Gute Reise! Von Postkutschen und Dampfrössern

Gute Reise!
Von Postkutschen und Dampfrössern
Literarischer Nachmittag im Café Lounge Jasmin

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Fechenheim, 27.07.14

Wie war es in guter alter Zeit. Eine Zeit, wo Mann/Frau noch mit Postkutsche und der guten alten Eisenbahn unterwegs war.
Viktoria Vonseelen, Sprecherin, und Gerd Taron, Antiquar, präsentierten im Café Lounge Jasmin in Alt Fechenheim einen unterhaltsamen und entspannten ltierarischen Nachmittag.

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In der Gartenlaube des Cafés ließ es sich bei Gedichten von Joseph von Eichendorff, Johann Wolfgang von Goethe und anderen gut aushalten, vorgetragen mit Verve von Viktoria Vonseeelen. Dazu selbstgemachter Kuchen, Kaffee und andere Köstlichkeiten – so schön kann Urlaub auch zu Hause sein.

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Foto: Viktoria Vonseelen

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Foto: Gerd Taron

Die blaue Blume
Joseph von Eichendorff

Ich suche die blaue Blume,
Ich suche und finde sie nie,
Mir träumt, dass in der Blume
Mein gutes Glück mir blüh.

Ich wandre mit meiner Harfe
Durch Länder, Städt und Au’n,
Ob nirgends in der Runde
Die blaue Blume zu schaun.

Ich wandre schon seit lange,
Hab lang gehofft, vertraut,
Doch ach, noch nirgends hab ich
Die blaue Blum geschaut.

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Foto: Viktoria Vonseelen

Gerd Taron präsentierte aus seiner antiquarischen Schatzkammer alte Merian-Hefte und Reiseliteratur von anno dazumal. Daraus gelesene Kurzgeschichten („Vom Wartesaal“ oder vom legendären Zug Rheingold) und alte Reisebeschreibungen ergänzten das Programm.
Mit einem Gedicht von Erich Kästner („Im Auto über Land“) schloss Viktoria Vonseelen einen bunten Reigen.
Schöne Ferien!

Gerd Taron
PS: Der nächste literarische Nachmittag findet wie immer am letzten Sonntag im Monat im Cafè Lounge Jasmin, das nächste Mal am 31.08.

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Gute Reise! – Literarischer Wochenendgruß vom 25.07.14

Gute Reise! – Literarischer Wochenendgruß vom 25.07.14

Liebe literarische Freunde,

in Hessen beginnen an diesem Wochenende die Sommerferien. Für viele heißt es: Endlich Urlaub! Zeit sich von anstrengenden Wochen und Monaten, vom Alltag, zu erholen.

Wo verbringen Sie Ihren Urlaub in diesem Jahr oder haben bereits Tage der Erholung genießen können? Am Meer, in den Bergen, eine Natur- oder Kultur-Erlebnisreise? Oder findet der Urlaub in diesem Jahr, aus welchen Gründen auch immer, zu Hause statt?

Egal, wo Sie Ihre Zeit des Müßiggangs erleben – gönnen Sie sich schöne Momente, ob als Familie, mit Freunden oder vielleicht auch auf einer Reise mit sich selbst.

Reisen hat schon viele Dichterinnen und Dichter inspiriert und die Gedanken schweifen lassen.

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel
Es schienen so golden die Sterne.
Am Fenster ich einsam stand
Und hörte aus weiter Ferne
Ein Posthorn im stillen Land.
Das Herz mir im Leib entbrannte,
Da hab ich mir heimlich gedacht;
Ach, wer da mitreisen könnte
In der prächtigen Sommernacht!

Joseph von Eichendorff

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

 

Wahrhaftig, wär ich nicht von Natur
Bereits gewesen ein Schimmel,
Erbleichend vor Schrecken wär mir die Haut
Jetzt weiß geworden, o Himmel!

Uns Pferde tötet die Konkurrenz
Von diesen Dampfmaschinen –
Zum Reiten, zum Fahren wird sich der Mensch
Des eisernen Viehes bedienen.

Und kann der Mensch zum Reiten uns,
zum Fahren nicht entbehren –
Ade der Hafer! Ade das Heu!
Wer wird uns dann ernähren?

Wie klug auch die Maschinen sind,
Welche die Menschen schmieden,
Dem Esel bleibt zu jeder Zeit
Sein sicheres Dasein beschieden.

Der Himmel vergißt seine Esel nicht,
Die ruhig im Pflichtgefühle,
Wie ihre frommen Väter getan,
Tagtäglich traben zur Mühle.

