Das Leben im Griff haben – Literarischer Wochenendgruß vom 18.08.17

Das Leben im Griff haben – Literarischer Wochenendgruß vom 18.08.17

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,

in diesen Momenten, in dem ich einen neuen literarischen Wochenendgruß zusammen stelle, erreichen mich die neuesten Horror-Meldungen aus Barcelona. Wir alle sind entsetzt. Diese und viele andere Ereignisse geben uns ein Signal, dass jederzeit das Leben uns aus der Lebensbahn und unserem Lebensplan werfen kann.

Vor einigen Wochen hatte ich in meinem beschaulichen Dorf im Taunus ein Erlebnis der besonderen Art, dass überall und jederzeit geschehen kann.

Nach einem sehr schönen Ausflug im Rheingau stieg ich aus einem Linienbus wenige hundert Meter von der Wohnung entfernt aus. Es kam mir ein langhaariger, bärtiger und kräftiger Mann entgegen. Er redete mich mit akzentfreiem Deutsch mit den Worten an: „Hey du, du hast wohl lange keine Schmerzen mehr gehabt. Ich richte Euch alle hin.“ Allerdings hatte er kein Gegenstand in der Hand und ich bin sofort weiter.

Die junge Frau vor mir hatte er offensichtlich nicht im Visier. Es ist nichts Weiteres geschehen, aber es hätte für alle Beteiligten auch anders ausgehen können.

Für mich wird daran deutlich, dass unser Leben, egal wo wir uns gerade befinden, keine Sicherheit bieten kann.

In meinem Umfeld haben einige meiner lieben Freunde besondere schlimme Lebenssituationen hinnehmen müssen. Ich wünsche ihnen, dass sie die Kraft haben, diese zu überstehen und neuen Mut zu fassen.

Foto: Gerd Taron

Oft ist das Leben lauter Licht
Und funkelt freudefarben
Und lacht und fragt nach denen nicht,
Die litten, die verdarben.
Doch immer ist mein Herz bei denen,
Die Leid verhehlen
Und sich am Abend voller Sehnen
Zu weinen in die Kammer stehlen.
So viele Menschen weiß ich,
Die irren leidbeklommen,
All ihre Seelen heiß ich
Mir Brüder und willkommen.
Gebückt auf nasse Hände
Weiß ich sie abends weinen,
Sie sehen dunkle Wände
Und keine Lichter scheinen.
Doch tragen sie verborgen,
Verirrt, und wissen’s nicht,
Durch Finsternis und Sorgen
Der Liebe süßes Licht.

Hermann Hesse

Foto. Gaby Schaefer

Wenn wir akzeptieren, dass der Wandel dem Leben gleichgestellt ist, dass wir loslassen müssen, um etwas Neues zu bekommen, dann werden wir mit Ruhe und weniger Leiden durch unser Dasein gehen.

Buddhistische Weisheit

Foto: Gerd Taron

Das Leben ist jetzt – nicht später!
Lange hatte es für mich so ausgesehen,
als ob mein Leben gleich anfangen würde –
mein wirkliches Leben.
Aber immer war noch irgend etwas im Wege:
Etwas, was ich erst noch kriegen müsste,
Zeit, die erst noch vergehen müsste,
eine Schuld, die erst noch abgetragen werden müsste.
Aber dann würde mein Leben beginnen.
Schließlich dämmerte mir,
dass diese Hindernisse
mein wirkliches Leben waren.

Thomas Merton

Foto. Gerd Taron

Die Geschichte eines
bewegten und erfüllten Lebens,
ist auch immer eine Geschichte
von Verlust,
Loslassen
und
Traurigkeit.
Tiefen
folgen
neue Höhen,
Erkenntnis
und
Liebe.

Anja Schindler

Foto: Gisela Michaelis

REZEPT

Jage die Ängste fort
Und die Angst vor den Ängsten.
Für die paar Jahre
Wird wohl alles noch reichen.
Das Brot im Kasten
Und der Anzug im Schrank.

Sage nicht mein.
Es ist dir alles geliehen.
Lebe auf Zeit und sieh,
Wie wenig du brauchst.
Richte dich ein.
Und halte den Koffer bereit.

Es ist wahr, was sie sagen:
Was kommen muss, kommt.
Geh dem Leid nicht entgegen.
Und ist es da,
Sieh ihm still ins Gesicht.
Es ist vergänglich wie Glück.

Erwarte nichts.
Und hüte besorgt dein Geheimnis.
Auch der Bruder verrät,
Geht es um dich oder ihn.
Den eignen Schatten nimm
Zum Weggefährten.

Feg deine Stube wohl.
Und tausche den Gruß mit dem Nachbarn.
Flicke heiter den Zaun
Und auch die Glocke am Tor.
Die Wunde in dir halte wach
Unter dem Dach im Einstweilen.

Zerreiß deine Pläne. Sei klug
Und halte dich an Wunder.
Sie sind lang schon verzeichnet
Im großen Plan.
Jage die Ängste fort
Und die Angst vor den Ängsten.

