Und es ist Sommer – Literarischer Wochenendgruß vom 29.06.18

Und es ist Sommer – Literarischer Wochenendgruß vom 29.06.18

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

in Hessen und anderen Bundesländern haben die Sommerferien begonnen. Nicht nur für Schüler und Lehrer ist es die wohl schönste Zeit des Jahres. Endlich sind keine Pflichten, wie zum Beispiel Hausaufgaben, zu erfüllen. Freie Zeit, die jeder für sich nutzen kann, wie es ihm beliebt.

Die Sonne zeigt sich derzeit in unseren Breitengraden von ihrer besten Seite.. Die Texte dieser Sommer-Ausgabe wurden beim literarischen Sommer-Spaziergang am vergangenen Sonntag rund um den Rettershof präsentiert.

Foto: Gerd Taron

In prächtigen Farben
naht wieder der Sommer.
Der Wind spielt
lächelnd im Haar,
streicht über die Felder,
liebkost deine Wangen.
Du weinst,
weil so schön
es einst war …
In prächtigen Farben
naht wieder der Sommer,
schenkt Blumen
und Wärme und Licht;
Erinnerung wandert
durch Tannenwälder,
die hohen Bäume
sie warten auf
auf dich …
Im Sommer kannst einmal noch
Hitze atmen,
die Liebe, das Sein
und den Tod;
in Farben und Flammen
schlägt alles zusammen –
an diesen Tagen
in Rot.

(Ingrid Streicher)

Foto: Gerd Taron

Soll ich denn einen Sommertag dich nennen,
dich, der an Herrlichkeit die überglänzt?
Dem Mai will Sturm die Blütenpracht nicht gönnen,
und Sommers Herrschaft ist so eng begrenzt.
Oft leuchten seines Blickes Feuerfarben,
doch bald auch hört das goldne Glänzen auf,
bis seine allerletzten Spuren starben
in Wechsel und natürlichem Verlauf.
Dir aber soll der Sommer niemals scheiden,
die Zeit sei fern, dass Schönheit dir verdirbt.
Des Todes gier`ger Blick weiß ich zu meiden:
mein Wort verhütet, dass dein Wesen stirbt.
Solange Ohren hören, Augen sehn,
besteht mein Lied, wirst du im Lied bestehn!
Karl Kraus, Nachdichtung des 18. Sonetts von Shakespeare

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Sommer

Weißt du, wie der Sommer riecht?
Nach Birnen und nach Nelken,
nach Äpfeln und Vergißmeinnicht,
die in der Sonne welken,
nach heißem Sand und kühlem See
und nassen Badehosen,
nach Wasserball und Sonnenkrem,
nach Straßenstaub und Rosen.
Weißt du, wie der Sommer schmeckt?
Nach gelben Aprikosen
und Walderdbeeren, halb versteckt
zwischen Gras und Moosen,
nach Himbeereis, Vanilleeis
und Eis aus Schokolade,
nach Sauerklee vom Wiesenrand
und Brauselimonade.
Weißt du, wie der Sommer klingt?
Nach einer Flötenweise,
die durch die Mittagsstille dringt,
ein Vogel zwitschert leise,
dumpf fällt ein Apfel in das Gras,
der Wind rauscht in den Bäumen,
ein Kind lacht hell, dann schweigt es schnell
und möchte lieber träumen.

Ilse Kleberger

Sommergäste

Kohlweißling flattert durch den Garten,
sucht sich die schönste Blüte aus.
Die Rose lädt ihn freundlich ein,
bald setzt er sich zum süßen Schmaus.
Die Hummeln summen im Lavendel,
dem fremden Gast vom Mittelmeer,
von seinem Duft bald schläfrig trunken,
den Pelz vom Blütenstaube schwer.
Sie lieben auch die Anemonen,
die stolz den Kopf nach oben recken
und ihre rosaroten Blüten
der Sonne froh entgegen strecken.
Die Bienen tun’s den Hummeln gleich
und sammeln fleißig Nektar ein.
Die Ringelblumen bitten herzlich,
bei ihnen auch zu Gast zu sein.
Selbst Löwenmaul und Margueriten,
die ersten Dahlien, gelb und rot,
bewirten gern die Sommergäste.
So leidet niemand derzeit Not.
Es summt und brummt in unserm Garten,
die Amsel zwitschert froh ihr Lied,
das wie die kleine weiße Wolke
am Himmel schnell von dannen zieht.

