Wieder auf(er)stehen – Literarischer Ostergruß 2016

Wieder auf(er)stehen – Literarischer Ostergruß 2016

Liebe Freunde der Literatur,

die heutige Ausgabe des literarischen Wochenendgrußes widmet sich einem zentralen Thema des Christentums, der Auferstehung. Der Leidensweg Jesu, sein Tod am Kreuz, seine Auferstehung am dritten Tage – es war, es ist ein Leben in extremen Situationen.

Einige Leserinnen oder Leser können das vielleicht aufgrund ihres eigenen Lebens verstehen. Sie haben die Tiefe des Lebens erfahren, um dann nach langen oft schwierigen Wegen, wieder ein neues Leben zu beginnen. Sie sind auferstanden aus den Trümmern. Sie haben sich nicht aufgegeben und den Mut nicht verloren.

Ich weiß nicht in welcher Lebenssituation Sie, lieber Leser, sich jetzt gerade befinden. Auch wenn sie gerade schwierig sein sollte – geben Sie nicht auf. Nicht nur in meinem persönlichen Umfeld gibt es viele mutmachende Lebensgeschichten von Menschen, die die Tiefen des Lebens überwunden haben.

Die ausgesuchten Texte und die Fotos mögen Ihnen neuen Lebensmut geben.

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Foto: Marina Rupprecht Fotografie

Ostern

Nicht einmal nur im Jahre
Ist Auferstehungszeit
Es liegt in jeder Bahre
Ein Stück Unendlichkeit

Der Welt geht nichts verloren,
Und immer wieder bricht
Sich aus des Todes Toren
Das Leben durch das Licht

Und Götter auferstehen
Mit jedem Glockenschlag,
Für Taten und Ideen
Ist ewig Ostertag

A.de Nora (Pseudonym für Anton Alfred Noder
(1864 – 1936), deutscher Arzt und Dichter

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Auferstehung

Manchmal stehen wir auf
Stehen wir zur Auferstehung auf
Mitten am Tage
Mit unserem lebendigen Haar
Mit unserer atmenden Haut.
Nur das Gewohnte ist um uns.
Keine Fata Morgana von Palmen
Mit weidenden Löwen
Und sanften Wölfen.
Die Weckuhren hören nicht auf zu ticken
Ihre Leuchtzeiger löschen nicht aus.
Und dennoch leicht
Und dennoch unverwundbar
Geordnet in geheimnisvolle Ordnung
Vorweggenommen in ein Haus aus Licht…….
Marie-Luise Kaschnitz

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Foto: Marina Rupprecht Fotografie

DEIN Nest !
Nimm DIR DEINEN Raum,
so groß
und
so weit,
wie DU ihn brauchst,
bau DIR ein Nest,
mit allem,
was DU brauchst,
ein Ort,
wo DU DICH sehr wohl
und zuhause fühlst,
lade DEINE Ressourcen ein,
was das ist???
Ressourcen sind deine inneren Stärken,
DU hast sie selbst erschaffen,
als DU mal am Boden warst,
hat DICH etwas wieder aufstehen lassen,
DEIN MUT
als DU traurig warst,
hat DICH etwas getröstet,
DEINE ZUVERSICHT,
als DU krank warst,
hat DIR etwas geholfen,
DEINE KRAFT,
als DU dachtest..‘ ICH schaffe das nicht!‘
hat DICH etwas weitermachen lassen,
DEIN SELBSTBEWUSSTSEIN,
als DU DICH völlig allein fühltest,
hat etwas ‚ Hallo, ich bin doch bei DIR! ‚ gerufen,
DEINE Liebe zu DIR selbst.
Es gibt noch mehr innere Stärken,
lade sie ein
in DEIN Nest,
dort können sie es sich gemütlich machen,
so wie DU.
Erst dann geh hinaus in die Welt,
schau DIR alles an,
betrachte die Dinge von allen Seiten,
habe Spaß,
lebe, liebe, lache!
Schau DIR auch die Schatten an,
und wisse,
DU kannst jederzeit zurück,
in DEIN Nest,
wieder tanken,
für das nächste ‚ Spiel ‚.

Ortrud Püttmann

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Foto: Marina Rupprecht Fotografie

Wir träumen einen Traum und wenn auch alle lachen,
wir träumen einen Traum von einer bessern Welt.
Da sind die Blumen nicht aus Schaum,
da sind die Tränen nicht aus Glas,
da ist die Freude nicht geschminkt,
da ist das Leben schön…

Wir träumen einen Traum und wenn auch alle mahnen,
wir träumen einen Traum von einer bessern Welt.
Da sind Helden mangelhaft,
da sind die Eichen angesägt,
da ist die Wahrheit nicht gezinkt,
da ist das Leben schön…

Wir träumen einen Traum und schenken ihm das Leben,
wir träumen einen Traum und machen uns die Welt.
Da ist der Mensch dem Menschen gleich,
da ist der Christus ganz aus Fleisch,
da ist die Auferstehung wahr,
da ist das Leben schön…

Günter Hildebrandt

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Foto: Maren von Hoerschelmann

Die Büchervitrine befindet sich derzeit in der Buchhandlung Viola’s Bücherwurm in Kelkheim und ist eine Leihgabe vom Holunder-Hof, Kelkheim

Ich wünsche Ihnen allen ein gesegnetes Osterfest und erholsame Feiertage mit viel schöner Literatur.

