In Bewegung – Literarischer Wochenendgruß vom 08.01.15

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,

das neue Jahr 2016 ist bereits einige Tage jung. Die Feiertage liegen hinter uns, so langsam bewegt sich das Alltagsleben wieder in „normale“ Bahnen. Ich hoffe und wünsche, dass Sie alle ruhige und besinnliche Tage verbringen konnten – Zeit für sich und Ihre Mitmenschen, sei es Familie und/oder Freunde.

Wir bewegen uns auf neue Herausforderungen zu. Noch liegt ein Schleier über dieses Jahr. Niemanden von uns ist bekannt, was die kommenden Tage, Wochen und Monate für jeden Einzelnen bedeuten wird. Ich wünsche Ihnen, dass Sie hoffnungsvoll auf die kommende Zeit blicken – trotz aller negativen Nachrichten, die uns bereits wieder zu Beginn des Jahres erreicht haben.

Die ausgesuchten Texte und die Fotos von Hans Joerg Kampfenkel und Marina Rupprecht mögen ein Zeichen der Hoffnung und der Zuversicht sein für Sie, für uns alle sein.

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Foto: Wonderful photoArt by Marina Rupprecht

Das Leben ist Bewegung, alles geht und fließt nach vorn, manchmal macht es auch eine Pause, doch stehen bleibt es nie, wie die Gedanken, die niemals ruhn, auch sie bewegen sich, doch manchmal auch zurück, ob gewollt, oder nicht gewollt…sie gehören zum Leben…

Text: © Monika Heckh

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Foto: Wonderful photoArt by Marina Rupprecht

Wege fordern
Bewegung,
machen uns Beine,
sind ausgetreten
oder neu.

Sie führen uns zu
vertrauten Plätzen
oder ins Ungewisse,
sie machen Hoffnung,
bergen Spannung.

Wege verzweigen sich
in Auswege, Umwege,
Irrwege, gerade oder
verschlungene Wege.

Am Ziel
jedoch solltest
Du sagen können:
I did it my way “

Werner Bethmann

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Lebensreise

Wir fahren hinab auf dem leuchtenden Spiegel
Des ebnen Stromes, als hätten wir Flügel:
Doch hält uns die leise Bewegung der Wogen
Im Scheine gemächlicher Ruhe betrogen.

Lang sitzen wir sorglos und wähnen zu weilen,
Indeß unaufhaltsam die Schifflein uns eilen;
Dann hebt sich das Aug‘ und wir sehen mit Schrecken
Die laufenden Ufer zurück sich verstecken.

Ernüchtre Dich, Seele! Gedenke der Zeiten,
Darin Du vom Ozean nieder wirst gleiten –
Wer dann wird die tobenden Wellen bezwingen,
Und ‚s Schiff nach den Inseln der Seligen bringen?

Befreunde Dich Deinem allmächtigen Bruder
In Zeiten, o Herz! So tritt er Dir ans Ruder:
Er ist’s, der durch Klippen und Bänke Dich leitet,
und drüben Dir ewige Hütten bereitet.

Johann Baptist von Albertini

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Foto: Wonderful photoArt by Marina Rupprecht

Wegdriften

Ich habe einmal eine Geschichte von einem kleinen Jungen gehört, der mit seinem Boot auf einem See herumschipperte.
Er verlor das Paddel und das Boot begann vom Ufer wegzutreiben.
Ein Mann kam vorbei und bemerkte, dass das Boot wegdriftete. Er begann, Steine über das Boot hinwegzuwerfen. Der Junge fragte verwirrt, warum er das machte.
Schon bald geschah etwas Interessantes. Immer, wenn ein Stein die Wasseroberfläche auf der anderen Seite des Bootes durchschlug, erzeugte er kleine Wellen, die das Boot ganz langsam in Richtung Ufer drückten.
Obwohl jeder Stein nur klein war und wenig Bewegung in der Wasserfläche bewirkte, erreichten die Steine mit der Zeit doch das gewünschte Ziel.
So ist es manchmal auch mit Gott. Wenn wir von ihm wegdriften, wirft er kleine Steine in unseren Weg, die unsere Kreise stören – und das alles, um uns wieder zum Ufer seiner Liebe zurückzuholen.

Tony Evans

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Foto: Wonderful photoArt by Marina Rupprecht

Die Menschen machen weite Reise um zu staunen:
über die Höhe der Berge,
über riesige Wellen des Meeres,
über die Länge der Flüsse,
über die Weite des Ozeans,
und über die Kreisbewegung der Sterne.
An sich selbst aber gehen sie vorbei, ohne zu staunen.

