Fernweh – Literarischer Wochenendgruß vom 07.07.17

Fernweh – Literarischer Wochenendgruß vom 07.07.17

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,
kennen Sie das Gefühl, wenn Sie am Bahnhof, in der Abflughalle eines Flughafens oder am Hafen stehen? Packt Sie nicht des Öfteren das Fernweh, die Sie in Ihren Träumen in ferne Gegenden führt?

Heute haben viele die Möglichkeit, ferne Länder zu erkunden. In früheren Zeiten sah das anders aus. Wer kennt sie noch die Aufbruchsstimmung in Zeiten des Wirtschaftswunders in den 1950er und 1960er Jahren? Schlager wie „Zwei kleine Italiener“ oder „Wenn bei Capri die Sonne untergeht“, geben dies in romantischer Verklärung wider.

In Hessen sind gerade Sommerferien. Einige haben Ihren wohlverdienten Urlaub angetreten, andere haben ihn noch vor sich. Denken wir aber auch an die, die sich keinen Urlaub leisten können und für die das Erkunden neuer Gegenden nicht möglich ist.

Foto: Brina Stein (www.brina-stein.de)

Wenn mein Herz auf Reisen geht,
zähle ich die Wolken und sing mit dem Wind.
Tanze im Regen und lach wie ein Kind.
Unbeschwert, losgelöst und frei von allen Sorgen,
träum ich mich zu den Sternen
in die unendliche Weite des Horizonts.
Seelenfrei wie ein Vogel im Wind.
Ein solcher Augenblick schenkt meiner Seele
Zauber und Glück.

Autor unbekannt

Foto: Brina Stein (www.brina-stein.de)

Ich will mit Dir die Segel setzen,
Dir Auftrieb sein. Die Ozeane bereisen,
Worten der Liebe Flügel verleihen.
Unbegrenztheit erleben,
in der Stille vor Anker gehn…
Mit den Möven reisen,
und den Delphinen singen !
Niemals ankommen,
und doch Zuhause sein !
Lass uns schweben,
Wellen schlagen,
Perlen tauchen,
und stets willkommen sein,
wohin der Wind uns treibt.
Ich will fliegen,
auf deinen Wolken,
und Dir auch Sonne sein !
Den Sternen folgen ganz ohne Plan,
nur Liebe sein in all den Fluten,
ganz Dein,
ganz Mein…

Elfi Egger

Foto: Gerd Taron

Der Zug des Lebens
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Das Leben ist wie eine Reise im Zug.
Vor einiger Zeit las ich ein Buch,
worin das Leben mit einer Zugreise verglichen wurde.
Eine sehr interessante Lektüre.
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Das Leben ist wie eine Reise im Zug:
Man steigt oft ein und aus, es gibt Unfälle,
bei manchen Aufenthalten angenehme Überraschungen
und tiefe Traurigkeit bei anderen.
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Wenn wir geboren werden und in den Zug einsteigen,
treffen wir Menschen, von denen wir glauben,
dass sie uns während unserer ganzen Reise
begleiten werden: unsere Eltern.
Leider ist die Wahrheit eine andere.
Sie steigen bei einer Station aus
und lassen uns ohne ihre Liebe und Zuneigung,
ohne ihre Freundschaft und Gesellschaft zurück.
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Allerdings steigen andere Personen,
die für uns sehr wichtig werden, in den Zug ein.
Es sind unsere Geschwister, unsere Freunde
und diese wunderbaren Menschen, die wir lieben.
Manche dieser Personen die einsteigen,
betrachten die Reise als kleinen Spaziergang.
Andere finden nur Traurigkeit auf ihrer Reise.
Und es gibt wieder andere im Zug,
die immer da und bereit sind, denen zu helfen,
die es brauchen.
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Manche hinterlassen beim Aussteigen
eine immer währende Sehnsucht.
Manche steigen ein, und wieder aus,
und wir haben sie kaum bemerkt.
Es erstaunt uns, dass manche der Passagiere,
die wir am liebsten haben,
sich in einen anderen Waggon setzen
und uns die Reise in diesem Abschnitt alleine machen lassen.
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Selbstverständlich lassen wir uns nicht davon abhalten,
die Mühe auf uns zu nehmen, sie zu suchen
und uns zu ihrem Wagon durchzukämpfen.
Leider können wir uns manchmal nicht zu ihnen setzen,
da der Platz an ihrer Seite schon besetzt ist.
Versuchen wir mit unseren Mitreisenden gut auszukommen,
und suchen wir das Beste in jedem von ihnen.
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Erinnern wir uns daran,
dass in jedem Abschnitt der Strecke
einer der Gefährten schwanken kann
und möglicherweise unser Verständnis braucht.
Auch wir werden öfter schwanken
und es wird jemanden geben,
der uns versteht.
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Das große Mysterium der Reise ist,
dass wir nicht wissen,
wann wir endgültig aussteigen werden und genau so wenig,
wann unsere Mitreisenden aussteigen werden,
nicht einmal der, der gleich neben uns sitzt.
Ich glaube, ich werde wehmütig sein,
wenn ich aus dem Zug für immer aussteige.
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Die Trennung von einigen Freunden,
die ich während der Reise traf,
wird schmerzhaft sein.
Meine Liebsten allein zu lassen,
wird sehr traurig sein.
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Aber ich habe die Hoffnung,
dass irgendwann der Zentralbahnhof kommt,
und ich habe das Gefühl, sie ankommen zu sehen,
mit Gepäck, das sie beim Einsteigen noch nicht hatten.
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Was mich glücklich machen wird, ist der Gedanke,
dass ich mitgeholfen habe
ihr Gepäck zu vermehren und wertvoller zu machen.
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Schauen wir darauf, dass wir eine gute Reise haben
und das sich am Ende die Mühe gelohnt hat.
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Versuchen wir, dass wir beim Aussteigen
einen leeren Sitz zurücklassen,
der Sehnsucht und schöne Erinnerungen
bei den Weiterreisenden hinterlässt.
Ich wünsche allen eine Gute Reise.
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Verfasser unbekannt,