Heinrich Heine

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel
Franz Grillparzer an Katharina Fröhlich, Bericht über eine Reise nach Paris 1836:

„Wer meinen Widerwillen gegen das Fahren, ja gegen alles Sitzen kennt, mag sich vorstellen, welche eigentliche Qualen ich in diesen verfluchten Marterkästen, genannt Eilwägen, ausstand.“

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Foto: Gerd Taron

 

Richard Dehmel an Frau Paula 1887:

„Alles hat seine Poesie. Die Poesie der Postkutschen ist gestorben; sie feiert ihre Auferstehung in der Poesie der Bahnfahrt, nur noch verklärter. Schon dies Ungetüm, die Bahn selbst mit ihrer Lokomotive. In der Nacht, auf den Stationen, wenn man erwacht vom Läuten der Signalglocken: was hört man da diese Ungeheuer für Seelengespräche führen! Da war eine Lokomotive, die heulte immer: will nicht!will nicht! Wie ein Klageschrei der gebändigten Elemente klang es; ein Schrei ohnmächtiger Kraft, wie ein Riese schreit, den die List der Zwerge geknechtet hat. Unsere weinte, laut wie ein Kind, das in seiner Wiege bleiben muß, – wie ein Königskind, stolz und zornig, über die Vasallen, die es nicht abschütteln kann.“
Ich wünsche Ihnen viele erholsame Stunden und Tage, an diesem Wochenende, ob zu Hause oder im Urlaub.

Ihr/Euer

Gerd Taron

PS: Der literarische Wochenendgruß macht keine Ferien. Er erscheint wie gewohnt am Freitag. Vorausgesetzt, es treten keine technische Störungen auf …
Zwei Veranstaltungshinweise für das Wochenende als Erinnerung:

Samstag, 26.07.2014 von 15:00 bis 17:00 Uhr
Literarischer Spaziergang in Kelkheim-Fischbach
Treffpunkt: Parkplatz Rettershof, Kelkheim-Fischbach

Thema: Schöne Früchte – Die Streuobstwiesen rund um den Rettershof
Geschichten und Gedichte über ein fruchtiges Thema
Kostenbeitrag: 5 Euro

Sonntag, 27.07.2014 ab 15:30 Uhr
Literarischer Nachmittag bei Kaffee und Kuchen
Im Café Lounge Jasmin in Frankfurt-Fechenheim, Alt-Fechenheim 94
Thema: Reise-Literatur von anno dazumal zum Hören und Anschauen
Gute Reise! Reise-Literatur von anno dazumal zum Hören und Anschauen
präsentiert von Gerd Taron mit der literarischen Begleiterin und Sprecherin Viktoria Vonseelen (www.viktoria-vonseelen.de)

 

Tatort Frankfurt-Sachsenhausen – mit der Autorin Sylvia Schopf

Frankfurt-Sachsenhausen an einem regnerischen Sommer-Montagvormittag,

Am Freitag, 19.09. werde ich das Vergnügen haben, den neuen Frankfurt-Krimi von Sylvia Schopf „Zeit für Rache“ im Rahmen eines Krimi-Lese-Spaziergangs vorzustellen. An den Original-Schauplätzen ihres Krimis in Frankfurt-Sachsenhausen wird Sylvia Schopf aus ihrem neuen Buch lesen.
Sie beginnt ihre Lesung, so viel sei schon jetzt verraten, in der Buchhandlung „Die Wendeltreppe“ in Frankfurt-Sachsenhausen.

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So trübe und regnerisch sei es heute am Eisernen Steg aus …
Foto: Gerd Taron (im letzten Jahr aufgenommen)
Heute fand die Vorbesprechung und Vorbegehung statt. Ich weiß nicht, ob in ihrem Krimi auch solche Wetterkapriolen vorkommen. Aber so feucht muss es nicht unbedingt sein …

Weitere Informatioen über die Autorin und die Buchhandlung finden Sie hier:
http://www.sylvia-schopf.de/

http://www.die-wendeltreppe.de/

Einen literarischen trockenen Abend wünscht Ihnen

Ihr/Euer

Gerd Taron

PS: Am 08.11. gibt es dann im Café Lounge Jasmin in Frankfurt-Fechenheim mit Sylvia Schopf einen Krimi-Dinner …

