Nach 30 Jahren – eine wundersames Wiedersehen in der Buchhandlung Shakespeare und So … in Mainz

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Mainz, 15. Januar 2016

Dies ist eine wahre Geschichte und hat sich einem Tag und in einer Stadt ereignet, an dem der Autor in diesem Jahr seinen Geburtstag auf seine Weise feierte.

Es gehört zu seinem Ritual, diesen Tag immer wieder an den Orten zu verbringen, zu denen er einen besonderen Bezug hat. In diesem Jahr hieß dieser Ort Mainz. Die so geschichtsträchtige Stadt am Rhein, wo der Autor schon so vieles erlebt hatte. Viele Jahre lang gehörte er zu den Ausstellern auf dem Gutenberg-Antiquariatsmarkt oder beim Johannis-Büchermarkt im Juni.

Freundschaftliche Beziehungen führen ihn immer wieder in diese schöne Stadt mit ihren Kirchen der schönen Altstadt und vieles mehr.
Zu den „Pflichtbesuchen“ gehört immer wieder St. Stephan mit den Kirchenfenstern von Chagall und seinen Schülern.

Eine sehr liebe Freundin gab ihm, dem Literaturfreund, einen Tipp, dass es in der Nähe des Schillerplatzes bzw. Fastnachtsbrunnen eine besondere Buchhandlung gäbe. Die Spur führte zur

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Buchhandlung Shakespeare und So in der Gaustraße 67

Es war „Buchliebe“ auf den ersten Blick. Beim ersten Eintreten verspürte er sofort eine Herzlichkeit und Offenheit der beiden Inhaber Nida und Cliff Kilian und ihrer Angestellten Frau Steiger. Jeder Mainz-Aufenthalt war mit einem zumindest kurzen Besuch dort verbunden.

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Cliff Kilian im intensiven Austausch mit seinem ehemaligen Kollegen

An jenem 15. Januar geschah aber dort ein besonderes Wiedersehen. Cliff Kilian, der Inhaber, erblickte beim Hereinkommen einen ehemaligen Kollegen wieder. Es waren mehr als 30 Jahre seit der letzten Begegnung vergangen. Sie waren Kollegen – Cliff Kilian ein Kellner-Lehrling und der Freund ein Nachtportier. Dort waren sie gemeinsam im ehemaligen Hotel Rose in Wiesbaden tätig. Heute beherbergt dieses Haus die Hessische Staatskanzlei.

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Nida Kilian, die Ehefrau von Cliff Kilian, ist auch dabei

Wie der geneigte Leser sicher verstehen kann, gab es dann einen regen Austausch aus ehemaligen Zeiten. Wir, Nida Kilian, die Ehefrau, Frau Steiger und der Autor kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Diesen Tag eines wundersamen Wiedersehens werden alle nicht so schnell vergessen.

Wir kommen beim nächsten Besuch in Mainz wieder vorbei und freuen uns auf ein fröhliches Wiedersehen !

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Gerd Taron

Hier noch ein paar Kontaktdaten der Buchhandlung:
Buchhandlung Shakespeare und So
Gaustraße 67, 55116 Mainz
Tel. 06131-226893
Fax: 06131-232574
E-Mail: shakespeareso@yahoo.de

PS: Und zwei besondere Buch-Entdeckungen gab es so „nebenbei“ ebenfalls:

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Ein besonderes Buch zum Valentinstag „Mit allen Sinnen“

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Was aus einem Buch alles werden kann – Seiten liebevoll zusammengefügt.

Alle Fotos: Gerd Taron

Sonntagmittag – Gedanken und Fotos von Gerd Taron

Stell Dir vor, es ist Sonntagmittag

 

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… und keiner geht einkaufen …

 

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In einem großen Einkaufszentrum im Rhein-Main-Gebiet an einem Sonntagmittag

 

… sondern in die Natur …

 

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Blicke in die schöne Natur
und beruhige Dein Gemüt.

~ Ludwig van Beethoven ~

 

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Fotos aufgenommen an einem Sonntagmittag im Taunus

 

Alle Fotos: Gerd Taron (Wiedergabe nur mit Genehmigung gestattet

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mahnung – Karin Schneider-Jundt

                                                                            

                       M a h n u n g

 

1.     Manchmal in verborg‘nen Stunden

fragst du: „Was hab ich gefunden

in den Jahren meines Lebens.

