Humor ist, wenn man trotzdem lacht – Literarischer Wochenendgruß vom 24.02.17

Humor ist, wenn man trotzdem lacht – Literarischer Wochenendgruß vom 24.02.17

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,

in diesen närrischen Tagen gibt es Anlass genug, sich mit dem Thema Humor zu beschäftigen. Als Rheinländer und Nicht-Karnevals-Fan fällt mir das etwas schwer. Vor allem deshalb, weil ich nicht einsehe, dass Lebensfreude nur auf diese Zeit beschränkt sein soll.

Ich lache oder lächle gerne, wenn es sich aus der jeweiligen Situation ergibt. Wann haben Sie zuletzt herzhaft gelacht, dass bei Ihnen sogar Tränen geflossen sind? In der vergangenen Woche war ich auf den Spuren meiner Schul-Zeit. Die Geschichte finden Sie unter
https://gerdtaronantiquariat.wordpress.com/2017/02/23/meine-persoenliche-zeitreise-als-schueler-oder-die-geschichte-von-der-feuerzangenbowle-wird-wieder-lebendig/

Das Buch „Die Feuerzangenbowle“ von Heinrich Spoerl führt mich immer wieder zu besonderen Lach-Momenten.

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Foto: Gerd Taron

Gibt es eine bessere Form mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?“

(Charles Dickens)

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Foto: Gerd Taron

Lachen und Lächeln sind Tor und Pforte,
durch die viel Gutes
in den Menschen hineinhuschen kann

Christian Morgenstern

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Foto: K.-H, Fischer

Es gibt Waldläufer
und Säufer,
Freigeiste
und Angepasste,
Sichere und weit Gereiste.
Es gibt uns in vielen Formen
Und Farben.
Es gibt Rollen und Spiele,
große Meister und Diebe der Zeit.
Sie rauben und töten,
und sie bedauern nicht.
Das dahinter Liegende sieht kaum einer.
Wir nicht.
Sie nicht.
Und dennoch….
sind die meisten Menschen, Echte,
viele davon sogar Gerechte.
Es gibt Menschen, die haben immer was zu sagen.
Und Andere, die bereits beim Durchatmen verzagen.
Menschen kommen und gehen.
Und manchmal sehen wir in den Rückspiegel,
hoffend, dass wir sie noch mal sehen.
Es gibt Momente, die wollen wir biegen,
ziehen, dehnen, behalten.
Und solche, die wir sofort beenden wollen,
in ein Regal legen – für später –
oder für niemals.
Sollen diese doch andere verwalten.
So einfach ist Leben nicht.
Doch einfach schön, zu leben.
Farben zu sehen, zu schmecken,
zu lachen, lieben und zu meckern.
Schwarz und weiß sind keine Farben.
Dazwischen liegen die Narben.
Und sie sind bunt.
Und nicht grau oder unsichtbar,
belanglos oder lümmelnd, an irgendeiner Bar.
Narben sind wie Spuren.
Wer sie erkennt, weiß um den Weg.
Zu dir, zu mir, zu Menschen.

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Foto: Gerd Taron

Trost leben

„Ach, wie gerne möchte ich einmal die Hauptattraktion sein, im Zirkus“, sprach der Clown zum Löwen. Du bist so schön und stark, und Jeder bewundert dich.“

„Sie bewundern das, was der Mensch mir anerzogen hat“, sprach der Löwe traurig. Keiner kennt meine Angst, meinen Schmerz, nicht mehr der sein zu dürfen, als der ich geboren wurde.“

„Ich fühle deinen Schmerz“, sprach der Clown „ich sehe deine traurigen Augen, und ich sehe die Angst davor, dass der Löwe erwacht, dass er es dem Menschen heimzahlt, was er ihm zugefügt hat.“

„Danke“, sprach der Löwe leise „wir haben soviel gemeinsam. Ich sehe, wie du dir jeden Tag aufs Neue ein Lachen aufs Gesicht malen musst, damit der Mensch deine Traurigkeit nicht sieht. Und deine tollpatschigen Scherze, sie müssen dir sehr weh tun. Jeden Tag sehe ich dich, wie du dich voller Anmut bewegst, fern der Manege. Ich höre deine tiefgehenden Worte, spüre deine Sehnsucht nach Ernsthaftigkeit. Und lese in deinen Augen die Angst, den Mensch nicht mehr zum Lachen bringen zu können, weil du dafür Brot und Bett bekommst.“

„Du bist sehr klug“, sprach der Clown „ was mich am meisten schmerzt, ist aber, dass ich ein Pausenclown bin, der dem Menschen nur die Langeweile zwischen den großen Zirkusnummern vertreiben darf.“

„Sei nicht traurig“, flüsterte der Löwe „ schau, wie die Augen der Kinder strahlen, wenn sie dich sehen. Die Kleinen müssten ohne dich nur das Bangen und die Angst ertragen, an denen der Mensch sich ergötzt.“

„Ja, die Kleinen, sie fühlen und bangen auch, wenn du durch den Feuerreif springen musst. Und sie wollen viel lieber dein weiches Fell berühren und deinen Schutz fühlen.“

„Deine Worte tun mir gut“, sprach der Löwe „sie sind voller Trost.“

„Ja, lass uns jeden Tag eine Zeit beieinander sein, damit wir nicht verzagen“, sprach der Clown und Tränen spülten das aufgemalte Lachen fort, gaben ein sanftes Lächeln frei.

