Es lebe das Buch – Unterwegs mit Geschichten und Anekdoten rund um den Frankfurter Hauptbahnhof anlässlich der bevorstehenden Buchmesse

Es lebe das Buch – Unterwegs mit Geschichten und Anekdoten rund um den Frankfurter Hauptbahnhof anlässlich der bevorstehenden Buchmesse

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Foto: Gerd Taron

Frankfurt am Main, 16.10.16

Herrliches Wetter erwarteten die Teilnehmer zum letzten literarischen Spaziergang in diesem Jahr. Anlässlich der bevorstehenden Frankfurter Buchmesse gab es Geschichten und Gedichte rund um das Buch an ungewöhnlichen Orten zu hören und auch zu erleben.

Folgen Sie mir auf den einzelnen Stationen durch diesen herrlichen Herbstnachmittag mitten in Frankfurt.

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Foto: Sonja von Saldern

Station 1. Gleis 1 des Frankfurter Hauptbahnhofes

Zum Auftakt gab es hier die „Ode an das Buch“ von Pablo Nerufa:

Ode an das Buch

Buch, herrliches Buch, du winziger Wald, Blatt an Blatt, nach Urstoff duftet dein Papier, morgendlich bist du und nächtlich, kornhaft und ozeanisch, Bärenjäger füllen deine uralten Seiten, offenes Feuer am Mississippi, Kanus auf den Inseln, später Wege und Wege, Entdeckungen, Völker im Aufruhr, wie ein blutender verwundeter Fisch zuckend im Schlamm: Rimbaud, und die Schönheit der Brüderlichkeit, Stein um Stein erhebt sich das Menschenschloß, Schmerzen weben die Standfestigkeit, solidarische Taten, geheimes Buch von Tasche zu Tasche heimliche Leuchte, blutroter Stern.
Wir, die wandernden Dichter, erforschen die Welt, an jeder Tür empfing uns das Leben, wir nehmen teil am irdischen Kampf. Und was war unser Sieg? Ein Buch, ein Buch , menschlicher Berührungen voll, wimmelnd von Hemden, ein Buch ohne Verlassenheit, mit Menschen und Werkzeug, ein Buch ist der Sieg. Es gedeiht und fällt wie alle Früchte ab, nicht Licht nur birgt es, nicht Schatten nur, es verlischt und entblättert, geht in den Straßen verlohren, sinkt auf die Erde nieder. Dichtwerk von morgen, wiederum auf deinen Seiten sollst du Schnee haben und Moos, auf daß ihre Spuren einprägen Schritte und Augen: Von neuem beschreib uns die Welt, die Quellen im Dickicht, den Hochwald, die polaren Planeten, und auf den Wegen den Menschen, vorwärtseilend in der Wildnis, auf dem Wasser, im Himmel, in der nackten Meereseinsamkeit, den Menschen, der die letzten Geheimnisse enthüllt, den Menschen, heimkehrend mit einem Buch, den Jäger nach der Rückkehr mit einem Buch, den pflügenden Bauern, mit einem Buch.

Pablo Neruda

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Foto: Ira Lenski

Station 2: Behördenzentrum in der Nähe des Frankfurter Hauptbahnhofes

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Foto: Ira Lenski

Hier, oberhalb des Parks des Behördenzentrums, wo an Werktagen im Arbeits- und/oder Sozialgericht gestritten wird, las ich eine Geschichte aus dem Buch „Das Geheimnis der Bethmännchen und andere Frankfurter Merkwürdigkeiten“ von William Freiherr von Schröder. Das Buch erschien 1966 im Verlag Waldemar Kramer in Frankfurt.
In „Henri Estienne’s Lobschrift auf die Frankfurter Buchmesse“ konnten die Teilnehmer einen Rückblick auf das Geschehen im 15. und 16. Jahrhundert verfolgen. In der Frankfurter Buchgasse trafen sich damals die Gelehrten zum Austausch.

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Foto: Ira Lenski

Station 3: Im Westhafen

Größer konnte der Kontrast nicht sein: Mit Blick auf die kleinen Jachten und luxseriösen Wohnungen im Westhafen wurde eine Geschichte von George Orwell präsentiert: Erinnerungen an eine Buchhandlung. George Orwell erzählt darin von seiner Tätigkeit in einem Antiquariat in London und höchst merkwürdigen Kunden. Kunden, wie sie heute noch jede Buchhandlung kennt. Wie zum Beispiel eine alte Dame, die ein wunderschönes Buch gelesen hatte und sich aber nur noch an einen roten Einband erinnerte. Für den Buchhändler ist das doch kein Problem, es zu finden, oder?