Mascha Kaléko

Allen Lesern wünsche ich trotz aller negativen Ereignisse ein ruhiges und erholsames Wochenende.

Ihr/Euer
Gerd Taron

Auf diese Steine können Sie bauen – Literarischer Wochenendgruß vom 11.08.17

Auf diese Steine können Sie bauen – Literarischer Wochenendgruß vom 11.08.17

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

kommen Ihnen diese Worte des neuen Themas des Wochenendgrußes bekannt vor? Es ist ein bekannter Werbespruch einer Bausparkasse. Mit diesen Worten soll Verlässlichkeit für dieses Institut geweckt werden.

Danach sehnen wir uns: Nach einem festen Grund, auf eine verlässliche Umgebung, sei es im materiellen oder zwischenmenschlichen Bereich.

Doch in diesen Tagen scheint alles so unzuverlässig zu sein. Aus meinem Umfeld höre ich immer wieder klagen, dass man sich auf nichts und niemanden mehr verlassen kann. Ist dies bei Ihnen auch so? Oder gibt es doch noch Hoffnungsschimmer in dieser chaotischen Welt?

In manchem mag ich durchaus zustimmen. Aber ich erlebe persönlich in meinem Umfeld, sei es Freunde oder Nachbarn, dass ich mich auf sie verlassen kann, wenn nötig.

Auf Menschen sich verlassen, bedeutet Ihnen Vertrauen zu schenken. Niemand ist perfekt und manchmal wird man enttäuscht.

Legen Sie in ihrem Leben einen sicheren Grund, ob aus Stein oder anderen Materialien, um verlässlich für andere zu sein.

Foto: Gerd Taron

Ein gutes Bauwerk ist nicht jenes,
das die Landschaft verletzt, sondern jenes,
das die Landschaft schöner macht,
als sie war vor der Errichtung.

Frank Lloyd Wright

Foto: Gerd Taron

Vertrauen ist wie ein Blatt Papier.
Wenn du es zerreißt,
kannst du es zwar anschließend
zusammenkleben,
aber es wird nie mehr
so sein wie früher.

Spruchzauber

Foto: Gerd Taron

Vertrauen ist wie eine Hängebrücke, deren Seile aus liebevollen Gedanken geflochten sind, vertraust Du ihrem Halt, dann können sie Dich über jeden Abgrund tragen, belastest Du sie zu sehr, zerreissen sie, und Du stürzt in die Tiefe, Vertrauen ist wie eine Fensterscheibe, deren Glas aus sehnsüchtigen Träumen geblasen wurde, öffne ihm Deine Augen, dann scheint das Glück hindurch bis in Dein Herz, doch brichst Du es, weht Dir der Wind kalt ins Gesicht, Vertrauen ist ein ganz zartes Geschenk

Foto: Gerd Taron

Die drei Steinmetze – eine kurze Geschichte, die jeder kennen sollte
Ein Steinmetz wird gefragt:
Wie ist deine Arbeit?
Er antwortete:
Ich behaue Steine.
Ein Kollege aus der Bauhütte wurde gefragt:
Wie ist deine Arbeit?
Er gab zur Antwort:
Ich baue Mauern.
Ein Dritter in der Runde wurde gefragt:
Wie ist deine Arbeit?
Er erklärte:
Ich baue an einem Dom.
Jede Arbeit kann zum Bau eines Doms beitragen.

Foto: Gerd Taron

Für einander da sein…
Für einander da sein,
einander vertrauen können,
sich verlassen können,
sich entspannen
und zurücklegen können,
zuhören, Rat geben,
Trost spenden,
Tränen auffangen,
leben lassen,
miterleben,
freilassen,
Wärme zeigen,
Stärke vermitteln,
Konflikte lösen,
vergessen können,
verkraften lernen,
akzeptieren, tolerieren,
miteinander lachen, weinen,
Kind sein, reifen,
streiten, vertragen,
träumen, realisieren,
wünschen, erfüllen.
FREUNDE SEIN Laut, leise,
liebevoll, hasserfüllt,
fröhlich, traurig,
lebhaft, müde,
wahr, falsch,
ernst, flatterhaft,
tiefgründig, oberflächig,
stark, schwach,
exzessiv, vernünftig,
FREUNDSCHAFT

Autor unbekannt

Ich wünsche, dass Sie in Ihrem Umfeld verlässliche Menschen haben. Ein erholsames Wochenende wünscht Ihnen

Ihr/Euer

Gerd Taron

Täusche dich selbst – Literarischer Wochenendgruß vom 04.08.17

Täusche dich selbst – Literarischer Wochenendgruß vom 04.08.17

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,
wenn ich mir die Nachrichten der vergangenen Wochen und Monate und vor allem in den letzten Tagen betrachte, leben wir offensichtlich in einer Scheinwelt. Ob in Politik, Wirtschaft oder im privaten Umfeld: Es wird getäuscht und manipuliert, um des eigenen Profits willen.
Je komplizierter der Sachverhalt – siehe Automobilindustrie und Finanzbranche – desto einfacher scheint es, den „Normalbürger“ für eigene Zwecke zu missbrauchen.