Ihr/Euer

Gerd Taron

Kontakt:
Gerd Taron, Langstraße 30, 65779 Kelkheim-Fischbach
Tel. +49 (0) 6195-676695
E-Mail. verkauf@taron-antiquariat.de oder taron-antiquariat@gmx.de

Frühlings-Ankunft am Rettershof im Taunus

Frühlings-Ankunft am Rettershof im Taunus
Ein literarischer Frühlings-Spaziergang mit Gedichten und Geschichten

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Der Rettershof – Eingang zum Innenhof

Kelkheim-Fischbach, 20.03.16

Er ist’s
Frühling lässt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte;
Süße, wohl bekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen.
– Horch, von fern ein leiser Harfenton!
FRÜHLING, ja du bist’s!
Dich hab‘ ich vernommen!
Eduard Mörike

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Unter der Linde – das Foto entstand 3 Tage vor dem Spaziergang bei schönstem Frühlingswetter

Unter der Linde am Rettershof versammelten sich interessierte Literaturfreunde zu einem literarischen Frühlings-Spaziergang mit dem Antiquar Gerd Taron. Zugegeben, so sonnig auf dem Foto oben war es zum kalendarischen Frühlingsanfang nicht. Aber es war trocken und bei entsprechender Kleidung ließ es sich aushalten.
Über Stufen ging es hinauf zunächst am Schlosshotel vorbei. Es gab Gelegenheit sich das Gelände des Retterhofes von oben zu betrachten und dabei einigen Gedichten zu lauschen. Nicht weit entfernt davon gibt es eine besondere Wegkreuzung. Es ist der Lieblingsort von Gerd Taron.

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Blick auf den Rettershof – Das Foto entstand Ende Februar 2014

Frühlings Ankunft
Grüner Schimmer spielet wieder
Drüben über Wies‘ und Feld.
Frohe Hoffnung senkt sich nieder
Auf die stumme trübe Welt.
Ja, nach langen Winterleiden
Kehrt der Frühling uns zurück,
Will die Welt in Freude kleiden,
Will uns bringen neues Glück.
Seht, ein Schmetterling als Bote
Zieht einher in Frühlingstracht,
Meldet uns, dass alles Tote
Nun zum Leben auferwacht.
Nur die Veilchen schüchtern wagen
Aufzuschau’n zum Sonnenschein;
Ist es doch, als ob sie fragen:
»Sollt‘ es denn schon Frühling sein?«
Seht, wie sich die Lerchen schwingen
In das blaue Himmelszelt!
Wie sie schwirren, wie sie singen
Über uns herab ins Feld!
Alles Leid entflieht auf Erden
Vor des Frühlings Freud‘ und Lust –
Nun, so soll’s auch Frühling werden,
Frühling auch in unsrer Brust!
(August Heinrich Hoffmann von Fallersleben)

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Interessierte Zuhörer – Foto: Ira Lenski

Weiter führte der Spaziergang Richtung Streuobstwiesen. An idyllisch gelegenen Plätzen gab es immer wieder Geschichten und Gedichten zu lauschen:

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Fragen vom Schmetterling

“Wie lang ist das Leben und was kommt danach?“ fragte der Schmetterling Gott. “Was war davor? Warum weiß ich nichts davon? – Viele, schwere Fragen an einem schönen Frühlingstag. Fragen an Gott und es gab keine Antworten. Oder? träumte der Schmetterling?
Etwas oder jemand ließ ihn spüren, dass er nicht alleine war: “ Du kannst dein ganzes Leben noch einmal erleben. Fliege ganz hoch , so hoch wie du kannst, und du wirst Augen haben, die alles sehen; Ohren, die alles hören und eine Seele, die alles fühlt.“ – Und der Schmetterling flog und flog. Er strengte sich an, höher und höher. Er gab seine ganze Kraft hin.
Als er nicht mehr konnte, gab er auf und ließ sich fallen. Aber er fiel nicht, er wurde gehalten, unsichtbar getragen. Er schwebte. Er spürte Licht um sich herum, hörte unbekannte Töne und sah plötzlich ein Bild vor sich. Er platzte auf, wie eine Seifenblase. Er sah einen Schmetterling, der an einen Busch flog, seine Eier ablegte und verschwand. Die Sonne kam, der Regen fiel und aus einem Ei schlüpfte eine Raupe, ganz klein und fast unsichtbar. Der Schmetterling spürte plötzlich in seiner Seele: – Das bin ich. Ich bin dieser kleine Wurm. – Er staunte.

Die Raupe kletterte los, fraß von den Blättern, versteckte sich vor den Vögeln und Insekten. Sie lebte gut. Kein Tag war wie der andere. Manchmal hatte sie Angst, gefressen zu werden, und versteckte sich. Mal sonnte sie sich übermütig. Sorgen kannte sie nicht und wuchs prächtig. Sie wurde dicker, träger und langsamer. “Was soll aus der wohl werden“, fragte sich der Schmetterling, “und wie bin ich so schön geworden?“

Die Raupe suchte sich einen schönen verstecken Platz. Sie streckte sich an der Unterseite eines kleinen Zweiges und spann sich ein. Langsam aber war nicht mehr viel von ihr zu sehen. “Stirbt die Raupe?“ sorgte sich der Schmetterling. “Ja,“ hörte er Antwort, “sie stirbt und erwacht zu neuem Leben. Sie wechselt ihre äußere Hülle. Das Alte vergeht und das Neue wächst heran. Schau!“ Und er sah hinein in die Hülle, die Puppe. Die Raupe war nicht mehr da, er erschrak.

Feine Gliedmaßen entstanden, alles verwandelte sich. Ein Bild löste das andere ab. – Der Schmetterling staunte. – Beinah hätte er übersehen, wie die Puppe sich unten öffnete. Ein kleines Loch entstand. Eine neue Gestalt kletterte, nein schob sich langsam heraus und saß im Licht. Die Sonne wärmte sie und sie atmete tief ein. Das neue Leben hatte begonnen. Die Gestalt breitet die zarten Flügel aus und erhob sich in die Luft.

