Vom Wasser, vom Herbst und vom Brot – ein literarischer Abendspaziergang

Vom Wasser, vom Herbst und vom Brot

Ein literarischer Abendspaziergang in Kelkheim-Fischbach

 

Kelkheim-Fischbach, 30.08.2013

Zum einem spätsommerlichen Spaziergang mit literarischen Impulsen hatte Gerd Taron von Taron-Antiquariat eingeladen. Auch das Höchster Kreisblatt nahm die Gelegenheit wahr, mit dabei zu sein.

Bei angenehmen Temperaturen und ohne Schirm trafen sich Literatur- und Naturinteressierte am Hanseklinger-Brunnen in Fischbach, einem Stadtteil von Kelkheim.

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Der Hanseklinger-Brunnen in Kelkheim-Fischbach

 

Foto: Marina Rupprecht

Fotografisch begleitete Marina Rupprecht den Abendspaziergang, die bereits seit längerem den literarischen Wochenendgruß bereichert, der jeden Freitagvormittag per E-Mail versandt wird..

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Foto: Marina Rupprecht

Gerd Taron erläuterte die Bedeutung und Herkunft des Brunnens und den historischen Hintergrund der Wassergewinnung für den Ort.

An der katholischen Dreifaltigkeitskirche .vorbei ging es zur „Taunus-Quelle“,  direkt an der B 455 Richtung Eppstein gelegen.

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Fotos: Marina Rupprecht

Mit einem Text von Anne M  Pützer und einem Gedicht von Irmgard Erath verweilte die Gruppe:an der Taunus-Quelle, die von einer Fischbacher Familie seit 1912 betrieben wird.

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Foto: Marina Rupprecht
An der Quelle

Du bist die Quelle des Lebens,
lass mich den Weg zu ihr finden.

Du bist die Quelle des Glaubens,
lass mich nie an ihrer Klarheit zweifeln.

Du bist die Quelle der Hoffnung,
lass mich aus ihr Kraft schöpfen.

Du bist die Quelle der Liebe,
lass sie nie in mir versiegen.

Irmgard Erath

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Foto: Marina Rupprecht

Von dort ging es weiter zu einem Aussichtspunkt oberhalb der Behringstraße an einem Wegekreuz wurden Texte zum beginnenden Herbst gelesen.

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Foto: Marina Rupprecht

Der scheidende Sommer

 

Das gelbe Laub erzittert,

Es fallen die Blätter herab;

Ach! Alles, was hold und lieblich

Verwelkt und sinkt ins Grab.

 

Die Wipfel des Waldes umflimmert

Ein schmerzlicher Sonnenschein

Das mögen die letzten Küsse

Des scheidenden Sommers sein.

 

Mir ist, als müsse ich weinen

Aus tiefstem Herzensgrund –

Dies Bild erinnert mich wieder

An unsre Abschiedsstund.

 

Ich musste von ihr scheiden,

Und wusste, du stürbest bald.

Ich war der scheidende Sommer,

Du warst der kranke Wald.

 

Heinrich Heine

 

Der literarischen Abendspaziergang endete in der kathoischen Dreifalltigkeitskirche beschloss den Abend.

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Fotos: Marina Rupprecht

Nach Erläuterungen zur Kirche und insbesondere des Rotelidis-Steines gab es zum Abschluss noch eine kleine Wegzehrung: Ein kleines Weizenbrötchen und den Gedicht „Desiderata“. von Max Ehrmann

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Foto: Marina Rupprecht

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Marina Rupprecht mit einem kleinen Buchgeschenk

                        Foto: Gerd Taron (ausnahmsweise)

Gerd Taron

Der nächste literarische Abendspaziergang findet am Freitag, 20.09  um 18:00 Uhr am Rettershof in Kelkheim-Fischbach statt.

Ein besonderer Höhepunkt findet am Donnerstag, 03.10. statt:

Eppenhainer Literatur-Erlebnis-Tag

zusammen mit der Autorin Karin Schmitt („Die unverstandenen Geschenke des Lebens“ – http://www.karin-schmitt.eu/

Wasser- Quelle des Lebens – Literarischer Wochenendgruß vom 26.07.13

Liebe Literatur- und Fotofreunde,

 das Wasser tritt aus der Quelle heraus und schafft neues Leben – für Menschen und Tiere. Dies wird uns gerade in diesen heißen Tagen des Sommers besonders deutlich. Bei einer Quellenwanderung in dieser Woche im Taunus ist mir die Bedeutung der Quelle wieder neu bewusst geworden. Die Fotos zeigen die Schönheit des Lebens, das durch eine Wasser-Quelle entsteht.

