Es lebe die Unverbindlichkeit – Literarischer Wochenendgruß vom 29.01.

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

wie halten Sie es mit Zusagen, zum Beispiel für ein Treffen mit Freunden, für Veranstaltungen oder anderem? Sagen Sie zu, auch wenn der Termin vielleicht erst in Monaten stattfindet? Oder halten Sie sich ein „Hintertürchen“ offen, nach dem Motto, es könnte, ja noch was Besseres kommen?

In meinem Umfeld erlebe ich es immer öfter, dass Mann/Frau sich bis zur letzten Sekunde alle Möglichkeiten offen lassen möchte. Ist es die „Angst“ etwas zu verpassen? Liegt es daran, dass wir zu „busy“, „zu beschäftigt“ sind? Henning Beermann hat dies in seinem Blog unter dem Titel „Wie die moderne Welt unsere Freundschaften ruiniert“ so treffend beschrieben.

Für viele Veranstalter, so wie zum Beispiel auch bei meinen literarischen Angeboten, ist es daher schwierig, sich vorzubereiten. Die sozialen Medien, wie z. B. facebook, unterstützen eher die Unverbindlichkeit. Bei den Veranstaltungen hat man verschiedene Optionen, wie „vielleicht“ – „interessiert“. Aber auch bei Zusagen ist dann in der Realität eher Vorsicht geboten. Vertrauen kann oft darauf nicht.

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Foto: Wonderful photoArt by Marina Rupprecht

Fünf Gründe, warum Menschen sich selbst und anderen etwas vormachen:
sie vertrauen sich selbst nicht
sie vertrauen dem anderen nicht
sie vertrauen dem leben nicht
sie vertrauen der wahrheit nicht
sie vertrauen gott nicht

Angelika Wende

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Foto: Wonderful photoArt by Marina Rupprecht

Wenn die Menschen vom Leben und Treiben in ihnen auch nur die leiseste und unverbindlichste Ahnung hätten, würden sie vor vielen Worten und Redensarten zurückschaudern wie vor Gift.

Elias Canetti

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Vertrauen ist wie der Vogel,
der das Licht spürt und singt,
wenn der Morgen noch dunkel ist.

Rabindranath Tagore

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Foto: Wonderful photoArt by Marina Rupprecht

IN EURER MITTE.
Ich möchte heute DANKE sagen,
für ausgiebiges Miteinander,
aufmerksames Füreinander,
menschliches Mitfühlen,
selbstloses Hilfreich- sein,
reifes Verantwortlich- fühlen,
verlässliches Verbindlich- sein.
Ich bin gern ein Mensch in eurer Mitte.

(C) Anne M. Pützer

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Ich träume einen Traum……
Ich träume von liebevollen Worten, die nicht nur meine Ohren, sondern auch mein Herz erreichen.
Ich träume von Worten, die ehrlich sind und Vertrauen schaffen.
Ich träume von sanften Händen, die zärtlich mein Gesicht berühren und die Einsamkeit fortstreicheln.
Ich träume von Augen so tief und voller Liebe, dass ich in ihnen versinken möchte.
Ich träume von starken Händen, die mich bei der Hand nehmen und mit mir einen neuen Weg gehen.
Ich träume von der Wärme der Arme, die mich umarmen und halten und mir Geborgenheit geben.
Ich träume von einer Schulter, an die ich mich lehnen kann um neue Kraft zu sammeln, wenn mich der Alltag ermüdet.
Ich träume von zwei Herzen, durch das Band der Liebe fest verbunden.
Ich träume von Hoffnung, die nicht genommen wird, von Sehnsucht die erfüllt wird.
Ich träume von Glück, das nicht zerbricht, von Vertrauen, das nicht gebrochen wird.
Ich träume von Liebe, die nicht verletzt, von Liebe die nicht fordert.
Ich träume von Liebe, die verbindet, aber nicht ankettet.
Und ich träume und träume und träume………… und irgendwann wird dieser Traum Wirklichkeit werden.

