Wundersame Begegnungen – Durch Regen und Schneematsch und ein Walt-Disney-Taschenbuch

Kelkheim-Fischbach, 30.12.2017

Foto: Gerd Taron

Zum Altjahrsabend oder auch Silvester möchte ich von einer besonderen Begegnung berichten.

Viele der Leser wissen, dass ich in den frühen Morgenstunden als Zeitungszusteller unterwegs bin. In der abgelaufenen Woche hat das Wetter uns allen keine große Freude bereitet. Die Zeitungszusteller hatten damit in besonderer Weise zu kämpfen.

Der Anspruch, dass die Zeitung morgens um 6 Uhr auf den Frühstückstisch liegt, war kaum zu erfüllen. Dazu kamen in der Woche die vielen dicken Werbebeilagen, viele Zeitschriften und verstopfte Briefkästen bzw. Zeitungsrohre, weil Mann/Frau vergessen hat, die Zeitungslieferung zu unterbrechen.

Wenn man dann auch noch Vertretungen übernehmen „darf“, weil Kollegen Urlaub haben, wird es bei diesen schwierigen Witterungsverhältnissen nicht sehr angenehm.

An meinem letzten Arbeitstag in diesem Jahr hatten ich und meine Kollegen das Vergnügen zusätzlich diverse Abonnenten mit einem regelmäßig erscheinenden Walt-Disney-Taschenbuch zu beliefern.

Nach dem ich mich endlich nach mehr als 6 Stunden durch alle Wetterwidrigkeiten gekämpft hatte, war ich froh endlich zu Hause zu sein und mich von den nassen Sachen zu befreien. Beim Entladen meines Zeitungswagens fiel mir dann ein vergessenes Walt-Disney-Taschenbuch in die Hände. Bei der vorletzten Station am äußersten Ende hatte ich es versäumt dieses Taschenbuch einzuwerfen.

Was tun? Liegen lassen und nächste Woche einwerfen? Es fiel mir nicht, dann dem unbekannten Jugendlichen das Taschenbuch noch in diesem Jahr zukommen lassen.

Foto: Gerd Taron

Auf der großen Hauptstraße bei Regen und Schneematsch ging ich wieder hoch, um dann auf der anderen Straßenseite wieder zurück zu kehren. Auf halber Strecke begegnete mir dann im trüben Wetter ein buntes Wunder. Eine liebe Freundin, die ich wegen ihres farbenfrohen Regenschirms fast nicht erkannt hätte, sprach mich an.

Schon länger wollten wir uns gemeinsam mit ihrem Mann mal wieder treffen. Aber die persönlichen Umstände auf beiden Seiten ließen es nicht zu.

Umso freudiger war der Austausch auf offener Straße, an dem der Verkehr an uns vorbeirauschte.

Es gibt sie immer wieder – die kleinen Wunder des Alltags.

Ich wünsche allen im kommenden Jahr viele kleine wundersame Begegnungen.

Ihr/Euer

Gerd Taron

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Leben ist planbar? – Literarischer Neujahrgruß 2018

Leben ist planbar? – Literarischer Neujahrgruß 2018

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

zum Jahresausklang bzw. zum neuen Jahr möchte ich allen meinen treuen Lesern des literarischen Wochenendgrußes einige Gedanken in Wort und Bild auf dem Weg in ein neues Kalenderjahr geben.

Es war für mich ein sehr bewegendes und erfülltes Jahr mit vielen Höhen und Tiefen. Leben pur mit all seinen Facetten. Besonders dankbar bin ich für meine besonderen Freunde und meine Familie, die mir das Leben auch in schwierigen Zeiten erleichtert haben.

Ohne größere Pläne, ohne Ziele gehe ich ein neues Jahr und lasse mich von hoffentlich vielen schönen Seiten des Lebens überraschen.

Die ausgewählten Fotos sind meine „Bilder des Jahres 2017“.

„Zauberrose“ – Café Zauberberg Kelkheim-Ruppertshain – Foto: Gerd Taron

Sag ja zum Unerwarteten
Sag ja zu den Überraschungen,
die deine Pläne durchkreuzen,
deine Träume zunichte machen,
deinem Tag eine ganz andere Richtung geben,
ja, vielleicht deinem Leben.

DOM HÉLDER CÂMARA

Hof- und Bücherflohmarkt in Fischbach/Taunus – Foto: Gerd Taron

Später vielleicht

Eigentlich müsste ich …
Eigentlich sollte ich …
Aber nicht jetzt! Später vielleicht.

Lästiges, Unbequemes,
Langweiliges, Unangenehmes:
Später vielleicht.

Pläne umsetzen,
Vorsätze verwirklichen:
Später vielleicht.

Dir danken,
mir für dich Zeit nehmen:
Später vielleicht.

Innehalten,
mich besinnen:
Später vielleicht.

Umkehren,
mein Leben ändern:
Später vielleicht.

Wann ist später?
Wenn es zu spät ist?