Meine Suche war vergebens.

Fand den Schatz des Lebens nie!“

                                    Weißt du denn wie Nektar schmeckt?

                                    Wo die Raupe sich versteckt?

                                    Hörst du leis‘ die Feen raunen?

                                    Öffnest du dein Herz voll Staunen?

                                    Das sind Schätze, die besteh´n!

 

2.     Du denkst nur an deine Arbeit

und erkennst nicht deine Starrheit.

So viel Schönes geht verloren

und dein Herz ist fast erfroren.

Greife nach der Lebenskraft!

                                    Fühlst du Moos auf nackter Haut?

                                    Ist dir Zittergras vertraut?

                                    Tanzt du still im Sternenlicht?

                                    Weinst du, wenn ein Traum zerbricht?

                                    Das sind Schätze, die besteh´n!

 

3.     Du hast nie gelernt zu leben,

dich dem Nichtstun hinzugeben,

um der Seele Kraft zu spenden.

Halte sie in sanften Händen,

denn sie ist dein kostbar‘ Gut!

                                    Hörst du, wie die Lerche singt?

                                    Wie der Wind dir Sehnsucht bringt?

                                    Fühlst du, wie ein Baum dich stärkt?

                                    Wie die Blume dich bemerkt?

                                    Das sind Schätze, die besteh´n! 

 

4.     Du hast nie gelernt zu träumen,

meinst das Leben zu versäumen.

Du vergisst, nur im Genießen

kann sich Kraft in dich ergießen.

Trinke sie so oft du kannst!

                                    Weißt du noch wie Erde riecht?      

                                    Wo der Otter sich verkriecht?

                                    Glitzert Tau auf deinem Fuß?

                                    Hörst du auf der Schwäne Ruf?

                                    Das sind Schätze, die besteh´n!

 

5.     Lerne dich doch selbst zu kennen.

Nicht den andren nachzurennen.

Liebe dich mit Haut und Haaren.

Lerne dich vor Trug bewahren.

Sag´ auch mal energisch „nein“!                       

                                  

 

 

 

                                   Siehst du deine Schönheit  blüh‘n?

                                   Fühlst du dich vor Liebe glüh‘n?

                                   Wirst du Lachen und Gebet?

                                   Spürst du, wie dein Herz erbebt?

                                   Das sind Schätze, die besteh´n!

 

6.     Es gibt ein Gesetz im Leben:

Nur wer nehmen lernt, kann geben.

Darum neide nicht und klage,

sondern öffne dich und wage!

Nimm dein Glück selbst in die Hand!   

                                   Wiege dich in einem Baum.

                                   Spiele dich in einen Traum.

                                   Singe laut vor Lebenslust.

                                   Gib dem Frosch heut´ einen Kuss,

                                   und du wirst den Himmel seh´n.             

 

Text und Melodie:

Karin Schneider-Jundt

 

 Weitere Informationen unter

http://www.lieder-von-karin-schneider.de/wpKarin/

Verzockt – Rundbrief von Pfarrer Andreas Schmalz-Hannappel, Kelkheim-Fischbach

Super! Ich habe den Highscore geknackt. Lange hat es gedauert. Viele Stunden habe ich vor dem Spiel am Smartphone gesessen, um immer besser zu werden – und um mich zu entspannen. Einfach zwischendrin mal zocken, um den Alltag, den Stress, die Anforderungen hinter sich zu lassen.

Und dann merke ich, dass ich manchmal doch zu viel spiele, zu viel Zeit im Spiel vertreibe. Doch so schlimm ist das nicht, denn bei dem Spiel handelt es sich um Sudoku. Doch was passiert, wenn ich die Finger nicht mehr vom Spiel, von diesem oder einem anderen, lassen kann? Wenn das Spiel mich antreibt? Vielleicht ist dies dem Präsidenten des FC Bayern passiert. Denn 50.000 Buchungen in wenigen Jahren sprechen eigentlich für sich. Was trieb diesen intelligenten Menschen, der so viel in seinem Leben erreicht hat? Und was hält mich davor ab, als Getriebener zu leben und der Spielleidenschaft oder gar der Sucht zu verfallen?