„Störungen und Irritationen im öffentlichen Raum“ von Margarete Rabow

„Störungen und Irritationen im öffentlichen Raum“ von Margarete Rabow

Kunstaktionen gegen das Vergessen

Mit den Aktionen der Frankfurter Künstlerin soll der Menschen, die im KZ Katzbach in den ehemaligen Adlerwerken in Frankfurt am Main unsägliches durchmachen mussten, gedacht werden.
Hier: Lesungen im öffentlichen Nahverkehr

Frankfurt am Main, 14.07.14

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Foto: Viktoria Vonseelen
Mitten in der Großstadt Frankfurt am Main wurde gegen des Zweiten Weltkrieges in der Nähe des Bahnhofs auf dem Gelände der damaligen Adler-Werke ein KZ unter dem Decknamen „Katzbach“ errichtet. Zwischen August 1944 und April 1945 waren ca 1.600 Häftlinge dort interniert. Die Häftlinge kamen aus verschiedenen Konzentrationslagern wie zum Beispiel Buchenwald.
Unter unvorstellbaren, menschenunwürdigen Bedingungen wurden diese Menschen für die Rüstungsindustrie zur Zwangsarbeit getrieben.

Nur sehr wenige der Häftlinge überlebten die Höllenqualen in diesem Lager. Was sie später berichteten, wurde unter anderem in dem Buch „Wir lebten zwischen den Toten“ von Ernst Kaiser und Michael Knorn, erschienen 1994 im Campus-Verlag überliefert.

In Erinnerung an das grausame Geschehen in diesem Konzentrationslager mitten in der Stadt hat die Künstlerin Margarete Rabow eine besondere Kunstaktion ins Leben gerufen „Störungen und Irritationen im öffentlichen Raum“.

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Margarete Rabow, Mitte, mit ihrer Mitarbeiterin Anne Schwarz, rechts im Bild
bei der Vorstellung der Aktion „4.Lesung im öffentlichen Nahverkehr“

Foto: Gerd Taron

Zu ihren Aktionen gehört unter anderem „“Lesungen im öffentlichen Nahverkehr“. Von verschiedenen Personen wird abwechselnd ein Text aus dem vorgenannten Buch gelesen – unvermittelt und ohne jegliche Ankündigung in Straßenbahnen, U-Bahnen und Bussen in Frankfurt.

Viktoria Vonseelen, Sprecherin, und ich, bekamen zum zweiten mal Gelegenheit, diese Aktion als Vorleserin bzw. Vorleser begleiten zu dürfen.

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Viktoria Vonseelen, Sprecherin (www.viktoria-vonseelen.de )

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Gerd Taron

Foto: Viktoria Vonseelen

Start war diesmal Frankfurt-Bornheim, Ernst-May-Platz. Mit der Straßenbahn-Linie 14 fuhren wir Richtung Lokalbahnhof. Zugestiegene Fahrgäste reagierten unterschiedlich auf unsere Leseaktion: Die meisten interessierte es nicht, was und wer da so laut las. Mann/Frau war zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Einige sehr wenige trauten sich dann doch und fragten nach.

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Fotos: Gerd Taron
Quer durch die Stadt ging die Fahrt mit den Straßenbahnen weiter. Von der Linie 14 wechselte das Team am Lokalbahnhof die Richtung zum Börneplatz. Am Börneplatz fuhren wir auf der im Volksmund genannten „Junkie-Express“, der Linie 11 nach Höchst.

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Foto. Gerd Taron

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Foto: Viktoria Vonseelen

Für mich als beteiligter Vorleser ist es immer wieder sehr berührend Die Vorstellung, dass vor 70 Jahren hier in dieser Stadt an diesen Orten Menschen unvorstellbares Leid erfahren mussten und schutzlos anderen ausgeliefert waren ist erschütternd.

Das eigene Leben, mit all dem selbst erlebten Höhen und Tiefen, wird in Anbetracht dieser Grausamkeiten, sehr klein.

Das Geschehene darf sich nie mehr wiederholen! Daher möchte ich jeden Leser auffordern, Margarete Rabow bei ihrer Kunstaktionen gegen das Vergessen zu unterstützen. Mehr können Sie hier erfahren:
http://www.rabow-kz-katzbach.de/stoerungen-und-irritationen/lesungen/

oder

http://www.rabow-kz-katzbach.de/
Gerd Taron

Alle Fotos, wenn nicht anders angegeben: Gerd Taron (Wiedergabe nur mit ausdrücklicher Genehmigung)

Vom Geist der Gemeinschaft oder vom Team-Spirit – Literarischer Wochenendgruß vom 18.07.14

Liebe Freundinnen und Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

seit einigen Tagen liegt das größte Sportereignis hinter uns. Unser Land ist in einem Freudentaumel – „wir“ sind Weltmeister!

