Zwischen den Zeiten – Sonniger Abschluss der literarischen Freiluftsaison 2017

Zwischen den Zeiten – Sonniger Abschluss der literarischen Freiluftsaison 2017

Rettershof im Taunus, 29.10.17

In der Nacht stürmte und regnete es heftig. Nach der Umstellung auf die Winterzeit hatte ich eine Stunde mehr zur Verfügung, um zu überlegen, den Abschluss meiner literarischen Freiluftsaison durchzuführen.

Ein Blick auf die verschiedensten Wetterdienste stimmte mich dann optimistisch. Beim Fußweg von der Wohnung zum Rettershof wurde ich von einem Regenschauer überrascht.

Bei der Ankunft strahlte dann aber wieder die Sonne und der Herbst zeigte sich in den schönsten Farben. Wie gut, dass ich mich nicht entmutigen ließ. Es erinnerte mich an den lieben Besuch von Andreina Bonanni am vergangenen Mittwoch.

Eine kleine Schar von Literaturfreunden, darunter zwei neue Besucher, konnte ich dann Texte über die Zeit präsentieren. Ein kleiner Schauer trübte die gute Stimmung nicht.

Mit dem Text von meinem lieben Freund Paul Pfeffer begann ich den Spaziergang. nicht wie gewohnt unter der Linde am Rettershof, sondern an einer Weggabelung in der Nähe vom Romantik-Schlosshotel Rettershof.

Die Zeit und ich
(für Siegfried P.)

„Was machst du?“, frage ich die Zeit.
„Verrinnen“, sagt sie und errötet.
Im Stillen aber grinst sie breit.
Schon hat sie mir den Nerv getötet.
„Verrinnen werd ich wohl noch dürfen“,
sagt sie und hebt ihr Stundenglas.
Nachher wird sie ein Weinchen schlürfen.
Ich kenn sie nämlich, dieses Aas!
Kaum brüt ich aus gedankenschwer
was wirklich Neues, Großes halt,
schon macht die Zeit sich drüber her,
und binnen kurzem ist es alt.
Sie macht die Runzeln und die Falten,
sie macht, dass mir die Milch verdirbt.
Die Jungen macht sie flugs zu Alten,
und schließlich macht sie, dass man stirbt.
„Kannst du was anderes als verrinnen?“,
frag ich die Zeit. Sie kichert blöde.
„Ja, doch, ich kann auch manchmal spinnen.“
Ich hab’s geahnt, die Zeit ist öde.
Sie rinnt und spinnt und pichelt Wein
und wird die ganze Welt vernichten.
Ich sag ihr: „Du bist hundsgemein.
Auf dich kann ich ganz gut verzichten“.
Drauf grinst sie breit und immer breiter.
„Mein lieber Freund, du bist nicht weise.
Das Leben geht halt immer weiter.“
Ich nicke und verdrück mich leise.

Paul Pfeffer

Zum Abschluss des Spazierganges las ich den Text von „Desiderata – Geh deinen Weg“. Diese Worte begleiten mich seit etwa meinem 20. Lebensjahr. Es sind Worte der Ermutigung und des Nicht-Aufgeben in schwierigen Lebenssituationen. Diesen Text habe ich damals mit meiner mechanischen Schreibmaschine abgetippt und ist für mich heute noch aktuell.

