Und vergib mir meine Schuld – Literarischer Wochenendgruß vom 27.03.15

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

wir nähern uns dem Osterfest. Am kommenden Sonntag feiern die Christen Palmsonntag. Es ist bekanntlich eine Erinnerung an den Einzug Jesu in Jerusalem. Dieser Gedenktag ist auch eine Hinführung auf den Kreuzestod Jesu.

Für mich war dies ein Anlass, über die Schuldfrage nachzudenken. Im bekannten „Vater unser“ heißt es „Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.“ (Neues Testament, Matthäus-Evangelium Kapitel 6) .

Beginnt Schuld aber nicht doch zuerst bei mir, bevor ich andere mit in die Schuld einer Gemeinschaft hineinnehme? Wie gehe ich mit meiner Schuld um? Wo bin ich anderen gegenüber „schuldig“ geworden? Und wer hat das Recht, darüber zu urteilen, wann ich Schuld auf mich geladen habe?

Die Texte, vor allem von Ulrich Schaffer und Virginia Satir, geben auf ihre Weise, Anstöße darüber nachzudenken.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Foto: Gerd Taron – Wegekreuz am Rettershof im Taunus

An das Leben
Längst sprach ich mir heilig das Leben,
Denn auch mich sprach es heilig in Huld,
Und die Gottheit hat jedem vergeben,
Der sich strebend erlöst von der Schuld.

Und die Gottheit will freie Söhne,
Die nichts mehr fühlen von Schuld,
Die da handeln in schaffender Schöne
Und das Leben erhöhen durch Huld.
Karl Ernst Knodt
Aus der Sammlung Schönheit

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Foto: Gerd Taron – Wegekreuz in Kelkheim-Fischbach

Die Zurückhaltung deiner Demut
Wenn sie dich wegen einer Aussage
missbilligend von der Seite betrachten,
wenn sie es dir mit Worten
oder mit Schweigen nachtragen,
dass deine Antwort ihnen unangenehm ist
oder dass deine Antwort heute anders ist als gestern,
wenn sie dir vorwerfen, dass du nicht mitmachst,
wenn sie vorgeben, dich nicht zu verstehen,
weil sie sich sonst selbst verändern müssten,
wenn sie unmöglich finden,
dass dir das Innere wichtiger ist als das Äußere,
wenn sie dich fragen,
ohne deine Antwort hören zu wollen,
wenn sie dich übersehen, um dich zu strafen,
wenn sie versuchen, dich mit ihren Vorschlägen
auszuhöhlen, um dich auf ihre Seite zu kriegen,
wenn sie erwarten, dass du dir selbst untreu wirst,
nur um ihnen treu zu sein, was das auch heißen mag,
wenn sie nicht erfassen wollen oder können,
was deine innere Wahrheit ist,
wenn sie dich so in Frage stellen,
dass sie deine Würde antasten,
wenn sie laut sind, wo du leise bist,
wenn sie dir deinen ureigensten Raum nehmen
und mit ihrem Wesen besetzen, was dir gehört,
wenn sie über dich verfügen,
als hättest du keine Meinung,
wenn sie deine Leidenschaft abschwächen wollen,
um dich lau und mittelmäßig zu machen,
dann halte aus, dich nicht zu verteidigen.
Schäme dich nicht.
Sei dir treu, in der Tiefe deines Wesens.
Vielleicht schaffst du es sogar,
nicht zum Gegenangriff überzugehen.
Erinnere dich,
dass du dein Leben leben musst, nicht sie.
Was für sie gilt, gilt meistens nicht für dich.
Deine innere und auch deine äußere Welt
sind absolut einmalig und du hast
den besten Überblick über sie.
Die Zurückhaltung deiner Demut ist groß,
sonst hättest du längst getan,
was sich hundertmal jeden Tag anbietet:
eine andere zu sein als die,
die du bist.
Und wo du es getan hast,
da kreide es dir nicht an und kehre zu dir zurück.
Es gibt keinen Moment,
wo nicht etwas in dir auf dich wartet.
Ulrich Schaffer