© Knut Busch

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Foto: Gerd Taron

Das Lachen ist die Sonne,
die aus dem menschlichen Antlitz
den Winter vertreibt.“

Victor Marie Hugo

Ein sonniges und humorvolles Wochenende wünscht Ihnen

Ihr/Euer
Gerd Taron

PS:
In den vergangenen Tagen sind auf meiner WordPress-Seite folgende Artikel erschienen:
Über das Leben als Zeitungzusteller:
https://gerdtaronantiquariat.wordpress.com/2017/02/12/nachts-wenn-alles-schlaeft-oder-wie-kommt-die-zeitung-auf-den-fruehstueckstisch/
Über meine persönliche Zeitreise als ehemaliger Schüler:
https://gerdtaronantiquariat.wordpress.com/2017/02/23/meine-persoenliche-zeitreise-als-schueler-oder-die-geschichte-von-der-feuerzangenbowle-wird-wieder-lebendig/

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Meine persönliche Zeitreise als Schüler oder die Geschichte von der Feuerzangenbowle wird wieder lebendig

Meine persönliche Zeitreise als Schüler oder die Geschichte von der Feuerzangenbowle wird wieder lebendig.

Leverkusen/Kelkheim-Fischbach im Februar 2017

Lieber Leser,

viele kennen möglicherweise das Buch von Heinrich Spoerl „Die Feuerzangenbowle“ bzw. die Verfilmung mit Heinz Rühmann. In dieser amüsanten und sehr unterhaltsamen Geschichte wird ein gestandener Mann nach einem ausgiebigen Zechabend mit Freunden in seine Schulzeit zurückversetzt. bzw. so wie sie nach Meinung der Herren auszusehen gehabt hätte (Mein Deutschlehrer mag mir wegen meines Satzbaues verzeihen, aber mir ist gerade danach).

Die gesellige Runde beschließt den Kompagnon auf jung zu trimmen und in ein Gymnasium in der tiefsten Provinz zu schicken. Da gilt der Doktortitel nicht mehr, da ist man der einfache Johannes Pfeiffer, der mit den drei „f“.

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Die ehemalige Realschule Schlebusch in Leverkusen

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Die heutige „Theodor-Wuppermann-Schule“ in Leverkusen

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Die Höhere Handelsschule in Leverkusen-Manfort – heute noch immer als Wirtschaftsgymnasium, Höhere Handelsschule usw. genutzt.

Anlässlich des 85. Geburtstages meiner Mutter bzw. auf Anregung einer lieben Freundin (siehe „Zurück zu den Wurzeln – literarischer Wochenendgruß vom 10.02.17) habe ich mich bei meinem Urlaub in meine erste Heimat, im Rheinland bzw. Bergische Land, auf eine Zeitreise begeben. Dabei habe ich meine ehemaligen Schulen besucht. Es waren insgesamt drei: die Grundschule (1965 – 1968), die Realschule (1968 – 1975) und später die Höhere Handelsschule (1975 – 1977) in Leverkusen. Alle diese werden noch heute als Schulen in unterschiedlichster Form genutzt.

Zu meiner großen Überraschung hat sich seit jener Zeit fast nichts verändert. Besonders deutlich wurde dies bei der Schule, bei der ich die längste Schüler-Zeit verbracht habe: die Realschule Schlebusch in Leverkusen. Ich gehörte 1975 zum letzten Jahrgang, bevor diese Schule nach Ophoven umzog.

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Die Eingangstür der ehemaligen Realschule – wie oft bin ich durch diese Tür gegangen …

Bei meiner Ankunft am Dienstagvormittag in der Realschule (heute Grundschule), traf ich auf hilfsbereite Menschen, insbesondere den Hausmeister. Er führte mich, während die „Kleinen“ ihre Pausen genossen, durch meine alte Schule. Zu meiner großen Überraschung stellte ich fest, dass sich in den Jahrzehnten fast gar nicht verändert hatte. Der Hausmeister war so liebenswürdig, dass er mir sogar meinen alten Klassenraum (die „5 b“- heute „4 b“) extra aufschloss.

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Der Nebeneingang zu „meinen“ Klassenräumen“ – Oben links wurden wir in Deutsch, Mathematik und Geschichte „getriezt“ …

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So aufgelockert sah der damalige Klassenraum nicht aus – da war alles streng geordnet. In Dreierreihen mit jeweils 2 Holz-Sitzstühlen und Bänken wurde anständig gelernt …

Merkwürdig, dass mir bei dieser Gelegenheit nach langer Zeit wieder die Namen der damaligen Lehrer und Lehrerinnen einfielen, wie zum Beispiel unser Lehrer für Geschichte – Herr Meyer zum Gottesberge – er hieß wirklich so. An andere Namen wie mein damaliger Klassenlehrer und späterer Schulleiter, Herr Kölzer, oder Frau Hilgers, die später meine Klassenlehrerin wurde, konnte ich mich plötzlich ebenfalls gut erinnern.

Auf meiner Zeitreise zog ich weiter – dort wo meine Schüler-Karriere begann: In die Grundschule nach Leverkusen-Manfort. Dort befindet sich heute die Theodor-Wuppermann-Schule. Und wieder war alles wie früher.

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In meinem sorgsam gehegten Fotoalbum habe ich ein altes Klassenfoto – von der „4 b“ vor dem Eingang eines Einganges wieder entdeckt: Abschlussklasse der „4 b“ in der Grundschule Leverkusen-Manfort am 19.06.1968 – Vielleicht erkennt sich jemand auf diesem Foto wieder

Und so sieht es heute im Jahre 2017, also fast 49 Jahre später aus:

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Es fehlen nur noch die Schüler und Schülerinnen von damals in Originalgröße von heute.

Die letzte Station: die Höhere Handelsschule in Leverkusen-Manfort.

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Die Höhere Handelsschule in Leverkusen-Manfort anno 2017

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Gänge – zu den Lehrerzimmern und zum Sekretariat und zu den Klassenräumen

So könnte es in den 1970er Jahren ausgesehen haben – Das Foto habe ich an einer Info-Wand in der Schule entdeckt.

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Es war schon damals ein Zweckbau, der bis heute allen Veränderungen getrotzt hat. Auf dem Gelände traf ich den Schulleiter. Ich erzählte ihm mein Interesse an diesem Gebäude. Daraufhin lud er mich ein, die Schule auch von innen anzusehen. Diese Einladung nahme ich gerne an. Nachstehend einige beispielhafte Fotos:

Ich wünsche, dass viele der Leser ebenfalls schöne Erinnerungen an ihre Schulzeit haben. Wenn möglich ermuntere ich Sie, an ihre alte Wirkungsstätten als Schülerin oder Schüler zurückzukehren.

Ihr/Euer
Gerd Taron

Wenn Du noch eine Mutter hast – Literarischer Wochenendgruß vom 17.02.17

Wenn Du noch eine Mutter hast – Literarischer Wochenendgruß vom 17.02.17

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

anlässlich des bevorstehenden 85. Geburtstages meiner Mutter am kommenden Wochenende habe ich mein altes Fotoalbum aus Kindertagen hervorgekramt.

Erinnerungen aus längst vergangenen Zeiten werden wieder wach. Es gab so viele Höhen und Tiefen im beiderseitigen Leben. Dankbar blicken wir gemeinsam auf das Erlebte zurück. Nicht immer war das Verhältnis zwischen Mutter und Sohn ungetrübt. Doch heute bin ich froh, dass es eine freundschaftliche, eine besondere Beziehung, ist. Dieser Wochenendgruß ist mein Dankeschön für die vielen Jahre, die den Belastungen des Lebens standgehalten hat.

Ich wünsche Ihnen, dass auch Sie eine Mutter an Ihrer Seite hatten und haben, die immer zu Ihnen gehalten hat.

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Foto: Gerd Taron

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Jeder braucht einen Platz in der Welt, einen Ort, an den er gehört, und Menschen, in deren Mitte er Geborgenheit findet. Niemand kann in den Räumen dazwischen leben, da muss er abstürzen.“

Mirjam Pressler

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Jeder Mensch, der auf die Welt kommt,
ist sein Leben lang auf der Suche
nach Geborgenheit.
Er will ein Zuhause finden,
ein bisschen Sicherheit und
menschliche Wärme.

Wer keine Geborgenheit findet,
ist ein Mensch, der sich nicht wohlfühlt
in der eigenen Haut.
Ein Kind braucht bei Vater und Mutter,
verlässliche Geborgenheit.
Zwei Menschen suchen beieinander Geborgenheit.
Der Grund aller Geborgenheit ist:

Liebe.

Du kannst nicht leben,
wenn du keinen hast, der dich mag,
der sich um dich sorgt,
der etwas für dich empfindet,
einen, dem du dich von Zeit zu Zeit
anvertrauen kannst und bei dem
du immer willkommen bist.
Du kommst zwar mit vielen Menschen
im Leben zusammen, aber es sind nur wenige,
die in dein Leben eintreten und
deren Leben mit deinem Leben ganz eng vertraut ist.

Was für ein Segen, wenn es gute Menschen sind… ♡

Phil Bosmans

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Foto: Gerd Taron

Schutz und Geborgenheit findest du nur bei jemandem, der mit deiner Seele umgeht, als wäre es seine eigene.

(Unbekannt)

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Foto: Gerd Taron

Wenn meine Kindheit mich durchzieht

Ich habe einige weiße Flecken,
wo Erinnerungen sein sollten.
Immer war die Hoffnung gefährdet,
in einer Zeit, in der es keine Sicherheit gab.
Meine Mutter kochte unsere Wäsche
in einem Schuppen aus Reisig.
Ich sehe noch den Dampf aufsteigen –
er zeugte von Erschöpfung.
Mein Vater tat, was er tun konnte für uns
und verbarg die Schwere seines Herzens.
Es gab wenig Räume, die nicht betroffen waren,
von den Pflichten zu überleben.
Aber ich durfte spielen, Waldläufer sein,
den edlen Winnetou kennen, vielleicht sogar ihm gleichen,
durfte Zatopek und Schade bewundern,
und von meinen unglaublichen Läufen träumen.

Meine Kindheit war nicht außergewöhnlich –
ich durchzog sie, und manchmal spüre ich,
dass sie mich durchzog, ohne mich zu berühren.
Und doch liebte ich sie und liebe sie noch.
Ich habe gelernt, nicht unberührt zu bleiben.
Die dünne Membran meiner Seele
versucht sogar den feinsten Sand einzufangen –
Erlebnisse ohne sichtbaren Körper.

So habe ich die Jahre miteinander verbunden,
ohne Schuldzuweisung und ohne ungebührliches Lob,
so habe ich mir eine Nische geschaffen,
in der ich leben konnte. Bis heute.

Ulrich Schaffer

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Foto: Christina Eretier

Die Rose ist ohne Warum.
Sie blühet, weil sie blühet.
Sie achtet nicht ihrer selbst,
fragt nicht, ob man sie siehet.

(Angelus Silesius , 1624-1677)

Ein erholsames Wochenende im Kreise Ihrer Familie wünscht Ihnen
Ihr/Euer
Gerd Taron

Nachts wenn alles schläft oder wie kommt die Zeitung auf den Frühstückstisch

Nachts wenn alles schläft oder wie kommt die Zeitung auf den Frühstückstisch

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Kelkheim, 12.02.2017

Lieber geneigter Leser,

ist es nicht schön, wenn Sie morgens aufwachen und sich auf das Frühstück freuen können? Vorher schauen Sie noch mal schnell bei Ihrem Briefkasten vorbei, nehmen Ihre Tageszeitung und erfahren Wichtiges und Unwichtiges aus der Welt und von nebenan.

Vielleicht haben Sie noch die Zeit, das Frühstück mit einer richtigen Zeitung zu genießen oder aber sie nehmen sie mit zu Ihrem Arbeitsplatz bzw. lesen sie unterwegs in der Bahn. Es soll ja tatsächlich noch Menschen unter uns geben, die eine Zeitung statt ihres Smartphone oder Handy als Informationsquelle nutzen.

Aber haben Sie sich schon mal gefragt, was alles in den Stunden vorher geschieht, bevor Sie ihre geliebte (hoffentlich) Tageszeitung in den Händen halten können?

Dann unternehme ich jetzt den Versuch, aus der Sicht eines Zeitungszustellers Ihnen dies näher zu erläutern. Am Beispiel aus dem Rhein-Main-Gebiet, wo der Autor und im Nebenjob als Zeitungszusteller tätig ist, soll dies beschrieben werden.

Es beginnt damit, dass viele fleißige Redakteurinnen und Redakteure aus den verschiedenen Ressorts, sei es Politik, Sport, Feuilleton, Regionales usw. die Artikel und die Fotos zusammenstellen, die die Leser interessieren könnten und hoffentlich auch werden.

Wenn alles normal verläuft, d. h. wenn es kein wichtiges Fußballspiel gibt, das länger dauert oder es keine weltbewegenden Ereignisse, ist Redaktionsschluss gegen 23 Uhr. Dann werden im Druckzentrum in Mörfelden-Walldorf riesige tonnenschwere Papierrollen in Bewegung gesetzt. Auf diesen werden dann in sehr großer Geschwindigkeit die Tageszeitungen, wie FAZ, Frankfurter Neue Presse mit ihren Regionalausgaben, die Frankfurter Rundschau, und überregionale Zeitungen wie die WELT, die Süddeutsche Zeitung oder das Handelsblatt gedruckt.

Während dieser Zeit warten bereits viele Lieferwagen, meist „Sprinter“ mit ihren Fahrern, um die zusammengestellten Zeitungen für die jeweiligen Orte an die Zeitungszusteller auszuliefern. Je früher sie losfahren können, desto besser. Jeder Fahrer liefert an den verschiedenen Abladestationen die Zeitungspakete für die jeweiligen Zusteller aus. Die Abladestationen können Tankstellen oder größere Plätze, am besten überdacht, sein. Die Zeitung soll ja trocken und nicht nass auf den Frühstückstisch kommen.

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Eine Anlieferung zum Sortieren bereit

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Ein Zeitungswagen – unterwegs bei jeder Wetterlage

Und dann sind wir gefragt – die Zeitungszustellerinnen und Zusteller. Entweder mit dem eigenen Auto oder einem Zeitungswagen werden die Zeitungen sortiert nach den Bezirken und/oder dem jeweiligen Ablauf des Zustellers. Laut Maßgabe soll dann bis 6 Uhr morgens alles erledigt und die Zeitung beim Abonnenten sein. Das kann aber manchmal, wenn sich zum Beispiel der Redaktionsschluss verschiebt, es einen technischen Defekt gibt oder noch schlimmer die Wetterverhältnisse wie Schnee oder Sturm hereinbrechen, verzögern. Die Fahrer können die Zeit nicht aufholen, in dem sie schneller fahren oder wir Zusteller schneller laufen bzw. ebenfalls schneller fahren. Denn alles ist genau abgestimmt.

Erschwerend kommt hinzu, dass bei uns im Rhein-Main-Gebiet mittwochs und freitags außerdem diverse Zeitschriften mit ausgeliefert werden müssen. Manchmal ist man das ein mobiler Zeitschriftenladen unterwegs. Wie viele unterschiedliche Fernseh- und Fachzeitschriften es doch gibt, wird dann erst einem so richtig bewusst..

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Einige amüsante und weniger amüsante Geschichten erlebt man dann immer wieder. Die Kolleginnen und Kollegen können sicherlich auch so einiges berichten.

Hier ein paar Beispiele:

Tierische Momente

Bei meiner Tour treffe ich immer wieder auf Katzen, die unbedingt bei Herrchen/Frauchen wieder hereingelassen werden wollen. Nur sind wir Zusteller leider dafür nicht zuständig. So etwas gefällt der Katze gar nicht und beim nächsten Zusammentreffen verschwindet Katze beleidigt von dannen.

Hunde können manchmal ganz nett sein, aber oft leider nicht. Da treffe ich morgens um 4 Uhr einen freundlichen Hund, der mich schwanzwedelnd im Schnee begrüßt und nicht von der Seite weicht. Das ist lieb von dem Hund gemeint, aber aus Zeitgründen kann ich mich nicht näher mit ihm beschäftigen.

Es gibt aber auch die aggressiven Hunde. Das sind die, die nicht angeleint sind und meinen dem Zusteller mal die Zähne zeigen zu müssen. Das Herrchen und Frauchen versucht dann mit der Begründung zu beruhigen, der Hund tue doch nichts. Diese Tut-doch-nichts-Hunde sind aber eine ernsthafte Bedrohung und die Gefahr des Zubeißens ist doch etwas groß.

Vögel sind angenehme Zeitgenossen, vor allem im Frühling. Wenn der Frühling kommt, gibt es in meinem Bezirk eine Stelle, wo ich von einem Vogel immer wieder mit einem Lied begrüßt werde, sobald ich erscheine. Andere fühlen sich in ihrer Ruhe gestört und dann wird so richtig gemeckert.

Haustüren

Gelegentlich kommt es vor, dass ich bei der Zustellung offene Haustüren antreffe. In diesem Fall rufe ich dann per Handy sicherheitshalber die Polizei an – man weiß ja nie. Von einem Abonnenten bekam ich einmal die Erklärung, dass man am Abend vorher nach einem Einkauf vergessen habe, die Haustüre zu schließen. Wie gut, dass das kein Ganove gemerkt hat.

Von Hausnummern, Briefkästen und Zeitungsrohren

Wir Zeitungszusteller sind im Dunkeln unterwegs. Trotz Ausrüstung mit Taschenlampe und anderen Gerätschaften haben wir immer wieder, vor allem bei Neuzugängen, Schwierigkeiten die Hausnummer zu erkennen. An den Briefkästen fehlen gelegentlich die Namen. Da macht das Detektivspielen keinen Spaß. Wenn dann die Hausnummer falsch angegeben ist – zum Beispiel entsteht an der angegebenen Adresse gerade ein Rohbau – ist das sehr ärgerlich und kostet Zeit.

Die Zeitungszusteller würden sich sehr freuen, wenn die Hausnummer gut erkennbar und vor allem beleuchtet ist. Es erleichtert die Arbeit ungemein. Denken Sie daran: In einem Notfalle kann dies lebensrettend sein!

Zeitungsrohre sind oft schick und modern. Sie sollen gut aussehen. Viele vergessen dabei aber, dass sich bei Feuchtigkeit in den Rohren Nässe bildet. Wenn Sie dann eine nasse Zeitung auf den Frühstückstisch bekommen, wundern Sie sich also nicht. Der Zeitungszusteller ist nicht schuld!

Werbebeilagen

Ich liebe Möbelhäuser. Vor allem in der Vorweihnachtszeit aber auch danach ist es uns Zustellern eine große Freude die in der Masse zentnerschweren Beilagen mit zu verteilen. Leider bekommen wir keine Gewichts- oder Erschwerniszulage für diesen Service. Einige Abonnenten baten mich, doch vorher die Werbebeilagen zu entfernen. Aber das ist nicht zulässig. Und die Bitte an den Briefkästen „Keine Werbung“ müssen wir Zusteller ignorieren.

Mit diesen Geschichten habe ich Ihnen hoffentlich einen kleinen Einblick in die Welt des Dunkels der Zeitungszusteller gewährt
.
Vielleicht bringen Sie dann auch mehr Verständnis dafür auf, was alles in der Nacht geleistet wird, damit Sie, lieber Abonnent, Ihre Zeitung pünktlich auf den Frühstückstisch bekommen.

Ich wünsche Ihnen viel Freude bei der Lektüre Ihrer Tageszeitung

Ihr
Gerd Taron

Zurück zu den Wurzeln – Literarischer Wochenendgruß vom 10.02.17

Zurück zu den Wurzeln – Literarischer Wochenendgruß vom 10.02.17

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,

die Begegnungen und Gespräche der letzten Tage in meinem persönlichen Umfeld haben mich dazu geführt, über die eigene Herkunft sich wieder neu zu besinnen. Man kehrt, sofern möglich, an die Stätten seiner Kindheit und Jugend zurück und fragt sich, was aus seinem eigenem Leben geworden ist oder hätte werden können. Dies bewegt nicht nur die Generation der „Alten“, sondern auch meine eigene. Ich gehöre zu der Generation 50 +, die die Aufbruchsstimmung der Nachkriegszeit in ihrer vielfältigen Form erlebt hat. Es ist eine andere Generation, als die unserer Eltern, die Ihre Kindheit und Jugend unter der ständigen Bedrohung und Gefahr ihres Lebens bewältigen mussten. Viele von ihnen wurden entwurzelt und mussten an fremden Orten sich ein neues Leben aufbauen.

In diesen Gesprächen wurde mir deutlich, dass die Sehnsucht an die Stätten des eigenen Ursprungs zurück zu kehren, sehr groß ist. Alte Fotos aus Kindertagen wecken Erinnerungen. Das menschliche Gedächtnis ist auf Langzeitwirkung angelegt. Vieles „schlummert“ und kommt, je älter man wird, wieder an das Tageslicht.

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Im Brentanopark in Frankfurt-Rödelheim – Foto: Gerd Taron

Wenn ein Baum entwurzelt wird, treibt er gern in Wurzelnähe neue Sprossen hervor, und so kehrt auch oft eine Seele, die in der Blüte krank wurde und verdarb, in die frühlingshafte Zeit der Anfänge, und ahnungsvollen Kindheit zurück, als könnte sie dort neue Hoffnungen entdecken, und den abgebrochenen Lebensfaden aufs neue anknüpfen..
.
Hermann Hesse

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Im Kurpark von Königstein im Taunus – Foto: Gerd Taron

Was zerbrochen ist

Ich werde das,
was zerbrochen ist,
zerbrochen lassen.
Als Erinnerung an die Ruinen
in mir und um mich
und gegen den Zwang
des Ganzen und Heilen,
weil ich weiß,
dass auch das Zerbrochene
auf geheimnisvolle Weise
heil ist.
Manchmal gelingt es –
vielleicht nur sekundenlang –
mein Leben als Baum zu verstehen,
der wächst und wächst
und die Verbindung
von Wurzeln und Krone,
von Füßen und Herz erhält,
wie ein Heiligtum.

Ulrich Schaffer

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Blick auf meine Geburtsstadt Köln –Foto: Marita Henriette

Heimat

Heimat trägst du
im Herzen.
Sie lässt dich nicht
los. Ist ein
Gefühl der Erde
und ihres Himmels
der Früchte und Feste
der Lieder.

Heimat sind Menschen,
Worte und Zärtlichkeiten.
Heimat ist überall dort,
wo man dich geliebt hat,
wo man dich liebt.
Heimat ist Fernweh und Heimweh,
ist Sehnsucht nach Himmel
über und in dir.

Lissy Theissen

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Baum im Brentanopark in Frankfurt-Rödelheim – Foto: Gerd Taron

Es gibt so viele Dinge zum Erzählen…

Es gibt so viele Dinge von denen ein alter Mann einem
erzählen müsste, solange man klein ist; denn wenn man
erwachsen ist, wäre es selbstverständlich, sie zu kennen.
Da sind die Sternenhimmel, und ich weiss nicht, was die
Menschen über sie schon erfahren haben, ja, nicht einmal
die Anordnung der Sterne kenne ich.
Und so ist es mit den Blumen, mit den Tieren, mit den
einfachsten Gesetzen, die da und dort wirksam sind
und durch die Welt gehen mit ein paar Schritten von
Anfang nach Ende. Wie ein Leben entsteht, wie es wirkt
in den geringen Wesen, wie es sich verzweigt und
ausbreitet, wie Leben blüht, wie es trägt: alles das
zu lernen, verlangt mich.
Durch Teilnahme an alledem mich fester an die
Wirklichkeit zu binden, die mich so oft verleugnet, –
da zu sein, nicht nur dem Gefühl, sondern auch dem
Wissen nach, immer und immer, das ist es, glaube ich,
was ich brauche, um sicherer zu werden und weniger
heimatlos.

Rainer Maria Rilke

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Im Brentanopark in Frankfurt-Rödelheim – Foto: Gerd Taron

An die Freunde

Wieder einmal ausgeflogen.
Wieder einmal heimgekehrt.
Fand ich doch die alten Freunde
Und die Herzen unversehrt.
Wird uns wieder wohl vereinen.
Frischer Ost und frischer West?
Auch die losesten der Vögel
Tragen allgemach zu Nest
Immer schwerer wird das Päckchen.
Kaum noch trägt es sich allein.
Und in immer engre Fesseln
Schlingest uns die Heimat ein.
Und an seines Hauses Schwelle
Wird ein jeder fest gebannt.
Aber Liebesfäden spinnen
Heimlich sich von Land zu Land

Theodor Storm

Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende. Vielleicht blättern Sie einmal in alte Fotobücher oder anderen Kindheitserinnerungen

Ihr/Euer
Gerd Taron

Vom pflichtbewussten Leben – Literarischer Wochenendgruß vom 03.02.17

Vom pflichtbewussten Leben – Literarischer Wochenendgruß vom 03.02.17

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

vor mir liegt ein Formular einer Behörde. Es soll mich daran erinnern, dass ich für die Gesellschaft meine Pflichten ordnungsgemäß zu erfüllen habe. Nach bestem Wissen und Gewissen werde ich bemühen, dieser „Pflicht“ nachzukommen.

Aber es gibt es nicht nur Behörden, sondern auch Mitmenschen, die verlangen, dass man Ihnen gegenüber oder Ihrer Institution Verantwortung und Pflichten übernimmt.

Bei genauerem Betrachten wird mir dann bewusst, dass ich oft nur deren eigenem Ego diene. Kommen Ihnen diese Sätze wie „Ich bin davon ausgegangen, dass Du/Sie …“ oder „Erinnere mich daran …“ bekannt vor? Diese höre und lese ich öfters, wenn es darum geht, Verantwortung auf andere abzugeben.

Die einzige Pflicht, die ich habe, ist die, mit meinem eigenen Leben verantwortungsbewusst umzugehen. Ich bin es mir wert, auf mich zu achten und meine eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen.

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Foto: Gerd Taron – Sonnenuntergang auf dem Atzelberg-Turm in Kelkheim-Eppenhain

Du kannst geschäftig sein.
Immer im Tun.
Der Gutmensch für jeden Anderen.
Du kannst versuchen
die Welt zu retten.
Versuchen
Die Welt zu bekehren.
Die Welt aufzuklären.
Du kannst noch immer das brave folgsame Kind Deiner Eltern sein.
Die Feuerwehr
im Leben Anderer.
Der Retter.
Der Erlöser.
Der Heiler.
Immer zur Stelle.
Du kannst Dich opfern.
Für Andere.
All das kannst Du.
Und nichts ist falsch daran.
Doch am Ende eines jeden Tages,
wirst Du Dich exakt so fühlen
wie am Morgen.
Nichts wird sich ändern.
Du wirst Dich nicht geliebter fühlen.
Nicht willkommener.
Nicht gesehener.
Nicht gewollter.
Nicht angekommener.
Nicht glücklicher.
Nicht zufriedener.
Was auch immer Du getan hast.
Wie „GUT“ Du auch immer warst.
Zu Anderen.
Deine Sehnsucht bleibt.
Deine Sehnsucht
nach Liebe.
Deine Sehnsucht
nach Verbundenheit.
Deine Sehnsucht
nach Erfüllung.
Denn Du weigerst Dich.
Du weigerst Dich
still zu werden.
Und zu fühlen.
Dich zu fühlen.
Alles zu fühlen,
was da ist.
Du weigerst Dich
erwachsen zu werden.
Du weigerst Dich
Verantwortung zu übernehmen.
Für das kleine verletzte Wesen
in Dir.
Du bist nicht da.
Du hörst nicht hin.
Du öffnest nicht Dein Herz.
Du bist nicht
in Beziehung zu DIR.
Dein Tun
wird wundervolle Früchte tragen.
Saftige Früchte.
Deine Früchte.
Wenn Du es aus Liebe tust.
Aus Deiner gefühlten Liebe zu Dir.
Aus Deinem Gefühl Deines Habens.
Und nicht mehr aus dem Gefühl
Deines Brauchens.
Fühle Dich.
In Allem.
Tu es Jetzt.
Wieder und wieder.
Das ist Alles.
Martin Uhlemann
– FÜHLEN –

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Foto: Gerd Taron

Erkennbar für mich selbst

Ich suche die einmalige Gestalt meines Lebens,
durch die etwas in der Welt geschieht,
was ohne mich nicht geschehen würde.
Zu meinen Begabungen gehört auch meine Eigenwilligkeit.
Ich steige aus den Pflichtübungen aus,
die ich schon längst nicht mehr erfüllen muss.
Ich bete die alten Formeln nicht mehr,
weil sie eine Welt beschreiben,
die es für mich nicht mehr gibt.
Ich verweigere die Erwartungen,
die mich von meiner eigenen Seite verdrängen.
Ich will mir treu sein.
Da leuchtet mein Leben vor mir auf
wie eine weiße, wegweisende Feder am Strand,
wie eine letzte Frucht am Baum,
die sich bis zur vollen Reife gehalten hat.
Ich hebe die Feder auf,
ich pflücke die Frucht.
Jetzt bin ich erkennbar für mich selbst.
Ich habe das geheime Ziel jeder Suche gefunden.
Ulrich Schaffer

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Foto: Gerd Taron

Ich brauche keine Schuldgefühle zu haben, bloß weil das,
was ich tue, sage oder denke, einem anderen nicht gefällt.
Ich darf wütend sein und meine Wut ausdrücken,
solange ich dabei nicht mein Augenmaß verliere.
Ich muss nicht die alleinige Verantwortung für Entscheidungen übernehmen, an denen auch andere beteiligt waren.
Ich habe das Recht, “ Ich verstehe das nicht“ oder „Ich weiß es nicht “ zu sagen, ohne mir blöd vorzukommen.
Ich habe das Recht, „nein“ zu sagen, ohne dabei
Schuldgefühle haben zu müssen.
Ich muss mich nicht entschuldigen oder rechtfertigen,
wenn ich „nein“ sage.
Ich habe das Recht, andere um etwas zu bitten.
Ich habe das Recht, Bitten abzuschlagen und zusätzliche Verpflichtungen abzulehnen.
Ich habe das Recht, anderen mitzuteilen, wenn ich das Gefühl habe, dass sie mich ungerecht behandeln oder bevormunden.
Ich habe das Recht, es anderen mitzuteilen, wenn ihr Verhalten mich irritiert.
Ich habe das Recht, Fehler zu machen und für sie die Verantwortung zu tragen.
Ich habe das Recht mich zu täuschen.
Ich brauche nicht von allen gemocht, bewundert oder
geachtet zu werden für alles, was ich tue.

Virginia Satir

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Foto: Hilke Sellnick

Niemand hindert uns daran, so zu leben, wie wir uns es wünschen. Es sind auch nicht »die Umstände«, die uns einengen: Wir begrenzen uns selbst. Wir halten uns an Normen und Regeln, deren Sinn wir schon lange nicht mehr hinterfragt haben. Wir opfern die Lebenslust unserer Bequemlichkeit, unserer Trauer und unseren Ängsten. Vor lauter Angst wir selbst zu sein.
Es ist die Angst, nicht akzeptiert zu werden, wenn wir uns so zeigen, wie wir wirklich sind, die Furcht, nicht mehr dazuzugehören.
Es ist die Unsicherheit von unseren eigenen Gefühlen überwältigt zu werden und vielleicht unser Leben verändern zu müssen, die Angst, das Bekannte gegen das Neue, Unbekannte einzutauschen.
Jeder Mensch schafft sich seine eigene Realität – d.h. seine Probleme, aber auch seine Freuden…
Wer wieder die Verantwortung für sein Leben übernimmt, widmet sich seiner wirklichen Bestimmung: er selbst zu sein.
Der Weg zu unserer eigenen Mitte führt über andere Menschen. In ihnen erkennen wir uns, sie sind Spiegel und Helfer.
Unbekannt

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Foto: Sonja von Saldern

Stille
Werde still
und finde heim
zu dir selbst.
Verzehre deine Kräfte nicht
im Lärm der Welt.
Es ist gut,
wenn du deine Arbeit tust,
deine Aufgaben und Pflichten erfüllst –
und es ist wichtig,
dass du das gern tust.
Aber gehe nicht auf in dem,
was draußen ist,
sondern nimm dich immer wieder zurück.
Sammle deine Gedanken,
versenke dich in deine eigene Tiefe
und suche nach der Mitte deines Wesens
und deines Lebens.
Von dieser Mitte her
wirst du den Maßstab finden
für das, was wirklich wichtig ist
für die Erfüllung,
für die Ganzheit deines Lebens.
~Christa Spilling-Nöker~
Ein Wochenende ohne Verpflichtungen wünscht

Ihr/Euer
Gerd Taron

PS: Wenn Sie mögen, schauen Sie bei Gelegenheit auf meiner WordPress-Seite vorbei. Dort habe ich einen interessanten Bericht über meinen Besuch bei der Buchhandlung „Shakespeare und So“ in Mainz veröffentlicht. Hier der Link dazu:
https://gerdtaronantiquariat.wordpress.com/2017/01/29/gespraechsstoff-in-der-buchhandlung-shakespeare-und-so-in-mainz-eine-stofftasche-und-ihre-kommunikative-wirkung/