In die Zukunft blicken – Literarischer Neujahrsgruß 2017

In die Zukunft blicken – Literarischer Neujahrsgruß 2017

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

nach unserem Kalender gibt es ab Sonntag eine neue Jahreszahl. Das alte Jahr ist vergangen und viele blicken auf eine ungewisse Zukunft.

Wie haben Sie das alte Jahr erlebt? Und können Sie trotz mancher Widrigkeiten hoffungsvoll ins neue Jahr schauen? Das ist sicher schwierig, wie ich dies selbst erfahren habe. Aber diese Zeiten sind oft später der Grundstein für neue und positive Lebenserfahrungen.

In diesem Neujahrsgruß habe ich meine besonderen Fotos des Jahres 2016 zusammengestellt. Dazu finden Sie Texte, die Ihnen Hoffnung geben mögen.

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Du bist die Zukunft, großes Morgenrot
über den Ebenen der Ewigkeit…

Rainer Maria Rilke

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Der helle Horizont meines Herzens
Jede Stunde hat ihr eigenes Ticken,
jeder Tag sein eigenes Leuchten.
Wesenhaft ist die Welt,
wirklich ist jede Erhebung und jede Vertiefung erfüllt.
Nichts geht umsonst an mir vorbei.
Was mich erschüttert, erleuchtet mich.
Was mich bewegt, ist Sprache des Seins.
Jeder Moment ist ein Raum für meine Seele,
jedes Erlebnis Möglichkeit der Entfaltung.
Kein Moment ist zu schlecht für die Erlösung,
kein Aufschauen in Liebe umsonst.
Meine Seele verlängert die Wahrheit.
In der Härte der Dunkelheit
besinne ich mich auf mein inneres Licht.
Meine Augen fließen über
mit einer fernen Erkenntnis.
Ich bin, was ich glaube.
Ich bin meine Hoffnung, ich bin mein Glück,
ich bin der Friede, den ich als Geschenk in mir trage.
Ich bin meine Zukunft,
ich bin die Stunde, die jetzt anbricht,
die ich gestalten kann wie ein Kunstwerk.
Ich bin das Erstaunliche in jeder Entscheidung,
mit der ich mein Leben in die Hand nehme.
Es gibt nichts Spannenderes, als diesem Sein zu folgen
im vollen Glück der Überzeugung.
Der Horizont meines Herzens ist hell.
Ich habe mich entschlossen zu leuchten.
Mein Leben kommt zu mir wie ein großes Geschenk.

Ulrich Schaffer

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Das schönste Geschenk an den Menschen ist die Fähigkeit zur Freundschaft,
nutze sie…..

Dazu eine Geschichte die im alten Persien spielt. Es war an der Zeit, das Neujahrsfest vorzubereiten. Der König wies seine Leute an: „Ich möchte, dass es ein wirklich königliches Fest wird. Die Gästeliste soll überquellen von illustren Persönlichkeiten. Die Tische sollen sich biegen unter Delikatessen, und der Wein soll nur aus erlesenen Trauben und besten Jahrgängen bestehen.“

Die Mitarbeiter schwärmten aus und brachten aus allen Landesteilen nur das Köstlichste. Aber der König war nicht zufriedenzustellen. „Im letzten Jahr habe ich ein durch nichts zu überbietendes Fest gegeben. Aber die ganze Stadt sprach nur von dem Fest bei Ramun, dem Maler. Da wurde getrunken und gelacht die ganze Nacht bis zum Nachmittag des nächsten Tages. Im Jahr davor war es dasselbe. Ebenso im Jahr davor und davor. Einmal muss es mir doch gelingen, diesen Wurm zu übertrumpfen, denn ich, ich bin der König.“

Einer der Mitarbeiter, ein kluger Mann, verneigte sich tief und fragte: „Mein König, habt Ihr je mit dem Maler gesprochen? Es muss doch einen Grund geben, warum die Leute sein Fest so lieben, obwohl sie in schäbiger Hütte ihre mitgebrachten Happen essen und den billigsten Wein trinken müssen.“ Der König nickte stumm und sagte: „Gut, schafft mir diesen Ramun heran.“

Und so geschah es. „Warum lieben die Menschen so dein Neujahrsfest?“ fragte der König.