Ist Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit noch wirklich gefragt? Haben „Lügen kurze Beine“, wie es eine Redensart beschreibt?

Einem Beispiel aus der Lebensmittelindustrie, wie getäuscht wird, können Sie gerne dem nachfolgenden Link des HR-Fernsehens – MEX-Magazin vom 02.08.17 entnehmen:
http://www.hr-online.de/website/fernsehen/sendungen/index.jsp?jmpage=1&rubrik=97984&mediakey=fs%2Fmex%2F2017_08%2F170802163746_mex_lebensmittelindustrie_der_typentrick_131742&type=v&jm=1&key=standard_document_65425990

Kleinmarkthalle Frankfurt – Foto Gerd Taron

Etwas zu versprechen ist der Versuch,
die unfassbare Zukunft festzulegen.
Du hast das Recht, dich dagegen zu wehren.
Du hast das Recht, dich gegen die zu wehren,
die meinen, sie könnten dir Versprechen abverlangen.
Wichtig ist es, im Moment zu leben,
nicht ohne Verbindung zur Vergangenheit
und nicht ohne Gedanken an die Zukunft,
aber in der Größe der Gegenwart mit ihren vielen Schichten.
Darin liegt deine Treue zu anderen und zum Leben.
Du hast das Recht, Fragen offenzuhalten
und die Zukunft zu erlauben, sich selbst zu gestalten.
Du bist Teil der großen Entfaltung
und kannst nur begrenzt bestimmen,
was geschehen wird.
Weil du ein Recht hast, deine Meinung zu verändern,
kannst du nichts versprechen,
auch wenn du es wolltest.
Was du aber allen versichern kannst ist,
dass du versuchen wirst, dir selbst treu zu sein.
Das ist viel,
das ist häufig mehr, als jemand anderem treu zu sein,
jemand, der etwas von dir verlangt,
was dich zur Untreue dir selbst gegenüber führen würde.
Und bist du erst dir selbst untreu,
kannst du anderen nicht mehr treu sein.
Wo die Mitte fehlt, fehlt auch der Rand.
Du hast das Recht, offen und nicht bestimmbar zu sein.

Ulrich Schaffer

Palmengarten Frankfurt

Ich habe keine Geduld

Ich habe keine Geduld mehr für bestimmte Dinge. Nicht weil ich arrogant geworden bin, sondern einfach nur, weil ich einen Punkt in meinem Leben erreicht habe, an dem ich keine Zeit mehr mit dem, was mir missfällt oder mir wehtut, verschwenden will. Ich habe keine Geduld mehr für Zynismus, für übertriebene Kritik und Forderungen jeder Art. Ich hab den Willen verloren, denen zu gefallen, die mich nicht mögen, die zu lieben die mich nicht lieben und die anzulächeln, die mich nicht anlachen wollen. Ich verschwende keine einzige Minute mehr an die, die lügen und manipulieren. Ich habe mich entschlossen nicht mehr mit Verstellung, Heuchelei, Unehrlichkeit und billigem Lob zu koexistieren. Ich toleriere weder selektive Gelehrsamkeit noch akademische Arroganz. Ich werde mich auch nie an den so beliebten Klatsch gewöhnen. Ich hasse Konflikte und Vergleiche. Ich glaube an eine Welt der Gegensätze und darum vermeide ich Menschen mit starren und unflexiblen Persönlichkeiten. In Freundschaften mag ich Mangel an Loyalität und Verrat nicht. Ich komme nicht klar mit solchen, die keine Komplimente oder ein Wort der Ermutigung geben können. Übertreibungen langweilen mich und ich habe Schwierigkeiten Menschen zu akzeptieren die keine Tiere mögen. Und obendrein habe ich keine Geduld für alle, die meine Geduld nicht verdienen.“

Meryl Streep

Palmengarten Frankfurt – Foto: Gerd Taron

Ich will mich nicht von Worten täuschen lassen.
Manche Menschen versprechen viel
und halten wenig.
Um Enttäuschungen vorzubeugen,
werde ich mich an ihrem Verhalten orientieren.
Was ein Mensch tut,
spricht immer eine zuverlässigere Sprache als das,
was er sagt.
Seine Handlungen hinterlassen Spuren,
mit denen ich den Weg zu seinem wahren Wesen
zurückverfolgen kann.

Leider gibt es geborene Schauspieler,
deren Verhalten ebenso trügerisch ist,
wie ihre Worte es sind.
Aber selbst der beste Mime
fällt irgendwann einmal aus der Rolle
oder vergißt seinen Text.

In solchen Momenten
zeigt sich sein wahres Gesicht.
Ich will stets versuchen,
es so früh wie möglich zu erkennen.

