Lebensfreude pur – Literarischer Ostergruß 2014

Liebe Literaturfreunde,

zum Osterfest erscheint wieder eine etwas besondere Ausgabe des literarischen Wochenendgrußes.

Ostern – ein Fest der Freude, das vor allem die Christen festlich begehen. Das Fest der Auferstehung, des Lebens. Vom Tod zum Leben – das ist die frohe Botschaft, die uns zum Osterfest übermittelt wird.

Diese Lebensfreude soll Ihnen auch dieser Ostergruß mit Texten und den schönen Fotos von Hans Joerg Kampfenkel vermitteln.

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Alles schlummerte. Die Luft, warm und duftgeschwängert, war regungslos;
ab und zu durchflog sie ein Zittern, wie das Zittern des Wassers, das vom Fall eines Zweiges berührt wird.

Man fühlte ein Sehnen, eine Art Durst in dieser warmen Luft.
Ich beugte mich über den Zaun: vor mir streckte ein wilder roter Mohn aus dichtem Gras seinen schlanken Stengel hervor:

Ein großer runder Tropfen nächtlichen Taus glänzte
in dunklem Schimmer auf dem Grund der geöffneten Krone.
Alles umher war wie in sich selbst versunken; alles schien hingestreckt, unbeweglich und erwartungsvoll den Blick nach oben gerichtet zu haben.
Worauf harrte diese blaue, träumende Nacht?…

Turgenjew, Iwan (1818-1883)

 

Der lebt nicht, dessen Haupt nicht im Himmel steht,
auf dessen Brust nicht die Wolken ruhen, dem die Liebe
nicht im Schoße wohnt, und dessen Fuß nicht in der Erde wurzelt.

Clemens Brentano

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel
Das Leben, das ich selbst gewählt

Eh‘ ich in dieses Erdenleben kam,
ward mir gezeigt, wie ich es leben würde.
Da war die Kümmernis, da war der Gram,
da war das Elend und die Leidensbürde.
Da war das Laster, das mich packen sollte,
da war der Irrtum, der gefangen nahm.
Da war der schnelle Zorn, in dem ich grollte,
da waren Haß und Hochmut, Stolz und Scham.

Doch war da auch die Freude jener Tage,
die voller Licht und schöner Träume sind,
wo Klage nicht mehr ist und nicht mehr Plage,
und überall der Quell der Gaben rinnt;
wo Liebe dem, der noch im Erdenkleid gebunden,
die Seligkeit des Losgelösten schenkt,
wo sich der Mensch, der Menschenpein entwunden,
als Auserwählter hoher Geister denkt.

Mir ward gezeigt das Schlechte und das Gute,
mir ward gezeigt die Fülle meiner Mängel,
mir ward gezeigt die Wunde, draus ich blute,
mir ward gezeigt die Helfertat der Engel.
Und als ich so mein künftig‘ Leben schaute,
da hört‘ ein Wesen ich die Frage tun:
Ob dies zu leben ich mich traute,
denn der Entscheidung Stunde schlüge nun.

Und ich ermaß noch einmal alles Schlimme –
„Dies ist das Leben, das ich leben will!‟,
gab ich zur Antwort mit entschloss‘ner Stimme
und nahm auf mich mein neues Schicksal still.
So ward geboren ich in diese Welt,
so war‘s, als ich ins neue Leben trat.
Ich klage nicht, wenn ‘s oft mir nicht gefällt,
denn ungeboren hab‘ ich es bejaht.

(Hermann Hesse)

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Entdecken Sie – vielleicht nach Tagen der Unruhe, der Hektik oder auch der Trauer – Ihre Lebensfreude oder entdecken Sie sie wieder.

Ich wünsche Ihnen ein lebensfrohes und buntes Osterfest.

Ihr/Euer

Gerd Taron

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

 

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Wasser – Es fließt – Literarischer Wochenendgruß vom 12.07.12

Liebe Leserinnen und Leser, Betrachterinnen und Betrachter,

 

 

zwei Gedichte von Rainer Maria Rilke und die Fotos von Marina Rupprecht stehen diesmal im Mittelpunkt der neuesten Ausgabe des literarischen Wochenendgrußes.

 

 

 

Vor lauter Lauschen und Staunen sei still,

 

du mein tieftiefes Leben,

 

dass du weißt, was der Wind dir will,

 

eh noch die Birken beben.

 

 

 

Und wenn dir einmal das Schweigen sprach,

 

laß deine Sinne besiegen.

 

Jedem Hauche gieb dich, gieb nach,

 

er wird dich lieben und wiegen.

 

 

 

Und dann meine Seele sei weit, sei weit,

 

dass dir das Leben gelinge,

 

breite dich wie ein Feierkleid

 

über die sinnenden Dinge.

