Licht – Der längste Tag – Literarischer Wochenendgruß vom 21.06.13

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

bei Erscheinen der heutigen Ausgabe ist dies laut Kalender der längste Tag im Jahr. In Schweden und den anderen skandinavischen Ländern feiert man am Wochenende das bekannte Mittsommar-Fest – ein buntes und fröhliches Treiben. Die Sonne scheint bis tief in die Nacht – am Nordkap geht sie gar nicht unter.

„Sommer

Taganbruch

mit den Nachtigallen

An jedem Grashalm

hängt Grillenzirpen

Zikaden locken

im Pinienhain

Die Sonne zählt

zeitlose Stunden …

 

Im trägen Mittag

Schlummert …“

Maria Lutz-Gantenbein

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Foto: Gerd Taron (aufgenommen vor wenigen Tagen gegen 6 Uhr morgens in der Nähe von Hof Gimbach im Taunus)

485596_477368079005632_1928592129_n

Foto: Marina Rupprecht

 

 

„Zum Sehen geboren,

zum Schauen bestellt,

dem Turme geschworen,

gefällt mir die Welt.

Ich blick in die Ferne,

ich seh in der Näh

den Mond und die Sterne,

den Wald und das Reh.

So seh ich in allen

Die ewige Zier,

und wie mir’s gefallen,

gefall ich auch mir.

Ihr glücklichen Augen

Was ihr je gesehn

es sei, wie es wolle,

es war doch so schön.“

Johann Wolfgang von Goethe

 

21231_458065394269234_1084228408_n

 

Foto: Marina Rupprecht

 

Genießen Sie das hellste und längste Wochenende in diesem Jahr.

Viele genussvolle Stunden wünscht allen

Ihr/Euer

Gerd Taron

Mein besonderer Dank gilt Marina Rupprecht, die mir immer so viele schöne Fotos zur Verfügung stellt.

Ein besonderer Veranstaltungshinweis.

 

Am Samstag, 15.06. und Sonntag, 16.06. findet ab16:00 Uhr wieder die Veranstaltungsreihe „Literatur um 4“ im Hotel Stern Restaurant in Eppstein-Vockenhausen statt. Bei Kaffee und Kuchen dürfen Sie literarische Köstlichkeiten genießen. Diesmal heißt das Thema: „Taunus-Sagen“.

Der Baum – Gemeinschaft mit anderen – Literarischer Wochenendgruß vom 10.05.13

Liebe Freunde der Literatur,

 

bei unserer Betrachtung über den Baum möchte ich  mit der heutigen Ausgabe den Blick auf den Baum als Gemeinschaftswesen richten. Wir nennen eine Ansammlung von Bäumen „Wald“. Sprichwörtlich heißt es „Man sieht vor lauter Wald die Bäume nicht“. Damit ist ursprünglich gemeint, dass man das Nahe liegende  nicht sieht.

 

Aus einem anderen Blickwinkel betrachtet, zeigt uns der Wald seine Einzigartigkeit in der Vielfalt der verschiedenen Bäume. Er schenkt uns die Luft zum Atmen, so wie wir den Anderen, unseren Nächsten, zum Atmen für unser Leben benötigen.

Alleine auf weiter Flur kann ein Baum absterben.. Bei uns Menschen ist es ähnlich: Ohne den Anderen kommen wir uns oft einsam und verlassen vor..

 

Gerd Taron

 

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

 

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

 

Bäume in der Gegend um Eppstein-Vockenhausen und Eppstein-Niederjosbach im Taunus (aufgenommen am 08. Mai 2013) – Fotos: Gerd Taron

 

 

Mit einem „sinnigen“ Zitat von Erich Kästner möchte ich schließen:

 

„Wenn man so ganz allein im Walde steht, begreift man nur sehr schwer, wozu man in Büros und Kinos geht. Und plötzlich will man das alles nicht mehr.“

 

Nehmen wir das Geschenk des Waldes, der vielen unterschiedlichen Bäume an, zum Beispiel bei einem erholsamen Spaziergang. Das wünsche ich Ihnen und mir für dieses Wochenende.

 

Herzliche Grüße  sendet  Ihnen/Euch

 

Gerd Taron

 

 

Vom Umweg zum Ziel – Literarischer Rundbrief vom 18.01.13

Liebe Freunde der Literatur,
das Thema Weg und wie ich komme zum Ziel hat mich in dieser Woche beschäftigt. Können auch Umwege zum Ziel führen? Ich glaube ja, auch wenn sie nicht leicht fallen und manchmal mühsam sind. Wir gehen selten direkt den geraden Weg, sondern Kurven, Abbiegungen, Hindernisse auf dem Weg zum Ziel behindern uns, sollten aber nicht aufhalten.
Dazu zwei Zitate:
„Umwege erweitern die Ortskenntnis“.
Autor unbekannt
„Einst hatte sich einer im tiefen Wald verirrt. Nach einer Zeit verirrte sich ein zweiter und traf den ersten. Ohne zu wissen, wie es dem ergangen war, fragte er ihn, auf welchem Weg man hinausgelange. ‚Den weiß ich nicht‘, antwortete der erste, ‚aber ich kann dir die Wege zeigen, die nur noch tiefer ins Dickicht führen, und dann laß uns gemeinsam nach dem Wege suchen.“
Martin Buber

 DSCN5687

Foto: Gerd Taron – Auf der A 3 Richtung Köln

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Foto: Gerd Taron .- Im Wald in der Nähe von Kelkheim-Fischbach, Rettershof

Ich wünsche allen ein erholsames Wochenende mit der Zeit für ein gutes Buch.

Herzliche Grüße aus dem Taunus

Ihr/Euer

Gerd Taron

Weihnachtszauber – „Mein Weihnachtsgedicht“ vom 14.12.12

DAs Weihnachtsgedicht vom 14.12.12 wurde von der Kelkheimer Autorin und Künstlerin Anneliese Druhm eingesandt:

 

Weihnachtszauber

 

Silbern schimmert Schnee auf tief geneigten Zweigen

Still ist’s im Wald – nur Eiskristalle tanzen ihren Reigen.

Lautlos fällt Stern um Stern ins schon gemachte Bett.

 

Ein Schlitten folgt den Rufen der Krähen mit ächzenden Kufen.

Hinter hohler Hand ertönt das Echo und

über knisterndes Eis jagen die Pferde im stobenden Schnee.

 

Nur jetzt nicht rasten, kein Blick zurück.

Über schwarzes Wasser kriecht brechendes Eis,

und greift mit eisigen Klauen nach Mantel und klammernder Hand.

 

Dann endlich – in der Ferne ein Licht.

Die Zügel gespannt gleitet der Schlitten durch dampfenden Schnee.

Am hellen Fenster ein lachendes Kindergesicht.

 

Schnell über die Schwelle zum Kamin.

Duftende Äpfel goldbraun gebrannt, funkensprühender holziger Rauch.

Kinder lauschen der schaurigen Geschichten – wie’s war draußen im Wald.

 

Nichts scheint verändert –

wäre da nicht dieser Zauber, dieses Wunder und mein klopfendes Herz.

 

Anneliese Druhm