HANS KRUPPA

Palmengarten Frankfurt – Foto: Gerd Taron

Höre immer auf das, was Dein Herz Dir sagt,
entscheide immer so, wie Dein Bauch es fühlt und für richtig hält,
egal was Deine Augen sehen,
egal was Deine Ohren hören und
egal wie sehr Dein Kopf etwas glauben will,
denn nichts auf der Welt,
kann Dich so sehr täuschen und verletzen,
wie die Worte eines Menschen,
denen du so gern Glauben schenken willst

(unbekannt)

Palmengarten Frankfurt – Foto: Gerd Taron

Mit der Zeit lernst du,
dass eine Hand halten nicht dasselbe
ist wie eine Seele fesseln, und dass
Liebe nicht anlehnen bedeutet und Begleitung nicht Sicherheit.

Du lernst allmählich, dass Küsse
keine Verträge sind und Geschenke
keine Versprechen.

Und du beginnst,
deine Niederlagen erhobenen Hauptes
und offenen Auges hinzunehmen mit
der Würde des Erwachsenen, nicht
maulend wie ein Kind.

Und du lernst, all deine Straßen
auf dem Heute zu bauen, weil das
Morgen ein zu unsicherer Boden ist.

Mit der Zeit erkennst du, dass sogar Sonnenschein die Haut verbrennt, wenn man zuviel davon abbekommt.

Also bestell deinen Garten und
schmücke selbst dir deine Seele
mit Blumen, statt darauf zu warten,
dass andere dir Kränze flechten.

Und bedenke, dass du wirklich standhalten kannst … und wirklich stark bist.
Und dass du einen eigenen Wert hast.

(Kelly Priest)

Ich wünsche Ihnen ein erholsames und wundervolles Wochenende ohne Täuschungen und Ent-Täuschungen.

Ihr/Euer
Gerd Taron

Starke Frauen, starke Männer – Literarischer Wochenendgruß vom 28.07.17

Starke Frauen, starke Männer – Literarischer Wochenendgruß vom 28.07.17

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

in diesen Tagen begegnet mir in den Medien immer wieder die Forderung oder der Wunsch nach „starken Frauen“ oder auch „starke Männer“.
Was sind das für Frauen oder Männer, die „Stärke“ zeigen? Welche Eigenschaften sollen sie besitzen? Die Antworten in den Medien sind sehr unterschiedlich, gerade in unseren Zeiten wie diese.

Ich kenne in meinem Umfeld starke Frauen und Männer. Für mich zeichnen sie sich dadurch aus, dass sie in schwierigen Lebenssituationen nicht aufgegeben haben. Sie leben authentisch und haben den Beifall der Massen nicht nötig. Sie sind besonders dann stark, wenn sie schwach und verwundbar sind.

Ein besonderes Beispiel möchte ich in diesem Wochenendgruß hervorheben. Einige langjährige Leser kennen diese Geschichte bereits. Bei diesem Thema ist es Zeit, daran noch einmal zu erinnern.

Regelmäßig besuche ich eine ältere Frau, die mittlerweile 86 Jahre ist. Vor mehr als 25 Jahren erlitt ihr Sohn in bestem Alter unvorbereitet einen Hirnschlag. Gemeinsam mit ihrem Mann, der leider vor einigen Jahren verstarb, betreut sie ihren Sohn, der noch immer an den Folgen leidet. Es ist bewundernswert, wie sie in ihrem hohen Alter sich allen Schwierigkeiten widersetzt und nicht aufgibt.

Ihrem Sohn, Hans Joerg Kampfenkel, ist ein Hobby verblieben, was er leider aufgrund seiner Krankheit nur eingeschränkt ausüben kann: Das Fotografieren.

Daher sind alle Fotos in diesem Wochenendgruß ihm und seiner Familie gewidmet.

Im Januar 2014 habe ich auf meiner WordPress-Seite über sein Schicksal berichtet mit der Überschrift „Und plötzlich war alles anders“. Hier ist der Link dazu.

https://gerdtaronantiquariat.wordpress.com/tag/kampfenkel/

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Die stärksten Menschen sind die,
die Kämpfe gewinnen,
von denen niemand etwas weiß.

butschibei

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Ein bedeutungsvolles Leben
besteht nicht darin, reich,
berühmt, höchst gebildet oder
perfekt zu sein.

Es geht vielmehr darum
authentisch und einfach zu leben
und in der Lage zu sein,
sich anderen mitzuteilen
und das Leben unserer Mitmenschen zu berühren.

Free Yourself

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Ich habe noch nie
einen starken Menschen
mit einer einfachen Vergangenheit
kennen gelernt.

Zig Ziglar

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Starke Menschen bleiben ihrer Natur treu, mag das Schicksal sie auch in schlechte Lebenslagen bringen, ihr Charakter bleibt fest, und ihr Sinn wird niemals schwanken. Über solche Menschen kann das Schicksal keine Gewalt bekommen.

Niccolò Machiavelli

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Das sind die Starken, die unter Tränen lachen, eigene Sorgen verbergen und andere glücklich machen.

Franz Grillparzer

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Es sind nicht immer die Lauten stark,
nur weil sie Lautstark sind !
Es gibt so viele, denen das Leben ,
leise besser gelingt.

