Dem Glück auf der Spur

Literarischer Spaziergang rund um Fischbach im Taunus
Fischbach, 26.04.14

Das Glück war mit uns – den literarischen Spaziergängern auf dem Weg durch Fischbach. Denn die Wetteraussichten waren gar nicht gut: Regen, Gewitter sollten den Tag eintrüben. Doch es kam zum Glück alles anders.

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Unter der großen Linde an der katholischen Dreifaltigkeitskirche begann es mit Gedichten von Hermann Ritter von Lingg („Kleines Glück“) und von Heinrich Seidel („Wo wohnt das Glück“).

Der weitere Weg führte über den Paradiesweg zu einer Unterführung im Ort. Dort warteten glückliche Kinder – in Form einer Graffiti-Bemalung der Brückenmauer.

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Dazu gab es eine berührende Geschichte eines kleinen Mädchens von Anne M. Pützer: „Das Mädchen, das immer fror“. Es erzählt von der Begegnung eines kleinen blond gelockten Mädchen, das im Stadtpark auf ein armes schmutzig und verwahrlosten Mädchen trifft.

Was aus dieser Begegnung wird … – wird hier nicht verraten.

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Auf den Höhen von Fischbach mit Blick auf die Streuobstwiesen und den Bergen (Feldberg und Altkönig) gab es Gelegenheit sich auf einer Bank auszuruhen und den Gedichten von Rainer Maria Rilke, Hugo Hoffmann von Fallersleben („O glücklich wer ein Herz gefunden“) und Clemens Brentano („Glück ist gar nicht so selten“) zu lauschen.

WUNDERLICHES Wort: die Zeit vertreiben!
Sie zu halten, wäre das Problem.
Denn, wen ängstigts nicht: wo ist ein Bleiben,
wo ein endlich Sein in alledem? –

Sieh, der Tag verlangsamt sich, entgegen
jenem Raum, der ihn nach Abend nimmt:
Aufstehn wurde Stehn, und Stehn wird Legen,
und das willig Liegende verschwimmt –

Berge ruhn, von Sternen überprächtigt; –
aber auch in ihnen flimmert Zeit.
Ach, in meinem wilden Herzen nächtigt
obdachlos die Unvergänglichkeit

Rainer Maria Rilke

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Dazu wurde die Geschichte von der Begegnung eines Wanderers mit einem Schäfer erzählt, die mit der Feststellung endet: Was immer geschieht, es liegt an uns, Glück oder Unglück darin zu sehen.

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Im Dorfpark endete der literarische Spaziergang.

Wie sagte doch der große Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe einst:

Willst du glücklich sein im Leben,
trage bei zu andrer Glück,
denn die Freude die wir geben,
kehrt ins eigne Herz zurück!

Johann Wolfgang von Goethe
Der nächste literarische Spaziergang findet am Samstag, 24.05. um 15:00 Uhr statt. Treffpunkt ist diesmal der große Parkplatz am Rettershof in Kelkheim-Fischbach.

Dann heißt das Thema: Von der Schönheit der Natur.

Gerd Taron

Alle Fotos: Gerd Taron (Wiedergabe nur mit Genehmigung gestattet).

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Vom Sehen – Literarischer Wochenendgruß vom 25.04.14

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,

es ist herrlich in diesen Tagen durch die Natur zu schreiten. Hier im Taunus blüht es derzeit überall, sei es auf den Streuobstwiesen oder sind es die gelben Rapsfelder, die sich malerisch in die Landschaft einbetten. Eine Wohltat für die Augen.

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Foto: Gerd Taron
Die meisten Menschen wissen gar nicht,
wie schön die Welt ist und wie viel Pracht
in den kleinsten Dingen,
in irgendeiner Blume,
einem Stein,
einer Baumrinde oder einem Birkenblatt sich offenbart.
Die erwachsenen Menschen,
die Geschäfte und Sorgen haben
und sich mit lauter Kleinigkeiten quälen,
verlieren allmählich ganz den Blick für diese Reichtümer,
welche die Kinder, wenn sie aufmerksam und gut sind, bald bemerken und mit dem ganzen Herzen lieben.
(Rainer Maria Rilke)