Worauf der Maler antwortete: „Wir sind Freunde und brauchen einander – aber mehr brauchen wir nicht. Deshalb sind wir reich.“

Autor unbekannt

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Klarheit ist der Weg
in die Freiheit.
Nur wer ganz klar
seinen Weg sehen kann,
wird seine
Herzensziele
erreichen
können,
den im Nebel
lässt das Schiff
sich nicht lenken
und
das Flugzeug
nicht landen.
Klarheit ist der
erste Schritt zu Dir selbst
für Dein Ziel
und
die Zukunft.

Anja Schindler

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Möge es Momente in deinem Leben geben,
in denen keine Vergangenheit das Jetzt trübt
und keine sorgenvolle Zukunft dir das Erleben dieses Augenblicks verwehrt.
Auf dass du einfach da sein kannst,
ohne zu wollen, ohne zu müssen,
nur dich spürend in diesem Moment.

(Altirischer Segenswunsch)

Ich wünsche Ihnen, dass Sie im neuen Kalenderjahr trotz aller Widrigkeiten die Hoffnung nicht verlieren und Sie viel Schönes erleben dürfen.

Ihr/Euer
Gerd Taron

Hinweis:
Als Anlage habe ich meinen persönlichen Höhepunkt des Jahres beigefügt:

https://gerdtaronantiquariat.wordpress.com/2016/12/29/pilgern-auf-dem-rheingauer-klostersteig-ein-erfahrungsbericht/

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Die Zukunft versprechen – Literarischer Wochenendgruß vom 09.09.16

Die Zukunft versprechen – Literarischer Wochenendgruß vom 09.09.16

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,

in diesen Zeiten wird viel versprochen. Eine schöne Zukunft stehe uns bevor, wenn wir nur daran glauben. .Es sind oft „Strohhalme“, an die wir uns klammern, um die Hoffnung nicht zu verlieren, dass alles besser wird.

Betrachten wir uns einige Bereiche einmal näher. Erinnern Sie sich noch? Da gab es den früheren Arbeitsminister Norbert Blum, der versprach, „die Rente ist sicher“. Nicht nur dieses Versprechen eines Politikers hatte keinen Bestand, wie wir heute wissen. Dabei möchte ich nicht jedem gewählten Volksvertreter unterstellen, dass er bewusst die Menschen vor den Wahlenzu viel versprochen hatte, was später nicht eingehalten werden konnte.

In der Wirtschaft gibt es ähnliche Beispiele. Da geben Unternehmen Gewinnprognosen ab, die schon wenige Monate Makulatur sind. Existenzgründer präsentieren Geschäftspläne („Businesspläne“), die oft unrealistisch sind.

Ich denke auch an die vielen, vor allem jungen, Flüchtlinge, die mit falschen Versprechungen auf eine goldene Zukunft nach Europa von kriminellen Menschenhändlern gelockt werden.
Und im privaten Bereich? In Beziehungen versprechen wir dem anderen, das wir immer für ihn da sind, dass die Freundschaft, die Liebe niemals aufhören wird. Einige Zeit später kommt es dann zu schmerzhaften Trennungen.

Die genannten Beispiele sind „Schlaglichter“. Oft handelt es sich bei den Zukunftsversprechungen um Wunschdenken.
Wer weiß wirklich, was morgen geschieht? Kein Mensch kann die Zukunft vorhersagen oder gar versprechen. Wir sollten daher vorsichtig mit unseren Versprechungen, was die Zukunft betrifft umgehen. Dies gilt insbesondere im Umgang mit unseren Mitmenschen.