Konstantin Wecker

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Ob jemand echt ist,
autark,
stark
im Herzen,
verbunden
ist in
tiefer
Wahrheit
mit dem Leben –
siehst Du hier nicht,
hörst Du nicht,
liest Du nicht –
Du spürst es!
Mit jeder Faser seines Seins
lebt dieser Mensch Wahrheit –
auch
ohne Publikum,
ohne Applaus,
gegen alle Strömungen,
seiner Wahrhaftigkeit wegen.
-WAHRHAFTIGKEIT-

Anja Schindler

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Leise Menschen,
stille Freundschaften,
stille Worte,
stille Zeichen
übertönen lautstarkes Getue,
überdauern
die Kurzlebigkeit
großer Versprechungen,
leerer Gesten.

Margot Bickel

Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende umgeben von „starken“ Menschen, sei es ihre Familie oder ihre Freunde und Bekannten.

Ihr/Euer

Gerd Taron

Von der Rangliste – Literarischer Wochenendgruß vom 21.07.17

Von der Rangliste – Literarischer Wochenendgruß vom 21.07.17

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,
in welcher Rangliste finden Sie sich wider? Wo sind Sie unter den Top 10 oder Top 100? Mir ist in diesen Tagen neu bewusst geworden, dass vieles in unserem Leben nach Ranglisten bewertet wird. Wir kennen das aus dem Sport, aus der Politik, aus der Wirtschaft und in unserer Gesellschaft. Im Literaturbereich ist es für viele sehr wichtig in einer der vielen Bestsellerlisten zu erscheinen. Je höher der Rang, desto mehr Anerkennung erhalte ich für mein Buch? Nebenbei bemerkt: Die allerwenigsten werden Bestsellerautoren.

In den sozialen Medien, wie z. B. facebook, wird dies besonders deutlich. Da gibt es die „besten 50 Freunde“ oder „Wer ist dein bester Freund von allen“ oder „Wie lauten die für Dich wichtigsten 20 Menschen“. Das sind einige Beispiele.

Was bedeutet es mir persönlich irgendwo in einer Rangliste zu erscheinen? Ist das für mein Selbstwertgefühl so wichtig? Warum wollen wir besser als andere sein?

Wer in irgendeiner Rangliste mal die Nr. 1 war, weiß wie kurzzeitig diese Position ist und mühsam, diese zu behalten. Außerdem ist es oft sehr fragwürdig, wie diese „Rankings“ zusammengestellt werden.
Mein persönlicher Wert ist unabhängig von einer Rangliste. Mir ist es nicht wichtig, wie viele facebook-Freunde ich habe oder wie viele mich kontaktieren.

In meinem realen Freundeskreis gibt es keine Rangliste. Jeder ist mir gleich wichtig und bedeutsam, auch wenn der Kontakt aus verschiedenen Gründen manchmal nicht so intensiv sein kann..

Welche Blume ist hier die schönste? – Foto: Gerd Taron

Das Vergleichen ist das Ende des Glücks,
und der Anfang der Unzufriedenheit…

Søren Kierkegaard

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Rüdesheim am Rhein – Foto: Gerd Taron

Die sieben Weltwunder

Eine Schulklasse wurde gebeten zu notieren, welches für sie die Sieben Weltwunder wären.

Folgende Rangliste kam zustande:
Pyramiden von Gizeh
Taj Mahal
Grand Canyon
Panamakanal
Empire State Building
St. Peters Dom im Vatikan
Große Mauer China

Die Lehrerin merkte beim Einsammeln der Resultate, dass eine Schülerin noch am Arbeiten war.
Deshalb fragte sie die junge Frau, ob sie Probleme mit ihrer Liste hätte.

Sie antwortete: „Ja. Ich konnte meine Entscheidung nicht ganz treffen. Es gibt so viele Wunder.“

Die Lehrerin sagte:
„Nun, teilen Sie uns das mit, was Sie bisher haben und vielleicht können wir ja helfen.“

Die junge Frau zögerte zuerst und las dann vor.
„Für mich sind das die Sieben Weltwunder:
Sehen
Hören
sich Berühren
Riechen
Fühlen
Lachen …
… und Lieben.“
Im Zimmer wurde es ganz still.

Diese alltäglichen Dinge, die wir als selbstverständlich betrachten und oft gar nicht realisieren, sind wirklich wunderbar. Die kostbarsten Sachen im Leben sind jene, die nicht gekauft und nicht hergestellt werden können.

gefunden auf der Seite: lichtkreis.at

Foto: Gerd Taron

Nicht die Gruppe,
zu der du dich zählst;
nicht der Reichtum,
den du angehäuft;
nicht die Macht,
die du erkämpft;
nicht das Wissen,
das du erworben;
nicht das Ansehen,
das dir entgegengebracht wird,
ist entscheidend.
Entscheidend ist,
dass du auf andere Menschen zugehst,
sie wahr- und annimmst,
deinen Teil beiträgst,
verantwortungsvoll handelst,
bist, was du sein kannst,
liebst,
dein Leben lebst und
Menschlichkeit förderst

Elfi Egger

Foto: Gerd Taron

Genießen heißt: ganz in der Gegenwart sein. Wer ständig vergleicht, kann das, was er gerade erlebt, nicht mit allen Sinnen genießen. Sein ständiges Vergleichen hindert ihn daran, sich auf das einzulassen, was gerade ist.