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Foto: Ira Lenski

1973 erschien im „Verlag der Frau“ in Leipzig zu DDR-Zeiten ein Buch mit dem Titel „Rund um das Buch“. Darin werden amüsante Geschichten erzählt, wie zum Beispiel über Widmungen in Büchern oder über außergewöhnliche Lesezeichen.

Eine wahre Anekdote erlebte ein Kollege vor vielen Jahren. Bei einer Haushaltsauflösung flatterte plötzlich ein 50-DM-Schein aus einem Buch. Die Erben suchten dann weiter und fanden dann insgesamt 1000 DM. Der Opa hatte sein Haushaltsgeld in Büchern versteckt …
Mit einer weiteren Geschichte von Begegnungen im Buchladen von Ingrid Noll begaben sich die Teilnehmer zum Café Nussknacker in der Karlsruher Straße 5 in unmittelbarer Nähe des Frankfurter Hauptbahnhofs auf der Südseite

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Foto: Ira Lenski

Man geht normalerweise achtlos an dem kleinen Eingang vorbei und doch ist es ein Kleinod mitten im Gutleutviertel. Dort konnten sich bei Getränken und Kuchen austauschen. Es gab noch so manchen antiquarischen Schatz zu bewundern, wie zum Beispiel ein Stadtplan von Frankfurt aus dem Jahre 1958.

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Foto: Ira Lenski

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Foto: Gerd Taron

Ein wunderschöner Tag mit vielen sehr angenehmen Gesprächen und Begegnungen ging viel zu schnell zu Ende.

Gerd Taron

Hier die Öffnungszeiten des Café Nussknacker in der Karlsruher Straße %:
Montag und Dienstag geschlossen
Mittwoch, Donnerstag und Freitag von 13 – 18 Uhr
Samstag von 11 – 18 Uhr
Sonntag von 14 – 18 Uhr

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Es lebe das Buch – Stationen eines literarischen Spazierganges im Vorfeld der Frankfurter Buchmesse

Es lebe das Buch – Stationen eines literarischen Spazierganges im Vorfeld der Frankfurter Buchmesse

Sonntag, 16.10.16 ab 14 Uhr rund um den Frankfurter Hauptbahnhof

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Foto: Gerd Taron

Bald ist es wieder soweit. Vom 19.10. bis 23.10.16 öffnet die Frankfurter Buchmesse wieder ihre Pforten.
Dies ist der Anlass für den letzten literarischen Spaziergang in diesem Jahr.

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Foto: Gerd Taron

Viele Buchmessen-Besucher werden mit der Bahn anreisen und am Frankfurter Hauptbahnhof ankommen. Von dort geht es per pedes oder mit der U-Bahn oder mit der Straßenbahn zum Messegelände.

Es ist ein idealer Treffpunkt, um hier den literarischen Spaziergang zu beginnen.

Den Spaziergängern erwarten Geschichten und Gedichte rund um das Buch – manch antiquarische Rarität wird auch präsentiert.
Zum Abschluss kann man den Nachmittag gemütlich im Café Nussknacker (Karlsruher Str. 5) direkt in der Nähe des Frankfurter Hauptbahnhofes an der Südseite ausklingen lassen.

Nachstehend noch einmal die wichtigsten Fakten:
Sonntag, 16.10.2016 – 14:00 Uhr – Ende: ca. 15:30 Uhr

Es lebe das Buch – Literarischer Spaziergang rund um den Frankfurter Hauptbahnhof

Treffpunkt des Spaziergangs: Frankfurt Hauptbahnhof, am Gleis 1, Nebenausgang Mannheimer Straße

Kostenbeitrag: 5 Euro

Ich freue mich auf ein Wiedersehen und/oder Kennenlernen

Ihr/Euer
Gerd Taron

Und wer vorab ein paar Impressionen des Spazierganges an manch ungewöhnlichen Orten bekommen möchte, hier sind sie:

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Treffpunkt Gleis 1 Frankfurt Hauptbahnhof- Nebenausgang Mannheimer Straße – Foto: Gerd Taron

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Gleis 1 Frankfurt Hauptbahnhof – Foto: Gerd Taron

