Gedanken am frühen Morgen – Anne M. Pützer

Ein paar Gedanken am frühen Morgen.

Lieber Freund, komm an mein Ohr.
Ich möchte dir gern was erzählen..
Etwas, was sonst niemand weiß,
und, bitte, auch nicht wissen sollte.
Ich öffne dir ganz weit mein Herz,
mach mich fast nackt, um dir zu zeigen,
wie ich, der Mensch, tief drinnen bin.
Ich erlaube dir heute, anzuhören,
was mir begegnet ist auf meinem Weg.
Wer und was die Seele prägte,
damit du verstehst, warum ich heut bin.
Lieber Freund, nimm in die Arme
mich, mein hoffendes Vertrauen.
Hüte es wie ein Geheimnis,
und lass auch in dein Herz mich schauen.

(C) Anne M. Pützer

 

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

 

Wiedergabe von Text und Foto nur mit ausdrücklicher Genehmigjung gestattet.

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Höchster Kreisblatt: „Mein Weihnachtsgedicht“

Gestern, am 11.12.12, erschien im Höchster Kreisblatt der nachfolgende Artikel über die Aktion „Mein Weihnachtsgedicht“:

„Ein Gedicht muss einfach das gewisse Etwas haben“

Zu einem besonderen Wettbewerb hat der Fischbacher Gerd Taron aufgerufen. Beim Weihnachtsmarkt präsentierte er die literarischen Ergebnisse.

Von Melanie Taylor

Kelkheim.

Birgit Parthe nahm vor einigen Monaten spontan an einem Gedichtwettbewerb teil, den Gerd Taron ausgeschrieben hatte. Ihre Courage und ihr Talent wurden nun belohnt: Die 44-Jährige zählt zu den Hobbydichtern, deren Werke der Fischbacher Antiquar dem Publikum jetzt auf dem Kelkheimer Weihnachtsmarkt präsentierte.

„Ich freue mich, um ehrlich zu sein, sehr“, gesteht Birgit Parthe. Das Dichten gehört zu den Hobbys der ausgebildeten Sekretärin. Allerdings macht sie es „nur so aus Spaß an der Freude“, wie sie betont. Von dem Wettbewerb erfuhr Parthe beim Einkauf im Ort: In einem kleinen Gemischtwarenladen entdeckte sie das Plakat von Gerd Taron, und in diesem Moment muss sie schon die Muse geküsst haben: „Auf dem Rückweg sind mir die ersten Gedanken durch den Kopf geflossen“, erinnert sich die Mutter von zwei Kindern. Zu Hause angekommen, habe sie sich erstmal an den Tisch gesetzt und alles aufgeschrieben. Dass es im Gedicht um Weihnachten gehen sollte, kam ihr entgegen. Es zählt nämlich zu ihren liebsten Festen, weil es friedvoll sei und man diese schöne Zeit gemeinsam mit der Familie verbringe.

Gedanken und Gefühle

Doch in welchen Momenten greift Birgit Parthe zu Papier und Stift, um Gedanken und Gefühle in Verse zu verpacken? Immer dann, wenn sie etwas berühre, sie sich etwa in einem Stimmmungstief oder -hoch befinde. Überdies schreibe sie zu besonderen Gelegenheiten, wie einer Geburt, auch gerne Gedichte für „liebe Menschen“ aus ihrem Familien- und Freundeskreis. Sie habe allerdings nie daran gedacht, ihre Texte zu veröffentlichen: „Ich denke immer, andere können es noch besser, und von daher war das für mich nie ein Thema.“

Beim Lesen von Gedichten legt Birgit Parthe ebenso großen Wert darauf, dass sie die Worte berühren. Ob die Autoren Literaten mit großem Namen sind, ist ihr allerdings egal. „Das muss keine Persönlichkeit sein, das Gedicht muss einfach das gewisse Etwas haben.“ So habe ihr das Gedicht des zwölf Jahre alten Lukas gut gefallen, der sich auch am Wettbewerb beteiligte.

Eigenes und Klassiker

Von der Resonanz auf seinen Aufruf ist Gerd Taron immer noch positiv überrascht. Rund 40 Gedichte, erzählt der Fischbacher, habe er bekommen – selbst gedichtete Werke und Klassiker. Viele hätten ihn sehr berührt und seien sehr besinnlich gewesen, sagt der Inhaber eines Fischbacher Antiquariats. Die Idee zu der Aktion kam ihm, als er Mitte Oktober für seinen literarischen Rundbrief selbst Weihnachtsgedichte raussuchen wollte. Diese digitale Mitteilung verschickt der 53 Jahre alte Blogger regelmäßig per E-Mail an Abonnenten. „Warum soll ich die raussuchen?“, habe er sich plötzlich gefragt und einfach eine Aktion daraus gemacht.

Die Lyrik liegt dem Literaturexperten besonders am Herzen. „Sie kommt immer mehr zu kurz.“ Gedichte würden zu wenig gelesen. Bedauernswert ist dies aus seiner Sicht, weil diese Texte in ihrer kurzer und kompakten Form in der Lage sind, Gefühle und Bilder bei den Lesern zu erwecken. Zudem komme in ihnen die Sprache besonders gut zur Geltung, sagt Taron. So könne man in alten Gedichten häufig Wörter entdecken, die heute bereits viele nicht mehr kennen.

Mit der Leseaktion auf dem Kelkheimer Weihnachtsmarkt ist Taron zufrieden, auch wenn relativ wenig Publikum zugehört habe, sagt er. Die Resonanz der anwesenden Zuhörer sei jedenfalls gut gewesen. Im kommenden Jahr, ist sich der Fischbacher sicher, werde er die Aktion jedenfalls wiederholen.

Wer die Lesung verpasst hat, kann die Gedichte in Gerd Tarons Blog noch einmal nachlesen: https://gerdtaronantiquariat.wordpress.com/

Artikel vom 10. Dezember 2012, 21.20 Uhr (letzte Änderung 11. Dezember 2012, 04.33 Uhr)