1203_März(18) 082_1-03

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Ich brauche keine Schuldgefühle zu haben, bloß weil das,
was ich tue, sage oder denke, einem anderen nicht gefällt.
Ich darf wütend sein und meine Wut ausdrücken,
solange ich dabei nicht mein Augenmaß verliere.
Ich muss nicht die alleinige Verantwortung für Entscheidungen übernehmen, an denen auch andere beteiligt waren.
Ich habe das Recht, “ Ich verstehe das nicht“ oder „Ich weiß es nicht “ zu sagen, ohne mir blöd vorzukommen.
Ich habe das Recht, „nein“ zu sagen, ohne dabei
Schuldgefühle haben zu müssen.
Ich muss mich nicht entschuldigen oder rechtfertigen,
wenn ich „nein“ sage.
Ich habe das Recht, andere um etwas zu bitten.
Ich habe das Recht, Bitten abzuschlagen und zusätzliche Verpflichtungen abzulehnen.
Ich habe das Recht, anderen mitzuteilen, wenn ich das Gefühl habe, dass sie mich ungerecht behandeln oder bevormunden.
Ich habe das Recht, es anderen mitzuteilen, wenn ihr Verhalten mich irritiert.
Ich habe das Recht, Fehler zu machen und für sie die Verantwortung zu tragen.
Ich habe das Recht mich zu täuschen.
Ich brauche nicht von allen gemocht, bewundert oder
geachtet zu werden für alles, was ich tue.

~Virginia Satir~

1203_März(9) 155_1-03

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Am Schluss dieses Wochenendgrußes gibt es aber auch Hoffnung, wenn ich tatsächlich „Schuld“ habe – Vergebung.
Das wünsche ich Ihnen an diesem Wochenende, dass sie ihre eigene Schuld und die der anderen vergeben können.

Ihr/Euer
Gerd Taron

PS: Zu diesem Thema hat der evangelische Pfarrer unserer Kirchengemeinde in Kelkheim-Fischbach anlässlich der Befreiung des KZ Auschwitz einen sehr nachdenkenswerten Beitrag unter der Überschrift „Keine Schuld“ verfasst.

Sie können ihn hier nachlesen:

https://gerdtaronantiquariat.wordpress.com/2015/03/26/keine-schuld-gedanken-von-pfarrer-andreas-schmalz-hannappel-kelkheim-fischbach/?fb_action_ids=783866551702032&fb_action_types=news.publishes&fb_ref=pub-standard
Nachstehend noch zwei Termin-Hinweise in eigener Sache:

Samstag, 28.03. – 16 Uhr – Der Frühling ist da!

Ein literarischer Frühlingsspaziergang rund um den Rettershof

Treffpunkt: Großer Parkplatz am Rettershof, Kelkheim-Fischbach

Kostenbeitrag. 8 Euro – Dauer ca. 1,5 Stunden

Auftakt zum ersten der literarischen 4-Jahreszeiten-Spaziergänge.

Sonntag, 29.03.2015 ab 15:30 Uhr – Literarischer Nachmittag bei Kaffee und Kuchen

im Café Lounge Jasmin, Alt-Fechenheim 80, Frankfurt-Fechenheim

Thema: Der Frühling ist da! Geschichten und Gedichte um eine besondere Jahreszeit
Anmeldungen erwünscht unter Tel. Marketing/Events 0163/8890130 (Elke Dippel) – Um einen Kulturbeitrag wird gebeten.

