Brot – Nahrung für unser Leben – Literarischer Wochenendgruß vom 30.08.13

Liebe Kulturfreunde,

 

der Sommer neigt sich allmählich dem Ende. Am Sonntag beginnt laut meteorologischen Kalender bereits der Herbst.

 

Die Früchte der Felder sind geerntet. Auf den Streuobstwiesen hier im Taunus beginnt in Kürze die Apfelernte.

 

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Foto: Marina Rupprecht

 

Und blüht der Weizen…

Und blüht der Weizen, so reift er auch,
das ist immer so ein alter Brauch.
Und schlägt der Hagel die Ernte nieder,
übers andere Jahre trägt der Boden wieder.

Johann Wolfgang von Goethe

 

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Zeit für uns, in Erinnerung zu rufen, wovon wir leben. In der Bibel heißt es im „Vater unser“ „Unser tägliches Brot gib uns heute“.

 

Wir sind in unseren Breitengraden, vor allem in unserem Land, mit einer großen Auswahl von Brot beschenkt. Anderswo sieht es anders aus, das dürfen und sollten wir bei unserem Reichtum nicht vergessen.

 

 

 

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Foto: Marina Rupprecht

 

 

„Wir brauchen Brot und Wein.

Brot ist Frucht der Arbeit,

Nahrung für unseren Körper.

Es wächst aus Erde, Sonne und Regen.

Brot ist eine Gabe der wechselnden Zeiten,

grüner Teppich des Frühlings,

gelber Reigen des Sommers,

schweres Gold des Herbstes,

lebendiges Weiß des Winters.

Auf dem Tisch des Lebens

Ist Brot Nahrung und Kraft.

 

Wir brauchen Brot und Wein.

Gottes Gaben in unseren Händen

Öffnen die Augen

und machen uns reich.

Wo wir das Brot brechen und teilen,

werden Hungrige satt,

schöpfen Mutlose Hoffnung,

lernen Traurige lachen.

Da ist Jesu Christ in unserer Mitte,

der mehr schafft, als wir sehen,

Frieden, Gerechtigkeit, Leben

für alle.

 

Autor unbekannt

 

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Foto: Marina Rupprecht

 

Wenn Sie mögen, können Sie mich und Marina Rupprecht, die wieder die Fotos zu diesem Wochenendgruß beigetragen hat,  heute am Freitag, 30.08.13 ab 19:00 Uhr bei einem literarischen Abendspaziergang in Kelkheim-Fischbach begleiten.

 

Ich wünsche Ihnen ein erholsames Spätsommer-Wochenende.

 

Ihr/Euer

 

Gerd Taron

Gerd Taron 

Taron-Antiquariat
Langstraße 30

65779 Kelkheim-Fischbach
Tel. 49+(0)6195-676695

Internet: www.gerdtaronantiquariat.wordpress.com

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E-Mail:
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Von Steinen lernen – Rundbrief von Pfarrer Andreas Schmalz-Hannappel

„Von Steinen lernen, heißt liegen lernen,“ spottete Robert Gernhardt. Doch liegt da nicht auch ein Fünkchen Wahrheit drin? Täte es uns nicht auch gut, einfach mal abzuwarten? Nicht in hektischen Aktionismus zu verfallen, sondern in Ruhe zu überlegen und dann mit aller Deutlichkeit das Richtige zu tun?
 Ich erlebe es leider immer wieder, ob in der Schule oder in der Kirche, aber auch in der Wirtschaft, dass viele Vieles tun, weil irgendetwas ja  getan werden muss. Aktion allein um der Aktion willen. Denn wer nichts tut, gilt nicht grade als innovativ, sondern als faul. Dabei täte es vielen gut, erst mal abzuwarten, nichts zu tun, die Lage zu analysieren und dann erst zu handeln. Auch in der momentanen politischen Lage wäre dies ein guter Ratschlag. Denn mit Erschrecken lese ich in den Zeitungen von einem drohenden Militärschlag gegen Syrien. Es ist in der Tat nicht hinzunehmen, dass Giftgas Menschen tötet. Aber bevor man die Waffen sprechen lässt, sollte man wissen, wohin dies führen soll und welche Möglichkeiten der Deeskalation es noch geben kann.
So gibt es viele Situationen im Leben, in denen es sinnvoller ist, zu warten, als sofort zu agieren. Vielleicht sollten wir uns wirklich ab und an den Stein als Vorbild nehmen, wie es der Autor Holm Friebe in seinem Buch „Die Stein Strategie – von der Kunst nicht zu handeln“ empfiehlt.
Der prägnanteste Stein, von dem in der Bibel erzählt wird, ist der Stein, den die Bauleute verworfen hatten. Er wurde zum Stolperstein und somit zum Stein des Anstoßes, um schließlich wirklich tragender Stein, nämlich Eckstein zu werden.
Da ist der Stein, der eigentlich ein Bild der Passivität ist, zu einem dynamischen und kräftigen Wirken gekommen, so dass auch der an Christusglaubende Mensch als lebendiger Stein bezeichnet werden kann.
So heißt für mich von diesem Eckstein zu lernen, darauf zu vertrauen, dass Gott mich im rechten Moment  das Rechte tun lässt.
Dies Vertrauen wünsche ich auch Dir.
Gottes Segen für Dich.
Andreas Schmalz-Hannappel, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde St. Johannes Kelkheim-Fischbach
P.S. Am kommenden Sonntag freut sich der Förderverein, wenn möglichst viele Menschen in den Gottesdienst (10.30 Uhr) und zum anschließenden Brunch kommen. Der Chor wird singen und die Band spielen.
Aus organisatorischen Gründen ist der Redaktionsschluss des neuen Gemeindebriefes auf Mitte September verschoben worden. Gedankensplitter oder Artikel zum Thema Toleranz sind sehr verwünscht (redaktion@st-johannes.net).