Anselm Grün

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Wie viel ruhiger würde unser Leben,
wenn wir uns
nicht hetzen und drängen ließen;
nicht meinten,
alles hänge von uns ab;

wie viel entspannter würde unser Leben,
wenn wir darauf verzichteten,
uns mit anderen zu vergleichen;
uns nicht Ziele setzten,.
die außerhalb unserer Möglichkeiten liegen;

wie viel wesentlicher würde unser Leben,
wenn wir darauf vertrauen würden,
dass wir sein dürfen wie wir sind
und wachsen ließen,
was in uns angelegt ist.

Wie viel schöner würde unser Leben,
wenn wir in uns und unseren Mitmenschen
das ganz Besondere und Einmalige sehen
und einander ermutigen würden,
einfach zu sein?

Max Feigenwinter

Viele genießen jetzt die Ferien. Lassen Sie es sich gut gehen im Kreise Ihrer Lieben.

Ihr/Euer

Gerd Taron

Von der Unzufriedenheit – Literarischer Wochenendgruß vom 14.07.17

Von der Unzufriedenheit – Literarischer Wochenendgruß vom 14.07.17

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

sind Sie zufrieden mit Ihrem Leben? Mir scheint es derzeit, dass fast überall Unzufriedenheit herrscht. Das gilt im Großen wie im Kleinen.
Der Vandalismus und die Zerstörungswut in meiner Kleinstadt bereitet mir immer größere Sorgen. Wo soll das noch hinführen? Was sind die Beweggründe? Wenn ein beliebter Aussichtsturm durch Brandstifter zerstört wird oder Pavillons in Frankfurter Parks?

Das alles geschieht in meiner kleinen Welt. Aber nicht nur hier, sondern auch am vergangenen Wochenende haben es die Menschen in Hamburg erleben und erleiden müssen.

Je unsicherer die Zeiten sind, desto unzufriedener scheinen die Menschen zu werden. Leider gibt es zu viele, die ihre Aggressionen in die falsche Richtung lenken – in Zerstörung oder gar Gewalt gegenüber Mitmenschen. Das macht mich traurig.

Mit den Sonnenblumen-Fotos, die in diesem Wochenendgruß vor dem Text der jeweiligen bekannten und unbekannten Autoren stehen, möchte ich ein Zeichen setzen. Die Natur hat ihre Weise, ihre Zufriedenheit zu zeigen. Daran mögen wir alle uns ein Beispiel nehmen.

Foto entdeckt von Ulrike Fluck

ZUFRIEDENHEIT

Wer immer unzufrieden ist, taugt nichts.
Immer Unzufriedene sind dünkelhaft
und oft boshaft dazu,
und während sie sich über andre lustig machen,
lassen sie selber viel zu wünschen übrig.

Theodor Fontane

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Je reicher die Menschen sind,
desto eher betrachten sie ihre Privilegien und Vorzüge
als eine Selbstverständlichkeit.

Wenn wir uns bester Gesundheit erfreuen
und das Leben uns zudem mit vielen günstigen
Gelegenheiten beschenkt,
nehmen wir diese wahrscheinlich ebenfalls für selbstverständlich,
was nicht gerade unsere Zufriedenheit mehrt.

Zufriedenheit wächst vielmehr aus der Dankbarkeit,
die wir für alle positiven Lebensumstände fühlen.

Wir können nirgendwo zu Hause sein,
wenn wir uns nicht selbst Zuflucht und Heimat sein können,
wenn wir uns nicht entspannen, in uns keine Ruhe finden.

Wo unser Herz ist, fühlen wir uns zu Hause,
nicht wo unser Körper ist.

Deswegen sind wir endlich zu Hause angekommen,
sobald wir unser Herz öffnen,
sobald wir ein Gefühl liebevoller Wertschätzung spüren,
sobald wir dankbar, zufrieden, erleichtert und sorglos sind.

Wenn wir uns so fühlen,
sind wir überall auf diesem Erdball,
ja im ganzen weiten Universum zu Hause.

Ayya Khema

Foto: Gerd Taron

Menschen führen Menschen zum Licht, zu einem neuen Lebensstil: Menschen, die sich befreien lassen von Habsucht und Hass. Menschen, die nicht länger an Gewehrläufe glauben. Menschen, die mit wenig zufrieden sind und Zeit für Dinge haben, die kein Geld bringen. Menschen, die keinen Palast brauchen, um prächtig zu leben, und kein dickes Portemonnaie, um gemeinsam Feste zu feiern. Menschen, die Blumen sehen, die Vögel zwitschern hören, die wie ein Kind spielen und in einem Sessel einschlafen können. Liebe Menschen mit viel Licht in Häusern, in Dörfern und Städten.