Foto: Gerd Taron

Es geht doch nichts übers Reisen, wenn man nicht dahin oder dorthin reiset, sondern in die Welt hinein, wie es Gott gefällt! Wie uns aus Wäldern, Bergen, aus blühenden Mädchengesichtern, aus Strömen und alten Burgen das noch unbekannte, überschwengliche Leben ernst und fröhlich aussieht! – Das Leben der meisten ist eine immerwährende Geschäftsreise vom Buttermarkt zum Käsemarkt; das Leben der Poetischen dagegen ein freies, unendliches Reisen nach dem Himmelreich.

Joseph von Eichendorff in „Ahnung und Gegenwart“
Ich wünsche allen einen erholsamen Urlaub. Das kann auch zu Hause sein. Manchmal übersieht man, dass das Gute so naheliegt.

Ihr/Euer

Gerd Taron

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Sommer-Neuigkeiten von Taron-Antiquariat – Bücher und mehr

Sommer-Neuigkeiten von Taron-Antiquariat – Bücher und mehr

Liebe Freundinnen und Freunde der Literatur,

es ist Sommer – Zeit zur Ruhe zu kommen. Einige sind bereits in den wohlverdienten Urlaub, andere haben diesen noch vor sich.
Einige der Leser „packt“ in diesen Tagen sicherlich das Fernweh. Das ist für mich Inspiration, mich diesem Thema bei meinem nächsten literarischen Spaziergang zu widmen.

Ein Ort, der sich dafür sehr gut eignet, ist der Frankfurter Hauptbahnhof.

Foto: Gerd Taron

Der Spaziergang findet am
Sonntag, 09.07. ab 14 Uhr. statt.

Hier die weiteren Einzelheiten:

Fernweh – ein literarischer Spaziergang rund um den Frankfurt4er Hauptbahnhof

Geschichten und Gedichte rund um das Reisen.

An verschiedenen Stationen präsentiere ich Geschichten und Gedichte rund um das Reisen. Dazu sind einige besonders interessante antiquarische Schätze

Zu Gast bei diesem Spaziergang wird Astrid Hennies vom Uniscripta-Verlag aus Eppstein sein. Sie liest eine spannende Geschichte aus dem Buch „Main Hauptbahnhof“.

Nach dem Spaziergang besteht die Möglichkeit im gemütlichen Café Nussknacker, Karlsruher Str. 5, zu verweilen. Das Café befindet sich in unmittelbarer Nähe des Frankfurter Hauptbahnhofes – Südseite.
Treffpunkt des Spaziergangs: Frankfurt Hauptbahnhof, Gleis 1 an der Anzeigetafel, Nebenausgang Mannheimer Straße
Kostenbeitrag: 5 Euro

Bis Mitte August werde ich eine kleine Sommerpause einlegen. In dieser Zeit bereite ich meine Veranstaltungen für den Spätsommer und den Herbst vor. Animiert durch eine besondere Bücher-Lieferung wird dabei die Familie Brentano im Fokus stehen.

