Kaschubisches Weihnachtslied

Dieses Gedicht wurde von Frau Marga Schwager Kutzner aus Hofheim im Taunus eingesandt. Es ist ein besonderes Fundstück:

Kaschubisches Weihnachtslied

Wärst du Kindchen, im Kaschubenlande,

Wärst du Kindchen, doch bei uns geblieben!

Sieh, du hättest nicht auf Heu gelegen,

Wärst auf Daunen weich gebettet worden.

Nimmer wärst du in den Stall gekommen,

Dicht am Ofen stünde warm dein Bettchen,

Der Herr Pfarrer käme selbst gelaufen,

Dich und deine Mutter zu verehren,

Kindchen, wie wir dich gekleidet hätten!

Müßtest eine Schaffelmütze trage,

Blauen Mantel von kaschubischem Tuche,

Pelzgefüttert und mit Bänderschleifen.

Hätten dir den eignen Gurt gegeben,

Rote Schühchen für die kleine Füße,

Fest und blank mit Nägelchen beschlagen,

Kindchen, wie wir dich gekleidet hätten.

Kindchen, wie wir dich gefüttert hätten!

Früh am Morgen weißes Brot mit Honig,

Frische Butter, wunderweiches Schmorfleisch,

Mittags Gerstengrütze, gelbe Tunke,

Gänsefleisch und Kuttelfleck mit Ingwer,

Fette Wurst und goldnen Eierkuchen,

Krug um Krug das Starke Bier aus Putzig,

Kindchen, wie wir dich gefüttert hätten!

Und wie wir das Herz dir schenken wollten!

Sieh, wir wären alle fromm geworden,

Alle Knie würden sich dir beugen,

Alle Füße Himmelswege gehen.

Niemals würde eine Scheune brennen,

Sonntags nie ein trunkner Schädel bluten,

Wärst du Kindchen, im Kaschubenlande,

Wärst du Kindchen, doch bei uns geblieben!

Werner Bergengruen, 1927

Werner Bergengruen wurde 1892 in Riga, im Baltikum, geboren. Nach dem 2. Weltkrieg lebte er überwiegend in Baden-Baden, wo er 1964 starb. Seiner Heimat blieb er zeitlebens verbunden.

 Kaschubien liegt in der Gegen westlich und östlich von Danzig. Kaschubisch wird nur noch von ca. 150.000 Kaschuben gesprochen, davon ca. 50.000 im Alttag (Quelle Wikipedia)

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Mein Weihnachtsgedicht 2013

Liebe Freunde der schönen Literatur,

 

die Zeit schreitet voran und man glaubt es kaum – die Weihnachtszeit naht. Am 01.12. feiern wir den 1. Advent.

 

Dies ist Anlass für mich, wieder die Aktion

 

Mein Weihnachtsgedicht

 

zu starten. Ich bitte alle Interessierte, mir ihr persönliches Weihnachtsgedicht zuzusenden, entweder per E-Mail oder an die obenstehende Adresse per Post.

 

In diesem Jahr wird diese Aktion von Felicitas Göbel vom Verein „Lesen & Kultur für alle e. V. in Frankfurt/Main“  – http://fundament-lesekultur.de/ –  unterstützt.

 

Eine Auswahl der eingesandten Gedichte wird präsentiert am:

 

30.11./01.12. Weihnachtsmarkt Kelkheim-Fischbach

07.12./08.12. Weihnachtsmarkt Kelkheim-Stadtmitte

14.12./15.12. im Café-Lounge Jasmin in Frankfurt-Fechenheim

 

 

http://www.cafe-lounge-jasmin.de/

 

Im Internet werden auf meiner WordPress-Seite unter „Mein Weihnachtsgedicht 2013 jede Woche ab dem 1. Advent die schönsten Gedichte präsentiert:

 

https://gerdtaronantiquariat.wordpress.com/category/mein-weihnachtsgedicht-2013/


Je außergewöhnlicher und älter desto besser. Ich bin gespannt auf die Einsendungen und Vorschläge. Einsendeschluss ist Sonntag, der 24.11.13

 

Gerd Taron

Mein Weihnachtsgedicht – so war es im vorigen Jahr 2012

„Ein Gedicht muss einfach das gewisse Etwas haben“

Zu einem besonderen Wettbewerb hat der Fischbacher Gerd Taron aufgerufen. Beim Weihnachtsmarkt präsentierte er die literarischen Ergebnisse.

Von Melanie Taylor

Kelkheim.

Familie Parthe mag Verse (v. l.): Steffen, Jannick und Birgit. Gerd Taron hatte die Aktion beim Weihnachtsmarkt Kelkheim initiiert.

 

Birgit Parthe nahm vor einigen Monaten spontan an einem Gedichtwettbewerb teil, den Gerd Taron ausgeschrieben hatte. Ihre Courage und ihr Talent wurden nun belohnt: Die 44-Jährige zählt zu den Hobbydichtern, deren Werke der Fischbacher Antiquar dem Publikum jetzt auf dem Kelkheimer Weihnachtsmarkt präsentierte.

