Auf der Suche nach Orientierung – Literarischer Wochenendgruß vom 25.08.17

Auf der Suche nach Orientierung – Literarischer Wochenendgruß vom 25.08.17

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

in den Tageszeitungen lese ich immer wieder von “orientieren“. Keiner weiß, wo die Lebensreise hingeht, sei es in unserer Gesellschaft oder im persönlichen Bereich. An wen oder was soll man sich in diesen unruhigen Zeiten orientieren? Haben Sie Orientierungspunkte in Ihrem Leben? Ist das Ihre Familie, Ihr Freundeskreis, andere Menschen oder sind es Werte, wie auch immer sie heißen mögen? Oder sind Sie, wie so viele, auf der Suche?

Ich wünsche Ihnen, dass in Ihrem persönlichen Leben die für Sie richtigen Wegweiser gefunden haben.

Foto: Gerd Taron

Was wir suchen, bewegt uns
Was wir suchen, bewegt uns,
verleiht uns Arme, Beine, einen Mund,
eine verletzliche Seele.
Wir versuchen die Leere zu füllen
und spüren manchmal, dass sie größer wird
durch alles, was wir finden.
Vielleicht ist diese Leere unser verstecktes Glück.
Wenn wir fänden, was uns endgültig erfüllte,
würden wir zu leicht Türen schließen,
die Arme vor der Brust verschränken,
uns abkehren von unbekannten Leuchtfeuern
und meinen, die Herrlichkeit der Welt zu kennen.
Wir brauchen auch das, was schmerzt,
um wach zu bleiben.
Auf geheimnisvolle Weise
lieben wir die Rose
mit ihrem Dorn.
An guten Tagen ahnen wir,
dass die Suche selbst
unser Glück ist.

Ulrich Schaffer

Foto: Gerd Taron

Es gibt Menschen,
die suchen ihr Leben lang
nach Etwas, was sie
nicht sehen können,
nicht fühlen
und
ahnen.
Sie erdenken es,
brauchen es,
sie wollen es,
fordern es,
finden keinen Frieden.
Und in dem Moment,
wo sie begreifen,
dass sie es bereits
lange in den Händen
hielten, geht es still
und es wird niemals
mehr so sein.

Anja Schindler

Foto: Gerd Taron

Menschen suchen ihr Leben lang ein Zuhause, ein Herz und zärtliche Hände, eine stille Gegenwart, die bleibt, auch wenn es keine Worte mehr gibt.

(Phil Bosmans)

Foto: Gerd Taron

Unsere Werte

Wir sind geprägt von einer Kultur, die Quantität betont. Das ist der Ausdruck des Unerwachsenseins. Wer schießt die meisten Tore, wer hat die meisten Stimmen, wer verdient am meisten? Wir leben in einer Welt, in der für viele das Messbare das Wirklichste ist. Alles andere ist nebulös, persönlich und subjektiv. Die Bedeutung, der Sinn, der Gehalt sind nicht messbar.

Unsere Lust, zu sammeln ist Ausdruck dieser Haltung. Wir sammeln Brief¬marken, Autos, Geld, Ideen, Freunde und für manche zählt nur die Anzahl. Aber Anzahl sagt nichts über Inhalt aus. Menge hat nichts mit Qualität zu tun. Man könnte sogar sagen, dass dort, wo die Konzentration auf der Anzahl oder der Menge liegt, die Qualität leidet. Man kann nur eine gewisse Anzahl von Freundschaften wirklich schöpferisch und liebevoll gestalten. Man kann nur einer begrenzten Anzahl von Gedanken in der Tiefe nachgehen.

Sich von der Quantität zur Qualität zu wenden ist ein Entwicklungsschritt, ein Ausdruck des Reifens. Durch gewisse Begrenzungen, die gewöhnlich mit dem Alter kommen, bietet sich diese Umorientierung an. Aber nur deshalb weniger zu tun, weil man mehr nicht schafft, ist nur ein halber Schritt. Es geht darum, zu entdecken, dass in dem „Weniger“ wirklich die ganze Welt enthalten ist.

