Über die Bedeutung von Lesungen in der heutigen Zeit

Über die Bedeutung von Lesungen in der heutigen Zeit

Der bekannte Krimi-Autor Olaf Jahnke bei einer Lesung am Bad Sodener Tag der Künste – Foto. Gerd Taron

Liebe Freunde der Literatur,

in der Samstagsausgabe der FAZ vom 03.03.2018 las ich einen sehr lesenswerten Artikel über die Zukunft des Buches und vor allem über die Präsentation. Darin wird sehr anschaulich beschrieben, wie wichtig die Bindung zwischen Autor und Leser ist und die Lesungen heute eine besondere Rolle einnehmen.

Aus dem Schlussabschnitt möchte ihn an dieser Stelle zitieren:

„Wenn es stimmt, dass die größte unabhängige Verkaufsfläche für ein Buch der Autor in der Begegnung mit seinen Lesern ist, dann sollten sich alle Beteiligten hinterfragen. Die Erwartungen an Autoren und ihr Werk sind künftig in keiner Weise mehr abgekoppelt von denen an ihre öffentliche Performanz. Ein Autor, der nicht spricht, findet nicht statt. Es geht um Gegenwärtigkeit von Autoren um Ihren Unterhalt, um Unterhaltung. Es geht um die Zukunft der Verlage. Es geht um Kundenbindung und Wachstumsmarkt für den Weltkiosk Buchhandlung. Für die Veranstalter geht es um Anschluss an die Präsentationsstandards der Besten. Denn jede Veranstaltung ist nur so groß, wie ihre Form es zulässt, jede schlechte Veranstaltung kostet Leser. Der künftige Wert von Literatur in unserer Alltagswelt wird abhängen von der Vermittlungskultur, die wir jetzt dafür haben wollen.“

Schlussabschnitt des Artikels „Literatur vollplastisch“ – Das Buchgeschäft kriselt, die Lesungen aber boomen: Die Blickachse zwischen Autor und Publikum ist die beste Verkaufsförderung. Der Artikel ist erschienen in der Samstagsausgabe der FAZ vom 03.03.2018

Der Autor, Heike Hückstädt, ist Leiter des Literarturhauses Frankfurt am Main

Fazit aus meiner Sicht: Es wird immer wichtiger, sich und sein Werk als Autor in besonderer Weise zu präsentieren.

Auch für mich als „Nicht-Autor“ und eher in der Rolle als Literaturvermittler sehend, ermutigt mich dieser Beitrag. Meine literarischen Spaziergänge in freier Natur, in denen ich bekannte und weniger bekannte Autoren zu Wort kommen lassen, erfreuen sich zunehmender Beliebtheit.

Es kommt also auf die Verpackung an.

Gerd Taron

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Buchhandlungen in Kelkheim unterstützen regionale Autoren.

Es gibt in unserer Region dem Rhein-Main-Gebiet viele tolle Autoren, die interessante und lesenswerte Bücher aus den verschiedensten Genres schreiben.

Besonders freut mich, dass die örtlichen Buchhandlungen in Kelkheim aber auch an anderen Orten die regionalen Autoren unterstützen. So werden Schaufenster zum Ausstellen der jeweiligen Werke zur Verfügung gestellt aber auch Lesungen angeboten.

Zwei Beispiele von Buchhandlungen, die dies unterstützen, möchte ich präsentieren. Es ist die Buchhandlung Viola’s Bücherwurm in Kelkheim, Bahnstraße 13 und die Buchhandlung Herr, ebenfalls in Kelkheim, Frankenallee 6.

Beispiel Buchhandlung Viola’s Bücherwurm:

Das Schaufenster von Viola’s Bücherwurm

Im Innenleben von Viola’s Bücherwurm

Der neue Bildband von Brina Stein – Eine Kreuzfahrt um die Welt – Bild rechts unten

und die Kinderbücher von Franziska Franz (Bildmitte „Hans Hase mit der langen Nase) in der Bildmitte und Birgit Gröger („Ich bin doch gar nicht müde“) rechts oben

Beispiel Buchhandlung Herr in Kelkheim, Bahnstraße 6

Schaufenster von Buchhandlung Herr mit einer Auswahl von regionalen Autoren

In der Buchhandlung Herr – unter anderem mit dem Krimi von Olaf Jahnke „Patientenrache“

Es gibt sicher noch viele andere Buchhandlungen, nicht nur im Rhein-Main-Gebiet, die regionale Autoren auf diese Weise unterstützen.