 

 

Rainer Maria Rilke

 

 

 

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lle Fotos: Marina Rupprecht (Wiedergabe nur mit Genehmigung gestattet)

 

 

 

Überfliessende Himmel verschwendeter Sterne

 

prachten über der Kümmernis. Statt in die Kissen,

 

weiter hinauf. Hier, an dem weinenden schon,

 

an dem endenden Antlitz,

 

um sich greifend, beginnt der hinreißende

 

Weltraum. Wer unterbricht,

 

wenn du dort hin drängst,

 

die Strömung? Keiner. Es sei denn,

 

dass du plötzlich ringst mit der gewaltigen Richtung

 

jener Gestirne nach dir. Atme.

 

Atme das Dunkel der Erde und wieder

 

aufschau! Wieder. Leicht und gesichtslos

 

lehnt sich von oben Tiefe dir an. Das gelöste

 

nachtenthaltne Gesicht giebt dem deinigen Raum.

 

 

Rainer Maria Rilke

 

 

 

 

Ich wünsche allen ein erholsames Wochenende. Lassen Sie Ihre Seele baumeln und genießen Sie die Zeit.

 

 

Ihr/Euer

 

 

Gerd Taron

 

 

 

Besonderer Veranstaltungshinweis:

 

 

Am Sonntag, 14.07. findet wieder ab 16:00 Uhr im Hotel Stern Restaurant in Eppstein-Vockenhausen die Reihe „Literatur um 4“ statt. Das Thema lautet diesmal Sommer und Urlaub..

 

 

Nada Nagel und ich freuen uns auf Ihren/Euren Besuch.

Gerd Taron 

Taron-Antiquariat
Langstraße 30

65779 Kelkheim-Fischbach
Tel. 49+(0)6195-676695


Internet: www.gerdtaronantiquariat.wordpress.com

und

www.taron-antiquariat.de


E-Mail:
verkauf@taron-antiquariat.de 

 

Licht und Himmel – Literarischer Wochenendgruß vom 14.06.13

 Liebe Leserinnen und Leser des wöchentlichen Literaturgrußes,

wenn wir in den Himmel blicken, sehen wir das Licht, oft die Sonne, ´manchmal nur Wolken. Nur die Nacht verdunkelt den Horizont für wenige Stunden.

Die heutige Ausgabe möchte mit den Fotos von Marina Rupprecht und mir und den Zitaten uns das Thema Licht und Himmel näher bringen.

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Foto: Marina Rupprecht

 

„Leuchte uns entgegen mit deinem Licht,

Gott der Klarheit.

Befreie uns von der düsteren Sicht.

Belebe unsere Welt mit deinen Farben.“

Walter Jens

 

 

 

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Foto: Marina Rupprecht

„Wo der Mensch ist, ist der Himmel auf Erden.

Es braucht keinen anderen Himmel dazu,

es ist schon genug auf unsere Erde.

Aber rechte Menschen müssen drin sein,

dann ist das Paradies da.“

Christoph Blumhardt

 

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 Foto: Gerd Taron (in der Nähe von Hof Gimbach im Taunus)

Blicken Sie an diesem Wochenende voller Zuversicht und Vertrauen in den Himmel über Ihnen.

Das wünscht allen

Ihnen/Euer

Gerd Taron

Ein besonderer Veranstaltungshinweis.

Am Sonntag, 16.06. findet ab16:00 Uhr wieder die Veranstaltungsreihe „Literatur um 4“ im Hotel Stern Restaurant in Eppstein-Vockenhausen statt. Bei Kaffee und Kuchen dürfen Sie literarische Köstlichkeiten genießen. Diesmal heißt das Thema: Schweden.

Es ist uns ein Kind geboren – Rundbrief von Pfarrer Schmalz-Hannappel, Kelkheim-Fischbach

Da berühren sich Himmel und Erde, Anfang und Ende, Zeit und Ewigkeit – all das kommt in der Heiligen Nacht zusammen. Wofür? Für Dich. Damit auch Du heil wirst.

Die Philosophin Hannah Arendt hat dies wunderbar kurz und klar geschrieben:

Es ist uns ein Kind geboren.

Die tiefe Wahrheit dieses Teils
der Christuslegende ist:
Aller Anfang ist heil, um des Anfangs willen,
um dieses Heiles willen,
hat Gott den Menschen in die Welt hinein geschaffen.
Jede neue Geburt ist
wie eine Garantie des Heils in der Welt,
wie ein Versprechen der Erlösung für die,
welche nicht mehr Anfang sind.

(aus: Hannah Arendt, Vita activa oder Vom tätigen Leben. München Zürich 1999, S. 317)

So wünsche ich Dir, dass Du in der Heiligen Nacht spürst, dass Du mit Dir, deinen Nächsten und Gott eine wundersame Verbindung eingehst, die Dich trägt.

Frohe Weihnachten  und Gottes Segen für Dich!

Andreas Schmalz-Hannappel, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Kelkheim-Fischbach