“Das bin doch ich.“ Dachte der Schmetterling. “Er sah noch einmal sein Leben bis zu dem Flug, der ihn höher und höher trug. “Ja, das bist du.“ Sagte Gott. “Du weißt nun, was vorher war und was nachher kommt. Sonst sieht jeder nur seinen Lebenszeitraum, seine Erfahrung. Er spürt nicht das neue Leben und auch nicht die Ankunft im Licht. Nur weil du dich fallen gelassen hast, weil du vertraut hasst, konntest du mehr sehen.“

Friedrich Rückert (1788 – 1866)

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Foto: Ira Lenski
Original gelesen aus einem alten Buch um 1900 „Zum Vortrage – Eine Sammlung deutscher Gedichte“.

Maler Frühling

Der Frühling ist ein Maler,
er malet alles an,
die Berge mit den Wäldern,
die Täler mit den Feldern:
Was der doch malen kann!
Auch meine lieben Blumen
schmückt er mit Farbenpracht:
Wie sie so herrlich strahlen!
So schön kann keiner malen,
so schön, wie er es macht.
O könnt ich doch so malen,
ich malt ihm einen Strauß
und spräch in frohem Mute
für alles Lieb und Gute
so meinen Dank ihm aus!

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798 – 1874)

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Auf der Tasche von der Buchhandlung „Shakespeare und So“ ist der berühmte Dichter William Shakespeare abgebildet – Von ihm gab es allerdings kein Gedicht zu hören …

Foto: Ira Lenski

Zum Abschluss gab es dann im gemütlichen Reiterstübchen den literarischen Nachmittag bei Kaffee und Kuchen oder etwas Herzhaftem ausklingen zu lassen.
Es hat allen sichtlich viel Freude bereitet. Im Laufe des Jahres werden rund um den Rettershof weitere literarische Veranstaltungen angeboten, wie z. B. literarische Spaziergänge oder das Literatur-Programm „Früher war alles besser …?!“ am 13.05 ab 19:30 Uhr im Landgasthof „Zum fröhlichen Landmann“.

Gerd Taron

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Reiterstübchen im Landgasthof „Zum fröhlichen Landman2
Internet: http://www.zum-froehlichen-landmann.de

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Frühlingserwachen am Main-Ufer in Frankfurt-Fechenheim

Frühlingserwachen am Main-Ufer in Frankfurt-Fechenheim

Ein literarischer Frühlings-Spaziergang mit weitgereisten Gästen

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Frankfurt-Fechenheim, 19.03.16

Es war etwas frisch, aber trocken, als sich interessierte Literaturfreunde mit dem Antiquar Gerd Taron aus Kelkheim sich zu einem Spaziergang im Café Jasmin in Frankfurt-Fechenheim trafen. Sie kamen von weither angereist, z. B. aus Idstein oder aus Kriftel im Taunus.

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Von dort machten sich die Teilnehmer auf den Weg entlang des Fechenheimer Main-Ufers. An idyllisch gelegenen Plätzen direkt am Ufer lauschten sie Gedichten und Geschichten über den Frühling. Nicht nur bekannte Autoren wie Johann Wolfgang von Goethe, Joseph von Eichendorff, August Heinrich Hoffmann von Fallersleben und andere kamen zu Gehör.

Schneeglöckchen
’s war doch wie ein leises Singen
In dem Garten heute Nacht,
Wie wenn laue Lüfte gingen:
„Süsse Glöcklein, nun erwacht,
Denn die warme Zeit wir bringen,
Eh’s noch jemand hat gedacht.“ –
’s war kein Singen, ’s war ein Küssen,
Rührt‘ die stillen Glöcklein sacht,
Dass sie alle tönen müssen
Von der künft’gen bunten Pracht.
Ach, sie konnten’s nicht erwarten,
Aber weiss vom letzten Schnee
War noch immer Feld und Garten,
Und sie sanken um vor Weh.
So schon manche Dichter streckten
Sangesmüde sich hinab,
Und der Frühling, den sie weckten,
Rauschet über ihrem Grab.
– Joseph von Eichendorff 1788-1857

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Auch weniger bekannte Dichter wie Ludwig Tieck Ludwig Uhland aus vergangenen Tagen wurden präsentiert. Neuzeitliche Autorinnen wie Anne M. Pützer oder Ute Vahl ergänzten die Auswahl.

Die ersten Frühlingstage.
Die ersten Frühlingstage locken
Mensch und Tier in die Natur.
In den Bäumen ein Frohlocken.
Vögel singen. Freude pur.
Die Sonne scheint und streichelt Seelen,
schenkt Balsam nach der dunklen Zeit.
Dank Licht und Wärme wird nichts fehlen.
Der Frühling ist zum Start bereit.
Es mehret sich nun alles Leben.
Natur hüllt sich ins Blütenkleid.
Liebe wird die Welt beleben.
Genießet voller Dankbarkeit!
©Anne M. Pützer

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Dabei zitierte Gerd Taron auch Original-Gedichte aus einem alten Buch um 1900 „Zum Vortrage – Eine Sammlung deutscher Gedichte“. Die Lesbarkeit war durch die altdeutsche Druckschrift nicht immer einfach.

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Nach etwa 90 Minuten erreichten die Teilnehmer mit neuen Eindrücken von Literatur und Landschaft das Café.
Wiederholungen der literarischen Spaziergänge wird es im Laufe des Jahres geben. Die Termine werden rechtzeitig mitgeteilt.

Gerd Taron

Wer eine Heimat hat – Literarischer Wochenendgruß vom 18.03.16

Wer eine Heimat hat – Literarischer Wochenendgruß vom 18.03.16

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,

in meinem Heimatort Kelkheim im Taunus wurden am vergangenen Wochenende zwei Kunstausstellungen eröffnet, die sich mit einem derzeit sehr aktuellen Thema befassen – Heimat.

Dieses Wort klingt für viele altmodisch, vor allem in unserer heutigen Zeit. Doch viele sehnen sich nach einem Ort, nach Menschen, wo sie sich geborgen, „zu Hause“, fühlen. Menschen nehmen weite Wege auf sich, um diese „Heimat“ zu finden. Wer diese Heimat gefunden hat, ob in der Familie oder im Freundeskreis, an seinem Ort, wo er lebt, kann sich glücklich schätzen.