Ihnen sei im Namen aller Autoren gedankt für diese Hilfe.

Gerd Taron

Glueckskind – Der neue Roman von Anne Zegelman – Eine Rezension

Glueckskind – Der neue Roman von Anne Zegelman – Eine Rezension

Kelkheim-Fischbach, 06.02.18

Es war eine gelungene Premierenlesung des neuen Romans von Anne Zegelman am 21.01.18 in der Alten Kirche von Kelkheim-Hornau.

Daher war ich sehr gespannt auf das Buch, wenn ich es selbst lese und welche Eindrücke es bei mir hinterlässt.

Um es vorwegzunehmen: Es hat Spuren hinterlassen, so wie das Leben selbst mit allen Höhen und Tiefen.

In sehr eindrücklicher und einfühlsamer Weise erzählt Anne Zegelman die Geschichte von drei Generationen, von der Nachkriegszeit über die 68er bis in die heutige Zeit.

Es beginnt mit einer Fronleichnamsprozession, bei der der „junge“ Großvater kurz nach dem Ende des zweiten Weltkrieges in einem kleinen Ort eine Flagge an seinem Hause hisst. Die vorbeiziehenden Gläubigen reagieren verstört und entsetzt über diese Flagge. Es ist die Fahne der Tschechoslowakei, die so gar nicht zum Anlass passt.

Anne Zegelman erzählt dann im weiteren Verlauf über das Leben der Familie in dieser Kleinstadt – über die Tochter Tessa und später deren Enkelin Marie.

Es sind oft rührende Szenen, die sie beschreibt, wie die große Bücherfreundin Tessa eine Hippie-Freundin namens Eva kennen lernt und später mit ihr die Welt bereist

Sie kommt nach Jahren wieder zurück in ihren Heimatort. Dort kommt unter tragischen Umständen Marie zur Welt. Auch sie führt dann ein sehr bewegtes Leben. Beim Auffinden des Tagesbuches mehr über das Leben ihrer Mutter Tessa erfährt.

Sie besucht Eva, die engste Freundin ihrer Mutter Tessa, in den USA. Dort lernt Marie ihre große Liebe kennen. Es ist eine rührende Liebesgeschichte und es folgen glückliche und ereignisreiche Jahre, bis ein Schicksalsschlag diesem ein Ende macht.

Der Leser gewinnt den Eindruck, als ob Anne Zegelman bei all diesen verschiedenen Leben von der Großmutter und Großvater, von der Mutter und der Enkelin persönlich dabei war. Dabei ist angeblich, so Anne Zegelman, alles frei erfunden. Wirklich?

Was mich an diesem Buch beeindruckt, ist die einfühlsame Beschreibung der Charaktere und der gesamte Sprachstil.

Für alle, die selbst ein bewegtes Leben und Schicksalsschläge ertragen mussten, ist es ein mutmachendes Buch. Wer nicht aufgibt in schwierigen Situationen ist ein „Glückskind“

Ein für mich sehr wichtiger Satz in diesem Buch, der mir im Gedächtnis bleiben wird, lautet:

„Wir nehmen uns zu selten Zeit, unserem Leben zuzuhören.“

Dieser Roman hat eine Fortsetzung verdient. Wenn nicht, darf sich der Leser gerne in seiner Fantasie darüber nachdenken, wie es denn weitergehen könnte.

Gerd Taron

Mehr über die Autorin

https://www.anne-zegelman.de/

https://dezembra.blog/

Informationen zum Buch:

Geest-Verlag 2017
ISBN 978-3-86685-629-5
202 Seiten
12 Euro

Bericht über die Premierenlesung am 21.01.18 in der Alten Kirche Kelkheim-Hornau

https://gerdtaronantiquariat.wordpress.com/2018/01/23/glueckskind-anne-zegelman-und-ihre-premierenlesung-in-der-alten-kirche-hornau/

Flagge zeigen – Literarischer Wochenendgruß vom 02.02.18

Flagge zeigen – Literarischer Wochenendgruß vom 02.02.18

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

die Anregung zu der heutigen Ausgabe bekam ich durch den neuen Roman von Anne Zegelman „glueckskind“. In der Einleitung beschreibt sie eine Fronleichnamsprozession, die in der Nachkriegszeit stattfindet.

