Die Spreu vom Weizen trennen – Literarischer Wochenendgruß vom 26.08.16

Die Spreu vom Weizen trennen – Literarischer Wochenendgruß vom 26.08.16

IMG_4190

Blick auf Kelkheim-Ruppertshain – Foto: Gerd Taron

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

als ich in den vergangenen Tagen mit einer sehr lieben Freundin einen Spaziergang hier im Taunus rund um den Rettershof unternahm, sind mir diese Strohballen-Felder begegnet. Es war ein beeindruckendes Bild in dieser herrlichen Landschaft.
Dabei kam mir sofort die Redensart „die Spreu vom Weizen trennen“ in den Sinn. In einem Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten habe ich nachgeschaut und dazu folgendes gefunden:

„Gut und Böse, Nützliches und Unnützes, Echtes und Falsches trennen. Die Redensart ist biblischen Ursprungs und beruht auf dem Matthaus-Evangelium (Kapitel 3, Vers 12). Dort heißt es: „ Er wird seine Tenne fegen und den Weizen in eine Scheune sammeln; aber die Spreu wird er verbrennen mit ewigem Feuer.“
Bei Moltke heißt es dazu: „Die Schärfe eines Verstandes schied sofort die Spreu vom Weizen.“

Was bedeutet diese Redensart in meinem Leben? Wo nehme ich für mich Trennungen sinnvoll vor – mit allen Konsequenzen?

14141756_1223098647722287_6429995450102833858_n

Bäckermeister Raimund Dorn in der Bäckerei Dorn in Kelkheim-Münster – Foto: Markus Müller

Bei einer Besichtigung einer alteingesessenen und traditionsreichen Bäckerei in unserer Stadt würde mir weiter deutlich, wie wichtig ist, auf das Gute zu achten und es wertzuschätzen.
Möge die neue Ausgabe des Wochenendgrußes Ihnen wieder neue Inspiration für das Wochenende und darüber hinaus geben.

14022369_1223097904389028_6801473450282295332_n

In der Bäckerei Dorn in Kelkheim-Münster – Foto: Christiane Busch

DAS BROT

Ich selber war ein Weizenkorn.
Mit vielen, die mir anverwandt,
lag ich im lauen Ackerland.
Bedrückt von einem Erdenkloß,
macht’ ich mich mutig strebend los.

Gleich kam ein alter Has gehupft
und hat mich an der Nas gezupft,
und als es Winter ward, verfror,
was peinlich ist, mein linkes Ohr,
und als ich reif mit meiner Sippe,
o weh, da hat mit seiner Hippe
der Hans uns rundweg abgesäbelt
und zum Ersticken festgeknebelt
und auf die Tenne fortgeschafft,
wo ihrer vier mit voller Kraft
im regelrechten Flegeltakte
uns klopften, dass die Scharte knackte!

Ein Esel trug uns in die Mühle.
Ich sage dir, das sind Gefühle,
wenn man, zerrieben und gedrillt
zum allerfeinsten Staubgebild’,
sich kaum besinnt und fast vergisst,
ob Sonntag oder Montag ist.
Und schließlich schob der Bäckermeister,
nachdem wir erst als zäher Kleister
in seinem Troge bass gehudelt,
vermengt, geknebelt und vernudelt,
uns in des Ofens höchste Glut.
Jetzt sind wir Brot. Ist das nicht gut?
Frischauf, du hast genug, mein Lieber,
greif zu und schneide nicht zu knapp
und streiche tüchtig Butter drüber
und gib den andern auch was ab!

Wilhelm Busch

IMG_4158

Blick auf den Rettershof im Taunus– Foto: Gerd Taron

WANDERUNG.

Sommerblumengesäumt ist der Feldweg, auf dem ich in der Frühmittagssonne spaziere.
Zu beiden Seiten erstrecken sich viele Hektar große Getreidefelder. Ich glaube, es sind Weizen und Gerste.
Erinnerungen kommen hoch, an meine Kindheit auf dem Lande, wo ich den Unterscheid zwischen den verschiedenen Sorten erkennen lernte.
Die Sonne brennt mir auf den Scheitel und färbt meine Nase und Ohren rot. Ein leichter Wind weht, wie überall auf den Eifeler Höhen. Ein Gefühl der absoluten Zufriedenheit macht sich in mir breit. Unendlich weite, schöne Natur, bestes Wetter und eine vertraute, gesprächsbereite Begleitung.
Stunden des Glücks.
Die Wärme entspannt meinen empfindlichen Magen und streichelt mein Gemüt.
Mir fallen die vielen Wandertage meiner Kindheit ein, wo ich, mit meinen Eltern und drei Geschwistern, kilometerweit zu Fuß die Lande durchstreift habe, und wo wir, meistens vor Erschöpfung und wundgelaufenen Füssen, stöhnend, vorzeitig heimkehren wollten. Mangels Auto blieb der Familie an den Wochenenden und in den Ferien nichts anderes übrig, als die Welt selbstlaufend zu entdecken.
Von der jüngsten dreijährigen Tochter über mich, die mit zwölf Jahren die Älteste war, bis zu Vater und Mutter, marschierten wir mit Wanderstöcken über Feld- Wald und Wiesenwege, und über harten Asphalt durch die Eifel…über viele Berge und durch Täler.
Vater forderte uns immer auf:“ Lasst uns ein Lied singen!“, was aber immer von allen rigoros abgelehnt wurde, es ihn aber nicht hinderte, allein drauflos zu singen. Es folgten bekannte Wanderlieder, volkstümliche Lieder und Operettenarien, die er als großer Sangesfreund zum besten gab. Er gab sich alle Mühe, seine Stimme wie die von Rudolf Schock klingen zu können. Ich wollte damals lieber Elvis hören.
Diese Erinnerungen kommen mir jetzt auf unserem Spaziergang hoch…wo mich das faszinierende Rot einer riesigen, nicht bewirtschafteten, Mohnblumenwiese bewegt und ich nicht aufhören kann, mich zu begeistern und Fotos zu machen. Wie dankbar darf ich sein, in solcher Landschaft leben zu dürfen… die so unberührt und harmonisch wirkt. Ich nehme diese Eindrücke mit nach Hause, vervielfache sie durch erzählen, Fotos vorführen und Texte drüber schreiben. Diese Wanderung, sie wirkt nachhaltig.