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Behördenzentrum in der Nähe des Frankfurter Hauptbahnhofes – Foto – Gerd Taron

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Am Westhafen – Foto Gerd Taron

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Eingang Café Nussknacker, Karlsruher Str. 5 – Foto: Gerd Taron

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Café Nussknacker von innen betrachtet – Foto: Gerd Taron

Erntedank literarisch erleben – bei einem Spaziergang rund um den Rettershof

Erntedank literarisch erleben – bei einem Spaziergang rund um den Rettershof

Ein Rückblick auf das Erntedank- und Handwerkerfest

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Kelkheim-Fischbach, 09.10.16

Es ist eine liebgewonnene Tradition: Das Erntedank- und Handwerkerfest am 2. Sonntag im Oktober am Rettershof. Wie jedes Jahr wurde auch diesmal ein reichhaltiges Programm geboten. Es war für jeden Geschmack etwas dabei. Vom leckeren Flammkuchen des Romantik Hotel Schloss Rettershof über köstliche Apfelgetränke des Obstbau- und Kleingartenvereins Fischbach, Kürbissuppe und der traditionellen Bratwurst.

Aber nicht nur kulinarische Genüsse wurden geboten, sondern auch das kulturelle Programm war sehr vielfältig. Von Reitvorführungen, einer Kräuterführung sowie alte Handwerkskunst wie die Schmiede lockten viele Besucher.

Ein herzliches Dankeschön gilt der Gutsverwaltung Rettershof und den vielen Helfern, ohne ein solches Fest gar nicht möglich gewesen wäre.

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Die Kinderbuchautorin Birgit Gröger aus Kelkheim las Kindern aus ihren Büchern vor. – Foto: Gerd Taron

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Treffpunkt „Unter der Linde“ am Rettershof – Foto: Gerd Taron

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Foto: Ira Lenski

Auf Einladung der Gutsverwaltung Rettershof führte ich wieder auf literarischen Wegen rund um den Rettershof. Mit Gedichten und Geschichten zum Erntedank im Gepäck begann der Spaziergang „Unter der Linde“, dem traditionellen Treffpunkt am Rettershof.
Sie können diesen Spaziergang in kurzen Texten und Fotos ein wenig begleiten.

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Foto: Gerd Taron

Vom Treffpunkt ging es hinaus zu einer Wegkreuzung, wo sich 4 Wege aus Himmelsrichtungen kreuzen Fischbach/Ruppertshain/Schneidhain/Rettershof)

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Foto: Gerd Taron

Am Romantik Hotel Schlosshotel Rettershof gab es eine literarische Zwischenstation. über Stufen ging es hinab zum Festgelände.

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Foto: Gerd Taron

An der Kelterei der Obstbau- und Kleingartenvereins Fischbach vorbei gab es an einem alten Torbogen einen weiteren literarischen Halt.

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Foto: Gerd Taron

Der literarische Spaziergang endete am „Liebespfad“ beim Landgasthof „Zum fröhlichen Landmann“

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Foto: Gerd Taron

Zum Schluss ein herzliches Dankeschön allen interessierten Zuhörerinnen und Zuhörer. Vielleicht gibt es im nächsten Jahr ein Wiedersehen. Es würde mich freuen.

Gerd Taron

Einer der Texte, die den Teilnehmern besonders gefielen, sei hier aufgeführt:

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Foto: Gerd Taron

Passend zur Predigt von Pfarrer Andreas Schmalz-Hannappel über das Brot:

DAS BROT

Ich selber war ein Weizenkorn.
Mit vielen, die mir anverwandt,
lag ich im lauen Ackerland.
Bedrückt von einem Erdenkloß,
macht’ ich mich mutig strebend los.

Gleich kam ein alter Has gehupft
und hat mich an der Nas gezupft,
und als es Winter ward, verfror,
was peinlich ist, mein linkes Ohr,
und als ich reif mit meiner Sippe,
o weh, da hat mit seiner Hippe
der Hans uns rundweg abgesäbelt
und zum Ersticken festgeknebelt
und auf die Tenne fortgeschafft,
wo ihrer vier mit voller Kraft
im regelrechten Flegeltakte
uns klopften, dass die Scharte knackte!

