Engeln begegnen – Literarischer Wochenendgruß vom 16.12.16

Engeln begegnen – Literarischer Wochenendgruß vom 16.12.16

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,

ist Ihnen in dieser Vorweihnachtszeit ein Engel begegnet? Vielleicht waren es ja auch mehrere? Haben Sie den Engel oder die Engel wahrgenommen? Manchmal kommen Sie unverhofft und unscheinbar in Ihr Leben und das nicht nur zur Weihnachtszeit.

Engel kommen in der Kunst und in der Literatur, in den Religionen in vielfältigster Weise vor. Welcher bedeutender Dichter und Maler hat sich nicht schon mit Engeln beschäftigt.

Was sind Engel, wie sieht ein Engel aus? Hat sie oder er wirklich immer Flügel, hat er immer ein weißes Gewand?

In diesen Tagen sind mir besondere Engel begegnet. Diese Engel haben keine Flügel. Es sind Menschen aus meinem Umfeld. Sie haben auf Ihre Weise mit „kleinen“ Aufmerksamkeiten Ihre Verbundenheit und Dankbarkeit zum Ausdruck gebracht. Aber nicht nur sie, sondern jeder einzelne, der mir in diesem Jahr engelhafte Freuden bereitet hat, ist mein Engel.
An dieser Stelle danke ich meinen Engeln, dass es sie gibt und meinen Alltag bereichern. Sie alle sind die kleinen Wunder, die das Leben verschönern.

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Bild: Connie Albers (http://www.connie-albers.de/ )

Engel sind
jene Menschen,
die kein Wort
von Dir brauchen
und
Dich doch
verstehen.
Engel sind
jene Menschen,
die Du nie gebeten
hast und doch
sind sie zur
rechten Zeit da.
Engel sind
jene Menschen,
die ohne Dich
zu sehen,
spüren,
was Dich quält,
was Dich trägt.
Engel sind
jene Menschen,
die um Dich wissen,
bei Dir stehen
und Dich
gehen lassen
voller Liebe,
wenn der Weg
zu Ende ist.
Engel sind
jene Menschen,
sanft, gütig,
im Herzen rein,
die des Tages
ihre Flügel
ablegen,
um
Dir
gleich zu
sein.

Anja Schindler

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Entdeckt und fotografiert von Sonja von Saldern

Vielleicht war es ein Engel
Gelegentlich
so ab und an
werden meine Pläne
durchkreuzt
wird meine Welt
auf den Kopf gestellt
ist nichts mehr so
wie es einmal war
dann möchte ich
ja sagen können
voller Angst
voller Ungewißheit
ohne zu wissen
was auf mich zu kommt
aber doch
ja
sagen
(aus: Andrea Schwarz, Wenn ich meinem Dunkel traue, auf der Suche nach Weihnachten)

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Foto: Gerd Taron – im Café Nussknacker in Frankfurt am Main

Es war einmal…. ein kleiner Bücherengel und der lebte auf seiner weichen Schäfchenwolke… Es war ein frecher und sehr neugieriger Engel…. Manchmal lag es bäuchlings auf seiner Wolke und beobachtete munter die Menschen auf der Erde.
Der kleine Bücherengel liebte die Menschen und er wurde immer furchtbar betrübt, wenn er sah, dass Jemand traurig war.
Eines Tages kam ihm eine ganz wundervolle Idee….
Er flog zur Erde und setzte sich neben den bekümmerten Jungen, den er von seiner Wolke aus beobachtet hatte… Ohne ein Wort öffnete er ein Buch und las ihm eine Geschichte vor….
Mit jedem Wort und jeder weiteren Seite, erhellte sich die Laune des Jungen und am Ende der Geschichte, war er ganz gefangen von dieser Erzählung.
Und wenn er nicht gestorben ist, so fliegt der Bücherengel noch heute zu den Menschen und liest ihnen Geschichten vor, die ihre Seele berühren und sie glücklich machen.

Autor unbekannt

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Entdeckt und fotografiert von Sonja von Saldern

Engel sind Menschen,
die Licht durchlassen
Wo sie sind, wird es hell und klar
In eine trostlose Welt
bringen sie einen bunten Sonnenstrahl

Phil Bosmans

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Bild: Connie Albers (http://www.connie-albers.de/ )

Der Engel in dir
freut sich über dein
Licht

weint über deine Finsternis

Aus seinen Flügeln rauschen
Liebesworte
Gedichte
Liebkosungen

Er bewacht
deinen Weg

Lenk deine Schritte
engelwärts!