Autor unbekannt

Ich wünsche Ihnen, dass diese Träume in Ihrem Leben Wirklichkeit werden. Wie es meine literarische Freundin Anne M. Pützer treffend formuliert, dass Sie gerne ein Mensch in Eurer/Ihrer Mitte sind.

Ein entspanntes Wochenende wünscht Ihnen

Ihr/Euer

Gerd Taron

Den Artikel „Wie die moderne Welt unsere Freundschaften ruiniert“ von Henning Beermann habe ich als Anlage beigefügt.

Ein Hinweis in eigener Sache:

Sonntag, 31.01. – 15:30 Uhr Sonntagskaffee – Ohrenschmaus
im Café Jasmin, Frankfurt-Fechenheim, Alt-Fechenheim 80

Literarischer Nachmittag – Thema: Elemente des Lebens: Feuer

Zu diesem Thema lese ich Geschichten und Gedichte

Aus der antiquarischen Schatzkammer kann Mann/Frau Bücher ansehen, stöbern und auch erwerben.

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Wiedersehen macht Freude – Literarischer Wochenendgruß vom 22.01.16

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,

eine besonders begegnungsreiche Woche seit dem letzten Erscheinen des Wochenendgrußes liegt hinter mir. Ob es daran lag, dass ich ausgerechnet in dieser Woche wieder in ein neues Lebensjahr begehen durfte?
Nach 30 Jahren trafen sich am vergangenen Freitag mein Freund und der Inhaber der Buchhandlung Shakespeare und So, Cliff Kilian, wieder.

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In der Buchhandlung Shakespeare und So in Mainz– Foto: Gerd Taron

So viele Jahre waren vergangen als Cliff Kilian (im Bild oben links), der heute gemeinsam mit seiner Frau Nida die Buchhandlung Shakespeare und So in Mainz führt, und meinen Freund sich wieder begegneten. Damals war Cliff Kilian Kellner-Lehrling im Hotel Rose in Wiesbaden und mein Freund wachte als Nachtportier. Das Hotel Rose gibt es nicht mehr. Heute befindet sich dort die Hessische Staatskanzlei.

In den darauffolgenden Tagen erlebte ich selbst unverhoffte Begegnungen und Wiedersehen. Nach langer Zeit traf ich eine ehemalige Nachbarin, einen Tag später im Zug zu einem Wandertreff eine begeisterte Leserin dieses Wochenendgrußes.
Gemeinsam bei all diesen Begegnungen war, dass sich im Moment der Begegnung sofort wieder ein Gefühl der Vertrautheit einstellte.

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Nicht eine einzige all unserer unzähligen Begegnungen während unseres ganzen Lebens ist Zufall, im Gegenteil: sie fällt einem zu !!!
Den tieferen Sinn dahinter gilt es zu erkennen.
Manches löst sich sofort, anderes bedarf vieler Jahre,
um den Grund des gemeinsamen Weges zu erfahren…

Elfi Egger

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Schwanenfamilie in Frankfurt-Fechenheim – Foto: Gerd Taron

Die schönsten Begegnungen,
die berührendsten Augenblicke,
die vielsagendsten Momente
sind Fundstücke des Alltags,
unverhofft,
mitten
ins
Herz
Anja Schindler

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Arthur-Weinberg-Steg in Frankfurt-Fechenheim – Foto: Gerd Taron

Zerbrochenheit
Es gibt den Brauch unter Freunden,
am Ende eines Mahles
ein Tongefäß zu zerbrechen
wenn man weiß, dass man einander
eine lange Zeit nicht wiedersehen wird.
Der Gastgeber gibt dem Gast eine Scherbe
und behält selbst eine.
Später, wenn sie einander wieder begegnen,
erkennen sie einander
weil sie die beiden Scherben
ineinander passen können.
Sie wurden all die Jahre zusammengehalten
durch die Zerbrochenheit,
die sie miteinander teilten,
wie einen Schatz.

