Lichtvolle Begegnungen – Literarischer Wochenendgruß vom 25.11.16

Lichtvolle Begegnungen – Literarischer Wochenendgruß vom 25.11.16

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

die Adventszeit hat begonnen. Es wird heimelig in unseren Wohnungen. Lichterglanz wohin das Auge schaut. Es ist die Zeit gekommen, wo die Freude auf das Unerwartete von Tag zu Tag wächst. Ob es unbedingt große Geschenke sein müssen? Mir sind die kleinen Wunder des ‚Alltags wichtiger, nicht nur in dieser Zeit. Karin Schmitt hat dies in ihrem Buch „Die Geschichte von dem Jungen, der die Welt verbessern wollte“ so schön beschrieben.

Es sind oft Begegnungen der wundersamen Art. Dies konnte ich im abgelaufenen Jahr oft erfahren. Nach vielen Jahren traf ich Menschen wieder und die Vergangenheit kehrte in die Gegenwart zurück. Dazwischen lagen manche leidvolle persönliche Erlebnisse, Aber auch schöne Erinnerungen an gemeinsame Wanderungen und anderes wurden wach.

Das ist mein Wunsch für diese Zeit: Menschen zu begegnen, die ein Licht in unsere Herzen bringen.

Dieser Advents-Wochenendgruß ist besonders meinen lieben Freunden in nah und fern gewidmet, die mir in diesem Jahr immer wieder mit Ihrem Dasein Licht in mein Leben gebracht haben.

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Kelkheim-Fischbach – Foto: Gerd Taron

Zeit der Hoffnung,
Zeit der Vorfreude,
Zeit der Begegnung;
Zeit der Festfreude
Jeder Tag eine Überraschung.
Eine neue Tür geht auf.
Jeder Tag neue Erwartung,
vorfestlicher Probelauf
Besinnung auf die Themen,
die die Welt berühren,
uns im Inneren beschämen.
Wird es zu Lösungen führen?
Auf das Öffnen der Türen
warten sehr viele überall,
auch die, die Einsamkeit spüren,
hoffen auf das Kind im Stall
Lasst uns Türen nicht schließen;
denn der Advent öffnet sie.
Lasst uns die Zeit genießen,
die vorweihnachtliche Zeremonie

Kathi Widera

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Foto: Marina Rupprecht Fotografie

Die schönsten Begegnungen,
die berührendsten Augenblicke,
die vielsagendsten Momente
sind Fundstücke des Alltags,
unverhofft,
mitten
ins
Herz

Anja Schindler

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Rüdesheim – Foto: Gerd Taron

Der Blick auf meinen Lebens- Kalender
lässt mich zuweilen erschrecken.
Er ermahnt mich,
falsche Entscheidungen zu korrigieren
und mir wichtige Träume zu erfüllen.
Ich ziehe immer wieder Zwischenbilanzen
und sehe, wo ich stehe.
Ich spüre,
welche unerfüllten Wünsche
in mir brennen…
welche Begegnungen mir wichtig wären..
welche Gespräche ich führen muss…
welche Taten ich vollbringen muss.
Ich erwarte nicht zuviel von mir,
denn auch in kleinen Schritten
finde ich hin zu meiner Zufriedenheit.

(Anne M. Pützer)

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Ich wünsche dir die Sonne in menschlichen Begegnungen;
durch die Glut der Achtung und Liebe wird das Leben erhellt.
Ich wünsche dir die Sonne in deinem einmaligen Gesicht;
durch ihren goldenen Glanz fallen die Schatten hinter dich.
Ich wünsche dir die Sonne, wo immer du bist und lebst;
ihre Strahlen scheinen dort, wo du sie einlässt.
Ich wünsche dir die Sonne, die unsere Welt in Farben taucht;
sie öffnet die Augen für die Schönheit des Lichts.
Ich wünsche dir die Sonne, die hinter dunklen Wolken scheint;
sie existiert, auch wenn wir sie nicht spüren.
Ich wünsche dir die Sonne, die dein Herz durchströmt;
ihr Glanz erhellt die Welt und ist dem Himmel nah.

Unbekannt

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Wenn die Liebe nicht ganz reicht,
wünsche ich dir Großherzigkeit.