Wer das Finale verfolgt hat und auch die vielen anrührenden Szenen danach, dem ist vielleicht etwas aufgefallen. Nicht der Einzelne, etwa der Siegtorschütze oder irgendein anderer Spieler, stand im Mittelpunkt. Es war die Mannschaft, die Gemeinschaft aller, die zu diesem Erfolg beigetragen haben. Alle wurden Weltmeister, auch der Busfahrer, der Zeugwart, der Koch, die Physiotherapeuten und all die anderen, die zum Team, dem großen Ganzen, gehörten.

Jeder Spieler, der Trainer-Stab haben das Zusammengehörigkeitsgefühl in den vielen Interviews und beim großen Empfang in Berlin betont. Der Bundestrainer sprach vom „Team-Spirit“, der alle beflügelt habe.

Das ist für mich der Anlass für diesen Wochenendgruß diese Gedanken der Gemeinschaft, des Teams, aufzugreifen, wie immer mit Fotos von Hans Joerg Kampfenkel.

 

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

 

In einer Kurzgeschichte beschreibt Ulrich Schaffer, Gemeinschaft wie folgt:

Der Mann, der übers Meer ruderte

Er hat sich entschlossen,
über den Atlantik zu rudern.
Das Boot ist fertig, er hat Verpflegung
und Wasser für zwei Monate.
Als er sich abstößt, erscheint eine junge Frau
mit schwarzen Haaren und schöner als jede,
die er je gesehen hat.
Sie sagt: „Nimm mich mit.“
Er weiß, dass es richtig ist,
das Essen wird für beide reichen.
Er sagt nichts. Sie steigt ein.
Am Ufer weinen die Menschen und bekreuzigen sich.

Schon bald merkt er,
dass sie ihm beim Rudern hilft.
Ihre Stille ist seine Stärke.
Sie spricht mit den Fischen, und diese springen ins Boot.
Sie liest den Sextanten und weist ihm die Richtung.
Sie sagt, was er denkt, und er denkt Neues.
Ihre Stärke ist wie ein Segel,
sie verwandelt alle Winde in Vorwärtsenergie.
Wenn er rudert, sieht er auf sie und wird nicht müde.
Als sie Irland sichten,
werden seine Augen an dem Grün gesund.
Niemand hat ihn so früh erwartet.
Es ist windstill, und die letzten Züge
zieht er die Riemen mit dem Rücken zum Land.

Als er landet, ist er allein im Boot, fast hat er es gewusst.
Aber sie wird ihn nie verlassen,
das weiß er deutlicher als alles, was er je gewusst hat.
Ihren Namen lässt er täglich auf der Zunge zergehen.
Er ist Nahrung für sein ganzes Wesen.

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

 

Zusammensitzen

Sie saßen ums Feuer, dicht an dicht,
verstanden aber ihre Sprachen nicht,
Antonio, Leila, Jimmy und Pierre,
aus Texas und Thailand, von überallher.
Dann kamen Lieder aus ihren Reihn,
und die anderen fielen in den Kehrreim ein,
„hole“, „lamdidel“, „tralala“ und „hej“,
„halli hallo“, „jompti“ und „yippie-yeah“.
Ob aus Asien, Europa und Amerika,
sie kamen auf einmal einander nah
durch den Kammerton a.

Otto Heinrich Kühner

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

 

Es gibt Reichtümer, an denen man zugrunde geht,
wenn man sie nicht mit anderen teilen kann.“

Michael Ende

Der Mensch für sich allein vermag gar wenig und ist ein verlassener Robinson; nur in der Gemeinschaft mit den andern ist und vermag er viel.
Arthur Schopenhauer (1788 – 1860), deutscher Philosoph

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel
In jedem Gemeinschaftserlebnis schmecken wir etwas von dem Wunder und der Jugend des ersten Schöpfungstages.
Gerhard von Mutius (1872 – 1934), deutscher Diplomat

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

In einer wahren Gemeinschaft jedoch sind alle arm und reich zugleich: reich, weil alle das haben, was sie brauchen, arm, weil keiner etwas besitzt; zugleich dienen sie nicht den Sachen, sondern die Sachen ihnen.
Tommaso Campanella (1568 – 1639), bürgerlich: Giovanni Domenico, italienischer Philosoph, Dominikaner, Dichter und Politiker
Quelle: »Sonnenstadt«, 1602

Ein erholsames Hitze-Wochenende wünscht Ihnen allen
Ihr/Euer
Gerd Taron

Von der Freiheit

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Foto: Gerd Taron (Wiedergabe nur mit Genehmigung gestattet)

 

Ein Freigeist
lässt sich nicht anbinden,
passt sich ungern an,
liebt sein Individualität
und findet immer Wege,
seinen Ketten und Käfigen zu entfliehen.
Er liebt sein Ich
und sucht stets nach Möglichkeiten,
seine Träume zu einer realen Welt werden zu lassen.

