Aus den USA zu den Kelkheimer Wurzeln – En Wiedersehen der besonderen Art

Aus den USA zu den Kelkheimer Wurzeln – En Wiedersehen der besonderen Art

Josefine Mabry mit dem Autor an der Bushaltestelle „Zauberberg“ in Kelkhem-Ruppertshain am 25.11.2014

Kelkheim, 23.05.2017

Liebe Kelkheimer und andere,

am heutigen Mittag hatte ich ein besonderes Wiedersehen mit sehr lieben Menschen.

Es war im Herbst 2014 als ich von der Stadt Kelkheim, der heutigen Pressesprecherin Christine Michel, gebeten wurde, einen ungewöhnlichen Auftrag zu erfüllen. Josefine Mabry, hatte den großen Wunsch an die Stätten ihrer Jugend zurück zu kehren. Ihre Tochter Louise Johnson setzte sich mit der Stadt Kelkheim in Verbindung.
In den 1950er und zu Beginn der 1960er Jahre erlebte Josefine Mabry ihre Jugend und ersten weiteren Lebensjahre in Kelkheim direkt am Gimbacher Hof in Kelkheim. Darüber berichtetet das Höchster Kreisblatt in der Ausgabe vom 14.01.2015.

Am heutigen Mittag traf ich Josefine Mabry, ihre Tochter und ihre Cousine am Parkplatz eines ‚Supermarktes unerwartet wieder. Ihre Tochter Louise Johnson hatte mich nach kurzem Zögern wieder erkannt. Sie waren kurz zuvor am Frankfurter Flughafen gelandet und wollten kleinere Einkäufe in Kelkheim erledigen.
Sie besuchen derzeit Irma Berger, die als Autorin von „Kelkheim schreibt ein Buch“, ihre Erinnerungen „Warum ich heute in Kelkheim lebe“ veröffentlichte.

Ein Tag mit besonderen Momenten der Begegnung neigt sich dem Ende.
Mit abendlichen Grüßen

Ihr/Euer
Gerd Taron

Ein Tag für die Literatur“ am Sonntag, 07.05.17 – Mit dem Hessischen Rundfunk rund um den Rettershof

Ein Tag für die Literatur“ am Sonntag, 07.05.17 – Mit dem Hessischen Rundfunk rund um den Rettershof

Auf literarischen Pfaden rund um den Rettershof

Kelkheim-Fischbach, 21.04.2017

Liebe Freunde der Literatur,
große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: Am Sonntag, 7. Mai 2017, feiert Hessen seinen „Tag für die Literatur“. Dabei steht die Literatur aus und über Hessen im Mittelpunkt. Das Festival findet bereits zum sechsten Mal im zweijährigen Turnus statt. Über 140, zum Teil ungewöhnliche, Orte und Veranstaltungen zeigen die große Vielfalt der Literatur in Hessen.

Initiiert und organisiert wird dieses besondere Literaturfestival vom Hessischen Rundfunk – hr2 kultur
Brina Stein und ich freuen uns, dass wir bei diesem Festival mitwirken zu können.

Unter dem Titel „Auf literarischen Pfaden rund um den Rettershof“ präsentieren 4 Autorinnen und Autoren aus der Region, d. h. Kelkheim und Eppstein, ihre Geschichten und Gedichte.
Die einzelnen Stationen der literarischen Tour möchte ich Ihnen nachstehend präsentieren:

Begrüßung:
Am Treffpunkt „Unter der Linde“ am Rettershof beginnt der Spaziergang um 14:30 Uhr.

Hier erwartet Sie Uta Franck, die aus ihren Märchen aus der Region vorliest.

Am Schlosshotel Rettershof hat Ortwin Kloß einiges über die Vergangenheit des Schlosshotels zu berichten. Er ist einer der 50 Autorinnen und Autoren von „Kelheim schreibt ein Buch“ und weit über die Grenzen hinaus bekannter Kommunalpolitiker.