Wenn du verständlicherweise auf Revanche sinnst,
wünsche ich dir Mut zum Verzeihen.

Wenn sich bei dir das Misstrauen rührt,
wünsche ich dir einen Vorschuss an Vertrauen.

Wenn du dich über die Dummheit anderer ärgerst,
wünsche ich dir ein herzhaftes Lachen.

Wenn du gerade aufgeben willst,
wünsche ich dir Kraft zum nächsten Schritt.

Wenn du dich von Gott und der Welt verlassen fühlst,
wünsche ich dir eine unverhoffte Begegnung,
vielleicht ein Klingeln an der Haustür.

Wenn Gott für dich weit weg scheint,
wünsche ich dir seine spürbare Nähe.

(unbekannt)

Ich wünsche Ihnen für die bevorstehende Adventszeit viele lichtvolle Begegnungen, sei es mit alten Freunden, mit der Familie, mit neuen Kontakten. Wenn Sie Zeit und Gelegenheit haben, können wir uns auf dem Fischbacher Weihnachtsmarkt an diesem 1. Adventswochenende an meiner literarischen Weihnachtshütte treffen. Einzelheiten wurden zu Beginn der Woche bereits versandt.

Ihre/Euer
Gerd Taron

PS:
Einen Bericht von der Erlebnis-Lesung von Karin Schmitt zum genannten Buch können Sie hier nachlesen:
https://gerdtaronantiquariat.wordpress.com/2016/11/20/die-kleinen-wunder-des-alltags-erlebnis-lesung-mit-karin-schmitt-in-der-buchhandlung-herr-in-kelkheim/

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Einladung zur literarischen Weihnachtshütte beim Fischbacher Weihnachtsmarkt

Einladung zur Literarischen Weihnachtshütte beim Fischbacher Weihnachtsmarkt

am 1. Adventwochenende, Samstag, 26.11. und Sonntag, 27.11.

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Die literarische Weihnachtshütte von „Taron-Antiquariat – Bücher und mehr“

Sie ist leicht zu finden: Vom Eingang Fischbacher Kirchgasse aus biegen Sie vor der Kirche links ab und Mann/Frau/Kinder kann/können direkt darauf zu gehen.

Ich darf Sie auch in diesem Jahr wieder herzlich zu einem der schönsten und romantischen Weihnachtsmärkte im Taunus einladen. Der Kerbeverein Kelkheim-Fischbach präsentiert rund um die Dreifältigkeitskirche an mehr als 60 Hütten, Ständen und Buden alles, was das weihnachtliche Herz begehrt.

Öffnungszeiten des Fischbacher Weihnachtsmarktes:
Samstag, 26.11. von 15 – 22 Uhr
Sonntag, 27.11. von 11- 21 Uhr

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Im Mittelpunkt der literarischen Weihnachtshütte steht in diesem Jahr das eben erschienene Buch „Kelkheim schreibt ein Buch“
Das Buch wird präsentiert von Paul Pfeffer und Christina Eretier vom Verlag Edition Pauer (www.editionpauer.com) Sie stellen weitere Bücher aus ihrem Verlagsprogramm vor.

In diesem Jahr darf ich wieder zahlreiche namhafte Autorinnen und Autoren an meiner Weihnachtshütte begrüßen.

Folgende Autorinnen und Autoren aus der Region haben ihr Kommen zugesagt:

Thomas Berger (http://www.autor-thomas-berger.de/ – am Samstag, 26.11. ab 15 Uhr

Birgit Gröger (http://www.lekowa.de/ – Samstag, 26.11. von 16 – 17 Uhr und Sonntag, 27.11. von 15- 17 Uhr

Uta Franck (http://www.uta-franck.de/ – Sonntag von 15 – 17 Uhr

Karin Schmitt (http://www.karin-schmitt.eu/ – Sonntag ab 15 Uhr

Brina Stein, die Spezialistin für Kreuzfahrt- und andere Meeresgeschichten (www.brina-stein.de ) ist wieder auf Kreuzfahrt, wird aber vorher eine Auswahl ihrer Bücher zurück lassen..

Connie Albers (http://www.connie-albers.de/ präsentiert ihren „Himmlischen Begleiter 2017“:

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An beiden Tagen gibt es eine große Auswahl von antiquarischen Büchern zu entdecken und zu erwerben.