Es scheint ein Gesetz zu sein: Da, wo durch die Tiefe die Qualität zunimmt, nähert sich das Qualitätvolle der umfassenden Bedeutung des Lebens, in der alle Formen von Quantität enthalten sind. Eine wirklich gute Freundschaft ist ebenso viel wert wie viele Freundschaften. Ein Gedanke in der Tiefe verfolgt, erleuchtet alle anderen Gedanken. Dies zu verstehen ist in der Jugend fast unmöglich. Im Alter aber liegt darin die Erfüllung des Lebens. Wer so älter wird, spürt auch noch seine Jugend und sein mittleres Alter, weil im Älterwerden alle Lebensphasen enthalten sind.

Ulrich Schaffer

Foto: Gerd Taron
Immer wieder anhalten,
wahrnehmen, was ist,
uns freuen an dem,
was wir erreicht haben,
annehmen, dass nicht alles
gelungen ist.
.
Uns Zeit gönnen,
neue Kräfte schöpfen,
uns neu orientieren,
uns leiten lassen von dem,
was für uns wesentlich ist.
.
Weiter schreiten,
wie es mir entspricht,
in der Hoffnung, dass wir
immer mehr werden,
was wir letztlich sein können.
.
Wieder sehen,
was dem Leben Sinn gibt.
Wieder hören,
was meine Seele nährt.
Wieder spüren,
was letztlich wichtig ist.
Wieder aufstehen
und meinen Weg gehen.
.
Verfasser unbekannt,
Ich wünsche Ihnen ein Wochenende, wo Sie zur Ruhe kommen können und neue Orientierung finden.
Ihr/Euer
Gerd Taron

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Veranstaltungen von Taron-Antiquariat – Bücher und mehr – September/Oktober 2017

Veranstaltungen von Taron-Antiquariat – Bücher und mehr – September/Oktober 2017

Liebe Kultur- und Literaturfreunde,

die Sommerferien sind vorbei – was zumindest Hessen betrifft. Der Alltag hat wieder Einzug gehalten. Gönnen Sie sich aber trotzdem zwischen durch eine Pause.

In den Sommerferien habe ich meine literarischen Veranstaltungen für Sie zusammengestellt. Eine Zusammenfassung finden Sie a nachstehend beigefügt.

September 2017:
Fr 01.09. – 17:30 Uhr – Literarischer Spaziergang zum Ende des Wochenmarktes in Eppstein
Treffpunkt: Vor der Eppsteiner Weinpresse (Altes Rathaus, Altstadt Eppstein)
Sa 02.09. – 10 – 16 Uhr Hof- und Bücherflohmarkt in Kelkheim-Fischbach, Langstraße 30
So 10.09. – 14 Uhr Auf den Spuren von Hildegard von Bingen in Rüdesheim
Von der Wallfahrtskirche in Rüdesheim-Eibingen führt der Spaziergang durch die Weinberge hoch zur Benedikterinnen-Abtei St. Hildegard. Dort kann man eine herrliche Aussicht genießen und den großen Klosterladen und das Klostercafé besuchen. An ausgewählten Stellen werden Texte über und von Hildegard von Bingen gelesen.
Treffpunkt: Rüdesheim – Parkplatz Eibinger Tor
Sa 23.09. – 16 Uhr – Literarischer Herbst-Spaziergang rund um den Rettershof

Treffpunkt: An der Linde am Rettershof im Außenbereich

Oktober 2017

So 01.10. – 14 Uhr – Literarischer Buchmessen-Spaziergang rund um den Frankfurter Hauptbahnhof – Thema: Frankreich, Frankreich – Ehrengastland der diesjährigen Frankfurter Buchmesse

Treffpunkt: An Gleis 1 Haupt-Nebenausgang Mannheimer Straße – gegenüber einem kleinen Supermarkt

Fr 06.10. – 17:30 Uhr Literarisches aus Frankreich
Treffpunkt: Vor der Eppsteiner Weinpresse (Altes Rathaus, Altstadt Eppstein)
Das Ehrengastland der Frankfurter Buchmesse ist in diesem Jahr Frankreich. Dazu lese ich verschiedene französische Gedichte, Liebesgeschichten und Märchen – natürlich in deutsch.
Ramon Olivella, der Eppsteiner Mundschenk, hat dazu passend das Wein-Thema: „France je t’aime

So 08.10. – Literarischer Spaziergang beim Erntedank- und Handwerkerfest am Rettershof – Uhrzeit noch offen

Treffpunkt: An der Linde am Rettershof im Außenbereich

… und am 1. Adventwochenende (02.12./03.12.) Fischbacher Weihnachtsmarkt mit meiner literarischen Weihnachtshütte.

