Unverhofft kommt oft – Begegnungen am 1. Tag der Frankfurter Buchmesse

Frankfurt, 10.10.18

Am vergangenen Sonntag war ich noch mit den Autorinnen Connie Albers und Franziska Franz zum literarischen Buchmessen-Spaziergang rund um den Frankfurter Hauptbahnhof unterwegs. Sie präsentierten dort Ihre neuesten Werke: „Umarmt von Deinem Engel“ (Connie Albers) und „Tod in der Fabrik“ (Franziska Franz).

Connie Albers (https://www.connie-albers.de/ ) in gespannter und freudiger Erwartung auf dem Weg zu ihrer ersten Buchmesse

Einmal kommt im Leben immer das erste Mal – so auch für Connie Albers. Noch nie war sie bisher auf der Frankfurter Buchmesse. In Halle 3.1/J19 auf dem Gemeinschaftsstand der kleinen Verlage sollte sie ihr neues Buch „Umarmt von Deinem Engel“ im Brighton-Verlag präsentieren. Ich hatte die große Freude die Buchmessennovizin ein wenig zu begleiten.

Es wurde ein Tag mit vielen und ungewöhnlichen Begegnungen für Connie Albers und mich.

Im Zug, der uns von Kelkheim-Hornau zum Frankfurter Hauptbahnhof brachte, traf ich eine ältere Nachbarin aus unserem Ort. Sie war unterwegs mit einer Freundin zu einer Schiffstour in den Rheingau. Bei diesem spätsommerlichen Traum-Wetter hätte ich am liebsten mit den beiden getauscht. Dabei erfuhr ich einige interessante und traurige Neuigkeiten. Es war kein „Dorftratsch“, sondern vor allem bedauernswerte Entwicklungen. Unser Dorfbäcker schließt zu Weihnachten seine Bäckerei.

Foto: Gerd Taron

Mit bequemen Schuhen, die für einen Besuch der Buchmesse unbedingt notwendig sind, erkundete Connie Albers mit mir die Vielfalt der Aussteller.

Nach einem ersten kleinen Rundgang kamen wir zurück an dem Stand, wo Connie Albers ihr Buch ausgestellt hatte. Genau an diesem Ort und zu diesem Zeitpunkt begegneten uns Viola Christ-Ritzer und Maren von Hoerschelmann von Viola’s Bücherwurm in Kelkheim.

Viola Christ-Ritzer (links), Connie Albers (Mitte), Maren von Hoerschelmann (rechts)

Die Freude war bei allen riesengroß, wie man auf dem Foto erkennen kann.

Zwischenzeitlich unternahm ich eine kurze Erkundung durch die Hallen. Bei der Rückkehr am Stand gab es die nächste sehr erfreuliche Begegnung. Eine Engelfreundin hatte das Buch von Connie Albers entdeckt. Das schönste für eine Autorin oder Autor ist das Signieren des eigenen Buches. So geschah es.

Connie Albers mit einer glücklichen Leserin beim Signieren

StadtLesen (https://www.stadtlesen.com/ )

Bei herrlichem Sonnenschein verbrachten wir die restliche Zeit auf dem Freigelände.

Beim Buchmessen-Neuling Connie Albers schwanden dann doch die Kräfte. Das ist verständlich, wenn man die vielen Eindrücke aufnehmen will.

Autoren des Größenwahn-Verlages auf dem Stand von „Literaturland Hessen“

Mit Franziska Franz hatte ich mich zu einem Besuch auf dem Stand von „Literaturland Hessen“ verabredet. Dort werden vom Hessischen Literaturrat e. V. hessische Verlage präsentiert.

Die Autorin Franziska Franz (https://franziskafranz.wordpress.com/ )

Nicht nur bei Connie Albers und Franziska Franz auch bei mir schwanden die Kräfte. Einen Blick auf die Präsentation des Gastlandes Georgien wollte ich mir aber nicht entgehen lassen. Auf dem Weg dorthin traf ich auf dem Freigelände, wie fast jedes Jahr und nicht verabredet, einen lieben Kollegen: Norbert Eisenreich vom Taunus-Antiquariat aus Idstein.

Gastland Georgien

Die Frankfurter Buchmesse 2018 bietet wieder so viele Eindrücke, so dass ich morgen ein zweiten Versuch unternehmen werde, mich weiter inspirieren zu lassen.

Gerd Taron

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Ode an das Buch – Frankfurter Buchmesse 2018

Frankfurt, 09.10.18

Heute Abend wird die Frankfurter Buchmesse offiziell eröffnet. An den kommenden 3 Tagen, vom 10.10. bis 12.10., haben Fachbesucher die Möglichkeit, sich über die große Bücherwelt zu informieren und auszutauschen. Am Wochenende 13.10./14.10 ist die Buchmesse für alle Bücherfreunde geöffnet.