Wer mag, kann sich an der Weihnachtshütte in das „Begegnungsbuch“ eintragen. Es müssen keine literarischen Meisterwerke sein. Gerne darf auch ein kurzes „Hallo“ oder anderes niedergeschrieben werden.

Die Spenden sind wieder für die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger bestimmt.

Nehmen Sie sich die Zeit, etwas abseits vom Rummel, zum Gespräch, zur Begegnung, zum Stöbern.

Mein literarisches Weihnachtshütten-Team und ich freuen uns auf Sie.

Ihr/Euer
Gerd Taron

Die kleinen Wunder des Alltags – Erlebnis-Lesung mit Karin Schmitt in der Buchhandlung Herr in Kelkheim

Die kleinen Wunder des Alltags – Erlebnis-Lesung mit Karin Schmitt in der Buchhandlung Herr in Kelkheim

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Die Geschichte von dem Jungen, der die Welt verbessern wollte

Kelkheim, 19.11.16

Lesungen mit der Bad Sodener Autorin Karin Schmitt sind immer besondere Erlebnisse. Wer eine Lesung von ihr besucht, darf darauf gefasst sein mit in ihren Büchern einbezogen zu werden. Diese Interaktion zwischen Autorin und Zuhörern haben ihren besonderen Reiz.
Dies konnten die Besucher bei der Lesung am Samstag in der Buchhandlung Herr erfahren.

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Rebekka Remer von der Buchhandlung Herr begrüßt Karin Schmitt

In der Wohlfühlatmosphäre die Rebekka Remer in ihrer Buchhandlung zauberte, hatte Karin Schmitt sehr schnell für gute Laune gesorgt.
Im ersten Kapitel des Buches beschreibt sie den Beginn einer Geschichte, in dem Zeitungsreporte „Dorfblatt-Dennis“ und Rita Roggenbrot von der Bäckerei eine Rolle spielen.

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Dorfblatt-Dennis alias Gerd Taron und Rita Roggenbrot alias Rebekka Remer mit der Autorin Karin Schmitt in Aktion

In der Lesung durfte ich dann sinnigerweise die Rolle von Dorfblatt-Dennis übernehmen. Rebekka Remer glänzte in einer Doppelrolle als Rita Roggenbrot und als junger Mann vom Kastanienweg.
Da holt einem doch glatt der Wichtel – ein wichtiges Zitat von Dorfblatt-Dennis in diesem Kapitel.

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Das erste Kapitel stellt als Thema die kleinen Wunder des Alltags in den Vordergrund. Und an jedem weiteren Tag (Kapitel) sind es andere Themen. Dazu gibt Karin Schmitt am Ende eines jeden Kapitels Impulse zum Nachdenken.
Ein Buch, dass so gut in die bevorstehende Weihnachtszeit passt.

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Informationen zu Karin Schmitt und ihrem Buch gibt es auf ihrer Internet-Seite http://www.karin-schmitt.eu/

Gerd Taron

Von der Lebenszeit – Literarischer Wochenendgruß vom 18.11.16

Von der Lebenszeit – Literarischer Wochenendgruß vom 18.11.16

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,

am kommenden Sonntag begehen die evangelischen Christen den „Ewigkeitssonntag“ oder auch „Totensonntag“ genannt. Es ist ein stiller Tag, an dem an die Verstorbenen im abgelaufenen Kirchenjahr gedacht wird.

Für mich ist es auch ein Tag, an dem mir all bei meinen Aktivitäten neu bewusst wird, dass meine Lebenszeit auf Erden begrenzt ist. Ich kann mein irdisches Lebensende nicht planen oder gar vorhersagen. Mit der dann beginnenden Adventszeit entsteht neue Hoffnung auf Leben, das mir jeden Tag neu geschenkt wird.

In diesem Bewusstsein bzw. Bewusstwerden möge dieser Wochenendgruß zum Nachdenken bewegen

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Bild der Unendlichkeit – Copyright Lissy Theissen

Wie mit den Lebenszeiten,
so ist es auch mit den Tagen :
Keiner ist uns genug, keiner ist ganz schön,
jeder hat seine Unvollkommenheit.
Aber rechne sie zusammen,
so kommt eine Summe Freude und Leben heraus.

