Im Verborgenen – Literarischer Wochenendgruß vom 25.05.18

Im Verborgenen – Literarischer Wochenendgruß vom 25.05.18

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

unser Alltag ist oft überfüllt mit vielen Dingen. Im Zeitalter der Masseninformationen, übersehen, überhören wir die Kleinigkeiten. Es sind oft Schätze, die im Verborgenen liegen und wir so manches Mal nicht mehr wahrnehmen können. Nehmen wir uns doch wieder einmal die Zeit darauf zu achten. Dazu möge der neue Wochenendgruß sie inspirieren.

Foto: Gerd Taron

Im Verborgenen

Was lange flüssig war, gerinnt unter deinen Füßen
und wird feste, rote Erde.
Aus ihr wachsen Blumen voller Licht.
Kelch an Kelch stehen sie da, reichen sich dir,
und du füllst und leerst sie mit deiner Sehnsucht.
Deine Seele singt nicht mehr Strophen und Verse,
sondern in Freiheit spricht und singt sie
alle Sprachen des Muts.
In einem Anflug von Himmel erkennt sie,
dass sie aus der Unendlichkeit stammt
und ihre Tiefe unermesslich ist.
Du bewegst dich durch Dornen und Wind
als Königin deiner wachsenden Welt.
Du siehst Gott in die Augen und erkennst,
dass du so alt bist wie er.
Ihr teilt ein Herz und ein Wesen.
Überallhin sind die Wege offen,
nur du kannst sie schließen.
Im Verborgenen, wo du nur du bist,
entsteht alles, was du geträumt hast.

Ulrich Schaffer

Foto: Gerd Taron

KLEINIGKEITEN

Kleinigkeiten, das Große dieser
Welt!
Im Verborgenen zu Hause –
immer ein Glücksstrahl, der unser
Dasein erhellt!

Ein Sonnenfunken, der den Tag
begrüßt
inmitten dunkler Wolken,
der ohne Wenn und Aber allein nur
Licht und Glanz bemüht!

Ein Blümchen, das im Grünen seine
Pracht voll zeigt,
ein Baum im Rauschen des Windes –
all das in seiner wahren
Ursprünglichkeit verbleibt!

Ein beherztes Lachen vom
Gegenüber,
Vertrauen und Fröhlichkeit –
ohne, dass List und Tücke winken
herüber!

Worte, behutsam und fromm –
eine Brücke im Meer der
Befindlichkeiten,
was immer da auch komm`!

Das Licht der Kleinigkeiten
schimmert überall –
ein Blick, eine Geste
können Hoffnung machen im noch
so düsteren Fall!

Solch` kleines Glück wird
immer das Große sein,
wenn man bereit ist,
sich von jeder Oberflächlichkeit
zu befrei`n!

von Marita Kaminski

Foto: Gerd Taron

Gedanken beim Sonnenuntergang am Meer

Tieftaucher
dir offenbart sich
die faszinierende Unterwasserwelt
der Meerestiefe –
für Menschen der Oberfläche
zeitlebens verborgen
Wer die Liebe
nicht wagt
schwimmt oben
eingeklemmt
zwischen Handy und Tele
Geld und Macht
plätschert nur in der
Mitte der Farben
Kaulquappe
im Tümpel des Lebens.
Menschsein heißt
Wagen:
Sonne und Dunkel
Liebe und Tiefe
Freude und Trauer.
Edelsteine
liegen nicht
auf der Straße herum.
Und du erfährst
dann wieder
der Ozean trägt
der Himmel sieht dich
Du vertraust
du liebst
und alles ist dir geschenkt.

Lissy Theissen

Foto: Gerd Taron

Überwinde Barrieren,
reiße Mauern ein.
Öffne Herzens- Türen
und erkunde andere Seelen- Welten.
Sieh, wieviel Schönheit
im Verborgenen liegt.

Anne M. Pützer

Foto: Gerd Taron

Der kleine Zauber

In kleinen Funken,
überall liegt sie verborgen.
Die Magie,
der kleine Zauber.
Schleicht sich immer mal wieder langsam an,
mit Bedacht.
Ob Tag oder Nacht.
Fesselt mich,
zieht mich in ihren zart reizenden Bann.
Taste mich langsam,
behutsam vor.
Lasse mich entführen,
möchte die leichte Wärme des Zaubers spüren.

ⒸText by Lisa Katharina Bechter

Foto: Gerd Taron

Gib acht auf Deine Träume,
in dem Du an sie denkst wie an Freunde.

Genieße die Schönheit des Augenblicks,
das Flüstern des Windes, das Plätschern einer Quelle,
den geheimnisvollen Halbschatten des Unterholzes.
Lauf durch das hohe Gras, höre die Ameisen reden,
die nie den alten Weg vergaßen.
Suche einen Baum, berühre die Blätter.
Das ist ein Blatt
sieh her, es ist grün, es hat Adern,
so ist es geformt, greif´s an!
Berühre das Blatt, der Zweig zittert mit .
Deine Hand greift ungestüm, zärtlich
nach dem, was ich ihr zeige.
Sei wie ein Kind mit einem Staunen über alle Dinge
und die Zeit wird still stehen.
Erwarte nichts von den anderen, wenn Du selbst
noch nichts gegeben hast. Betrachte die
Welt nicht mehr voller Unruhe, dann strahlt
das Licht des Tages aus Deinen Augen,
sie sind der Spiegel Deiner Seele.
Nur auf dem Pfad der Nacht erreichst
Du die Morgenröte.

[© unbekannt]

Ich wünsche Ihnen, dass Sie am Wochenende Ihre Schätze im Verborgenen entdecken und sie mit anderen teilen.

Ihr/Euer

Gerd Taron

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