Geh deinen Weg – Desiderata

Geh deinen Weg ohne Eile und Hast und
suche den Frieden in dir selbst zu finden.
Wenn es dir möglich ist, versuche den anderen zu verstehen.
Sag ihm die Wahrheit, ruhig und besonnen.
Höre ihm zu, auch wenn er gleichgültig und unwissend ist,
denn auch er hat seine Sorgen.
Wenn du Dich mit all den anderen vergleichst,
wirst du feststellen, du lebst unter Menschen
die entweder größer oder kleiner,
besser oder schlechter sind als du selbst.
Viele Leute reden von hohen Idealen
und überall wird Heldenmut angepriesen.
Bleibe du selber und heuchle nicht Mitgefühl.
Steh der Liebe nicht zynisch gegenüber,
denn sie ist das Einzige,
was wahr und unvergänglich ist.
Bereite dich auf den Augenblick vor,
an dem etwas Unvorhergesehenes in dein Leben tritt,
aber zerstöre dich selbst nicht aus Angst vor der Einsamkeit.
Sei immer so, dass du vor dir selbst bestehen kannst.
Du hast ein Recht auf der Welt zu sein,
genau wie die Blume die blüht
und wie ein Stern in der Nacht.
Doch auf dieser Welt lebst du nicht allein,
hast du schon irgendwann
einmal darüber nachgedacht?
Darum schließe Frieden mit Gott,
wo immer er er dir auch begegnet.
Ganz gleich, was das Leben dir
auch an Schwierigkeiten auferlegt.
Lass nicht durch Lug und Trug
deine Ideale zerbrechen.
Die Welt ist immer noch schön.
Versuche, auf ihr zu leben
und glücklich zu werden “

Max Ehrmann

Wie bei meinen literarischen Spaziergängen am Rettershof üblich, gab es im Landgasthof „Zum fröhlichen Landmann“ (http://www.zum-froehlichen-landmann.de/ im trauten Kreise anregende Gespräche. Dort trafen wir auch die Autorin Brina Stein (www.brina-stein.de )-
Für alle, die bereits an 2018 denken: Am Sonntag, 25.03.2018 beginnt die literarische Freiluftsaison wieder am Rettershof am Rettershof.

Aber vorher nicht vergessen: Am 1. Adventwochenende (02.12./03.12.) können Sie mich, Paul Pfeffer, Christina Eretier, Brina Stein und viele andere an meiner literarischen Weihnachtshütte treffen.

Mit abendlichen Grüßen

Ihr/Euer
Gerd Taron

Alle Fotos: Gerd Taron

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In aller Freundschaft – Literarischer Wochenendgruß vom 27.10.17

In aller Freundschaft – Literarischer Wochenendgruß vom 27.10.17

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

es gibt diese besonderen Momente, wenn Menschen sich begegnen – in aller Freundschaft. Menschen, die sich Zeit füreinander nehmen, dem Arbeitsalltag eine Pause zu gönnen. Dies durfte ich in dieser Woche bei einem Treffen auf der Terrasse eines Cafés bei herrlicher Herbstsonne genießen.

„Zauberrose“ made by Café Zauberberg in Kelkheim-Ruppertshain
Foto: Gerd Taron

Der beste Freund ist jemand, mit dem du
auf der Veranda sitzt und schaukelst,
ohne ein Wort zu sagen und wenn du gehst,
das Gefühl hast, es sei die beste Unterhaltung
deines Lebens gewesen.

gefunden bei Diana Maiworm


Foto: Gerd Taron

Die Freundschaft einiger Menschen ist wie Magie.
Du siehst sie nicht, doch spürst Du sie.
Wenn Du sie brauchst, sind sie für Dich da.
Sie wissen es noch nicht, doch sie sind Dir so nah.
Äusserst selten ist so eine Freundschaft
und doch hat sie eine besondere Kraft.
Manchmal sind sie über Hundert Kilometer entfernt.
Doch Du hast aus ihnen und mit ihnen gelernt.
Du spürst sie als ob sie neben Dir stehen.
Viele können so eine Freundschaft nicht verstehen.
Freunde, die wirklich Freunde sind
und sich so gut kennen.
Die kann keine Entfernung trennen.
Denn die Natur hat etwas geschaffen, das jeder will:
Ein Herz und eine Seele mit viel Gefühl.
unbekannt

by Izidor Gasperlin


Foto: Gerd Taron

Freundschaft

wenn du
der Sturm
des Zweifels bist

und der Baum
den Du umtost
nicht von der Stelle weicht

dann auch noch da ist
wenn der Wind sich legt

dann, hast Du einen Freund gefunden

(Engelbert Schinkel)

Foto: Gerd Taron

Eine Freundschaft zu schliessen, ist eine Gunst.
Eine Freundschaft zu haben, ist eine Gabe.
Eine Freundschaft zu halten, ist eine Tugend.
Ein Freund zu sein, ist eine Ehre.

aus Spanien


Foto: Gerd TAron

In der Freundschaft berühre ich das Herz des andern mit all seinen Höhen und Tiefen. Ich spüre, was er fühlt und denkt. Ich sehe, was ihn bewegt und bedrängt. Ich verzichte darauf, zu urteilen und zu bewerten. Ich schaue einfach hin und nehme alles so, wie es ist.