Friedrich Hölderlin

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Foto: Connie Albers

Oh Leben Leben, wunderliche Zeit
von Widerspruch zu Widerspruche reichend
im Gange oft so schlecht so schwer so schleichend
und dann auf einmal, mit unsäglich weit
entspannten Flügeln, einem Engel gleichend:
Oh unerklärlichste, oh Lebenszeit.

Rainer Maria Rilke

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Foto: Gerd Taron

November

Blätterfell fällt
nackt nun die Zweige
schlaflos der Fuchs
und der Mond auf der Geige
spielt sein Lied
schwarz die Nacht
lässt die Nebelfrau tanzen
und Häwelmann lacht

Uta Franck

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Foto: Ute Weinmann

Alles hat seine Zeit.
Zeit der Trauer,
Zeit der Angst
und
Wut.
Zeit der offenen Wunden,
verletzten Gefühle,
Zorn und Tränen.
Zeit der Hoffnungslosigkeit,
Zeit der Leere
und der
Stille.
Zeit der Annahme,
Umarmung des kleinen Kindes
voller Trotz in Dir.
Zeit des Stillstands
und des Lassens,
was nicht mehr zu Dir gehört.
Zeit des Wandels,
Zeit des Lichtes
und der neuen Wege dann.
Zeit ist es nun und endlich
wieder –
Zeit zum leben
eines guten Lebens,
Zeit für das Gute,
Leichte,
Freie,
Zeit mit Dir und mir.
Zeit zum Leben.

Anja Schindler

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Foto: Birgit Böllinger

Neue Wege.
Türen werden sich mir öffnen.
Tore werde ich durchschreiten.
Einblicke will ich gewinnen.
Entwickeln an mir neue Seiten.
Ausblicke will ich genießen
auf positive Lebenszeiten.
Die Liebe möchte ich begrüßen.
Sie möge meinen Weg begleiten.
Die Menschen, und mich selbst, verstehen
will lernen ich mit wacher Seele.
Neue Wege werd´ ich gehen.
Den Neuanfang ich mir empfehle.

(Anne M. Pützer)

Ein besinnliches Novmeber-Wochenende wünscht

Ihnen/Euer
Gerd Taron

Zuhause sein – Literarischer Wochenendgruß vom 11.11.16

Zuhause sein – Literarischer Wochenendgruß vom 11.11.16

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,

es ist die Jahreszeit gekommen, wo sich jeder gerne in sein warmes Zuhause zurückzieht. Viele Menschen auf dieser Erde habe nicht diese Möglichkeit. Ihr Heim sieht anders aus als das unserer zivilisierten Welt.

In dieser Woche wurde das Buch „Kelkheim schreibt ein Buch“ vorgestellt. Die Edition Pauer hatte die Bewohner der Stadt Kelkheim am Taunus gebeten, ihre Texte über ihre Stadt zu schreiben. Daraus ist ein wunderbares Buch geworden mit vielen nachdenklichen und amüsanten Texten und Bildern über eine Stadt mit vielen Facetten.

Eine andere Kelkheimerin, Barbara Riedel, ist als digitale Nomadin in aller Welt unterwegs. In einem Beitrag des hessischen Fernsehens beschreibt sie sehr anschaulich, wo ihr Zuhause ist. Und sie erzählt am Ende davon, dass sie immer wieder gerne an ihr Zuhause, in Kelkheim, nach den langen Reisen zurückkehrt.

Wo ist Ihr persönliches Zuhause? Wohin kehren Sie immer wieder gerne zurück? Ist es Ihre gemütliche Wohnung oder Heim, sind es die Menschen, die Nachbarn, die Familie, die Freunde? Die Autorin Uta Franck schreibt im obengenannten Buch ein lesenswerten Artikel über „In Kelkheim wohnt man gut“. Es kann sicher auch jeder andere Ort auf dieser Erde sein – man muss ihn nur finden.

