Das war der 1. Eppenhainer Literatur-Erlebnis-Tag – Teil 2

 

Ein literarischer Spaziergang und eine Erlebnis-Lesung rund um das Thema „Freiheit“

Mit Gerd Taron (Antiquar) und Karin Schmitt (Autorin)

 

 2. Teil: Die Erlebnis-Lesung mit Karin Schmitt:  „Die unverstandenen Geschenke des Lebens“

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Am Abend nahm uns Karin Schmitt in ihren Roman hinein „Die unverstandenen Geschenke des Lebens“.

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Die Zuhörerinnen und Zuhörer durften dabei auch selbst aktiv sein. Ein besonderes Erleben für alle Beteiligte.

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 Welches dieser 10 Päckchen soll denn nun geöffnet werden? In geheimer Abstimmung entschieden sich die Zuhörer für „Verlust“ und „Trauer“.

Daraus ergab sich eine anregende und fruchtbare Diskussion unter den Zuhörern.

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Wer mehr über dieses sehr lesenswerte Buch wissen möchte …. – hier erfährt Mann/Frau mehr:

http://www.karin-schmitt.eu/

 Gerd Taron

 

Fotos: Gerd Taron und Karin Schmitt

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Das war der 1, Eppenhainer Literatur-Erlebnis-Tag – Teil 1

Ein literarischer Spaziergang und eine Erlebnis-Lesung zum Thema „Freiheit“

Mit Gerd Taron (Antiquar) und Karin Schmitt (Autorin)

1. Teil: Der literarische Spaziergang

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Das Georg-Leber- Haus (IB-Hotel) in Kelkheim-Eppenhain – Zentraler Treffpunkt für den literarischen Spaziergang und für die Erlebnis-Lesung

http://internationaler-bund.de/index.php?id=10754

Eppenhain, 03.10.2013

Was für ein Tag – Sonne pur und das am Tag der Deutschen Einheit!

Der erste Eppenhainer Literatur-Erlebnis-Tag begann auf Schusters Rappen. Gerd Taron führte die kleine Gruppe durch das Eppenhainer Dorf. Mit dabei auch die Erlebnis-Autorin Karin Schmitt, die am Abend durch die Erlebnis-Lesung führte.

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Gerd Taron mit zwei Teilnehmern vor der St. Josef-Kirche Eppenhain

Am alten Rathaus und wenig später am Haus „Wiesenau“ trug Gerd Taron die ersten Texte zum Thema vor:

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Vor dem alten Rathaus am Brunnen in Eppenhain

Bürgerlied

Ob wir rote, gelbe Kragen,

Helme oder Hüte tragen,

Stiefel tragen oder Schuh’

oder ob wir Röcke nähen

und am Fließband Schrauben drehen,

Das tut, das tut nichts dazu.

Ob wir können präsidieren,

oder müssen Akten schmieren,

ohne Rast und ohne Ruh.

Ob wir dicke Bücher lesen

oder aber binden Besen,

das tut, das tut nichts dazu.

Aber ob wir Neues bauen

Oder Altes nur verdauen,

wie das Gras verdaut die Kuh,

ob wir für die Welt was schaffen

oder nur die Welt begaffen,

das tut, das tut nichts dazu.

Oder ob wir still betrachten,

wie Menschen die Menschen achten,

der Beruf verboten wird,

oder ob wir uns entscheiden,

diesen Alptraum zu vertreiben,

das tut, das tut nichts dazu.

Ob wir tatenlos zuschauen,

wie sie unser Recht abbauen,

und wir fügen uns dem Bann,

dann sind die, die immer hoffen,

sie selbst würden nicht betroffen,

schließlich selbst mit schuld daran.

Drum ihr Schwestern, drum ihr Brüder,

alles eines Bundes Glieder,

was ein jeder von euch tu,

alle, die dies Lied gesungen,

so die Alten, so die Jungen,

tun wir, tun wir was dazu.

Autor unbekannt


Weiter ging es Richtung Atzelberg. Am Fuße des Atzelberg-Turms angekommen, wurde ein Text von Annette von Droste-Hülshoff gelesen.

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Am Turme

Ich steh’ auf hohem Balkone am Turm,

Umstrichen vom schreienden Stare,

Und lass’ gleich einer Mänade den Sturm

Wir wühlen im flatternden Haare;

O wilder Geselle, o toller Tant,

Ich möchte dich kräftig umschlingen,

Und, Sehne an Sehne, zwei Schritte vom Rand

Auf Tod und Leben dann ringen!

Und drunten seh’ ich am Strand, so frisch

Wie spielende Doggen, die Wellen

Sich tummeln rings mit Geklaff und Gezisch

Und glänzende Flocken schnellen.

O, springen möcht’ ich hinein alsbald

Recht in die tobende Meute,

Und jagen durch den korallenen Wald

Das Walroß, die lustige Beute!