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Alles wird nun sichtbar
Alles verändert sich,
es fließt mit der Zeit
und doch auch gegen den Strom.
Alles wird nun sichtbar,
es bleibt nichts mehr verborgen,
im Meer der Oberflächlichkeit.
Nichts ist mehr wie es ist,
und doch scheint die Gewohnheit
unverändert zu sein.
Sie zieht noch immer ihre Kreise,
im Netz der Verlogenheit.
Die Wahrheit spricht es aus,
bringt es ans Licht.
Alles bekommt seinen Sinn,
seine wahre und ehrliche Bedeutung,
eine Sprache die im Herzen fühlt
die auch ohne Worte jeder versteht.
Jetzt ist die Zeit gekommen,
wo die Liebe und das Herz
zusammen Hand in Hand
Geschichte schreiben
und sie auch erzählen.
Die Zeit ist reif für Veränderung,
jeder Mensch wird es spüren,
dass die Welt sich nicht nur dreht
sondern auch bewegt,
in eine neue Zeit
und in eine andere Richtung.
Wo die Sprache aus dem Herzen fühlt
und die Gedanken sich mit ihr verbinden.
© Monika Heckh♥

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Um wertvolle Dinge zu sehen,
brauchst du nur dorthin zu blicken,
wohin die große Menge nicht sieht.

Laotse
Man sieht oft etwas hundert Mal, tausend Mal, ehe man
es zum allerersten Mal wirklich sieht.

Christian Morgenstern

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Schau auf alles,
als sähest du es zum ersten Mal:
mit den Augen eines Kindes,
voller Staunen.

Joseph Cornell
Ich wünsche Ihnen beim Gang durch die Natur an diesem Wochenende die Augen und das Staunen eines Kindes. Genießen Sie die Blütezeit, die uns die Natur beschert.

Ihr/Euer

Gerd Taron
Zwei Veranstaltungshinweise seien noch angefügt:
Samstag, 26.04.14 um 15:00 Uhr
Literarischer Spaziergang in Kelkheim-Fischbach
Thema: Auf dem Weg zum Glück
Treffpunkt: Fahrschule t 8, Langstraße 17, Kelkheim-Fischbach
Kostenbeitrag. 5 Euro

Sonntag, 27.04.14 um 15:30 Uhr

Literarischer Nachmittag im Café Lounge Jasmin in Frankfurt-Fechenheim, Alt-Fechenheim 94

Thema: Geschichten und Gedichte vom Glück

 

Aus dem Rahmen fallen – Anne M. Pützer

Aus dem Rahmen fallen.

 

Aus dem Rahmen fallen.

Komm bitte her
und halte mal,
den Rahmen,
aus dem ich gleich fallen werde.
Ich hab ihn viel zu lang getragen.
Treu und friedlich. Angepasst.
Hab mich ins Korsett gezwängt,
doch dieses wird mir viel zu eng.

Muss Platz mir schaffen.
Atmen können.
Freiheit fühlen.
Tun können,
was immer mir am Glücke fehlt.
©Anne M. Pützer

Taron – Neuigkeiten – Ausgabe Nr. 7 vom 22.04.14

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Liebe Kultur- und Literaturfreunde,
„Nimm dir Zeit zum Glücklichsein, es ist die Quelle der Kraft. Nimm dir Zeit zum Spielen, es ist das Geheimnis der Jugend. Nimm dir Zeit zum Lesen, es ist der Ursprung der Weisheit.“

Ludwig Achim von Arnim
Mit diesem Zitat wünsche ich allen einen glücklichen Start in die neue Woche, die ja bereits gestern am Ostermontag begonnen hat.
Das Thema Glück wird auch meine Veranstaltungen am kommenden Wochenende begleiten:

Samstag, 26.04.14 um 15:00 Uhr
Literarischer Spaziergang in Kelkheim-Fischbach
Thema: Auf dem Weg zum Glück
Treffpunkt: Fahrschule t 8, Langstraße 17, Kelkheim-Fischbach
Kostenbeitrag. 5 Euro

Sonntag, 27.04.14 um 15:30 Uhr

Literarischer Nachmittag im Café Lounge Jasmin in Frankfurt-Fechenheim, Alt-Fechenheim 94

Thema: Geschichten und Gedichte vom Glück

Viele glückliche Momente wünscht Ihnen in dieser Woche

Ihr/Euer

Gerd Taron
Taron-Antiquariat – Bücher und mehr
Langstraße 30
65779 Kelkheim-Fischbach
Tel. 49+(0)6195-676695

Internet: http://www.gerdtaronantiquariat.wordpress.com
und
http://www.taron-antiquariat.de

E-Mail: verkauf@taron-antiquariat.de

 