Gisela Baltes

Andreina Bonanni mit Jürgen Haller auf dem Fischbacher Weihnachtsmarkt – Foto: Gerd Taron

Lebenslust

Wie könnte ich den Tag beginnen
Soll ich ein Lied am Morgen singen
oder fünf Minuten lachen
zur Not auch einen Handstand machen
Ein Tänzchen vor dem Frühstück wagen
mir selbst „Was bist du spitze!“ sagen
im Spiegel mir die Zunge zeigen
und dankbar vor dem Tag verneigen
Terminkalender schnell zerreißen
die Pläne in die Tonne schmeißen
mit Wonne in der Dusche stehen
und lange aus dem Fenster sehen
Dem Morgenlied der Amsel lauschen
an deinen Küssen mich berauschen
die Kissen durch die Lüfte fleddern
in deinen Armen mich verheddern
Ich könnte die Natur erkunden
spazieren gehen mit den Hunden
verträumt auf einer Lichtung stehen
und still die Rehe grasen sehen
Oder in Regenpfützen springen
ein Ständchen meinen Nachbarn bringen
den Kuchen ganz alleine essen
das Kalorien zählen mal vergessen
Den Urschrei aus der Kehle brüllen
den Hunger meiner Seele stillen
vergessen einfach Raum und Zeit
nur Leichtigkeit noch weit und breit
Das alles sind nur Möglichkeiten
die unser Leben stets begleiten
Entscheiden muss ich mich im Leben
mir meine Lebenslust zu geben

-Cäcilia Wentker-

Bilder: Lissy Theissen

Rezept

Jage die Ängste fort
Und die Angst vor den Ängsten.
Für die paar Jahre
Wird wohl alles noch reichen.
Das Brot im Kasten
Und der Anzug im Schrank.
Sage nicht mein.
Es ist dir alles geliehen.
Lebe auf Zeit und sieh,
Wie wenig du brauchst.
Richte dich ein.
Und halte den Koffer bereit.
Es ist wahr, was sie sagen:
Was kommen muß, kommt.
Geh dem Leid nicht entgegen.
Und ist es da,
Sieh ihm still ins Gesicht.
Es ist vergänglich wie Glück.
Erwarte nichts.
Und hüte besorgt dein Geheimnis.
Auch der Bruder verrät,
Geht es um dich oder ihn.
Den eignen Schatten nimm
Zum Weggefährten.
Feg deine Stube wohl.
Und tausche den Gruß mit dem Nachbarn.
Flicke heiter den Zaun
Und auch die Glocke am Tor.
Die Wunde in dir halte wach
Unter dem Dach im Einstweilen.
Zerreiß deine Pläne. Sei klug
Und halte dich an Wunder.
Sie sind lang schon verzeichnet
Im grossen Plan.
Jage die Ängste fort
Und die Angst vor den Ängsten.

Mascha Kaléko

Herzengel – Bild/Foto: Connie Albers

Vielleicht war es ein Engel
Gelegentlich
so ab und an
werden meine Pläne
durchkreuzt
wird meine Welt
auf den Kopf gestellt
ist nichts mehr so
wie es einmal war
dann möchte ich
ja sagen können
voller Angst
voller Ungewißheit
ohne zu wissen
was auf mich zu kommt
aber doch
ja
sagen
(aus: Andrea Schwarz, Wenn ich meinem Dunkel traue, auf der Suche nach Weihnachten)

Tag der Literatur am 07.05-17 – Gut beschirmt – Foto: Gerd Taron

Was ich dir wünsche

Ich wünsch dir ein Auge, die Wunder zu sehn
Ein hörendes Ohr, um das Wort zu verstehn
Ich wünsch dir den Mut, deine Meinung zu sagen
Den Vorsatz, zu leiden, ohne zu klagen
Ich wünsch dir den Blick für ein trauriges Herz
Den Wunsch, zu lindern des anderen Schmerz
Ich wünsch dir das Licht, das dein Leben erhellt
Den Freund, der dir folgt bis ans Ende der Welt
Ich wünsch dir Gedanken, die positiv stimmen
Die Ausdauer, gegen den Strom zu schwimmen
Ich wünsch dir den Stolz, deinen Kopf zu erheben
Den Willen, auch anderen Chancen zu geben
Ich wünsch dir die Einsicht, keinen Streit zu entfachen
Die Weisheit, auch über dich selber zu lachen
Ich wünsch dir Geduld, den Schmerz zu begreifen
Festigkeit, nicht an dir selber zu zweifeln
Ich wünsch dir die Größe, dem Feind zu vergeben
Die Kraft, gegen Unrecht die Stimm zu erheben
Ich wünsch dir ein Herz, das für dich allein schlägt
Den Helfer, der gerne die Last für dich trägt
Ich wünsch dir den Mut, zu deinem Worte zu stehn
Die Stärke, auch Streit aus dem Wege zu gehn
Ich wünsch dir die Freude des gütigen Gebens
Die Frage stets nach dem Sinn des Lebens
Ich wünsch dir Erfolg für deine Pläne allzeit
Die Kunst, dich zu freuen für den Rest deiner Zeit
Ich wünsch dir den Engel, der über dich wacht
Die Hand, die dich führt durch das Dunkel der Nacht

© Jutta Schulte (*1961)

Zum Schluss möchte ich allen für die so vielen und lieben Rückmeldungen auf meinen literarischen Wochenendgruß danken. Diesen werde ich, solange meine Kraft reicht und auch die Technik, die manchmal mitspielen muss, im kommenden Jahr regelmäßig freitags weiterführen.