Weitere Informationen bei Gerd Taron, Taron-Antiquariat
Langstraße 30, 65779 Kelkheim-Fischbach, Tel. 06195-676695
E-Mail: verkauf@taron-antiquariat.de Internet: https://gerdtaronantiquariat.wordpress.com/

Ich freue mich auf ein Wiedersehen oder Kennenlernen
Ihr/Euer

Gerd Taron

Das Leben im Griff haben – Literarischer Wochenendgruß vom 18.08.17

Das Leben im Griff haben – Literarischer Wochenendgruß vom 18.08.17

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,

in diesen Momenten, in dem ich einen neuen literarischen Wochenendgruß zusammen stelle, erreichen mich die neuesten Horror-Meldungen aus Barcelona. Wir alle sind entsetzt. Diese und viele andere Ereignisse geben uns ein Signal, dass jederzeit das Leben uns aus der Lebensbahn und unserem Lebensplan werfen kann.

Vor einigen Wochen hatte ich in meinem beschaulichen Dorf im Taunus ein Erlebnis der besonderen Art, dass überall und jederzeit geschehen kann.

Nach einem sehr schönen Ausflug im Rheingau stieg ich aus einem Linienbus wenige hundert Meter von der Wohnung entfernt aus. Es kam mir ein langhaariger, bärtiger und kräftiger Mann entgegen. Er redete mich mit akzentfreiem Deutsch mit den Worten an: „Hey du, du hast wohl lange keine Schmerzen mehr gehabt. Ich richte Euch alle hin.“ Allerdings hatte er kein Gegenstand in der Hand und ich bin sofort weiter.

Die junge Frau vor mir hatte er offensichtlich nicht im Visier. Es ist nichts Weiteres geschehen, aber es hätte für alle Beteiligten auch anders ausgehen können.

Für mich wird daran deutlich, dass unser Leben, egal wo wir uns gerade befinden, keine Sicherheit bieten kann.

In meinem Umfeld haben einige meiner lieben Freunde besondere schlimme Lebenssituationen hinnehmen müssen. Ich wünsche ihnen, dass sie die Kraft haben, diese zu überstehen und neuen Mut zu fassen.

Foto: Gerd Taron

Oft ist das Leben lauter Licht
Und funkelt freudefarben
Und lacht und fragt nach denen nicht,
Die litten, die verdarben.
Doch immer ist mein Herz bei denen,
Die Leid verhehlen
Und sich am Abend voller Sehnen
Zu weinen in die Kammer stehlen.
So viele Menschen weiß ich,
Die irren leidbeklommen,
All ihre Seelen heiß ich
Mir Brüder und willkommen.
Gebückt auf nasse Hände
Weiß ich sie abends weinen,
Sie sehen dunkle Wände
Und keine Lichter scheinen.
Doch tragen sie verborgen,
Verirrt, und wissen’s nicht,
Durch Finsternis und Sorgen
Der Liebe süßes Licht.

Hermann Hesse

Foto. Gaby Schaefer

Wenn wir akzeptieren, dass der Wandel dem Leben gleichgestellt ist, dass wir loslassen müssen, um etwas Neues zu bekommen, dann werden wir mit Ruhe und weniger Leiden durch unser Dasein gehen.

Buddhistische Weisheit

Foto: Gerd Taron

Das Leben ist jetzt – nicht später!
Lange hatte es für mich so ausgesehen,
als ob mein Leben gleich anfangen würde –
mein wirkliches Leben.
Aber immer war noch irgend etwas im Wege:
Etwas, was ich erst noch kriegen müsste,
Zeit, die erst noch vergehen müsste,
eine Schuld, die erst noch abgetragen werden müsste.
Aber dann würde mein Leben beginnen.
Schließlich dämmerte mir,
dass diese Hindernisse
mein wirkliches Leben waren.

Thomas Merton

Foto. Gerd Taron

Die Geschichte eines
bewegten und erfüllten Lebens,
ist auch immer eine Geschichte
von Verlust,
Loslassen
und
Traurigkeit.
Tiefen
folgen
neue Höhen,
Erkenntnis
und
Liebe.