© Christa Kluge

Foto: Gerd Taron

Sommerpoesie …

Sattes Grün tränkt meine Augen
in einem See von Leben Pur
darf genüsslich Frieden saugen
an dem Busen der Natur
Herz und Seele sind verbunden
tanzen, singen, jubilieren
drehen fröhlich ihre Runden
bis sie sich im Rausch verlieren
Höre Nachtigall und Meise
Lieder voller Harmonie
führen mich auf meiner Reise
durch die Sommerpoesie
Leise flüsternd hör ich´s rauschen
aus des Blätter-Kronen-Kleid
gib mich hin, dem Klang zu lauschen
löse mich aus Raum und Zeit
Sonnenlicht küsst meine Seele
Sommerwind streift meinen Geist
bis dass nichts mehr meinem Wohlsein fehle
und mir meinen Weg des Daseins weist

Cäcilia Wentker

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Wie freu‘ ich mich der Sommerwonne!
Wie freu‘ ich mich der Sommerwonne,
Des frischen Grüns in Feld und Wald,
Wenn’s lebt und webt im Glanz der Sonne
Und wenn’s von allen Zweigen schallt!
Ich möchte jedes Blümchen fragen:
Hast du nicht einen Gruß für mich?
Ich möchte jedem Vogel sagen:
Sing, Vöglein, sing und freue dich!
Die Welt ist mein, ich fühl es wieder:
Wer wollte sich nicht ihrer freu’n,
Wenn er durch frohe Frühlingslieder
Sich seine Jugend kann erneu’n?
Kein Sehnen zieht mich in die Ferne,
Kein Hoffen lohnet mich mit Schmerz;
Da wo ich bin, da bin ich gerne,
Denn meine Heimat ist mein Herz.

Hoffmann von Fallersleben

Foto: Gerd Taron

Sommergebet

Es prangen Granatäpfelranken im Garten
Und blühen so warm wie das Tagesverglühen.
Zypressen wie riesige Schattenstandarten
Beginnen im Garten die Nacht zu verfrühen.
Wir heben die Arme empor zu dem Brande,
Ich tauche wie nackt bis zum Herzen in Flammen.
Mein Wesen erschaut sich im Blütengewande:
Auch ich blute auf mit den Baumbräutigamen.
Du Sonne in Scharlach, mit purpurnen Schleppen,
Entfunkelst mir unter Granatäpfelranken.
Ich komme zu dir auf lebendigen Treppen,
Ich gleiche der Abende bebendem Danken.
Ich werde ein Wahn und sein Wallen in Wangen,
Ich bin des Granatapfels fieberndes Blühen,
Die Sprühwürmchen sollen ihr Funkeln empfangen,
Verkündet, entzündet sie, Brüder im Glühen!
Theodor Däubler (1876 – 1934)

Ein sonniges Sommerwochenende mit viel Sonnenschein wünscht Ihnen

Ihr/Euer

Gerd Taron

Advertisements

Mit anderen Augen sehen – Literarischer Wochenendgruß vom 22.06.18

Mit anderen Augen sehen – Literarischer Wochenendgruß vom 22.06.18

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

jeder der gesunde Augen hat, möge sich darüber freuen, dass er alles scharf sehen kann. Ob das auch im übertragenen Sinne gilt, ist eine andere Angelegenheit.

Menschen, die andere, kranke Augen haben, sehen dafür anderes viel schärfer als der Gesunde. Sie haben gelernt, mit der Krankheit zu leben. Es ist immer wieder beeindruckend wie sie zum Beispiel trotz der „Behinderung“, wunderbare Fotos zustande bringen.