Rose Ausländer

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Foto: Gerd Taron – im Café Nussknacker in Frankfurt am Main

Engel kommen in verschiedenen Gewändern
und verwandeln sich ständig.
Manchmal ist es deine Freundin, dein Freund,
die dir ein Wort sagen.
Manchmal ist es ein Kind im Supermarkt,
das dich liebevoll anlächelt und verzaubert.
Manchmal ist es der Anblick eines Menschen,
der dir den Atem raubt.
Manchmal ist es auch ein Lied,
das dir eine Botschaft mitbringt…
Afschin Kamrani

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Entdeckt und fotografiert von Sonja von Saldern

Ich will Dir einen Engel schenken,
ganz unsichtbar und leicht,
er möge Deine Schritte lenken,
soweit der Himmel reicht.
Ich will Dir einen Engel schenken,
damit Du fröhlich bist
und all Dein Tun und all Dein Denken
zu jeder Zeit gesegnet ist.

Ich will Dir einen Engel chenken ,
der Dich behüten mag,
er soll sich ganz in Dich versenken,
zur Nachtzeit und bei Tag.

© unbekannt

Ich wünsche Ihnen an diesem 4. Adventwochenende viele engelhafte Begegnungen.

Ihr/Euer
Gerd Taron

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Ich suche (m)einen Engel – Literarischer Wochenendgruß vom 13.12.13

 Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

ist es Ihnen auch aufgefallen, dass uns gerade in der Advents- und Weihnachtszeit so viele Engel begegnen? Und ich frage mich, woran das liegt. Steckt da nicht eine Ur-Sehnsucht in uns, nach Liebe und Geborgenheit, abseits von materiellen Werten?

Engel kommen in der Kunst und in der Literatur, in den Religionen in vielfältigster Weise vor. Welcher bedeutender Dichter und Maler hat sich nicht schon mit Engeln beschäftigt.

Was sind Engel, wie sieht ein Engel aus? Hat er wirklich immer Flügel, hat er immer ein weißes Gewand?

Ich glaube, es gibt mehr Engel als wir denken und sie sehen ganz anders aus, als wir uns das vorstellen. Gehen Sie doch einmal mit offenen Augen durch Ihren Alltag. Wie viele Engel sind Ihnen da schon begegnet? Haben Sie sie bemerkt?

Einige besonders Engel-Fotos hat Marina Rupprecht wieder im Lichte des 3. Advents herausgesucht.

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Engel haben nicht immer Flügel.
Manchmal haben sie Fell und Pranken.
Engel tragen nicht immer Heiligenscheine,
manchmal tragen sie Halsbänder.
Engel schlafen nicht immer auf Wolken,
manchmal schlafen sie nah an uns gekuschelt.
Engel singen nicht immer in himmlischen Chören,
manchmal bellen und heulen sie.
Hast du einen Engel in deinem Leben?

(North Main Animal Hospital, P.C.)

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~Die Engel~

Sie haben alle müde Münde
und helle Seelen ohne Saum.
Und eine Sehnsucht (wie nach Sünde)
geht ihnen manchmal durch den Traum.

Fast gleichen sie einander alle;
in Gottes Gärten schweigen sie,
wie viele, viele Intervalle
in seiner Macht und Melodie.

Nur wenn sie ihre Flügel breiten,
sind sie die Wecker eines Winds:
als ginge Gott mit seinen weiten
Bildhauerhänden durch die Seiten
im dunklen Buch des Anbeginns.

~Rilke~ Das Buch der Bilder

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Eine Engelsgeschichte beschließt diese heutige Ausgabe:

Ein kleiner Engel saß einfach da,
ganz, ganz leise, sein Blick war starr,
er beobachtete den Tanz der Sterne,
die Nacht, den Mond, das sah er gerne.
Jedoch war er ganz allein
– aus Absicht – denn er wollte es sein.

Als er, wie immer, die Sterne zählte,
bemerkte er, das einer fehlte.
Vom Himmel gefallen zu einem anderen Ort,
ist dieser Stern nun ganz weit fort!

Dann fing es auch schon an zu regnen,
Denn der Engel wollte seinem Stern begegnen.
Er weinte ununterbrochen tagelang,
bis eines Tag`s er eine Nachricht bekam:
„Auch auf Erden, lass ich Dich nie im Stich,
ich bin stets für Dich da, denn ich mag Dich gar sehr!“

Der kleine Engel wischte sich eine Träne vom Gesicht
und rief: „Du bist lieb! Bitte warte auf mich!“

Er gab seine Aufgaben im Himmelreich ab
und viel noch in der selben Nacht,
als schönster Stern zur Erde hinab!

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Ich wünsche Ihnen, dass Sie Ihren persönlichen Engel finden. Vielleicht müssen Sie ja gar nicht so lange nach ihm suchen.

 

Einen gesegneten 3. Advent

 

Ihr/Euer

 

Gerd Taron

Alle Fotos: Marina Rupprecht – Wiedergabe nur mit Genehmigung gestattet

Veranstaltungshinweis:

Am Samstag, 14.12. und am Sonntag, 15.12. jeweils um 15:00 Uhr präsenitere ich Weihnachtsgeschichten und Weihnachtsgedichte im Café Lounge Jasmin in Frankfurt-Fechenheim, Alt-Fechenheim 94.

 

Wer die Gelegenheit nutzen möchte, für einige Stunden innezuhalten, ist herzlich eingeladen.