Wir steigen hinab zum Rettershof und treffen auf die Autorin Brina Stein, nicht nur für Wasser und mehr bekannt, an einem alten Torbogen. Es wird besonders spannend, da viele die historischen Hintergründe des Torbogens nicht kennen.

Wir schreiten des Weges und erreichen den „Liebespfad“. Dieser liegt in unmittelbarer Nähe des Landgasthofes „Zum fröhlichen Landmann“.
Dort erwartet uns Paul Pfeffer, der mit seiner Lebensgefährtin Christina Eretier die Kelkheimer Kultur- und Literaturszene, bereichert. Er präsentiert aus seinem Verlag Edition Pauer“ Liebesgedichte und Geschichten.

Nach so viel Geistreichem können sich die Teilnehmer im Reiterstübchen beim „Zum fröhlichen Landmann““ bei Kaffee und Kuchen und anderen Köstlichkeiten erholen.
Für die Organisation dieses Nachmittages sind wir für einen Kostenbeitrag von 8 Euro dankbar.

Auf einen unterhaltsamen literarischen Nachmittag freuen sich
Gerd Taron und Brina Stein

Weitere Informationen unter:
http://www.hr-online.de/website/specials/literaturland/index.jsp?rubrik=97116&key=standard_document_63604408

In Kelkheim gibt es bereits um 10:30 Uhr mit der bekannten Kinderbuchautorin Brigit Gröger „Alima, das Mädchen aus Aleppo“ in Kelkheim-Münster eine weitere Veranstaltung

Da wohnt niemand mehr – Literarischer Wochenendgruß vom 24.03.17

Da wohnt niemand mehr – Literarischer Wochenendgruß vom 24.03.17

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

„Da wohnt niemand mehr“. Dies war der letzte Satz eines Polizisten in einem Telefonat mir gegenüber. Der Polizist antwortete damit auf meine Frage, warum seit vielen Tagen keine Zeitung mehr ins Haus einer Abonnentin geholt wurde. Sie bekam ihre Tageszeitungen nach Absprache direkt vor die Haustüre ihres kleinen Häuschens in einem Wochenendgebiet gelegt. Aufgrund ihres hohen Alters war sie nicht mehr in der Lage, die Zeitungen an ihrem eisernen Tor entgegen zu nehmen.

Diese Geschichte ereignete sich erst vor wenigen Tagen und veranlasste mich trotz des frohmachenden Frühlingsanfangs dieses traurige Ereignis zum Thema des neuen Wochenendgrußes zu wählen.

Foto: Gerd Taron

An Mauern hin

Es geht ein alter Weg entlang
An wilden Gärten und einsamen Mauern.
Tausendjährige Eiben schauern
Im steigenden fallenden Windgesang.

Die Falter tanzen, als stürben sie bald,
Mein Blick trinkt weinend die Schatten und Lichter.
Ferne schweben Frauengesichter
Geisterhaft ins Blau gemalt.

Ein Lächeln zittert im Sonnenschein,
Indes ich langsam weiterschreite;
Unendliche Liebe gibt das Geleite
Leise ergrünt das harte Gestein.

Georg Trakl

Foto: Gerd Taron

Das ist die Sehnsucht: Wohnen im Gewoge
und keine Heimat haben in der Zeit.
Und das sind Wünsche: Leise Dialoge
täglicher Stunden mit der Ewigkeit.
Und das ist Leben. Bis aus einem Gestern
Die Einsamste von allen Stunden steigt,
die, anders lächelnd als die andern Schwestern,
dem Ewigen entgegenschweigt.