Ein Esel trug uns in die Mühle.
Ich sage dir, das sind Gefühle,
wenn man, zerrieben und gedrillt
zum allerfeinsten Staubgebild’,
sich kaum besinnt und fast vergisst,
ob Sonntag oder Montag ist.
Und schließlich schob der Bäckermeister,
nachdem wir erst als zäher Kleister
in seinem Troge bass gehudelt,
vermengt, geknebelt und vernudelt,
uns in des Ofens höchste Glut.
Jetzt sind wir Brot. Ist das nicht gut?
Frischauf, du hast genug, mein Lieber,
greif zu und schneide nicht zu knapp
und streiche tüchtig Butter drüber
und gib den andern auch was ab!

Wilhelm Busch

Spätsommerliche Kulturreise in Fechenheim – das 5. Fechenheimer Literaturfestival 2016

Spätsommerliche Kulturreise in Fechenheim – das 5. Fechenheimer Literaturfestival 2016

Frankfurt-Fechenheim, 24.09.16

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Das Café Jasmin (http://www.cafe-jasmin-lounge.de/ ) in Frankfurt-Fechenheim, Alt-Fechenheim 80

Das 5. Fechenheimer Literaturfestival ist bereits wieder Geschichte. Bei herrlichstem Spätsommerwetter lud die Initiatorin und Organisatorin Elke Dippel zum kleinen Jubiläum ein. Dank ihres großen Engagement und ihres tollen Organisation-Teams (in besonderer Weise seien „Bodo“ und Undine Büch erwähnt) kam ein vielfältiges Programm zustande.

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Elke Dippel eröffnet das Literaturfestival

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… und alle hören gespannt zu …

An 7 Orten mitten im Herzen von Frankfurt-Fechenheim gab es für Literatur- und Musikfreunde wieder Kulturgenüsse der besonderen Art.
Mehr als 20 Autorinnen und Autoren sowie Musiker lasen und spielten an ungewöhnlichen Schauplätzen, sei es beim Frisör, beim Bäcker, im Eiscafé, in einer Begegnungsstätte.

Spazieren Sie mit dem Autor diesen Bericht durch das Literaturfestival mit vielen Fotos und einigen kurzen Erläuterungen.

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Die Autorin Brina Stein (www.brina-stein.de)

Die Autorin Brina Stein eröffnete im Café Jasmin das Literaturfestival. Sie las aus der maritimen Anthologie „Aus Liebe zum Meer“. Alle Erlöse aus diesem Buch gehen an die DGzRS (Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. Das Spendenschiff ist gut auf dem Foto zu erkennen.

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Karin Schmitt (http://www.karin-schmitt.eu/ )

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Es folgte Karin Schmitt aus Bad Soden am Taunus. Sie las aus ihrem Buch „Die Geschichte von dem Jungen, der die Welt verbessern wollte. Eine ungewöhnliches Buch in dem ein kleiner Junge die Welt verbessern möchte. Gemeinsam mit seiner engsten Vertrauten, der Schildkröte „Lisa“ wollen sie herausfinden, wie dies gelingen kann.

Beginnen wir nun unseren Spaziergang. Schräg rechts gegenüber vom Café Jasmin befindet sich der Friseur-Salon von Diana Axt: „Hair & Flair Diana“

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Diana Axt – Inhaberin „Hair & Flair Diana“ erwartet ihre Besucher

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Robert Maier las dort aus seinem Buch „Pankfurt“, einem historischen Frankfurt-Roman

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… und Musik gab es auch – von Nelly & der Sonnen-Spieler

… und weiter geht unser Spaziergang. Wir wechseln wieder die Straßenseite. Wenige Meter vom Café Jasmin in Gangrichtung rechts kommen wir am „Büro für aktive Kernbereiche“ vorbei. Dort gibt es Straßenmusik live und unplugged von „Denkerskind“. Natürlich wurde dort auch gelesen.