„Wir sollen Kinder Gottes heißen – und wir sind es auch!“, so ist es im 1. Johannesbrief (3,1) zu lesen. Ja, ich fühle mich als Kind Gottes. Das ist prägend für mein Leben. Für mich bedeutet dies, dass ich in meinem Leben eigentlich nichts machen oder erreichen muss. Weil ich schon bin. Ich bin kein Fußballprofi, geschweige denn Weltmeister, kein erfolgreicher Geschäftsmann oder gar Präsident eines Weltvereins, ich bin „nur“ Kind Gottes. Das reicht mir und bewahrt mich, mehr sein zu wollen als ich ohne hin schon bin.

So wünsche ich Dir, dass Du den Versuchungen des Lebens standhältst, weil Du weißt: Ich bin ein Kind Gottes.

Gottes Segen für Dich.
Andreas Schmalz-Hannappel

Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde St. Johannes Kelkheim-Fischbach

Und plötzlich war alles anders

Die Geschichte von Hans Jörg Kampfenkel

Bad Soden am Taunus, 10.01.2014

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Es war vor fast 25 Jahren. Hans Jörg steht kurz vor seinem Abschluss als Diplom-Physiker. Nur noch wenige Monate und eine glänzende berufliche Zukunft steht ihm bevor.

Ein Tag wie jeder anderer – doch dieser Tag sollte sein Leben schlagartig verändern. Hans Jörg kommt zur Tür seines Elternhauses herein, um sich Tischtennis-Sachen zu holen. Plötzlich kippt er um, sein Kopf dreht sich, eine Hilfeschrei. Die niederschmetternde Diagnose später in der Klinik: Hirnblutung.

Viele Jahre sind seit dem vergangen. Mit viel Mühe und großer Unterstützung seiner Eltern werden Sprach- und Lesefähigkeit wieder erlangt. Sein linkes Auge  ist bis heute sehr stark beeinträchtigt.

Schon vor der niederschmetternden Diagnose hat Hans Jörg eine Leidenschaft für sich entdeckt: Die Fotografie. Er besucht Fotokurse an der Universität. Nach dem Unfall schenken ihm seine Eltern eine Kameraausrüstung.

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Vor zwei Jahren trifft ihn ein neuer Schicksalsschlag: Sein Vater verstirbt plötzlich und unerwartet. Er hatte zu ihm ein inniges Verhältnis.

Die Fotografie bedeutet für ihn mehr als anderes: Sie ist für ihn Lebenssinn und gibt ihm Mut, sein Leben zu meistern. In diesem Jahr wird er 50 Jahre alt.

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Ihm und seiner Mutter möchte ich auf diesem Wege eine kleine Freude bereiten. Hans Jörg Kampfenkel wird den literarischen Wochenendgruß ab 17.01. fotografisch mitgestalten und begleiten. Seine wunderschönen Fotos, von denen ich einige bereits bewundern durfte, werden eine Bereicherung für alle sein, nicht nur für mich.

Ich freue mich auf eine gemeinsame Zeit und auf viele neue fotografische Entdeckungen.

Gerd Taron

Alle Fotos: Hans Jörg Kampfenkel, Bad Soden am Taunus – Wiedergabe nur mit Genehmigung gestattet.

Meine Buchhandlung vor Ort – Violas Bücherwurm in Kelkheim

 

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Mehr als 20 Jahre lebe ich nunmehr hier: im schönen Taunus. Und mehr als 10 Jahre begleitet mich als Bücherfreund eine Buchhandlung in besonderer Weise: Violas Bücherwurm in meiner zweiten Heimat Kelkheim .in der Bahnstraße.

Aus einer anfänglich geschäftlichen Beziehung ist im Laufe der vielen Jahre eine große Verbundenheit auch in persönlicher Hinsicht erwachsen. Die vielen gemeinsamen Stunden in der Buchhandlung, die Gespräche, den Austausch möchte ich nicht mehr missen.

Unsere gemeinsamen Aktivitäten wie der Kelkheimer Stadtmarkt und die Kelkheimer Möbeltage sind immer wieder ein Erlebnis.

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Jeder der eine Buchhandlung in seinem Ort hat und wo eine persönliche Beziehung stattfindet, ist ein glücklicher Büchermensch.

Ich habe mein Bücherglück vor Ort gefunden: Violas Bücherwurm in Kelkheim.

Gerd Taron

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und der Bücherwurm

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Copyright: Maren von Hoerschelmann

Die Quelle – Spender für unser Leben

 

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Taunus-Quelle in Fischbach im Taunus vom 27.10.13 – Foto. Gerd Taron

Fischbach im Taunus, 27.10.13

Heute Morgen habe ich die frühe Morgenstunde nach der Zeitumstellung genutzt, um bei schönstem Sonnenschein einen herbstlichen Spaziergang durch unser Dorf zu unternehmen.