Anselm Grün


Foto: Gerd Taron

Leise Menschen
leise Freundschaften
stille Worte
stille Zeichen
übertönen
lautstarkes Gerede
lautstarkes Getue
überdauern
die Kurzlebigkeit
großer Versprechungen
leerer Gesten

Margot Bickel

Foot: http://www.espressione-duo.com

Ein Freund ist jemand,
der die Melodie Deines Herzens kennt
und sie Dir vorsingt,
wenn Du sie vergessen hast.“

(Albert Einstein)

Mein besonderer Dank gilt für das unvergessliche Freundschaftserlebnis am vergangenen Mittwoch an Andreina Bonnani, Paul Pfeffer und Christina Eretier. Danke auch an die lieben Freundinnen und Freunde, die mir in schwierigen Zeiten die Treue gehalten haben.

Ich wünsche, dass Sie alle Freunde haben, auf die sie sich in guten wie in schlechten Zeiten verlassen können.
Ein Wochenende der Freundschaft wünscht Ihnen

Ihr/Euer
Gerd Taron

PS: Ein Veranstaltungshinweis
Zum Ende meiner literarischen Freiluft-Saison lade ich nochmals zu einem literarischen Spaziergang am Rettershof ein.
Unter dem Thema „Zwischen den Zeiten“ präsentiere ich Literarisches über die Zeit und den Übergang zwischen Herbst und Winter
Wann? Sonntag, 29.10.17 – 15 Uhr (Winterzeit
Wo? (Treffpunkt): Unter der Linde am Rettershof im Außenbereich
Festes Schuhwerk wird empfohlen – Kostenbeitrag 5 Euro

Zwischen den Zeiten – Neues von Taron-Antiquariat und mehr

Zwischen den Zeiten – Neues von Taron-Antiquariat und mehr

Liebe Freundinnen und Freunde der Kultur,

zum Ende meiner literarischen Freiluft-Saison lade ich nochmals zu einem literarischen Spaziergang am Rettershof ein.
Unter dem Thema „Zwischen den Zeiten“ präsentiere ich Literarisches über die Zeit und den Übergang zwischen Herbst und Winter

Wann? Sonntag, 29.10.17 – 15 Uhr (Winterzeit
Wo? (Treffpunkt): Unter der Linde am Rettershof im Außenbereich

Festes Schuhwerk wird empfohlen – Kostenbeitrag 5 Euro

Bei schlechter Witterung findet die Veranstaltung in den Räumlichkeiten des Landgasthofes „Zum fröhlichen Landmann“ statt. Dort besteht auch die Möglichkeit, nach dem Spaziergang zu verweilen.

Und dann ist es nicht mehr lange hin bis zur Advents- und Weihnachtszeit. Ich freue mich bereits auf den Fischbacher Weihnachtsmarkt am 1. Adventwochenende (02.12./03.12.). Ich erwarte interessante Gäste und eine musikalische Begleitung. Gemeinsam mit der Edition Pauer, alias Paul Pfeffer und Christina Eretier, wird es wieder ein Stelldichein nicht nur von Literaturfreunden geben. Ausführlichere Informationen erfolgen Anfang November.

Mit herbstlichen Grüßen

Ihr/Euer
Gerd Taron

Vom Single-Dasein

Vom Single-Dasein

Kelkheim-Fischbach an einem Herbst-Sonntag 2017

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Es wird Zeit, mich zu bekennen. Im Neuhochdeutschen-Denglisch heißt das „Outen“. Ja, ich bin in Single, also ohne feste Partnerin und in keiner festen Beziehung lebend.

