesem August-Wochenende, dass Sie bei einem Spaziergang oder bei einer anderen Gelegenheit, die Ruhe finden, lebendiges Wasser aufzunehmen und zu spüren.

Ihr/Euer
Gerd Taron

Kontakt:

Gerd Taron, Langstraße 30, 65779 Kelkheim-Fischbach
Tel. 06195-676695
E-Mail: verkauf@taron-antiquariat.de oder taron-antiquariat@gmx.de

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Steine – Zeichen der Lebendigkeit – Literarischer Wochenendgruß vom 16.08.13

Liebe Freunde der Sprache und des Sehens,

 

wenn wir Steine betrachten, kommen sie uns oft als „totes Material“ vor. Dabei übersehen wir oft, dass der Stein, den wir sehen, über viele tausende, ja sogar Millionen von Jahren einen besonderen Lebenszyklus hat. Das Wasser, die Sonne, das Klima zur jeweiligen Zeit hat den Stein zu dem gemacht hat, was wir jetzt anschauen.

 

Verhält sich das mit unserem Leben nicht ähnlich? Sind wir durch unser Leben, durch unsere Erfahrungen, sei es im positiven oder auch im negativen Sinne, abgeschliffen, gereinigt, manchmal gar verunstaltet worden? Gibt es Ecken und Kanten? Oder gehören sie zu unserem Leben, zu uns?

 

Und wenn wir unser Leben und uns selbst dann genauer betrachten, dürfen wir nicht dann von uns sagen, dass wir ein schöner Stein geworden sind?

 

 

 

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Foto: Marina Rupprecht – „Hühnergötter

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Foto: Marina Rupprecht

 

 

„nur leben

entwirft

vom leben

lebendige

bilder.

 

was schaben,

was pinseln

die maler

auf kirchengerüsten

an toten gemälden?

 

des lebens

und seines fürsten

lebendiges bild

sind frauen

und männer“

 

Kurt Marti

 

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Foto: Marina Rupprecht – „Hühnergötter“

 

„Der Mensch lebt und bestehet

Nur eine kleine Zeit,

und alle Welt vergehet,

mit ihrer Herrlichkeit.

Es ist nur Einer ewig

und an allen Enden

und wir in seinen Händen.“

 

Matthias Claudius

 

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Fotos: Marina Rupprecht

 

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Betrachten Sie sich selbst an diesem Wochenende und ihr Leben aus der Sicht eines Steines. Begeben Sie sich auf Ihre persönliche Stein-Zeit-Reise.

 

Ein Wochenende mit vielen schönen Entdeckungen wünscht

 

Ihnen/Ihr

 

Gerd Taron

Gerd Taron 

Taron-Antiquariat
Langstraße 30

65779 Kelkheim-Fischbach
Tel. 49+(0)6195-676695

Internet: www.gerdtaronantiquariat.wordpress.com

und

www.taron-antiquariat.de


E-Mail:
verkauf@taron-antiquariat.de 

Steine – Literarischer Wochenendgruß vom 02.08.13

Liebe Freundinnen und Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

 

 

mit dem neuen Monat August steht wieder ein Themenwechsel bevor. Dieses Mal widmen wir uns dem Thema „Steine“. Im vorigen Monat hieß das Thema bekanntlich „Wasser“.

 

Dabei kamen mir Erinnerungen aus meiner Jugendzeit wieder in den Sinn, als ich mit einer christlichen Jugendgruppe an einem See in Schweden unterwegs war. Oft wurde dabei bei Sonnenuntergang am Lagerfeuer das Lied „Ins Wasser fällt ein Stein“ gesungen und auf der Gitarre begleitet.

 

Das Lied habe ich ausfindig gemacht und auch die passende Melodie dazu.

 

Ins Wasser fällt ein Stein,
ganz heimlich, still und leise;
und ist er noch so klein,
er zieht doch weite Kreise.