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Straßenmusik vor dem „Büro für aktive Kernbereiche“

Wir setzen unseren Spaziergang fort und kommen zur Traditionsbäckerei „Bäcker Ewald“,

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Der Autor, Verleger und Musiker Paul Pfeffer (http://www.editionpauer.com/ aus Kelkheim/Taunus in ungewohnter Kulisse. Dort präsentierte er Gedichte über die Liebe aus seinem Buch „Mein Samthandschuh – Mein Dornenbett“. Die Verlockungen im Hintergrund haben den Autor hoffentlich nicht allzu sehr irritiert …

Am Ende der Straße „Alt-Fechenheim“ befindet sich das Eiscafé Venezia. Sie sind bereits seit Beginn dabei und geben den mitwirkenden Autoren und Musiker ein schönes Ambiente

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Der Autor Rainer Franke im Eiscafé Venezia. Aus „Mittendrin und Drumherum“ las er Krimis und Liebes-Kurzgeschichten

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Und hier die Autorin Susanne Esch – http://www.susanne-esch.de/ – (im Vordergrund). Sie las aus ihrem Fantasy-Roman „Die Rebellin von Koron“. Ihr folgte später Stefanie C. Pier, die ihre Drachenkind-Saga „ Die Magie erwacht“ vorstellte: In der Mitte der Musiker „Jouno“.

Wir begeben uns auf den Rückweg und wechseln wieder die Straßenseite. Nach wenigen hundert Metern erreichen wir den „Frankfurter Verband“ einem sozialen Begegnungszentrum. In diesem wunderschönen Ambiente, was an „gute alte Zeiten“ erinnerte, gab es so manche Entdeckungen, nicht nur literarischer Art.

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Die Autorin Tamara Labas-Primorac im Begegnungszentrum

Unser Spaziergang beenden wir bei „Optik Maschler“ Wie in jedem Jahr ist das Schaufenster für das Literarturfestival liebevoll dekoriert:

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Die Autorin Katharina Stein bei Optik Maschler. Sie las aus ihrem Mystery-Thriller „Alle Wege führen zum Tod“.

Geschafft! Zeit für eine Pause. Bei diesem herrlichen Wetter natürlich im Sommergarten des Café Jasmin

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Autorinnen unter sich: Brina Stein (links) und Christiane Landgraf (rechts)

Zum Abschluss ein letzter Gruß aus Frankfurt-Fechenheim:

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Ein Tag mit vielen schönen Begegnungen ging viel zu schnell zu Ende. Wir dürfen uns auf ein neues Literaturfestival 2017 freuen.

Bis dahin eine lesereiche Zeit

Ihr/Euer
Gerd Taron

Weitere Informationen zum 5. Fechenheimer Literarturfestival unter:
https://fechenheimerliterarturfestival.wordpress.com/

Hinweis: Alle Fotos: Gerd Taron. Widergabe bedürfen der ausdrücklichen Genehmigung

Sieben Tage, sieben Nächte oder Es ist wahr und es ist nicht wahr – Premierenlesung mit Uta Franck bei Viola’s Bücherwurm in Kelkheim

Sieben Tage, sieben Nächte oder Es ist wahr und es ist nicht wahr –
Premierenlesung mit Uta Franck bei Viola’s Bücherwurm in Kelkheim

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Begrüßung durch Viola Christ-Ritzer von Viola’s Bücherwurm – Foto: Gerd Taron

Kelkheim, 26.08.2016

Es ist wahr: Die Premieren-Lesung von Uta Franck fand statt – trotz hoher Temperaturen an einem warmen Sommerabend. Viola Christ-Ritzer, Maren von Hoerschelmann und André von Hoerschelmann hatten für die Besucher wieder alles sehr schön hergerichtet und für angenehme Lesungs-Temperaturen gesorgt.

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Ulrike Beyer (Harfe – links) – Uta Franck (Mitte) – Brigitte Hunkel (Tenorblockflöte – rechts im Bild)

Für mich war es wieder eine große Freude, Uta Franck bei einer Premieren-Lesung zu erleben. Sie wurde unterstützt von wunderbaren musikalischen Klängen der Harfenistin Ulrike Beyer und der Tenorflötistin Brigitte Hunkel.

Das neue „moderne“ Märchen-Buch entstand über den langen Zeitraum von 14 Jahren. Ideen wurden im Laufe der Jahre gesammelt und niedergeschrieben. An diesem Freitag war es dann soweit, dass das Werk endlich der Öffentlichkeit vorgestellt werden konnte.
Es enthält viele nachdenkenswerte Märchen. Uta Franck stellte den Besuchern in der voll besetzten Buchhandlung eine Auswahl von 6 Märchen vor. Im Vorwort des Buches beschreibt Uta Franck sehr schön die Faszination von Märchen. Die Zuhörer werden dem sicher zustimmen können.