Ein“ junger ‚Großvater“ hisst aus diesem Anlass eine Flagge, die die vorbeiziehenden Gläubigen etwas verstört, weil es eine Fahne der Tschechoslowakei ist. Daraus entwickelt sich eine spannende und manchmal tragische Familiengeschichte über drei Generationen.

Wie zeigen Sie in Ihrem Leben „Flagge“? Richten Sie Ihr Leben nach der Meinung anderer z. B. Freunde, Familie, den Medien aus? Wie halten Sie Gegenwind aus? Es ist sicher nicht einfach, den Stürmen des Lebens zu trotzen. Aber wenn man es geschafft hat, ist dann nicht die Freude besonders groß?

Die neuen Texte und Fotos von mir und Brina Stein mögen Sie dazu inspirieren, auch in widrigen Lebenssituationen nicht aufzugeben und dem Leben Flagge zu zeigen.

Foto: Brina Stein

Wind des Lebens
Ich bin nur ein Segelboot
auf dem Meer des Lebens.
Wie alle anderen
bin ich den Naturgewalten ausgeliefert.
Meine Aufgabe besteht darin,
mich dem Wind
und den Wellen
hinzugeben.
Nicht immer ist es angebracht,
das Ruder,
das Steuer
selbst in die Hand zu nehmen.
Manchmal ist es angebracht,
gelassen auf dem Wasser zu schaukeln,
die Sonne zu genießen,
Salz zu atmen
und sich vom Wellenschaum
umspülen zu lassen.
Manchmal ist es angebracht,
einfach
nichts zu tun.
Manchmal ist es angebracht,
abzuwarten,
bis sich eine neue Briese erhebt
und wieder ins Segel bläst.
Manchmal ist es angebracht,
das Kämpfen aufzugeben
und stattdessen
zu vertrauen.
Manchmal ist es angebracht,
die Schaukelphasen,
in denen das Leben scheinbar still steht,
einfach nur zu genießen.
Es sind die Zeiten,
in denen dir das Leben eine Pause gönnt.
Viel schneller als du denkst,
pfeift dir der Wind wieder um die Ohren.
Dann kannst du die Segel setzen,
an den Leinen zurren,
dich gegen Wind und Wellen stemmen,
die Richtung vorgeben
und neue Ufer ansteuern.
Ich bin nur ein Segelboot
auf dem Meer des Lebens “

Silke Kühn

Foto: Gerd Taron

Meinungen können an gewissen Grundwahrheiten so wenig ändern, wie Wetterfahnen die Richtung des Windes ändern können. Die Wetterfahnen machen den Wind nicht östlich oder nördlich, ebenso können Meinungen die Wahrheit nicht wahr machen.

Vincent van Gogh

Foto: Brina Stein

Pessimisten fürchten den Wind.
Optimisten hoffen, dass er sich dreht.
Realisten richten ihre Segel.

Autor unbekannt

Foto: Gerd Taron

VORGEFÜHL

Ich bin wie eine Fahne von Fernen umgeben.
Ich ahne die Winde, die kommen, und muß sie leben,
während die Dinge unten sich noch nicht rühren:
die Türen schließen noch sanft, und in den Kaminen ist Stille;
die Fenster zittern noch nicht, und der Staub ist noch schwer.
Da weiß ich die Stürme schon und bin erregt wie das Meer.
Und breite mich aus und falle in mich hinein
und werfe mich ab und bin ganz allein
in dem großen Sturm.

Rainer Maria Rilke

Foto: Brina Stein

„Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen.“

Chinesisches Sprichwort

Foto: Brina Stein

Hälfte des Lebens

Mit gelben Birnen hänget
Und voll mit wilden Rosen
Das Land in den See,
Ihr holden Schwäne,
Und trunken von Küssen
Tunkt ihr das Haupt
Ins heilignüchterne Wasser.
Weh mir, wo nehm ich, wenn
Es Winter ist, die Blumen, und wo
Den Sonnenschein,
Und Schatten der Erde?
Die Mauern stehn
Sprachlos und kalt, im Winde
Klirren die Fahnen.
Friedrich Hölderlin

Ich wünsche Ihnen ein windstilles Wochenende zum Erholen von Ihrem Alltag.