Aurelius Augustinus (354 – 430)

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Foto: Wonderful photoArt by Marina Rupprecht

Ich bin noch jung genug.
Ich bin noch jung genug, um wieder ausgelassen wie ein Kind zu werden.
Ich bin noch jung genug, um aus meinen Fehlern zu lernen.
Ich bin jung genug, um das Lachen wiederzuentdecken.
Ich bin jung genug, um wieder Freude an Bewegung zu spüren.
Ich bin jung genug, um neue Dinge auszuprobieren.
Ich bin jung genug für neue kleine Abenteuer.
Ich bin noch jung genug, um die große Liebe zu finden.
Spielfreude, Humor, Neugier, Tatendrang, Entdeckerlust –
all das habe ich mir bewahrt und gebe ihm Raum und Zeit zur Entfaltung.
(Anne M. Pützer)

Ich wünsche Ihnen für das neue Jahr viel bewegungsvolle Momente. Möge es ein Jahr werden, auf das Sie später mit Freude zurückblicken können.

Ihr/Euer

Gerd Taron

Ein Hinweis in eigener Sache:

Der literarische Wochenendgruß bewegt offensichtlich viele Menschen, die ihn auf den verschiedenen Wegen bekommen. Die Rückmeldungen in den letzten Wochen haben dies wieder einmal durch Zuschriften und Gespräche wieder gezeigt.

In diesem Jahr feiert der literarische Wochenendgruß ein kleines Jubiläum. Vor 5 Jahren am 27.05.2011 erschien er zum ersten Mal.

Dazu habe ich zwei besondere Veranstaltungen vorgesehen. Für alle, die Termine langfristig planen, hier vorab eine Übersicht:

Freitag, 27.05.2016 – 18 Uhr

Literarischer Spaziergang rund um Kelkheim-Fischbach

Sonntag, 05.06.2016 – 15 Uhr

Literarischer Spaziergang rund um den Rettershof im Taunus

Einzelheiten und Programm werden rechtzeitig bekannt gegeben.

Kontakt:
Gerd Taron, Langstraße 30, 65779 Kelkheim-Fischbach
Tel. +49 (o)6195-676696
E-Mail: verkauf@taron-antiquariat.de oder taron-antiquariat@gmx.de

Steine – Ins Rollen bringen – Literarischer Wochenendgruß vom 23.08.13

Liebe Literatur- und Fotofreunde,

wir alle kennen die Redewendung „einen Stein ins Rollen bringen“. Mit diesem Sprichwort verbinden wir meist die Aufforderung an uns, etwas in Bewegung zu setzen, aufzubrechen, etwas zu ändern.

Wenn wir an Steine denken, sehen wir sie oft als häufig ungeschliffen, mit Ecken und Kanten. Aber können Steine rollen?

Marina Rupprecht, die den Wochenendgruß seit einiger Zeit fotografisch begleitet, hat sich in den vergangenen Tagen auf den Weg gemacht, Steine ins Rollen zu bringen.

Einige ihrer schönsten Fotos möchte ich in dieser Ausgabe mit meinen eigenen Gedanken versehen.

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Hier ist ein Stein, einer mit Markierungen, der seine Einkerbungen durch viele Jahre seines Daseins bekommen hat. Er hat viel erlebt – getragen, ertragen. Er ist abgeschliffen. Aber ist er auch abgenutzt? Kann er sich wieder neu in Bewegung zu setzen?

Verfolgen wir unseren Stein doch einmal ein kleines Stück seines Weges, schauen wir auf den Beginn neuer Möglichkeiten.

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 Da gibt es noch andere Steine – Steine die keine Mauerblümchen sind. Steine, die andere kleine Steine in sich aufgenommen haben. Sie liegen vor einer großen Mauer. Unüberwindbar?

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 Ein Stein, der sich in Bewegung setzen möchte, ist nicht allein. Er sucht sich einen Partner, der mit ihm gemeinsam losrollen möchte. So unterschiedlich wie die beiden sind – ist das möglich?

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 Komm! Lass uns Mauern überwinden und neue Wege beschreiten!

 Wir sind unterschiedlich, im Aussehen, in mancherlei Ansichten. Aber das macht uns so wertvoll – mit unserer Einzigartigkeit .gemeinsam loszurollen.

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Ja, es geht doch! Wir sind gemeinsam stark. Wir schaffen es! Seien wir auch noch so klein – wir überwinden Mauern, wo dann keine mehr sind. Wir rollen auf neuen Wegen durch das Leben. Auf Wegen, die bisher noch keiner so gesehen hat und gegangen ist..

Mit diesen Gedankenanstößen in Wort und Bild wünsche ich, dass Ihr Leben neue Impulse bekommt.

Lassen Sie Ihren Gedanken freien Lauf an diesem Wochenende. Suchen Sie sich Menschen, die mit Ihnen etwas in Bewegung setzen, den Stein ins Rollen bringen.

Ein erholsames Wochenende wünscht Ihnen/Euch

Gerd Taron

Fotos. Marina Rupprecht

Text: Gerd Taron

Wiedergabe nur mit Genehmigung der Autoren gestattet.