(Rainer Maria Rilke)

Foto: Gerd Taron

Ihr sollt nicht eure Flügel falten,
damit ihr durch Türen kommt,
noch eure Köpfe beugen,
damit sie nicht gegen eine Decke stoßen,
noch Angst haben zu atmen,
damit die Mauern nicht bersten und einstürzen.
Ihr sollt nicht in Gräbern wohnen,
die von den Toten für die Lebenden gemacht sind.
Und obwohl von Pracht und Glanz,
sollte euer Haus weder euer Geheimnis hüten,
noch eure Sehnsucht beherbergen.
Denn was grenzenlos in euch ist,
wohnt im Palast des Himmels,
dessen Tor der Morgennebel ist und dessen
Fenster die Lieder und die Stille der Nacht sind.
(Khalil Gibran)

Foto: Gerd Taron

Abendphantasie

Vor seiner Hütte ruhig im Schatten sitzt
Der Pflüger, dem Genügsamen raucht sein Herd.
Gastfreundlich tönt dem Wanderer im
Friedlichen Dorfe die Abendglocke.
Wohl kehren itzt die Schiffer zum Hafen auch,
In fernen Städten, fröhlich verrauscht des Markts
Geschäftger Lärm; in stiller Laube
Glänzt das gesellige Mahl den Freunden.
Wohin denn ich? Es leben die Sterblichen
Von Lohn und Arbeit; wechselnd in Müh‘ und Ruh
Ist alles freudig; warum schläft denn
Nimmer nur mir in der Brust der Stachel?
Am Abendhimmel blühet ein Frühling auf;
Unzählig blühn die Rosen und ruhig scheint
Die goldne Welt; o dorthin nimmt mich,
Purpurne Wolken! und möge droben
In Licht und Luft zerrinnen mir Lieb‘ und Leid! –
Doch, wie verscheucht von töriger Bitte, flieht
Der Zauber; dunkel wirds und einsam
Unter dem Himmel, wie immer, bin ich –
Komm du nun, sanfter Schlummer! zu viel begehrt
Das Herz; doch endlich, Jugend! verglühst du ja,
Du ruhelose, träumerische!
Friedlich und heiter ist dann das Alter.
(entstanden und gedruckt 1799)

Johann Christian Friedrich Hölderlin
Genießen Sie die ersten wärmenden Sonnenstrahlen des beginnenden Frühlings an diesem Wochenende. Es gehört zum Leben. Der Frühling, der Sommer, der Herbst und der Winter.

Ihr/Euer
Gerd Taron

Zwei Hinweise:

Informationen zum literarischen Wochenendgruß
Untenstehend habe ich einige Informationen zum literarischen Wochenendgrußes beigefügt. Immer wieder ich gefragt, wie viel Aufwand die Erstellung des Wochenendgrußes bedeutet und ob er kostenlos ist usw. Antworten auf diese und andere Fragen finden Sie fort entsprechend.

Literarischer Frühlings-Spaziergang am Sonntag, 26.03. – 15 Uhr
Am kommenden Sonntag mit der beginnenden Sommerzeit startet meine literarische Freiluft-Saison. Sie sind herzlich eingeladen dabei zu sein, wenn Geschichten und Gedichte rund um den Frühling präsentiert werden. Treffpunkt ist die Linde am Rettershof in Kelkheim-Fischbach.

Meine persönliche Zeitreise als Schüler oder die Geschichte von der Feuerzangenbowle wird wieder lebendig

Meine persönliche Zeitreise als Schüler oder die Geschichte von der Feuerzangenbowle wird wieder lebendig.

Leverkusen/Kelkheim-Fischbach im Februar 2017

Lieber Leser,

viele kennen möglicherweise das Buch von Heinrich Spoerl „Die Feuerzangenbowle“ bzw. die Verfilmung mit Heinz Rühmann. In dieser amüsanten und sehr unterhaltsamen Geschichte wird ein gestandener Mann nach einem ausgiebigen Zechabend mit Freunden in seine Schulzeit zurückversetzt. bzw. so wie sie nach Meinung der Herren auszusehen gehabt hätte (Mein Deutschlehrer mag mir wegen meines Satzbaues verzeihen, aber mir ist gerade danach).