Am Ende des Wochenendgrußes finden Sie einige Veranstaltungshinweise, die sich auf die oben erwähnten Kunstausstellungen und mehr beziehen.
Ich wünsche Ihnen beim Lesen der Texte und Betrachten der Fotos einen neuen Zugang zur Heimat.

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“Heimat” – Lissy Theissen – http://www.lissy-theissen.de

Heimat

Heimat trägst du
im Herzen.
Sie lässt dich nicht
los. Ist ein
Gefühl der Erde
und ihres Himmels
der Früchte und Feste
der Lieder.
Heimat sind Menschen,
Worte und Zärtlichkeiten.
Heimat ist überall dort,
wo man dich geliebt hat,
wo man dich liebt.
Heimat ist Fernweh und Heimweh,
ist Sehnsucht nach Himmel
über und in dir.

Lissy Theissen

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Ein Haus bei Nacht durch Strauch und Baum
Ein Fenster leise schimmern ließ,
Und dort im unsichtbaren Raum
Ein Flötenspieler stand und blies.
Es war ein Lied so altbekannt,
Es floß so gütig in die Nacht,
Als wäre Heimat jedes Land,
Als wäre jeder Weg vollbracht.
Es war der Welt geheimer Sinn
In seinem Atem offenbart,
Und willig gab das Herz sich hin
Und alle Zeit ward Gegenwart.

Hermann Hesse, Flötenspiel

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Foto: Marina Rupprecht Fotografie

LIED DES LANDMANNS IN DER FREMDE
Traute Heimat meiner Lieben
Sinn ich still an dich zurück
Wird mir wohl: Und dennoch trüben
Sehnsuchtstränen meinen Blick
Stiller Weiler, grün umfangen
von beschirmendem Gesträuch
Kleine Hütte, voll Verlangen
denk ich immer noch an euch
An die Fenster, die mit Reben
einst mein Vater selbst umzog
An den Birnbaum, der daneben
auf das niedre Dach sich bog
An die Stauden, wo ich Meisen
im Holunderkasten fing
An des stillen Weihers Schleusen
wo ich sonntags fischen ging
Was mich dort als Kind erfreute
kommt mir wieder leibhaft vor
Das bekannte Dorfgeläute
widerhallt in meinem Ohr
Selbst des Nachts, in meinen Träumen
schiff ich auf der Heimat See
Schüttle Äpfel von den Bäumen
wäss´re ihrer Wiesen Klee
Lösch´ aus ihres Brunnens Röhren
meinen Durst am schwülen Tag
Pflück im Walde Heidelbeeren
wo ich einst im Schatten lag
Wann erblick ich selbst die Linde
auf den Kirchenplatz gepflanzt
Wo gekühlt im Abendwinde
unsre frohe Jugend tanzt
Wann des Kirchturms Giebelspitze
Halb im Obstbaumwald versteckt
Wo der Storch auf hohem Sitze
Friedlich seine Jungen heckt?
Traute Heimat meiner Väter
Wird bei deines Friedhofs Tür
Nur einst, früher oder später
Auch ein Ruheplätzchen mir.

Johann Gaudenz von Salis-Seewis

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Foto: Marina Rupprecht Fotografie

Zu Hause fühlen
.
Ich fühle mich dort zu Hause,
wo nicht nur meine Worte
gehört werden,
sondern da,
wo auch mein Schweigen
willkommen ist,
und verstanden wird.
.
Da, wo ich auch gefühlt werde,
wo meine Seele
liebevolle Aufnahme findet.
.
Meine Heimat ist da,
wo Herz und Seele
ihre eigene Sprache haben,
wo man sich wortlos
in die Arme nehmen
und von Herz zu Herz
kommunizieren kann.
.
Da, wo du mir in die Augen schaust
und darin mein Innerstes erkennst.
Egal, an welchem Platz der Erde dies ist,
an solchen herzgelebten Orten
fühle ich mich immer zu Hause.
.
(© Erika Flickinger,

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Foto. Marina Rupprecht Fotografie

Ich drücke mein Gesicht an seine dunkle, warme Rinde und spüre Heimat – und bin so unsäglich dankbar in diesem Augenblick.

Sophie Scholl (1921-43)

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Foto: Birgit Sander

Jedes Herz braucht eine Heimat

Jedes Herz braucht einen Hafen, wo es mal vor Anker geht,
wenn der wilde Sturm des Lebens kalt ihm durch die Seele weht

Jedes Herz braucht Regenbogen, die wundervoll am Himmel stehn
und mit hellen bunten Farben, mit ihm durch dunkle Stunden gehn

Jedes Herz braucht einen Stern, der es lenkt und der es führt,
wenn der Lebensweg verwirrend und es dann kein Ziel mehr spürt

Jedes Herz braucht auch noch Träume und Flügel,
die sie ihm verleihn,
um ein wenig zu entspannen und für sich allein zu sein.

Jedes Herz soll auch mal lachen, denn das Lachen es befreit,
von den Sorgen unseres Alltags und den Ängsten unserer Zeit.

Jedes Herz braucht manchmal Sonne, wenn die Nächte einsam kalt,
denn ein Herz das ohne Sonne, wird zu schnell dann krank und alt

Jedes Herz braucht gute Freunde, weil es sonst verloren geht,
wenn nicht in schicksalhaften Stunden,
ihm ein Freund zur Seite steht.

Jedes Herz braucht auch mal Liebe, die es warm hält und beschützt,
denn die Welt ist voll Probleme und ein wenig Liebe schützt.

Jedes Herz braucht eine Heimat, wo es ganz zuhause ist
und man ihm den Schmerz und Kummer,
von den trüben Augen liest.