Ich fühlte mich zu unserer Taunus-Quelle hingezogen, die sich am  Ortsrand befindet.

„Die Stille ist die Quelle der Gedanken“

Autor unbekannt

Ringsum mich kein Mensch weit und breit. Nur die vorbeifahrenden Autos an der nahe gelegenen Straße störten etwas die Herbst-Idylle.

Zeit und Muße, sich einige Gedanken über die Quelle und diesen Ort zu machen.

Manchmal komme ich mir selbst vor wie eine Quelle. Ich versuche mit meinem Dasein für andere eine Quelle zu sein, wo Mann/Frau frisches Wasser bekommen kann.

Aber eine Quelle kann nur sprudeln, wenn sie selbst genügend frisches Wasser bekommt und nicht eines Tages versickert. Nur so kann sie lebendig bleiben.

Für mich bedeuten die Menschen, die mich begleiten und mich immer wieder mit frischem Wasser versorgen – eine Lebensquelle. Dadurch ist es möglich, von diesem frischen Wasser anderen etwas weiter zu geben.

Dies darf und durfte ich immer wieder erfahren, vor allem in der vergangenen Woche. All denen, die mir durch ihre Worte und ihr Dasein frisches Wasser zugeführt haben, gilt mein besonderer Dank.

In der Sendung  „Kölner Treff“ am vergangenen Freitag hatte Bettina Böttinger unter anderen zwei Niederländer zu Gast, die nur mit einem Wohnwagen (ohne Auto!) durch Europa getrampt sind. Die Begegnungen mit unterschiedlichen Menschen aus den verschiedensten Nationen haben ihnen besondere Erfahrungen beschert..

Tjerk Ridder und Peter Bijl haben es so beschrieben:

„Wenn man es teilt mit anderen, wird es lebendig.“

 

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Die Weil-Quelle unterhalb vom Feldberg im Taunus – Foto: Gerd Taron

 

Immer, wenn ich mitten im Alltag
innehalte und gewahr werde,
wie viel mir geschenkt ist,
werden die zahllosen Selbstverständlichkeiten
zu einer Quelle des Glücks.

Walter Fiechter


Am 25.07.13 berichtete ich bereits über eine Quellenwanderung – hier noch einmal zum Nachlesen:

 https://gerdtaronantiquariat.wordpress.com/2013/07/25/eine-quellenwanderung-im-taunus-von-der-weilquelle-zur-olmuhlquelle/

Ich wünsche uns allen, dass wir Quellen mit frischem Wasser sind. Lasst uns einander begegnen, damit wir in guten und schlechten Zeiten eine lebendige Quelle bleiben.

Gerd Taron

Vom Turm in die Freiheit ?! Ein Nachruf für einen lieben Menschen

Vom Turm in die Freiheit?!

Ein besonderer Nachruf für einen lieben Menschen

 

Am Abend des vergangenen Freitag erreichte mich eine Todes-Nachricht von einem Menschen, die mich sehr berührt hat.

Dieser Mensch hatte eine besondere Bedeutung in meinem Leben und ist eng mit meiner eigenen Lebensgeschichte verbunden.

In der vergangenen Woche nahm sie sich das Leben. Sie stürzte sich von einem hohen Turm in den Tod. Da ich ihre Lebensumstände gut kenne, kann ich mir vorstellen, was sie möglicherweise zu diesem Entschluss bewegt hat.

Sie hat sich nicht aus ihren Fesseln, aus dem Stacheldraht, der sie umgab, befreien können und sah offensichtlich keinen anderen Ausweg mehr als den Freitod.

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An dieser Stelle möchte ich einige persönliche Zeilen an sie richten:

Liebe A.,

 als ich Dich und Deine Familie vor 3 Jahren zum letzten Mal besucht habe, warst Du in einer sehr schwierigen Situation. Damals erschien alles hoffnungslos für Dich. In der darauf folgenden Zeit gab es dann wieder neue Hoffnung.

 Es schien, als ob ein Regenbogen Dir neuen Mut geben würde.

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Was Du nicht wissen konntest: Dieser Besuch hatte für mich eine große Bedeutung mit großen Nachwirkungen. Es war der Beginn in mein neues Leben.

