Weniger ist mehr – Literarischer Wochenendgruß vom 13.04.18

Weniger ist mehr – Literarischer Wochenendgruß vom 13.04.18

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

haben Sie schon Ihren Frühjahrsputz erledigt? Und haben Sie sich dabei gewundert, was alles so zum Vorschein kam? Dabei meine ich nicht nur die etwas (?) verschmutzten Ecken, sondern auch Gegenstände und Dinge, die nach langer Zeit wieder das Tageslicht erblicken.

Ein Aufräumen zu gewissen Zeiten ist wichtig, um neue Klarheit für das eigene Leben zu gewinnen. Das gilt nicht nur für materielle Dinge.

Jetzt, wo die Natur zu neuer Schönheit erwacht, kann uns dies neu motivieren, alten Ballast abzuwerfen und mit neuem Schwung in den Frühling zu starten.

Foto: Gisela Michaelis

Vergiss nicht – man benötigt nur wenig, um ein glückliches Leben zu führen.

Marc Aurel

Foto: Sabine Barde

Menschen gibt´s, die von dem Vielen, das sie haben, wenig geben – und es nur um der Anerkennung willen tun-, und ihr geheimer Wunsch macht ihre Gabe unbekömmlich.
Und Menschen gibt´s, die wenig haben und es restlos hingeben.
Sie sind diejenigen, die an das Leben und des Lebens Fülle glauben, und ihre Truhe wird niemals leer.
Menschen gibt´s, die voller Freude geben, und diese Freude ist ihr Lohn…
Sie geben so, wie die Myrte im Tal dort drüben atmend ihren Duft verbreitet.
Durch solcher Menschen Hand spricht Gott, und aus ihren Augen lächelt Er nieder auf die Welt.

Khalil Gibran

Foto: Lissy Theissen

Checkliste fürs Glück:
.
❍ wandern in der freien Natur
❍ essen, wenn man Hunger hat
❍ radfahren und im Garten arbeiten
❍ sprechen mit Pflanzen
❍ pfeifen mit Vögeln
.
Du bekommst Augen für die Wunder
um dich herum.
Du wirst weniger verbrauchen,
aber mehr und bewusster genießen.
Ein Butterbrot schmeckt wunderbar.
Ein Glas frisches Wasser kann ein Fest sein.
Mit wenig zufrieden sein
und viel genießen
sind die Kunst und das Glück
von freien Menschen.

Phil Bosmans,

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Menschen führen Menschen zum Licht, zu einem neuen Lebensstil: Menschen, die sich befreien lassen von Habsucht und Hass. Menschen, die nicht länger an Gewehrläufe glauben. Menschen, die mit wenig zufrieden sind und Zeit für Dinge haben, die kein Geld bringen. Menschen, die keinen Palast brauchen, um prächtig zu leben, und kein dickes Portemonnaie, um gemeinsam Feste zu feiern. Menschen, die Blumen sehen, die Vögel zwitschern hören, die wie ein Kind spielen und in einem Sessel einschlafen können. Liebe Menschen mit viel Licht in Häusern, in Dörfern und Städten.

© Phil Bosmans (1922 – 2012),
belgischer Ordenspriester,
Telefonseelsorger und Schriftsteller,
›der moderne Franziskus‹

Foto: Brina Stein

Seesterne

Immer, wenn wir denken, wir können nur wenig bewirken, sollten wir an diese Geschichte denken.

Ein Mann schlenderte an einem einsamen Strand in Asien dem Sonnenuntergang entgegen. In der Ferne bemerkte er einen Einheimischen, der sich immer wieder bückte, etwas aufhob und weit ins Meer hinaus warf. Als er näher kam, erkannte er, dass der Mann angeschwemmte Seesterne auflas und ins Wasser warf. Erstaunt fragte er ihn, was er da mache.

„Ich werfe Seesterne zurück ins Meer. Wie du siehst, ist gerade Ebbe, und die Seesterne bleiben am Strand liegen. Wenn ich sie nicht zurückwerfe, sterben sie.“

„Hm, ich verstehe. Aber es müssen doch Tausende hier am Strand herumliegen. Du kannst sie doch unmöglich alle aufsammeln. Und außerdem werden an der ganzen Küste Seesterne angeschwemmt. Weitaus mehr, als du retten kannst. Da macht es doch keinen Unterschied, ob du dich bemühst oder nicht.“

Der Einheimische bückte sich lächelnd, hob einen weiteren Seestern auf und warf ihn zurück ins Meer: „Für diesen hier macht es wohl einen Unterschied!“

Verfasser unbekannt

Foto: Gerd Taron

Rezept
Jage die Ängste fort
Und die Angst vor den Ängsten.
Für die paar Jahre
Wird wohl alles noch reichen.
Das Brot im Kasten
Und der Anzug im Schrank.
Sage nicht mein.
Es ist dir alles geliehen.
Lebe auf Zeit und sieh,
Wie wenig du brauchst.
Richte dich ein.
Und halte den Koffer bereit.
Es ist wahr, was sie sagen:
Was kommen muß, kommt.
Geh dem Leid nicht entgegen.
Und ist es da,
Sieh ihm still ins Gesicht.
Es ist vergänglich wie Glück.
Erwarte nichts.
Und hüte besorgt dein Geheimnis.
Auch der Bruder verrät,
Geht es um dich oder ihn.
Den eignen Schatten nimm
Zum Weggefährten.
Feg deine Stube wohl.
Und tausche den Gruß mit dem Nachbarn.
Flicke heiter den Zaun
Und auch die Glocke am Tor.
Die Wunde in dir halte wach
Unter dem Dach im Einstweilen.
Zerreiß deine Pläne. Sei klug
Und halte dich an Wunder.
Sie sind lang schon verzeichnet
Im großen Plan.
Jage die Ängste fort
Und die Angst vor den Ängsten.

Mascha Kaléko

Ein sonniges frühlingshaftes Wochenende mit dem Blick für die kleinen Dinge in unserer Welt wünscht Ihnen

Ihr/Euer

Gerd Taron

PS: Zwei Veranstaltungstipps für die kommende Woche:

Freitag, 20.04.2018 – 19 Uhr
Die Kreuzfahrtautorin BRINA STEIN liest aus „JAHRESAUSKLANG IN TRAVEMÜNDE – WELLENGEFLÜSTER AN DER OSTSEE“.
In der Buchhandlung Viola’s Bücherwurm , Bahnstraße 13, 65779 Kelkheim

Der Kostenbeitrag von 5 Euro wird der „Stiftung Bärenherz“ in Wiesbaden zur Verfügung gestellt..
Um die Planung zu erleichtern, bittet die Buchhandlung um Platzreservierung. Kurzentschlossene Gäste sind jederzeit willkommen.
Tel.: 06195 – 900818, e-mail: violas-buecherwurm@t-online.de

Sonntag, 22.04.2018 – Beginn: 15 Uhr – Ende: ca. 16:30 Uhr

Lesung „Sara und die Regentage“ – mit der Autorin Franziska Franz

Treffpunkt: Am Großen Parkplatz am Rettershof

Die Autorin Franziska Franz stellt an verschiedenen Plätzen rund um den Rettershof ihren neuen Roman vor. In ihrem Buch treffen sich eine Konzertmeisterin und ein Kunstgalerist in Wien auf ungewöhnliche Weise. Was dieses Treffen für mögliche Folgen hat, kann man bei einem Spaziergang in der freien Natur erfahren.

Zum Abschluss besteht die Möglichkeit, im Landgasthof „Zum fröhlichen Landmann“ am Rettershof mit der Autorin zu verweilen.

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