Zu Beginn des Monats August erfahren Sie dann weitere Einzelheiten.
Ich wünsche allen eine erholsame Zeit..

Mit literarischen Sommergrüßen

Ihr/Euer
Gerd Taron

Auf Reisen gehen – Literarischer Wochenendgruß vom 10.01.14

Liebe Literaturfreunde in nah und fern,

das Jahr ist wenige Tage jung und die Reise durch die Zeiten des Jahres hat für uns jeden begonnen. Niemand weiß von uns, wohin die Reise unseres Lebens uns in diesem Jahr führt.

Ich bin gespannt, wohin mich meine persönliche Reise führt, welche Wege ich beschreite, welche Türen sich schließen oder öffnen.

Auch Marina Rupprecht geht auf eine Reise. Mit diesem Wochenendgruß wird sie vorläufig zum letzten Mal Ihre Fotos diesen Rundbrief fotografisch mitgestalten. Es sind Fotos von ihrer letzten Reise zum Jahreswechsel

Aufgrund ihrer vielfältigen anderen Aktivitäten verabschiedet sie sich hier an dieser Stelle.

Ich danke Marina Rupprecht für die lange Begleitung, für die vielen schönen Fotos und die angenehme und inspirierende Zusammenarbeit der vergangenen Zeit. Es hat mir viel Freude bereitet.

Auf fotografische Unterstützung brauchen ich und Sie dennoch künftig nicht zu verzichten. Hans Jörg Kampfenkel wird mit seinen Fotos den Wochenendgruß ab der kommenden Ausgabe, 17.01., bereichern. Ich freue mich, Ihnen seine Fotos vorstellen zu können. Mehr über ihn persönlich erfahren Sie ebenfalls in der nächsten Ausgabe.

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An die Freunde

Wieder einmal ausgeflogen,
Wieder einmal heimgekehrt;
Fand ich doch die alten Freunde
Und die Herzen unversehrt.
Wird uns wieder wohl vereinen
Frischer Ost und frischer West?
Auch die losesten der Vögel
Tragen allgemach zu Nest.
Immer schwerer wird das Päckchen,
Kaum noch trägt es sich allein;
Und in immer engre Fesseln
Schlinget uns die Heimat ein.
Und an seines Hauses Schwelle
Wird ein jeder fest gebannt;
Aber Liebesfäden spinnen
Heimlich sich von Land zu Land.

Theodor Storm (1817 – 1888)

 

 

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Jeder Tag ist eine Reise,
und die Reise an sich ist das Zuhause.

Matsuo Basho (1644 – 1694)

 

 

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Die Menschen machen weite Reise um zu staunen:
über die Höhe der Berge,
über riesige Wellen des Meeres,
über die Länge der Flüsse,
über die Weite des Ozeans,
und über die Kreisbewegung der Sterne.
An sich selbst aber gehen sie vorbei, ohne zu staunen.

Aurelius Augustinus (354 – 430)

 

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Warum reisen wir? Auch dies, damit wir Menschen begegnen, die nicht meinen, dass sie uns kennen ein für allemal; damit wir noch einmal erfahren, was uns in diesem Leben möglich sei. – Es ist ohnehin schon wenig genug.

Max Frisch (1911 – 1991)

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Ich wünsche Ihnen auf Ihrer Reise durch das neue Jahr viele Mut machende Erlebnisse. Lassen Sie sich nicht entmutigen, auch wenn Zweifel aufkommen sollten. Gehen Sie Ihren Weg.

Erleben Sie an diesem Wochenende Ihre persönlichen Reiseziele für das Jahr. Vervollständigen Sie die Landkarte Ihres Lebens um neue Wege.

Ihr/Euer

Gerd Taron

PS: Besonderer Veranstaltungshinweis:

Sonntag, 12.01.2014 um 15:00 Uhr

Café Lounge Jasmin in Frankfurt-Fechenheim, Alt-Fechenheim 94

Lesung mit Mohamed El Mouaddab – Hilfeschrei der Jugend – Schicksalswege zwischen Nordafrika und Mitteleuropa