Sommer in der Eifel.

(Anne M. Pützer)
Anmerkung: Die Autorin ist in der Eifel beheimatet

14111938_1073517059390728_996437094_n

Foto: Marina Rupprecht Fotografie
Die Ernte
Weiße flimmernde Sonnenflut
rings auf den wogenden Weiten ruht;
rüstige Mäher bei scharfem Schnitt – –
schwirrende Sensen singen mit:
Die Halme fallen.

Und hart am staubigen Straßenrain
schafft tief gebückt ein Mütterlein;
schon manche brennende Stunde lang
sirrt und surrt der Sichelklang – –
Die Halme fallen.

Da schaut aus schimmerndem Aehrenfeld
der Gutsherr auf zum Wolkenzelt:
– »Vorwärts, ihr Leute, die Stunde rinnt!
In den Klüften murrt der Gewitterwind -«
Die Halme fallen.

Und in den perlenden Abendtau
blickt so fröhlich die alte Frau;
sie wischt von der Stirne den hellen Schweiß
und zählt im Geiste der Garben Preis.
Die Halme fallen.

-Vorwärts, ihr Knechte! die Stunde rinnt!
Mein Mahl bereitet das Ingesind;
mein Weib umrauscht ein seidener Flor – –
und der Jude wartet am Gartentor.«
Die Halme fallen!

Und müde legt nach des Tages Brand
das Weib die Sichel aus der Hand:
»Du goldner Segen auf schmalem Feld,
du gibst mir Brot und du schaffst mir Geld!« –
Die Halme fallen.

– »Vorwärts, ihr Hunde, verdient den Lohn!«
Er denkt an seinen fernen Sohn.
Der schnellste Reiter auf blachem Feld
und der Gott der Weiber – das kostet Geld! –
Die Halme fallen.

»Und all das Gold« – die Alte sinnt –
»in die Ferne schickt ich’s dem einzigen Kind.
Sie trieben ihn fort von Haus und Huf,
nun harrt er drüben der Heimat Ruf:
Die Halme fallen.

Und kehrt er heim, wenn der Himmel loht,
wenn der Weizen reif und das Mohnfeld rot,
dann faßt er die Sense zu heißem Schnitt –
und ich laufe und sammle und jauchze mit:
»Die Halme fallen!«
Clara Müller-Jahnke
Aus der Sammlung Sturmlieder vom Meer

14080983_1073526922723075_128252517_n

Foto: Marina Rupprecht Fotografie

Die Ähre beugt sich, in welcher Körner sind,
die aufrecht steht ist Spreu und fliehet vor dem Wind.
Alter Spruch

IMG_4162

Am Rettershof im Taunus – Foto: Gerd Taron

Alle Grenzen entstehen im Herzen
Alle Grenzen entstehen im Herzen.
Alle Linien auf Landkarten
wurden zuerst in Herzen gezogen.
Tief in uns geschehen die Trennungen.
Wo ziehen wir beide die Linie?
Die Linie macht uns zu Fremden.
So urteilen, trennen und sondern wir ab.
So entfremden und isolieren wir uns und werden einsam.
Nichts tötet so wie die Linie durchs Herz.
Zuerst sterben die anderen, aber am Ende auch wir.
Verachtung, Abscheu und Hass sind teuer.
Die neue Welt fordert von uns,
dass wir unsere Herzen glätten,
damit sie durchquert werden können,
wie endlose Weizenfelder der Nahrung ohne Zäune,
dass wir unseren Geist verwandeln
in eine Wiese, auf der sich alle versammeln können,
um einander zu feiern,
dass wir selbst Gärten voller Überfluss für die Hungrigen werden,
Feste der Freude für die Niedergeschlagenen
und eine Zuflucht für die Hilfsbedürftigen.
Weigere dich, kleinlich zu werden,
mache dein Herz nicht zu einem Abgrund des Misstrauens,
lass dich nicht zählen, wenn die Zerstörer wieder einmal aufrechnen,
wen sie auf ihrer Seite haben.
Es ist Zeit,
die Welt wie vom Weltraum zu sehen, ohne Grenzen,
weil die Zeit der Reiche und des Herrschens vorbei ist.
Es ist Zeit für das internationale Abenteuer der Liebe.
Ich wünsche Ihnen, ein erholsames Sommer-Wochenende mit viel Sonne und Muße diese Tage zu genießen.