Vom Turm in die Freiheit ?! Ein Nachruf für einen lieben Menschen

Vom Turm in die Freiheit?!

Ein besonderer Nachruf für einen lieben Menschen

 

Am Abend des vergangenen Freitag erreichte mich eine Todes-Nachricht von einem Menschen, die mich sehr berührt hat.

Dieser Mensch hatte eine besondere Bedeutung in meinem Leben und ist eng mit meiner eigenen Lebensgeschichte verbunden.

In der vergangenen Woche nahm sie sich das Leben. Sie stürzte sich von einem hohen Turm in den Tod. Da ich ihre Lebensumstände gut kenne, kann ich mir vorstellen, was sie möglicherweise zu diesem Entschluss bewegt hat.

Sie hat sich nicht aus ihren Fesseln, aus dem Stacheldraht, der sie umgab, befreien können und sah offensichtlich keinen anderen Ausweg mehr als den Freitod.

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An dieser Stelle möchte ich einige persönliche Zeilen an sie richten:

Liebe A.,

 als ich Dich und Deine Familie vor 3 Jahren zum letzten Mal besucht habe, warst Du in einer sehr schwierigen Situation. Damals erschien alles hoffnungslos für Dich. In der darauf folgenden Zeit gab es dann wieder neue Hoffnung.

 Es schien, als ob ein Regenbogen Dir neuen Mut geben würde.

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Was Du nicht wissen konntest: Dieser Besuch hatte für mich eine große Bedeutung mit großen Nachwirkungen. Es war der Beginn in mein neues Leben.

Ähnlich wie Du habe ich gespürt, dass es nicht so weitergehen kann. „Ich will das ändern“ war meine Erkenntnis. Aber wo ist der Ausweg aus diesen Abhängigkeiten, in der wir uns beide befanden? Auf der Heimfahrt war mein Entschluss gefasst. Ich komme nie mehr an diesen Ort zurück – und: ich werde mich aus meinem familiären Umfeld  trennen. Das Buch von Rainer Wälde „Meine Reise zum Leben“ gab den allerletzten Anstoß.

Wie Dir bekannt, war ich bereits zu diesem Zeitpunkt krank. Du selbst hast mich einmal behutsam auf die schleichende Krankheit hingewiesen, die mein Leben zu ruinieren drohte. Diese Krankheit nennt sich „Alkohol“. Von einer Abhängigkeit begab ich mich in eine andere. – der Sucht. Heute weiß ich nach einer erfolgreichen Therapie, dass Alkohol als Lebensbewältigung und als Betäubungsmittel ungeeignet ist und alles zerstören kann. Dazu ist es glücklicherweise nicht gekommen.

In wenigen Tagen jährt sich der Tag, an dem ich mich entschloss, abstinent zu werden. Es wird ein besonderer Tag werden.

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Liebe A.

Ich danke Dir, dass ich Dich ein kleines Stück Deines Lebens habe begleiten dürfen. Durch Dein Leben hast Du mir neue Wege aufgezeigt, auch wenn es Dir nicht bewusst war.

Erst durch Dich habe ich den Weg in die Freiheit gefunden. Das ist das größte Geschenk, was Du mir machen konntest.

Du wirst jetzt sicher alle meine Aktivitäten, mein Leben, jetzt von oben begleiten. Und es ist sicher in Deinem Sinne, dass ich anderen Menschen durch mein Dasein, durch meine Lebenserfahrung, Wege in die Freiheit zeige. Wege heraus aus Abhängigkeiten, sei es durch Menschen, materielle Dinge oder durch Erkrankungen, wie z. B. Alkoholismus.

Ich wünsche allen, die diese Zeilen lesen, insbesondere den Angehörigen, die Du hinterlässt, dass Dein Leben auch ein Leben zur Hoffnung war und ist. Dafür werde ich alles tun, um anderen Hoffnung und Mut zu geben.

Gerd

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Wenn die Sonne erwacht in den Bergen – Sonnenaufgang über dem Taunus

Auf dem Atzelberg-Turm in Kelkheim-Eppenhain – in der Mitte der Feldberg, rechts der Altkönig. – an einem Donnerstagmorgen gegen 06:30 Uhr

 

Ein neuer Tag beginnt – und das Leben!

Mit einem Zitat möchte ich meinen Nachruf schließen

 „Denn ohne Freiheit welkt die Blume der Poesie, wo immer sie auch blühen mag.“ Astrid Lindgren in „Das entschwundene Land“ (eine wunderschöne Autobiographie!).

 

Gerd Taron

Die ersten drei Fotos wurden mir freundlicherweise von Marina Rupprecht zur Verfügung gestellt.

 Weitergabe von Text und Foto nur mit Genehmigung gestattet