Anja Schindler

Foto: Gisela Michaelis

REZEPT

Jage die Ängste fort
Und die Angst vor den Ängsten.
Für die paar Jahre
Wird wohl alles noch reichen.
Das Brot im Kasten
Und der Anzug im Schrank.

Sage nicht mein.
Es ist dir alles geliehen.
Lebe auf Zeit und sieh,
Wie wenig du brauchst.
Richte dich ein.
Und halte den Koffer bereit.

Es ist wahr, was sie sagen:
Was kommen muss, kommt.
Geh dem Leid nicht entgegen.
Und ist es da,
Sieh ihm still ins Gesicht.
Es ist vergänglich wie Glück.

Erwarte nichts.
Und hüte besorgt dein Geheimnis.
Auch der Bruder verrät,
Geht es um dich oder ihn.
Den eignen Schatten nimm
Zum Weggefährten.

Feg deine Stube wohl.
Und tausche den Gruß mit dem Nachbarn.
Flicke heiter den Zaun
Und auch die Glocke am Tor.
Die Wunde in dir halte wach
Unter dem Dach im Einstweilen.

Zerreiß deine Pläne. Sei klug
Und halte dich an Wunder.
Sie sind lang schon verzeichnet
Im großen Plan.
Jage die Ängste fort
Und die Angst vor den Ängsten.

Mascha Kaléko

Allen Lesern wünsche ich trotz aller negativen Ereignisse ein ruhiges und erholsames Wochenende.

Ihr/Euer
Gerd Taron

Auf diese Steine können Sie bauen – Literarischer Wochenendgruß vom 11.08.17

Auf diese Steine können Sie bauen – Literarischer Wochenendgruß vom 11.08.17

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

kommen Ihnen diese Worte des neuen Themas des Wochenendgrußes bekannt vor? Es ist ein bekannter Werbespruch einer Bausparkasse. Mit diesen Worten soll Verlässlichkeit für dieses Institut geweckt werden.

Danach sehnen wir uns: Nach einem festen Grund, auf eine verlässliche Umgebung, sei es im materiellen oder zwischenmenschlichen Bereich.

Doch in diesen Tagen scheint alles so unzuverlässig zu sein. Aus meinem Umfeld höre ich immer wieder klagen, dass man sich auf nichts und niemanden mehr verlassen kann. Ist dies bei Ihnen auch so? Oder gibt es doch noch Hoffnungsschimmer in dieser chaotischen Welt?

In manchem mag ich durchaus zustimmen. Aber ich erlebe persönlich in meinem Umfeld, sei es Freunde oder Nachbarn, dass ich mich auf sie verlassen kann, wenn nötig.

Auf Menschen sich verlassen, bedeutet Ihnen Vertrauen zu schenken. Niemand ist perfekt und manchmal wird man enttäuscht.

Legen Sie in ihrem Leben einen sicheren Grund, ob aus Stein oder anderen Materialien, um verlässlich für andere zu sein.

Foto: Gerd Taron

Ein gutes Bauwerk ist nicht jenes,
das die Landschaft verletzt, sondern jenes,
das die Landschaft schöner macht,
als sie war vor der Errichtung.

Frank Lloyd Wright

Foto: Gerd Taron

Vertrauen ist wie ein Blatt Papier.
Wenn du es zerreißt,
kannst du es zwar anschließend
zusammenkleben,
aber es wird nie mehr
so sein wie früher.

Spruchzauber

Foto: Gerd Taron

Vertrauen ist wie eine Hängebrücke, deren Seile aus liebevollen Gedanken geflochten sind, vertraust Du ihrem Halt, dann können sie Dich über jeden Abgrund tragen, belastest Du sie zu sehr, zerreissen sie, und Du stürzt in die Tiefe, Vertrauen ist wie eine Fensterscheibe, deren Glas aus sehnsüchtigen Träumen geblasen wurde, öffne ihm Deine Augen, dann scheint das Glück hindurch bis in Dein Herz, doch brichst Du es, weht Dir der Wind kalt ins Gesicht, Vertrauen ist ein ganz zartes Geschenk

Foto: Gerd Taron

Die drei Steinmetze – eine kurze Geschichte, die jeder kennen sollte
Ein Steinmetz wird gefragt:
Wie ist deine Arbeit?
Er antwortete:
Ich behaue Steine.
Ein Kollege aus der Bauhütte wurde gefragt:
Wie ist deine Arbeit?
Er gab zur Antwort:
Ich baue Mauern.
Ein Dritter in der Runde wurde gefragt:
Wie ist deine Arbeit?
Er erklärte:
Ich baue an einem Dom.
Jede Arbeit kann zum Bau eines Doms beitragen.