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Etwas zu versprechen ist der Versuch,
die unfassbare Zukunft festzulegen.
Du hast das Recht, dich dagegen zu wehren.
Du hast das Recht, dich gegen die zu wehren,
die meinen, sie könnten dir Versprechen abverlangen.
Wichtig ist es, im Moment zu leben,
nicht ohne Verbindung zur Vergangenheit
und nicht ohne Gedanken an die Zukunft,
aber in der Größe der Gegenwart mit ihren vielen Schichten.
Darin liegt deine Treue zu anderen und zum Leben.
Du hast das Recht, Fragen offenzuhalten
und die Zukunft zu erlauben, sich selbst zu gestalten.
Du bist Teil der großen Entfaltung
und kannst nur begrenzt bestimmen,
was geschehen wird.
Weil du ein Recht hast, deine Meinung zu verändern,
kannst du nichts versprechen,
auch wenn du es wolltest.
Was du aber allen versichern kannst ist,
dass du versuchen wirst, dir selbst treu zu sein.
Das ist viel,
das ist häufig mehr, als jemand anderem treu zu sein,
jemand, der etwas von dir verlangt,
was dich zur Untreue dir selbst gegenüber führen würde.
Und bist du erst dir selbst untreu,
kannst du anderen nicht mehr treu sein.
Wo die Mitte fehlt, fehlt auch der Rand.
Du hast das Recht, offen und nicht bestimmbar zu sein.

Ulrich Schaffer

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Foto: Gerd Taron

Entscheidungen treffen

Der Meister sagt:
Wenn eine Entscheidung ansteht,
solltest Du sie treffen und mit den Konsequenzen leben.
Du kannst im voraus nicht wissen,
wie diese Konsequenzen aussehen werden.
Alle Weissagungskünste sind dazu geschaffen worden,
dem Menschen Ratschläge zu erteilen,
niemals aber dazu, die Zukunft vorauszusagen.
Sie sind ausgezeichnete Ratgeber, aber schlechte Propheten.
In einem der Gebete, die uns Jesus gelehrt hat, heißt es: ‘Dein Wille geschehe.’
Wenn dieser Wille ein Problem mit sich bringt,
so trägt er auch dessen Lösung in sich.
Wenn die Wahrsager tatsächlich die Zukunft voraussehen könnten,
wären alle Wahrsager reich, verheiratet und glücklich…….

aus ‚Der Wanderer‘ von Paulo Coelho

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Foto: Gerd Taron – Am Gimbacher Hof in Kelkheim/Taunus

Drei Bäume

Es waren einmal drei kleine Bäume, die standen auf einem Hügel, inmitten in einem Wald. Als sie ihre Hoffnungen und Träume, die sie für ihre Zukunft hegten, diskutierten, sagte der erste Baum: „Eines Tages werde ich eine Schatztruhe sein, voll mit Diamanden, Gold und Kleinodien. Ich werde mit aufwendigen Schnitzereien bedeckt sein und jeder wird meine Schönheit sehen.“

Der zweite Baum sprach: „Eines Tages werde ich ein gewaltiges Schiff sein. Ich werde Könige und Königinnen über die Meere fahren. Ich werde zu den vier Enden der Erde segeln und jeder wird sich wegen der Stärke meines Schiffskörpers in mir sicher fühlen.“

Zum Schluss sagte der dritte Baum: „Eines Tages werde ich im ganzen Wald der größte Baum sein, hoch- und geradegewachsen. Wenn mich die Leute oben auf diesem Hügel stehen sehen, werden sie erkennen, wie nahe ich daran bin, Gott selbst zu berühren. Ich werde der größte Baum aller Zeiten sein und die Menschen werden sich immer an mich erinnern.“

Nach Jahren des Gebets für die Erfüllung ihrer Träume, kam eines Tages eine Gruppe von Förstern in den Wald. „Dieser sieht nach einem starken Baum aus, ich denke ich werde dieses Holz an einen Zimmermann verkaufen können.“ Während er den Baum fällte, war der Baum glücklich, denn er wußte, dass er jetzt endlich zu einer Schatztruhe werden würde.

Der zweite Förster sagte, „Und dieser Baum sieht auch ausgezeichnet aus, ich denke, dass ich ihn auf der Schiffswerft verkaufen kann.“ Und auch der zweite Baum war glücklich, denn er war auf dem Weg, ein gewaltiges Schiff zu werden.