Ihr/Euer
Gerd Taron

IMG_4605

Im Schaufenster der Bäckerei Dorn in Kelkheim-Münster – Foto: Gerd Taron

Sprache zum Klingen bringen – Sommerklänge mit dem Autor Thomas Berger bei Viola’s Bücherwurm in Kelkheim

Sprache zum Klingen bringen

Sommerklänge mit dem Autor Thomas Berger bei Viola’s Bücherwurm in Kelkheim

13907187_1736402113267381_5151135512924482334_n

Begrüßung durch Viola Christ-Ritzer von Viola’s Bücherwurm – Foto: Maren von Hoerschelmann

Kelkheim, 19.08.2016

Endlich gab es für mich wieder Gelegenheit, bei einer Lesung von Thomas Berger dabei zu sein. Er versteht immer wieder auf besondere Weise, Worte zum Klingen zu bringen. Davon konnten sich die Zuhörerinnen und Zuhörer in der vollbesetzten Buchhandlung „Viola’s Bücherwurm“ in der Bahnstraße 13 in Kelkheim überzeugen.

14079901_1736402269934032_1594763289531553043_n

Foto: Maren von Hoerschelmann

Mit der Sprachakrobatik von Thomas Berger bekommen Worte manchmal unverhoffte neue Bedeutungen.

Das unterhaltsame und umfangreiche Programm umfasste die verschiedensten Disziplinen der deutschen Sprache. In den Tagen von Olympia sicher keine leichte Herausforderung. Von Gedichten, Erzählungen, Aphorismen bis zu Limericks war alles dabei.

14051708_1736402216600704_5610683014422653271_n

Foto: Maren von Hoerschelmann

Nachstehend seien einige Kostproben der verschiedenen „Sprach-Disziplinen“ aufgeführt:

Sehnlich

Komm
in den Schatten

Sprich leise
zu mir

mit Worten
dem Schweigen
vermählt

Horch
auf den Wind
im Bambushain

Laß mich
deine Seele
berührn

Aus der Disziplin „Aphorismen“:
„Worte reinigen sich im Tauchbad des Schweigens“
oder
„Gespräche, die allein vom Worte leben, hinterlassen keine Spuren“

Diese und viele andere Aphorismen finden sich bei Thomas Berger im Buch „Worte in Stein“

Thomas Berger präsentierte selbst verfasste Limericks. Der Limerick ist bekanntlich eine besondere Sprachform, die aus England stammt und auf den Ort Limerick zurückführt. In den Limericks spiegelt sich der angelsächsische Humor wider.
Hier zwei sehr schöne Beispiele aus dem Repertoire von Thomas Berger:
Es gab einen Sänger in Siegen
den störten beim Singen zwei Fliegen
Der einen ward sein Rachen zur Gruft
er sog sie tief ein mit der Luft
Die andere konnt er nicht kriegen.“

Ein anderes Beispiel:
„Es gab einen Mann in Hagen
der bestürmte den Schöpfer mit Fragen
Warum er den Menschen geschaffen
es nicht hat belassen beim Affen
Das lag Gott selbst schwer im Magen.“

14088494_1736402439934015_3748688395844056779_n

Viola Christ-Ritzer (links) und Maren von Hoerschelmann (rechts). Der dritte im Bunde, André von Hoerschelmann, ist hier leider nicht im Bild – Foto: Gerd Taron

Ein unterhaltsamer Abend ging viel zu schnell Ende. Ein herzliches Dankeschön gilt den wundervollen Gastgebern von Viola’s Bücherwurm mit Viola Christ-Ritzer, Maren von Hoerschelmann und André von Hoerschelmann.

14034764_1736402383267354_1326603775560303001_n

Am Ende gab es keine Medaille für Thomas Berger, aber wieder ein sehr schönes Geschenk als Erinnerung an diese Lesung.

Die nächste Lesung mit Thomas Berger kann man am Donnerstag, 08.09. ab 19 Uhr im Gimbacher Hof in Kelkheim im Rahmen „Literatur on Tour“ erleben. Unter dem Thema „Wort und Frucht – Lesung bei Apfelwein“ wird es sicher wieder ein unterhaltsamer Abend werden.

Wer mehr über den Autor Thomas Berger wissen möchte, findet hier viele weitere Informationen:
http://www.autor-thomas-berger.de/

Gerd Taron

Lebendiges Wasser – Literarischer Wochenendgruß vom 19.08.16

Lebendiges Wasser – Literarischer Wochenendgruß vom 19.08.16

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,

wie geht es Ihnen, wenn Sie das Plätschern eines Brunnens hören? Für mich hat dies eine beruhigende Wirkung. Es ist klingt in meinen Ohren, als ob Wasser auf diese Weise „lebt“.

Dieses Gefühl kam mir bei meinem letzten Besuch im Café Nussknacker in Frankfurt wieder auf, als der Brunnen im Garten dort aktiv war. Eine willkommene Gelegenheit, diese Begebenheit zum Thema des neuen Wochenendgrußes werden zu lassen.

IMG_4403

Brunnen im Kurpark von Königstein im Taunus – Foto: Gerd Taron

Manchmal denke ich,
das Herz eines Menschen
ist wie ein tiefer Brunnen.
Niemand weiß,
was auf seinem Grund ist.
Man kann es sich nur
anhand der Dinge vorstellen,
die bisweilen an die Oberfläche treiben.