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Foto: Gerd Taron (Weilquelle unterhalb vom Feldberg im Taunus)

„In jedem Wassertropfen befindet sich eine Geschichte des Lebens.“

Leena Arif

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Foto: Marina Rupprecht

„Du bist es, der in den Täler Quellen entsendet, zwischen den Bergen rieseln sie hin. Allen Tieren des Feldes spenden sie Trank, die wilden Esel löschen ihren Durst. Daneben nisten die Vögel des Himmels, sie singen ihr Lied aus den Zweigen. Du bist es, der die Berge tränkt aus seinen Kammern. Vom Segen deiner Schöpfungswerke wird die Erde satt.“

Psalm 104, 10 – 13

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                                            Foto: Marina Rupprecht

„Wer zur Quelle gehen kann, der gehe nicht zum Krug.“

Leonardo da Vinci

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                                 Foto: Bärbl Golumbek
 
An der Quelle

Du bist die Quelle des Lebens,
lass mich den Weg zu ihr finden.

Du bist die Quelle des Glaubens,
lass mich nie an ihrer Klarheit zweifeln.

Du bist die Quelle der Hoffnung,
lass mich aus ihr Kraft schöpfen.

Du bist die Quelle der Liebe,
lass sie nie in mir versiegen.

Irmgard Erath

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            Foto: Gerd Taron (der Reichenbach im Kurpark von Königstein im Taunus)

 Ein erfrischendes Wochenende wünscht Ihnen allen

 Ihr/Euer

 Gerd Taron

Eine Quellenwanderung im Taunus von der Weilquelle zur Ölmühlquelle

Eine Quellenwanderung im Taunus von der Weilquelle zur Ölmühlquelle

Eine „zweifel“hafte Wanderung

oder

Nachbetrachtungen einer  Erlebnis-Lesung mit Karin Schmitt

Nach einem turbulenten und einem ereignisreichen Wochenende beschloss ich, mir eine Auszeit zu nehmen. Zu viele Gedanken schwirrten durch mein Gehirn. Zeit das Erlebte zu sortieren und wieder klaren Kopf zu bekommen.

So manche Zweifel kamen mir auf, über das Ob und Wie des Erlebten einzuschätzen sei. Dabei half mir die Erlebnis-Lesung mit Karin Schmitt des vergangenen Samstag. In ihrem Buch „Die unverstandenen Geschenke des Lebens“ werden Schritt für Schritt 10 Lebenspäckchen ausgepackt. Eines davon heißt „Zweifel“. Dieses Päckchen war das Wunschpäckchen nach Abstimmung unter allen weiblichen und männlichen Leseinteressierten des Buches.

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Autorin Karin Schmitt mit ihren Lebenspäckchen

Ich hatte keinen Zweifel, diese Wanderung auch durchzuführen. Bis jetzt war es in diesem Jahr noch nicht möglich, endlich wieder meinem Hobby nachzugehen.

Wie las ich kürzlich in dem Buch von Rainer Wälde und Anselm Grün („Meine Reise zum Leben“): „Wer zu Fuß unterwegs ist, achtet mehr auf den Weg. Der Weg auf den Gipfel eines Berges dauert seine Zeit, es ist mühsam, zu Fuß voranzukommen. Täler werden Meter für Meter langsam durchquert. Wenn der Weg schwierig ist, muss jeder Tritt sitzen. Aber das Wichtigste: die Seele kann Schritt halten.“

Diese Wanderung, eigentlich sollte es mehr ein Spaziergang werden, war gut vorbereitet wie immer: Essen, Trinken, 3 Bücher („Die unverstandenen Geschenke des Lebens“ von Karin Schmitt, „Die Landkarte des Lebens“ von Rainer Wälde und Gundula Gause und „Leben schlicht + ergreifend“ von Kerstin Hack) als Proviant für Leib und Seele. Dazu Wanderkarte und Stadtpläne der Umgebung, Pflaster und sonstiger Kleinkram.

Am Morgen beim Brötchengang schaute ich in den Himmel. Es war eine seltsame Wolkenmischung, die auf ein mögliches Gewitter schließen ließ. Mir kamen Zweifel auf: Sollte ich doch lieber zuhause bleiben? Sollte ich auf meine Wanderung zu Quellen im Taunus verzichten?