Gerd Taron

Taron-Antiquariat – Bücher und mehr
Langstraße 30

65779 Kelkheim-Fischbach
Tel. 49+(0)6195-676695

Internet: http://www.gerdtaronantiquariat.wordpress.com

und

http://www.taron-antiquariat.de

E-Mail: verkauf@tarion-antiquariat.de oder taron-antiquariat@gmx.de

Keine Schuld – Gedanken von Pfarrer Andreas Schmalz-Hannappel, Kelkheim-Fischbach

„Nein, wir tragen keine Schuld“, höre ich immer wieder, wenn die Rede von den Verbrechen der Nazis ist. Persönlich tragen heute nur noch ganz wenige Schuld. Doch kann ich so leicht sagen, dass ich nichts damit zu tun habe? Ich persönlich trage keine Schuld, und doch beschämt es mich, dass von Deutschen und auch Christen so viel Leid und Grausamkeit über die Welt gebracht wurde. Am Dienstag jährte sich wieder die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Rote Armee. Immer wieder erschüttern mich die Bilder des Grauens, die ich kaum ertragen kann. Wie war das damals möglich? Wie war es möglich, dass niemand wirklich einschritt? Wie konnte es geschehen, dass die evangelische Kirche ihren jüdischen Geschwistern nicht half? Ein Kirchenmann, der im 3. Reich Widerstand gegen Hitler leistete und verhaftet wurde, Martin Niemöller, beantwortete nach dem Krieg diese Fragen selbstkritisch: „Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist. Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat. Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschafter. Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.“
Jesus sagte, dass wir in dem Leidenden anderen ihn sehen können (Mt 25): „Ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen.“

Möge Dir Gott immer wieder die Kraft und den Mut geben, aufzustehen und einzuschreiten.

Gottes Segen für Dich.
Pfarrer Andreas Schmalz-Hannappel, Kelkheim-Fischbach

veröffentlicht am 29.01.2015 in einem Rundbrief anlässlich der Befreiung des KZ Auschwitz

Beziehung gesucht – Literarischer Wochenendgruß vom 20.03.15

Liebe Leserinnen und Leser,

am vergangenen Wochenende hatte ich das Vergnügen die Kabarettistin Annette Kruhl mit ihrem Programm „Single-Sex und SMS-Blockaden“ zu erleben. Ein Programm, dass sich um die bekannten Themen über Beziehungen und Liebe handelt. Vor allem aus Sicht eines Mannes war es interessant zu erleben, wie „Frau“ so tickt.

Wenige Tage später las ich dann in einer Tageszeitung einen längeren Artikel mit dem Thema „Liebesgrüße aus dem Netz“ (Frankfurter Neue Presse vom 18.03.15).

Was haben die Kabarettistin und der Artikel gemeinsam? Es geht um die Suche nach einer Beziehung, nach dem perfekten Mann, der perfekten Frau.

Dank des Internets sind die Möglichkeiten heute so vielfältig wie nie zuvor. Aber ist das wirklich eine Erleichterung bei einer Partnersuche? Findet alles nur noch in der virtuellen Welt statt oder mal eben schnell beim „Speed-Dating“ oder über „Dating-Apps“? Wie der Soziologe Dr. Kai Dröge treffend in dem genannten Artikel beschreibt, spiegelt sich hier der Zeitgeist einer allgemeinen Bewertungskultur wider. Ernsthaftere Beziehungen ergeben sich daraus selten.

Ist Mann/Frau von heute wirklich noch an einer festen, dauerhaften Beziehung und Freundschaft/Partnerschaft interessiert? Oder kommt es auf den besonderen „Kick“ an? Suche ich mir nur die Filetstücke beim Anderen raus? Und wenn es keinen Spaß mehr macht, dann suche ich mir jemand anderen und wandere weiter. Das ist alles so einfach.

Andererseits erlebe ich in vielen Gesprächen, nicht nur bei Menschen ohne festen Partner, dass sie an einer stabilen und vertrauensvollen Partnerschaft interessiert sind. Gerade in diesen unruhigen Zeiten ist das für viele so wichtig und wohl immer seltener geworden.

Lesen wir, was Schriftsteller, Dichter, männlich und weiblich über Beziehungen und deren Eigenschaften schreiben.