In den vergangenen Tagen habe ich leider auch die Erfahrung erleben müssen, dass einige die mit gesunden Augen leben, kein Verständnis für Menschen mit kranken Augen aufbringen. Da begegnet einem manchmal ein Satz wie „Das müssen Sie doch sehen.“

Im übertragenen Sinne kann dies bedeuten, dass man auf diese Art diese Menschen mit einer solchen Einstellung von der negativen Seite plötzlich kennenlernt. Man sieht dann alles anders.

Dieser Wochenendgruß ist daher all denen gewidmet, die trotz aller Misslichkeiten mit sehenden Augen der Welt begegnen.

Hans Joerg Kampfenkel, der nur noch auf einem Auge sehen kann, hat diese wunderschönen Fotos zu diesem Wochenendgruß beigetragen.

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Augen sind die Tür zum Menschen,
können dich wärmen oder dich frieren lassen,
können eine Wand sein
oder dich ganz sanft umarmen
und die Tür öffnen zum Herzen

Engelbert Schinkel

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Mit unseren Augen entdecken wir das Schöne,
doch nur mit unseren Herzen entdecken wir die Wunder.

© Paulo Coelho

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

..wenn Augen sprechen..
Augen sehen
was das Herz spürt,
doch der Verstand
nicht fühlt.

Augen sprechen,
Herzen fühlen
was sie empfinden,
doch der Verstand
nicht glauben will.

Augen weinen,
Herzen zerbrechen
wenn Worte weiter
den Verstand
manipulieren.

Augen strahlen,
Herzen lächeln,
wenn sich
die Sprache
der Liebe
mit dem Verstand
versteht.

Text: © Monika Heckh

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Deine Augen
sind das
Sprachrohr
Deiner Seele.
Sie erzählen
mir Deine Geschichten,
Geschichten
des Herzens
von Liebe,
von Trauer
und
Glück,
von Freude,
Kinderzeit
und
Lebensknick.
Deine Augen
kennen keine Lüge,
sie kennen alle Wege
und wissen,
wie es war.
Sie bitten um Hilfe,
sie danken mir
und
strafen mich,
wenn ich zu nah
Dir trete.
Doch schenken sie mir Vertrauen,
dann schenke mir
nur den einen
Augenblick
und
ich
erzähl
von Deinem
Leben.
-GABE-

Anja Schindler

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Wir haben verlernt, die Augen auf etwas ruhen zu lassen.
Deshalb erkennen wir so wenig….

Jean Giono

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Die Augen sind das Kostbarste, was ein Mensch besitzt und das Einzige, womit er nicht betrügen kann, sein Äußeres kann man beliebig verändern und bei jedem Wort hat man die Wahl zwischen Wahrheit und Lüge, aber Augen sind Fenster zum Innersten, und die Seele lügt nie, deshalb lass Dich nicht von einem perfekten Äußeren blenden, und auch nicht von den gebildetsten Worten verführen, sondern schütze Deine eigenen Augen, um in denen Deines Gegenübers lesen und erkennen zu können, ob es auch wirklich ehrlich zu Dir ist.

Quelle: facebook

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Das Grün der Wiesen ~ erfreue deine Augen.
Das Blau des Himmels ~ überstrahle deinen Kummer.
Die Sanftheit der kommenden Nacht ~
mache alle dunklen Gedanken unsichtbar!

Irischer Segenswunsch

Ich wünsche Ihnen, dass Sie durch dieses Wochenende mit besonders sehenden Augen gehen.