Veranstaltungskalender Mai – Juli 2014 – Café Lounge Jasmin

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Veranstaltungs-Kalender Mai – Juli 2014
Alt Fechenheim 94
60386 Frankfurt
Telefon: (069) 26956584
http://www.cafe-lounge-Jasmin.de

Öffnungszeiten
Mo Mi Do Frei 10:30 -22:00
Samstags 14:00 – 23:00
Sonntag 10:00 – 20:00

Unsere Veranstaltungen sind bis auf wenige Ausnahmen
KOSTENFREI !!
Da die Veranstaltungen für uns nicht kostenfrei sind erheben wir eine
Mindestverzehr von 5 €
Das ist fair für unsere Leistungen
Ebenso für die Künstler / Musiker sollte es selbstverständlich sein,
Eure Wertschätzung für den genossenen Abend mit
einer Hutspende zu entlohnen.
Herzlichen Dank
Euer Café Lounge Team

So 27.04.2014 Literarischer Sonntag mit
Gerd Taron Beginn 15:30 Uhr – Thema: Vom Glück

Sa 03.05.2014 Live Musik Sleepwalker’s Station

Die Band setzt sich in immer wieder neuen und verschiedenartigen Konstellationen um den Singer/Songwriter Daniel del Valle zusammen und so besteht diese mehr als Konzept als Band im traditionellen Sinne zu verstehende Symbiose von zwölf Elementen aus fünf verschiedenen Ländern
Beginn 20 Uhr

Sa 17.05.2014 Live Musik Lauschig
Erlebtes, Erfundenes, Erträumtes, Erlogenes: Die deutschen Texte von Lauschig, egal ob biographisch oder fiktiv, werden stets mit viel Liebe zum Detail in Musik verwandelt. Ob Rock, Folk, Swing oder Pop ist dabei eigentlich egal, die akustische Besetzung drückt jedem Genre ihren eigenen Stempel auf.
Beginn 20 Uhr

Mi 21.05.2014 Live Musik mit 48 Stunden
48 Stunden machen genau das, was sie am meisten lieben: Deutsche Popmusik.
Beginn 20 Uhr

Fr 23.05. 2014 Live Konzert mit dem Frankfurter Jazzmusiker Michael Bernschneider
Beginn 20 Uhr

Sa 24.05.2014 Erlebnisvortrag
„ABC gegen Burnout“
mit Pia Kruse, Heilpraktikerin Von A wie Achtsamkeit, B wie Bewegung, C wie Coaching bis Z wie Ziel
Wie im Alphabet mit den 26 Buchstaben möchte ich mit ihnen erarbeiten, wie aus kleinen Bausteinen zur Gelassenheit etwas ganz Persönliches entstehen kann
Beginn 16:30 Uhr

So 25.05.2014 Literarischer Sonntag mit
Gerd Taron

Beginn 15:30 Uhr – bei schönem Wetter in dre Gartenlaube

Sa 31.05.2014 Live Musik GEORG GRIEG & Band

Blues und Country, Chanson und Folk verbinden Grieg & Band mit lyrischen Texten zu anregenden bis nachdenklichen Songs
Beginn 20 Uhr

Mo 02.06.2014 Live Musik Sascha Reske

Schnee bedeckter Sandstrand und warmer Sommerregen. Eine flackernde Straßenlaterne, die für einen Moment die Dunkelheit durchbricht
Beginn 20 Uhr

Sa 07.06.2014 Live Musik Wuthe und Faust
„Wuthe und Faust“ sind ein Singer-Songwriter-Duo
Beginn 20 Uhr

Fr 13.06.2014 Autoren Lesung Bernar LeSton
Sa 14.06.2014 Live Musik Kirbanu’s
Ausstrahlung, Bescheidenheit und ihr unverwechselbarer Musikstil (in den Bereichen Folk, Pop und Blues), erlauben es ihr, das Publikum vom ersten Ton an zu begeistern.
Beginn 20 Uhr

So 15.06.2014 Literarischer Spaziergang mit Gerd Taron am Ufer des Mains

Beginn. 15:00 Uhr – Treffpunkt im Café Lounge Jasmin

Fr 20.06.2014 Lesung Königserbe Kriminalroman von Dieter Stiewi
Der martialische Mord am zukünftigen Karlspreisträger wenige Tage vor der Preisverleihung hält nicht nur halb Europa,– mit tödlichen Auswirkungen bis heute …
Beginn 19:30 Uhr

Fr 27.06.2014 “Herrlichste, beste, erste aller Frauen….” (Iwan Gontscharow)- Frauenporträts aus Literatur und Geschichte
humorvoll vorgestellt von Viktoria Vonseelen