1304_April(13) 021-03

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Schönwetterbeziehungen haben den Nachteil, daß wir aus allen Wolken fallen, sobald es blitzt und kracht.
© Ernst Ferstl (*1955), österreichischer Lehrer, Dichter und Aphoristiker
Quelle: »Heutzutage«

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Foto: Gerd Taron

An die Freunde

Wieder einmal ausgeflogen,
Wieder einmal heimgekehrt;
Fand ich doch die alten Freunde
Und die Herzen unversehrt.
Wird uns wieder wohl vereinen
Frischer Ost und frischer West?
Auch die losesten der Vögel
Tragen allgemach zu Nest.
Immer schwerer wird das Päckchen,
Kaum noch trägt es sich allein;
Und in immer engre Fesseln
Schlinget uns die Heimat ein.
Und an seines Hauses Schwelle
Wird ein jeder fest gebannt;
Aber Liebesfäden spinnen
Heimlich sich von Land zu Land.

Theodor Storm (1817 – 1888)

1304_April(12) 038_1A-03

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Die Freiheit, die Menschen meinen, indem sie keine Bindung zu einem anderen Menschen aufbauen, ist in Wahrheit das Gefängnis, in welches sie sich selbst einschließen.
© Damaris Wieser (*1977), deutsche Lyrikerin und Dichterin

1304_April(13) 038_1 - Kopie03

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Gemeinsam neue Farben schreiben,
Tränen süßen,
Himmel röten,
Blumen grüßen,
Traurige in Liebe kleiden,
Lachen lenken,
Regen schenken,
Briefpapier verteilen,
Im Lebensfluss verweilen,
Buchstaben erfinden,
Mimosen rinden,
Sturheit brechen,
Mit Stummen sprechen,
Küssen erlauben,
Umarmungen rauben…
HERZEN, bis es schmerzt !
Elfi Egger

1203_März(16) 012_1-03

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Freundschaft

wenn du
der Sturm
des Zweifels bist

und der Baum
den Du umtost
nicht von der Stelle weicht

dann auch noch da ist
wenn der Wind sich legt

dann, hast Du einen Freund gefunden

(Engelbert Schinkel)

Beziehung ist Gegenseitigkeit. Mein Du wirkt an mir, wie ich an ihm wirke.
Martin Buber

1203_März(10) 026-03

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Die Beziehung zwischen Menschen sollte so sein, wie die Beziehung zwischen Hand und Auge.
Verletzt sich die Hand, weint das Auge.
Weint das Auge, wischt die Hand die Tränen weg.

(Autor unbekannt)
Quelle: »Zwischenrufe« Libri Books on Demand, Hamburg, 2000
Ich wünsche Ihnen viele liebevolle Beziehungen, ein Miteinander, das das Leben des anderen in unendlicher Weise bereichert.

An dieser Stelle möchte ich danken, für alle liebe Mitmenschen in nah und fern, die mir immer wieder den Mut und Zuversicht gaben und geben, nicht am Leben zu zweifeln..

Ihr/Euer

Gerd Taron

Gerd Taron
Taron-Antiquariat – Bücher und mehr
Langstraße 3065779 Kelkheim-Fischbach
Tel. 49+(0)6195-676695

Internet: http://www.gerdtaronantiquariat.wordpress.com
und http://www.taron-antiquariat.de
E-Mail: verkauf@taron-antiquariat.de oder taron-antiquariat@gmx.de

Aus der Geschichte lernen – Literarischer Wochenendgruß vom 13.03.15

Liebe Leserinnen und Leser,

am Tage dieser Ausgabe des literarischen Wochenendgrußes werden in Königstein im Taunus wieder vor Häusern Stolpersteine in Gedenken an ehemalige jüdische und andere Mitbewohner der Stadt verlegt. In vielen Städten nicht nur in unserem Land sind diese Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig eine wichtige Erinnerung an Zeiten, wo Menschen verfolgt und ermordet wurden.

Bis heute müssen viele Menschen auf unserer Erde ähnliches erleben. Es scheint, als ob die Menschheit aus all dem Grauen der Geschichte nichts gelernt hat.

Warum nimmt die Gewalt gegenüber Menschen kein Ende? Warum sind wir so oft ohnmächtig und lediglich Zuschauer aber kein Handelnde, die diesem Leiden ein Ende setzen?