Wenn ich mir die Medien so durchlese, scheint das in diesen Zeiten ein größeres Problem zu sein. Es gibt unzählige Foren und Seiten im Internet dazu und selbst die FAZ hat dies in verschiedenen Artikeln thematisiert.

Demnach scheinen viele Männer und Frauen auf der Suche nach dem Traumpartner zu sein, unabhängig vom Alter. Ich kann es nicht so richtig deuten, ob es daran liegt, dass es im Gegensatz zu früheren Zeiten keine festen familiären Strukturen mehr gibt. Alles ist unverbindlicher geworden. Aber die Sehnsucht nach verlässlichen Beziehungen ist wohl sehr groß.

Liegt das Heil wirklich in einem anderen Menschen? In meinem wöchentlichen erscheinenden literarischen Wochenendgruß vom 17.03.17 „Das Heil in einem anderen Menschen suchen“
(https://gerdtaronantiquariat.wordpress.com/2017/03/17/das-heil-in-einem-menschen-suchen-literarischer-wochenendgruss-vom-17-03-17/ ) habe ich dies thematisiert. Ich halte es für nicht gut, sein Lebensglück auf einen anderen Menschen zu fokussieren.
Durch meine beruflichen Aktivitäten im Kulturbereich (Literatur, Kunst, Kleinkunst) habe ich viele Kontakte zum anderen Geschlecht und habe genügend anderen Alternativen. So ist es mir vor einigen Wochen bei einer Lesung ergangen, dass ich von 28 Besuchern einer von 3 männlichen Zuhörern war.

Im normalen Alltag wurde ein Tür aufhalten, ein Lächeln, von mir bereits als „Anmache“ vom weiblichen Gegenüber empfunden.
Zur Klarstellung: Ich bin neugierig auf Menschen, egal ob weiblich oder männlich. Beim ersten Kontakt, sei es im realen oder virtuellen Leben, frage ich nicht nach dem Beziehungsstatus. Mir ist es nicht wichtig.

Ich empfinde es als großes Glück auch mit Frauen, die ein harmonisches Beziehungsleben haben, eine sehr herzliche Freundschaft zu pflegen.

Die jeweiligen Partner wissen, dass sie keinerlei „Angst“ vor einer männlichen Konkurrenz haben müssen.

Der Schweizer Chansonnier Stephan Sulke hat in seinem Lied „Der Typ von nebenan – ich bin kein besonderer Mann“ es wunderbar formuliert.
Wir Rheinländer haben einen schönen Spruch: „Et kütt, wie et kütt“ – Es kommt, wie es kommt. So ist das Leben.

Ich bin nicht auf der verzweifelten Suche nach einer Partnerin, wie viele meiner männlichen Artgenossen. Aber ich laufe nicht mit verbundenen Augen durch das Leben. Daher werde ich trotz so mancher negativen Erfahrung in der Vergangenheit nichts ausschließen wollen.
In diesem Sinne wünsche ich allen Singles ein glückliches Leben, sei es mit oder ohne Wunsch-Partner.

Ihr/Euer
Gerd Taron

Immer wieder aufstehen – Literarischer Wochenendgruß vom 20.10.17

Immer wieder aufstehen – Literarischer Wochenendgruß vom 20.10.17

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,
es war am vergangenen Montag, als ich am Fastnachtsbrunnen auf dem Schillerplatz in Mainz eine berührende Szene beobachten konnte.

Ein kleines Mädchen, schätzungsweise gerade 2 Jahre jung und gerade „lauffähig“, hatte es sich in ihr kleines Köpfchen gesetzt, ein Blumenbeet zu umrunden. Auf den schmalen, unebenen Steinen war das nicht einfach. Es war daher nicht überraschend, dass das kleine Mädchen mit Zipfelmütze ins Stolpern geriet und hinfiel. Doch statt zu jammern und zu weinen, rappelte sie sich hoch und versuchte es immer wieder erneut. Ihr Vater stand in der Nähe und hätte helfen können. Die Kleine war unbeirrt und wollte es ohne Hilfe schaffen.