Ulrich Schaffer

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Foto: Wonderful photoArt by Marina Rupprecht

LIEBE.

Sie hatte ihn erst einmal getroffen, einen zwei Jahre jüngeren, durch seine Arbeit, rückengeplagten, grauhaarigen Mann. Er war bei ihrem Date ein wenig ruppig und das Niveau seiner Konversation ließ zu wünschen übrig. Sie merkte ihm an, dass er keinen positiven Umgang mit Frauen kannte. Als sie im Café saßen und sie offen über Liebe und Sex sprach, war ihm das peinlich. Er wurde rot und genierte sich in ihrer Gesellschaft vor den anderen Gästen. Bei ihrem anschließenden Spaziergang suchte er aber dann Körperkontakt und packte sie spielerisch an die Hüfte und wollte gar einen Kuss von ihr. Ach, so einer war das! Erst scheinheilig schüchtern tun, aber dann gleich anfassen wollen! Nein, nicht mit ihr. Solche Männer kannte sie zur Genüge und es widerte sie an.

Als sie sich verabschiedeten, war ihr klar, dass sie ihn nicht wiedersehen wollte. Trotzdem blieben sie über den Partnerchat in losem Kontakt. Sie schrieben sich ab und zu, zogen sich gegenseitig auf, ärgerten sich über Äußerungen, unterstellten sich Kontrollzwang und Eifersucht, wenn sie sich gegenseitig auf ihren Profilseiten besuchten und an schlechten Tagen blockierten sie sich gegenseitig. Sie benahmen sich wie Kinder im Kindergarten, die sich zankten und vertrugen. Länger als ein paar Tage hielten sie es nicht ohne Kontakt zueinander aus.

Sie war ganz erschrocken, als sie eines Nachts feststellte, dass sie an ihn denken musste. Ja, sie träumte auf einmal davon, in seinen Armen zu liegen, ihn zu spüren. Oh, mein Gott, doch nicht diesen hässlichen, ungeschliffenen, beleidigenden Mann? Sie schüttelte sich, aber sie konnte nichts dagegen machen. Nacht für Nacht träumte sie von ihm.

Weitere Treffen wurden dann geplant, die aber wegen der weiten Entfernung, seiner Arbeit und wegen Krankheit nicht zustande kamen.
Er schreib ihr oft, dass er Sehnsucht nach ihr habe und irgendwann hörte sie auf, ihn deswegen in die „Der-will-nur-Sex-„- Schublade zu stecken. Ihre Gefühle für ihn hatten sich schon längst in Richtung Romantik verändert und sie wollte ihn nur zu gern mal wiedersehen.
Acht Monate vergingen und es wurde Frühling.
Dann, an einem sonnigen Sonntag im April, trafen sie sich wieder. Beide waren sehr aufgeregt und ihre Herzen schlugen bis zum Hals. Sie sah ihn vor sich und empfand ihn nur ein bisschen schöner als damals, aber als sie in seine warmen, grauen Augen sah und dort die gleiche Sehnsucht und Verletzlichkeit sah, die sie empfand, wusste sie sofort, dass sie ihn liebte. Er umarmte sie voller Behutsamkeit, wie etwas sehr Kostbares, dass er nicht zerstören wollte, und war sanft und einfühlsam. Noch nie war er geliebt worden, aber in diesem Augenblick ließ ihn diese Frau alle Bitterkeit verlieren.
Und beide wussten, sie würden sich eine Chance geben.