Ihr/Euer

Gerd Taron

Mehr zu dem neuen Roman von Anne Zegelman und der Premierenlesung finden Sie hier:

https://gerdtaronantiquariat.wordpress.com/2018/01/23/glueckskind-anne-zegelman-und-ihre-premierenlesung-in-der-alten-kirche-hornau/

Glueckskind Anne Zegelman und ihre Premierenlesung in der Alten Kirche Hornau

Glueckskind Anne Zegelman und ihre Premierenlesung in der Alten Kirche Hornau

Alte Kirche Kelkheim-Hornau

Kelkheim-Hornau, 21.01.2018

Es zog keine Prozession am Ort der Premierenlesung von Anne Zegelmans neuem Roman „glueckskind“ vorbei. Denn es wäre sehr passend gewesen, da ihr neuer Roman mit einer Fronleichnamsprozession in der Nachkriegszeit beginnt.

Ein“ junger ‚Großvater“ hisst aus diesem Anlass eine Flagge, die die vorbeiziehenden Gläubigen etwas verstört, weil sie es eine Fahne der Tschechoslowakei ist. Daraus entwickelt sich eine spannende und manchmal tragische Familiengeschichte über drei Generationen. Von Martha (Großmutter), Jakob (junger Großvater) über Teresa, genannt Tessa, und deren späterer Tochter Marie schafft es die „junge“ Autorin Anne Zegelman (sie ist Mitte 30) ihre Zuhörer in den Bann zu ziehen. Anne Zegelman gelingt es, einen Bogen von der Nachkriegsgeneration, über die „Hippies“ (68er-Generation) zum heutigen Leben zu schaffen. Letztlich bleibt die Frage bis zum Schluss des Buches, ob Marie wirklich doch ein „glueckskind“ ist.

Die vorgetragenen Textpassagen wurden musikalisch begleitet von Michael Forst auf einer großen und einer kleinen Gitarre.

Für kulinarische Genüsse sorgte „Bordeaux-Wein direkt“ aus Bad Soden am Taunus

Rebekka Remer von der Buchhandlung Herr in Kelkheim und der „glueckskind“-Büchertisch

„Das Leben ist eine in siebenfaches Goldpapier eingewickelte
Bittermandel.“
Friedrich Hebbel

„Du kannst auf dieser Welt nur leben, wenn du sie zu deiner Geliebten machst.“
Janosch

Diese beiden Zitate, die Anne Zegelman ihrem Buch vorangestellt hat, beschreiben sehr zutreffend den Roman in seiner Vielfalt.

Viele Zuhörer in der vollbesetzten Kirche und der Autor dieser Zeilen hatten immer wieder das Gefühl, das die Geschichten, die Anne Zegelman vortrug, real sind.

Signieren einmal anders

Anne Zegelman verstand es meisterhaft, eine fiktive Familiengeschichte so spannend zu erzählen, als ob der Zuhörer/Leser selbst ein Teil dieses Buches ist.

Die Leiterin des Kulturreferats der Stadt Kelkheim, Frau Dr. Beate Matuschek, bei der Präsentation

Ich wünsche dem Buch eine große Verbreitung. Gespannt bin ich darauf, ob ich es ebenso schnell schaffe, wie die Leiterin des Kulturreferates, Frau Dr. Matuschek, das Buch an einem Nachmittag zu lesen.

Gerd Taron

Informationen zum Buch:

Geest-Verlag 2017
ISBN 978-3-86685-629-5
202 Seiten
12 Euro

Was zählt – Literarischer Wochenendgruß vom 05.01.18

Was zählt – Literarischer Wochenendgruß vom 05.01.18

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

nun sind bereits wieder die ersten Tage im neuen Jahr vergangen. Zu Beginn des neuen Kalenderjahres blicken wir nach vorne und sind hoffentlich gespannt auf neue Herausforderungen, Begegnungen, Erlebnisse.

Einige Leser sind aufgrund persönlicher Ereignisse vielleicht eher mutlos, ratlos und haben nicht so viel Zuversicht wie andere. Diesen wünsche ich in ihrer jeweiligen Situation, dass sie die Hoffnung auf bessere Zeiten nicht verlieren.

Für mich persönlich stellt sich immer wieder neu die Frage: Was zählt, was bleibt in unseren Leben, heute und morgen und auch gestern.

Mit den Texten und Fotos in der ersten Ausgabe des literarischen Wochenendgrußes 2018 möchte ich wieder zum Nachdenken inspirieren.