Weitere Informationen über das Buch und Barbara Riedel finden Sie am Ende des Wochenendgrußes

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Foto: Gerd Taron

Es kommt eine Zeit,
da lassen die Bäume
ihre Blätter fallen.
Die Häuser rücken
enger zusammen.
Aus den Schornsteinen
kommt Rauch.
Es kommt eine Zeit,
da werden die Tage klein
und die Nächte groß,
und jeder Abend hat
einen schönen Namen.
Einer heißt Hänsel und Gretel.
Einer heißt Schneewittchen.
Einer heißt Rumpelstilzchen.
Einer heißt Hans im Glück.
Einer heißt Sterntaler.
Auf der Fensterbank
im Dunkeln,
dass ihn keiner sieht,
sitzt ein kleiner Stern
und hört zu.

(Elisabeth Borchers)

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Foto: Birgit Böllinger

HAUS SCHÖNBLICK
Es steht am
Berg, am See, am Meer.
Blumenzier verströmt ihren Duft
von verlorenen Paradiesen,
einladende Fenster,
bei strahlendem Sonnenschein
juwelengleich funkelnd.
Des Hauses schöne Pforte
für Freundschaft und Liebe
weit offen bis zum Himmel,
zum Meer, zum See, zum Berg.
Balkone, Sonnenterrassen
und lichtdurchflutete innere Räume,
eine Oase des Glücks,
für Gäste und Bleibende.
Musik, die einfängt,
Lichter voll Glanz,
Speisen wie Küsse
streicheln die Zunge.
Schönblicks Betten
üppig und reich umhüllen
mit zärtlichen Kissen
jeden Weilenden.
Haus Schönblick weiß
um Lust und Liebe,
um Leid und Leidenschaft
seiner Bezwinger
von Bergen und Wasser,
der steilen Spitzen, Klüfte
und tiefen Abgründe.
Es weiß um
peitschende Stürme
und verletzenden Hagel
seiner Bewohner,
auch seiner selbst.
Wütet das Meer,
grollen Berg und See,
ächzt das Haus.
Im klirrenden Winter
erstarren
Fenster und Türen zu Eis
und seine Keller
laufen voll Wehmut und Trauer.
Doch Schönblick
am Berg, am See, am Meer
hofft auf Frühling und Freundschaft,
bleibend und neu,
und jedes Haus
bleibt da, wo es ist,
und schaut zufrieden,
ja glücklich hinaus.

© Lissy Theissen

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Foto: Gerd Taron

Dein Haus

Mit viel Sorgfalt und Liebe
entzieht dir das Leben die begehrten Geschenke:
die leuchtenden Blumen der Schönheit,
die offenen Türen des fertigen Glücks,
die sich überschlagenden Zahlen des Erfolgs.
Es traut und mutet dir mehr zu.
Auch aus dem, was du nicht kannst,
vielleicht sogar aus dem, was du nicht bist,
baust du ein Haus, erst sparsam
und mit viel Anstrengung,
später mit Überzeugung und Begeisterung.
Jedes Zimmer ist ein Raum der Achtsamkeit,
jedes Fenster Versuchung und Herausforderung,
jede Tür ein Abenteuer,
der Keller ein Fundament für jedes Stockwerk,
das du noch draufsetzt.
Im Garten pflanzt du Blumen,
deren Dornen sie nicht hindern
schön zu sein: Rose, Distel, Kaktus.
Hier wirst du die Tänzerin in Fesseln,
aber du wirst tanzen, und dein Ausdruck
wird hinreißend sein,
du wirst Dichterin ohne Worte sein,
aber deine Gedichte werden verzaubern,
und du wirst die Malerin im Dunklen sein
mit Bildern, die Licht ausstrahlen.
Du wirst Meisterin deiner Begrenzung,
deren Überwindung Legende sein wird
in der Annalen der Schönheit.

Ulrich Schaffer

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

An die Freunde

Wieder einmal ausgeflogen,
Wieder einmal heimgekehrt;
Fand ich doch die alten Freunde
Und die Herzen unversehrt.
Wird uns wieder wohl vereinen
Frischer Ost und frischer West?
Auch die losesten der Vögel
Tragen allgemach zu Nest.
Immer schwerer wird das Päckchen,
Kaum noch trägt es sich allein;
Und in immer engre Fesseln
Schlinget uns die Heimat ein.
Und an seines Hauses Schwelle
Wird ein jeder fest gebannt;
Aber Liebesfäden spinnen
Heimlich sich von Land zu Land.