Die gesellige Runde beschließt den Kompagnon auf jung zu trimmen und in ein Gymnasium in der tiefsten Provinz zu schicken. Da gilt der Doktortitel nicht mehr, da ist man der einfache Johannes Pfeiffer, der mit den drei „f“.

img_1290-02

Die ehemalige Realschule Schlebusch in Leverkusen

img_1397-02

Die heutige „Theodor-Wuppermann-Schule“ in Leverkusen

img_1421-02

Die Höhere Handelsschule in Leverkusen-Manfort – heute noch immer als Wirtschaftsgymnasium, Höhere Handelsschule usw. genutzt.

Anlässlich des 85. Geburtstages meiner Mutter bzw. auf Anregung einer lieben Freundin (siehe „Zurück zu den Wurzeln – literarischer Wochenendgruß vom 10.02.17) habe ich mich bei meinem Urlaub in meine erste Heimat, im Rheinland bzw. Bergische Land, auf eine Zeitreise begeben. Dabei habe ich meine ehemaligen Schulen besucht. Es waren insgesamt drei: die Grundschule (1965 – 1968), die Realschule (1968 – 1975) und später die Höhere Handelsschule (1975 – 1977) in Leverkusen. Alle diese werden noch heute als Schulen in unterschiedlichster Form genutzt.

Zu meiner großen Überraschung hat sich seit jener Zeit fast nichts verändert. Besonders deutlich wurde dies bei der Schule, bei der ich die längste Schüler-Zeit verbracht habe: die Realschule Schlebusch in Leverkusen. Ich gehörte 1975 zum letzten Jahrgang, bevor diese Schule nach Ophoven umzog.

img_1291-02

Die Eingangstür der ehemaligen Realschule – wie oft bin ich durch diese Tür gegangen …

Bei meiner Ankunft am Dienstagvormittag in der Realschule (heute Grundschule), traf ich auf hilfsbereite Menschen, insbesondere den Hausmeister. Er führte mich, während die „Kleinen“ ihre Pausen genossen, durch meine alte Schule. Zu meiner großen Überraschung stellte ich fest, dass sich in den Jahrzehnten fast gar nicht verändert hatte. Der Hausmeister war so liebenswürdig, dass er mir sogar meinen alten Klassenraum (die „5 b“- heute „4 b“) extra aufschloss.

img_1296-02

Der Nebeneingang zu „meinen“ Klassenräumen“ – Oben links wurden wir in Deutsch, Mathematik und Geschichte „getriezt“ …

img_1299-02

So aufgelockert sah der damalige Klassenraum nicht aus – da war alles streng geordnet. In Dreierreihen mit jeweils 2 Holz-Sitzstühlen und Bänken wurde anständig gelernt …

Merkwürdig, dass mir bei dieser Gelegenheit nach langer Zeit wieder die Namen der damaligen Lehrer und Lehrerinnen einfielen, wie zum Beispiel unser Lehrer für Geschichte – Herr Meyer zum Gottesberge – er hieß wirklich so. An andere Namen wie mein damaliger Klassenlehrer und späterer Schulleiter, Herr Kölzer, oder Frau Hilgers, die später meine Klassenlehrerin wurde, konnte ich mich plötzlich ebenfalls gut erinnern.

Auf meiner Zeitreise zog ich weiter – dort wo meine Schüler-Karriere begann: In die Grundschule nach Leverkusen-Manfort. Dort befindet sich heute die Theodor-Wuppermann-Schule. Und wieder war alles wie früher.

img_1526-02

In meinem sorgsam gehegten Fotoalbum habe ich ein altes Klassenfoto – von der „4 b“ vor dem Eingang eines Einganges wieder entdeckt: Abschlussklasse der „4 b“ in der Grundschule Leverkusen-Manfort am 19.06.1968 – Vielleicht erkennt sich jemand auf diesem Foto wieder

Und so sieht es heute im Jahre 2017, also fast 49 Jahre später aus:

img_1395-02

Es fehlen nur noch die Schüler und Schülerinnen von damals in Originalgröße von heute.