Ihr/Euer

Gerd Taron

Immer nur reden – Literarischer Wochenendgruß vom 15.06.18

Immer nur reden – Literarischer Wochenendgruß vom 15.06.18

Liebe interessierte Leser des literarischen Wochenendgrußes,

in den vergangenen Tagen hatte ich die Aufgabe bei einer Sitzung das Protokoll zu führen. Es wurde viel und lange geredet. Dies alles aufzunehmen und später zu dokumentieren ist nicht immer einfach. Es gibt andererseits immer wieder Menschen, die gerne und viel reden, vor allem über sich selbst – sei es aus Eitelkeit, Eigennutz oder Egoismus.

Das Thema „Reden“ habe ich erneut aufgenommen und dabei zwei Texte vom 09.03.18 erneut verwendet, weil sie so passend erscheinen.

Foto: Brina Stein

Meide jene, die viel reden, bevor sie handeln, jene, die niemals einen Schritt getan haben, ohne vorher sicher zu sein, dafür gelobt zu werden.
Halte dich vielmehr an jene, die dir, wenn du dich irrtest, niemals gesagt haben: ‘Ich hätte das anders gemacht.’ Denn wenn sie etwas nicht getan haben, können sie darüber auch kein Urteil fällen.
Paulo Coelho

Foto: Gisela Michaelis

Die weise Bank ☼
Ein Flüstern im Vorübergehen
drang in mein Ohr, sah sie da stehen
Ganz leise hörte ich sie reden:
Komm her, ich spreche nicht mit jedem!
Ich öffnete mich ihrem Plauschen
fühlte die Zeit vorüber rauschen
schon viele Menschen, auf ihr weilten
oder an ihr vorüber eilten
Sie hörte all ihre Geschichten
und konnte mir so viel berichten
von ihren Sorgen und den Nöten
und manches ließ sie auch erröten
Sie sah die Menschen, wie sie waren
und konnte vieles schon erfahren
über das Leben hier auf Erden
sie könnte glatt Psychiater werden!
Könnte sie sprechen, würd´ sie sagen:
Du kannst das Leid der Welt nicht tragen
Höre den Menschen einfach zu
sei mit ihnen in aller Ruh´
Gib keine Antwort ohne Fragen
lass sie sich selbst die Antwort sagen
denn sie alleine können wissen
wie sie ihr Leben leben müssen …
Cäcilia Wentker

Foto: Olaf Jahnke

Langeweile
Die dies nu gar nicht nötig haben
Die brauchen’s wohl am meisten
Reden mit Worten die sie nicht geschliffen haben
Von Philosophen die sie nicht begriffen haben
Reden von Bürden die sie nicht getragen haben
Und von den Wunden die sie nicht geschlagen haben
Reden vom Unrecht das sie nicht erlitten haben
Und von den Siegen die sie nicht erstritten haben
Revolutionen die sie nicht gezündet haben
Von Evangelien die sie nicht ergründet haben
Und schlafen ein mit einer Dose Langeweile
Und haben’s leicht und haben’s schwer
Und sind so voll und sind so leer
Die die noch nichts gesehen haben
Die sind die Meistgereisten
Reden von Liebe die sie nie genossen haben
Und von den Tränen die sie nie vergossen haben
Reden von Träumen die sie nie besessen haben
Verbot’nen Früchten die sie nie gegessen haben
Reden von Schlägen die sie nie empfangen haben
Und von den Sünden die sie nie begangen haben
Von den Passionen die sie nie empfunden haben
Von Horizonten die sie nie gefunden haben
Und schlafen ein mit einer Dose Langeweile
Und sind noch warm und sind schon kalt
Und sind noch jung und sind schon alt
Stephan Sulke

Foto: Gerd Taron

Weißt du, dass die Bäume reden?
Ja, sie reden.
Sie sprechen miteinander
und sie sprechen zu dir, wenn du zuhörst.
Aber die weißen Menschen hören nicht zu.
Sie haben es nie der Mühe wert gefunden,
uns Indianer anzuhören, und ich fürchte,
sie werden auch auf die anderen Stimmen
in der Natur nicht hören.
Ich selbst habe viel von den Bäumen erfahren:
manchmal etwas über das Wetter,
manchmal über Tiere,
manchmal über den Großen Geist…

( Tatanga Mani )

Foto: Gerd Taron

Wenn du mit einem Menschen vernünftig reden könntest,
aber es nicht tust, so hast du diesen Menschen verloren.
Wenn du mit einem Menschen nicht vernünftig reden kannst,
aber es trotzdem tust, so sind deine Worte verloren.
Der Verständige gibt aber weder einen Menschen verloren,
noch verschwendet er seine Worte.