Murakami

IMG_4286

Brunnen im Café Nussknacker in Frankfurt – Nähe Hauptbahnhof, Karlsruher Str. 5
Foto: Gerd Taron

Wie ein alter Brunnen

Wasser in seiner Weichheit und Stetigkeit kann Steine aushöhlen.
Das Unscheinbare verfügt über ungeheure Kräfte.
In der Begrenzung steckt geballte Energie,
durch die ich Fülle erfahren kann.
Fülle ist nie eine Frage der Menge.

Ein voller Terminkalender macht das Leben nicht erfüllter.
Erfüllung liegt in der Begegnung,
die sich zwischen zwei Menschen ereignet.

Mehr Freunde zu haben,
muss uns nicht das Gefühl geben, aufgehoben zu sein.
Die wichtigste Heimat liegt in uns.

Ein zweites Haus und einen dritten Wagen zu besitzen
vermittelt uns nicht, dass wir reich sind.
Reich zu sein ist, bei sich angekommen zu sein
und immer wieder von dort ausgehen zu können.

Die Erfüllung in unserem Leben
geschieht oft nur durch eine kleine Verschiebung:
Innehalten und das Glück erfüllt sich,
wie in einem alten Brunnen das Wasser
immer neu aufsteigt und wartet,
geschöpft und zum zum Mund geführt zu werden.

Ulrich Schaffer

Hasler 01

Foto: Wolf-Dieter Hasler – aufgenommen im Schwarzwald

Natur ist glücklich. Doch in uns begegnen
sich zuviel Kräfte, die sich wirr bestreiten:
wer hat ein Frühjahr innen zu bereiten?
Wer weiß zu scheinen? Wer vermag zu regnen?
Wem geht ein Wind durchs Herz, unwidersprechlich?
Wer fasst in sich der Vogelflüge Raum?
Wer ist zugleich so biegsam und gebrechlich
wie jeder Zweig an einem jeden Baum?
Wer stürzt wie Wasser über seine Neigung
ins unbekannte Glück so rein, so reg?
Und wer nimmt still und ohne Stolz die Steigung
und hält sich oben wie ein Wiesenweg?
Aus: Die Gedichte 1910 bis 1922 (München, Frühjahr 1919)

Rainer Maria Rilke

IMG_4429

Im Kurpark von Königstein im Taunus – Foto: Gerd Taron

Schau ins Wasser, wenn es mal keine Wellen schlägt. Dort erblickst du dein wahres Selbst: Unverzerrt und ehrlich. Schön und verletzlich. Nur du und vielleicht einige wenige andere Menschen wissen um diese Wahrheit. Kaum kommt ein Windstoß, so kräuselt sich der Spiegel und zeigt der Welt das Bild, das du sonst von dir zeigst. – Das Leben ist ein unruhiges Wasser.

Anne M. Pützer

IMG_4435

Im Kurpark von Königstein im Taunus – Foto: Gerd Taron

Setz dich an einen Bach
und sei einfach da.
Das Lied des Wassers wird
deine Sorgen aufnehmen
und sie hinab zum Meer tragen.

(Donald Walters)

Johl 01

Foto: Bettina Johl

Meine Gefühle geben ich dem fließenden Wasser mit.
Mögen sie,
durch viele Windungen und Untiefen
und über Stock und Steine hinweg,
den Weg zu dir finden.
Mögen sie dich erfrischen und erfüllen.

(Anne M. Pützer)

Ich wünsche Ihnen an diesem August-Wochenende, dass Sie bei einem Spaziergang oder bei einer anderen Gelegenheit, die Ruhe finden, lebendiges Wasser aufzunehmen und zu spüren.

Ihr/Euer
Gerd Taron

Kontakt:

Gerd Taron, Langstraße 30, 65779 Kelkheim-Fischbach
Tel. 06195-676695
E-Mail: verkauf@taron-antiquariat.de oder taron-antiquariat@gmx.de

Stimmungsvoller Zauber im Sommergarten – Die Farben des Sommers genießen

Stimmungsvoller Zauber im Sommergarten – Die Farben des Sommers genießen

13879447_1040493199372698_5374262214732519486_n

13939514_1050729115015773_880004005405522445_n

Kelkheim-Fischbach, 12.08.16

Besondere Abende im Sommergarten der Familie Albers sind schon wieder vorüber. An 3 Freitagen gab es die Möglichkeit zur Ruhe zu kommen und zu genießen. Das Wetter hatte ein Einsehen und nur ein kleiner Sommerregen am ersten Abend sorgte für etwas Feuchtigkeit.

Der „Herr des Hauses“ – Ralf Elzenheimer-Albers – ließ es sich nicht nehmen den jeweiligen Gästen seinen selbst gekelterten Apfelwein auszuschenken und damit zum Wohlbefinden beizutragen. Außerdem stellte er sich als Chauffeur für einige Gäste gerne zur Verfügung.

13873154_1040493249372693_5429100124377072964_n

Die Gastgeberin Connie Albers sorgte neben weiteren kulinarischen Genüssen auch für klangvolle Stimmung auf dem Monochord. Das Monochord ist ein altes Zupfinstrument, was bereits ein Herr Pythagoras im alten Griechenland kannte. Dazu konnten sich die Besucher mit Geschichten in andere Welten verzaubern lassen.