Beginn 19:30 Uhr

Sa 28.06.2014 Live Konzert Noel Wirzius
Beginn 20 Uhr

So 29.06.2014 Literarischer Sonntag mit
Gerd Taron
Beginn 15:30 Uhr – bei schönem Wetter in der Gartenlaube

Di 01.07.2014 Live Musik Richard de Bastion“

Der gebürtige Engländer Richard de Bastion stand schon in den 60er Jahren auf der Bühne, wo er zusammen mit den Schlagzeugern Jim Capaldi (Traffic) und John Bonham (Led Zeppelin) seine ersten großen Schritte als Keyboarder machte. Als Singer/Songwriter wanderte er 1973 nach Berlin aus. Mit eingängigen Lieder und seinem ungewöhnlichen „Linkshänder“-Gitarrenstil wurde er rasch zu einem der beliebtesten Künstlern der damaligen westdeutschen Folkszene. Bislang veröffentlichte er zahlreiche Alben, stand mit Band oder auch Solo auf unzähligen Bühnen und arbeitete unter anderem mit Peter Maffay und Sally Oldfield zusammen. Mit einer reichhaltigen Sammlung alter und neuer Lieder ist Richard de Bastion nun wieder allein mit seiner Gitarre unterwegs und hat seine aktuelle CD „Sixtyfour“ im Gepäck.
Beginn 20 Uhr
Sa 05.07.2014 Trio Lesung mit Musik

 

Lebensfreude pur – Literarischer Ostergruß 2014

Liebe Literaturfreunde,

zum Osterfest erscheint wieder eine etwas besondere Ausgabe des literarischen Wochenendgrußes.

Ostern – ein Fest der Freude, das vor allem die Christen festlich begehen. Das Fest der Auferstehung, des Lebens. Vom Tod zum Leben – das ist die frohe Botschaft, die uns zum Osterfest übermittelt wird.

Diese Lebensfreude soll Ihnen auch dieser Ostergruß mit Texten und den schönen Fotos von Hans Joerg Kampfenkel vermitteln.

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Alles schlummerte. Die Luft, warm und duftgeschwängert, war regungslos;
ab und zu durchflog sie ein Zittern, wie das Zittern des Wassers, das vom Fall eines Zweiges berührt wird.

Man fühlte ein Sehnen, eine Art Durst in dieser warmen Luft.
Ich beugte mich über den Zaun: vor mir streckte ein wilder roter Mohn aus dichtem Gras seinen schlanken Stengel hervor:

Ein großer runder Tropfen nächtlichen Taus glänzte
in dunklem Schimmer auf dem Grund der geöffneten Krone.
Alles umher war wie in sich selbst versunken; alles schien hingestreckt, unbeweglich und erwartungsvoll den Blick nach oben gerichtet zu haben.
Worauf harrte diese blaue, träumende Nacht?…

Turgenjew, Iwan (1818-1883)

 

Der lebt nicht, dessen Haupt nicht im Himmel steht,
auf dessen Brust nicht die Wolken ruhen, dem die Liebe
nicht im Schoße wohnt, und dessen Fuß nicht in der Erde wurzelt.

Clemens Brentano

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel
Das Leben, das ich selbst gewählt

Eh‘ ich in dieses Erdenleben kam,
ward mir gezeigt, wie ich es leben würde.
Da war die Kümmernis, da war der Gram,
da war das Elend und die Leidensbürde.
Da war das Laster, das mich packen sollte,
da war der Irrtum, der gefangen nahm.
Da war der schnelle Zorn, in dem ich grollte,
da waren Haß und Hochmut, Stolz und Scham.

Doch war da auch die Freude jener Tage,
die voller Licht und schöner Träume sind,
wo Klage nicht mehr ist und nicht mehr Plage,
und überall der Quell der Gaben rinnt;
wo Liebe dem, der noch im Erdenkleid gebunden,
die Seligkeit des Losgelösten schenkt,
wo sich der Mensch, der Menschenpein entwunden,
als Auserwählter hoher Geister denkt.

Mir ward gezeigt das Schlechte und das Gute,
mir ward gezeigt die Fülle meiner Mängel,
mir ward gezeigt die Wunde, draus ich blute,
mir ward gezeigt die Helfertat der Engel.
Und als ich so mein künftig‘ Leben schaute,
da hört‘ ein Wesen ich die Frage tun:
Ob dies zu leben ich mich traute,
denn der Entscheidung Stunde schlüge nun.