Konfuzius

Foto: Gerd Taron

Reden können Viele.
Zeigen noch viel Mehr.
Wirklich Sehen
und Dasein
aber nur Wenige.
Text: © Monika Heckh

Foto: Brina Stein

Miteinander reden und lachen,
sich gegenseitig Gefälligkeiten erweisen,
zusammen schöne Bücher lesen,
sich necken dabei, aber auch sich Achtung erweisen,
mitunter auch streiten – ohne Hass,
so wie man es wohl einmal mit sich selbst tut,
manchmal in den Meinungen auseinander gehen
und damit die Eintracht würzen,
einander belehren und voneinander lernen,
die Abwesenden schmerzlich vermissen,
die Ankommenden freudig begrüßen –
lauter Zeichen der Liebe und Gegenliebe,
die aus dem Herzen kommen,
die sich äußern in Miene, Wort
und tausend freundlichen Gesten
und wie Zündstoff den Geist in Gemeinsamkeit entfalten,
so dass aus den Vielen eine Einheit wird.

(Hl. Augustinus)

Ich wünsche Ihnen ein Wochenende mit viel Zeit zum Reden und Schweigen.

Ihr/Euer

Gerd Taron

PS: Ein Hinweis in eigener Sache:

Am Samstag, 16.06.18 findet von 10 bis 16 Uhr in Kelkheim-Fischbach, Langstraße 30, auf Tarons Bücherterrasse ein Büchermarkt mit einer Erlebnis-Lesung von Connie Albers (ab 14 Uhr) statt. Dazu begleitet Andreina Bonanni mit ihrem Saxophon diese Veranstaltung musikalisch.

Tarons Bücherterrasse am 16.06.18 und Literarischer Sommer-Spaziergang am 24.06.18

Tarons Bücherterrasse am 16.06.18 und Literarischer Sommer-Spaziergang am 24.06.18

Liebe Interessierte der Veranstaltungen von Taron-Antiquariat,

mit der heutigen Information möchte ich Sie an zwei bevorstehende Veranstaltungen in den kommenden beiden Wochen erinnern.

Am Samstag, 16.06.2018 findet auf meiner Terrasse von 10 bis 16 Uhr ein Büchermarkt statt, wo Sie günstig Bücher für die Ferien bekommen können. Die beiden Autorinnen Connie Albers und Brina Stein laden ab 14 Uhr zu Erlebnis-Lesungen ein. Andreina Bonanni wird mit ihrem Saxophon diese Veranstaltung musikalisch begleiten.

Weitere Einzelheiten finden Sie untenstehend:

Samstag, 16.06.2018 von 10 bis 16 Uhr

Tarons Bücherterrasse in der Langstraße 30 in Kelkheim-Fischbach

An diesem Tag gibt es Gelegenheit, günstig Bücher für die Sommerferien zu erwerben.

Die Autorin Connie Albers (www.connie-albers.de)

präsentiert ihr Buch „Umarmt von deinem Engel“ und mehr ab 14 Uhr im Rahmen von Erlebnis-Lesungen.

Für die musikalische Unterhaltung sorgt Andreina Bonanni auf dem Saxophon.

Sie sind herzlich eingeladen zum Stöbern, Staunen, Schauen und Genießen! Für das leibliche Wohl halten wir erfrischenden hausgemachten Äppler und Knabberzeug bereit!

Sonntag, 24.06.2018 Beginn: 15 Uhr

Literarischer Sommer-Spaziergang rund um den Rettershof
In der Woche des Sommeranfangs präsentiert der Kelkheimer Antiquar Gerd Taron an verschiedenen Stationen rund um den Rettershof Geschichte und Gedichte rund um den Sommer.