Ähnlich wie Du habe ich gespürt, dass es nicht so weitergehen kann. „Ich will das ändern“ war meine Erkenntnis. Aber wo ist der Ausweg aus diesen Abhängigkeiten, in der wir uns beide befanden? Auf der Heimfahrt war mein Entschluss gefasst. Ich komme nie mehr an diesen Ort zurück – und: ich werde mich aus meinem familiären Umfeld  trennen. Das Buch von Rainer Wälde „Meine Reise zum Leben“ gab den allerletzten Anstoß.

Wie Dir bekannt, war ich bereits zu diesem Zeitpunkt krank. Du selbst hast mich einmal behutsam auf die schleichende Krankheit hingewiesen, die mein Leben zu ruinieren drohte. Diese Krankheit nennt sich „Alkohol“. Von einer Abhängigkeit begab ich mich in eine andere. – der Sucht. Heute weiß ich nach einer erfolgreichen Therapie, dass Alkohol als Lebensbewältigung und als Betäubungsmittel ungeeignet ist und alles zerstören kann. Dazu ist es glücklicherweise nicht gekommen.

In wenigen Tagen jährt sich der Tag, an dem ich mich entschloss, abstinent zu werden. Es wird ein besonderer Tag werden.

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Liebe A.

Ich danke Dir, dass ich Dich ein kleines Stück Deines Lebens habe begleiten dürfen. Durch Dein Leben hast Du mir neue Wege aufgezeigt, auch wenn es Dir nicht bewusst war.

Erst durch Dich habe ich den Weg in die Freiheit gefunden. Das ist das größte Geschenk, was Du mir machen konntest.

Du wirst jetzt sicher alle meine Aktivitäten, mein Leben, jetzt von oben begleiten. Und es ist sicher in Deinem Sinne, dass ich anderen Menschen durch mein Dasein, durch meine Lebenserfahrung, Wege in die Freiheit zeige. Wege heraus aus Abhängigkeiten, sei es durch Menschen, materielle Dinge oder durch Erkrankungen, wie z. B. Alkoholismus.

Ich wünsche allen, die diese Zeilen lesen, insbesondere den Angehörigen, die Du hinterlässt, dass Dein Leben auch ein Leben zur Hoffnung war und ist. Dafür werde ich alles tun, um anderen Hoffnung und Mut zu geben.

Gerd

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Wenn die Sonne erwacht in den Bergen – Sonnenaufgang über dem Taunus

Auf dem Atzelberg-Turm in Kelkheim-Eppenhain – in der Mitte der Feldberg, rechts der Altkönig. – an einem Donnerstagmorgen gegen 06:30 Uhr

 

Ein neuer Tag beginnt – und das Leben!

Mit einem Zitat möchte ich meinen Nachruf schließen

 „Denn ohne Freiheit welkt die Blume der Poesie, wo immer sie auch blühen mag.“ Astrid Lindgren in „Das entschwundene Land“ (eine wunderschöne Autobiographie!).

 

Gerd Taron

Die ersten drei Fotos wurden mir freundlicherweise von Marina Rupprecht zur Verfügung gestellt.

 Weitergabe von Text und Foto nur mit Genehmigung gestattet

Wenn die Sonne erwacht über den Taunus-Bergen

Ein Sonnenaufgang auf dem Atzelberg-Turm

 

Es ist Donnerstagmorgen kurz vor 6 Uhr morgens. Am Tag vorher habe ich mich entschlossen angesichts der günstigen Wetteraussichten etwas Ungewöhnliches zu unternehmen – nicht zum ersten Mal:

Einen Sonnenaufgang auf dem Atzelberg-Turm in Kelkheim-Eppenhain wollite ich diesmal erleben.

Mit dem ersten Bus sollte es losgehen bzw. nach Eppenhain hochfahren. „Mein Dorf“ Fischbach wird langsam wach. Die ersten begeben sich auf den Weg zur Arbeit. Eine klare Vollmond-Nacht liegt hinter mir. Der Mond ist noch zu sehen.

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Vor dem Hanseklinger-Brunnen in Kelkheim-Fischbach

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Nach kurzer Zeit erreiche ich den Ausgangspunkt meiner Traum-Tour. Eppenhain schläft noch. Es ist ruhig. Ich begebe mich auf den mir mittlerweile vertrauten Weg zum Turm. Vor mir zeigt sich der Fernsehturm, der von weiten sichtbar ist.