Wo Gottes große Liebe
in einen Menschen fällt,
da wirkt sie fort
in Tat und Wort
hinaus in uns’re Welt.

Ein Funke, kaum zu seh’n,
entfacht doch helle Flammen;
und die im Dunkeln steh’n,
die ruft der Schein zusammen.

Wo Gottes große Liebe
in einem Menschen brennt,
da wird die Welt
vom Licht erhellt;
da bleibt nichts,
was uns trennt.

Nimm Gottes Liebe an.
Du brauchst dich nicht allein zu müh’n,
denn seine Liebe kann
in deinem Leben Kreise zieh’n.
Und füllt sie erst dein Leben,
und setzt sie dich in Brand,
gehst du hinaus,
teilst Liebe aus,
denn Gott füllt dir die Hand.

 

 

http://www.musictory.de/musik/Kirchenlieder/Ins+Wasser+f%C3%A4llt+ein+Stein 

 

 

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Foto: Gerd Taron

 

Wie in diesem Lied beschrieben, können Steine etwas auslösen.

 

Anders betrachtet kommen Steine in unterschiedlichen Formen und Farben vor, so wie in den untenstehenden Fotos von Marina Rupprecht:

 

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Foto: Marina Rupprecht

 

 

 

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Foto: Marina Rupprecht

 

 

 

Genießen Sie dieses sonnige Sommer-Wochenende und nutzen Sie die Zeit, Geist und Körper zu erfrischen.

 

Mit frischen Grüßen aus dem Taunus

 

Ihr/Euer

 

Gerd Taron

 

 

 

 

Wasser – Elixier für unser Leben – Literarischer Wochenendgruß vom 05.07.2013

Liebe Freunde der schönen Künste vor allem der Literatur und der Fotografie,

ein neuer Monat beginnt und damit auch ein neuer Themenzyklus. In den nächsten Wochen werden wir ein sehr wichtiges, wenn gar nicht das wichtigste, Element unseres Lebens näher betrachten: das Wasser.

Beginnen möchte ich diesen Zyklus mit einer kleinen Fotoreise – von der Entstehung eines Wassertropfens der später in einen großen Fluss mündet. Es fehlt nur noch das Meer – aber es wir haben ja noch einige Ausgaben vor uns.

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Foto: Gabriele Gellermann

„Weich ist stärker als hart,

Wasser stärker als Fels,

Liebe stärker als Gewalt.“

Hermann Hesse

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                        Foto: Marina Rupprecht

„Vertrauen ist wie Wasser, das Schiffe trägt,

das den Schmutz auflöst, das Durstige erfrischt,

das Wüsten zu Oasen macht, das Felsen aushöhlt,

das sich in Stauseen sammelt,

das Kraftwerke speist und Strom erzeugt,

das sich bewegt, vertrocknet

und wieder als Regen zurückkommt.“

Josef Dimbeck/Martin Gutl

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                        Foto: Marina Rupprecht

 

„Vergessen Sie nie:

Das Leben ist eine Herrlichkeit.“

 

Rainer Maria Rilke

 

 

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Foto: Gerd Taron (Der Liederbach nahe der  Roten Mühle bei Bad Soden am Taunus)

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Foto: Gerd Taron: Der Rhein (Blick auf St. Goar)

Jetzt in der Hochzeit des Sommers aber nicht nur dann, ist Wasser für uns eine Möglichkeit sich zu erfrischen und zu klaren Gedanken zu kommen..

Ich wünsche Ihnen an diesem Wochenende erfrischende und belebende Gedanken.

Mit wässrigen Grüßen aus dem Taunus

Ihr/Euer

Gerd Taron

Besonderer Veranstaltungshinweis:

Am Sonntag, 07.07. findet wieder ab 16:00 Uhr im Hotel Stern Restaurant in Eppstein-Vockenhausen die Reihe „Literatur um 4“ statt. Das Thema lautet diesmal Urlaub.

Nada Nagel und ich freuen uns auf Ihren/Euren Besuch.

Gerd Taron 

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