Die Hoffnung stirbt zuletzt – Literarischer Ostergruß 2017

Die Hoffnung stirbt zuletzt – Literarischer Ostergruß 2017

Liebe Freunde der Literatur,

die Nachrichten der letzten Tage, sei es in der großen weiten Welt aber auch im eigenen Umfeld zeigen, wie zerbrechlich unser eigenes Leben ist. Innerhalb kürzester Zeit ist es manchmal nicht mehr so wie es war. Ein sicheres Leben gibt es das? Was gibt uns Hoffnung nicht zu verzweifeln?

Das bevorstehende Osterfest erinnert uns daran, wie extrem ein Leben sein kann. Zwischen Abgrund und neuem Horizont ist es manchmal nicht weit. Und wer besondere Lebenssituationen durchstanden hat, sieht ein Lichtstrahl und kann wieder hoffnungsvoll gen Himmel blicken.

Möge Ihnen dieser literarische Ostergruß ein Zeichen der Hoffnung geben, auch in schwierigen Zeiten nicht aufzugeben.

Burgruine Königstein im Taunus – Foto: Gerd Taron

Auferstehung

Manchmal stehen wir auf
Stehen wir zur Auferstehung auf
Mitten am Tage
Mit unserem lebendigen Haar
Mit unserer atmenden Haut.
Nur das Gewohnte ist um uns.
Keine Fata Morgana von Palmen
Mit weidenden Löwen
Und sanften Wölfen.
Die Weckuhren hören nicht auf zu ticken
Ihre Leuchtzeiger löschen nicht aus.
Und dennoch leicht
Und dennoch unverwundbar
Geordnet in geheimnisvolle Ordnung
Vorweggenommen in ein Haus aus Licht…….

Marie-Luise Kaschnitz

Foto: Gisela Michaelis

Auferstehung

Im Süden
brachen schon die Krusten auf.
Aus Knospen blüht es
weiß und rot und blau;
die Wiesen leuchten hell herüber,
stolz geht mit ihrem Kind
die Frau.
Bei uns
bläst noch der eis’ge Wind,
die Bäume frieren
und Berggipfel sind schneebedeckt.
Und doch: der Frühling kommt.
Die junge Sonne
hat ihn endlich aufgeweckt.
Schon morgen wird bei uns
das Licht der Blumen bunt erblühn,
das Grün
aus heut noch dürren Ästen wachsen
und Osterfriede
in die Herzen ziehn.

© Ingrid Streicher
Quelle: »Der Amsel Lied«

Foto: Gerd Taron

Des Lebens Frühling

Des Lebens Frühling ist ein flüchtig Wesen,
will schnell bemerkt und rasch ergriffen sein.
In alle Thäler pflanzt er sein Blüten;
Sein ist die Schuld nicht, wenn der Keim verdirbt,
Die Schuld nicht sein, wenn viele Zweige welken.
Es muß der Mensch mit klugbedachter Sorgfalt,
was aus dem langen Winterschlafe bricht,
zur schönen Sommerpflanze sich erziehen.
Wer nicht die Strahlen lockt in seinen Garten,
darf nicht den Kelch verlangen und die Frucht.

Theodor Körner
(gefunden in einem alten Gedichtbuch um 1900)