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Ich bin alleine und genieße die Ruhe, die ich hier oben genießen kann. 151 Stufen führen mich hinauf auf den Turm, dessen Aussichtsplattform auf 533 m Höhe liegt. Es ist 06:30 Uhr. Hinter dem Feldberg und dem Altkönig wird es hell. Wenige Minuten später lugt die Sonne hinter den Bergen hervor. In kurzer Zeit zeigt sich die Sonne von ihrer schönsten Seite und strahlt die Landschaft an.

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Es sind 30 Minuten der Stille und der Beschaulichkeit. Kein Mensch, außer mir, ist auf die Idee gekommen, mir gleich zu tun. Über mir nur einige kaum hörbare Flugzeuge. Ihre Kondensstreifen zeichnen ein schönes Bild am Himmel.

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Nach einer halben Stunde hat die Sonne den Tag erhellt. Ich begebe ich die 151 Stufen wieder hinunter und wandere in Richtung Ruppertshain zum Zauberberg.

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Blick auf Ehlhalten (rechts im Vordergrund), dahinter Niederjosbach. Beide gehören zur Stadt Eppstein.

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Der „Zauberberg“ in Kelkheim-Ruppertshain. Eine wechselhafte Geschichte hat dieser Ort. Im 19. Jahrhundert als Lungenheilstätte erbaut, später im 2. Weltkrieg ein Lazarett. Heute beherbergt der Zauberberg unter anderem verschiedene Künstlerinnen und Künstler, ein italienisches Restaurant und Unternehmen.

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Eine Skulptur am Zauberberg in Kelkheim-Ruppertshain

Über Streuobstwiesen und Pferdeweiden gehe ich genussvoll in den neuen Morgen hinein. Die Äpfelbäume leuchten in dem Morgenlicht und zeigen ihre Pracht.

Im Dorf angekommen, begrüßt mich freudig eine Gänseschar.

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Guten Morgen, Welt – der Tag kann beginnen!

Gerd Taron

Alle Fotos: Gerd Taron

Von der Genügsamkeit und einer Begegnung – Eine wahre Geschichte von Walburga Kliem

Eine wahre Geschichte … – erzählt von einer Geschichtenerzählerin

 

Von der Genügsamkeit und einer Begegnung

Auf meiner „Geschichtenwanderung 2010“ in der Nähe von Mühlhausen saß ein Geschäftsreisender frühmorgens in der Pension an meinem Tisch. Wir unterhielten uns und er war erstaunt, dass ich erstens den Beruf einer Geschichtenerzählerin habe und dann auch noch wie in alter Zeit auf die Wanderschaft gehe. „Aber Sie müssen doch von irgendetwas leben!“ platzte er heraus.

Ich antwortete: „Irgendwann will ich mal davon leben …“ und dann erläuterte ich noch, dass ich ja einen „zweiten Beruf als Trainerin und Beraterin“ habe und Seminare gebe.

Später habe ich festgestellt, ich war wieder einmal in eine „Denk- und Rechtfertigungsfalle“ geraten. Mir wurde im Nachdenken über diese Situation … und wenn man einfach nur alleine wandert auf einsamen Wegen, dann hat man viel Zeit, nachzudenken … klar:

* Ich habe gar keine zwei Berufe … es gibt für mich nur noch einen einzigen, den der „Erzählkünstlerin“. Das ist das, was ich wirklich machen will und auch tue. Diese Tätigkeit findet sich ganz einfach in der anderen wieder … in meinen Workshops und Coachings tue ich nichts anderes.

* Ich LEBE doch schon davon … Ich habe zwar kein dickes Konto, aber es hat bisher immer gereicht, um alle Ausgaben zu decken … ich lebe nicht in Armut … ich kann stolz auf meine Kinder sehen, bei denen zwar auch nicht alles einfach gelaufen ist … ich kann mich angemessen kleiden und ernähren … ich fühle mich wohl.