Herzliche Grüße

Ihr/Euer

Gerd Taron

Wunschzettel – Literarischer Weihnachtsgruß 2017

Wunschzettel – Literarischer Weihnachtsgruß 2017

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

haben Sie früher, als Sie noch etwas kleiner waren, auch einen Wunschzettel zu Weihnachten an das Christkind oder den Weihnachtsmann geschrieben? Den Zettel liebevoll gefaltet und an das Fenster gelegt, damit er gefunden wird und die Wünsche am Heiligabend in Erfüllung gehen?

Oft hat das Christkind oder der Weihnachtsmann die Wünsche erfüllt, sei es zum Beispiel ein Puppenhaus, eine Eisenbahn und vieles anderes.

Wie sähe heute Ihr persönlicher Wunschzettel zu Weihnachten aus? Sind es wie in vergangenen Zeiten materielle Wünsche oder gibt es anderes, was für Sie vielleicht bedeutender ist?

Manchmal, nicht nur zur Weihnachtszeit, erfüllen sich Wünsche im Kleinen, im Verborgenen. Wenn Mann/Frau diese wahrnimmt, ist das Staunen und die Freude darüber riesengroß. So ist es mir jedenfalls in diesem Jahr ergangen. Ich wünsche Ihnen, dass Sie ebenfalls Ihre Wünsche-Erfüllung entdecken konnten.

Für den literarischen Weihnachtsgruß 2017 sind mir viele ausgefallene Texte begegnet. Die Auswahl ist mir nicht leicht gefallen. Mit einigen Fotos mögen Sie dazu beitragen, Ihr Weihnachten ein wenig zu bereichern.

Fischbach im Taunus – Foto: Gerd Taron

Die größten Geschenke sind oft die,
die von alleine in dein Leben kommen.
Ich wünsche dir viele Geschenke
und große Freude beim Auspacken.
Ich wünsche dir offene Augen.
Einen Blick auf das Gute, das dir begegnet
und ein wenig Muße
um auf alles Schöne zu blicken,
dass du in der Vergangenheit
in deinem Leben geschenkt bekommen hast.
Und dass du erkennst,
welches Geschenk das Leben selbst ist ღ♥
Luc de Clapiers Vauvennargues

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Weihnachtskrippe am Rettershof im Taunus – Foto: Gerd Taron

Tiefer sehen

Das Unbeträchtliche wieder betrachten,
dem hilflos Kleinen eine Chance geben,
das Unscheinbare leuchten lassen,
dem Machtlosen die Stärke ansehen,
das Niedrige hoch achten
und an die Veränderung glauben,
das ist Weihnachten,
damals und heute

Ulrich Schaffer

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Ich schenk‘ dir einen Regenbogen – Das Regenbogenlied

Ich schenk‘ dir einen Regenbogen rot und gelb und blau.
Ich wünsch‘ dir was! Was ist denn das?
Du weißt es doch genau.

Ich schenk‘ dir hundert Seifenblasen, die spiegeln mein Gesicht.
Ich wünsch‘ dir was! Was ist denn das?
Nein ich verrat’s dir nicht!

Ich schenk‘ dir eine weiße Wolke hoch am Himmel dort.
Ich wünsch‘ dir was! Was ist denn das?
Es ist ein Zauberwort.

Ich schenk‘ dir einen Kieselstein, den ich am Wege fand.
Ich wünsch‘ dir was! Was ist denn das?
Ich schreib’s in deine Hand.

Ich schenk‘ dir einen Luftballon, er schwebt ganz leicht empor.
Ich wünsch‘ dir was! Was ist denn das?
Ich sag’s dir leis ins Ohr.

Ich schenk‘ dir einen Kuchenherz, drauf steht: Ich mag dich so!
Ich wünsch‘ dir was! Was ist denn das?
Jetzt weißt du’s sowieso!
Tara G. Zintel

Foto: Gerd Taron

Blindenhund meiner Seele
wo ist Weihnachten?

Mein stummer Versuch
inmitten des Weihnachtsgetöses
beim tröstenden Glühwein
meine hungernde Seele zu laben
scheitert, schmeckt unzureichend,
wirkt an der Oberfläche.
Wenigstens Geselligkeit.

Blindenhund der Seele
wo ist Weihnachten?

Verkaufsstände, Glühwein, Menge,
grellbunt, laut und Essensduft.
Ist das alles?
Ist Weihnachten nicht mehr?
Hinter der Romantikkulisse
das Ersehnte zerplatzt?

Ich bin zu alt für zerplatzte Klischees
X-Mas und Weihnachtsgetöse.
Ich will wirklich Weihnachten!
Ich will das Christkind treffen.
Ich will Weihe – und Nacht – und
Geheimnis!

Und da, ganz plötzlich,
hell und warm:
geliebt und geborgen sein,
von innen,
weil du ruhig bist und suchst
und die Sehnsucht dich quält.
Da kommt die Antwort
tief innen aus dir:

Da bin ich,
ich rufe nach dir.
Immer.
Ich bin ein Ungläubiger,
ein Glaubender,
ein Kind, ein Mann, eine Frau.

Ich bin in aller Welt.
Ich wohne tief innen
in jedem, in allem.

Schau in meine Augen,
schenke mir deine Liebe!
Dein Stall ist so dunkel,
aber deine Sehnsucht ist hell.
Ich bin dir vertraut, ein Fremder,
vielleicht ein Flüchtling,
zurzeit unterwegs wie damals.
Flüchtet nicht jeder gerne
in liebende Arme?