Als aber der dritte Förster zu dem dritten Baum kam, war dieser sehr erschrocken, denn er wußte, wenn er jetzt gefällt wird, würde sein Traum, einmal der höchste Baum im Wald zu werden, nie in Erfüllung gehen. Der dritte Förster sagte, „Ich brauche etwas Brennholz, dieser Baum ist genau das Richtige für mich.“

Als der erste Baum bei dem Tischler ankam, wurde er zu einer Futterkrippe für Tiere gemacht. Diese wurde mit Heu gefüllt und in eine Scheune gestellt. Das war absolut nicht das, wofür er gebetet hatte. Der zweite Baum wurde zersägt und es wurde ein Fischerboot daraus gebaut. Sein Traum, ein gewaltiges Schiff zu werden, das Könige über die Wasser fahren würde, zerbröckelte. Aber der Förster, der den dritten Baum gefällt hatte, starb kurz danach und der Baum wurde nie als Brennholz verwendet. Er wurde in große Holzstämme zersägt und diese lagen den ganzen Winter auf dem kalten Boden.

Als die Jahre vergingen, hatten die Bäume ihre Hoffnungen und Träume aufgegeben und vergessen. Aber dann kam eines Tages ein junger Mann und eine junge Frau in die Scheune. Sie gebar und legte das Baby in die Futterkrippe, die aus dem ersten Baum gefertigt war. Der Mann hatte sich gewünscht, eine Wiege für sein Kind zimmern zu können, aber nun musste diese Futterkrippe genügen und diesen Dienst erfüllen. Obwohl es diesem Baum nicht bewußt war, war in ihn der größte Schatz aller Zeiten gelegt.

Jahre später ging eine Gruppe von Männern in das Boot, das aus dem zweiten Baum gefertigt war. In der Nacht erhob sich ein starker Sturm. Der Mann, der inmitten dieses Sturmes schlief, stand auf, hob die Arme und sagte, „Friede,“ und der Sturm legte sich sofort. Obwohl der Baum keine Ahnung davon hatte, war doch der größte König aller Zeiten in seinem Boot.

Und eine kurze Zeit danach, wurde der dritte Baum durch die Straßen von Jerusalem geschleift und die Menschen verspotteten den Menschen, der dieses Holz trug. Und als der Baum auf der Höhe des Hügels ankam, wurde das Holz hoch aufgerichtet und das Holz stand auf dem höchsten Punkt des Hügels, für alle sichtbar und der Baum kam so nahe daran, Gott zu berühren, wie es nur jemals möglich gewesen war.

Die Moral der Geschichte ist: Gott hat einen Plan für dein Leben. Jeder Baum bekam, was er sich wünschte, aber nicht auf die Weise, in der er es sich vorgestellt hatte.

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Foto: Brina Stein

Ich verspreche mir selbst:

zu groß für Sorgen zu sein,
gut von mir zu denken und diese Tatsache der Welt bekannt zu geben,
keine lauten Worte von mir zu geben.
mir selbst nach Kräften treu zu bleiben.
im Glauben zu leben, dass die ganze Welt auf meiner Seite steht,
meinen Seelenfrieden durch nichts stören zu lassen,
nur über Gesundheit, Glück und Wohlstand zu sprechen,
meine Freude wissen zu lassen, dass sie wertvolle Menschen sind,
bei allem auf die Sonnenseite zu sehen und Optimismus zu verbreiten,
nur das Beste zu erwarten,
mich über die Erfolge anderer genauso zu freuen wie über meine eigenen,
die Fehler der Vergangenheit zu vergessen und in der Zukunft noch Besseres zu erreichen,
immer gut gelaunt zu sein und jedem ein Lächeln zu schenken.

Christian D. Larson

Und ich verspreche Ihnen am Ende dieses Wochenendgrußes, dass auch am kommenden Freitag es wieder eine neue Ausgabe gibt, so Gott will und wir leben.

Ihr/Euer
Gerd Taron

Kontakt:
Gerd Taron, Langstraße 30, 65779 Kelkheim-Fischbach
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