© Phil Bosmans (1922 – 2012),
belgischer Ordenspriester,
Telefonseelsorger und Schriftsteller,
›der moderne Franziskus‹

Foto: Gerd Taron

Ich denke, die schönsten Menschen
in dieser Welt sind diejenigen,
die diese einzigartige Mut haben
sie selbst zu sein.
Egal, was jemand sagt,
egal wie viele über sie lachen oder spotten,
sie sind sie selbst, auch wenn sie allein sind.
Sie ändern sich nicht um jemanden zu gefallen
und gemocht zu werden.
Sie lächeln, weil sie glücklich
und zufrieden mit sich selbst sind.
Autor unbekannt

Foto: Gerd Taron

Deinen Optimismus in einer Welt voller Pessimisten zu verbreiten,
ist keine Träumerei, sondern ein Geschenk an die Mitmenschen.
Immer wieder aufzustehen, obwohl du hundertmal hingefallen bist,
ist keine Naivität, sondern bezeugt dein tiefes Vertrauen zum Leben.
Zufrieden zu sein, wenn du dich an dem Wenigen erfreust was du hast, ist kein Zeichen von Anspruchslosigkeit, sondern Wertschätzung.
Die Ablehnung anderer ertragen zu können, ohne deine Gelassenheit zu verlieren, ist keine Schwäche, sondern Selbstsicherheit.
Verletzlich zu bleiben statt ein Herz aus Stein zu bekommen
wenn dich jemand verlässt, ist keine Schwäche, sondern eine Stärke.
An das Gute im Menschen zu glauben, ist nicht unrealistisch,
sondern der Sinn deines Daseins.
Der Liebe auch dann zu folgen wenn es schwierig wird, ist keine Dummheit, sondern zeigt das dein Herz größer ist als dein Ego.

Ralf Marohn

Foto: Gerd Taron

Sonnen Blumen
Wohltuende Kühle
auf der Haut
dem Auge
Der Sonne entgegen
dem Uhrzeiger Sinn
am Rande ausufernd
ins helle Blau
gelb im Gemüt
scheinend in ihrer Mitte
die rot leuchtet
zu Gunsten grüner Blätter
dunkel chargierend
sich abzeichnend
die sich halten
schützend
mir gegenüber
Ruhe ausströmen
wellend
wogend im Feld
so weit das Auge reicht
http://www.silvia-kiefer.de

Foto: Gerd Taron

Mögest du die kleinen Geschenke des Tages nicht übersehen:
den Tau auf den Grasspitzen,
den Sonnenschein auf deiner Tür,
die Regentropfen im Blumenbeet,
das behagliche Buckeln der Katze,
das Wiederkäuen der Kuh,
das Lachen aus Kinderkehlen,
die schwielige Hand des Nachbarn,
der dir einen Gruß über die Hecke schickt.
Möge dein Tag durch viele kleine Dinge groß werden.

Irischer Segenswunsch

Ich wünsche Ihnen in diesen schwierigen Zeiten, dass Sie Ruhe und Gelassenheit bewahren.

Ihr/Euer
Gerd Taron

Fernweh – Literarischer Wochenendgruß vom 07.07.17

Fernweh – Literarischer Wochenendgruß vom 07.07.17

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,
kennen Sie das Gefühl, wenn Sie am Bahnhof, in der Abflughalle eines Flughafens oder am Hafen stehen? Packt Sie nicht des Öfteren das Fernweh, die Sie in Ihren Träumen in ferne Gegenden führt?

Heute haben viele die Möglichkeit, ferne Länder zu erkunden. In früheren Zeiten sah das anders aus. Wer kennt sie noch die Aufbruchsstimmung in Zeiten des Wirtschaftswunders in den 1950er und 1960er Jahren? Schlager wie „Zwei kleine Italiener“ oder „Wenn bei Capri die Sonne untergeht“, geben dies in romantischer Verklärung wider.

In Hessen sind gerade Sommerferien. Einige haben Ihren wohlverdienten Urlaub angetreten, andere haben ihn noch vor sich. Denken wir aber auch an die, die sich keinen Urlaub leisten können und für die das Erkunden neuer Gegenden nicht möglich ist.

Foto: Brina Stein (www.brina-stein.de)

Wenn mein Herz auf Reisen geht,
zähle ich die Wolken und sing mit dem Wind.
Tanze im Regen und lach wie ein Kind.
Unbeschwert, losgelöst und frei von allen Sorgen,
träum ich mich zu den Sternen
in die unendliche Weite des Horizonts.
Seelenfrei wie ein Vogel im Wind.
Ein solcher Augenblick schenkt meiner Seele
Zauber und Glück.