Die letzte Station: die Höhere Handelsschule in Leverkusen-Manfort.

img_1423

Die Höhere Handelsschule in Leverkusen-Manfort anno 2017

img_1439-02

Gänge – zu den Lehrerzimmern und zum Sekretariat und zu den Klassenräumen

So könnte es in den 1970er Jahren ausgesehen haben – Das Foto habe ich an einer Info-Wand in der Schule entdeckt.

img_1434-02

Es war schon damals ein Zweckbau, der bis heute allen Veränderungen getrotzt hat. Auf dem Gelände traf ich den Schulleiter. Ich erzählte ihm mein Interesse an diesem Gebäude. Daraufhin lud er mich ein, die Schule auch von innen anzusehen. Diese Einladung nahme ich gerne an. Nachstehend einige beispielhafte Fotos:

Ich wünsche, dass viele der Leser ebenfalls schöne Erinnerungen an ihre Schulzeit haben. Wenn möglich ermuntere ich Sie, an ihre alte Wirkungsstätten als Schülerin oder Schüler zurückzukehren.

Ihr/Euer
Gerd Taron

Nachts wenn alles schläft oder wie kommt die Zeitung auf den Frühstückstisch

Nachts wenn alles schläft oder wie kommt die Zeitung auf den Frühstückstisch

img_2752-02

Kelkheim, 12.02.2017

Lieber geneigter Leser,

ist es nicht schön, wenn Sie morgens aufwachen und sich auf das Frühstück freuen können? Vorher schauen Sie noch mal schnell bei Ihrem Briefkasten vorbei, nehmen Ihre Tageszeitung und erfahren Wichtiges und Unwichtiges aus der Welt und von nebenan.

Vielleicht haben Sie noch die Zeit, das Frühstück mit einer richtigen Zeitung zu genießen oder aber sie nehmen sie mit zu Ihrem Arbeitsplatz bzw. lesen sie unterwegs in der Bahn. Es soll ja tatsächlich noch Menschen unter uns geben, die eine Zeitung statt ihres Smartphone oder Handy als Informationsquelle nutzen.

Aber haben Sie sich schon mal gefragt, was alles in den Stunden vorher geschieht, bevor Sie ihre geliebte (hoffentlich) Tageszeitung in den Händen halten können?

Dann unternehme ich jetzt den Versuch, aus der Sicht eines Zeitungszustellers Ihnen dies näher zu erläutern. Am Beispiel aus dem Rhein-Main-Gebiet, wo der Autor und im Nebenjob als Zeitungszusteller tätig ist, soll dies beschrieben werden.

Es beginnt damit, dass viele fleißige Redakteurinnen und Redakteure aus den verschiedenen Ressorts, sei es Politik, Sport, Feuilleton, Regionales usw. die Artikel und die Fotos zusammenstellen, die die Leser interessieren könnten und hoffentlich auch werden.

Wenn alles normal verläuft, d. h. wenn es kein wichtiges Fußballspiel gibt, das länger dauert oder es keine weltbewegenden Ereignisse, ist Redaktionsschluss gegen 23 Uhr. Dann werden im Druckzentrum in Mörfelden-Walldorf riesige tonnenschwere Papierrollen in Bewegung gesetzt. Auf diesen werden dann in sehr großer Geschwindigkeit die Tageszeitungen, wie FAZ, Frankfurter Neue Presse mit ihren Regionalausgaben, die Frankfurter Rundschau, und überregionale Zeitungen wie die WELT, die Süddeutsche Zeitung oder das Handelsblatt gedruckt.