Nach einiger Überlegung sagte der Rheinländer in mir: Mach et! Gedacht, getan. Während der Busfahrt zur Zwischenetappe in Königstein – dort sollte die Fahrt in die Höhen des Taunus weitergehen – kamen erneute Zweifel auf. Sollte ich nicht doch besser nur einen Teil der Strecke gehen?

An der Umstiegsstation wartete ich auf meinen Anschlussbus. Er kam nicht. Sollte das ein Zeichen sein, doch abzubrechen? Der Bus kam dann doch, verspätet, aber er kam. Ich stieg ein und blieb der einzige Fahrgast auf der gesamten Strecke bis zu meinem Ausstieg. Die Haltestelle hieß „An der Weilquelle“. Bei der Vorplanung lag meine Vermutung nahe in der Nähe meiner Ausgangsquelle zu sein. Denkste! Beim Blick auf die Wanderkarte stellte ich plötzlich fest, dass es noch einiges an Wegstrecke zurückzulegen galt. Spaziergang? Nein, dass wird eine richtige Wanderung, das wurde spätestens jetzt klar. Sollte ich bei der Planung irgendetwas übersehen haben?

Mit meinen Wandersandalen marschierte ich Richtung Weilquelle los. Vorbei an blühenden Bergwiesen und schöne Blicke auf die Taunus-Landschaft begleiteten mich. Ein leichter, stetiger Anstieg führte mich zur Weilquelle. Aber es war nur das Hotel Naturpark Weilquelle. Bis zur richtigen Quelle waren es noch sehr viele Schritte mehr zu gehen.

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Vorbei ging es am Feldberg-Kastell am Rande des Limesweg. Ein kurzer Besuch für das Foto-Archiv und dann aber endlich auf zur ersehnten Quelle. Es waren nur noch 200 Meter. Normalerweise für mich als Wanderer kein Problem. Aber schon wieder so ein stetiger Anstieg. Ich wollte doch nicht den Berg hochgehen sondern runter!.

Geschafft – die Weilquelle lag vor meinen etwas staubig gewordenen Füßen. Es war schon einige Jahre her, dass ich dort war. Vielleicht lag es an meinem Alter, dass ich die Weilquelle viel größer in Erinnerung hatte. Keine Bank – keine Möglichkeit sich bequem zu machen. Dafür stand eine seltsame Skulptur. Sie sollte wohl die bösen Geister, die hier herrschten, vertreiben. Na denn …

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Die Weilquelle – sehr wenig Wasser, dafür aber schon geschmückt. Mit Rosen, die offensichtlich von sich liebenden und lieben Menschen dort hingelegt waren. Ein schöner Anblick. Auf jeden Fall gab es hier in der Nähe keine Rosenplantage – das war sicher.

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Die Stätte, die einem ganzen Tal im Taunus den Namen gibt, das „Weiltal“ wurde ausgiebig wurde im Bild festgehalten.

Jetzt packte mich die Wanderlust. Auf zur nächsten Quelle hieß das Motto – und immer schön auf den Weg achten. Wer weiß, was sich im Verborgenen noch so am Rande und abseits des Weges entdecken lässt.

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Eine Quelle ohne Namen am Roten Kreuz nähe Feldberg im Taunus

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Bis zur Ölmühlquelle war es laut Wanderkarte nicht so weit. Wieder einmal – denkste! Sollte die Wanderkarte falsche Eintragungen haben?

Dank des dichten Waldes ließ sich die Sommerhitze gut ertragen und es ging sich auf den gut beschilderten Wegen locker und leicht.

Nach fast 2 Stunden war das Ziel „Ölmühlquelle“ erreicht.

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Ich war enttäuscht. So schmucklos hatte ich mir diese Quelle nicht vorgestellt. Sollte ich …

Als Entschädigung wanderte ich weiter zum Kurpark in Königstein. Der Pulverbrunnen mit seiner Quelle war mein nächstes Ziel.

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Beim Gang durch den Kurpark verschreckte ich eine Entenfamilie, die vor dem seltsamen Wanderer Reißaus nahmen.

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Auf einer schattigen Parkbank konnte ich endlich meine Beine baumeln lassen.

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Der Reichenbach im Kurpark von Königstein im Taunus

Doch o Schreck, was erblickten meine Augen beim Blick in den Himmel? Gewitterwolken! Sollte ich doch nicht zu lange verweilen? Zweifel waren angebracht, besser wieder Richtung Bushaltestelle aufzubrechen. Mehrere Donner bestätigten meinen Entschluss, das Weite zu suchen.