Autor unbekannt

Foto: Brina Stein (www.brina-stein.de)

Ich will mit Dir die Segel setzen,
Dir Auftrieb sein. Die Ozeane bereisen,
Worten der Liebe Flügel verleihen.
Unbegrenztheit erleben,
in der Stille vor Anker gehn…
Mit den Möven reisen,
und den Delphinen singen !
Niemals ankommen,
und doch Zuhause sein !
Lass uns schweben,
Wellen schlagen,
Perlen tauchen,
und stets willkommen sein,
wohin der Wind uns treibt.
Ich will fliegen,
auf deinen Wolken,
und Dir auch Sonne sein !
Den Sternen folgen ganz ohne Plan,
nur Liebe sein in all den Fluten,
ganz Dein,
ganz Mein…

Elfi Egger

Foto: Gerd Taron

Der Zug des Lebens
.
Das Leben ist wie eine Reise im Zug.
Vor einiger Zeit las ich ein Buch,
worin das Leben mit einer Zugreise verglichen wurde.
Eine sehr interessante Lektüre.
.
Das Leben ist wie eine Reise im Zug:
Man steigt oft ein und aus, es gibt Unfälle,
bei manchen Aufenthalten angenehme Überraschungen
und tiefe Traurigkeit bei anderen.
.
Wenn wir geboren werden und in den Zug einsteigen,
treffen wir Menschen, von denen wir glauben,
dass sie uns während unserer ganzen Reise
begleiten werden: unsere Eltern.
Leider ist die Wahrheit eine andere.
Sie steigen bei einer Station aus
und lassen uns ohne ihre Liebe und Zuneigung,
ohne ihre Freundschaft und Gesellschaft zurück.
.
Allerdings steigen andere Personen,
die für uns sehr wichtig werden, in den Zug ein.
Es sind unsere Geschwister, unsere Freunde
und diese wunderbaren Menschen, die wir lieben.
Manche dieser Personen die einsteigen,
betrachten die Reise als kleinen Spaziergang.
Andere finden nur Traurigkeit auf ihrer Reise.
Und es gibt wieder andere im Zug,
die immer da und bereit sind, denen zu helfen,
die es brauchen.
.
Manche hinterlassen beim Aussteigen
eine immer währende Sehnsucht.
Manche steigen ein, und wieder aus,
und wir haben sie kaum bemerkt.
Es erstaunt uns, dass manche der Passagiere,
die wir am liebsten haben,
sich in einen anderen Waggon setzen
und uns die Reise in diesem Abschnitt alleine machen lassen.
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Selbstverständlich lassen wir uns nicht davon abhalten,
die Mühe auf uns zu nehmen, sie zu suchen
und uns zu ihrem Wagon durchzukämpfen.
Leider können wir uns manchmal nicht zu ihnen setzen,
da der Platz an ihrer Seite schon besetzt ist.
Versuchen wir mit unseren Mitreisenden gut auszukommen,
und suchen wir das Beste in jedem von ihnen.
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Erinnern wir uns daran,
dass in jedem Abschnitt der Strecke
einer der Gefährten schwanken kann
und möglicherweise unser Verständnis braucht.
Auch wir werden öfter schwanken
und es wird jemanden geben,
der uns versteht.
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Das große Mysterium der Reise ist,
dass wir nicht wissen,
wann wir endgültig aussteigen werden und genau so wenig,
wann unsere Mitreisenden aussteigen werden,
nicht einmal der, der gleich neben uns sitzt.
Ich glaube, ich werde wehmütig sein,
wenn ich aus dem Zug für immer aussteige.
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Die Trennung von einigen Freunden,
die ich während der Reise traf,
wird schmerzhaft sein.
Meine Liebsten allein zu lassen,
wird sehr traurig sein.
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Aber ich habe die Hoffnung,
dass irgendwann der Zentralbahnhof kommt,
und ich habe das Gefühl, sie ankommen zu sehen,
mit Gepäck, das sie beim Einsteigen noch nicht hatten.
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Was mich glücklich machen wird, ist der Gedanke,
dass ich mitgeholfen habe
ihr Gepäck zu vermehren und wertvoller zu machen.
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Schauen wir darauf, dass wir eine gute Reise haben
und das sich am Ende die Mühe gelohnt hat.
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Versuchen wir, dass wir beim Aussteigen
einen leeren Sitz zurücklassen,
der Sehnsucht und schöne Erinnerungen
bei den Weiterreisenden hinterlässt.
Ich wünsche allen eine Gute Reise.
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Verfasser unbekannt,

Foto: Gerd Taron

Es geht doch nichts übers Reisen, wenn man nicht dahin oder dorthin reiset, sondern in die Welt hinein, wie es Gott gefällt! Wie uns aus Wäldern, Bergen, aus blühenden Mädchengesichtern, aus Strömen und alten Burgen das noch unbekannte, überschwengliche Leben ernst und fröhlich aussieht! – Das Leben der meisten ist eine immerwährende Geschäftsreise vom Buttermarkt zum Käsemarkt; das Leben der Poetischen dagegen ein freies, unendliches Reisen nach dem Himmelreich.

Joseph von Eichendorff in „Ahnung und Gegenwart“
Ich wünsche allen einen erholsamen Urlaub. Das kann auch zu Hause sein. Manchmal übersieht man, dass das Gute so naheliegt.

Ihr/Euer

Gerd Taron