Das rote Strümpfchen

Als ich eines Tages wie immer traurig durch den Park schlenderte und mich auf einer Parkbank niederließ, um über alles nachzudenken, was in meinem Leben schief läuft, setzte sich ein fröhliches kleines Mädchen zu mir.
Sie spürte meine Stimmung und fragte:
„Warum bist du so traurig?“
„Ach“, sagte ich, „ich habe keine Freude im Leben. Alle sind gegen mich. Alles läuft schief. Ich habe kein Glück und ich weiß nicht, wie es weitergehen soll.“
„Hmmm“, meinte das Mädchen. „Wo hast du denn dein rotes Strümpfchen? Zeig es mir mal. Ich möchte da mal hineinschauen.“
„Was für ein rotes Strümpfchen?“, fragte ich sie verwundert. „Ich habe nur ein schwarzes Strümpfchen.“
Wortlos reichte ich es ihr.
Vorsichtig öffnet sie mit ihren zarten kleinen Fingern den Verschluss und sah in mein schwarzes Strümpfchen hinein. Ich bemerkte, wie sie erschrak.
„Es ist ja voller Alpträume, voller Unglück und voller schlimmer Erlebnisse!“
„Was soll ich machen? Es ist eben so. Daran kann ich doch nichts ändern.“
„Hier, nimm“, meinte das Mädchen und reichte mir ein rotes Strümpfchen. „Sieh hinein!“
Mit etwas zitternden Händen öffnete ich das rote Strümpfchen und konnte sehen, dass es voll war mit Erinnerungen an schöne Momente des Lebens. Und das, obwohl das Mädchen noch jung an Menschenjahren war!
Wo ist dein schwarzes Strümpfchen?“, fragte ich neugierig.
„Das werfe ich jede Woche in den Müll und kümmere mich nicht weiter darum“, sagte sie. „Für mich besteht der Sinn des Lebens darin, mein rotes Strümpfchen im Laufe des Lebens voll zu bekommen. Da stopfe ich so viel wie möglich hinein. Und immer wenn ich Lust dazu habe oder ich beginne, traurig zu werden, dann öffne ich mein rotes Strümpfchen und schaue hinein. Dann geht es mir sofort besser. Wenn ich einmal alt bin und mein Ende droht, dann habe ich immer noch mein rotes Strümpfchen. Es wird voll sein bis obenhin und ich kann sagen, ja, ich hatte etwas vom Leben. Mein Leben hatte einen Sinn!“
Noch während ich verwundert über ihre Worte nachdachte, gab sie mir einen Kuss auf die Wange und war verschwunden. Neben mir auf der Bank lag ein rotes Strümpfchen mit der Aufschrift: Für dich! Ich öffnete es zaghaft und warf einen Blick hinein. Es war fast leer, bis auf einen kleinen zärtlichen Kuss, den ich von einem kleinen Mädchen auf einer Parkbank erhalten hatte. Bei dem Gedanken daran musste ich schmunzeln und mir wurde warm ums Herz. Glücklich machte ich mich auf den Heimweg, nicht vergessend, mich am nächsten Papierkorb meines schwarzen Strümpfchens zu entledigen.

(nach Anna Egger, leicht geändert. Gefunden auf http://www.zeitzuleben.de)

13907072_1050728295015855_8629865920057980297_n

Gemeinsam mit dem Antiquar um die Ecke – Gerd Taron – gab es Geschichten aus alten Zeiten sowie natürlich auch passende Sommerabend-Gedichte.

An einem schönen Sommerabende

Lieblich senkt die Sonne sich,
Alles freut sich wonniglich
In des Abends Kühle!
Du gibst jedem Freud und Rast,
Labst ihn nach des Tages Last
Und des Tages Schwüle.
Horch, es lockt die Nachtigall,
Und des Echos Widerhall
Doppelt ihre Lieder!
Und das Lämmchen hüpft im Tal,
Freude ist jetzt überall,
Wonne senkt sich nieder!
Wonne in des Menschen Brust,
Der der Freud ist sich bewusst,
Die ihm Gott gegeben,
Die du jedem Menschen schufst,
Den aus nichts hervor du rufst
Auf zum ew’gen Leben.

Theodor Storm

13892040_1040493326039352_6691701128486341811_n

Die Katzendame „Witchie“ konnte dabei ebenfalls bestens entspannen.

Den zahlreichen Gästen an den jeweiligen Abenden sei für ihre Teilnahme und das wunderbare Miteinander gedankt. Besonders erwähnenswert war der Besuch einer 90 jährigen geh- und sehbehinderten Dame. Sie war an allen 3 Abenden dabei mit regem Interessen und Beiträgen dabei. Es war so inspirierend, dass aus den Anregungen der Abend zwei neue literarische Wochenendgruße entstanden.

Zum Schluss gilt mein besonderer Dank für die große Gastfreundschaft, die oben schon beschrieben wurde, an Connie Albers und ihrem lieben Mann Ralf.
Es waren unvergessliche Abende, die gerne wiederholt werden dürfen.