Foto: Gerd Taron

Für einander da sein…
Für einander da sein,
einander vertrauen können,
sich verlassen können,
sich entspannen
und zurücklegen können,
zuhören, Rat geben,
Trost spenden,
Tränen auffangen,
leben lassen,
miterleben,
freilassen,
Wärme zeigen,
Stärke vermitteln,
Konflikte lösen,
vergessen können,
verkraften lernen,
akzeptieren, tolerieren,
miteinander lachen, weinen,
Kind sein, reifen,
streiten, vertragen,
träumen, realisieren,
wünschen, erfüllen.
FREUNDE SEIN Laut, leise,
liebevoll, hasserfüllt,
fröhlich, traurig,
lebhaft, müde,
wahr, falsch,
ernst, flatterhaft,
tiefgründig, oberflächig,
stark, schwach,
exzessiv, vernünftig,
FREUNDSCHAFT

Autor unbekannt

Ich wünsche, dass Sie in Ihrem Umfeld verlässliche Menschen haben. Ein erholsames Wochenende wünscht Ihnen

Ihr/Euer

Gerd Taron

Täusche dich selbst – Literarischer Wochenendgruß vom 04.08.17

Täusche dich selbst – Literarischer Wochenendgruß vom 04.08.17

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,
wenn ich mir die Nachrichten der vergangenen Wochen und Monate und vor allem in den letzten Tagen betrachte, leben wir offensichtlich in einer Scheinwelt. Ob in Politik, Wirtschaft oder im privaten Umfeld: Es wird getäuscht und manipuliert, um des eigenen Profits willen.
Je komplizierter der Sachverhalt – siehe Automobilindustrie und Finanzbranche – desto einfacher scheint es, den „Normalbürger“ für eigene Zwecke zu missbrauchen.

Ist Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit noch wirklich gefragt? Haben „Lügen kurze Beine“, wie es eine Redensart beschreibt?

Einem Beispiel aus der Lebensmittelindustrie, wie getäuscht wird, können Sie gerne dem nachfolgenden Link des HR-Fernsehens – MEX-Magazin vom 02.08.17 entnehmen:
http://www.hr-online.de/website/fernsehen/sendungen/index.jsp?jmpage=1&rubrik=97984&mediakey=fs%2Fmex%2F2017_08%2F170802163746_mex_lebensmittelindustrie_der_typentrick_131742&type=v&jm=1&key=standard_document_65425990

Kleinmarkthalle Frankfurt – Foto Gerd Taron

Etwas zu versprechen ist der Versuch,
die unfassbare Zukunft festzulegen.
Du hast das Recht, dich dagegen zu wehren.
Du hast das Recht, dich gegen die zu wehren,
die meinen, sie könnten dir Versprechen abverlangen.
Wichtig ist es, im Moment zu leben,
nicht ohne Verbindung zur Vergangenheit
und nicht ohne Gedanken an die Zukunft,
aber in der Größe der Gegenwart mit ihren vielen Schichten.
Darin liegt deine Treue zu anderen und zum Leben.
Du hast das Recht, Fragen offenzuhalten
und die Zukunft zu erlauben, sich selbst zu gestalten.
Du bist Teil der großen Entfaltung
und kannst nur begrenzt bestimmen,
was geschehen wird.
Weil du ein Recht hast, deine Meinung zu verändern,
kannst du nichts versprechen,
auch wenn du es wolltest.
Was du aber allen versichern kannst ist,
dass du versuchen wirst, dir selbst treu zu sein.
Das ist viel,
das ist häufig mehr, als jemand anderem treu zu sein,
jemand, der etwas von dir verlangt,
was dich zur Untreue dir selbst gegenüber führen würde.
Und bist du erst dir selbst untreu,
kannst du anderen nicht mehr treu sein.
Wo die Mitte fehlt, fehlt auch der Rand.
Du hast das Recht, offen und nicht bestimmbar zu sein.

