Worte, nur Worte – Literarischer Wochenendgruß vom 13.10.17

Worte, nur Worte – Literarischer Wochenendgruß vom 13.10.17

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

derzeit findet in allen Medien und vor Ort die Frankfurter Buchmesse statt. Ich hatte und habe die große Freude als langjähriger Besucher diese Bücherschau auf meine persönliche Weise zu erleben. Diese können Sie gerne am Ende des Wochenendgrußes aufrufen bzw.

Die Worte, die auf dieser Messe – und nicht nur dort – geschrieben und gesagt werden, kann man nicht in Zahlen erfassen.

Aber ohne Worte ist fast keine zwischenmenschliche Beziehung möglich. Sie helfen uns, unserem Gegenüber mitzuteilen. So oft werden Worte missverstanden, umgedeutet, auf persönliche Weise interpretiert.

Die nachfolgenden Texte und die Fotos von der Frankfurter Buchmesse mögen einiges veranschaulichen und zum Nachdenken anregen.

Foto: Gerd Taron

Das eigene Wort,
wer holt es zurück,
das lebendige,
eben noch ungesprochene
Wort?
Wo das Wort vorbeifliegt
verdorren die Gräser,
werden die Blätter gelb,
fällt Schnee.
Ein Vogel käme dir wieder.
Nicht dein Wort,
das eben noch ungesagte,
in deinen Mund.
Du schickst andere Worte
hinterdrein,
Worte mit bunten, weichen Federn.
Das Wort ist schneller,
das schwarze Wort.
Es kommt immer an,
es hört nicht auf an-
zukommen.
Besser ein Messer als ein Wort.
Ein Messer kann stumpf sein.
Ein Messer trifft oft
am Herzen vorbei
Nicht das Wort.
Am Ende ist das Wort,
immer
am Ende
das Wort.

Hilde Domin

Foto: Gerd Taron

Hundert Worte,
die den Verstand beeindrucken, wirken nicht
halb so tief,
wie ein
einziges Wort,
dass das Herz bewegt.

These Monnier

Es sind nicht die grossen Worte,
die eine Gemeinschaft grundsätzlich bewegen.
Es sind die vielen kleinen Taten der Einzelnen!

M. Scheel

Die armen Worte, die im Alltag darben,
die unscheinbaren Worte, lieb ich so.
Aus meinen Festen schenk ich ihnen Farben,
da lächeln sie und werden langsam froh.
Ihr Wesen, das sie bang in sich bezwangen,
erneut sich deutlich, dass es jeder sieht;
sie sind noch niemals im Gesang gegangen
und schauernd schreiten sie in meinem Lied.

Rainer Maria Rilke

Die alten Worte

Die alten Zauberworte sind noch nicht verbraucht.
Sie wirken immer noch, sie strahlen noch von innen.
Wenn deine Seele dunkel in Verzweiflung taucht,
dann sprich sie aus, und alles kann von vorn beginnen.
Da gibt es Worte voller kleiner Zärtlichkeiten,
die deine Schläfen streicheln wie ein warmer Wind.
Und wilde Worte gibt’s, die reißen dir zuzeiten
so manche Türen ein, die sonst vermauert sind.
Und wenn du Sehnsucht sagst, dann weiten sich die Wände.
Du könntest einfach aufstehn und ins Freie gehn.
Und Wesen aus den Tiefen reichen dir die Hände.
Du bist berührt, du lächelst, und die Zeit bleibt stehn.

Paul Pfeffer

Ich wünsche allen ein Wochenende mit vielen oder wenigen Worten, in dem Sie zur Ruhe kommen können.

Ihr/Euer
Gerd Taron

Ein Erlebnisbericht vom ersten Tag meines Buchmessen-Besuches können Sie hier lesen.:

https://gerdtaronantiquariat.wordpress.com/2017/10/12/im-voruebergehen-wieder-entdeckt-mein-1-tag-auf-der-frankfurter-buchmesse/ .

Worte nur Worte – Literarischer Wochenendgruß vom 10.10.14

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

es ist Buchmessen-Zeit in Frankfurt, wie Sie alle sicher schon bemerkt haben. Daher lag das Thema für die neue Ausgabe des Wochenendgrußes „Wort nur Worte“ nahe. Tausende von Büchern warten auf eine große Leserschar. Wieviel tausende, wenn nicht sogar Millionen von Wörtern sind dort in gedruckter Form zu lesen. Und wie viele Worte werden an den Ständen zwischen den Menschen gesprochen – sichtbare und unsichtbare Worte.

Aus aktuellem Anlass sind die Fotos diesmal alle von meinem Besuch der Frankfurter Buchmesse am Mittwoch. Neue Fotos von Hans Joerg Kampfenkel gibt es dann wieder in der kommenden Woche. Schade, dass er die Vielfalt der Bücherwelt nicht erleben kann.

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Nicht Worte sollen wir lesen ~
sondern den Menschen ~
den wir hinter den Worten fühlen.

Samuel Butler

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Freundlichkeit in Worten schafft Vertrauen. Freundlichkeit im Denken schafft Tiefe. Freundlichkeit im Geben schafft Liebe
(Lao-tse)

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Worte sind wie Netze – wir hoffen, dass sie das abdecken, was wir meinen,
aber wir wissen, so viel Freude oder Trauer, oder Erstaunen können sie gar nicht zum Ausdruck bringen…
Aus dem Buch „Das Herz ihrer Tochter“ von Jodi Picoult

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Du kannst die richtigen Worte haben
und Dich gut ausdrücken.
Du kannst eine Meisterin der Sprache sein
und der Welt mit Worten den Hof machen.
Du kannst tiefe Einsichten haben
und die Lösung für manche Probleme wissen.
Du kannst die Welt retten wollen
und Dich selbst dabei opfern.
Aber alles wird Dir nur begrenzt gelingen
und nur eine kurzlebige Wirkung haben,
wenn Du es nicht in Liebe tust.
Es gibt nichts,
was nicht mit Liebe besser geht.
Sie schafft immer Leben,
ohne Ausnahme.

~Ulrich Schaffer~

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Ich möchte dir Worte schenken, die du
wie ein Parfüm auf der Haut trägst.
Worte, die dich wärmen wie ein Sonnenstrahl..
Worte, die dich verzaubern wie das Mondlicht,
die dich streicheln und im Gedächtnis bleiben.
Worte wie eine Umarmung in die man sich fallen
lassen kann, und Worte in deren Tiefe man sich
wieder findet.
Autor unbekannt

Verschenken Sie Worte, seien Sie nicht zu sparsam. Mögen es Worte der Freundschaft, der besonderen Zuneigung, der Liebe sein.
Ein wortreiches Wochenende wünscht Ihnen/Euer

Gerd Taron