Gerd Taron

Fotos: Gerd Taron und Ralf Elzenheimer-Albers

13906865_1050728991682452_4378323151405291277_n

13901371_1050728915015793_7023452034911505652_n

Verwurzelt sein – Literarischer Wochenendgruß vom 12.08.16

Verwurzelt sein – Literarischer Wochenendgruß vom 12.08.16

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

vielen von Ihnen ist sicher bekannt, dass ich gerne und oft in der Natur unterwegs bin. Neben den weit sich öffnenden Landschaften hier im Taunus sind mir Bäume und ihre Pflanzen in ihrer natürlichen Umgebung wichtige Elemente. Sie zu entdecken, bereitet mir immer wieder große Freude. Und bei genauem Hinsehen sind oft kleine Wunder zu bestaunen.

Wieder hat mich eine Teilnehmerin der Reihe „Die Farben des Sommers“ am vergangenen Freitag zum Thema hingeführt.
Worauf wurzelt unser Leben? Womit sind wir verbunden? Was gibt uns die Nährstoffe, um unser Leben zum Wachsen, zum Gedeihen zu bringen? Wie geerdet sind wir?

IMG_4020

Foto: Gerd Taron

Erinnerungen…
Wenn du zwei Bäume siehst
Geh nicht zu schnell vorbei,
wenn du zwei Bäume siehst,
die beieinander stehen.
Beachte ihren Abstand:
Sie ziehen ihre Kraft
aus zwei verschiednen Wurzeln.
Schau, wie sie ihre Äste
ganz vorsichtig verschränken.
Und wenn sie nach der Sonne
die stärksten Triebe recken,
dann siehst du sie das Licht
mit dem Gefährten teilen.
Es stiftet Zärtlichkeiten
der Wind in ihren Kronen:
Beim allerkleinsten Hauch
berühren sich die Blätter.
Dann mag es dir so scheinen,
als gehe durch die Zweige
der Schauer des Erkennens.
Wenn du zwei Bäume siehst,
die so zusammen wachsen,
dann bleib ein Weilchen stehn
und denk an dich und mich.

Paul Pfeffer

12651192_1978832015674673_8141061833845217541_n

Foto: Birgit Böllinger

Gütige Herzen
Gütige Herzen sind die Gärten.
Gütige Gedanken sind die Wurzeln.
Gütige Worte sind die Blüten.
Gütige Taten sind die Früchte.

(Kirpal Singh)

IMG_1119_web

Foto: Christina Eretier

Liebe
Berührt sie
dich im Herzen,
so blühst du auf.
Spürst in dir
Wurzeln, Stamm
und Krone wachsen.
Erfährst deine neuen Blätter
im Streicheln der zärtlichen Sonne.
Der Paradiesgarten
lädt dich zum Verweilen ein:
Eure Seelen berühren sich,
eure Körper feiern
ein glanzvolles Fest.
Glück durchströmt dich.
Du wächst über dich hinaus.
Du hast
einen Tempel betreten
und du wirst heil.

Lissy Theissen

IMG_3713

Foto: Gerd Taron

Wie ein Weinstock Wurzeln hat, die oft viele Meter tief in die Erde reichen, so bedarf auch jeder Mensch, wenn sein Leben dauerhaft gelingen soll, einer Verankerung in der Tiefe
Autor unbekannt

IMAG0682-1

Bild: Gaby Schmitt

Der Baum sagt

Du stehst auf deinen Wurzeln,
stehe wahrhaft auf ihnen.
Sie tragen dich,
nicht die Herrlichkeit deiner Blätter,
und nicht die Blüten des Glücks.
Sogar die Frucht,
auf die alle gewartet haben,
die lustig aussieht,
sie trägt dich nicht.
Du wirst getragen von dem,
was verborgen ist.

Ulrich Schaffer

IMG_3943

Foto: Gerd Taron

Der Birke die Kraft absehen
Der Birke die Kraft absehen,
sich heftig biegen und nicht brechen.
Äste im Sturm horizontal fliegen lassen,
um der Zerstörung
weniger Angriffsfläche zu bieten.
Die Wurzeln immer feiner vernetzen.
Den Stamm gegen den wüstschwarzen Gewitterhimmel
wie eine Herausforderung leuchten lassen.
Die Narben in der Borke
wie Medaillen tragen.
Sich schälen,
dünn und papieren,
damit die neue Rinde nachwachsen kann,
weiß und durchsaftet,
das könnte Zukunft bedeuten
für unsere verletzbare Liebe.

Ulrich Schaffer

1407_Juli((18) 278_1

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Lass mich langsamer gehen, Gott.
Entlaste das eilige Schlagen meines Herzens
durch das Stillewerden meiner Seele. Lass meine hastigen Schritte stetiger werden
mit dem Blick auf die Weite der Ewigkeit.
Gib mir inmitten der Verwirrung des Tages
die Ruhe der ewigen Berge.
Löse die Anspannung meiner Nerven und Muskeln
durch die sanfte Musik der singenden Wasser,
die in meiner Erinnerung lebendig sind.
Lass mich die Zauberkraft des Schlafes erkennen, die mich erneuert.
Lehre mich die Kunst des freien Augenblicks.
Lass mich langsamer gehen,
um eine Blume zu sehen,
ein paar Worte mit einem Freund zu wechseln, einen Hund zu streicheln,
ein paar Zeilen in einem Buch zu lesen.
Lass mich langsamer gehen, Gott,
und gib mir den Wunsch,
meine Wurzeln tief
in den ewigen Grund zu senken,
damit ich emporwachse
zu meiner wahren Bestimmung.
Aus Südafrika

Mögen Ihnen diese Zeilen und Fotos für Ihr Wochenende neue Inspiration geben, über Ihre Wurzeln nachzudenken.