Mein Blindenhund sag:
Wer spricht da zu mir?
Ist das Gott?
Wo ist eigentlich Gott?

Ganz einfach:
Überall, wo wirkliche Liebe ist.
Und da ist auch Weihnachten.

© Lissy Theissen 2015-17

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Foto: Gerd Taron

Ich wünsche dir
einen Sonnenstrahl auf deiner Nase,
der dich kitzelt und dich zum Schmunzeln bringt…
ein Lebewesen, das dir mit Zuneigung entgegenkommt,
dich mit Gefühlen verwöhnt
und dein Herz erwärmt…
Begegnungen, die dich einfach nur erfreuen,
dir hilfreich sind, dich weiter-
und zum Lachen bringen…
Ideen, wie aus deinen Träumen
bald positive Wirklichkeit wird.

(Anne M. Pützer)

Wegeskreuzung am Rettershof im Taunus – Foto: Gerd Taron

Wunsch

Er träumt
eine Wolke
hinter den Wolken zu sein,
eine Quelle hinter den Quellen,
ein Stern hinter den Sternen,
eine Träne hinter den Tränen,
ein Weg hinter den Wegen,
eine Sprache hinter den Sprachen.
Er träumt
eine Frage zu sein
hinter den Fragen.
Fuad Rifka
Ich wünsche allen Lesern ein geruhsames Weihnachtsfest mit vielen erfüllten Wünschen.

Ihr/Euer
Gerd Taron

PS: Eine wunderschöne Weihnachtsgeschichte „Beschwipste (Vor-) Weih nachten einer lieben Freundin, Sonja von Saldern, finden Sie unter

https://gerdtaronantiquariat.wordpress.com/2017/12/21/beschwipste-vor-weihnachten/

Beschwipste (Vor-) Weihnachten

Beschwipste (Vor-) Weihnachten

„Schon wieder stehen meine beiden Frauchen in der Küche,“ denkt Sir Lockhard genannt Locke. Locke ist ein weißer Tibet Terrier und der einzige Mann im Haus.

Seine beiden Frauchen Ella und die 15 jährige Tochter Madeleine hat er gern um sich, am Liebsten kuschelnd auf dem Sofa. Wenn sie ihn vernachlässigen, um zu kochen gefällt ihm das gar nicht- außer für ihn fällt etwas zu essen ab.

Es ist Vorweihnachtszeit. „Überall riecht es nach Keksen, überall wird gebacken,“ siniert Locke in seinem Körbchen ssitzend- „ nur bei uns nicht! Wasti der Nachbardackel durfte sogar Keksteig kosten und Crissy, die arrogante Pudeldame von oben hat einen eigenen Adventskalender mit Keksen für jeden Tag vor Weihnachten. Und ich?“
Beleidigt verlässt Locke die Küche und begibt sich ins Wohnzimmer auf sein Kissen.

Auf dem nahbaren Wohnzimmertisch steht ein silberner Schwan mit dekorativ drapierten braunen Kugeln.

Kaum hat er es sich richtig bequem gemacht kammt das junge Frauchen Madeleine mit einer Schüssel ins Wohnzimmer und sagte : „Was guckst du denn so traurig – bald ist Weihnachten. Alle freuen sich auf Geschenke und gutes Essen.“ “Paah, was für ein Pech, dass ich nicht reden kann. Weihnachten – Geschenke, Essen. Alles für die Anderen und nichts für mich, denn ich bin nur ein Hund,“ denkt er grimmig.
Madeleine geht zum Wohnzimmertisch und fügt zu den braunen Kugeln schwarze Kugeln hinzu, so dass der Schwan voll beladen ist . Bevor Madeleine das Wohnzimmer wieder verlläßt krault sie Locke hinter den Ohren, um ihn mit der Welt zu versöhnen. Sir Lockhard ist und bleibt unversöhnlich:“Ich will auch was von Weihnachten haben. Die Kugeln da drüben sehen zwar nicht wirklich appetitlich aus, aber wenn das keine Kekse sind was ist es dann…?“ fragt er sich und pirscht sich an den Tisch heran.

Geschickt angelt er sich mit der Pfote eine schwarze Kugel und beißt zu: „Mmm, besser als Hundekekse“, muss er anerkennend zugeben und greift erneut zu. Der Schwan schwankt, bleibt aber stehen. Einige Kugeln purzeln auf den Teppich…

Unterdessen sind Madeleine und ihre Mutter in der Küche zu Gange. Beide Frauen staunen nicht schlecht, als Locke torkelnd die Küche betritt und schlapp in sein Körbchen fällt. „Locke, was ist los, bist du krank?“ fragt Madeleine besorgt.
Der Hund schnarcht glücklich vor sich hin und schläft den Schlaf des gerechten Diebes.

Mutter Ella geht ins Wohnzimmer, weil das Handy klingelt. Kurz darauf bricht das ältere Frauchen in schallendes Gelächter aus, das auch anhält, als sie wieder in die Küche kommt: „Unser Hund ist nicht krank sondern beschwipst,“ erklärt sie immer noch prustend vor lachen. „In den Schokotrüffeln ist ordentlich Alkohol drin, jedenfalls ordentlich für einen kleinen Hund – Amaretto und Cognac.“ Madeleine stimmt in das Gelächter mit ein, aber auch dieser Lärm kann den beschwipsten Hund nicht aus dem Schlaf reißen.