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Foto: Maren von Hoerschelmann

Im Märchen „Der Stein aus Granit“ wird von der Geschichte eines jungen Mädchens berichtet, die in einer Runde von Märchenerzählerinnen ein modernes Märchen vorstellt. Sie stellt die Frage „Warum soll ein neues Märchen nicht genau so aufregend sein wie ein altes?“
Darüber kommt es zu einem Streit zwischen ihr und einer Alten, was böse Folgen hat für das junge Mädchen: Sie wird von der Alten mit deren Zauberstab in einen Stein aus Granit verwandelt.
Ob das Märchen ein gutes Ende hat, sei an dieser Stelle nicht verraten. Das kann man in “Sieben Tage, sieben Nächte“ nachlesen.
Vor der Pause trug Uta Franck außerdem die Märchen „Bruder Zapfen und Hagebuttenkind“ und „Die dunklen Vögel der Ruhelosen“ vor.

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„Pausengespräche“ – Foto: Gerd Taron

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„Mundschenk“ André von Hoerschelmann versorgt die Besucher mit Getränken – Foto: Gerd Taron

Nach der Pause folgten drei weitere Märchen.

Uta Franck ist ein „Küstenkind“ und stammt aus Schleswig-Holstein. Wen wundert es daher, wenn es dazu ein Märchen gibt? In „Der Aal und die Scholle“ wird die wundersame und berührende Liebesgeschichte eines Aals und einer Scholle erzählt.

Im letzten Märchen des Abends, das uns Uta Franck vorstellte, regierte „König Bleistift“. Es ist sehr modern, werden hier doch aktuelle Themen aus dem Bereich Natur, Umwelt und Klimawandel angesprochen.

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Die Illustratorin Barbara Heier-Rainer – Foto: Maren von Hoerschelmann

Das Buch enthält zauberhafte Illustrationen von Barbara Heier-Rainer. Zu Beginn stellte sie ihre Werke vor.
Ein lauer, unterhaltsamer, märchenhafter Sommerabend war viel zu schnell zu Ende.

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Zum Abschied gab es für alle Mitwirkenden ein kleines Dankeschön– Foto: Maren von Hoerschelmann

Wer eine weitere Lesung von Uta Franck mit ihrem neuen Buch erleben möchte, ist herzlich eingeladen am Sonntag, 18.09. ab 18 Uhr im Salon Café Chocolat bei Angelika Steiger, Sandweg 51 in Frankfurt-Bornheim/Ostend dabei zu sein.

Gerd Taron

Und wenn Sie jetzt fragen, welches Lieblingsmärchen von Uta Franck der Autor dieser Zeilen hat: Es ist schon lange her, dass es in „Kelkheimer Märchen und Sagen“ erschienen ist. Es heißt „Der Bücherprinz“….
Und wenn sie nicht gestorben sind …

Zum Buch:

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Sieben Tage, sieben Nächte Illustriert von Barbara Heier-Rainer

24,80 €
Format:
128 Seiten, Bild- und Textband
ISBN:978-3-95542-219-6

Sprache zum Klingen bringen – Sommerklänge mit dem Autor Thomas Berger bei Viola’s Bücherwurm in Kelkheim

Sprache zum Klingen bringen

Sommerklänge mit dem Autor Thomas Berger bei Viola’s Bücherwurm in Kelkheim

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Begrüßung durch Viola Christ-Ritzer von Viola’s Bücherwurm – Foto: Maren von Hoerschelmann

Kelkheim, 19.08.2016

Endlich gab es für mich wieder Gelegenheit, bei einer Lesung von Thomas Berger dabei zu sein. Er versteht immer wieder auf besondere Weise, Worte zum Klingen zu bringen. Davon konnten sich die Zuhörerinnen und Zuhörer in der vollbesetzten Buchhandlung „Viola’s Bücherwurm“ in der Bahnstraße 13 in Kelkheim überzeugen.

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Foto: Maren von Hoerschelmann

Mit der Sprachakrobatik von Thomas Berger bekommen Worte manchmal unverhoffte neue Bedeutungen.

Das unterhaltsame und umfangreiche Programm umfasste die verschiedensten Disziplinen der deutschen Sprache. In den Tagen von Olympia sicher keine leichte Herausforderung. Von Gedichten, Erzählungen, Aphorismen bis zu Limericks war alles dabei.