Die Strecken, die sie ging wurden immer länger und sie hatte sichtlich große Freude an ihrem Tun. So tippelte sie fröhlich vor sich hin mit der Gewissheit: Es geht doch!

Auf dieser Umrandung des Blumenbeetes am Fastnachtsbrunnen in Mainz tippelte das kleine Mädchen – Foto: Gerd Taron

Einige meiner Leser des Wochenendgrußes haben in ihrem Leben schmerzhafte Erfahrungen machen müssen. Manche sind so sehr ins Stolpern gekommen, dass sie fast nicht geschafft haben, wieder aufzustehen. Andere, mir persönlich bekannte Lebensgeschichten, haben nicht aufgegeben, trotz aller Widrigkeiten.

So möge dieser Wochenendgruß mit seinen Texten und Fotos dazu beitragen, sich darauf zu besinnen, in schwierigen Lebenssituationen nicht zu verzagen.

Aufsteigende Tauben – St. Stephan in Mainz – Foto: Gerd Taron
aufstehen

einmal mehr aufstehen
als zu boden gehen
einmal mehr die angst besiegen

einmal mehr hoffen
als enttäuscht werden
einmal mehr vertrauen wagen

einmal mehr zurückkehren
als fortgehen
einmal mehr den stolz überwinden

einmal mehr lachen
als weinen
einmal mehr von vorn beginnen.

Gisela Baltes

aus: Meine Wege – deine Wege. Impulstexte zum Kirchenjahr. (c) 2007 Butzon & Bercker GmbH, Kevelaer.

Foto: Brina Stein

Immer wieder anhalten,
wahrnehmen, was ist,
uns freuen an dem,
was wir erreicht haben,
annehmen, dass nicht alles
gelungen ist.
.
Uns Zeit gönnen,
neue Kräfte schöpfen,
uns neu orientieren,
uns leiten lassen von dem,
was für uns wesentlich ist.
.
Weiter schreiten,
wie es mir entspricht,
in der Hoffnung, dass wir
immer mehr werden,
was wir letztlich sein können.
.
Wieder sehen,
was dem Leben Sinn gibt.
Wieder hören,
was meine Seele nährt.
Wieder spüren,
was letztlich wichtig ist.
Wieder aufstehen
und meinen Weg gehen.
Verfasser unbekannt

Foto: Karin Ruf

Manchmal muss man tief fallen,
um wach zu werden
und wieder aufstehen zu können.
.
Manchmal muss man sich
in Menschen täuschen,
um die Richtigen zu finden.
.
Manchmal muss man am Ende sein,
um wieder von vorn anfangen zu können.
.
Manchmal muss das Herz gebrochen werden,
damit man weiß, wie sich
ein glückliches Herz anfühlt.
.
Manchmal muss man die Hoffnung aufgeben,
um zu sehen, dass sie
am Ende doch nicht stirbt.
.
Manchmal muss man belogen werden,
um die Wahrheit zu schätzen.
.
Manchmal muss man trotz einer Enttäuschung
noch an die wahre Liebe glauben,
um ihr auch begegnen zu können.
.
Manchmal muss man einfach einem Menschen
die Chance geben, einen kennen zu lernen,
denn das vielleicht ist der Beginn
von etwas Großem,
und man ist einfach wieder glücklich.
.
Verfasser unbekannt

Foto: Petra Krenzer

Haarscharf an uns selbst vorbei

Manchmal gehen wir unter
und merken es nicht.
Wie atmen nicht mehr durch
und laufen blau an,
aber niemand sagt es uns.
Wir vergessen das zu essen,
was uns ernähren könnte
und essen lieber Sterbemittel.
Wir fallen um,
wenn wir aufstehen wollen,
wir halten still
wenn wir meinen uns zu wehren.
Wir leben haarscharf
an uns selbst vorbei,
wir laufen in einen Abgrund hinein,
der freundlich aussieht
und wundern uns, wenn uns aus dem Spiegel
ein Fremder ansieht.