Nach dem Spaziergang besteht die Möglichkeit, im Landgasthof „Zum fröhlichen Landmann“ zu verweilen.
Treffpunkt: Großer Parkplatz am Rettershof
Kostenbeitrag: 5 Euro

Ich freue mich auf ein Wiedersehen oder Kennenlernen

Ihr/Euer

Gerd Taron

Über den Wolken – Literarischer Wochenendgruß vom 08.06.18

Über den Wolken – Literarischer Wochenendgruß vom 08.06.18

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

bei meinen Spaziergängen ist es immer wieder für mich faszinierend die Wolken zu beobachten. Sie ziehen vorüber. Sie kommen von irgendwo und gleiten irgendwo hinein. Manchmal kann man bei genauerem Betrachten auch Figuren oder Symbole, wie z. B. ein Herz entdecken.

Dieser Wochenendgruß möge mit den wunderschönen Texten und Fotos ein kleiner Begleiter durch diese Zeit sein.

Foto: Gerd Taron

An die Wolken

Und immer wieder,
wenn ich mich müde gesehn
an der Menschen Gesichtern,
so vielen Spiegeln
unsäglicher Torheit,
hob ich das Aug
über die Häuser und Bäume
empor zu euch,
ihr ewigen Gedanken des Himmels.
Und eure Größe und Freiheit
erlöste mich immer wieder,
und ich dachte mit euch
über Länder und Meere hinweg
und hing mit euch
überm Abgrund Unendlichkeit
und zerging zuletzt
wie Dunst,
wenn ich ohn‘ Maßen
den Samen der Sterne
fliegen sah
über die Äcker
der unergründlichen Tiefen.

Christian Morgenstern

Foto: Gerd Taron

Aus weißen Wolken

baut sich ein Schloss.
Spiegelnde Seen, selige Wiesen,
singende Brunnen aus tiefstem Smaragd!
In seinen schimmernden Hallen
wohnen
die alten Götter.
Noch immer,
abends,
wenn die Sonne purpurn sinkt,
glühn seine Gärten,
vor ihren Wundern bebt mein Herz
und lange . . . steh ich.
Sehnsüchtig!
Dann naht die Nacht,
die Luft verlischt,
wie zitterndes Silber blinkt das Meer,
und über die ganze Welt hin
weht ein Duft
wie von Rosen.

Hermann Oscar Arno Alfred Holz

Foto: Gerd Taron

Eine Wolke möcht ich sein.

Eine Wolke möcht ich sein,
von oben diese Welt besehen.
Distanz zu allen Dingen finden
und dadurch vieles klarer sehen.

Ich möchte gleiten durch die Lüfte,
mit frohem Herz und leichter Seele.
Erfreuen mich an meinem Sein
und wünschen, dass mir nie was fehle.

Als Regen fall ich dann zur Erde
und tränke alle durst´ge Saat.
Will nähren alle Seelen- Leben.
Liebe geben ist mein Pfad.

Anne M- Pützer

Foto: Gerd Taron

Sommerfrische

Zupf dir ein Wölkchen aus dem Wolkenweiß,
Das durch den sonnigen Himmel schreitet.
Und schmücke den Hut, der dich begleitet,
Mit einem grünen Reis.
Verstecke dich faul in der Fülle der Gräser.
Weil`s wohltut, weil`s frommt.
Und bist du ein Mundharmonikabläser
Und hast eine bei dir, dann spiel, was dir kommt.
Und lass deine Melodien lenken
Von dem freigegebenen Wolkengezupf.
Vergiss dich. Es soll dein Denken
Nicht weiter reichen als ein Grashüpferhupf.