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Foto: Maren von Hoerschelmann

Nachstehend seien einige Kostproben der verschiedenen „Sprach-Disziplinen“ aufgeführt:

Sehnlich

Komm
in den Schatten

Sprich leise
zu mir

mit Worten
dem Schweigen
vermählt

Horch
auf den Wind
im Bambushain

Laß mich
deine Seele
berührn

Aus der Disziplin „Aphorismen“:
„Worte reinigen sich im Tauchbad des Schweigens“
oder
„Gespräche, die allein vom Worte leben, hinterlassen keine Spuren“

Diese und viele andere Aphorismen finden sich bei Thomas Berger im Buch „Worte in Stein“

Thomas Berger präsentierte selbst verfasste Limericks. Der Limerick ist bekanntlich eine besondere Sprachform, die aus England stammt und auf den Ort Limerick zurückführt. In den Limericks spiegelt sich der angelsächsische Humor wider.
Hier zwei sehr schöne Beispiele aus dem Repertoire von Thomas Berger:
Es gab einen Sänger in Siegen
den störten beim Singen zwei Fliegen
Der einen ward sein Rachen zur Gruft
er sog sie tief ein mit der Luft
Die andere konnt er nicht kriegen.“

Ein anderes Beispiel:
„Es gab einen Mann in Hagen
der bestürmte den Schöpfer mit Fragen
Warum er den Menschen geschaffen
es nicht hat belassen beim Affen
Das lag Gott selbst schwer im Magen.“

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Viola Christ-Ritzer (links) und Maren von Hoerschelmann (rechts). Der dritte im Bunde, André von Hoerschelmann, ist hier leider nicht im Bild – Foto: Gerd Taron

Ein unterhaltsamer Abend ging viel zu schnell Ende. Ein herzliches Dankeschön gilt den wundervollen Gastgebern von Viola’s Bücherwurm mit Viola Christ-Ritzer, Maren von Hoerschelmann und André von Hoerschelmann.

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Am Ende gab es keine Medaille für Thomas Berger, aber wieder ein sehr schönes Geschenk als Erinnerung an diese Lesung.

Die nächste Lesung mit Thomas Berger kann man am Donnerstag, 08.09. ab 19 Uhr im Gimbacher Hof in Kelkheim im Rahmen „Literatur on Tour“ erleben. Unter dem Thema „Wort und Frucht – Lesung bei Apfelwein“ wird es sicher wieder ein unterhaltsamer Abend werden.

Wer mehr über den Autor Thomas Berger wissen möchte, findet hier viele weitere Informationen:
http://www.autor-thomas-berger.de/

Gerd Taron

Stimmungsvoller Zauber im Sommergarten – Die Farben des Sommers genießen

Stimmungsvoller Zauber im Sommergarten – Die Farben des Sommers genießen

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Kelkheim-Fischbach, 12.08.16

Besondere Abende im Sommergarten der Familie Albers sind schon wieder vorüber. An 3 Freitagen gab es die Möglichkeit zur Ruhe zu kommen und zu genießen. Das Wetter hatte ein Einsehen und nur ein kleiner Sommerregen am ersten Abend sorgte für etwas Feuchtigkeit.

Der „Herr des Hauses“ – Ralf Elzenheimer-Albers – ließ es sich nicht nehmen den jeweiligen Gästen seinen selbst gekelterten Apfelwein auszuschenken und damit zum Wohlbefinden beizutragen. Außerdem stellte er sich als Chauffeur für einige Gäste gerne zur Verfügung.

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Die Gastgeberin Connie Albers sorgte neben weiteren kulinarischen Genüssen auch für klangvolle Stimmung auf dem Monochord. Das Monochord ist ein altes Zupfinstrument, was bereits ein Herr Pythagoras im alten Griechenland kannte. Dazu konnten sich die Besucher mit Geschichten in andere Welten verzaubern lassen.