Sonnenaufgang im Wald – Foto: Franziska Franz

„Der Gesang der großen Weite“

Alle Taten von gestern
sind geschehen.
Was heute zählt,
ist nur die Energie
des Augenblicks.
Stimm ein in den
Gesang der großen Weite,
den Gesang,
den auch deine Seele
unter freiem Himmel singt.
Mag sie krächzen,
sei geduldig
mit ihr,
gib ihr die Nahrung,
die dein Engel dir bringt.
Wenn sie später
ergreifend schön singt,
horche!

© Lissy Theissen

Foto: Gisela Michaelis

Unsere Werte

Wir sind geprägt von einer Kultur, die Quantität betont. Das ist der Ausdruck des Unerwachsenseins. Wer schießt die meisten Tore, wer hat die meisten Stimmen, wer verdient am meisten? Wir leben in einer Welt, in der für viele das Messbare das Wirklichste ist. Alles andere ist nebulös, persönlich und subjektiv. Die Bedeutung, der Sinn, der Gehalt sind nicht messbar.

Unsere Lust, zu sammeln ist Ausdruck dieser Haltung. Wir sammeln Briefmarken, Autos, Geld, Ideen, Freunde und für manche zählt nur die Anzahl. Aber Anzahl sagt nichts über Inhalt aus. Menge hat nichts mit Qualität zu tun. Man könnte sogar sagen, dass dort, wo die Konzentration auf der Anzahl oder der Menge liegt, die Qualität leidet. Man kann nur eine gewisse Anzahl von Freundschaften wirklich schöpferisch und liebevoll gestalten. Man kann nur einer begrenzten Anzahl von Gedanken in der Tiefe nachgehen.

Sich von der Quantität zur Qualität zu wenden ist ein Entwicklungsschritt, ein Ausdruck des Reifens. Durch gewisse Begrenzungen, die gewöhnlich mit dem Alter kommen, bietet sich diese Umorientierung an. Aber nur deshalb weniger zu tun, weil man mehr nicht schafft, ist nur ein halber Schritt. Es geht darum, zu entdecken, dass in dem „Weniger“ wirklich die ganze Welt enthalten ist.

Es scheint ein Gesetz zu sein: Da, wo durch die Tiefe die Qualität zunimmt, nähert sich das Qualitätsvolle der umfassenden Bedeutung des Lebens, in der alle Formen von Quantität enthalten sind. Eine wirklich gute Freundschaft ist ebenso viel wert wie viele Freundschaften. Ein Gedanke in der Tiefe verfolgt, erleuchtet alle anderen Gedanken. Dies zu verstehen ist in der Jugend fast unmöglich. Im Alter aber liegt darin die Erfüllung des Lebens. Wer so älter wird, spürt auch noch seine Jugend und sein mittleres Alter, weil im Älterwerden alle Lebensphasen enthalten sind.

Ulrich Schaffer

Foto: K.-H. Fischer

Gesten der Menschlichkeit

Nur eine kleine Umarmung
kann Dir soviel geben.
Sie schenkt Dir Geborgenheit
und bringt Glück in Dein Leben.
Nur eine kleine Umarmung ist so viel wert,
weil sie zwar nur für den Moment zählt
und doch in Deinem Herzen ewig wehrt.

Nur ein kleines Lächeln
auf einem anderen Gesicht,
lässt Dir die Dunkelheit vertreiben
und schenkt Dir Freude und Licht.
Nur ein kleines Lächeln bringt soviel Glück,
es erwärmt Dein Herz und
schenkt Dir eines zurück.

Nur eine kleine Träne auf dem
Gesicht des anderen sagt Dir,
Du bist es, der sie lässt wandern.
Schenke ihm ein Lächeln
und eine Umarmung zurück.
Dies Geschenk hilft auch Dir
und bringt Dir Glück.

Nur eine kleine Geste ist doch die,
die für immer im Herzen bleibt.
Eine kleine Geste ist es,
die in uns so oft den Kummer vertreibt.

Autor unbekannt

Foto: Tim-Thilo Fellmer

Die Glücksbohnen – eine Geschichte zum Nachahmen

Es war einmal ein Bauer, der steckte jeden Morgen eine Handvoll Bohnen in seine linke Hosentasche. Immer wenn er während des Tages etwas Schönes erlebt hat, wenn ihm etwas Freude bereitet oder wenn er einen Glücksmoment empfunden hatte, nahm er eine Bohne aus der linken Hosentasche und gab sie in die rechte.
Am Anfang kam das nicht so oft vor. Aber von Tag zu Tag wurden es mehr Bohnen, die von der linken in die rechte Hosentasche wanderten. Der Duft der frischen Morgenluft, der Gesang der Amsel auf dem Dachfirst, das Lachen seiner Kinder, das nette Gespräch mit seinem Nachbarn – immer wanderte eine Bohne von der linken in die rechte Tasche. Bevor er am Abend zu Bett ging, zählte er die Bohnen in seiner rechten Hosentasche.