Immer wieder haben sich Dichterinnen und Dichter, Schriftstellerinnen und Schriftsteller in ihren Texten darüber Gedanken gemacht..

Dass es auch friedfertige Möglichkeiten gibt, Konflikte innerhalb einer menschlichen Gemeinschaft zu lösen, zeigt in wunderbarer Weise, die Wiedervereinigung Deutschlands vor 25 Jahren.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Foto: Gerd Taron (Klosterkirche Kelkheim im Taunus)

DIE GROSSEN DER GESCHICHTE
Sie ziehn an uns vorbei, so greifbar lebend
wie sonst kein Lebender, die hohlen Schatten.
Wie drängen ihre Werke sich erhebend
uns auf, die wir die Unsrigen bestatten
in Massengräbern der Vergessenheit.

Du, Cäsar, lebst. Du, Brutus, stößt den Dolch
noch täglich in sein Herz. Was sind dagegen
ein toter Narr im Bunker und ein Strolch,
kopfabwärtshängend? Alexanders Degen
schnitt durch den Knoten, den sie heute binden,
die sogenannten Führer unsrer Welt.

Doch ist das wirklich so? Hat Phantasie
im Rückblick sie aufs Postament gestellt,
jene so weit Entrückten, weil sie nie
mit uns Gemeinschaft hatten? Kann die Zeit
den Blick verzerren, weil wir uns gemein
empfinden? Bilden Wissenschaft, Kultur
und Technik Eines, oder sind wir klein
dank unsrer Herrschaft über die Natur?

In welchem Buch könnt‘ ich die Antwort finden?

Erich Vio (1910 – 1999, Dichter und Arzt)
Aus der Sammlung Auftrag und Erfüllung. Späte Gedichte

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Foto: Gerd Taron (Am Rettershof im Taunus, Kelkheim-Fischbach)

Das Feld der Geschichte

Der Pflug hat aufgeschnitten
Das dunkle Ackerfeld.
Ich stehe still inmitten
Und sind‘ es wohlbestellt.

Es lehrt mich Früchte ahnen,
Wie sie uns bringt das Jahr.
Den Weg soll ihnen bahnen
Des Pfluges scharfe Schar. —

Das Feld auch der Geschichte
Zeigt tiefen Furchenschnitt;
Doch, Trauer im Gesichte,
Hemm‘ ich dabei den Schritt.

Weil schneidende Geschicke
Mir ruhn im Kreis des Blicks
Und sich noch birgt dem Blicke.
Die Frucht des Weltgeschicks,

Vermess‘ ich mich, zu klagen.
Vom Acker unbelehrt,
Der einst in spätem Tagen
Sein Korn gen Himmel kehrt.

Karl Mayer, 1856
Aus der Sammlung 1856.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Foto: Gerd Taron

Schalom

An Pfingsten hören wir im Evangelium, wie Jesus den Jüngerinnen und Jüngern erscheint. Er wünscht ihnen das, was wir Menschen am meisten brauchen: FRIEDEN.
In der Muttersprache Jesu heißt dies: SCHALOM.
SCHALOM meint nicht nur Frieden im Gegensatz zum Krieg.
SCHALOM hat viele Inhalte, die wir im Deutschen nicht in einem oder zwei Worten wiedergeben können.
SCHALOM meint Zufriedenheit des Herzens, Ganzsein, Heilsein, Geborgenheit, Ruhe, Vergebung von allem, was dem Leben entgegensteht. Der Friede sei mit uns.
SCHALOM ist das gute Verhältnis zwischen den Einzelnen, und dem Einzelnen und der Gemeinschaft, aber auch das gute Verhältnis des Geschöpfes zu seinem Schöpfer.
SCHALOM ist nach den Aussagen der Bibel eine Gabe Gottes, die Gott den Menschen schenkt auf Grund seiner Verheißung.
SCHALOM ist das Leben, das Leben in Fülle ” ༺ಌ༺

Autor unbekannt

1203_März(9) 135-04

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Friedensblumen.