Theodor Storm (1817 – 1888)

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Blick vom Atzelberg-Turm in Kelkheim-Eppenhain – Foto: Gerd Taron

Herbstmorgen

Der Tag erwacht.
Stille überall.
Nebelschwaden wallen über die sanften Hügel
und schlucken den leise fallenden Tau.
Weite Felder verschmelzen mit dem Horizont.
Der Weg verliert sich in der grauen Unendlichkeit.
Groß und mächtig thront der Baum vor der grauen Nebelwand.
Schwer und tief hängen seine Äste von der rot-gelben Pracht.
Die Leiter erwartungsvoll am dicken Stamm gelehnt.
Verschwommen der Waldrand.
Der grelle Schrei eines Eichelhähers durchzuckt die Stille.
Ein Eichhörnchen schwingt sich behände von Ast zu Ast.
Kaum zu hören.
Ein leichter Hauch weht die ersten goldgelben Boten
auf den feuchten Waldboden.
Bald zugedeckt.
Sanft knackend fällt eine reife Nuss zwischen die sich reckenden Bäume
auf den weichen Grund.
Leicht schwingt sich ein Bussard durch die feuchte Stille
des pastelligen Morgens.

Der Tag erwacht.

Birgit Gröger (aus dem Buch „Kelkheim schreibt ein Buch“)

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Foto: Christina Eretier

Ich wünsche dir Füße,
die dich auf den Weg bringen,
zu dem, was wichtig ist
und die nicht stehen bleiben
vor den Schritten,
die entscheidend sind.

Ich wünsche dir ein Rückgrat,
mit dem du aufrecht
und aufrichtig leben kannst
und das sich nicht beugt
vor Unterdrückung,
Willkür und Macht.

Ich wünsche dir ein Herz,
in dem viele Menschen zu Hause sind
und das nicht müde wird,
Liebe zu üben und
Schuld zu verzeihen.

Auszug aus einem jüdischen Segensspruch,

Ich wünsche Ihnen, dass Sie Ihr Zuhause finden, wo immer das sei.

Ein besinnliches Wochenende wünscht

Ihr/Euer

Gerd Taron

Hier noch einige Hinweise:

Über das Buch: „Kelkheim schreibt ein Buch“:

http://www.fnp.de/lokales/main-taunus-kreis/Kelkheimer-Autoren-von-9-bis-90;art676,2312398?utm_source=socialocal.de&utm_medium=facebook

Sendungen über Barbara Riedel
Hessenschau vom 03.11.16
http://hessenschau.de/tv-sendung/video-24000.html

Außerdem gibt es auf meiner WordPress-Seite einen Rückblick von der Lesung mit Uta Franck im Landratsamt Hofheim:

https://gerdtaronantiquariat.wordpress.com/2016/11/10/von-der-kunst-maerchen-zu-schreiben-und-zu-erzaehlen-lesung-mit-uta-franck-in-hohfieim-am-taunus/

Von der Kunst Märchen zu schreiben und zu erzählen – Lesung mit Uta Franck in Hohfieim am Taunus

Von der Kunst Märchen zu schreiben und zu erzählen – Lesung mit Uta Franck in Hohfieim am Taunus

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Foto: Maren von Hoerschelmann

Hofheim am Taunus, 27.10.2016

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Foto: Maren von Hoerschelmann

Landrat Michael Cyriax lud im kunstvollen Ambiente des Landratsamtes in Hofheim zu einer besonderen Lesung ein. Uta Franck las aus ihrem neuen Märchen-Buch „Sieben Tage, sieben Nächte“. Viele interessierte Zuhörer folgten der Einladung und kamen, um Uta Franck zu erleben.

„Märchen bündeln beispielhaft das Leben, schärfen den Blick für das Zauberhafte. Sie erwecken unser Erstaunen wie das Leben selbst.“
Mit diesen ersten Sätzen im Vorwort beschreibt Uta Franck sehr anschaulich die Faszination von Märchen. Uta Franck versteht es, den Zuhörer mit ihren selbst verfassten Märchen in den Bann zu ziehen. Mit ihrem neuen Buch ist ihr dies in besonderer Weise gelungen. Die neuen Märchen, insgesamt 36, die über den langen Zeitraum von 14 Jahren entstanden sind, verbinden das Hier und Jetzt mit Vergangenem. Es sind sehr aktuelle Themen, die angesprochen werden, wie z. B. im Märchen von „König Bleistift“.