Die Faszination des Buches ist ungebrochen. Unzählige Neuerscheinungen gibt es jedes Jahr. Und welcher Bücherfreund kann da widerstehen?

Pablo Neruda hat dies in „Ode an das Buch“ sehr schön beschrieben:

Ode an das Buch

Buch, herrliches Buch, du winziger Wald, Blatt an Blatt, nach Urstoff duftet dein Papier, morgendlich bist du und nächtlich, kornhaft und ozeanisch, Bärenjäger füllen deine uralten Seiten, offenes Feuer am Mississippi, Kanus auf den Inseln, später Wege und Wege, Entdeckungen, Völker im Aufruhr, wie ein blutender verwundeter Fisch zuckend im Schlamm: Rimbaud, und die Schönheit der Brüderlichkeit, Stein um Stein erhebt sich das Menschenschloß, Schmerzen weben die Standfestigkeit, solidarische Taten, geheimes Buch von Tasche zu Tasche heimliche Leuchte, blutroter Stern.

Allen Besuchern wünsche ich viele schöne Erlebnisse und Begegnungen. Morgen und am Freitag werde ich mich auf der Buchmesse umschauen und umhören. Davon wird es dann auch Berichte geben, die ich auf meiner WordPress-Seite und auf facebook veröffentliche.

Gerd Taron

Literarischer Spaziergang zur Buchmesse am Sonntag, 07.10.18 ab 14 Uhr

Stellen Sie sich vor, es wäre Frankfurter Buchmesse und keiner geht hin. Undenkbar? Ja, das kann sich kein Bücherfreund vorstellen.

So wird es auch nicht kommen. Von Mittwoch, 10.10. bis Freitag, 12.10. können sich Fachbesucher und am Samstag, 13.10. und Sonntag, 14.10. alle anderen über die Vielfalt der präsentierten Bücherwelt freuen.

Zwei Autorinnen, Franziska Franz und Connie Albers, präsentieren ihre Bücher und Werke und lesen auf einen literarischen Spaziergang rund um den Frankfurter Hauptbahnhof aus Ihren Werken.

Treffpunkt des Spaziergangs: Frankfurt Hauptbahnhof, Gleis 1, Nebenausgang Mannheimer Straße – am kleinen Supermarkt

Von dort gehen wir ins nahe gelegene Behördenzentrum, wo sich unter anderem das Arbeits- und Sozialgericht befinden. Hier wird Franziska Franz aus ihrem Krimi „Tod in der Fabrik“ lesen.

Beim Gang durch das Gutleutviertel gibt es eine Kurzgeschichte über eine Buchhandlung.

Angekommen am Main präsentiert Connie Albers engelhaftes.

Beim Abschluss im Café Nussknacker werden uns dann viele kleine Engel begegnen.

Wir freuen uns auf viele interessierte Teilnehmer.

Mit literarischen Grüßen

Gerd Taron

Unser tägliches Brot – Literarischer Wochenendgruß vom 05.10.18

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,

in der vergangenen Woche hatte ich die große Freude nach langer Zeit wieder hinter den Kulissen unserer Dorfbäckerei in Kelkheim-Fischbach zu schauen.

Bäckermeister Bernd Wittekind gab mir die Gelegenheit, anlässlich des Erntedankfestes, der in den christlichen Kirchen am vergangenen Sonntag gefeiert wurde, neu und dankbar über unser tägliches Brot nachzudenken.

Alle Fotos mit Ausnahme des letzten sind in seiner Bäckerei entstanden.

Man kann sein Brot mit gar nichts essen.
Mit nichts als Licht und Luft bestreut.
Gefühle, die man ganz vergessen,
Geschmack und Duft der Kinderzeit,
Sie sind im trocknen Brot beschlossen,
wenn man es unterm Himmel isst.
Doch wird die Weisheit nur genossen,
wenn man den Hunger nicht vergisst.

Eva Strittmatter

DAS BROT

Ich selber war ein Weizenkorn.
Mit vielen, die mir anverwandt,
lag ich im lauen Ackerland.
Bedrückt von einem Erdenkloß,
macht’ ich mich mutig strebend los.

Gleich kam ein alter Has gehupft
und hat mich an der Nas gezupft,
und als es Winter ward, verfror,
was peinlich ist, mein linkes Ohr,
und als ich reif mit meiner Sippe,
o weh, da hat mit seiner Hippe
der Hans uns rundweg abgesäbelt
und zum Ersticken festgeknebelt
und auf die Tenne fortgeschafft,
wo ihrer vier mit voller Kraft
im regelrechten Flegeltakte
uns klopften, dass die Scharte knackte!