Jedes Herz braucht diese Heimat, weil es sonst nicht leben kann
und voll Einsamkeit und Trauer, sich dann aufgibt irgendwann.

© by Mchen HB
Ich wünsche Ihnen, dass Sie Ihre Heimat finden, in Ihrer Familie oder Freundeskreis oder an für Sie besonderen Orten.

Ihr/Euer
Gerd Taron

Veranstaltungshinweise.
Ausstellung „Heimat“ im Kunstraum 44 in Kelkheim im Taunus, Breslauer Str. 44, vom 13.03. bis 03.04.16 mit den ausstellenden Künstlern Doris Brunner, Uta Franck, Viktoria Heinz-Auth, Barbara Heier-Rainer, Hans Uwe Hoffmann, Auri Neurath, Marlies Pufahl, Annita Romano, Lissy Theissen – Öffnungszeiten: Do und Sa 15 – 18 Uhr / So 11 – 18 Uhr

dazu folgende Veranstaltungen

Dienstag, 22.03. – 19 Uhr – „Wer eine Heimat hat …“ Historisch-kulturelle Betrachtungen über Heimst, Fremde und Identität, vorgetragen von Rüdiger Kraatz vom Museum Kelkheim
Sonntag, 03.04 – 11 Uhr – Lesung der Kelkheimer Autorengruppe zum Thema Flucht, begleitet von Paul Pfeffer, Saxophon
Ausstellung „Gesichter einer Stadt“ in der Alten Kirche Kelkheim-Hornau

Die Ausstellung „Gesichter einer Stadt“ ist noch bis zum 27. März geöffnet. Die Öffnungszeiten sind freitags von 14 bis 18.30 Uhr; samstags und sonntags jeweils von 11 bis 18.30 Uhr.
Lesungen mit dem Kelkheimer Autor Thomas Berger jeweils Samstag 19.03. und 26.03.um 16 Uhr

Eigene Veranstaltungen:
Literarische Frühlings-Spaziergänge – Der Frühling ist da!
Samstag, 19.03. – 15 Uhr – Frankfurt-Fechenheim am Main-Ufer
Treffpunkt: Café Jasmin, Alt-Fechenheim 80, Frankfurt-Fechenheim
Sonntag, 20.03. – 15 Uhr – Kelkheim-Fischbach-Rettershof
Treffpunkt: Unter der Linde am Rettershof
Kostenbeitrag jeweils 5 Euro

Kontakt:
Gerd Taron
Langstraße 30. 65779 Kelkheim-Fischbach
Tel. 06195-676696
E-Mail: verkauf@taron-antiquariat.de oder taron-antiquariat@gmx.de

Taron – Neuigkeiten Nr. 2 vom 15.03.16 – Der Frühling kommt!

Taron – Neuigkeiten Nr. 2 vom 15.03.16 – Der Frühling kommt!

Liebe Kulturfreunde in nah und fern,

vielerorts sind die Frühlingsboten schon zu hören und manchmal auch zu sehen. Auch wenn es noch etwas kühl ist – der Frühling kommt.
Mit dem Einzug des Frühlings – offiziell laut Kalender am Sonntag, 20.03. – beginnen auch wieder meine literarischen Freiluftveranstaltungen.

Nachstehend die Übersicht für den Monat März:

Samstag, 19.03.2016 – 15 Uhr – Literarischer Frühlings-Spaziergang am Main-Ufer in Frankfurt-Fechenheim mit Geschichten und Gedichten über den Frühling
Treffpunkt: Café Jasmin, Alt-Fechenheim 80, Frankfurt-Fechenheim
Kostenbeitrag 5 Euro – Dauer ca. 1,5 Stunden
Nach dem Spaziergang besteht die Möglichkeit, im Café Jasmin zu verweilen und einem Konzert des Duos „ton-3“ ab 17 Uhr zu lauschen

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Sonntag, 20.03.2016 – 15 Uhr – Literarischer Frühlings-Spaziergang rund um den Rettershof
An lauschigen Plätzen präsentiere ich Geschichten und Gedichte rund um den Frühling.

Treffpunkt: Unter der Linde am Rettershof – Kostenbeitrag 5 Euro – Dauer: ca. 1,5 Stunden
Auf Wunsch besteht die Möglichkeit danach im Landgasthof „Zum fröhlichen Landmann“ (www.zum-froehlichen-landmann.de ) zu verweilen.

Die weiteren Aussichten:

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Foto: Marina Rupprecht Fotografie

Donnerstag, 14.04. – 19:30 Uhr – Früher war alles besser …?! –
Buchhandlung Herr Kelkheim, Frankenallee, Stadtmitte Kelkheim-Süd

Ein literarischer Abend aus alten Zeiten, wo angeblich alles besser war, oder doch nicht?

Aus alten Original-Büchern lese ich Passagen über Kultur und Gesellschaft wie es vor Zeiten mal war und auch heute noch aktuell ist. In 90 kurzweiligen Minuten stehen Themen wie Ernährung, Mode, Wohnkultur in Wort und Bild im Vordergrund. Die Liebe und die Romantik darf da auch nicht fehlen.
In der Pause und nach dem Programm gibt es alte Bücher zum Anfassen und stöbern und auch zu kaufen, wer mag.
Eintritt: 5 Euro

Samstag, 16.04. – 19:00 Uhr – „Weinlese“
in der BG-Bildungsstätte, Mendelssohnstraße 36, 65817 Eppstein/Taunus, in der Weinstube
Der Eppsteiner Mundschenk – Ramon Olivella – veranstaltet seine große Frühjahrs-Weinprobe 2016. Rund 20 Rot- und Weißweine aus verschiedenen Ländern, aber auch Cavas aus Spanien werden zum Probieren angeboten. Bestellungen sind direkt nach der Weinprobe möglich.