Das rote Strümpfchen

Als ich eines Tages wie immer traurig durch den Park schlenderte und mich auf einer Parkbank niederließ, um über alles nachzudenken, was in meinem Leben schief läuft, setzte sich ein fröhliches kleines Mädchen zu mir.
Sie spürte meine Stimmung und fragte:
„Warum bist du so traurig?“
„Ach“, sagte ich, „ich habe keine Freude im Leben. Alle sind gegen mich. Alles läuft schief. Ich habe kein Glück und ich weiß nicht, wie es weitergehen soll.“
„Hmmm“, meinte das Mädchen. „Wo hast du denn dein rotes Strümpfchen? Zeig es mir mal. Ich möchte da mal hineinschauen.“
„Was für ein rotes Strümpfchen?“, fragte ich sie verwundert. „Ich habe nur ein schwarzes Strümpfchen.“
Wortlos reichte ich es ihr.
Vorsichtig öffnet sie mit ihren zarten kleinen Fingern den Verschluss und sah in mein schwarzes Strümpfchen hinein. Ich bemerkte, wie sie erschrak.
„Es ist ja voller Alpträume, voller Unglück und voller schlimmer Erlebnisse!“
„Was soll ich machen? Es ist eben so. Daran kann ich doch nichts ändern.“
„Hier, nimm“, meinte das Mädchen und reichte mir ein rotes Strümpfchen. „Sieh hinein!“
Mit etwas zitternden Händen öffnete ich das rote Strümpfchen und konnte sehen, dass es voll war mit Erinnerungen an schöne Momente des Lebens. Und das, obwohl das Mädchen noch jung an Menschenjahren war!
Wo ist dein schwarzes Strümpfchen?“, fragte ich neugierig.
„Das werfe ich jede Woche in den Müll und kümmere mich nicht weiter darum“, sagte sie. „Für mich besteht der Sinn des Lebens darin, mein rotes Strümpfchen im Laufe des Lebens voll zu bekommen. Da stopfe ich so viel wie möglich hinein. Und immer wenn ich Lust dazu habe oder ich beginne, traurig zu werden, dann öffne ich mein rotes Strümpfchen und schaue hinein. Dann geht es mir sofort besser. Wenn ich einmal alt bin und mein Ende droht, dann habe ich immer noch mein rotes Strümpfchen. Es wird voll sein bis obenhin und ich kann sagen, ja, ich hatte etwas vom Leben. Mein Leben hatte einen Sinn!“
Noch während ich verwundert über ihre Worte nachdachte, gab sie mir einen Kuss auf die Wange und war verschwunden. Neben mir auf der Bank lag ein rotes Strümpfchen mit der Aufschrift: Für dich! Ich öffnete es zaghaft und warf einen Blick hinein. Es war fast leer, bis auf einen kleinen zärtlichen Kuss, den ich von einem kleinen Mädchen auf einer Parkbank erhalten hatte. Bei dem Gedanken daran musste ich schmunzeln und mir wurde warm ums Herz. Glücklich machte ich mich auf den Heimweg, nicht vergessend, mich am nächsten Papierkorb meines schwarzen Strümpfchens zu entledigen.

(nach Anna Egger, leicht geändert. Gefunden auf http://www.zeitzuleben.de)

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Gemeinsam mit dem Antiquar um die Ecke – Gerd Taron – gab es Geschichten aus alten Zeiten sowie natürlich auch passende Sommerabend-Gedichte.

An einem schönen Sommerabende

Lieblich senkt die Sonne sich,
Alles freut sich wonniglich
In des Abends Kühle!
Du gibst jedem Freud und Rast,
Labst ihn nach des Tages Last
Und des Tages Schwüle.
Horch, es lockt die Nachtigall,
Und des Echos Widerhall
Doppelt ihre Lieder!
Und das Lämmchen hüpft im Tal,
Freude ist jetzt überall,
Wonne senkt sich nieder!
Wonne in des Menschen Brust,
Der der Freud ist sich bewusst,
Die ihm Gott gegeben,
Die du jedem Menschen schufst,
Den aus nichts hervor du rufst
Auf zum ew’gen Leben.

Theodor Storm

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Die Katzendame „Witchie“ konnte dabei ebenfalls bestens entspannen.

Den zahlreichen Gästen an den jeweiligen Abenden sei für ihre Teilnahme und das wunderbare Miteinander gedankt. Besonders erwähnenswert war der Besuch einer 90 jährigen geh- und sehbehinderten Dame. Sie war an allen 3 Abenden dabei mit regem Interessen und Beiträgen dabei. Es war so inspirierend, dass aus den Anregungen der Abend zwei neue literarische Wochenendgruße entstanden.

Zum Schluss gilt mein besonderer Dank für die große Gastfreundschaft, die oben schon beschrieben wurde, an Connie Albers und ihrem lieben Mann Ralf.
Es waren unvergessliche Abende, die gerne wiederholt werden dürfen.

Gerd Taron

Fotos: Gerd Taron und Ralf Elzenheimer-Albers

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