Reden wir miteinander – Literarischer Wochenendgruß vom 09.03.18

Reden wir miteinander – Literarischer Wochenendgruß vom 09.03.18

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,

haben Sie heute schon getwittert in aller Kürze? Im Zeitalter der sozialen Medien heißt es doch oft: Fasse Dich kurz! In vergangenen Zeiten gab es für besondere wichtige Nachrichten das Telegramm. Einige werden es vielleicht noch kennen.

Persönliche Informationen wurden im Gespräch, im Gegenüber, im Miteinander ausgetauscht. Da wird und kann kein noch so guter Algorithmus aus der Computerwelt dem etwas entgegensetzen.

Mimik, Gestik, Stimme sind Merkmale für eine menschliche Kommunikation. Ich freue mich, dass es in meinem Umfeld immer mehr wieder zum Telefon gegriffen wird statt eine E-Mail zu versenden oder sich über soziale Medien auszutauschen.

Wenn es die räumliche Nähe zulässt ist natürlich eine persönliche Begegnung die beste Kommunikation. Diese Zeit sollten wir uns nehmen, auch wenn es bei den vielfältigen Aktivitäten manchmal schwierig erscheint.

Die nachfolgenden Texte und Fotos mögen wieder neue Inspirationen für Ihren Alltag geben.

Ein Projekt des Café Anschluss in Frankfurt am Main-Dornbusch (www.cafe-anschluss.de)

Heute wird so viel geredet
wie noch nie.
Über die Köpfe der Menschen hinweg
rollt eine Lawine leerer Worte
wie noch nie.
.
Jeder will reden.
Jeder will das Wort.
Jeder will Mitspracherecht.
.
Aber nur wenige haben etwas zu sagen.
Weil wenige die Stille und die Spannung
des Denkens aushalten können.
.
Sei liebevoll mit deinen Worten.
Worte sollen »Licht« sein,
Worte sollen versöhnen,
einander näher bringen,
Frieden stiften.
.
Phil Bosmans

Foto: Gerd Taron

Die weise Bank

Ein Flüstern im Vorübergehen
drang in mein Ohr, sah sie da stehen
Ganz leise hörte ich sie reden:
Komm her, ich spreche nicht mit jedem!
Ich öffnete mich ihrem Plauschen
fühlte die Zeit vorüber rauschen
schon viele Menschen, auf ihr weilten
oder an ihr vorüber eilten
Sie hörte all ihre Geschichten
und konnte mir so viel berichten
von ihren Sorgen und den Nöten
und manches ließ sie auch erröten
Sie sah die Menschen, wie sie waren
und konnte vieles schon erfahren
über das Leben hier auf Erden
sie könnte glatt Psychiater werden!
Könnte sie sprechen, würd´ sie sagen:
Du kannst das Leid der Welt nicht tragen
Höre den Menschen einfach zu
sei mit ihnen in aller Ruh´
Gib keine Antwort ohne Fragen
lass sie sich selbst die Antwort sagen
denn sie alleine können wissen
wie sie ihr Leben leben müssen …

Cäcilia Wentker

Autoren im Gespräch – hier: Franziska Franz und Rainer Franke – Foto: Gerd Taron

Wenn du authentisch lebst,
ganz und gar versuchst zu sein,
was du bist und kannst,
strahlst du,
geht Licht und Wärme von dir aus,
wirkst du.

Wenn du authentisch lebst,
schaffst du eine Atmosphäre,
in der sich Menschen wohlfühlen,
einander begegnen,
miteinander reden,
füreinander da sind.

Wenn du authentisch lebst,
echt und ehrlich bist,
Anteil nimmst und gibst,
schaffst du neue Möglichkeiten,
eine neue Welt.

Max Feigenwinter

Köstlichkeiten im Hospizverein Lebensbrücke anlässlich der Vernissage von Connie Albers „Umarmung“ – (http://www.hospizverein-lebensbruecke.de/

Wie wäre es?

Neues Essen zu probieren,
auch wenn unser Gaumen sich zuerst dagegen wehrt.
Neue Autoren zu lesen,
um eine andere Sicht der Welt zu spüren.
Neue Ferienziele zu besuchen,
auch wenn wir uns an alten sicherer fühlen.
Neue Farben zu tragen,
auch wenn wir meinen, sie stünden uns nicht.
Neue Gedanken zu denken,
auch wenn uns die alten nur allzu bekannt sind.
Andersartige Menschen, als die, die wir kennen,
in unseren Freundeskreis aufzunehmen.
Mehr als je zuvor allein zu sein,
um besser nach innen hören zu können.
Ahnen, anstatt zu wissen,
hören, anstatt zu reden.

Ulrich Schaffer

Michael Forst und Anneliese Druhm bei einer Lesung von Anne Zegelman „glueckskind“ – Foto: Gerd Taron

Miteinander reden und lachen,
sich gegenseitig Gefälligkeiten erweisen,
zusammen schöne Bücher lesen,
sich necken dabei, aber auch sich Achtung erweisen,
mitunter auch streiten – ohne Hass,
so wie man es wohl einmal mit sich selbst tut,
manchmal in den Meinungen auseinander gehen
und damit die Eintracht würzen,
einander belehren und voneinander lernen,
die Abwesenden schmerzlich vermissen,
die Ankommenden freudig begrüßen –
lauter Zeichen der Liebe und Gegenliebe,
die aus dem Herzen kommen,
die sich äußern in Miene, Wort
und tausend freundlichen Gesten
und wie Zündstoff den Geist in Gemeinsamkeit entfalten,
so dass aus den Vielen eine Einheit wird.

(Hl. Augustinus)

Ein Wochenende mit vielen schönen Gesprächen wünscht Ihnen

Ihr/Euer

Gerd Taron

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