Und bestätigt wurde mir das dann einige Kilometer weiter von einer alten Frau, die mich in einem Dorf einfach ansprach. Wir unterhielten uns einige Zeit angeregt im leichten Nieselregen und am Ende sagte sie:

„Wissen Sie, mir ging es heute morgen eigentlich gar nicht gut. Ich fühlte mich krank und elend. Aber ich musste ja mit dem Hund raus. Und ich bin sehr froh, dass ich Sie angesprochen habe. Ich bin froh, dass wir uns so unterhalten haben …“ und dann strahlte sie und fügte hinzu: „Sie haben mich richtig glücklich gemacht!“

Für dieses Lächeln gibt es keinen Betrag auf meinem Konto! (*)

 

Walburga Kliem – Geschichtenerzählerin

 

Mehr Informationen unter

 

http://www.meine-lichtblicke.de/

bei facebook: Meine Lichtblicke – Geschichten, die bewegen

 

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Foto Connie Albers

http://www.kunstgalerie.ws/de/3200/

 

Eine Quellenwanderung im Taunus von der Weilquelle zur Ölmühlquelle

Eine Quellenwanderung im Taunus von der Weilquelle zur Ölmühlquelle

Eine „zweifel“hafte Wanderung

oder

Nachbetrachtungen einer  Erlebnis-Lesung mit Karin Schmitt

Nach einem turbulenten und einem ereignisreichen Wochenende beschloss ich, mir eine Auszeit zu nehmen. Zu viele Gedanken schwirrten durch mein Gehirn. Zeit das Erlebte zu sortieren und wieder klaren Kopf zu bekommen.

So manche Zweifel kamen mir auf, über das Ob und Wie des Erlebten einzuschätzen sei. Dabei half mir die Erlebnis-Lesung mit Karin Schmitt des vergangenen Samstag. In ihrem Buch „Die unverstandenen Geschenke des Lebens“ werden Schritt für Schritt 10 Lebenspäckchen ausgepackt. Eines davon heißt „Zweifel“. Dieses Päckchen war das Wunschpäckchen nach Abstimmung unter allen weiblichen und männlichen Leseinteressierten des Buches.

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Autorin Karin Schmitt mit ihren Lebenspäckchen

Ich hatte keinen Zweifel, diese Wanderung auch durchzuführen. Bis jetzt war es in diesem Jahr noch nicht möglich, endlich wieder meinem Hobby nachzugehen.

Wie las ich kürzlich in dem Buch von Rainer Wälde und Anselm Grün („Meine Reise zum Leben“): „Wer zu Fuß unterwegs ist, achtet mehr auf den Weg. Der Weg auf den Gipfel eines Berges dauert seine Zeit, es ist mühsam, zu Fuß voranzukommen. Täler werden Meter für Meter langsam durchquert. Wenn der Weg schwierig ist, muss jeder Tritt sitzen. Aber das Wichtigste: die Seele kann Schritt halten.“

Diese Wanderung, eigentlich sollte es mehr ein Spaziergang werden, war gut vorbereitet wie immer: Essen, Trinken, 3 Bücher („Die unverstandenen Geschenke des Lebens“ von Karin Schmitt, „Die Landkarte des Lebens“ von Rainer Wälde und Gundula Gause und „Leben schlicht + ergreifend“ von Kerstin Hack) als Proviant für Leib und Seele. Dazu Wanderkarte und Stadtpläne der Umgebung, Pflaster und sonstiger Kleinkram.

Am Morgen beim Brötchengang schaute ich in den Himmel. Es war eine seltsame Wolkenmischung, die auf ein mögliches Gewitter schließen ließ. Mir kamen Zweifel auf: Sollte ich doch lieber zuhause bleiben? Sollte ich auf meine Wanderung zu Quellen im Taunus verzichten?

Nach einiger Überlegung sagte der Rheinländer in mir: Mach et! Gedacht, getan. Während der Busfahrt zur Zwischenetappe in Königstein – dort sollte die Fahrt in die Höhen des Taunus weitergehen – kamen erneute Zweifel auf. Sollte ich nicht doch besser nur einen Teil der Strecke gehen?

An der Umstiegsstation wartete ich auf meinen Anschlussbus. Er kam nicht. Sollte das ein Zeichen sein, doch abzubrechen? Der Bus kam dann doch, verspätet, aber er kam. Ich stieg ein und blieb der einzige Fahrgast auf der gesamten Strecke bis zu meinem Ausstieg. Die Haltestelle hieß „An der Weilquelle“. Bei der Vorplanung lag meine Vermutung nahe in der Nähe meiner Ausgangsquelle zu sein. Denkste! Beim Blick auf die Wanderkarte stellte ich plötzlich fest, dass es noch einiges an Wegstrecke zurückzulegen galt. Spaziergang? Nein, dass wird eine richtige Wanderung, das wurde spätestens jetzt klar. Sollte ich bei der Planung irgendetwas übersehen haben?