Die Weinprobe kostet pro Person 9 EUR. 1 EUR davon geht als Spende an den Burgverein Eppstein. Für das leibliche Wohl ist auch gesorgt, Kleinigkeiten zum Essen werden angeboten. Während der Verkostung werden passende Texte zum Thema Wein von der Eppsteiner Autorin Brina Stein und dem Kelkheimer Antiquar Gerd Taron gelesen.
Zur Planung wird um Anmeldung bis zum Freitag, den 08. April 2016 gebeten: kontakt@mundschenk-eppstein.de oder auch freitags auf dem Wochenmarkt in Eppsteinam Weinstand. Die Plätze sind begrenzt, daher ist eine Anmeldung erforderlich.

Sonntag, 17.04. – 15:00 Uhr – Literarischer Spaziergang Eppstein, Treffpunkt: Bahnhof Eppstein

Sonntag 24.04. – 15:30 Uhr – Literarischer Nachmittag „Sonntagskaffee – Ohrenschmaus“ im Café Jasmin in Frankfurt-Fechenheim, Alt-Fechenheim 80 –
Thema: Frankfurter Geschichten, vorgetragen und gelesen von einem Rheinländer

Kontakt und Anmeldung:
Gerd Taron, Langstraße 30, 65779 Kelkheim-Fischbach
Tel. 06195-676695
E-Mail: verkauf@taron-antiquariat.de oder taron-antiquariat@gmx.de

Wer die Wahl hat – Literarischer Wochenendgruß vom 11.03.16

Wer die Wahl hat – Literarischer Wochenendgruß vom 11.03.16

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

in diesen Tagen werden viele von uns aufgefordert zu wählen, sei es bei den Kommunalwahlen in Hessen oder bei den Landtagswahlen am kommenden Sonntag. Es ist ein Geschenk, frei wählen zu können und keinem Zwang zu unterliegen. Doch viele nehmen das Geschenk nicht an. Sie sind verunsichert, vielleicht auch überfordert oder auch zu bequem.

In unserem Leben stehen wir oft auch unfreiwillig vor Entscheidungen etwas zu wählen. Manchmal hat dies weitreichende Konsequenzen für mich und für andere. Aber wir sollten die Chancen nutzen. Wir wissen nicht was uns künftig erwartet. Nutzen Sie die Möglichkeiten und verzagen ist oft der falsche Weg.

Möge dieser neue Wochenendgruß Ihnen neue Impulse geben. Wählen Sie das Leben!

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Foto: Marina Rupprecht Fotografie

Das Leben, das ich selbst gewählt

Eh‘ ich in dieses Erdenleben kam,
ward mir gezeigt, wie ich es leben würde.
Da war die Kümmernis, da war der Gram,
da war das Elend und die Leidensbürde.
Da war das Laster, das mich packen sollte,
da war der Irrtum, der gefangennahm.
Da war der schnelle Zorn, in dem ich grollte,
da waren Haß und Hochmut, Stolz und Scham.

Doch war da auch die Freude jener Tage,
die voller Licht und schöner Träume sind,
wo Klage nicht mehr ist und nicht mehr Plage,
und überall der Quell der Gaben rinnt;
wo Liebe dem, der noch im Erdenkleid gebunden,
die Seligkeit des Losgelösten schenkt,
wo sich der Mensch, der Menschenpein entwunden,
als Auserwählter hoher Geister denkt.

Mir ward gezeigt das Schlechte und das Gute,
mir ward gezeigt die Fülle meiner Mängel,
mir ward gezeigt die Wunde, draus ich blute,
mir ward gezeigt die Helfertat der Engel.
Und als ich so mein künftig‘ Leben schaute,
da hört‘ ein Wesen ich die Frage tun:
Ob dies zu leben ich mich traute,
denn der Entscheidung Stunde schlüge nun.

Und ich ermaß noch einmal alles Schlimme –
„Dies ist das Leben, das ich leben will!‟,
gab ich zur Antwort mit entschloss‘ner Stimme
und nahm auf mich mein neues Schicksal still.
So ward geboren ich in diese Welt,
so war‘s, als ich ins neue Leben trat.
Ich klage nicht, wenn ‘s oft mir nicht gefällt,
denn ungeboren hab‘ ich es bejaht.

Hermann Hesse

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Foto: Marina Rupprecht Fotografie

Du kannst das Beste nicht wählen.
Das Beste wählt dich !
Rabindranath Tagore

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Foto: Marina Rupprecht Fotografie

Manche Wege, die wir wählen, benötigen Zeit.
Es ist wie bei den Äpfeln: Sie fallen erst vom Baum, wenn sie reif sind.“

©Zitat aus Jando’s Sternenreiter – Kleine Sterne leuchten ewig“/

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Weisheit des Alters

Ein 92-jähriger Mann beschloss nach dem Tod seiner Frau, ins Altersheim zu gehen. Die Wohnung schien ihm zu groß, und er wollte für seine letzten Tage auch noch ein bisschen Gesellschaft haben, denn er war geistig noch in guter Verfassung.

Im Heim musste er lange in der Halle warten, ehe ein junger Mann zu ihm kam und mitteilte, dass sein Zimmer nun fertig sei. Er bedankte sich und lächelte seinem Begleiter zu, während er, auf seinen Stock gestützt, langsam neben ihm herging.