Ihr/Euer

Gerd Taron

Hier wieder 2 Veranstaltungshinweise in eigener Sache für das kommende Wochenende:

Eine besondere Veranstaltungsreihe mit einer lieben Freundin und Künstlerin, Connie Albers, endet am Freitag, 12.08., ab 19 Uhr, statt.
Unter dem Thema „Farben des Sommers – Phantasiereisen und Geschichten“ gibt es im stimmungsvollen Malgarten der Familie Albers Gelegenheit sich wohlzufühlen und zu entspannen.
Endlich ich – Zeit für mich! Freuen Sie sich auf stimmungsvolle und farbige Sommerabende bei hausgemachtem Apfelwein, Gebäck, Klangreisen, Geschichten und Gedichten!
Die Genießerpauschale beträgt 15 Euro pro Person
Treffpunkt: Familie Albers, Eppsteiner Str. 50, Kelheim-Fischbach
Anmeldungen bis Freitag, 12.08. – 12 Uhr – nehmen entgegen:
Connie Albers, conniealbers@gmx.de, Tel. 06195-63600
oder
Gerd Taron, taron-antiquariat@gmx.de, Tel. 06195-676695

Sonntag, 14.08.16 – 15:00 Uhr (Ende ca. 16:30 Uhr)
Literarischer Spaziergang rund um den Frankfurter Hauptbahnhof –
Thema: Unterwegs sein – vom Reisen
Treffpunkt: Frankfurt Hauptbahnhof, Gleis 1, Nebenausgang Mannheimer Straße
Es werden Geschichten und Gedichte vom Reisen präsentiert.
Nach dem Spaziergang besteht die Möglichkeit im gemütlichen Café Nussknacker, Karlsruher Str. 5, zu verweilen. Das Café befindet sich in unmittelbarer Nähe des Frankfurter Hauptbahnhofes – Südseite.
Kostenbeitrag: 5 Euro
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Bitte erst lesen! – Literarischer Wochenendgruß vom 05.08.16

Bitte erst lesen! – Literarischer Wochenendgruß vom 05.08.16

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,

das neue Thema soll keine Aufforderung sein, die neue Ausgabe noch genauer lesen. Es mag jeder das herauszulesen, was besonders berührt.
Es ist auch kein Hinweis darauf, künftig Gebrauchsanleitungen oder die Beipackzettel für irgendwelche Medikamente, die kaum jemand richtig versteht, besser zu beachten.

Eine Teilnehmerin bei der ersten Veranstaltung „Die Farben des Sommers“ am vergangenen Freitag (siehe auch Hinweis am Ende dieses Grußes) hat mich inspiriert, über dieses Thema nachzudenken
Sie erzählte uns von ihrem Tagebuch, dass sie geschrieben hat. Sie bittet bei ihrem Ableben, den Nachfahren, vor dem möglichen Entsorgen die Aufmerksamkeit darauf zu legen.

Ein Tagebuch erzählt viel über ein Leben eines Menschen. Es sind besondere Momente, wenn Menschen ihr Leben in dieser Form Einsicht in ihr Inneres geben.

IMG_1321_fb

Foto: Christina Eretier

Ich lernte zu lesen, die Leben Anderer.
Ich lernte zu spüren das Gestern,
Heute,
Morgen,
welches in Dir lebt.
Ich sah hindurch der Schleier aller Zeiten
und nahm den Auftrag meines Lebens an,
Dich zu führen still an lieber Hand.
Alles war für mich, als ob ich selbst
es doch erleben sollte.
Leben.
Sterben.
Freude.
Hass.
Ich lernte zu bleiben
und zu gehen.
Lernte das Empfangen
und das Lassen.
Ich lernte zu vergeben,
lernte zu warten, abzugeben,
still zu sein.
Ich lernte zur rechten Zeit zu sein.
Ich lernte mit Dir
LEBEN.
– Erfahrung-
Anja Schindler

IMG_3321

Foto: Gerd Taron

Ich las schon lang. Seit dieser Nachmittag,
mit Regen rauschend, an den Fenstern lag.
Vom Winde draußen hörte ich nichts mehr:
mein Buch war schwer.
Ich sah ihm in die Blätter wie in Mienen,
die dunkel werden von Nachdenklichkeit,
und um mein Lesen staute sich die Zeit. –
Auf einmal sind die Seiten überschienen,
und statt der bangen Wortverworrenheit
steht: Abend, Abend… überall auf ihnen.
Ich schau noch nicht hinaus, und doch zerreißen
die langen Zeilen, und die Worte rollen
von ihren Fäden fort, wohin sie wollen…
Da weiß ich es: über den übervollen
glänzenden Gärten sind die Himmel weit;
die Sonne hat noch einmal kommen sollen. –
Und jetzt wird Sommernacht, soweit man sieht:
zu wenig Gruppen stellt sich das Verstreute,
dunkel, auf langen Wegen, gehn die Leute,
und seltsam weit, als ob es mehr bedeute,
hört man das Wenige, das noch geschieht.
Und wenn ich jetzt vom Buch die Augen hebe,
wird nichts befremdlich sein und alles groß.
Dort draußen ist, was ich hier drinnen lebe,
und hier und dort ist alles grenzenlos;
nur daß ich mich noch mehr damit verwebe,
wenn meine Blicke an die Dinge passen
und an die ernste Einfachheit der Massen, –
da wächst die Erde über sich hinaus.
Den ganzen Himmel scheint sie zu umfassen:
der erste Stern ist wie das letzte Haus.