(C) A.M. Pützer

 

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Foto: Gerd Taron (Wiedergabe nur mit Genehmigung gestattet)

 

Nur deine Illusionen hindern dich an der Erkenntnis,
dass du frei bist – und es immer warst.

~Anthony de Mello~

Begeisterung – Literarischer Wochenendgruß vom 11.07.14

Liebe literarische Freunde in nah und fern,
in Deutschland ist dank „unserer“ Fußball-Nationalmannschaft und ihrer tollen Spiele eine große Welle der Begeisterung ausgebrochen.
Ein gutes Thema sich diesem Phänomen literarisch zu nähern.
Nicht nur der Fußball auch andere sehr schöne Ereignisse und Begebenheiten entfachen in unserem Leben Begeisterung.

Anne M. Pützer hat dies in ihrer Lyrik so formuliert:

Deine Begeisterung
für das, was du tust
und wofür du einstehst…
wird von anderen belächelt,
mit Kopfschütteln bedacht,
ignoriert
und tot geschwiegen.
Du zweifelst an dir,
versuchst dich von der Richtigkeit deines Tuns
zu überzeugen,
überzeugen zu lassen.
Du weißt,
es ist richtig,
doch die Reaktionen
erschweren dein Weitermachen,
Du fühlst dich ausgebrannt,
das Nicht-ausleben- dürfen,
nicht ankommen bei anderen
höhlt deine Gefühlswelt aus.
Du weißt, du bist gut,
in dem was du tust-
aber keiner nimmt Notiz,
nimmt dich ernst.
Begeisterung will verfliegen.

Aber nicht dein Tun ist falsch,
sondern die Leute um dich herum.
Mach dich auf
und suche dir das richtige Publikum…
jenes, das deine Begeisterung
verdient und teilt.

(Anne M. Pützer)

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel
Mit der echten Begeisterung für etwas sind alle Türen geöffnet…
Autor unbekannt

Menschliches Glück stammt nicht so sehr aus großen Glücksfällen, die sich selten ereignen, als vielmehr aus kleinen glücklichen Umständen, die jeden Tag vorkommen.

(Benjamin Franklin)

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel
Gefühle sind ein Teil des Lebens
und man hat sie nicht,
um sie unter Verschluss zu halten,
Gefühle sind zwar schwer zu beschreiben,
sind manchmal schwer zu zeigen,
Gefühle kann man nicht sehn,
man kann sie auch nicht verstehn,
Gefühle sind plötzlich einfach da.

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel
In den Zeiten wo es noch kein Fernsehen, kein Radio gab, konnten sich die Menschen an der Natur begeistern. Stellvertretend seien hier die Dichter der Romantik erwähnt, wie z. B. Heinrich Heine, Clemens Brentano, Johann Wolfgang von Goethe.

Bettina von Arnim hat es in einer ihrer Gedichte so formuliert:

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Foto: Gerd Taron

Auf diesem Hügel überseh ich meine Welt!
Hinab ins Tal, mit Rasen sanft begleitet,
Vom Weg durchzogen, der hinüber leitet,
Das weiße Haus inmitten aufgestellt,
Was ist’s, worin sich hier der Sinn gefällt?
Auf diesem Hügel überseh ich meine Welt!
Auf diesem Hügel überseh ich meine Welt!
Erstieg ich auch der Länder steilste Höhen,
Von wo ich könnt die Schiffe fahren sehen
Und Städte fern und nah von Bergen stolz umstellt,
Nichts ist’s, was mir den Blick gefesselt hält.
Auf diesem Hügel überseh ich meine Welt!
Und könnt ich Paradiese überschauen,
Ich sehnte mich zurück nach jenen Auen,
Wo Deines Daches Zinne meinem Blick sich stellt,
Denn der allein umgrenzet meine Welt.
Ich wünsche Ihnen eine begeisterndes Wochenende, nicht nur beim Finale am Sonntag der Fußball-Weltmeisterschaft

Ihr/Euer
Gerd Taron