Ein Esel trug uns in die Mühle.
Ich sage dir, das sind Gefühle,
wenn man, zerrieben und gedrillt
zum allerfeinsten Staubgebild’,
sich kaum besinnt und fast vergisst,
ob Sonntag oder Montag ist.
Und schließlich schob der Bäckermeister,
nachdem wir erst als zäher Kleister
in seinem Troge bass gehudelt,
vermengt, geknebelt und vernudelt,
uns in des Ofens höchste Glut.
Jetzt sind wir Brot. Ist das nicht gut?
Frischauf, du hast genug, mein Lieber,
greif zu und schneide nicht zu knapp
und streiche tüchtig Butter drüber
und gib den andern auch was ab!

Wilhelm Busch

„Eines Tages ging ein armer junger Mann von Tür zu Tür, um Waren zu verkaufen, damit er sein Studium finanzieren konnte. Er stellte fest, dass er nur noch ein 10-Cent-Stück besaß und er hatte Hunger. Daher beschloss er, im nächsten Haus um etwas zu bitten. Doch als dort eine hübsche junge Frau die Tür öffnete, verließ ihn der Mut. Anstatt um eine Mahlzeit bat er nur um ein Glas Wasser.

Die Frau sah, dass er hungrig war, und brachte ihm ein großes Glas Milch und einige belegte Brote. Er aß und trank langsam und fragte dann: „Was bin ich Ihnen dafür schuldig?“ „Sie brauchen mir gar nichts dafür zu bezahlen“, antwortete sie. „Mama hat uns beigebracht, dass wir niemals akzeptieren sollen, dass man uns für eine Freundlichkeit etwas bezahlt.“

Er antwortete: „Dann danke ich Ihnen von Herzen.“ Als er das Haus verließ, fühlte sich Robert nicht nur körperlich gestärkt, sondern er spürte auch, wie er seine Zuversicht wiedergewann. Er hatte kurz davor gestanden, aufzugeben.

Einige Jahre später wurde diese junge Frau ernsthaft krank. Die Ärzte in ihrem Ort wussten nicht mehr weiter. Sie schickten sie in die nächste Großstadt und baten die Spezialisten, die Behandlung dieser seltsamen Erkrankung zu übernehmen.

Dr. Robert Schmidt wurde gerufen, um sich die Patientin anzusehen. Als er den Namen der Stadt hörte, aus der sie stammte, blitze ein seltsames Funkeln in seinen Augen auf. Er stand sofort auf und machte sich auf den Weg zu ihrem Zimmer. In seinem weißen Kittel trat er an ihr Bett. Er erkannte sie sofort wieder. Dann ging er wieder in sein Büro zurück, fest entschlossen, sein Bestes zu geben, um ihr Leben zu retten. Von diesem Tag an kümmerte er sich mit ganz besonderer Aufmerksamkeit um ihren Fall.

Nach einem langen Kampf war die Schlacht schließlich gewonnen. Dr. Schmidt bat darum, dass die abschließende Rechnung zuerst ihm zur Prüfung vorgelegt würde. Er sah nur kurz darauf, schrieb dann eine Bemerkung an den Rand und schickte die Rechnung ins Krankenzimmer. Die Frau fürchtete sich davor, sie zu öffnen, weil sie sicher war, dass sie den Rest ihres Lebens damit verbringen müsste, sie vollständig abzubezahlen.

Endlich öffnete sie doch den Umschlag. Etwas Handgeschriebenes auf dem Rand der Rechnung fesselte sofort ihre Aufmerksamkeit.

Sie las die Worte: „Vollständig bezahlt mit einem Glas Milch und einigen Broten, gez. Dr. Robert Schmidt.“

Tränen der Freude schossen ihr in die Augen, und ihr Herz betete voller Freude: „Danke, mein Gott, dass Deine Liebe durch die Herzen und die Hände von Menschen ausströmt.“

(Autor leider unbekannt)

Der Geruch des Brotes ist der Duft aller Düfte. Es ist der Urduft unseres irdischen Lebens, der Duft der Harmonie, des Friedens und der Heimat.