Rainer Maria Rilke
Aus: Das Buch der Bilder

13906845_658850677602490_3132530486373810742_n

Foto: Ursula Schweiss

In meiner Blockhütte
Diese Blockhütte am See im Norden,
zu der keine Straße führt.
Auf den Bergspitzen gegenüber
Schnee bis in den Sommer.
Kein Telefonempfang. Eine Handvoll Bücher,
die ich immer wieder lesen kann:
Stifter, die Bibel, Guterson,
die Gedichte von Mary Oliver,
von Borchers, Domin, Lavant.
Papier zum Schreiben,
diese Schnörkel, die Welt sind,
und Seele und Geist, und Erwachen.
Ein kleiner Garten mit Kartoffeln,
Bohnen und Zwiebeln.
Eine Angel, wenn nichts im Garten wächst
und mir Haferflocken und Trockenobst ausgehen.
Das Postflugzeug einmal im Monat,
das mit Schwimmern auf dem See landet.
So lebe ich gelegentlich hier im Dorf,
unter meinen Freunden,
mit Telefon, E-Mail und einer ganzen Bücherei.
Die Wildnis ist kein Ort, sie liegt in mir
und ich kann sie jederzeit berühren.
Sie holt mich von innen ein.
Da halte ich meine Seele zurück,
dass sie sich nicht verströmt.
Aus dem Buch AUF DEM WASSER GEHEN von Ulrich Schaffer

13606702_1122402517820516_5127073815983194473_n

Foto: Kathi Widera

Die Natur ist eines der schönsten Bücher wir sollten es öfter zur Hand nehmen und darin lesen
Karl Miziolek

Sonnenaufgang Ostsee

Foto: Christina Eretier

Nimm dir Zeit zum Denken,
es ist die Quelle der Kraft.

Nimm dir Zeit für die Arbeit,
denn dies ist der Preis des Erfolges.

Nimm dir Zeit zum Spielen,
dies ist das Geheimnis der Jugend.

Nimm dir Zeit zum Lesen,
dies ist die Grundlage des Wissens.

Nimm dir Zeit für die Andacht,
das wäscht den irdischen Staub von deinen Augen.

Nimm dir Zeit zum Träumen,
dies ist der Weg zu den Sternen.

Nimm dir Zeit zum Lachen,
das hilft, die Bürden des Lebens zu tragen.

Nimm dir Zeit für die Liebe,
sie ist der wahre Reichtum des Lebens.

Nimm dir Zeit, dich umzuschauen, der Tag ist zu kurz,
um selbstsüchtig zu sein.

Nimm dir Zeit, um mit Freunden zusammenzusein
und ihnen zu helfen, dies ist die Quelle des Glücks.

Zeit ist das begrenzteste Mittel, das du zur Verfügung hast.
Deshalb nimm dir Zeit, den Duft der Rosen zu genießen.

(Ein Gedicht aus Irland)

Ich wünsche Ihnen, dass Sie an diesem Wochenende genügend Zeit zum Lesen finden. Suchen sich den Ort, wo Sie sich besonders wohlfühlen.

Ihr/Euer
Gerd Taron

Zum Abschluss zwei eigene Veranstaltungshinweise für das Wochenende:
Eine besondere Veranstaltungsreihe mit einer lieben Freundin und Künstlerin, Connie Albers, wird am Freitag, 05.08. ab 19 Uhr fortgesetzt. Ein weiterer Abend findet am Freitag, 12.08., ebenfalls ab 19 Uhr, statt.
Unter dem Thema „Farben des Sommers – Phantasiereisen und Geschichten“ gibt es im stimmungsvollen Malgarten der Familie Albers Gelegenheit sich wohlzufühlen und zu entspannen.
Endlich ich – Zeit für mich! Freuen Sie sich auf stimmungsvolle und farbige Sommerabende bei hausgemachtem Apfelwein, Gebäck, Klangreisen, Geschichten und Gedichten!
Die Genießerpauschale beträgt 15 Euro pro Person
Treffpunkt: Familie Albers, Eppsteiner Str. 50, Kelheim-Fischbach
Anmeldungen nehmen entgegen:
Connie Albers, conniealbers@gmx.de, Tel. 06195-63600
oder
Gerd Taron, taron-antiquariat@gmx.de, Tel. 06195-676695

Ein Bericht der ersten Veranstaltung finden Sie unter diesem Link:

https://gerdtaronantiquariat.wordpress.com/2016/07/31/die-farben-des-sommers-ein-stimmungsvoller-abend-im-sommergarten-bei-familie-albers/

Samstag, 06.08.16 – 17:00 Uhr (Ende ca. 18:30 Uhr)
Literarischer Sommerabend-Spaziergang am Rettershof in Kelkheim-Fischbach
Treffpunkt: Unter der Linde am Rettershof
Kostenbeitrag: 5 Euro
Nach dem Spaziergang besteht die Möglichkeit, im Landgasthof „Zum fröhlichen Landmann“ zu verweilen.