Und drüben seh’ ich ein Wimpel wehn

So keck wie eine Standarte,

Seh’ auf und nieder den Kiel sich drehn

Von meiner luftigen Warte;

O, sitzen möchte’ ich im kämpfenden Schiff,

Das Steuerruder ergreifen,

Und zischend über das brandende Riff

Wie eine Seemöwe streifen.

Wär’ ich ein Jäger auf freier Flur,

Ein Stück nur von einem Soldaten,

Wär’ ich ein Mann doch mindestens nur,

So wärde der Himmel mir raten;

Nun muß ich sitzen so fein und klar,

Gleich einem artigen Kinde,

Und darf nun heimlich lösen mein Haar

Und lassen es flattern im Winde!

Annette von Dröste-Hülshoff


Auf dem Rückweg erzählte Karin Schmitt von ihrem Buch „Die unverstandenen Geschenke des Lebens“, dass sie am Abend vorstellte.

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 Karin Schmitt (rechts) mit zwei Teilnehmern auf dem Weg zum Treffpunkt

Ein abwechslungsreicher Spaziergang fand nach etwa 2 Stunden sein Ende. Die Begegnung miteinander hat mir und allen Beteiligten sehr viel Freude bereitet.

Gerd Taron

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Gerd Taron und Karin Schmitt vor dem Atzelberg-Turm in Kelkheim-Eppenhain

Freiheit – Literarischer Wochenendgruß vom 04.10.13

Liebe Kulturfreunde in nah und fern,

 am 03. Oktober feiern wir in Deutschland der Tag der Einheit. Einige können sich vielleicht noch an den Tag erinnern, als die Mauer fiel. Freudentränen flossen aller Orten, nicht nur an der deutsch-deutschen Grenze.

 Die Mauern stürzten ein, Stacheldrähte wurden überwunden. Menschen die getrennt waren, fanden zueinander.

 Mit dieser Ausgabe des Wochenendgrußes zum Thema „Freiheit“ möchte ich mit Texten und Marina Rupprecht mit ihren Fotos an diesen Tag erinnern. Tage, wo für viele Menschen, der Weg in die Freiheit begann.

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Wir haben kein Verbot der Meinungsfreiheit, aber die Kosten der Meinungsfreiheit sind sehr gestiegen.

Max Frisch

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Schlaft nicht, während die Ordner der Welt geschäftig sind! Seid misstrauisch gegen ihre Macht, die sie vergeblich für euch erwerben müssen.! Wacht darüber, daß eure Herzen nicht leer sind, wenn mit der Leere eurer Herzen gerechnet wird.

 

Tut das Unnütze, singt die Lieder, die man aus eurem Mund nicht erwartet! Seid unbequem, seid Sand, nicht das Öl im Getriebe der Welt!

Günter Eich

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O Deutschland!

 

Mondschein und Giebeldächer

In einer deutschen Stadt –

Ich weiß nicht, warum der Anblick

Mich stets ergriffen hat.

 

Dort drüben bei Lampenscheine

Ein Jüngling starrt ins Licht,

Und schwärmt und schluchzt und empfindet

Sein erstes und bestes Gedicht.

 

Dort sitzt eine junge Mutter,

Die wiegt ihr Kind zur Ruh,

Sie lächelt und sinnt und betet,

Und singt ein Lied dazu.

 

Es blickt auf die mondhellen Giebel

Tiefsinnend ein Greis hinaus,

Er hält in der Hand eine Bibel,

Drin liegt ein welker Strauß.

 

Die Bäume rauschen, es funkeln

Die Sterne ab und zu;

Dort unten liegen die dunkeln

Häuser in tiefer Ruh.

 

Es plätschert in alter Weise

Am Simonsplatze der Born,

Von weitem tutet leise

Der Wächter in sen Horn …

 

O Deutschland! Mit tat’s gefallen

In manchem fremden Land –

Dir aber hat Gott vor allen

Das beste Teil erkannt.

 

Du lebst und schwärmst und dämmerst,

In tiefer Seelenruh,

Wenn du dein Eisen hämmerst,

Erklingt ein Lied dazu.

 

O lasse dir niemals rauben

Die alte Schwärmerei

Für Frauen, Freiheit und Glauben –

Bleib unentwegt dabei!

 

Daß du vom Born der Sage

Mögst schöpfen Frömmigkeit

Und Kraft zu wuchtigem Schlage

Nun und in Ewigkeit,.

Prinz Emil von Schönaich-Carolath

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Ich wünsche Ihnen viele freiheitliche Gedanken, gerade in diesen Tagen, die unsere deutsche Geschichte bewegt.

Ein erholsames und friedvolles Wochenende wünscht Ihnen

Ihr/Euer

Gerd Taron

Alle Fotos: Marina Rupprecht – Wiedergabe nur mit Genehmigung gestattet!