Anne M. Pützer

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Foto: Wonderful photoArt by Marina Rupprecht

Es gibt so viele schöne Begegnungen
und alle sind auf Ihre Art mit nichts
auf der Welt zu bezahlen.
(unbekannt)

Ein erlebnisreiches Wochenende mit vielen wundersamen Begegnungen .wünscht allen Lesern
Ihr/Euer
Gerd Taron

PS: Die Geschichte des Wiedersehens nach 30 Jahren können Sie hier nachlesen:
https://gerdtaronantiquariat.wordpress.com/2016/01/19/nach-30-jahren-eine-wundersames-buchhandlung-shakespeare-und-so-in-mainz/

Kontaktdaten:
Gerd Taron
Langstraße 30, 65779 Kelkheim-Fischbach
Tel. +49 (0)6195-3676695
E-Mail: verkauf@taron-antiquariat.de oder taron-antiquariat@gmx.de

Nach 30 Jahren – eine wundersames Wiedersehen in der Buchhandlung Shakespeare und So … in Mainz

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Mainz, 15. Januar 2016

Dies ist eine wahre Geschichte und hat sich einem Tag und in einer Stadt ereignet, an dem der Autor in diesem Jahr seinen Geburtstag auf seine Weise feierte.

Es gehört zu seinem Ritual, diesen Tag immer wieder an den Orten zu verbringen, zu denen er einen besonderen Bezug hat. In diesem Jahr hieß dieser Ort Mainz. Die so geschichtsträchtige Stadt am Rhein, wo der Autor schon so vieles erlebt hatte. Viele Jahre lang gehörte er zu den Ausstellern auf dem Gutenberg-Antiquariatsmarkt oder beim Johannis-Büchermarkt im Juni.

Freundschaftliche Beziehungen führen ihn immer wieder in diese schöne Stadt mit ihren Kirchen der schönen Altstadt und vieles mehr.
Zu den „Pflichtbesuchen“ gehört immer wieder St. Stephan mit den Kirchenfenstern von Chagall und seinen Schülern.

Eine sehr liebe Freundin gab ihm, dem Literaturfreund, einen Tipp, dass es in der Nähe des Schillerplatzes bzw. Fastnachtsbrunnen eine besondere Buchhandlung gäbe. Die Spur führte zur

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Buchhandlung Shakespeare und So in der Gaustraße 67

Es war „Buchliebe“ auf den ersten Blick. Beim ersten Eintreten verspürte er sofort eine Herzlichkeit und Offenheit der beiden Inhaber Nida und Cliff Kilian und ihrer Angestellten Frau Steiger. Jeder Mainz-Aufenthalt war mit einem zumindest kurzen Besuch dort verbunden.

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Cliff Kilian im intensiven Austausch mit seinem ehemaligen Kollegen

An jenem 15. Januar geschah aber dort ein besonderes Wiedersehen. Cliff Kilian, der Inhaber, erblickte beim Hereinkommen einen ehemaligen Kollegen wieder. Es waren mehr als 30 Jahre seit der letzten Begegnung vergangen. Sie waren Kollegen – Cliff Kilian ein Kellner-Lehrling und der Freund ein Nachtportier. Dort waren sie gemeinsam im ehemaligen Hotel Rose in Wiesbaden tätig. Heute beherbergt dieses Haus die Hessische Staatskanzlei.

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Nida Kilian, die Ehefrau von Cliff Kilian, ist auch dabei

Wie der geneigte Leser sicher verstehen kann, gab es dann einen regen Austausch aus ehemaligen Zeiten. Wir, Nida Kilian, die Ehefrau, Frau Steiger und der Autor kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Diesen Tag eines wundersamen Wiedersehens werden alle nicht so schnell vergessen.

Wir kommen beim nächsten Besuch in Mainz wieder vorbei und freuen uns auf ein fröhliches Wiedersehen !

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Gerd Taron

Hier noch ein paar Kontaktdaten der Buchhandlung:
Buchhandlung Shakespeare und So
Gaustraße 67, 55116 Mainz
Tel. 06131-226893
Fax: 06131-232574
E-Mail: shakespeareso@yahoo.de

PS: Und zwei besondere Buch-Entdeckungen gab es so „nebenbei“ ebenfalls:

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Ein besonderes Buch zum Valentinstag „Mit allen Sinnen“

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Was aus einem Buch alles werden kann – Seiten liebevoll zusammengefügt.