Im Woogtal – Königstein im Taunus – Foto: Gerd Taron

Dein GLAUBE und deine HOFFNUNG
können das Gefäß zum Überfließen bringen.
Alles zählt. Nichts ist unwichtig,
nicht der Schmetterling, der in China mit seinen Flügeln schlägt,
nicht der Teenager, der in einer Mall in Los Angeles sein Geld ausgibt,
nicht die Gebetswachen in Toronto oder die Zinssätze in Japan,
nicht die Sonnenprotuberanzen oder die sich erwärmenden Ozeane,
nicht die Fluten in Indien und die Dürrezeiten in Afrika,
weder die Energie deiner Suche
noch die Wellen des Glücksgefühls in deinem Körper,
nicht die steigende Börse noch der verschwindende Regenwald.
Es gibt eine Balance zwischen dem Leid und dem Hochgefühl,
zwischen Freude und Schmerzen, zwischen jetzt und nie,
zwischen oben und unten, offen und geschlossen,
zwischen Ursache und Wirkung,
und jeder von uns löst es aus und spürt es.
Es läuft durch unsere Knochen, unsere Innereien,
unsere Seele und unseren Geist.
Es färbt und legt fest, es zerfetzt und streicht,
es regt auf und segnet auf geheimnisvolle Weise.
Das Leben entfaltet sich mit Dringlichkeit
inmitten seiner geologischen Zeit.
Du und ich sind beteiligt an jeder Falte,
an jeder Ausdehnung und jeder Kontraktion.
Wir sind ein Teil der Wehen und des Schmerzes,
aus dem etwas Neues geboren wird.
Wir sind Patienten, Hebammen und Ärzte in einem.
Wie eine einzige Stimme einen Politiker
an die Macht bringen kann,
so können einem Gebet,
einem Wunsch Beine oder Flügel wachsen,
oder ein Mund findet Worte,
die in das Brachland einer Seele fallen,
die darauf gewartet hat, berührt zu werden.
Und weil eine Bewegung zu einer anderen führt,
so kommt die Hand zum Auge, das Auge zum Mund,
der Mund zur Seele, die Seele zu den Worten
und die Worte zum Geist,
und eine Welt in einer Welt wird geboren.
Die Entfaltung geschieht, und wieder einmal entsteht Leben.
Die Spiritualität der Veränderung ist kompliziert
und nicht da zu finden, wo wir sonst suchen.
Die Welt liegt nicht in den Händen einiger,
Geld regiert nicht,
und der mutlose Glaube,
dass du und ich nichts tun können in unserer Winzigkeit,
ist nur ein Glaube, den niemand beweisen kann.
Ich wähle es, anders zu glauben und anders zu leben.
Die Entscheidung eines Mannes,
seine Seele nicht zu verkaufen, reicht sehr weit,
und die feste Überzeugung einer Frau
gibt ihr ihr eigenes Leben zurück.
Durch geheimnisvolle Verbindungen ist uns
das Schicksal der Welt in die Hände gelegt.
Dass du vergibst, anstatt nachzutragen,
macht einen Unterschied,
dein Lächeln, dein Wohlwollen, deine Dankbarkeit
haben eine ungeahnte Wirkung.
Sogar deine Sekundenhoffnung zählt
und dein Minutenmut,
deine Tagesfreude und dein Jahresernst.
So hältst du andere Leben in deiner Hand,
jetzt vielleicht meins, ohne dass ich es weiß.
Und wenn ich meine Fehler zugebe,
wenn ich mich gegen ein Vorurteil wehre,
wenn ich in meiner Liebe schöpferisch werde,
wenn ich mir selbst vergebe,
reicht meine Entscheidung bis zu dir,
wo immer du auch bist.
So lieben wir einander, ohne dass wir uns kennen.
Und weil die Welt immer viel mehr war
als nur ein mechanisches System mit physikalischen Gesetzen,
darum sind Ursache und Wirkung
unbegreiflich miteinander verbunden,
und es geschieht immer viel mehr, als wir denken,
und mehr, als wir denken können.
Unermesslich ist die Verbindung,
in die wir eingebettet sind.
Der Segen liegt im Geheimnis,
und das Geheimnis ist in jedem Herzen

Ulrich Schaffer

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Hast Du eine Hoffnung, die in Erfüllung gehen soll,
so fange einen Schmetterling, und flüstere ihm Deinen Wunsch !
Schmetterlinge geben keinen Laut von sich, und verraten niemandem etwas, außer dem Himmel ! Laß ihn Deinen Wunsch in den Himmel tragen,
und er wird erhört…
Alte hawaiianische Weisheit

Foto: Gerd Taron

Möge der schönste Sonnenaufgang, den du gesehen hast in deinem Leben, im Herzen dir bewahrt sein wie in einem Speicher: auf dass vor deinem inneren Auge das zarte Rosa und der leuchtend rote Horizont Hoffnung und Zuversicht in dunklen Zeiten sind.