„Ich freue mich, um ehrlich zu sein, sehr“, gesteht Birgit Parthe. Das Dichten gehört zu den Hobbys der ausgebildeten Sekretärin. Allerdings macht sie es „nur so aus Spaß an der Freude“, wie sie betont. Von dem Wettbewerb erfuhr Parthe beim Einkauf im Ort: In einem kleinen Gemischtwarenladen entdeckte sie das Plakat von Gerd Taron, und in diesem Moment muss sie schon die Muse geküsst haben: „Auf dem Rückweg sind mir die ersten Gedanken durch den Kopf geflossen“, erinnert sich die Mutter von zwei Kindern. Zu Hause angekommen, habe sie sich erstmal an den Tisch gesetzt und alles aufgeschrieben. Dass es im Gedicht um Weihnachten gehen sollte, kam ihr entgegen. Es zählt nämlich zu ihren liebsten Festen, weil es friedvoll sei und man diese schöne Zeit gemeinsam mit der Familie verbringe.

Gedanken und Gefühle

Doch in welchen Momenten greift Birgit Parthe zu Papier und Stift, um Gedanken und Gefühle in Verse zu verpacken? Immer dann, wenn sie etwas berühre, sie sich etwa in einem Stimmmungstief oder -hoch befinde. Überdies schreibe sie zu besonderen Gelegenheiten, wie einer Geburt, auch gerne Gedichte für „liebe Menschen“ aus ihrem Familien- und Freundeskreis. Sie habe allerdings nie daran gedacht, ihre Texte zu veröffentlichen: „Ich denke immer, andere können es noch besser, und von daher war das für mich nie ein Thema.“

Beim Lesen von Gedichten legt Birgit Parthe ebenso großen Wert darauf, dass sie die Worte berühren. Ob die Autoren Literaten mit großem Namen sind, ist ihr allerdings egal. „Das muss keine Persönlichkeit sein, das Gedicht muss einfach das gewisse Etwas haben.“ So habe ihr das Gedicht des zwölf Jahre alten Lukas gut gefallen, der sich auch am Wettbewerb beteiligte.

Eigenes und Klassiker

Von der Resonanz auf seinen Aufruf ist Gerd Taron immer noch positiv überrascht. Rund 40 Gedichte, erzählt der Fischbacher, habe er bekommen – selbst gedichtete Werke und Klassiker. Viele hätten ihn sehr berührt und seien sehr besinnlich gewesen, sagt der Inhaber eines Fischbacher Antiquariats. Die Idee zu der Aktion kam ihm, als er Mitte Oktober für seinen literarischen Rundbrief selbst Weihnachtsgedichte raussuchen wollte. Diese digitale Mitteilung verschickt der 53 Jahre alte Blogger regelmäßig per E-Mail an Abonnenten. „Warum soll ich die raussuchen?“, habe er sich plötzlich gefragt und einfach eine Aktion daraus gemacht.

Die Lyrik liegt dem Literaturexperten besonders am Herzen. „Sie kommt immer mehr zu kurz.“ Gedichte würden zu wenig gelesen. Bedauernswert ist dies aus seiner Sicht, weil diese Texte in ihrer kurzer und kompakten Form in der Lage sind, Gefühle und Bilder bei den Lesern zu erwecken. Zudem komme in ihnen die Sprache besonders gut zur Geltung, sagt Taron. So könne man in alten Gedichten häufig Wörter entdecken, die heute bereits viele nicht mehr kennen.

Mit der Leseaktion auf dem Kelkheimer Weihnachtsmarkt ist Taron zufrieden, auch wenn relativ wenig Publikum zugehört habe, sagt er. Die Resonanz der anwesenden Zuhörer sei jedenfalls gut gewesen. Im kommenden Jahr, ist sich der Fischbacher sicher, werde er die Aktion jedenfalls wiederholen.

Wer die Lesung verpasst hat, kann die Gedichte in Gerd Tarons Blog noch einmal nachlesen:

Artikel vom 10. Dezember 2012, 21.20 Uhr (letzte Änderung 11. Dezember 2012, 04.33 Uhr)

erschienen im Höchster Kreisblatt

Hier das Gedicht von Birgit Parthe

Stille Zeit

 

 

Leise klingt des Schrittes Klang,

gehe ich auf dem Weg entlang.

 

Der Schnee dämpft alles und macht es leise,

jedes Ding trägt so auf seine Weise,

etwas Besinnliches, Stilles in sich,

es macht mich ruhig und beseelet mich.

 

Die Fenster geschlossen, kein Laut zu hören,

keine Geräusche, die da stören,

Kerzenlicht und warmer Schein,

schaue ich in die Fenster rein.

Ein Mal im Jahr diesen Zauber spüren,

wenn Düfte und Lichter unsere Sinne berühren.

Ein Kinderlachen so glücklich macht –

Dann ist wieder „Heilige Nacht“.