Vom Sehen – Literarischer Wochenendgruß vom 25.04.14

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,

es ist herrlich in diesen Tagen durch die Natur zu schreiten. Hier im Taunus blüht es derzeit überall, sei es auf den Streuobstwiesen oder sind es die gelben Rapsfelder, die sich malerisch in die Landschaft einbetten. Eine Wohltat für die Augen.

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Foto: Gerd Taron
Die meisten Menschen wissen gar nicht,
wie schön die Welt ist und wie viel Pracht
in den kleinsten Dingen,
in irgendeiner Blume,
einem Stein,
einer Baumrinde oder einem Birkenblatt sich offenbart.
Die erwachsenen Menschen,
die Geschäfte und Sorgen haben
und sich mit lauter Kleinigkeiten quälen,
verlieren allmählich ganz den Blick für diese Reichtümer,
welche die Kinder, wenn sie aufmerksam und gut sind, bald bemerken und mit dem ganzen Herzen lieben.
(Rainer Maria Rilke)

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Alles wird nun sichtbar
Alles verändert sich,
es fließt mit der Zeit
und doch auch gegen den Strom.
Alles wird nun sichtbar,
es bleibt nichts mehr verborgen,
im Meer der Oberflächlichkeit.
Nichts ist mehr wie es ist,
und doch scheint die Gewohnheit
unverändert zu sein.
Sie zieht noch immer ihre Kreise,
im Netz der Verlogenheit.
Die Wahrheit spricht es aus,
bringt es ans Licht.
Alles bekommt seinen Sinn,
seine wahre und ehrliche Bedeutung,
eine Sprache die im Herzen fühlt
die auch ohne Worte jeder versteht.
Jetzt ist die Zeit gekommen,
wo die Liebe und das Herz
zusammen Hand in Hand
Geschichte schreiben
und sie auch erzählen.
Die Zeit ist reif für Veränderung,
jeder Mensch wird es spüren,
dass die Welt sich nicht nur dreht
sondern auch bewegt,
in eine neue Zeit
und in eine andere Richtung.
Wo die Sprache aus dem Herzen fühlt
und die Gedanken sich mit ihr verbinden.
© Monika Heckh♥

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Um wertvolle Dinge zu sehen,
brauchst du nur dorthin zu blicken,
wohin die große Menge nicht sieht.

Laotse
Man sieht oft etwas hundert Mal, tausend Mal, ehe man
es zum allerersten Mal wirklich sieht.

Christian Morgenstern

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Schau auf alles,
als sähest du es zum ersten Mal:
mit den Augen eines Kindes,
voller Staunen.

Joseph Cornell
Ich wünsche Ihnen beim Gang durch die Natur an diesem Wochenende die Augen und das Staunen eines Kindes. Genießen Sie die Blütezeit, die uns die Natur beschert.

Ihr/Euer

Gerd Taron
Zwei Veranstaltungshinweise seien noch angefügt:
Samstag, 26.04.14 um 15:00 Uhr
Literarischer Spaziergang in Kelkheim-Fischbach
Thema: Auf dem Weg zum Glück
Treffpunkt: Fahrschule t 8, Langstraße 17, Kelkheim-Fischbach
Kostenbeitrag. 5 Euro

Sonntag, 27.04.14 um 15:30 Uhr

Literarischer Nachmittag im Café Lounge Jasmin in Frankfurt-Fechenheim, Alt-Fechenheim 94

Thema: Geschichten und Gedichte vom Glück