Irischer Segenswunsch

Ein gesegnetes Osterfest mit vielen hoffungsvollen Begegnungen wünscht Ihnen

Ihr/Euer

Gerd Taron

Eine besondere Buchempfehlung passend zum Thema des Ostergrußes:

Die unverstandenen Geschenke des Lebens von Karin Schmitt
Taschenbuch 368 Seiten
Erschienen im Robert Betz Verlag
ISBN:978-3-942581-94-3
Preis 15,50 Euro
https://www.karin-schmitt.eu/inspirierende-produkte/

PS:
Einen Rückblick auf die ersten literarischen Veranstaltungen finden Sie unter

https://gerdtaronantiquariat.wordpress.com/2017/04/12/literatur-und-natur-ein-rueckblick-auf-3-wundervolle-literarische-spaziergaenge/

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Wieder auf(er)stehen – Literarischer Ostergruß 2016

Wieder auf(er)stehen – Literarischer Ostergruß 2016

Liebe Freunde der Literatur,

die heutige Ausgabe des literarischen Wochenendgrußes widmet sich einem zentralen Thema des Christentums, der Auferstehung. Der Leidensweg Jesu, sein Tod am Kreuz, seine Auferstehung am dritten Tage – es war, es ist ein Leben in extremen Situationen.

Einige Leserinnen oder Leser können das vielleicht aufgrund ihres eigenen Lebens verstehen. Sie haben die Tiefe des Lebens erfahren, um dann nach langen oft schwierigen Wegen, wieder ein neues Leben zu beginnen. Sie sind auferstanden aus den Trümmern. Sie haben sich nicht aufgegeben und den Mut nicht verloren.

Ich weiß nicht in welcher Lebenssituation Sie, lieber Leser, sich jetzt gerade befinden. Auch wenn sie gerade schwierig sein sollte – geben Sie nicht auf. Nicht nur in meinem persönlichen Umfeld gibt es viele mutmachende Lebensgeschichten von Menschen, die die Tiefen des Lebens überwunden haben.

Die ausgesuchten Texte und die Fotos mögen Ihnen neuen Lebensmut geben.

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Foto: Marina Rupprecht Fotografie

Ostern

Nicht einmal nur im Jahre
Ist Auferstehungszeit
Es liegt in jeder Bahre
Ein Stück Unendlichkeit

Der Welt geht nichts verloren,
Und immer wieder bricht
Sich aus des Todes Toren
Das Leben durch das Licht

Und Götter auferstehen
Mit jedem Glockenschlag,
Für Taten und Ideen
Ist ewig Ostertag

A.de Nora (Pseudonym für Anton Alfred Noder
(1864 – 1936), deutscher Arzt und Dichter

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Auferstehung

Manchmal stehen wir auf
Stehen wir zur Auferstehung auf
Mitten am Tage
Mit unserem lebendigen Haar
Mit unserer atmenden Haut.
Nur das Gewohnte ist um uns.
Keine Fata Morgana von Palmen
Mit weidenden Löwen
Und sanften Wölfen.
Die Weckuhren hören nicht auf zu ticken
Ihre Leuchtzeiger löschen nicht aus.
Und dennoch leicht
Und dennoch unverwundbar
Geordnet in geheimnisvolle Ordnung
Vorweggenommen in ein Haus aus Licht…….
Marie-Luise Kaschnitz

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Foto: Marina Rupprecht Fotografie

DEIN Nest !
Nimm DIR DEINEN Raum,
so groß
und
so weit,
wie DU ihn brauchst,
bau DIR ein Nest,
mit allem,
was DU brauchst,
ein Ort,
wo DU DICH sehr wohl
und zuhause fühlst,
lade DEINE Ressourcen ein,
was das ist???
Ressourcen sind deine inneren Stärken,
DU hast sie selbst erschaffen,
als DU mal am Boden warst,
hat DICH etwas wieder aufstehen lassen,
DEIN MUT
als DU traurig warst,
hat DICH etwas getröstet,
DEINE ZUVERSICHT,
als DU krank warst,
hat DIR etwas geholfen,
DEINE KRAFT,
als DU dachtest..‘ ICH schaffe das nicht!‘
hat DICH etwas weitermachen lassen,
DEIN SELBSTBEWUSSTSEIN,
als DU DICH völlig allein fühltest,
hat etwas ‚ Hallo, ich bin doch bei DIR! ‚ gerufen,
DEINE Liebe zu DIR selbst.
Es gibt noch mehr innere Stärken,
lade sie ein
in DEIN Nest,
dort können sie es sich gemütlich machen,
so wie DU.
Erst dann geh hinaus in die Welt,
schau DIR alles an,
betrachte die Dinge von allen Seiten,
habe Spaß,
lebe, liebe, lache!
Schau DIR auch die Schatten an,
und wisse,
DU kannst jederzeit zurück,
in DEIN Nest,
wieder tanken,
für das nächste ‚ Spiel ‚.

Ortrud Püttmann

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Foto: Marina Rupprecht Fotografie

Wir träumen einen Traum und wenn auch alle lachen,
wir träumen einen Traum von einer bessern Welt.
Da sind die Blumen nicht aus Schaum,
da sind die Tränen nicht aus Glas,
da ist die Freude nicht geschminkt,
da ist das Leben schön…

Wir träumen einen Traum und wenn auch alle mahnen,
wir träumen einen Traum von einer bessern Welt.
Da sind Helden mangelhaft,
da sind die Eichen angesägt,
da ist die Wahrheit nicht gezinkt,
da ist das Leben schön…

Wir träumen einen Traum und schenken ihm das Leben,
wir träumen einen Traum und machen uns die Welt.
Da ist der Mensch dem Menschen gleich,
da ist der Christus ganz aus Fleisch,
da ist die Auferstehung wahr,
da ist das Leben schön…

Günter Hildebrandt

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Foto: Maren von Hoerschelmann

Die Büchervitrine befindet sich derzeit in der Buchhandlung Viola’s Bücherwurm in Kelkheim und ist eine Leihgabe vom Holunder-Hof, Kelkheim

Ich wünsche Ihnen allen ein gesegnetes Osterfest und erholsame Feiertage mit viel schöner Literatur.

Ihr/Euer

Gerd Taron

Kontakt:
Gerd Taron, Langstraße 30, 65779 Kelkheim-Fischbach
Tel. +49 (0) 6195-676695
E-Mail. verkauf@taron-antiquariat.de oder taron-antiquariat@gmx.de

Tod und Leben – Literarischer Ostergruß 2013

Liebe Freunde der Literatur,

 

die Christenheit feiert in dieser Woche ihr großes Fest – Ostern. Erinnerung und Gedenken an Jesus Christus, der durch den Tod ins Leben gegangen ist.

 

 

Die nachfolgende Geschichte erzählt uns von einer besonderen Begegnung:

 

„Als ich mit einem Tibetaner im Gebirge im Schneesturm wanderte, sah ich einen Mann, der im Schnee den Abhang hinuntergestürzt war. Ich sagte: „Wir müssen hingehen und ihm helfen.“ Er erwiderte: „Niemand kann von uns verlangen, dass wir uns um ihn bemühen, während wir selber in Gefahr sind, umzukommen.“ „Immerhin,“ antwortete ich, „wenn wir schon sterben müssen, ist es gut, wir sterben, während wir anderen helfen.“ Er wandte sich ab und ging seines Weges. Ich stieg zu dem verunglückten Mann hinunter, hob ihn mühsam auf meine Schultern und trug ihn bergan. Durch diese Anstrengung wurde mir warm und meine Wärme übertrug sich auf den vor Kälte steifen Verunglückten. Unterwegs fand ich meinen früheren Begleiter im Schnee liegen. Müde, wie er war, hatte er sich niedergelegt und war erfroren.

Ich hatte einen Menschen retten wollen, aber ich rettete mich selbst.“

 

Autor unbekannt

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Foto: Gerd Taron

 

 

Täglich auferstehen

 

aus dem Grab unserer Mißgestimmtheiten

aus dem Grab unserer Resignation

aus dem Grab unserer Mutlosigkeit

aus dem Grab unserer Herzenshärte

und den tausend scheinbar

als sinnlos erfahrenen Situationen

aus unserer Müdigkeit und Trägheit

 

Theresia Hauser

 

 

Ich wünsche allen, dass die Osterfreude in Ihre Herzen kommt.  Lassen Sie das Osterlicht brennen für sich und ihre Mitmenschen.

 

Gesegnete Ostern wünscht Ihnen/Euch

 

Gerd Taron

 

Hier noch ein besonderer Veranstaltungshinweis:
Veranstaltungshinweis: Mittwoch, 03.04.2013 um 20:00 Uhr  – Literarisch-kulturelle Impressionen in Frankfurt-Bornheim, Alt Bornheim 32 (Interkulturelle Bühne)
Lesung mit Elke Elteste – Begleitet wird sie von dem hessischen Liedermacher und Musikproduzent Henning Strauch
Weitere Informationen, auch über den Verein „Lesen und Kultur für alle“ unter http://fundament-lesekultur.de/

Gerd Taron 

Taron-Antiquariat
Langstraße 30

65779 Kelkheim-Fischbach

Internet: www.gerdtaronantiquariat.wordpress.com

und

www.taron-antiquariat.de


E-Mail:
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