Jaroslav Seifert, tschechischer Schriftsteller und Nobelpreisträger 1984

Erde, die uns dies gebracht

Erde, die uns dies gebracht,
Sonne, die es reif gemacht.
Liebe Sonne, liebe Erde,
euer nie vergessen werde.
Wir haben volle Teller
und voll sind Scheune und Keller,
wir leiden keine Not.
Gesichert ist das Brot,
die Äpfel sind knallrot
und auch der süße Wein
lief rein ins Fass hinein.
Die Ernt‘ ist geborgen,
wir haben keine Sorgen,
drum sei heut Dank gebracht,
Sonne, die es reif gemacht.
Liebe Sonne, liebe Erde,
euer nie vergessen werde !

Christian Morgenstern


Foto: Bruder Paulus

Schenk mir das Fingerspitzengefühl,
um herauszufinden, was erstrangig ist.
.
Bewahre mich vor dem Glauben,
es müsse alles glatt gehen im Leben.
.
Erinnere mich daran,
dass das Herz oft gegen den Verstand streikt.
.
Schicke mir im rechten Augenblick
jemand, der den Mut hat,
mir die Wahrheit über die Liebe zu sagen.
.
Gib mir das tägliche Brot für Leib und Seele,
auf offener Straße eine Geste deiner Liebe,
ein freundliches Echo,
und wenigstens hin und wieder
das Erlebnis,
dass ich gebraucht werde.
.
Mache aus mir einen Menschen,
der einem Schiff mit Tiefgang gleicht,
um auch die zu erreichen,
die unten sind.
.
Gib mir nicht, was ich wünsche,
sondern, was ich brauche.”
.
Antoine de Saint Exupéry

Ich wünsche Ihnen bei Ihren Unternehmungen an diesem Wochenende viel Freude und Dankbarkeit für das was wir haben.
Ihr/Euer

Gerd Taron

Zwei Veranstaltungshinweise in eigener Sache:

Sonntag, 07.10.18 ab 14 Uhr Literarischer Spaziergang zur Buchmesse. Weitere Informationen finden Sie hier:

https://gerdtaronantiquariat.wordpress.com/2018/10/03/zwischen-hoelle-und-himmel-literarischer-buchmesse-spaziergang-am-sonntag-07-10-ab-14-uhr-mit-franziska-franz-und-connie-albers-rund-um-den-frankfurter-hauptbahnhof/

Sonntag, 14.10.18 um 12:45 Uhr – Literarischer Erntedank-Spaziergang auf dem Rettershof anlässlich des Erntedank- und Handwerkerfestes

Zwischen Hölle und Himmel – Literarischer Buchmesse-Spaziergang am Sonntag, 07.10. ab 14 Uhr mit Franziska Franz und Connie Albers rund um den Frankfurter Hauptbahnhof

Treffpunkt Gleis 1 Nebenausgang Mannheimer Straße

Frankfurt am Main, 03.10.18

Liebe Bücherfreunde,

in wenigen Tagen ist es soweit – die Frankfurter Buchmesse lädt wieder zur großen Bücherschau ein. Bekannte und weniger bekannte Autoren kann man dort begegnen.

Wie in den Jahren zuvor gibt es dazu von mir einen literarischen Buchmessen-Spaziergang rund um den Frankfurter Hauptbahnhof, der wieder im Café Nussknacker in der Karlsruher Straße 5 endet.

In diesem Jahr habe ich zwei Autorinnen eingeladen, die so vielseitig und gegensätzlicher nicht sein könnten und auf der Buchmesse vertreten sind: Franziska Franz und Connie Albers.

Franziska Franz (https://franziskafranz.wordpress.com/ :

Connie Albers (https://www.connie-albers.de/Herzlich-willkommen-ar-.htm

Franziska Franz wird beim Spaziergang ihren Kriminalroman „Tod in der Fabrik“ vorstellen.

Connie Albers präsentiert Ihre Engel, unter anderem auch aus ihrem Buch „Umarmt von Deinem Engel“.

Zur Einleitung gibt es Kurzgeschichten, warum Buchhandlungen so spannend sein können, unter anderem von George Orwell.

Franziska Franz, Connie Albers und ich freuen uns auf ein Kennenlernen und Wiedersehen am Sonntag am Frankfurter Hauptbahnhof.

Ihr/Euer

Gerd Taron

Hier folgen Informationen zu ihren Büchern:

Franziska Franz

Brokatbook Verlag
320 Seiten, Taschenbuch, Ebook
1.Auflage, Juli 2018
sofort lieferbar
EAN 9781717862969
10,50 € [D]

Connie Albers:

Umarmt von Deinem Engel – Connie Albers

Gebundene Ausgabe: 111 Seiten
• Verlag: Brighton Verlag GmbH; Auflage: 1. (11. Dezember 2017)
• Sprache: Deutsch
• ISBN-10: 3958764819
• ISBN-13: 978-3958764811