Während dieser Zeit warten bereits viele Lieferwagen, meist „Sprinter“ mit ihren Fahrern, um die zusammengestellten Zeitungen für die jeweiligen Orte an die Zeitungszusteller auszuliefern. Je früher sie losfahren können, desto besser. Jeder Fahrer liefert an den verschiedenen Abladestationen die Zeitungspakete für die jeweiligen Zusteller aus. Die Abladestationen können Tankstellen oder größere Plätze, am besten überdacht, sein. Die Zeitung soll ja trocken und nicht nass auf den Frühstückstisch kommen.

img_0617-02

Eine Anlieferung zum Sortieren bereit

img_0620-02

Ein Zeitungswagen – unterwegs bei jeder Wetterlage

Und dann sind wir gefragt – die Zeitungszustellerinnen und Zusteller. Entweder mit dem eigenen Auto oder einem Zeitungswagen werden die Zeitungen sortiert nach den Bezirken und/oder dem jeweiligen Ablauf des Zustellers. Laut Maßgabe soll dann bis 6 Uhr morgens alles erledigt und die Zeitung beim Abonnenten sein. Das kann aber manchmal, wenn sich zum Beispiel der Redaktionsschluss verschiebt, es einen technischen Defekt gibt oder noch schlimmer die Wetterverhältnisse wie Schnee oder Sturm hereinbrechen, verzögern. Die Fahrer können die Zeit nicht aufholen, in dem sie schneller fahren oder wir Zusteller schneller laufen bzw. ebenfalls schneller fahren. Denn alles ist genau abgestimmt.

Erschwerend kommt hinzu, dass bei uns im Rhein-Main-Gebiet mittwochs und freitags außerdem diverse Zeitschriften mit ausgeliefert werden müssen. Manchmal ist man das ein mobiler Zeitschriftenladen unterwegs. Wie viele unterschiedliche Fernseh- und Fachzeitschriften es doch gibt, wird dann erst einem so richtig bewusst..

img_3334-02

Einige amüsante und weniger amüsante Geschichten erlebt man dann immer wieder. Die Kolleginnen und Kollegen können sicherlich auch so einiges berichten.

Hier ein paar Beispiele:

Tierische Momente

Bei meiner Tour treffe ich immer wieder auf Katzen, die unbedingt bei Herrchen/Frauchen wieder hereingelassen werden wollen. Nur sind wir Zusteller leider dafür nicht zuständig. So etwas gefällt der Katze gar nicht und beim nächsten Zusammentreffen verschwindet Katze beleidigt von dannen.

Hunde können manchmal ganz nett sein, aber oft leider nicht. Da treffe ich morgens um 4 Uhr einen freundlichen Hund, der mich schwanzwedelnd im Schnee begrüßt und nicht von der Seite weicht. Das ist lieb von dem Hund gemeint, aber aus Zeitgründen kann ich mich nicht näher mit ihm beschäftigen.

Es gibt aber auch die aggressiven Hunde. Das sind die, die nicht angeleint sind und meinen dem Zusteller mal die Zähne zeigen zu müssen. Das Herrchen und Frauchen versucht dann mit der Begründung zu beruhigen, der Hund tue doch nichts. Diese Tut-doch-nichts-Hunde sind aber eine ernsthafte Bedrohung und die Gefahr des Zubeißens ist doch etwas groß.

Vögel sind angenehme Zeitgenossen, vor allem im Frühling. Wenn der Frühling kommt, gibt es in meinem Bezirk eine Stelle, wo ich von einem Vogel immer wieder mit einem Lied begrüßt werde, sobald ich erscheine. Andere fühlen sich in ihrer Ruhe gestört und dann wird so richtig gemeckert.

Haustüren

Gelegentlich kommt es vor, dass ich bei der Zustellung offene Haustüren antreffe. In diesem Fall rufe ich dann per Handy sicherheitshalber die Polizei an – man weiß ja nie. Von einem Abonnenten bekam ich einmal die Erklärung, dass man am Abend vorher nach einem Einkauf vergessen habe, die Haustüre zu schließen. Wie gut, dass das kein Ganove gemerkt hat.