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Uta Franck mit Barbara Heier-Reiner Foto: Maren von Hoerschelmann

Die sehr schönen Illustrationen von Barbara Heier-Rainer sind ein belebendes Element des Buches.

Von dieser Lesung möchte ich das Märchen „Vom richtigen Leben“ herausgreifen, weil es mich sehr berührt hat und so aktuell für Zeit ist. Darin wird die Geschichte einer beliebten Königin beschrieben, die sich auf eine Wanderschaft begibt. Sie möchte inkognito erfahren, wie ihre Untertanen leben und ob sie mit ihrem Leben zufrieden sind. Die Königin bekommt viele unterschiedliche Antworten. Sie sind so unterschiedlich wie das Leben der jeweiligen Untertanen selbst.

Gibt es den einen Weg, um glücklich und zufrieden zu leben? Die Antwort ist in diesem Märchen nachzulesen.

Dieses und die anderen Märchen, „König Bleistift“ – „Das Wasser der Erkenntnis“ – „ Die dunklen Vögel der Ruhelosen“ – „Der Oligobär“ – „Der Aal und die Scholle“ (eine besondere Liebesgeschichte), die Uta Franck präsentierte, sind in diesem Buch nachzulesen.

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Foto: Gerd Taron

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Allen Zuhörern war dieser märchenhafte Abend ein Genuss.
Gerd Taron

Die Buchhandlung Viola’s Bücherwurm aus Kelkheim– Von links nach rechts: Viola Chrsit-Ritzer, Maren von Hoerschelmann und Landrat Michael Cyriax – Foto: Gerd Taron

Zum Buch:

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Sieben Tage, sieben Nächte, Illustriert von Barbara Heier-Rainer

24,80 €
Format:
128 Seiten, Bild- und Textband
ISBN:978-3-95542-219-6

Einen Bericht von der Premierenlesung des Buches „Sieben Tage, sieben Nächte“ bei Viola’s Bücherwurm am 26.08.2016 finden Sie hier:
https://gerdtaronantiquariat.wordpress.com/2016/09/06/sieben-tage-sieben-naechte-oder-es-ist-wahr-und-es-ist-nicht-wahr-premierenlesung-mit-uta-franck-bei-violas-buecherwurm-in-kelkheim/
Dort sind einige weitere Märchen kurz beschrieben.

Sind Sie mit Ihrem Leben zufrieden? Literarischer Wochenendgruß vom 04.11.16

Sind Sie mit Ihrem Leben zufrieden? Literarischer Wochenendgruß vom 04.11.16

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

in der vergangenen Woche bekam ich die Möglichkeit, wieder eines der vielen schönen Märchen von Uta Franck bei einer Lesung zu hören. Sie las aus ihrem neuen Buch „Sieben Tage, sieben Nächte“.

In einem Märchen aus diesem Buch wird die Geschichte einer beliebten Königin beschrieben, die sich auf einer Wanderschaft begibt. Sie möchte inkognito erfahren, wie ihre Untertanen leben und ob sie mit ihrem Leben zufrieden sind. Die Königin bekommt viele unterschiedliche Antworten. Sie sind so unterschiedlich wie das Leben der jeweiligen Untertanen selbst

Das hat mich zum Thema der heutigen Ausgabe des neuen Wochenendgrußes geführt.

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Foto. Marina Rupprecht Fotografie

Der Blick auf meinen Lebens- Kalender
lässt mich zuweilen erschrecken.
Er ermahnt mich,
falsche Entscheidungen zu korrigieren
und mir wichtige Träume zu erfüllen.
Ich ziehe immer wieder Zwischenbilanzen
und sehe, wo ich stehe.
Ich spüre,
welche unerfüllten Wünsche
in mir brennen…
welche Begegnungen mir wichtig wären..
welche Gespräche ich führen muss…
welche Taten ich vollbringen muss.
Ich erwarte nicht zuviel von mir,
denn auch in kleinen Schritten
finde ich hin zu meiner Zufriedenheit.