Alle Fotos: Gerd Taron

Fast perfekt – Literarischer Wochenendgruß vom 15.01.16

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

sind Sie perfekt oder nur fast? Was treibt Ihr Leben an? Wovon lassen Sie sich motivieren? Am vergangenen Montag zeigte die ARD einen Dokumentarfilm mit Anke Engelke unter dem Titel „Fast perfekt“. Es war aufschlussreich zu sehen, wie Menschen versuchen Ihr Leben perfekter zu machen, zu „optimieren“.

Um besser, um perfekter zu werden, soll uns die Technik mit ihren vielfältigen Möglichkeiten unterstützen, „helfen“.

Aber ich frage mich, muss das sein? Ist es notwendig, mich ständig mit anderen zu vergleichen, um „besser“ oder „perfekter“ zu werden? Es wird immer andere Menschen geben, die bessere Messwerte, bessere Leistungen auf diversen Gebieten erreichen. Wer oder was bestimmt mein Leben? Wovon lassen Sie sich bestimmen?

Ist das Streben nach Perfektion für mich wirklich gut? Hebt das mein Selbstwertgefühl? Kann ich mich selbst annehmen, so wie ich bin?
Ich freue mich im künstlerischen Bereich, sei es Literatur, Musik, Kunst sehr schöne Aufführungen zu erleben, die perfekt erscheinen. Wenn einem Akteur dabei ein „Fehler“ unterläuft, macht das ihn aus meiner Sicht „menschlich“.

Meine eigene Lebenserfahrung hat mir gezeigt, dass sich selbst annehmen mit allen Stärken und Schwächen der gesündeste Weg ist, um ein zufriedenes Leben zu führen. Ich bin nicht perfekt und das ist gut so!

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Foto: Wonderful photoArt by Marina Rupprecht

Ich habe die Geduld für bestimmte Dinge nicht mehr,
nicht weil ich arrogant geworden bin, sondern einfach,
weil ich einen Punkt in meinem Leben erreicht habe,
wo ich meine Zeit nicht mehr mit Dingen verschwenden will,
die mir missfallen oder weh tun.
Ich habe keine Geduld für Zynismus,
übertriebene Kritik und Forderungen jeder Art.
Ich verlor den Willen, die zu mögen,
die mich nicht mögen,
die zu lieben, die mich nicht lieben,
und die anzulächeln, die mich nicht anlächeln möchten.
Ich verbringe keine einzige Minute mit denjenigen,
die lügen oder manipulieren.
Ich beschloss, nicht mehr mit Verstellung, Heuchelei,
Unehrlichkeit und billig Lob zu koexistieren.
Ich bin nicht fähig selektive Gelehrsamkeit
und akademische Arroganz zu akzeptieren.
Ich hasse Konflikte und Vergleiche.
Ich glaube an eine Welt der Gegensätze,
und das ist der Grund, warum ich Menschen
mit starr und unflexiblen Persönlichkeiten vermeide.
In der Freundschaft mag ich
den Mangel an Loyalität und Verrat nicht.
Ich verstehe mich nicht mit denen,
die nicht wissen, wie man ein Kompliment
oder ein Wort der Ermutigung spricht.
Übertreibungen langweilen mich
und ich habe Schwierigkeiten mit der Annahme derjenigen,
die Tiere nicht mögen.
Und ich habe keine Geduld für alle,
die meine Geduld nicht verdient haben.

Nach Meryl Streep,

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Foto: Wonderful photoArt by Marina Rupprecht

Wer alles perfekt haben
und stets perfekt sein will,
wird perfekt unglücklich.
Walter Ludin

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Foto. Gerd Taron

Das perfekte Herz

Eines Tages stand ein junger Mann mitten in der Stadt und erklärte, dass er das schönste Herz im ganzen Tal habe. Eine große Menschenmenge versammelte sich und sie alle bewunderten sein Herz, denn es war perfekt. Es gab keinen Fleck oder Fehler in ihm. Ja, sie alle gaben ihm Recht, es war wirklich das schönste Herz, das sie je gesehen hatten. Der junge Mann war sehr stolz und prahlte noch lauter über sein schönes Herz.