Von Hausnummern, Briefkästen und Zeitungsrohren

Wir Zeitungszusteller sind im Dunkeln unterwegs. Trotz Ausrüstung mit Taschenlampe und anderen Gerätschaften haben wir immer wieder, vor allem bei Neuzugängen, Schwierigkeiten die Hausnummer zu erkennen. An den Briefkästen fehlen gelegentlich die Namen. Da macht das Detektivspielen keinen Spaß. Wenn dann die Hausnummer falsch angegeben ist – zum Beispiel entsteht an der angegebenen Adresse gerade ein Rohbau – ist das sehr ärgerlich und kostet Zeit.

Die Zeitungszusteller würden sich sehr freuen, wenn die Hausnummer gut erkennbar und vor allem beleuchtet ist. Es erleichtert die Arbeit ungemein. Denken Sie daran: In einem Notfalle kann dies lebensrettend sein!

Zeitungsrohre sind oft schick und modern. Sie sollen gut aussehen. Viele vergessen dabei aber, dass sich bei Feuchtigkeit in den Rohren Nässe bildet. Wenn Sie dann eine nasse Zeitung auf den Frühstückstisch bekommen, wundern Sie sich also nicht. Der Zeitungszusteller ist nicht schuld!

Werbebeilagen

Ich liebe Möbelhäuser. Vor allem in der Vorweihnachtszeit aber auch danach ist es uns Zustellern eine große Freude die in der Masse zentnerschweren Beilagen mit zu verteilen. Leider bekommen wir keine Gewichts- oder Erschwerniszulage für diesen Service. Einige Abonnenten baten mich, doch vorher die Werbebeilagen zu entfernen. Aber das ist nicht zulässig. Und die Bitte an den Briefkästen „Keine Werbung“ müssen wir Zusteller ignorieren.

Mit diesen Geschichten habe ich Ihnen hoffentlich einen kleinen Einblick in die Welt des Dunkels der Zeitungszusteller gewährt
.
Vielleicht bringen Sie dann auch mehr Verständnis dafür auf, was alles in der Nacht geleistet wird, damit Sie, lieber Abonnent, Ihre Zeitung pünktlich auf den Frühstückstisch bekommen.

Ich wünsche Ihnen viel Freude bei der Lektüre Ihrer Tageszeitung

Ihr
Gerd Taron

Mit freundlichen Grüßen – Literarischer Wochenendgruß vom 06.01.17

Mit freundlichen Grüßen – Literarischer Wochenendgruß vom 06.01.17

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Weihnachtsgrußes,

zu Beginn des neuen Jahres begegnen mir viele, oft unbekannte, grußfreudige Menschen – sei es beim Spazierengehen, beim Einkauf, auf der Straße. So viele liebe damit verbundene Wünsche auf den Weg bekommt man oft nur an Weihnachten oder an seinem Geburtstag.

Bei meinem Neujahrsspaziergang und in den Tagen danach wurde mir das wieder neu bewusst. Ein herzlicher Gruß – manchmal „nur“ ein Lächeln – kann das Miteinander für Augenblicke und mehr so wertvoll für das eigene Leben sein.

Von meinem Neujahrsspaziergang habe ich einige Fotos beigefügt. Dort bin ich vielen freundlichen und grüßenden Menschen begegnet, die trotz widriger Wetterverhältnisse unterwegs waren.

img_9619-02

Foto: Gerd Taron

Ein Gesicht

Was sich darin verbirgt,

ist nicht zu sagen.
Du kannst es nur sehen,
wen du wegschaust, weit weg,
dorthin, wo die parallel verlaufenden Linien
sich treffen.
Herzensgeometrie.

Nichts ist,
was es zu sein scheint.
Ein Gesicht, ein Gedanke, ein Land,
ein Wort, ein Gruß,
… ein Gesicht.

Ulrich Schaffer

img_9606-02

Foto: Gerd Taron

Werde ein Segen für alle die dir begegnen,
Du hast einen Auftrag für alle und wäre es nur ein freundlicher Gedanke,
ein Gruß,
ein stummes Gebet.