Bevor sie den Aufzug betraten erhaschte der Alte einen Blick in eines der Zimmer und sagte. „Mir gefällt es sehr gut.“ Sein junger Begleiter war überrascht und meinte, er habe doch sein Zimmer noch gar nicht gesehen.
Bedächtig antwortete der alte Mann. „Wissen Sie, junger Mann, ob ich den Raum mag oder nicht, hängt nicht von der Lage oder der Einrichtung, sondern von meiner Einstellung ab, von der Art, wie ich ihn sehen will. Und ich habe mich entschieden, glücklich zu sein. Diese Entscheidung treffe ich jeden Morgen, wenn ich aufwache, denn ich kann wählen.
Ich kann im Bett bleiben und damit hadern, dass mein Körper dies und jenes nicht mehr so reibungslos schafft – oder ich kann aufstehen und dankbar sein für alles, was ich noch kann. Jeder Tag ist ein Geschenk, und solange ich
meine Augen öffnen kann, will ich sie auf den neuen Tag richten, und solange ich meinen Mund öffnen kann, will ich Gott danken für all die glücklichen Stunden, die ich erleben durfte und noch erleben darf.
Sie sind noch jung, doch nehmen Sie sich den Rat eines alten Mannes zu Herzen. Deponieren Sie alles Glück, alle Freude, alle schönen Erlebnisse als Erinnerungen auf einem Spezialkonto, um im Alter über einen Schatz zu verfügen, von dem Sie zehren können, wann immer Sie dessen bedürfen. Es liegt an Ihnen, wie hoch die Einlagen auf dem Konto sind. Ich verrate Ihnen noch zwei einfache Tricks, mit denen Sie ihr Konto rasch wachsen lassen können:
Hegen Sie in Ihrem Herzen nur Liebe, und und in ihren Gedanken nur Freude. In dem Bewusstsein, so ein Konto zu besitzen, verliert die Zukunft ihre Ungewissheit und der Tod seine Angst.“

Der junge Mann hatte staunend zugehört und bedankte sich nun mit einem strahlenden Leuchten in seinen Augen. Freudig drückte er den Arm des Alten und meinte: „Vielen Dank, soeben habe ich ein Erinnerungs-Konto bei meiner Bank eröffnet, und dieses Gespräch ist die erste Einlage.“

Mit diesen Worten öffnete er die Tür, um dem neuen Bewohner sein Zimmer zu zeigen.
Mit einem Schmunzeln sagte dieser: „Mir gefällt es sehr gut.“

Verfasser unbekannt

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Foto: Marina Rupprecht Fotografie

Entscheidungen treffen

Der Meister sagt:
Wenn eine Entscheidung ansteht,
solltest Du sie treffen und mit den Konsequenzen leben.
Du kannst im voraus nicht wissen,
wie diese Konsequenzen aussehen werden.
Alle Weissagungskünste sind dazu geschaffen worden,
dem Menschen Ratschläge zu erteilen,
niemals aber dazu, die Zukunft vorauszusagen.
Sie sind ausgezeichnete Ratgeber, aber schlechte Propheten.
In einem der Gebete, die uns Jesus gelehrt hat, heißt es: ‘Dein Wille geschehe.’
Wenn dieser Wille ein Problem mit sich bringt,
so trägt er auch dessen Lösung in sich.
Wenn die Wahrsager tatsächlich die Zukunft voraussehen könnten,
wären alle Wahrsager reich, verheiratet und glücklich…….

aus ‚Der Wanderer‘ von Paulo Coelho

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Es ist nicht zu spät

Wir wollen es uns bewusst machen,
dass es dir und mir gegeben ist,
die Welt schön zu machen mit unserem kleinen Leben.
Wir sind nicht hilflos und ausgeliefert.
Es liegt an uns, die Welt neu zu erfinden.

Begabt sind wir mit der Fähigkeit zu wählen.
Unser Auge wählt unzählige Male jeden Tag,
und auch wir wählen, wobei wir verharren,
womit wir unsere Gedanken füllen
und welche Worte aus uns kommen.

Ich will wählen, das Aufbauende zu sehen,
das Schöne, das Sprießende,
das ins Leben Stürzende,
das Gedeihende, das Gebärende,
das Erhaltende, das Ermutigende,
das Wagende und das Gelingende.

Nicht als eine Flucht vor dem Schweren, Herben,
dem Bösen und Angstmachenden,
aber weil wir zur Schönheit Begabte sind,
die darin ihre Erfüllung sehen,
die Welt schön zu machen
mit Glauben, Hoffen und Lieben.
Dafür ist es nie zu spät.

Ulrich Schaffer

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Foto: Marina Rupprecht Fotografie

Etwas, was Du nicht
von allem Anfang an
mit Deinem ganzen Herzen
tust,
mit Deiner ganzen
Freude
und
Hingabe,
egal, ob dies eine Beziehung ist,
eine Arbeit
oder
ein Hobby,
wenn Du es
nicht mit deinem ganzen
Sein willst –
wird diese Sache nie das ganze Potential
Deines wunderbaren Seins entwickeln
können, somit wird auch
Deine Seele
und
Dein Herz nicht in die Tiefe beglückt
und genährt sein.
Deshalb wähle das,
was Dein
HERZ
wählen
würde.

Anja Schindler

Ich wünsche Ihnen ein vorfrühlingshaftes Wochenende und wählen Sie für sich das Beste und Ihren Mitmenschen.

Ihr/Euer
Gerd Taron

Bitte lächeln – Literarischer Wochenendgruß vom 04.03.16

Bitte lächeln – Literarischer Wochenendgruß vom 04.03.16

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,

haben wir das Lächeln, das liebevolle Miteinander, verlernt? Diese Frage stelle ich mir, wenn ich mich in meinem persönlichen Umfeld und in der weiten Welt so umschaue.

Prägt nur noch Misstrauen, Missgunst, Miesmachen unser aller Leben? Das kann nicht sein! Einige werden mich möglicherweise für einen Träumer halten. Aber ohne diese positive Momente in meinem Leben wäre alles so sinnlos. Ich bin dankbar, dass ich dies in meinem Alltag in den scheinbar unbedeutenden Situationen erleben darf. Es gibt diese besonderen Augenblicke, wie zum Beispiel dieser Tage an einer Bushaltestelle vor Ort erlebt oder auch anderswo.

Für alle Miesmacher sei geschrieben: Es sind nicht die anderen „schuld“ für meine schlechte Stimmungen. Das Lächeln fängt bei mir selbst an. Es gibt so viele Gründe zu lächeln, wenn Mann/Frau bereit ist, diese auch wahrzunehmen.

Diese Ausgabe soll dazu anregen, das Lächeln wieder neu zu entdecken.

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Foto: Marina Rupprecht Fotografie

Es ist weder ein Zeichen des Mutes noch eines der Reife vor Gefühlen zu flüchten. In der „Coolness-Gesellschaft“ klafft ein riesengroßer Spalt. Darin versteckt sich der Feigling, der Angsthase. Und wenn du ihn fragst, wie es ihm geht, sagt er stets nur „Alles cool, Mann!“. Coolness ist überhaupt nicht geil. Coolness bedeutet Kühle. Menschen, die stolz darauf sind, kühl zu sein, versuchen bloß ihre Gefühle zu verbergen. Sie versuchen davor zu flüchten. Das ist total un-geil. Daher ist der schlimmste und bedrohlichste Flüchtling von allen jener, der sich bemüht, vor seinen Gefühlen zu flüchten. Es gibt davon zu viele. Zwei Drittel der turbokapitalistischen Gesellschaft bestehen aus Gefühlsflüchtlingen. Sie stehen vor den Zäunen der Coolness und wünschen Asyl. Da sollten Obergrenzen eingeführt werden. Die soziale Aufgabe warmherziger Menschen besteht darin, Coolness als „Blödness“ und „Feigness“ zu enttarnen und mit Wärme und Mut als Beispiel für eine neue Form der „Warmness“ voran zu gehen. Wärme statt Kühle – der neue Chic!
– der Andersmensch © 2016

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Foto: Marina Rupprecht Fotografie

Wer lächelt,
statt zu toben,
ist immer der Stärkere.

~ Aus Japan ~

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Ein alter Mann saß in einem Bus.
In seinem Arm hielt er einen
wundervollen Blumenstrauß.
Ein junges Mädchen
konnte ihren Blick nicht
von der Blumenpracht lassen.
Immer wieder schaute sie
zu den bunten Blüten und lächelte scheu.
Kurz vor der nächsten Haltestelle
stand der Mann auf und ging zu dem Mädchen.
Er reichte ihr den Strauß und sagte:
„Ich habe gesehen,
dass du diese Blumen liebst.
Sie sind eigentlich für meine Frau.
Aber ich denke, meine Frau würde gerne,
dass du sie bekommst.
Ich gehe jetzt zu ihr und erzähle ihr,
dass ich dir die Blumen geschenkt habe.“
Das Mädchen nahm den Strauß
mit einem nun strahlenden Lächeln.
Als der alte Mann ausstieg,
sah sie ihm noch nach.
Und er verschwand durch ein Tor,
welches zu einem kleinen Friedhof gehörte.
Autor unbekannt

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Foto: Marina Rupprecht Fotografie

Ein Lächeln ist oft das Wesentliche:
Man wird mit einem Lächeln belohnt oder belebt.

Antoine de Saint-Exupéry

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Foto: Marina Rupprecht Fotografie

Das Gewicht des Lebens:
Ein junger Mann kam zu einem alten Weisen.
„Meister“, sprach er mit schleppender Stimme „das Leben liegt mir wie eine Last auf den Schultern. Es drückt mich zu Boden und ich habe das Gefühl, unter diesem Gewicht zusammenzubrechen.“
„Mein Sohn“ sagte der Alte mit einem liebevollen Lächeln, „das Leben ist leicht wie einer Feder.“

„Meister, bei allem Respekt, aber hier musst Du irren. Denn ich spüre mein Leben Tag für Tag wie eine tonnenschwere Last auf mir lasten. Sag, was kann ich tun?“

„Wir sind es selbst, die uns Last auf unsere Schultern laden.“ sagte der Alte, noch immer lächelnd. 

„Aber…“ wollte der junge Mann einwenden.

Doch der alte Mann hob die Hand: „Dieses „Aber“, mein Sohn, wiegt allein schon eine Tonne…“
Gefunden bei: engelbrecht-media.de

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Die Journalistin und Autorin Anne Zegelman bei ihrer Präsentation des Buches „Frankfurt liebt dich!“
Foto: Marina Rupprecht Fotografie

Lächle,
denn es gibt einen Frühling in deinem Garten,
der die Blüten bringt,
einen Sommer, der die Blätter tanzen und einen Herbst,
der die Früchte reifen lässt.

Arabisches Sprichwort

Ich wünsche Ihnen, dass Sie an diesem Wochenende unendlich viele Möglichkeiten haben, Ihr Lächeln zu zeigen, zu entdecken und weiterzugeben.
Ihr/Euer

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Gerd Taron
Foto: Marina Rupprecht Fotografie

Hier noch ein Hinweis auf eine Veranstaltung:
Freitag 11.03. – 19:00 Uhr – Früher war alles besser … ?
Im Café Jasmin in Frankfurt-Fechenheim, Alt-Fechenheim 80
Ein literarischer Abend aus alten Zeiten, wo angeblich alles besser war, oder doch nicht?
Aus alten Original-Büchern lese ich Passagen über Kultur und Gesellschaft wie es vor Zeiten mal war und auch heute noch aktuell ist. In 90 kurzweiligen Minuten stehen Themen wie Ernährung, Mode, Wohnkultur in Wort und Bild im Vordergrund. Die Liebe und die Romantik darf da auch nicht fehlen.
In der Pause und nach dem Programm gibt es alte Bücher zum Anfassen und stöbern und auch zu kaufen, wer mag.
Eintritt: 5 Euro

Kontakt:
Gerd Taron
Langstraße 30
65779 Kelkheim-Fischbach
Tel. +49 (0)6195-676695
E-Mail: verkauf@taron-antiquariat.de oder taron-antiquariat@gmx.de