Und ich ermaß noch einmal alles Schlimme –
„Dies ist das Leben, das ich leben will!‟,
gab ich zur Antwort mit entschloss‘ner Stimme
und nahm auf mich mein neues Schicksal still.
So ward geboren ich in diese Welt,
so war‘s, als ich ins neue Leben trat.
Ich klage nicht, wenn ‘s oft mir nicht gefällt,
denn ungeboren hab‘ ich es bejaht.

(Hermann Hesse)

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Entdecken Sie – vielleicht nach Tagen der Unruhe, der Hektik oder auch der Trauer – Ihre Lebensfreude oder entdecken Sie sie wieder.

Ich wünsche Ihnen ein lebensfrohes und buntes Osterfest.

Ihr/Euer

Gerd Taron

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

 

Vom Schein und Sein – Literarischer Wochenendgruß vom 11.04.14

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,

vor einigen Tagen erhielt ich von einem lieben Menschen das folgende Zitat zugesandt:

„Wenn Menschen glauben, Sie wären ein Diamant – dann täuschen Sie andere.
In der Realität sind sie ein einfacher Stein aus Glas ohne Glanz. Menschlich
ohne Wert & Wärme – leider trifft man diese mehr und mehr in der Gesellschaft & noch öfter im Business.“

Marlis M. Shafi
Diese Worte haben mich nachdenklich gemacht. Wie oft erlebe ich es in meinem Alltag, dass Menschen etwas vorgeben, was sie bei näherer Betrachtung nicht sind. Dies ist nicht nur in der virtuellen Welt so, sondern im ganz normalen Leben. Mann/Frau begegnet ihnen immer wieder und überall und auf verschiedenen Ebenen.

Ich frage mich, warum agieren Menschen so? Auf literarischem Wege versuche ich dem näher zu kommen, wie aus den folgenden Texten (hoffentlich) zu entnehmen ist.

Die Fotos von Hans Joerg Kampfenkel sollen das Thema auch bildlich vertiefen.

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

„Bevor man nur noch ein Schatten seiner selbst ist, sollte man mal aus anderen Perspektiven auf sein Leben schauen.“
Autor unbekannt

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel
Wahr ist das Meer,
wahr ist das Gebirge,
wahr der Stein,
wahr der Grashalm
aber der Mensch?
Es ist immer maskiert,
auch wenn er es nicht will
und nicht weiß.

Luigi Pirandello

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel
Der Wahnsinn

Sie muß immer sinnen: Ich bin … ich bin …
Wer bist du denn, Marie?
Eine Königin, eine Königin!
In die Kniee vor mir, in die Knie!

Sie muß immer weinen: Ich war … ich war …
Wer warst du denn, Marie?
Ein Niemandskind, ganz arm und bar,
und ich kann dir nicht sagen wie.

Und wurdest aus einem solchen Kind
eine Fürstin, vor der man kniet?
Weil die Dinge alle anders sind,
als man sie beim Betteln sieht.

So haben dich die Dinge groß gemacht,
und kannst du noch sagen wann?
Eine Nacht, eine Nacht, über eine Nacht, –
und sie sprachen mich anders an.
Ich trat in die Gasse hinaus und sieh:
die ist wie mit Saiten bespannt;
da wurde Marie Melodie, Melodie …
Und tanzte von Rand zur Rand.
Die Leute schlichen so ängstlich hin,
wie hart an die Häuser gepflanzt, –
denn das darf doch nur eine Königin,
daß sie tanzt in den Gassen tanzt! ….

Rainer Maria Rilke

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel
ICH BIN ANDERS.

Ich bin anders.
Laufe nicht mit der Herde.
Bin keine Massenware.
Ich bin nicht gleichförmig,
nicht angepasst,
nicht gehorsam.
Ich lass mich nicht anketten,
nicht beeinflussen,
nicht erziehen,
nicht umdrehen.

Ich habe meinen eigenen Kopf,
meinen eigenen Willen,
meine eigene Meinung.
Ich bin ein Individualist.
Ich kenne mich…und meinen Weg.

(C) Anne M. Pützer
Ich wünsche mir, dass ich Menschen begegne, die mit ihrem Leben das ausstrahlen, was sie nach innen und außen sind und sein möchten.
Lassen Sie uns, nicht nur an diesem Wochenende, einander ohne Maske gegenüber treten. Dann sind wir wirklich so schön wie ein echter Diamant.
Ihr/Euer
Gerd Taron