(Eva von Tiele Winckler)

img_9667-02

Foto: Gerd Taron

Wintermahnung

Wenn des Winters Flocken
Sacht herniederwallen,
Während Abendglocken
Aus der Ferne hallen,
Ist dir’s nicht, als gingen
Friedensengel mild
Unter süßem Singen
Leise durchs Gefild?

Andachtsvoll ergeben
Lausch auf ihre Weisen
Die zu Dir auch schweben,
Frieden zu verheißen;
Laß ins Herz den Segen
Froher Botschaft ein,
Gläubig neig’ entgegen
Ihm dein tiefstes Sein!

Erdenpilger, hinter
Deinem Schritt verstohlen
Kommt des Lebens Winter,
Rasch dich einzuholen;
Deine Locken streifend
Spricht er: ich bin hier!
Deine Hand ergreifend,
Wandelt er mit dir.

Mögst du dann sein Grüßen
Nicht vernehmen bange,
Nein, gleich einem süßen
Abendglockenklange,
Dem mit stillen Sinnen
Lauschet dein Gemüt,
Während schon fiefinnen
Lenz und Morgen blüht!

J. H. Siegwald

img_9604-02

Foto: Gerd Taron

Tanze kleine Flocke
Zeig mir die Leichtigkeit zu gleiten
Zeig mir deine einzigartige Schönheit
Erzähl mir davon, das dein Tanz reinste Schöpfung ist
Lass mich fühlen, wie besonders deine Form ist
Flieg kleine Flocke
Lass mich erkennen, dass nichts zufällig geschieht
Lass mich erkennen, dass du dich ganz hingibst
Flüster mir zu, wie leicht es ist einfach zu schweben
Nimm mich mit in diesem Moment, zeig mir deine Welt
Wunderbare Flocke
Du bringst Stille mit dir
Du lässt die Welt funkeln und glitzern
Du entschleunigst alles, was die Ruhe übersieht
Du bist ein Wunder, das nie seinen Zauber verloren hat
Du glänzt im Schein des Mondes und funkelst mit den Sternen
In den Strahlen der Sonne eröffnest du eine neue Welt
Bettest sie ein und legst mit dir eine Decke auf Mutter Erde

Franziska Mazur

img_9691-02

Foto: Gerd Taron

Heute möge dir ein Lichtblick
des Himmels so tief in die
Abgründe deines Herzens
fallen, dass es darin heller,
freundlicher und wärmer wird.
Heute möge dir der Augenblick
eines einzigen freundlichen
Lächelns so gut tun in der Seele,
dass ihr dadurch Flügel wachsen,
die dir neue Spannkraft verleihen.
Heute möge dir ein herzlicher Gruß
so wohltuend in den Ohren klingen,
dass er die Schwere in dir auflöst
und dich staunen lässt über so viel
Wunderbares in deinem Leben.

– Paul Weismantel –

Mit winterlichen Grüßen aus dem Taunus wünsche ich Ihnen ein erholsames erstes Wochenende im neuen Jahr.

Ihr/Euer

Gerd Taron

Zur Ruhe kommen

Sich dem Treiben entziehen

Es ist nötig,
manchmal anzuhalten,
auszusteigen,
sich dem Treiben zu entziehen,
selbst wenn es noch gut geht,
selbst wenn es noch läuft,
selbst wenn ich noch produktiv bin.
Ich will anhalten,
meinen Atem spüren,
mir in die Augen sehen,
meine inneren Bilder leuchten lassen.
Ich muss anhalten,
zur Ruhe kommen,
zu mir kommen,
damit ich anderen begegnen kann.

Max Feigenwinter

img_9237

Foto: Gerd Taron – In der Schmiede im Rettershof im Taunus

Ich wünsche allen Leserinnen und Leser einen entspannten 4. Adventssonntag.

Ihr/Euer

Gerd Taron