Ulrich Schaffer

Palmengarten Frankfurt

Ich habe keine Geduld

Ich habe keine Geduld mehr für bestimmte Dinge. Nicht weil ich arrogant geworden bin, sondern einfach nur, weil ich einen Punkt in meinem Leben erreicht habe, an dem ich keine Zeit mehr mit dem, was mir missfällt oder mir wehtut, verschwenden will. Ich habe keine Geduld mehr für Zynismus, für übertriebene Kritik und Forderungen jeder Art. Ich hab den Willen verloren, denen zu gefallen, die mich nicht mögen, die zu lieben die mich nicht lieben und die anzulächeln, die mich nicht anlachen wollen. Ich verschwende keine einzige Minute mehr an die, die lügen und manipulieren. Ich habe mich entschlossen nicht mehr mit Verstellung, Heuchelei, Unehrlichkeit und billigem Lob zu koexistieren. Ich toleriere weder selektive Gelehrsamkeit noch akademische Arroganz. Ich werde mich auch nie an den so beliebten Klatsch gewöhnen. Ich hasse Konflikte und Vergleiche. Ich glaube an eine Welt der Gegensätze und darum vermeide ich Menschen mit starren und unflexiblen Persönlichkeiten. In Freundschaften mag ich Mangel an Loyalität und Verrat nicht. Ich komme nicht klar mit solchen, die keine Komplimente oder ein Wort der Ermutigung geben können. Übertreibungen langweilen mich und ich habe Schwierigkeiten Menschen zu akzeptieren die keine Tiere mögen. Und obendrein habe ich keine Geduld für alle, die meine Geduld nicht verdienen.“

Meryl Streep

Palmengarten Frankfurt – Foto: Gerd Taron

Ich will mich nicht von Worten täuschen lassen.
Manche Menschen versprechen viel
und halten wenig.
Um Enttäuschungen vorzubeugen,
werde ich mich an ihrem Verhalten orientieren.
Was ein Mensch tut,
spricht immer eine zuverlässigere Sprache als das,
was er sagt.
Seine Handlungen hinterlassen Spuren,
mit denen ich den Weg zu seinem wahren Wesen
zurückverfolgen kann.

Leider gibt es geborene Schauspieler,
deren Verhalten ebenso trügerisch ist,
wie ihre Worte es sind.
Aber selbst der beste Mime
fällt irgendwann einmal aus der Rolle
oder vergißt seinen Text.

In solchen Momenten
zeigt sich sein wahres Gesicht.
Ich will stets versuchen,
es so früh wie möglich zu erkennen.

HANS KRUPPA

Palmengarten Frankfurt – Foto: Gerd Taron

Höre immer auf das, was Dein Herz Dir sagt,
entscheide immer so, wie Dein Bauch es fühlt und für richtig hält,
egal was Deine Augen sehen,
egal was Deine Ohren hören und
egal wie sehr Dein Kopf etwas glauben will,
denn nichts auf der Welt,
kann Dich so sehr täuschen und verletzen,
wie die Worte eines Menschen,
denen du so gern Glauben schenken willst

(unbekannt)

Palmengarten Frankfurt – Foto: Gerd Taron

Mit der Zeit lernst du,
dass eine Hand halten nicht dasselbe
ist wie eine Seele fesseln, und dass
Liebe nicht anlehnen bedeutet und Begleitung nicht Sicherheit.

Du lernst allmählich, dass Küsse
keine Verträge sind und Geschenke
keine Versprechen.

Und du beginnst,
deine Niederlagen erhobenen Hauptes
und offenen Auges hinzunehmen mit
der Würde des Erwachsenen, nicht
maulend wie ein Kind.

Und du lernst, all deine Straßen
auf dem Heute zu bauen, weil das
Morgen ein zu unsicherer Boden ist.

Mit der Zeit erkennst du, dass sogar Sonnenschein die Haut verbrennt, wenn man zuviel davon abbekommt.

Also bestell deinen Garten und
schmücke selbst dir deine Seele
mit Blumen, statt darauf zu warten,
dass andere dir Kränze flechten.

Und bedenke, dass du wirklich standhalten kannst … und wirklich stark bist.
Und dass du einen eigenen Wert hast.

(Kelly Priest)

Ich wünsche Ihnen ein erholsames und wundervolles Wochenende ohne Täuschungen und Ent-Täuschungen.

Ihr/Euer
Gerd Taron