Wenn in kriegsgeballten Zeiten,
die Angst und die Gewalt regiert.
Wenn Zuversicht und Hoffnung sterben,
der Tod keinen mehr interessiert.

Dann keimt ein Samenkorn des Lebens,
in den Aschen, die verglühen,
und auf den Gräbern unserer Lieben
werden Friedensblumen blühen.

Anne M. Pützer

1203_März(11) 039_1-03

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Ich wünsche Ihnen ein friedvolles und entspanntes Wochenende. Setzen Sie in ihren Begegnungen mit anderen Zeichen des Friedens auf Ihre persönliche Weise. Das kann jeder mit seinen Gaben und Fähigkeiten.

Ihr/Euer

Gerd Taron

Ein Hinweis .auf eine interessante Veranstaltung:

Am Mittwoch, 18.03. ab 19 Uhr findet bei Viola’s Bücherwurm in Kelkheim, Bahnstraße 13, eine besondere Lesung mit Kathrin Höhne und Gästen statt:

Es wird das Buch präsentiert:

Meine Freiheit – Geschichten aus Deutschland
25 Menschen aus Ost und West –
Ihre Schicksale, ihre Geschichten und ihre Gedanken zur Freiheit.

Weitere Informationen finden Sie unter:

https://gerdtaronantiquariat.wordpress.com/2015/03/11/meine-freiheit-geschichten-aus-deutschland-eine-besondere-buchempfehlung-und-lesung/

Gerd Taron
Taron-Antiquariat – Bücher und mehr
Langstraße 30
65779 Kelkheim-Fischbach
Tel. 49+(0)6195-676695

Internet: http://www.gerdtaronantiquariat.wordpress.com
und
http://www.taron-antiquariat.de

E-Mail: verkauf@taron-antiquariat.de
oder taron-antiquariat@gmx.de

Meine Freiheit – Geschichten aus Deutschland -Eine besondere Buchempfehlung und Lesung

Meine Freiheit – Geschichten aus Deutschland

Lebensschicksale aus Ost und West – Eine besondere Buchempfehlung und Lesung

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Foto: Kathrin Höhne auf der Frankfurter Buchmesse 2014

Es gibt im Leben immer wieder Begegnungen, die einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. So geschehen bei der letzt jährigen Frankfurter Buchmesse.

Gegen Ende, als die Füße einen noch so gerade tragen konnten und Mann sich zum Abschluss des Messebesuchs etwas Erholsames gönnen wollte, kam ich auf eine Idee. Da wurde in Halle 3.1 noch ein interessantes Buch vorgestellt, was mich wegen meines Interesses für deutsche Geschichte besonders ansprach:

Die Autorinnen Kathrin Höhne und Maren Martell stellten ihr Buch „Meine Freiheit – Geschichten aus Deutschland“ vor. …

Leider hielt sich die Zahl der Interessenten in überschaubaren Grenzen. Was mir dann aber die Möglichkeit eröffnete mich mit den Herausgeberinnen und Autorinnen rege gedanklich auszutauschen. Der so entstandene Kontakt blieb auch nach der Buchmesse bestehen. …

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Von links nach rechts: Kathrin Höhne (Herausgeberin und Autorin des Buches), Katrin Askan (Autorin), Bettina Stäbert (Sängerin) und Maren Martell (ebenfalls Herausgeberin und Autorin des Buches),

Schnell entstand die Idee, doch auch eine Lesung über dieses Buch im Rhein-Main-Gebiet durchzuführen, zumal Gäste aus dem Taunus erwartet werden. Sie haben in diesem Buch ihr Schicksal ebenfalls beschrieben und erzählt.

Gesagt – getan:

Am Mittwoch, 18.03.2015 ist es soweit. Viola Christ-Ritzer und Maren von Hoerschelmann laden zu einer Lesung ab 19 Uhr in den Räumen von „Viola’s Bücherwurm“ in der Bahnstraße 13 in Kelkheim ein.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Foto: Gerd Taron

In diesem Jahr begehen wir den 25. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung. Das Buch beschreibt sehr eindrücklich die Schicksale von Menschen, die jeweils aus Ost- und West-Sicht ihre damalige Lebenssituation beschreiben.