Plötzlich tauchte ein alter Mann vor der Menge auf und sagte: „Nun, dein Herz ist nicht annähernd so schön, wie meines.“ Die Menschenmenge und der junge Mann schauten das Herz des alten Mannes an.
Es schlug kräftig, aber es war voller Narben, es hatte Stellen, wo Stücke entfernt und durch andere ersetzt worden waren. Aber sie passten nicht richtig und es gab einige ausgefranste Ecken…Genau gesagt, waren an einigen Stellen tiefe Furchen, in denen ganze Teile fehlten. Die Leute starrten ihn an und dachten: Wie kann er behaupten, sein Herz sei schöner?

Der junge Mann schaute auf des alten Mannes Herz, sah dessen Zustand und lachte: „Du musst scherzen“, sagte er, „dein Herz mit meinem zu vergleichen. Meines ist perfekt und deines ist ein Durcheinander aus Narben und Tränen.“

„Ja“, sagte der alte Mann, „deines sieht perfekt aus, aber ich würde niemals mit dir tauschen. Jede Narbe steht für einen Menschen, dem ich meine Liebe gegeben habe. Ich reiße ein Stück meines Herzens heraus und reiche es ihnen und oft geben sie mir ein Stück ihres Herzens, das in die leere Stelle meines Herzens passt. Aber weil die Stücke nicht genau passen, habe ich einige raue Kanten, die ich sehr schätze, denn sie erinnern mich an die Liebe, die wir teilten. Manchmal habe ich auch ein Stück meines Herzens gegeben, ohne dass mir der andere ein Stück seines Herzens zurückgegeben hat. Das sind die leeren Furchen. Liebe geben heißt manchmal auch ein Risiko einzugehen. Auch wenn diese Furchen schmerzhaft sind, bleiben sie offen und auch sie erinnern mich an die Liebe, die ich für diese Menschen empfinde. Ich hoffe, dass sie eines Tages zurückkehren und den Platz ausfüllen werden. Erkennst du jetzt, was wahre Schönheit ist?“

Der junge Mann stand still da und Tränen rannen über seine Wangen.
Er ging auf den alten Mann zu, griff nach seinem perfekten jungen und schönen Herzen und riss ein Stück heraus. Er bot es dem alten Mann mit zitternden Händen an. Der alte Mann nahm das Angebot an, setzte es in sein Herz. Er nahm dann ein Stück seines alten vernarbten Herzens und füllte damit
die Wunde in des jungen Mannes Herzen. Es passte nicht perfekt, da es einige ausgefranste Ränder hatte.

Der junge Mann sah sein Herz an, nicht mehr perfekt, aber schöner als je zuvor, denn er spürte die Liebe des alten Mannes in sein Herz fließen. Sie umarmten sich und gingen fort, Seite an Seite.

Text: Weise Geschichten
als Video:http://youtu.be/w2jcp1nJC60

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Eine der häufigsten Ängste in der westlichen Welt
ist die Angst, nicht gut genug zu sein.
Perfektion ist zum Ziel unseres Lebens geworden.
Nach Perfektion zu streben,
ist aber eigentlich
ein Buhlen um Anerkennung.
Wir wollen, dass uns Autoritäten,
die wir für klug oder besonders halten, loben.
Wir klammern uns an das,
was wir zu brauchen glauben
und machen uns damit abhängig von Menschen,
Dingen, Orten – im Prinzip von allem,
was für uns Sicherheit symbolisiert.
Wir denken, wir seien sicher,
wenn wir einen guten Job haben,
eine gute Beziehung führen
oder populär sind.
Tatsächlich aber machen wir uns abhängig.
Denn diese Art von Sicherheit ist zeitlich begrenzt.
Wenn wir unser Glück darüber definieren,
werden wir zwangsläufig enttäuscht.
Wir müssen lernen, unsere Wünsche loszulassen
und darauf zu vertrauen, dass das,
was geschieht, richtig ist.