( Im Angedenken an unseren Hund Perringten von Saldern I und letzte, der biblische 16 Hundejahre erleben durfte)

Sonja von Saldern

Grundrezept „Schwipstrüffel mit Zimt

Portionsgröße, für 30-40 Stück,Schwierigkeitsgrad:leicht ,
Zeit: 60 bis 90 min Zubereitung

300 g
Vollmilchschokolade
100 g
Sahne
½ TL Zimtpulver
50 g
weiche Butter

3cl Amaretto( ca. 3 Teelöffel, nicht mehr sonst wird die Masse nicht fest)

Zubereitung

• 1.
Für die Füllung die Vollmilchschokolade sehr klein schneiden. Die Sahne und die Zimtstangen in einen kleinen Topf geben. Sahne bei starker Hitze zum Kochen bringen und 1 Min. kochen lassen. Den Topf von der Herdplatte ziehen und den Zimt 3 Min. in der Sahne ziehen lassen.
• 2.
Die gehackte Vollmilchschokolade in die Sahne geben und in wenigen Zügen glatt rühren, bis sie sich aufgelöst hat. Diese Ganache mit Klarsichtfolie abdecken und bei Zimmertemperatur ca. 12 Stunden ruhen lassen.
• 3.
Die Ganache mit einem Schneebesen kräftig aufschlagen und dabei nach und nach die weiche Butter untermischen. Amaretto ebenfalls untermischen.
• 4.
Kakaopulver gemischt mit Zimt ( 1 Teelöffel) bereitstellen. Mit einem Teelöffel ein Stück der Schokomasse abtrennen und mit den Händen eine Kugel formen. Kugel im Kakaupulver wenden bis alles bedeckt ist.
• 5 Schokotrüffel in ein Patisserie Pralinenförmchen geben und in einer Schale geben.
Abwandlung: Statt der Vollmilchkuvertüre kann auch Zartbitterschokolade verwendet werden. Cognac als Zusatz eignet sich besonders gut. Gewendet werden diese dunklen Schokotrüffel in Schokoflocken oder Schokostreuseln.
In dekorative Dosen verpackt eignen sich Trüffel besonders gut als Geschenk!

Kerzenlicht – Literarischer Wochenendgruß vom 15.12.17

Kerzenlicht – Literarischer Wochenendgruß vom 15.12.17

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

in unserer Weihnachtszeit kommt der Kerze eine besondere Bedeutung zu. Ihr Schein erfreut unser Herz und wärmt unsere Seelen. Sie gibt eine besondere Atmosphäre.in der kalten Jahreszeit.

Die Kerze

Jetzt habt ihr mich entzündet und schaut in mein Licht. Ihr freut euch an meiner Helligkeit, an der Wärme, die ich spende. Und ich freue mich, dass ich für euch brennen darf. Wäre dem nicht so, läge ich vielleicht irgendwo in einem alten Karton – sinnlos, nutzlos. Sinn bekomme ich erst dadurch, dass ich brenne.
Aber je länger ich brenne, desto kürzer werde ich. Ich weiß, es gibt immer beide Möglichkeiten für mich: Entweder bleibe ich im Karton – unangerührt, vergessen, im Dunkeln – oder aber ich brenne, werde kürzer, gebe alles her, was ich habe, zugunsten des Lichtes und der Wärme. Somit führe ich mein eigenes Ende herbei.

Und doch, ich finde es schöner und sinnvoller, etwas herzugeben zu dürfen, als kalt zu bleiben und im düsteren Karton zu liegen….
Schaut, so ist es auch mit euch Menschen!

Entweder ihr zieht euch zurück, bleibt für euch – und es bleibt kalt und leer-, oder ihr geht auf die Menschen zu und schenkt ihnen von eurer Wärme und Liebe, dann erhält euer Leben Sinn. Aber dafür müsst ihr etwas in euch selbst hergeben, etwas von eurer Freude, von eurer Herzlichkeit, von eurem Lachen, vielleicht auch von eurer Traurigkeit.

Ich meine, nur wer sich verschenkt, wird reicher. Nur wer andere froh macht, wird selbst froh. Je mehr ihr für andere brennt, um so heller wird es in euch selbst. Ich glaube, bei vielen Menschen ist es nur deswegen düster, weil sie sich scheuen, anderen ein Licht zu sein. Ein einziges Licht, das brennt, ist mehr wert als alle Dunkelheit der Welt.

Also, lasst euch ein wenig Mut machen von mir, einer winzigen, kleinen Kerze.»