Mit meinen Wandersandalen marschierte ich Richtung Weilquelle los. Vorbei an blühenden Bergwiesen und schöne Blicke auf die Taunus-Landschaft begleiteten mich. Ein leichter, stetiger Anstieg führte mich zur Weilquelle. Aber es war nur das Hotel Naturpark Weilquelle. Bis zur richtigen Quelle waren es noch sehr viele Schritte mehr zu gehen.

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Vorbei ging es am Feldberg-Kastell am Rande des Limesweg. Ein kurzer Besuch für das Foto-Archiv und dann aber endlich auf zur ersehnten Quelle. Es waren nur noch 200 Meter. Normalerweise für mich als Wanderer kein Problem. Aber schon wieder so ein stetiger Anstieg. Ich wollte doch nicht den Berg hochgehen sondern runter!.

Geschafft – die Weilquelle lag vor meinen etwas staubig gewordenen Füßen. Es war schon einige Jahre her, dass ich dort war. Vielleicht lag es an meinem Alter, dass ich die Weilquelle viel größer in Erinnerung hatte. Keine Bank – keine Möglichkeit sich bequem zu machen. Dafür stand eine seltsame Skulptur. Sie sollte wohl die bösen Geister, die hier herrschten, vertreiben. Na denn …

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Die Weilquelle – sehr wenig Wasser, dafür aber schon geschmückt. Mit Rosen, die offensichtlich von sich liebenden und lieben Menschen dort hingelegt waren. Ein schöner Anblick. Auf jeden Fall gab es hier in der Nähe keine Rosenplantage – das war sicher.

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Die Stätte, die einem ganzen Tal im Taunus den Namen gibt, das „Weiltal“ wurde ausgiebig wurde im Bild festgehalten.

Jetzt packte mich die Wanderlust. Auf zur nächsten Quelle hieß das Motto – und immer schön auf den Weg achten. Wer weiß, was sich im Verborgenen noch so am Rande und abseits des Weges entdecken lässt.

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Eine Quelle ohne Namen am Roten Kreuz nähe Feldberg im Taunus

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Bis zur Ölmühlquelle war es laut Wanderkarte nicht so weit. Wieder einmal – denkste! Sollte die Wanderkarte falsche Eintragungen haben?

Dank des dichten Waldes ließ sich die Sommerhitze gut ertragen und es ging sich auf den gut beschilderten Wegen locker und leicht.

Nach fast 2 Stunden war das Ziel „Ölmühlquelle“ erreicht.

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Ich war enttäuscht. So schmucklos hatte ich mir diese Quelle nicht vorgestellt. Sollte ich …

Als Entschädigung wanderte ich weiter zum Kurpark in Königstein. Der Pulverbrunnen mit seiner Quelle war mein nächstes Ziel.

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Beim Gang durch den Kurpark verschreckte ich eine Entenfamilie, die vor dem seltsamen Wanderer Reißaus nahmen.

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Auf einer schattigen Parkbank konnte ich endlich meine Beine baumeln lassen.

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Der Reichenbach im Kurpark von Königstein im Taunus

Doch o Schreck, was erblickten meine Augen beim Blick in den Himmel? Gewitterwolken! Sollte ich doch nicht zu lange verweilen? Zweifel waren angebracht, besser wieder Richtung Bushaltestelle aufzubrechen. Mehrere Donner bestätigten meinen Entschluss, das Weite zu suchen.

Ohne besondere Vorkommnisse kam ich wieder schließlich wohlbehalten zuhause an. Die ungewöhnliche Wanderung ging mit einem Entspannungsbad und Erholungsschlaf zu Ende. Es war ein Tag mit neuen Inspirationen, da besteht kein Zweifel. Mein Umfeld wird es in den nächsten Tagen wohl ertragen müssen

Ach so, was zu erwähnen wäre: Es gab kein Gewitter. Meine Zweifel waren zweifelsohne unangebracht….

Meine persönliche Erkenntnis nach dieser Wanderschaft – es muss ja nicht immer der Jakobsweg sein: Zweifel sind ein wichtiger Teil unseres Lebenspäckchens und helfen auf dem Weg das Ziel zu finden.

Gerd Taron

Text und Fotos: Gerd Taron