Und bei jeder Bohne konnte er sich an das positive Erlebnis erinnern. Zufrieden und glücklich schlief er ein – auch wenn er nur eine Bohne in seiner rechten Hosentasche hatte.

[Burkhard Heidenberger, der diese Geschichte im Internet veröffentlicht hat]

Foto: Olaf Jahnke

Egal wohin unsere Reise führt,
wie lange sie dauert
und ob wir je am Ziel angelangen,
das, was zählt sind die liebevollen
Menschen, Begleiter und Begegnungen,
die während unserer Reise mit uns
in gleicher Richtung sind.
Gute Reise, liebe Seele.
Anja Schindler

Ich wünsche allen eine viele schöne Reisen durch das Jahr 2018. Mögen Ihnen, Ihrer Familie und Freunden, Mitmenschen viele positive Erlebnisreisen beschert sein.

Ihr/Euer

Gerd Taron

Von Zeitungsdieben und Wetterkapriolen – Der Alltag in diesen Tagen der Zeitungszusteller

Von Zeitungsdieben und Wetterkapriolen – Der Alltag in diesen Tagen der Zeitungszusteller

Mit diesem Zeitungswagen bin ich jeden Morgen unterwegs – viele andere Kolleginnen und Kollegen sind mit ihren Autos unterwegs, um die Zustellung rechtzeitig zu ermöglichen. – Foto: Gerd Taron

Was werden die Früchte deines Lebens sein?
Die morgendlichen Schlagzeilen
die wir beim Frühstück lesen
erschüttern und empören uns.
Die Nachrichten am Abend
berichten von weiteren Anschlägen und Massakern,
von Übergriffen und Tätlichkeiten,
die sich über Tag ereignet haben und summierten.
Mensch, wenn du doch mal klug wirst
und einhältst im Ausrotten deiner Spezies!
Fühle bei dir selbst,
was du anderen antust.
Fühle deine Grausamkeit.
Höre deine Opfer schreien.
Macht Zerstörung und Tod Sinn?
Gemeinsam etwas aufzubauen,
das macht Sinn!
Erschaffen, statt ausrotten!
Schmerzen nehmen, statt sie zuzufügen!
Freude verbreiten, statt Angst zu machen!
Leben schenken, statt es zu töten!
Weitblick haben,
statt kurzfristig alles zu vernichten!
Aktiviere deine Gehirnzellen
und fühle in dein Herz.
Was werden einst die Früchte deines Lebens sein?

(Anne M. Pützer)

Kelkheim-Fischbach, 02.01.2018

Wie vielen bekannt sein dürfte, bin ich im „Nebenjob“ als Zeitungszusteller unterwegs. In diesen Tagen. Ist es besonders schwierig. Das Wetter meint es nicht besonders gut mit uns. Von Regen, Schnee, Schneematsch und Sturm ist alles dabei. Dazu kommen umfangreiche Werbebeilagen, die irgendwie in überfüllten Briefkästen und Zeitungsrohre untergebracht sein wollen.

Die „Berge“ sind derzeit dank der umfangreichen Werbebeilagen der bekannten Möbelhäuser um einiges höher – Foto: Gerd Taron

Einige Abonnenten haben dafür kein Verständnis – andere zeigen in besonderer Weise in persönlichen Begegnungen ihre Anteilnahme.

All diesen Wetterumstände kommen noch die Zeitungsdiebe hinzu, die sogar aus geschlossenen Briefkästen „ihre“ Tageszeitung entnehmen.

Wenn also Ihre Zeitung mal nass oder sehr verspätet bei Ihnen ankommt – der Zusteller ist oft nur selten „schuld“ daran.

Über eine besondere Begegnung nach einer meiner schwierigsten Touren habe ich auf meiner WordPress-Seite berichtet:

https://gerdtaronantiquariat.wordpress.com/2017/12/

Mit zeitungsfreundlichen Grüßen

Ihr/Euer

Gerd Taron