Ich würde mich freuen, Sie gemeinsam mit Viola Christ-Ritzer und Maren von Hoerschelmann am 18.03 zur Lesung begrüßen zu können.

Gerd Taron

PS: Bitte Karten vorbestellen unter – Tel.06195 – 900 818, e-mail violas.buecherwurm@t-online.de oder natürlich persönlich im Bücherwurm, denn es sind nur begrenzt Plätze vorhanden.

Mehr Informationen zum Buch nachstehend:

Meine Freiheit – Geschichten aus Deutschland
25 Menschen aus Ost und West –
Ihre Schicksale, ihre Geschichten und ihre Gedanken zur Freiheit.

Zwei Journalistinnen aus beiden deutschen Staaten erzählen
220 Seiten, 14,95 Euro, epubli Berlin
ISBN 978-7375-0615-1

Beschreibung/Inhalt:

25 Jahre Mauerfall: 25 Menschen aus Ost und West – ihre Schicksale, ihre Geschichten und ihre Gedanken zur Freiheit – zwei Journalistinnen erzählen. Dafür reisten die beiden Autorinnen quer durch die Republik und trafen unter anderem den Politiker Kurt Biedenkopf, den Bürgerrechtler und Fernsehjournalisten Siegbert Schefke und den Frontsänger der Prinzen, Sebastian Krumbiegel. Die Menschen blicken auf die dramatischen Ereignisse zurück, als in Berlin die Mauer fiel, berichten von ihrem Leben und darüber, wie sie heute über das deutsch-deutsche Miteinander denken.

http://www.maren-martell.de/index.html
https://www.facebook.com/meineFreiheitGeschichtenausDeutschland?fref=ts

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Foto: Gerd Taron – entdeckt vor der Metzgerei Rausch Anfang November in Kelkheim-Fischbach

Vor-Frühling – Gedichte von Anne M. Pützer

Die Autorin hat passend zu den ersten Frühlingsboten zwei schöme Gedichte verfasst, die nachstehend präsentiert werden und die Freude auf den Frühling wecken sollen.

Die ersten Frühlingstage.

Die ersten Frühlingstage locken
Mensch und Tier in die Natur.
In den Bäumen ein Frohlocken.
Vögel singen. Freude pur.

Die Sonne scheint und streichelt Seelen,
schenkt Balsam nach der dunklen Zeit.
Dank Licht und Wärme wird nichts fehlen.
Der Frühling ist zum Start bereit.

Es mehret sich nun alles Leben.
Natur hüllt sich ins Blütenkleid.
Liebe wird die Welt beleben.
Genießet voller Dankbarkeit.

©Anne M. Pützer

1104_April(1) 119_1-02

EIN HALM IM WIND.

Der Schnee ist getaut
und die warme Frühlingssonne
durchdringt mit ihrer Wärme
den eben noch gefrorenen Boden.

Ein Samenkorn bricht auf
und ein Grashalm beginnt sein Leben,
schiebt sich neugierig durch die harte Erdkrume
und begrüßt freudig das Tageslicht.

Er steht inmitten von tausend anderen Grashalmen auf einer Wiese,
umringt und geschmückt von vielen, bunten Blumen,
die ihm freundlich mit ihren Blütenköpfen zunicken.
Stolz ragt er sich gen Sonne auf
und er spürt den Willen zu leben in sich.

Sanfter Frühlingswind lässt den Halm geschmeidig
nach allen Seiten sich neigen,
und nach dessen Choreographie
wiegen sich alle Halme und Blumen mit.
Es ist ein leiser, aber kraftvoller Tanz der Natur,
ein Reigen unbezwingbaren Lebens-

und der kleine, unscheinbare Grashalm,
inmitten der anderen unscheinbaren Halme,
fühlt sich auserwählt und mächtig.

Anne M. Pützer

(C) Anne M. Pützer