Ulrich Schaffer

Auf der Frankfurter Buchmesse entdeckt – Foto: Gerd Taron

Ich schätze Menschen, die verletzlich
und verwundbar sind,
denn sie besitzen eine empfindsame Seele
und können andere verstehen.

Ich achte Menschen, die zu ihrer Meinung stehen
und sich selbst nicht verleugnen,
die aufstehen, wenn sie gefallen sind,
die IHR Leben wirklich leben.

Ich mag Menschen, die nicht nur sich selbst sehen,
die dir die Hand reichen und dir sagen:
„Schön, dass es dich gibt, einfach so,
weil du bist wie du bist.“

…und nicht weil sie dich gerne hätten, wie sie es wollen.
Und diese Menschen haben einen Platz in meinem Herzen.

„Die Liebe ist ein Ring und ein Ring hat kein Ende“ – entdeckt bei facebook

Ich wünsche Ihnen ein erholsames Herbst-Wochenende – Nur Mut!

Ihr/Euer

Gerd Taron

Worte, nur Worte – Literarischer Wochenendgruß vom 13.10.17

Worte, nur Worte – Literarischer Wochenendgruß vom 13.10.17

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

derzeit findet in allen Medien und vor Ort die Frankfurter Buchmesse statt. Ich hatte und habe die große Freude als langjähriger Besucher diese Bücherschau auf meine persönliche Weise zu erleben. Diese können Sie gerne am Ende des Wochenendgrußes aufrufen bzw.

Die Worte, die auf dieser Messe – und nicht nur dort – geschrieben und gesagt werden, kann man nicht in Zahlen erfassen.

Aber ohne Worte ist fast keine zwischenmenschliche Beziehung möglich. Sie helfen uns, unserem Gegenüber mitzuteilen. So oft werden Worte missverstanden, umgedeutet, auf persönliche Weise interpretiert.

Die nachfolgenden Texte und die Fotos von der Frankfurter Buchmesse mögen einiges veranschaulichen und zum Nachdenken anregen.

Foto: Gerd Taron

Das eigene Wort,
wer holt es zurück,
das lebendige,
eben noch ungesprochene
Wort?
Wo das Wort vorbeifliegt
verdorren die Gräser,
werden die Blätter gelb,
fällt Schnee.
Ein Vogel käme dir wieder.
Nicht dein Wort,
das eben noch ungesagte,
in deinen Mund.
Du schickst andere Worte
hinterdrein,
Worte mit bunten, weichen Federn.
Das Wort ist schneller,
das schwarze Wort.
Es kommt immer an,
es hört nicht auf an-
zukommen.
Besser ein Messer als ein Wort.
Ein Messer kann stumpf sein.
Ein Messer trifft oft
am Herzen vorbei
Nicht das Wort.
Am Ende ist das Wort,
immer
am Ende
das Wort.

Hilde Domin

Foto: Gerd Taron

Hundert Worte,
die den Verstand beeindrucken, wirken nicht
halb so tief,
wie ein
einziges Wort,
dass das Herz bewegt.

These Monnier

Es sind nicht die grossen Worte,
die eine Gemeinschaft grundsätzlich bewegen.
Es sind die vielen kleinen Taten der Einzelnen!

M. Scheel

Die armen Worte, die im Alltag darben,
die unscheinbaren Worte, lieb ich so.
Aus meinen Festen schenk ich ihnen Farben,
da lächeln sie und werden langsam froh.
Ihr Wesen, das sie bang in sich bezwangen,
erneut sich deutlich, dass es jeder sieht;
sie sind noch niemals im Gesang gegangen
und schauernd schreiten sie in meinem Lied.

Rainer Maria Rilke

Die alten Worte

Die alten Zauberworte sind noch nicht verbraucht.
Sie wirken immer noch, sie strahlen noch von innen.
Wenn deine Seele dunkel in Verzweiflung taucht,
dann sprich sie aus, und alles kann von vorn beginnen.
Da gibt es Worte voller kleiner Zärtlichkeiten,
die deine Schläfen streicheln wie ein warmer Wind.
Und wilde Worte gibt’s, die reißen dir zuzeiten
so manche Türen ein, die sonst vermauert sind.
Und wenn du Sehnsucht sagst, dann weiten sich die Wände.
Du könntest einfach aufstehn und ins Freie gehn.
Und Wesen aus den Tiefen reichen dir die Hände.
Du bist berührt, du lächelst, und die Zeit bleibt stehn.