Autor unbekannt

Jedes Lächeln ist wie ein Kerzenlicht:
Es kann viele Kerzen entzünden,
ohne dass sein eigenes Licht schwächer wird.
Möge dir jeder ein Lächeln schenken,
denn das Lächeln ist der Funke,
der in uns die Flamme
der Lebensfreude entzünden kann

[© Christina Welker]

An der Wand einer kleinen Kirche in den Pyrenäen steht geschrieben: »Herr, möge diese Kerze, die ich eben angezündet habe, Licht verbreiten und mich in meinen Entscheidungen und Schwierigkeiten erleuchten. Möge sie das Feuer sein, mit dem Du in mir Egoismus, Stolz und Unreinheiten verbrennst. Möge sie die Flamme sein, mit der Du mein Herz erwärmst und mich lieben lehrst. Hilf mir, mein Gebet auf mein Handeln an diesem Tag auszudehnen. Amen.« “

Paulo Coelho

Foto: Gabi Schmitt

Es war einmal ein kleiner Baumwollfaden, der hatte Angst, dass es nicht
ausreicht, so, wie er war: „Für ein Schiffstau bin ich viel zu schwach“,
sagte er sich, „und für einen Pullover zu kurz.
An andere anzuknüpfen, habe ich viel zu viele Hemmungen. Für eine Stickerei
eigne ich mich auch nicht, dazu bin ich zu blass und farblos.Ja, wenn ich
aus Lurex wäre, dann könnte ich eine Stola verzieren oder ein Kleid.
Aber so?! Es reicht nicht! Was kann ich schon? Niemand braucht mich. Niemand
mag mich – und ich mich selbst am wenigsten.“
So sprach der kleine Baumwollfaden, legte traurige Musik auf und fühlte sich
ganz niedergeschlagen in seinem Selbstmitleid.
Da klopfte ein Klümpchen Wachs an seine Tür und sagte: „Lass dich doch nicht
so hängen, du Baumwollfaden. Ich hab‘ da so eine Idee: Wir beide tun uns
zusammen. Für eine Osterkerze bist du zwar als Docht zu kurz und ich hab‘
dafür nicht genug Wachs, aber für ein Teelicht reicht es allemal. Es ist
doch viel besser, ein kleines Licht anzuzünden, als immer nur über die
Dunkelheit zu jammern!“
Da war der kleine Baumwollfaden ganz glücklich, tat sich mit dem Klümpchen
Wachs zusammen und sagte: „Nun hat mein Dasein doch einen Sinn.“
Und wer weiß, vielleicht gibt es in der Welt noch mehr kurze Baumwollfäden
und kleine Wachsklümpchen, die sich zusammentun könnten, um der Welt zu
leuchten?!

Autor unbekannt

So ist das Wesentliche einer Kerze nicht das Wachs,
das seine Spuren hinterläßt, sondern das Licht…

– Antoine de Saint-Exupéry, Die Stadt in der Wüste

Foto: Patricia Joyner

Ich möchte lernen,
wie es einer Kerze gelingt,
mit einer kleinen Flamme
die abgrundtiefe Finsternis
eines Raumes zu durchbrechen

wie es ein Lachen anstellt,
mit einem einzigen Ton
die meterdicke Mauer
des Schweigens zu überwinden

wie es ein Windhauch schafft,
mit einem winzigen Stoß
das Blatt zu wenden

wie es das Feuer anfängt,
mit einem glimmenden Funken
ein Pulverfass zu entzünden

wie es ein Glas bewirkt,
mit einer farbigen Scherbe
die Welt zu verzaubern

Ich möchte lernen,
wie wirksam und wie wertvoll
die unbeachteten und unscheinbaren Dinge meines Lebens sind,
und möchte gern ihr Schüler werden.

Detlef und Jürgen Kuhn-

Foto: Beate Loraine Bauer

Es gibt immer irgendwo einen Menschen,
der im Dunkeln geht und ein Licht sucht.
Trag also ein Licht in deinen Händen,
auch wenn du dich vielleicht verzehrst dabei.

Es ist besser
als eine Kerze zu sein,
die niemals gebrannt hat.

Trude Attwenger

Foto: Angelika Quast-Fischer

Segen sei mit dir,
der Segen strahlenden Lichtes,
Licht um dich her
und innen in deinem Herzen,
Sonnenschein leuchte dir
und erwärme dein Herz,
bis es zu blühen beginnt
wie ein großes Torffeuer,
und der Fremde tritt näher,
um sich daran zu wärmen.
Aus deinen Augen strahle
gesegnetes Licht,
wie zwei Kerzen
in den Fenstern eines Hauses,
die den Wanderer locken,
Schutz zu suchen dort drinnen
vor der stürmischen Nacht.
Wen du auch triffst,
wenn du über die Straße gehst,
ein freundlicher Blick von dir
möge ihn treffen.

Altirischer Segenswunsch

Möge die Kerze Ihnen und Ihren Mitmenschen an diesem 3. Adventwochenende das Herz erhellen.

Ihr/Euer

Gerd Taron

Einer wird gewinnen – Literarischer Wochenendgruß vom 08.12.17

Einer wird gewinnen – Literarischer Wochenendgruß vom 08.12.17

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,

einige kennen sicher noch die Kult-Fernsehsendung „Einer wird gewinnen“ mit Hans-Joachim Kulenkampff. Daran wurde ich erinnert, wenn ich in dieser Adventszeit die Medien betrachte. Wenn ich die Zeitung aufschlage, meine E-Mails abrufe, in den sozialen Medien unterwegs bin – überall „locken“ mich Gewinnspiele jeder Art. Von Traumreisen, Autos oder in etwas in kleinerem Rahmen Bücher von bekannten oder unbekannteren Autoren: Ich kann gewinnen. Kann ich das wirklich? Warum ist das „Gewinnen-wollen“ in der Weihnachtszeit besonders begehrt?

Ich nehme mit besonderen Ausnahmen bei wohltätigen Zwecken an keinem Gewinnspiel teil. Möglicherweise bin ich kein Spieler, weil das Leben mir als Spiel ausreicht. Man weiß nie, was einem im nächsten Moment erwartet.

Es sind etwas ungewöhnliche Gedanken in dieser Adventszeit, die mich in den letzten Tagen zu diesem Wochenendgruß anregten.

Foto: K.-H. Fischer

Es ist eine große Torheit, um «nach außen» zu gewinnen, «nach innen» zu verlieren, das heißt für Glanz, Prunk, Titel und Ehre, seine Ruhe, Muße und Unabhängigkeit ganz oder großenteils hinzugeben…..

Arthur Schopenhauer

Foto: Gerd Taron

Es ist alles nur geliehen,
hier auf dieser schönen Welt;
es ist alles nur geliehen,
aller Reichtum, alles Geld;
es ist alles nur geliehen,
jede Stunde voller Glück,
musst Du eines Tages gehen,
lässt Du alles hier zurück.
Man sieht tausend schöne Dinge,
und man wünscht sich dies und das;
nur was gut ist und was teuer
macht den Menschen sehr oft Spaß.
Jeder möchte mehr besitzen,
zahlt er auch sehr viel dafür,
keinem kann es etwas nützen;
es bleibt alles einmal hier.
Jeder hat oft das Bestreben,
etwas Besseres zu sein,
schafft und rafft das ganze Leben,
doch was bringt es ihm schon ein?
Alle Güter dieser Erde,
die das Schicksal Dir verehrt,
sind Dir nur auf Zeit gegeben
und auf Dauer gar nichts wert.
Darum lebt doch Euer Leben,
freut Euch neu auf jeden Tag,
wer weiß auf unsrer Erdenkugel,
was der Morgen bringen mag?
Freut Euch auch an kleinen Dingen,
nicht nur an Besitz und Geld,
es ist alles nur geliehen,
hier auf dieser schönen Welt.

(Max Feigenwinter)

Foto: Gerd Taron

Wahrer Reichtum liegt nicht in den Dingen, die ich besitze, sondern in den Momenten, die mich berühren.
(Roswitha Bloch)

Foto: Gerd Taron

Wenn…

Wenn wir ihn nicht mehr seh´n,
den Reichtum dieser Welt,
die Blume auf der Wiese,
den Stern am Himmelszelt,
wenn Reichtum nur noch Geld heisst,
nur Haben und nur Macht,
wenn Kinderaugenlachen uns nicht mehr
glücklich macht,
wenn Glaube – Hoffnung – Liebe
für uns nur Worte sind,
wenn wir das Herz verschliessen
und sind für vieles blind,
dann hat die Zeit begonnen,
wir haben verlernt zu lachen,
dann müssen unsre Engel
wohl Überstunden machen!

© Maria Kindermann

Foto: Gerd Taron – Ein kleiner Junge beim Schneemann-Bauen beim Fischbacher Weihnachtsmarkt am vergangenen Sonntag – unbeschwert und fröhlich bei seinem Tun

In letzter Konsequenz
Menschen sind oft unvernünftig, unlogisch und ichbezogen.
Vergeben Sie ihnen trotzdem.
Wenn Sie freundlich sind, kann es sein, dass andere Ihnen eigennützige
Motive und Hintergedanken vorwerfen.
Seien Sie trotzdem freundlich.
Wenn Sie erfolgreich sind, gewinnen Sie vielleicht ein paar falsche Freunde
und ein paar echte Feinde.
Seien Sie trotzdem erfolgreich.
Wenn Sie ehrlich und offen sind, kann es sein, dass man Sie übers Ohr haut.
Seien Sie trotzdem offen und ehrlich.
Was Sie jahrelang aufgebaut haben, kann ein anderer über Nacht zerstören.
Bauen Sie es trotzdem auf.
Wenn Sie gelassen und glücklich sind, kann es sein, dass andere
eifersüchtig sind.
Seien Sie trotzdem glücklich.
Das Gute, das Sie heute tun, werden die Leute morgen oft vergessen haben.
Tun Sie trotzdem Gutes.
Geben Sie der Welt das Beste, das Sie haben, auch wenn es nie genug sein wird.
Geben Sie der Welt trotzdem ihr Bestes.
Letztendlich ist dann alles eine Angelegenheit zwischen Ihnen und Gott.
Sowieso war es nie eine Angelegenheit zwischen Ihnen und den Anderen.

Mutter Theresa

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie einen ruhigen und entspannten 2. Advent.

Ihr/Euer

Gerd Taron

PS: Beim nächsten literarischen Wochenendgruß wird die Kerze im Mittelpunkt stehen. Wer schöne Kerzen-Fotos hat, möge sie mir zusenden.

Licht in meinem Leben – Literarischer Wochenendgruß vom 01.12.17

Licht in meinem Leben – Literarischer Wochenendgruß vom 01.12.17

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

am kommenden Wochenende feiern wir den 1. Advent. Überall in den Orten, in den Häusern und in den Gärten und anderswo erstrahlen die vielfältigen Lichter. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Was bringt Licht in Ihrem Leben? Sind es die Familie, liebe Freunde, Nachbarn oder andre liebe Mitmenschen? Haben Sie trotz aller Hektik, die jetzt anbricht, Zeit die kleinen Lichter in Ihrem Leben zu sehen? Was bedeutet für Sie persönlich Advent?

Ich freue mich auf viele lichtvolle Begegnungen, nicht nur beim kommenden Fischbache Weihnachtsmarkt, sondern und vor allem in der Zeit danach. Und Sie?

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Foto: Gerd Taron

Wann fängt Weihnachten an?
Wenn der Schwache
dem Starken die Schwäche vergibt,
wenn der Starke
die Kräfte des Schwachen liebt,
wenn der Habewas
mit dem Habenichts teilt,
wenn der Laute
bei dem Stummen verweilt
und begreift,
was der Stumme ihm sagen will,
wenn das Leise
laut wird
und das Laute
still,
wenn das Bedeutungsvolle
bedeutungslos,
das scheinbar Unwichtige
wichtig und groß,
wenn mitten im Dunkel
ein winziges Licht
Geborgenheit,
helles Leben verspricht,
und du zögerst nicht,
sondern du
gehst,
so wie du bist,
drauf zu,
dann,
ja, dann
fängt Weihnachten an.

(Rolf Krenzer)

Foto: Gerd Taron
Manchmal
ein helles Wort,
das die Müdigkeit
vertreibt,
manchmal
eine helfende Hand,
die den Himmel
erschließt,
manchmal
ein Licht,
das ins Herz fällt.
Es ist allein die Liebe,
die das Leben
verwandelt.

(Christa Spilling-Nöker)

Touching Light – Bild: Lissy Theissen

Menschen, die uns lieben, werden für uns zu einem Licht. Licht bedeutet Leben, Heil, Glück, Hoffnung, strahlender Schönheit. Es vertreibt Finsternis, die Angst machen kann, und ordnet das Chaos, das wir mit dem Dunkel verbinden.

Anselm Grün

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Foto: Gerd Taron

Und manchmal sehe ich Menschen
mit jenem sanften Leuchten im Gesicht.
Sie strahlen eine Ruhe aus, die nicht von dieser Welt
und zugleich völlig geerdet ist.
Es ist, als hätte das Leben sie so sehr geschliffen,
dass ihre pure Essenz, ihr wahres Sein
sich in ihrem Ausdruck zeigen darf.
Es sind Menschen, die um tiefes Leid wissen
und in ihrer Hingabe an das, was ist
eine Stille finden, die noch viel tiefer reicht.
Eine Stille, die als lebendiges Licht
aus ihrem Innersten erstrahlt.

Worte: © Béatrice Tanner

Foto: Christina Eretier

Menschen führen Menschen zum Licht, zu einem neuen Lebensstil: Menschen, die sich befreien lassen von Habsucht und Hass. Menschen, die nicht länger an Gewehrläufe glauben. Menschen, die mit wenig zufrieden sind und Zeit für Dinge haben, die kein Geld bringen. Menschen, die keinen Palast brauchen, um prächtig zu leben, und kein dickes Portemonnaie, um gemeinsam Feste zu feiern. Menschen, die Blumen sehen, die Vögel zwitschern hören, die wie ein Kind spielen und in einem Sessel einschlafen können. Liebe Menschen mit viel Licht in Häusern, in Dörfern und Städten.

© Phil Bosmans (1922 – 2012),
belgischer Ordenspriester,
Telefonseelsorger und Schriftsteller,
›der moderne Franziskus

Foto: Gerd Taron

Heute möge dir ein Lichtblick
des Himmels so tief in die
Abgründe deines Herzens
fallen, dass es darin heller,
freundlicher und wärmer wird.
Heute möge dir der Augenblick
eines einzigen freundlichen
Lächelns so gut tun in der Seele,
dass ihr dadurch Flügel wachsen,
die dir neue Spannkraft verleihen.
Heute möge dir ein herzlicher Gruß
so wohltuend in den Ohren klingen,
dass er die Schwere in dir auflöst
und dich staunen lässt über so viel
Wunderbares in deinem Leben.

Paul Weismantel

Foto: Gerd Taron

Mögest du dich berühren lassen von der Schönheit,
die dich umgibt, und den Mut haben,
deiner inneren Stimme zu folgen.
Mögest du beschützt sein auf deinem Weg,
und mit offenem Herzen die Momente des Glücks erkennen,
die das Leben dir schenkt.
Möge Dankbarkeit ein innerer Zustand werden
und das Staunen über das Wunder des Lebens
dein Begleiter sein – kindliche Neugier,
verspielte Leichtigkeit und warmes Lachen.
Mögest du innehalten, dann und wann,
und dich freuen an den Bergen die du erklommen hast,
den Tälern, durch die du gewandelt bist, im Wissen,
wie gross deine innere Kraft ist.
Mögest du die Macht und das Wunder der Hingabe erleben,
und dir deiner Würde bewusst sein, immer mehr.
Möge Licht dich begleiten und Menschen, die dir die Hand reichen,
wenn die Schatten dich besuchen.
Mögest du die Liebe fühlen, die du bist.

Béatrice Tanner

Ich wünsche Ihnen ein erstes Adventwochenende mit vielen wundervollen Lichtern.

Ihr/Euer

Gerd Taron

PS: Vielleicht begegnen wir uns am Wochenende an meiner literarischen Weihnachtshütte beim Fischbacher Weihnachtsmarkt, am Samstag, 02.12. von 15 – 22 Uhr, am Sonntag von 11 – 21 Uhr.