Ohne besondere Vorkommnisse kam ich wieder schließlich wohlbehalten zuhause an. Die ungewöhnliche Wanderung ging mit einem Entspannungsbad und Erholungsschlaf zu Ende. Es war ein Tag mit neuen Inspirationen, da besteht kein Zweifel. Mein Umfeld wird es in den nächsten Tagen wohl ertragen müssen

Ach so, was zu erwähnen wäre: Es gab kein Gewitter. Meine Zweifel waren zweifelsohne unangebracht….

Meine persönliche Erkenntnis nach dieser Wanderschaft – es muss ja nicht immer der Jakobsweg sein: Zweifel sind ein wichtiger Teil unseres Lebenspäckchens und helfen auf dem Weg das Ziel zu finden.

Gerd Taron

Text und Fotos: Gerd Taron

Der Baum als Quelle des Lebens – Literarischer Wochenendgruß vom 26.04.13

 

Liebe Literaturfreunde,
die neue Ausgabe des literarischen Wochenendgrußes beschäftigt sich mit dem Baum als Quelle des Lebens.
Dazu habe ich zwei schöne Gedichte entdeckt:
„Gib acht auf Deine Träume,
in dem Du an sie denkst wie an Freunde.

Genieße die Schönheit des Augenblicks,
das Flüstern des Windes, das Plätschern einer Quelle,
den geheimnisvollen Halbschatten des Unterholzes.
Lauf durch das hohe Gras, höre die Ameisen reden,
die nie den alten Weg vergaßen.
Suche einen Baum, berühre die Blätter.
Das ist ein Blatt
sieh her, es ist grün, es hat Adern,
so ist es geformt, greif´s an!
Berühre das Blatt, der Zweig zittert mit .
Deine Hand greift ungestüm, zärtlich
nach dem, was ich ihr zeige.
Sei wie ein Kind mit einem Staunen über alle Dinge
und die Zeit wird still stehen.
Erwarte nichts von den anderen, wenn Du selbst
noch nichts gegeben hast. Betrachte die
Welt nicht mehr voller Unruhe, dann strahlt
das Licht des Tages aus Deinen Augen,
sie sind der Spiegel Deiner Seele.
Nur auf dem Pfad der Nacht erreichst
Du die Morgenröte.“

[© unbekannt]

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Am Liederbach in der Nähe der Roten Mühle im Taunus – Foto: Gerd Taron

Lebensstrom

Wie ein grosser Baum bist du
der gezeichnet ist vom Wind,
stark geworden durch die Stürme
deine tiefen Wurzeln sind.

Mutter Erde heilt die Kerben
die man dir hat zugefügt,
und dein volles Blätterkleid,
duftet, leuchtet, strahlt und blüht.

Tief in deinem weichen Kern,
wo der Lebensstrom pulsiert,
von der Wurzel zu der Krone
durch dein ganzes Sein vibriert,

da ist Urvertrauen, Glaube
an die Quelle deiner Kraft,
die du für dein Lebenswerk
liebevoll bekommen hast.

Einer unter vielen Bäumen
bist doch einzigartig du,
und der Himmel schickt dir Liebe
und ein strahlend Lächeln zu.

Monika Schudel

Möge Ihnen allen der Baum an diesem Wochenende eine Quelle des Lebens werden.
Ein erholsames Wochenende mit vielen schönen Gedanken wünscht Ihnen/Euer
Gerd Taron
Ein besonderer Veranstaltungshinweis für alle, die den 01. Mai mit einem unterhaltsamen kulturellen Abend ausklingen möchten:

Am 01.05. um 20:00 Uhr präsentiert der Verein „Lesen und Kultur für alle“ die literarische-kulturelle Impressionen in der interkulturellen Bühne in Frankfurt-Bornheim, Alt Bornheim 32 mit den eingefleischten Autoren-Poetry-Slam-Duo

 

Rainer Wüst, Autor, Kinderbuchautor und Poetry-Slamer in Einem hält eine „Szenische Lesung“ zu seinen Büchern „Die Sicht der Frau“ und „Die Sicht des Mannes“

 

und

 

Michael Meyer, Autor und Moderator mehrerer Poetry-Slams präsentiert „Piss-Pott-Das Leben ist (k)ein Kinderspiel“. Sein Erstlingswerk ist ein Buch mit Themen wie Liebe, Selbstzweifel, vom müde sein und Selbstaufgabe

 

 

Weitere Informationen über den Verein „Lesen und Kultur für alle“ findet man unter http://fundament-lesekultur.de/

Gerd Taron