Paul Pfeffer

Ich wünsche allen ein Wochenende mit vielen oder wenigen Worten, in dem Sie zur Ruhe kommen können.

Ihr/Euer
Gerd Taron

Ein Erlebnisbericht vom ersten Tag meines Buchmessen-Besuches können Sie hier lesen.:

https://gerdtaronantiquariat.wordpress.com/2017/10/12/im-voruebergehen-wieder-entdeckt-mein-1-tag-auf-der-frankfurter-buchmesse/ .

Im Vorübergehen wieder entdeckt – Mein 1. Tag auf der Frankfurter Buchmesse

Im Vorübergehen wieder entdeckt – Mein 1. Tag auf der Frankfurter Buchmesse

Frankfurt am Main, 11.10.17

Liebe Bücherfreunde,

seit vielen Jahren bin ich regelmäßig zu Gast auf der Frankfurter Buchmesse – nicht als Autor, Aussteller oder Verleger. Als ein Freund der Literatur ist die Buchmesse immer wieder ein Erlebnis. So ist es auch in diesem Jahr.

Brina Stein (links), in der Mitte Tobias Kiwitt, der Vorsitzende des BVjA – rechts: Christiane Landgraf

Wie im vergangenen Jahr habe ich zunächst Brina Stein (www.brina-stein.de ) kurz begleitet, um den Stand des Bundesverbandes junger Autoren (BVjA) e. V. mit einzurichten.

Nach dieser kleinen Hilfestellung begab ich mich auf den Weg durch die große Bücherwelt.

Auf diesem Weg trifft man oft die bekannten Stände und Aussteller. Bei zweien habe ich diesmal genauer mich umgesehen. Dabei kam es zu sehr guten Gesprächen und neuen Inspirationen.

Fattoria La Vialla – http://www.lavialla.it/de/

Es gibt nicht nur geistige sondern auch kulinarische Köstlichkeiten auf der Buchmessezu genießen. So ist es bei Fattora La Vialla, einem Weingut und Bauernhof aus der italienischen Toskana. Immer wieder an diesem so liebevoll eingerichteten Stand vorüber gegangen. Endlich habe ich mir diesmal die Zeit genommen, alles viel intensiver wahrzunehmen.

Wer in diesen Tagen auf der Buchmesse sollte es nicht versäumen in der Halle 3.1 vorbeizuschauen. Es lohnt sich!

StadtLesen auf dem Gelände der Buchmesse

Im Außenbereich gab es wieder dieser besondere Ruhe- und Lesebereich. Ich bin mit 3 jungen Leuten aus Österreich ins Gespräch gekommen. Seit vielen Jahren ist StadtLesen auf der Buchmesse vertreten. Sebastian Mettler, Innovator und Erdenker von StadtLesen hat diese besondere Leseform zu einem Erlebnis werden lassen. Über das Jahr finden in verschiedenen Städten in Deutschland, Österreich und der Schweiz statt.

Wer mehr wissen möchte, hier zwei Links dazu:

http://www.stadtlesen.com/
http://www.bibliotels.com . Auf dieser Seite werden besondere „Lese-Hotels“ vorgestellt.

Das Ehrengastland Frankreich

Mit besonderem Interesse habe ich mir das diesjährige Ehrengastland Frankreich und die Präsentation angesehen.

Für mich eine interessante und gelungene Art und Weise, sich als Literaturland vorzustellen. Diese Meinung wird nicht von allen geteilt werden.

Die Zeit verging so schnell und irgendwann werden die Beine schwer. So werde ich am Freitag einen weiteren Buchmessen-Tag einlegen, weil es sicher noch vieles zu entdecken gibt.

Mit literarischen Buchmessen-Grüßen

Ihr/Euer
Gerd Taron

Und hier noch ein paar Impressionen: