Zwischen Hölle und Himmel – Literarischer Buchmesse-Spaziergang am Sonntag, 07.10. ab 14 Uhr mit Franziska Franz und Connie Albers rund um den Frankfurter Hauptbahnhof

Treffpunkt Gleis 1 Nebenausgang Mannheimer Straße

Frankfurt am Main, 03.10.18

Liebe Bücherfreunde,

in wenigen Tagen ist es soweit – die Frankfurter Buchmesse lädt wieder zur großen Bücherschau ein. Bekannte und weniger bekannte Autoren kann man dort begegnen.

Wie in den Jahren zuvor gibt es dazu von mir einen literarischen Buchmessen-Spaziergang rund um den Frankfurter Hauptbahnhof, der wieder im Café Nussknacker in der Karlsruher Straße 5 endet.

In diesem Jahr habe ich zwei Autorinnen eingeladen, die so vielseitig und gegensätzlicher nicht sein könnten und auf der Buchmesse vertreten sind: Franziska Franz und Connie Albers.

Franziska Franz (https://franziskafranz.wordpress.com/ :

Connie Albers (https://www.connie-albers.de/Herzlich-willkommen-ar-.htm

Franziska Franz wird beim Spaziergang ihren Kriminalroman „Tod in der Fabrik“ vorstellen.

Connie Albers präsentiert Ihre Engel, unter anderem auch aus ihrem Buch „Umarmt von Deinem Engel“.

Zur Einleitung gibt es Kurzgeschichten, warum Buchhandlungen so spannend sein können, unter anderem von George Orwell.

Franziska Franz, Connie Albers und ich freuen uns auf ein Kennenlernen und Wiedersehen am Sonntag am Frankfurter Hauptbahnhof.

Ihr/Euer

Gerd Taron

Hier folgen Informationen zu ihren Büchern:

Franziska Franz

Brokatbook Verlag
320 Seiten, Taschenbuch, Ebook
1.Auflage, Juli 2018
sofort lieferbar
EAN 9781717862969
10,50 € [D]

Connie Albers:

Umarmt von Deinem Engel – Connie Albers

Gebundene Ausgabe: 111 Seiten
• Verlag: Brighton Verlag GmbH; Auflage: 1. (11. Dezember 2017)
• Sprache: Deutsch
• ISBN-10: 3958764819
• ISBN-13: 978-3958764811

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Erwartungen – Literarischer Wochenendgruß vom 28.09.18

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

Welche Erwartungen haben Sie vom Leben, von sich selbst, von Ihren Mitmenschen? Sind Erwartungen schöne Wunschvorstellungen? Je mehr man erwartet und sich wünscht, je größer ist dann die Enttäuschung, wenn es nicht eintrifft.

Die schönsten Begebenheiten sind die, wo es keine Erwartungen gibt. Menschen können uns enttäuschen, weil wir zu viel von Ihnen erwartet haben. Das liegt oft an uns selbst und nicht am Gegenüber.

Zum Thema dieses Wochenendgrußes habe ich wieder einige Texte zusammengestellt, die uns einen neuen Blick für unsere Erwartungen geben mögen.

Foto: Gerd Taron

Habe Hoffnung, aber niemals Erwartungen.
Dann erlebst Du vielleicht Wunder, aber niemals Enttäuschungen.

Franz von Assisi

Foto: K. H. Fischer

Erwartungen an uns selbst

Es gibt eine Art Hochmut,
der uns dazu verführt,
unzufrieden mit uns selbst zu sein.
Wir sehen unser Leben anders, als es war.
Wir sind unzufrieden mit dem,
was wir erreicht haben.
Wir hätten Größeres leisten und erfolgreicher sein können.
Was wir erreicht haben, ist darum eine Enttäuschung.
So verpassen wir unser Leben.
So wandern wir aus – aus der bunten Landschaft
und Geschichte unseres Lebens.
So wird nie genug sein, was wir hatten.
Durch diese Haltung werden wir nicht zu den Menschen,
die wir sein könnten.
Wir planen Enttäuschung mit ein
und haben einen stillen Stolz
über unsere hohen Erwartungen an uns selbst.
In unserer Unzufriedenheit verlieren wir
die Dankbarkeit aus den Augen
und machen unser Leben kleiner.

Ulrich Schaffer

Foto: Klaudia Wick Fotografie

Befreie dich vom Ballast der Erwartungen anderer an dich,
vom Ballast deiner eigenen Erwartungen an dich,
vom Ballast der Mode und Werbung,
vom Ballast des Konsums,
vom Ballast der Moralapostel,
vom Ballast der Gutmenschen,
vom Ballast des Angepasstseins,
vom Ballast eines fremden Gottesbildes,
vom Ballast einer Gruppenmeinung,
vom Ballast des Schönseins,
vom Ballast reich sein zu wollen,
vom Ballast religiöser Vorstellungen,
vom Ballast falscher Konventionen,
vom Ballast störender Glaubensmuster,
und von allem anderen Ballast.

Erst wenn du allen Ballast abgeworfen hast,
eröffnen sich für dich neue Spähren,
neue Dimensionen und auch neue Höhen.

(Bertrand Cézoé)

Foto: Michael Heinz

Manchmal tragen andere etwas zu unseren Erwartungen bei. Die Werbung gaukelt uns einen Nutzen für ein Produkt vor, etwa, dass wir mit einer Gesichtscreme jünger aussehen, der nicht eintrifft.
Enttäuschung entsteht also, wenn wir uns selbst etwas vormachen oder andere uns etwas vorgaukeln, und wir erkennen, dass wir uns getäuscht haben bzw. uns haben täuschen lassen.
D.h. eine Enttäuschung beseitigt eine Täuschung, der wir aufgesessen sind.

Insofern ist eine Enttäuschung im Grunde etwas Positives.
Wir kennen nun die Wahrheit.

Unsere Enttäuschung ist umso größer, je höher unsere Erwartungen sind und je wichtiger das Ereignis für uns ist.
Können wir Enttäuschungen vermeiden oder vorbeugen?
Nein. Erstens können wir Enttäuschungen nicht generell vermeiden, und zweitens macht es auch keinen Sinn.
Da unsere Erwartungen maßgeblich für unsere Enttäuschungen verantwortlich sind, könnten wir uns Enttäuschungen dadurch ersparen, dass wir weniger oder nichts von anderen oder dem Leben erwarten.

Wer nichts erwartet, kann auch nicht enttäuscht werden. Oder wie es Alexander Pope, ein englischer Schriftsteller, einmal ausdrückte: Gesegnet ist der, der nichts erwartet, denn er wird nie enttäuscht.
Sicher, da ist etwas dran an dieser Einstellung. Diese Haltung wirkt sich aber negativ auf unseren Elan, unsere Lebensfreude und auf die Beziehung zu anderen Menschen aus.

Eine positive Erwartungshaltung motiviert uns und erzeugt Vorfreude. Und eine positive Erwartungshaltung trägt maßgeblich zum Genuss dessen bei, was wir erwarten – wenn es eintritt.
Wer nichts Positives erwartet, beraubt sich vieler genussvoller und schöner Momente.

(Dr. Doris Wolf)

Foto: Ahmed Begic

Wo immer es uns gelingt,
ohne Erwartungen, Berechnungen
oder Verhandlungen zu lieben,
sind wir wirklich im Himmel.

Rumi

Foto: Gerd Taron

Schenke, gebe oder hilf niemandem mit einer Erwartungshaltung.
Tue es, weil Du es möchtest.

Der beschenkte kann deine Erwartungshaltung nicht kennen
und du könntest somit enttäuscht werden.

Tue es weil Du es möchtest.
Ohne Erwartungen!!!
Nur dann kommt Dein Handeln wirklich von Herzen!

(Lebenskunst)

Foto: Gaby Schäfer

Wer sich entschieden hat,
etwas zu verändern,
der überwindet alle Hindernisse.

Er wird Menschen treffen,
die mit ihm gehen
und er wird auch andere
zurücklassen müssen –
denn Leben heißt:
nicht die Erwartungen anderer
zu erfüllen, sondern
seinem Herzen zu folgen.

(Nicobartes.com)

Ich wünsche Ihnen ein erwartungsfrohes Wochenende.

Ihr/Euer

Gerd Taron

Kastanien

Bei meinen Spaziergängen in den letzten Tagen hat mich in dieser Jahreszeit wieder meine Kindheit und Jugend eingeholt. Mit Begeisterung habe ich an verschiedenen Orten Kastanien eingesammelt.

Dazu habe ich ein entsprechendes Gedicht gefunden:

Es raschelt im Laub
Es raschelt im Laub. Zu Füßen mir gleiten
Rotbraune Kastanien und hemmen den Schritt.
Ich bücke mich wie in alten Zeiten –
Wem heb‘ ich sie auf? Wem bring‘ ich sie mit?
Wo sind die Händchen, die danach verlangen,
Die Augen, die bitten, das Mündchen, das lacht;
Wo sind sie, die Blonden, die mich umsprangen:
„Papa, was hast du uns mitgebracht?“
In fernem Leid, in fernem Glücke –
Sie lachen, sie weinen – ich hör’s nicht mehr.
Sie ahnen es nicht, wie oft ich mich bücke –
Und es tut mir so weh, und es fällt mir so schwer…

(Rudolf Presber)

Links sind es Kastanien aus Frankfurt-Bockenheim, rechts sind es Kastanien vom Niederwald in Rüdesheim. In der Schale befinden sich Kastanien vom Rettershof.

Grenzen ohne Mauern – Literarischer Wochenendgruß vom 21.09.18

Grenzen ohne Mauern – Literarischer Wochenendgruß vom 21.09.18

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,

im schönen Taunus gibt es zwei Landkreise, die zu den reichsten in Deutschland gehören. Der Feldberg ist der höchste Erhebung. Irgendwo zwischen dem Hochtaunus-Kreis und dem Main-Taunus-Kreis gibt es eine besondere Grenze. Sie liegt oberhalb des Rettershofes, der zur Stadt Kelkheim und damit zum Main-Taunus-Kreis gehört.

Wer erfahren möchte, was in den jeweiligen Kreisen geschieht, hat Pech gehabt. Die lokale Zeitung (die Frankfurter Neue Presse) ist strikt getrennt in das Höchster Kreisblatt. Dort wird über das lokale Geschehen im Main-Taunus-Kreis, dem Frankfurter Westen und etwas über Frankfurt berichtet. Über den Hochtaunus-Kreis, Königstein, Kronberg, Bad Homburg? Fehlanzeige! Dafür gibt es die Taunus-Zeitung, die ihrerseits nichts über die Nachbarn aus dem anderen Kreis informiert.

Ich bin regelmäßig in beiden Kreisen unterwegs. Dabei habe ich versucht herauszufinden, warum es diese Trennung gibt. Experten, wie Heimatforscher und Stadtarchivare konnten mir dabei auch nicht weiterhelfen.

Daran wird deutlich, dass es keine real existierende Mauer, wie zum Beispiel in früheren Zeiten den Limes geben muss, um etwas zu trennen und eine Grenze zu setzen. Wovon will man sich abgrenzen? Wovor hat man Angst?

Es gibt sehr schöne praktische Beispiele, wie persönliche Grenzen überwindet werden können und sich damit anderen öffnet. Da gibt es die Aktion „Offene Gärten“, wo Gartenbesitzer ihre Pforten öffnen und andere an den Schönheiten ihres Gartens teilhaben lassen. Ein anderes Beispiel sind Veranstaltungen wie die „Offenen Höfe“, sei es in Hofheim-Wallau oder im Rheingau und in anderen Regionen.

Grenzsteine oberhalb des Rettershofs im Taunus markieren die Grenzen zwischen den beiden Gebieten – Foto: Gerd Taron

Alle Grenzen entstehen im Herzen

Alle Grenzen entstehen im Herzen.
Alle Linien auf Landkarten
wurden zuerst in Herzen gezogen.
Tief in uns geschehen die Trennungen.
Wo ziehen wir beide die Linie?
Die Linie macht uns zu Fremden.
So urteilen, trennen und sondern wir ab.
So entfremden und isolieren wir uns und werden einsam.
Nichts tötet so wie die Linie durchs Herz.
Zuerst sterben die anderen, aber am Ende auch wir.
Verachtung, Abscheu und Hass sind teuer.
Die neue Welt fordert von uns,
dass wir unsere Herzen glätten,
damit sie durchquert werden können,
wie endlose Weizenfelder der Nahrung ohne Zäune,
dass wir unseren Geist verwandeln
in eine Wiese, auf der sich alle versammeln können,
um einander zu feiern,
dass wir selbst Gärten voller Überfluss für die Hungrigen werden,
Feste der Freude für die Niedergeschlagenen
und eine Zuflucht für die Hilfsbedürftigen.
Weigere dich, kleinlich zu werden,
mache dein Herz nicht zu einem Abgrund des Misstrauens,
lass dich nicht zählen, wenn die Zerstörer wieder einmal aufrechnen,
wen sie auf ihrer Seite haben.
Es ist Zeit,
die Welt wie vom Weltraum zu sehen, ohne Grenzen,
weil die Zeit der Reiche und des Herrschens vorbei ist.
Es ist Zeit für das internationale Abenteuer der Liebe.

Ulrich Schaffer

Foto: Sitta Destroff

Da gehen die Menschen hin, und bewundern die Bergesgipfel, die Meeresfluten ohne Grenzen, den breiten Strom gewaltiger Flüsse, die Weiten des Ozeans und den Lauf der Sterne. Sich selber aber sehen sie nicht, und finden in sich nichts zum Staunen.

Aurelius Augustinus

Foto: Monika Bylitza

Die Grenzen, die du errichtest, werden solange für dich real sein, bis du lernst, über sie hinaus zu gehen. Dann hören sie auf, wirklich zu sein. Später wirst du auf die Realität zurückblicken, in der du gelebt hattest, und du wirst dich wundern, wie es dir einst möglich gewesen sein konnte, ihre engen Grenzen zu ertragen.

(Paul Ferrini)

Foto: Petra Krenzer

Ich will ein fremdes Land bereisen,
seine Berge bewandern,
seine Küsten erforschen,
die rauen Klippen besteigen
und Halt finden am lebensrettenden Vorsprung.
Ich will die fremden Winde spüren
und den warmen Regen auf meinen Wangen.
Meine Hände will ich in seine Erde graben.
Seine Wurzeln fühlen will ich,
schmecken sein Salz und riechen
den Duft seiner weiten Täler.
Und ich will kämpfen mit dem Land,
mich messen mit seinem Willen,
seine und meine Grenzen erforschen,
bis der Schlaf kommt und ich mich bette
auf den Blättern seines Herbstes…

Gedicht aus „Italiener und andere Süssigkeiten“
von Drehbuchautor Martin Rauhaus

Foto: Gerd Taron

Wenn du meine Grenzen schützt

Der Sohn

Vater, wenn Du meine Grenzen schützt,
werde ich wissen, dass ich Grenzen habe.
Diese Grenzen erlauben mir, zu erstarken
und meine Kräfte zu sammeln.
Vater, wenn Du meine Grenzen schützt,
kann ich mit Dir meine Kraft und Fähigkeit trainieren.
Diese Kraft und Stärke werde ich brauchen,
um die Grenzen anderer zu schützen.

Die Tochter

Vater, wenn Du meine Grenzen schützt,
werde ich wissen, dass ich Grenzen habe.
Ich werde wissen, dass ich sicher bin
und mich dem Leben in mir hingeben kann.
Vater, wenn Du meine Grenzen schützt,
werde ich für das Leben Sorge tragen können.
Ich werde in mir halten können, was des Haltes bedarf
und nähren können, was der Nährung bedarf.
Geliebter, wenn Du meine Grenzen schützt,
werde ich Dir meine Grenzen öffnen können.
Gemeinsam werden wir Leben erschaffen.
Es nähren und schützen können.
Vater, wenn Du unsere Grenzen nicht schützt,
wird unsere Suche nach Deiner inneren Stärke
über unser Leben bestimmen.
Erst wenn wir diese Stärke in uns gefunden haben,
werden wir schützen und nähren können,
werden wir sein können, was wir wirklich sind.

Sita Hahn

Foto: Veronika Dutz

Mögen die Grenzen, an die du stößt,
einen Weg für deine Träume offen lassen.

Altirischer Segenswunsch

Ich wünsche Ihnen und mir, dass die unsichtbaren Mauern überwunden werden und zu einem harmonischen Miteinander führen.

Ein grenzenlos schönes Wochenende wünscht Ihnen

Ihr/Euer

Gerd Taron

Ein Veranstaltungshinweis:

Am Sonntag, 23.09. findet zum Herbstanfang wieder ein literarischer Spaziergang rund um den Rettershof.

Er beginnt um 15 Uhr. Der Treffpunkt ist der große Parkplatz am Rettershof

Literarische Veranstaltungen im September und Oktober 2018

Literarische Veranstaltungen im September und Oktober 2018

Kelkheim-Fischbach, 17.09.2018

Liebe Freunde der Literatur,

am kommenden Sonntag (23.09.2018) beginnt kalendarisch der Herbst. Wie fast schon zur Tradition geworden, findet aus diesem Anlass wieder literarische Herbst-Spaziergang rund um den Rettershof statt.

Im Oktober gibt es weitere literarische Spaziergänge. Am Sonntag, 21.10.18 findet im Woogtal in Königstein im Taunus der Abschluss der literarischen Freiluftsaison in diesem Jahr statt.

Einzelheiten über die genauen Termine, Uhrzeiten, Treffpunkte finden Sie nachstehend.

Auf ein Wiedersehen oder Kennenlernen freut sich

Ihr/Euer

Gerd Taron mit neuem Blick

Sonntag, 23.09.2018 – Beginn: 15 Uhr

Literarischer Herbst-Spaziergang rund um den Rettershof
Geschichten und Gedichte rund um den Herbst
Zu Beginn des kalendarischen Herbstes werden an ausgewählten Stationen rund um den Rettershof Geschichten und Gedichte über den Herbst präsentiert.
Bei schlechter Witterung findet die Veranstaltung in den Räumlichkeiten des Landgasthofes „Zum fröhlichen Landmann“ statt. Dort besteht auch die Möglichkeit, nach dem Spaziergang zu verweilen.

Treffpunkt: Großer Parkplatz am Rettershof

Sonntag, 07.10.2018 – Beginn: 14 Uhr

Literarischer Spaziergang anlässlich der Buchmesse rund um den Frankfurter Hauptbahnhof – mit den Autorinnen Franziska Franz („Tod in der Fabrik“) und Connie Albers („Umarmt von Deinem Engel“)

Treffpunkt: Nebenausgang Mannheimer Straße – Gleis 1 am kleinen Supermarkt im Frankfurter Hauptbahnhof

Nach dem Spaziergang besteht die Möglichkeit im Café Nussknacker in der Karlsruher Straße 5 zu verweilen.

Sonntag, 14.10.2018 – Beginn 12:45 Uhr, Dauer ca. 1 Stunde

Literarischer Erntedank-Spaziergang beim Erntedank- und Handwerkerfest auf dem Rettershof (11:30 – 17 Uhr)

Treffpunkt: Vor der großen Linde im Außenbereich

Sonntag, 21.10.2018 – Beginn: 15 Uhr

Abschluss der literarischen Freiluftsaison:

Literarischer Spaziergang im Woogtal in Königstein im Taunus

Treffpunkt: Kur- und Stadtinformation Königstein, Hauptstraße 13a
Weitere Informationen bei
Gerd Taron, Taron-Antiquariat, Langstraße 30, 65779 Kelkheim-Fischbach
Tel. 06195-676695 E-Mail: taron-antiquariat@gmx.de

Zuhause sein – Literarischer Wochenendgruß vom 14.09.18

Zuhause sein – Literarischer Wochenendgruß vom 14.09.18

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

in diesen Tagen ist mir bewusst geworden, dass ich mittlerweile 25 Jahre als Rheinländer im Taunus lebe. Die damals private Entscheidung zum Umzug in ein neues Land und Umgebung hat mein Leben sehr verändert – im positiven als auch im negativen.

Viele meiner Freunde aus meiner näheren Umgebung kennen diese Erfahrung aus eigenem Erleben. Sie sind aus unterschiedlichsten Gründen von Ort zu Ort gezogen. Und wenn man die kulturhistorische Geschichte betrachtet, siehe die Einwanderung in Amerika, ist dies sicher verständlich.

Meine neue „zweite“ Heimat möchte ich nicht mehr missen. Trotz aller persönlichen Widrigkeiten habe ich hier mein eigenes Zuhause gefunden, vor allem dank meines Freundeskreises.

Mit den Texten und Fotos möge der neue Wochenendgruß Sie zum Nachdenken anregen.

Foto: Olaf Jahnke

Jeder Ort kann
Dein Zuhause sein.
Soviel Heimat ist er,
wie er mit
Liebe,
Zuneigung
und
Wertschätzung
zu Dir
gefüllt
ist.

Anja Schindler

Foto: Petra Krenzer

Geh los
Geh an die Tür,
nimm deinen Schlüssel mit.
Lass die Tür nicht laut ins Schloss fallen.
Lautlosigkeit soll dich begleiten.
Nimm sonst nichts mit.
Bist du draußen, geh zur Straßenbahn
oder zum Bus, der dich an den Stadtrand bringt.
Lass die Stadt hinter dir,
vor dir ein Feld, vielleicht ein Wald,
keine Häuser mehr.
Verlass was du kennst,
vielleicht auch was du liebst.
Sieh dich nicht um,
du wirst zwar nicht zu einer Salzsäule,
aber es kann sein, dass du abgelenkt wirst
und nicht mehr weißt, was du wolltest.
Es passiert jeden Tag.
Geh durch die Felder, steig über die Zäune,
auch wenn du dir die Hosen zerreißt,
es macht nichts, viel Größeres wartet auf dich.
Wenn du willst, umgeh den dunklen Wald.
Da kommt ein Dorf, lass es links liegen,
die Hochhäuser der fernen Stadt steure nicht an.
Geh den Fluss entlang, bis du zu einer Brücke kommst.
Bleib ein wenig auf ihr stehen,
unter dir das braune Wasser, die Gräser am Ufer.
Es ist gut, dass du die Brücke gefunden hast.
Wenn man dich anspricht, geh einfach weiter.
Man wird dich schnell vergessen.
Es ist gut, dass du nicht weißt, wohin du willst,
so kann dir niemand dein Geheimnis entreißen.
Irgendwann wirst du an eine Grenze stoßen,
vielleicht ist es schon die Landesgrenze.
Betritt das fremde Land, es hat auf dich gewartet.
Im nächsten Ort,
dort wo du dich am fremdesten fühlst,
steht eine Wohnung für dich bereit.
Der Vermieter weiß Bescheid.
Der Schlüssel liegt unter der Matte.
Im linken Zimmer kannst du schlafen,
das andere, das mit dem Blick in den Garten,
soll das Zimmer der Stille sein.
Wenn du erst mal eingezogen bist,
werden sich die Wände füllen,
mit dem was dir wertvoll ist.
Es kann von selbst geschehen.
Wenn es an der Tür klingelt, mach nicht auf.
Die Ablenkung ist nicht gut für dich.
Es könnten auch deine Freunde von zuhause sein,
sie wollen dich zurückholen.
Aber sie werden bald aufgeben,
wenn sie spüren, dass du jetzt hier sein willst.
Erst jetzt wirf den Schlüssel
zu deiner alten Wohnung weg.
Lass dir keine Post nachschicken,
ruf nicht mehr an,
gewöhne dich an die neue Welt.
In einem Glas
im obersten Küchenschrank,
fast unerreichbar,
liegt die kostbare Perle.

Ulrich Schaffer

Beziehungen sind komplizierter geworden, da Chats das neue Reden sind. Diskutiert wird nur noch über Telefonate ohne Augen-Kontakt, gekämpft wird nur noch wenn ein Vorteil dabei rausspringt. Der erste Schritt wird solange hinausgezögert bis es zu spät ist und Gefühle werden nur noch in Facebookposts oder einem WhatsAppstatus „ausgesprochen“…
Eine Generation die sich unsicher ist über die eigenen Gefühle, verwirrt weil wir nichts mit Andeutungen und Spielchen anfangen können, verliebt in einen Menschen aber gebremst von seinem Verhalten, wir glauben aber nicht genug um den letzten Schritt zu machen, weil wir wissen wie schön Menschen lügen, wenn sie was erobern wollen…
Wir wollen endlich ankommen aber in einer Welt von Durchreisenden, ist ein Zuhause eben schwer zu finden…
Der Poet

Foto: Lissy Theissen

Feuer, die Herzen wärmen.

Eine Frau irrte ziellos durch die dunklen Straßen der Stadt und schaute sich dabei immer furchtsam um. Sie war auf der Flucht vor ihrem jahrelangen, kalten Zuhause und befürchtete, dass es ihr nachlaufen würde. Obwohl sie warm gekleidet war , fror sie doch sehr, und so hielt sie sich fest beide Arme vor den Oberkörper.
Immer wieder kam sie an kleinen Lagerfeuern vorbei, an denen jeweils ein Mann saß. Sie hätte sich gerne zu einem gesetzt, um sich ein wenig aufzuwärmen, doch bemerkte sie schnell, dass diese Feuer nur auf Sparflamme brannten und fast zu erlöschen drohten.
Sie ging enttäuscht und frierend weiter.
Die schwachen Flammen warfen ein spärliches Licht auf nett anzuschauende Männergesichter und die Frau war so manches Mal verlockt, sich zu einem zu setzen. Die trügerische Hoffnung war nur allzu groß, sich bei einem von ihnen aufwärmen zu können.
Mit eiskalten Füssen und ebensolchem Herzen stolperte sie weiter und die Zuversicht schwand mit der Zeit.
Als sie schon nicht mehr daran glaubte, erblickte sie auf einmal ein großes Feuer, an dem ein älterer, unscheinbarer Mann saß.
Die Frau wurde von seinen guten Augen angezogen und sie ging zögernd auf ihn zu.
Der Mann lächelte sie einladend an und dieses Lächeln verlieh ihm auf einmal unglaubliche Attraktivität.
Er reichte der Frau seine Hände und half ihr, sich zu ihm zu setzen. Dann nahm er eine dicke Decke und legte sie über ihre und seine Schultern. Sie rückten eng zusammen und genossen die Wärme des Feuers, dass auf einmal noch intensiver brannte als vorher.
Die Frau wusste, sie würde von nun an nie mehr frieren müssen.

– Annerose Pützer –

Foto: Gerd Taron

Ich bin auf meinem Weg,
indem ich mich freigebe von allem,
was mich daran hindert
mich selbst zu sein.
Wandernd lege ich meine Rollen ab,
die ich lange genug gespielt habe.
Wandernd lasse ich meine Masken fallen,
die lange genug mein wahres Wesen versteckt und entstellt haben.
Nun, wer bin ich denn,
wenn all das Zufällige weggefallen ist,
wenn nicht mehr zählt, was ich geleistet habe,
wenn nicht mehr wichtig ist, was ich bei den Menschen gegolten habe.
Wandernd gehe ich hinein in mein Wesen,
in meine Wahrheit,
in mein Zuhause,
zu meinem Gott meines Wesens! ” ༺ಌ༺

nach Anselm Grün

Foto: Gerd Taron

Jeder Mensch braucht ein Refugium,
wo er sein kann, wie er ist.
Es ist dabei egal, ob es die kahle Hütte am
Berg sei, das heimische Wohnzimmer
oder das Blätterdach des Waldes,
doch jeder Mensch braucht einen Platz,
wo er schweigsam werden kann,
demütig sich selbst gegenüber,
wo das Leben sich wieder
ungestört in die Mitte begibt,
wo die Zeit still steht.
Jeder Mensch braucht einen Ort
der Stille, des Zuhauses mit sich selbst.

Anja Schindler

Foto: Gerd Taron

Ich gehöre dazu
Wenn ich wieder einmal nach dem Sinn frage,
sagt eine Stimme in mir,
dass es reicht, hier gewesen zu sein.
Ich bin vor Jahrzehnten erschienen,
habe einen Platz eingenommen.
Ich habe einen Eindruck von Leben bekommen
und einen Eindruck hinterlassen,
so wie man am frühen Morgen Spuren im Tau hinterlässt.
Es reicht, hier gewesen zu sein.
Unter dieser Erkenntnis fallen die hohen Ziele von mir ab.
Ich habe ein Stück des Planeten bewegt,
so wie er mich berührt hat.
Ich habe Freundschaften geschlossen, Erkenntnisse gesammelt,
kleine Paradiese geschaffen, große Ambitionen losgelassen.
Ich habe geliebt und gelacht, gedacht und gelitten.
Ich war dabei, war Teil der großen Familie der Menschen
und bin noch dabei.
Ich bin ein Teil des globalen Kreises,
bin Teil eines Akkords in einer unvollendeten Sinfonie,
Teil des Bildes, blaue Schlieren auf dunkelbraunem Grund.
Mein Hauch hängt noch in den Fasern der Welt.
Ich stehe im Segen des Dazugehörens,
jetzt und für immer.

Ulrich Schaffer

Foto: Gerd Taron

Menschen suchen ihr Leben lang ein Zuhause, ein Herz und zärtliche Hände, eine stille Gegenwart, die bleibt, auch wenn es keine Worte mehr gibt.

(Phil Bosmans)

Ich wünsche allen Lesern des Wochenendgrußes ein erholsames und besinnliches Wochenende.

Ihr/Euer

Gerd Taron

Nutze den Augenblick – Literarischer Wochenendgruß vom 07.09.18

Nutze den Augenblick – Literarischer Wochenendgruß vom 07.09.18

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,

bei zwei literarischen Spaziergängen in diesem Jahr habe ich das ungewöhnliche Buch von Bernhard Nollen „ Nutze den Augenblick – Gedanken zur Lebenskunst“ vorgestellt. Es enthält wunderbare Zitate des römischen Kaisers und Philosophen Marc Aurel. Dazu präsentiert Bernhard Nollen seine wunderschönen Fotografien, die
mit den Worten Aurels verwoben sind.

Dies ist für mich der Anlass, in diesem Wochenendgruß auf die Worte von Marc Aurel einzugehen. Die Fotos sind alle mit einem neuen Blick in den letzten Tagen entstanden. Der Abschluss ist allerdings mit einem einfühlsamen Text von Ulrich Schaffer versehen.

Einsamkeit suchen die Menschen auf ländlichen Fluren, am Meeresufer, in den Bergen. Doch einer wie beschränkten Ansicht entspringt dieser Wunsch ! Kannst du dich doch, sooft du nur willst, in dich selbst zurückziehen. Gibt es doch nirgends eine stillere, und ungestörtere Zufluchtsstätte, als die Menschenseele…

Mark Aurel

Leben ist Veränderung!

Beachte immer, dass nichts bleibt,
wie es ist, und denke daran,
dass die Natur immer wieder
ihre Formen wechselt.

Mark Aurel

Du musst nicht meinen, dass etwas menschenunmöglich sei, nur weil du es kaum zuwege bringen kannst, sondern wenn etwas menschenmöglich und durchführbar ist, dann sieh es auch für dich als erreichbar an.

Marc Aurel

Ziehe weniger das in Betracht, was du nicht hast, sondern das, was du hast; stelle dir die liebsten vor und denke nach, wie du denselben nachstreben würdest, wenn sie nicht dein wären. Nimm dich aber auch in acht, dich an sie zu gewöhnen, weil sie dir so sehr behaglich sind, und sie allzu hoch zu schätzen, damit es dich nicht deine Gemütsruhe koste, wenn du sie verlieren solltest.

Jung sein

Die Jugend kennzeichnet nicht einen Lebensabschnitt,
sondern eine Geisteshaltung;
sie ist Ausdruck des Willens,
der Vorstellungskraft und der Gefühlsintensität.
Sie bedeutet Sieg des Mutes über die Mutlosigkeit,
Sieg der Abenteuerlust über den Hang zur Bequemlichkeit.

Man wird nicht alt, weil man
eine gewisse Anzahl Jahre gelebt hat:
Man wird alt, wenn man seine Ideale aufgibt.
Die Jahre zeichnen zwar die Haut
– Ideale aufgeben aber zeichnet die Seele.
Vorurteile, Zweifel, Befürchtungen
und Hoffnungslosigkeit sind Feinde,
die uns nach und nach zur Erde niederdrücken
und uns vor dem Tod zu Staub werden lassen.

Jung ist, wer noch staunen und sich begeistern kann.
Wer noch wie ein unersättliches Kind fragt: Und dann?
Wer die Ereignisse herausfordert
und sich freut am Spiel des Lebens.

Ihr seid so jung wie Euer Glaube.
So alt wie Eure Zweifel.
So jung wie Euer Selbstvertrauen.
So jung wie Eure Hoffnung.
So alt wie Eure Niedergeschlagenheit.

Ihr werdet jung bleiben,
solange Ihr aufnahmebereit bleibt:
Empfänglich fürs Schöne, Gute und Große,
empfänglich für die Botschaften der Natur,
der Mitmenschen, des Unfaßlichen.
Sollte eines Tages Euer Herz
geätzt werden von Pessimismus,
zernagt von Zynismus,
dann möge man Erbarmen haben
mit Eurer Seele – der Seele eines Greises.

Marc Aurel

Die Zeit ist ein Fluss und ein gewaltiger Strom der Dinge. So bald man jenes gesehen hat, ist es schon vorüber, und fährt ein anderes daher, wird es ebenso schnell vorüber sein.

Marc Aurel

Schau in dich hinein: In dir ist die Quelle des Guten, eine Quelle, die nicht versiegen kann, wenn du nicht aufhörst zu graben.

Marc Aurel

Schmecke die Luft

Lass los,
nimmermehr kommt die blaue Blume
oder der goldene Vogel zu Besuch.
Vor uns liegt ein großer Wald,
dessen Lichtung gesucht werden muss,
wie eine Nadel im Heuhaufen, so groß,
wie von hier bis zum Mond.
Steh still,
vielleicht dreht sich die Welt dir zu
und du kannst neu aufsteigen,
mit der Sicherheit der Himmelsmechanik
in einer Tasche aus Gräsern
locker über die Schulter geschlungen.
Schmecke die Luft,
noch ist es nicht zu spät
deinen Atem zu lockern
und die Augen schweifen zu lassen
wie Vögel, die alle Farben außer golden sind.
Es ist trotzdem alles ein Fest.
Ulrich Schaffer

Mit diesen nachspürbaren Texten wünsche ich Ihnen ein erholsames Wochenende.

Ihr/Euer

Gerd Taron

Informationen zum Buch (im Buchhandel nicht mehr erhältlich):

Bernard Nollen

„Nutze den Augenblick“
Gedanken zur Lebenskunst von Marc Aurel

Dumont-Verlag – 1999, ISBN: 9783770148936