Phyllis Krystal

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Foto: Wonderful photoArt by Marina Rupprecht

Perfektionismus schadet der Kreativität. Ein kreativer Geist braucht Freiraum, Spaß und Gestaltungsspielräume. Lege Deine persönliche Messlatte nicht zu hoch und genieße Deine Schaffenskraft.

Monika Bylitza

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Ich wünsche Ihnen ein fast perfekt erholsames Wochenende. Genießen Sie die schönen Seiten des Lebens.

Ihr/Euer
Gerd Taron

Kontakt:
Gerd Taron
Langstraße 30, 65779 Kelkheim-Fischbach
Tel. +49(0) 6195-676695
E-Mail: verkauf@taron-antiquariat.de oder taron-antiquariat@gmx.de

In Bewegung – Literarischer Wochenendgruß vom 08.01.15

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,

das neue Jahr 2016 ist bereits einige Tage jung. Die Feiertage liegen hinter uns, so langsam bewegt sich das Alltagsleben wieder in „normale“ Bahnen. Ich hoffe und wünsche, dass Sie alle ruhige und besinnliche Tage verbringen konnten – Zeit für sich und Ihre Mitmenschen, sei es Familie und/oder Freunde.

Wir bewegen uns auf neue Herausforderungen zu. Noch liegt ein Schleier über dieses Jahr. Niemanden von uns ist bekannt, was die kommenden Tage, Wochen und Monate für jeden Einzelnen bedeuten wird. Ich wünsche Ihnen, dass Sie hoffnungsvoll auf die kommende Zeit blicken – trotz aller negativen Nachrichten, die uns bereits wieder zu Beginn des Jahres erreicht haben.

Die ausgesuchten Texte und die Fotos von Hans Joerg Kampfenkel und Marina Rupprecht mögen ein Zeichen der Hoffnung und der Zuversicht sein für Sie, für uns alle sein.

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Foto: Wonderful photoArt by Marina Rupprecht

Das Leben ist Bewegung, alles geht und fließt nach vorn, manchmal macht es auch eine Pause, doch stehen bleibt es nie, wie die Gedanken, die niemals ruhn, auch sie bewegen sich, doch manchmal auch zurück, ob gewollt, oder nicht gewollt…sie gehören zum Leben…

Text: © Monika Heckh

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Foto: Wonderful photoArt by Marina Rupprecht

Wege fordern
Bewegung,
machen uns Beine,
sind ausgetreten
oder neu.

Sie führen uns zu
vertrauten Plätzen
oder ins Ungewisse,
sie machen Hoffnung,
bergen Spannung.

Wege verzweigen sich
in Auswege, Umwege,
Irrwege, gerade oder
verschlungene Wege.

Am Ziel
jedoch solltest
Du sagen können:
I did it my way “

Werner Bethmann

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Lebensreise

Wir fahren hinab auf dem leuchtenden Spiegel
Des ebnen Stromes, als hätten wir Flügel:
Doch hält uns die leise Bewegung der Wogen
Im Scheine gemächlicher Ruhe betrogen.

Lang sitzen wir sorglos und wähnen zu weilen,
Indeß unaufhaltsam die Schifflein uns eilen;
Dann hebt sich das Aug‘ und wir sehen mit Schrecken
Die laufenden Ufer zurück sich verstecken.

Ernüchtre Dich, Seele! Gedenke der Zeiten,
Darin Du vom Ozean nieder wirst gleiten –
Wer dann wird die tobenden Wellen bezwingen,
Und ‚s Schiff nach den Inseln der Seligen bringen?

Befreunde Dich Deinem allmächtigen Bruder
In Zeiten, o Herz! So tritt er Dir ans Ruder:
Er ist’s, der durch Klippen und Bänke Dich leitet,
und drüben Dir ewige Hütten bereitet.

Johann Baptist von Albertini

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Foto: Wonderful photoArt by Marina Rupprecht

Wegdriften

Ich habe einmal eine Geschichte von einem kleinen Jungen gehört, der mit seinem Boot auf einem See herumschipperte.
Er verlor das Paddel und das Boot begann vom Ufer wegzutreiben.
Ein Mann kam vorbei und bemerkte, dass das Boot wegdriftete. Er begann, Steine über das Boot hinwegzuwerfen. Der Junge fragte verwirrt, warum er das machte.
Schon bald geschah etwas Interessantes. Immer, wenn ein Stein die Wasseroberfläche auf der anderen Seite des Bootes durchschlug, erzeugte er kleine Wellen, die das Boot ganz langsam in Richtung Ufer drückten.
Obwohl jeder Stein nur klein war und wenig Bewegung in der Wasserfläche bewirkte, erreichten die Steine mit der Zeit doch das gewünschte Ziel.
So ist es manchmal auch mit Gott. Wenn wir von ihm wegdriften, wirft er kleine Steine in unseren Weg, die unsere Kreise stören – und das alles, um uns wieder zum Ufer seiner Liebe zurückzuholen.

Tony Evans

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Foto: Wonderful photoArt by Marina Rupprecht

Die Menschen machen weite Reise um zu staunen:
über die Höhe der Berge,
über riesige Wellen des Meeres,
über die Länge der Flüsse,
über die Weite des Ozeans,
und über die Kreisbewegung der Sterne.
An sich selbst aber gehen sie vorbei, ohne zu staunen.

Aurelius Augustinus (354 – 430)

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Foto: Wonderful photoArt by Marina Rupprecht

Ich bin noch jung genug.
Ich bin noch jung genug, um wieder ausgelassen wie ein Kind zu werden.
Ich bin noch jung genug, um aus meinen Fehlern zu lernen.
Ich bin jung genug, um das Lachen wiederzuentdecken.
Ich bin jung genug, um wieder Freude an Bewegung zu spüren.
Ich bin jung genug, um neue Dinge auszuprobieren.
Ich bin jung genug für neue kleine Abenteuer.
Ich bin noch jung genug, um die große Liebe zu finden.
Spielfreude, Humor, Neugier, Tatendrang, Entdeckerlust –
all das habe ich mir bewahrt und gebe ihm Raum und Zeit zur Entfaltung.
(Anne M. Pützer)

Ich wünsche Ihnen für das neue Jahr viel bewegungsvolle Momente. Möge es ein Jahr werden, auf das Sie später mit Freude zurückblicken können.

Ihr/Euer

Gerd Taron

Ein Hinweis in eigener Sache:

Der literarische Wochenendgruß bewegt offensichtlich viele Menschen, die ihn auf den verschiedenen Wegen bekommen. Die Rückmeldungen in den letzten Wochen haben dies wieder einmal durch Zuschriften und Gespräche wieder gezeigt.

In diesem Jahr feiert der literarische Wochenendgruß ein kleines Jubiläum. Vor 5 Jahren am 27.05.2011 erschien er zum ersten Mal.

Dazu habe ich zwei besondere Veranstaltungen vorgesehen. Für alle, die Termine langfristig planen, hier vorab eine Übersicht:

Freitag, 27.05.2016 – 18 Uhr

Literarischer Spaziergang rund um Kelkheim-Fischbach

Sonntag, 05.06.2016 – 15 Uhr

Literarischer Spaziergang rund um den Rettershof im Taunus

Einzelheiten und Programm werden rechtzeitig bekannt gegeben.

Kontakt:
Gerd Taron, Langstraße 30, 65779 Kelkheim-Fischbach
Tel. +49 (o)6195-676696
E-Mail: verkauf@taron-antiquariat.de oder taron-antiquariat@gmx.de