Joachim Ringelnatz

Foto: Tim-Thilo Fellmer

….Unendlichkeit..
Im Reich der Wolken,
schweben Gedanken davon,
verlieren Worte ihre Bedeutung.
Der Moment wird zur Ewigkeit.
Im Reich der Wolken,
ist alles leicht
und unbeschwert fühlbar.
Es gibt keinen Morgen
und keinen Abend.
Die Bedeutung der Zeit,
wird zur Unendlichkeit.
Alles Leben ist Vogelfrei.

Text: © Monika Heckh

Foto: Gerd Taron

Weiße Wolken

Oh schau, sie schweben wieder
Wie leise Melodien
Vergessener schöner Lieder
Am blauen Himmel hin!
Kein Herz kann sie verstehen,
Dem nicht auf langer Fahrt
Ein Wissen von allen Wehen
Und Freuden des Wanderns ward.
Ich liebe die Weißen, Losen
Wie Sonne, Meer und Wind,
Weil sie der Heimatlosen
Schwestern und Engel sind.

Hermann Hesse

Foto: Sandra Windsheimer

Wolkenspiel

Wolkenspiel im Abendlicht
wenn das Sonnenlicht zerbricht
wunderschön ist anzusehn
große Wolken vorüber ziehn
Ihre Formen sich verändern
aufgereiht wie an den Bändern
ziehen sie im Abendblau
von unten ist´s wie eine Schau

[© Gerhard Ledwina]

Foto: Gerd Taron

Ich wünsche dir als Begleiter
die Sonne, die Wolken, den Wind,
die Hoffnung als Wegbereiter,
den Stern, wenn die Nacht beginnt.
Ein treuer Gefährte, wie er auch heißt,
als dankbar empfundenes Glück
stelle sich freundlich neben dir ein!
Wenn du nur weißt:
du brauchst niemals alleine zu sein,
legst du den Lebensweg
leichter zurück.
Und will es dir scheinen,
du habest ja keinen,
der dein Tun und dein Streben versteht,
dann gibt es in Wirklichkeit
lange schon einen
Schutzengel, der dir zur Seite steht.ღ*
– Elli Michler –

Einen Himmel mit wunderschönen Wolken an diesem Wochenende wünscht

Ihnen/Euer

Gerd Taron

Am vergangenen Sonntag fand im Woogtal in Königstein im Taunus ein literarischer Spaziergang mit Texten von Marc Aurel statt. Einen Bericht mit Fotos und Zitaten können Sie dem nachfolgenden Link entnehmen:

https://gerdtaronantiquariat.wordpress.com/2018/06/04/5426/

Gelungene Premieren – Literarischer Spaziergang im Woogtal mit Zitaten von Marc Aurel

Gelungene Premieren – Literarischer Spaziergang im Woogtal mit Zitaten von Marc Aurel

Foto: Gerd Taron

„Schau in dich hinein: In dir ist die Quelle des Guten, eine Quelle, die nicht versiegen kann, wenn du nicht aufhörst zu graben.“

Königstein im Taunus, 03.06.2018

Sie kamen von nah und fern, aus Idstein, Usingen und Frankfurt und der näheren Umgebung. Die literarischen Spaziergängerinnen und Spaziergänger konnten dabei zwei Premieren erleben. Es war der erste in Königstein und es war der erste literarische Spaziergang in denen nur ein antiquarisches Buch vorgestellt wurde.

Im Jahre 1999 erschien vom Fotografen Bernard Nollen das Buch „Nutze den Augenblick – Gedanken zur Lebenskunst von Marc Aurel“. Es beinhaltet wunderschöne Fotografien von Bernard Nollen und sorgfältig ausgesuchten Texten des römischen Kaisers und Philosophen Marc Aurel.

In der wunderschönen Umgebung des Woogtales lauschten und genossen die Teilnehmer die besondere Atmosphäre.

Im nachfolgenden habe ich einige Fotos zusammengestellt, an denen aus dem genannten Buch zitiert wurde. Es sind Auszüge aus Texten, die die Teilnehmer in besonderer Weise angesprochen haben.