(Anne M. Pützer)

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Foto: Gerd Taron

Wer andere erkennt, ist gelehrt.
Wer sich selbst erkennt, ist weise.
Wer andere besiegt, hat Muskelkraft.
Wer sich selbst besiegt, ist stark.
Wer zufrieden ist, ist reich.
Wer seine Mitte nicht verliert, ist unüberwindlich.
Lao-Tse

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Foto: Gerd Taron

Wir sind oft nicht zufrieden mit dem, was wir gerade leben. Aber zugleich haben wir Angst, aufzubrechen, das Vertraute abzubrechen und einen inneren und äußeren Umbruch zu wagen. Aber das Leben werden wir nur erfahren, wenn wir bereit sind, uns immer wieder auf den Weg zu machen.

Anselm Grün

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Foto: Gerd Taron

Das Geheimnis der Zufriedenheit

Es kamen einmal ein paar Suchende zu einem alten Zen-Meister.
„Meister“, fragte einer von ihnen „was tust du, um glücklich und zufrieden zu sein? Ich wäre auch gerne so glücklich wie du.“

Der Alte antwortete mit mildem Lächeln: „Wenn ich liege, dann liege ich. Wenn ich aufstehe, dann stehe ich auf. Wenn ich gehe, dann gehe ich und wenn ich esse, dann esse ich.“

Die Fragenden schauten etwas betreten in die Runde. Einer platzte heraus: „Bitte, treibe keinen Spott mit uns. Was du sagst, tun wir auch. Wir schlafen, essen und gehen. Aber wir sind nicht glücklich. Was ist also dein Geheimnis?“

Es kam die gleiche Antwort: „Wenn ich liege, dann liege ich. Wenn ich aufstehe, dann stehe ich auf. Wenn ich gehe, dann gehe ich und wenn ich esse, dann esse ich.“

Die Unruhe und den Unmut der Suchenden betrachtend, fügte der Meister nach einer Weile hinzu: „Sicher liegt auch Ihr und Ihr geht auch und Ihr esst. Aber während Ihr liegt, denkt Ihr schon ans Aufstehen. Während Ihr aufsteht, überlegt Ihr, wohin Ihr geht und während Ihr geht, fragt Ihr Euch, was Ihr essen werdet. So sind Eure Gedanken ständig woanders und nicht da, wo Ihr gerade seid. In dem Schnittpunkt zwischen Vergangenheit und Zukunft findet das eigentliche Leben statt. Lasst Euch auf diesen nicht messbaren Augenblick ganz ein und Ihr habt die Chance, wirklich glücklich und zufrieden zu sein.“

~Buddhistische Parabel~

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Foto. Marina Rupprecht Fotografie

Für ein zufriedenes Leben braucht man neun Dinge:
Genügend Gesundheit, dass die Arbeit Freude macht;
Genügend Wohlstand, um seine Bedürfnisse zu befriedigen;
Genügend Kraft, um mit seinen Schwierigkeiten zu kämpfen und sie zu besiegen;
Genügend Gnade, um seine Sünden zu bekennen und zu überwinden;
Genügend Geduld, um sich zu bemühen, bis etwas Gutes zustandegekommen ist;
Genügend Nächstenliebe, um in seinen Nachbarn etwas Gutes zu entdecken;
Genügend Liebe, um sich zu entschließen, anderen zu helfen;
Genügend Glaube, um die wahren Werke Gottes zu tun;
Genügend Hoffnung, dass all die angstvollen Zukunftsgedanken schwinden.

Johann Wolfgang von Goethe

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Foto. Marina Rupprecht Fotografie

Ich will tauschen

Tausche
sündteure Luxusgüter
gegen eine Kombipackung
Zufriedenheit und Dankbarkeit.

Tausche
einen randvollen Terminkalender
gegen ein Überraschungspaket
zu Herzen gehender Augenblicke.

Tausche
extragroße Zweifel und Ängste
gegen eine Familienpackung
Vertrauen und Geborgenheit.

Tausche
ein Leben voll Haben
gegen ein Leben
voll Sein und Sinn.

Ernst Ferstl

Nehmen Sie sich an diesem Wochenende wieder einmal Zeit sich zu besinnen und zu lauschen. Es könnte die Möglichkeit sein, zu einem Frieden mit sich selbst zu kommen.

Mit märchenhaften Grüßen

Ihr/Euer
Gerd Taron