Foto: Gerd Taron

„Daran muss man immer denken, was die Natur des Ganzen, und was die Natur von uns selbst ist, und wie sich diese zu jener verhält, und welchen kleinen Teil du von einem so großen Ganzen ausmachst; und dass dir schlechterdings niemand verwehren kann, darüber zu reden oder das zu tun, was derjenigen Natur, von der du nur ein Teil bist, gemäß ist.“

Foto: Gerd Taron

„Die Zeit ist ein Fluss und ein gewaltiger Strom der Dinge. So bald man jenes gesehen hat, ist es schon vorüber, und fährt ein anderes daher, wird es ebenso schnell vorüber sein.“

Foto: Gerd Taron

„Du musst nicht meinen, dass etwas menschenunmöglich sei, nur weil du es kaum zuwege bringen kannst, sondern wenn etwas menschenmöglich und durchführbar ist, dann sieh es auch für dich als erreichbar an.“

Foto: Gerd Taron

„Ziehe weniger das in Betracht, was du nicht hast, sondern das, was du hast; stelle dir die liebsten vor und denke nach, wie du denselben nachstreben würdest, wenn sie nicht dein wären. Nimm dich aber auch in acht, dich an sie zu gewöhnen, weil sie dir so sehr behaglich sind, und sie allzu hoch zu schätzen, damit es dich nicht deine Gemütsruhe koste, wenn du sie verlieren solltest.“

Foto: Gerd Taron

„Hast du dies beherzigt? So denke auch noch an folgendes: Beunruhige dich selbst nicht! Sei einfach und natürlich! Tut dir jemand Unrecht? Es fällt auf ihn selbst zurück. Ist dir dies oder das widerfahren? Gut, das ist dir seit Anbeginn der Welt so bestimmt, und jedes Ereignis ist dir aus Schicksal beschieden. Überhaupt: Das Leben ist kurz. Nutze den Augenblick mit feinem Sinn und rechter Tat, und wahre die Mäßigung auch bei der Erholung.“

Gerd Taron

PS. Der nächste literarische Spaziergang im Woogtal findet am Sonntag, 22.07.18 um 15 Uhr statt. Treffpunkt ist wieder die Kur- und Stadtinformation in der Hauptstraße 13 a in Königstein.

Das Thema lautet „Literarischer Sommer im Woogtal – Geschichten und Gedichte des Sommers“.

Weitere Veranstaltungen für die Monate Juni und Juli 2018 finden Sie unter:

https://gerdtaronantiquariat.wordpress.com/2018/05/27/und-es-wird-sommer-veranstaltungen-von-taron-antiquariat-im-juni-und-juli-2018/

Literarisches Woogtal in Königstein im Taunus – Ein Spaziergang am Sonntag, 03.06.2018 mit Weisheiten von Marc Aurel

Literarisches Woogtal in Königstein im Taunus – Ein Spaziergang am Sonntag, 03.06.2018 mit Weisheiten von Marc Aurel

„Denke nicht so oft an das, was Dir fehlt,
sondern an das, was Du hast.“

~ Marc Aurel ~

Mit diesen Worten des römischen Kaisers und Philosophen Marc Aurel möchte ich Sie zu einem besonderem literarischen Spaziergang am Sonntag, 03.06.2018 einladen.

Treffpunkt ist um 15 Uhr an der Kur- und Stadtinformation in Königstein im Taunus.

Auf dem Weg durch den Kurpark hinunter zum wunderschönen Woogtal habe ich die große Freude, Weisheiten von Marc Aurel aus einem besonderen Buch zu präsentieren.

Der Spaziergang wird etwa 1,5 Stunden dauern.

Mit dem nachfolgenden Zitat wünsche ich allen einen entspannten Freitagabend. Ich würde mich freuen, Sie am Sonntag kennenzulernen oder wiederzusehen.

„Es wäre dumm, sich über die Welt zu ärgern.
Sie kümmert sich nicht darum.“

Ihr/Euer

Gerd Taron