Sara und die Regentage von Franziska Franz und Norbert J. Rottensteiner – Macht Regen glücklich? Eine Rezension

Sara und die Regentage von Franziska Franz und Norbert J. Rottensteiner – Macht Regen glücklich? Eine Rezension

Kelkheim-Fischbach, 06.03.18

Ein Buch, zwei Autoren, eine Geschichte – kann das gutgehen?

Es ist etwas ungewöhnlich, dass zwei verschiedene Autoren – Franziska Franz und Norbert J. Rottensteiner, die sich noch nie persönlich begegnet sind, zusammenfinden und eine unterhaltsame Geschichte entwickeln. Als Leser werden die Unterschiede im Schreibstil nicht deutlich. Es ist wie aus einer Feder.

Die Idee zum Titel des Buches stammt nebenbei bemerkt von Norbert J. Rottensteiner

Zentraler Ort ist die österreichische Hauptstadt Wien.

Auch das Hotel Sacher spielt eine kleine Nebenrolle – Hier eine symbolische Annäherung bei einer Lesung von Franziska Franz im Cafè Anschluss in Frankfurt – Foto: Gerd Taron

Foto: Gerd Taron

Ich war noch niemals in Wien

Franziska Franz war noch nie in Wien, wie sie auf ihren Lesungen erklärte. Und dennoch beschreibt sie Wien, als ob sie sich dort bestens auskennt. Das ist gekonnt.

Ihr Co-Autor Norbert J. Rottensteiner, lebt und arbeitet in Wien.

Handlung und Handelnde

Betrachten wir die handelnden Personen und die Handlung des Buches näher.

Da sind Sebastian Reger, ein Wiener Galeriebesitzer, und Sara Wenzel, eine Konzertmeisterin aus Deutschland, die der Beruf nach Wien verschlägt. Dort spielt im wahrsten Sinne der Worte „die erste Geige“ an der Wiener Oper. Dort steht in Kürze die Premiere mit Placido Domingo bevor.

Da ist Anna, die sehr fleißige und umsichtige Assistentin von Sebastian Reger. Sie studiert und hat ihre Zukunftspläne. Sie ist mehr als nur eine große Hilfe für Sebastian.

Da ist Anatol, der krächzende Kakadu, der umständehalber in der Galerie sein Zuhause gefunden hat und dank Anna nur mit Spezialfutter zu beruhigen ist.

Da ist Frau Sommer, die Vermieterin von Sara. Sie ist eine waschechte in die Jahre gekommene Wienerin mit allem Wiener Schmäh.

Und da ist die junge noch unentdeckte russische Künstlerin Nadeshda Simakova, die Sebastian zufällig aufspürt. Mit ihr hat er noch großes vor.

Zum Inhalt

In diesem schönen Wien treffen sich Sebastian Reger und Sara Wenzel auf eine etwas unkonventionelle Weise: Bei strömenden Regen kommt es zwischen den beiden zu einer folgenschweren Karambolage.

Daraus entwickelt sich eine amüsante und sehr unterhaltsame Liebesgeschichte, die von Anna und den anderen Protagonisten (siehe oben) begleitet wird.

Es gibt viel Aufregendes zwischen den beiden und um die beiden. Sebastian steht kurz vor einer besonderen Vernissage mit der noch unentdeckten jungen russischen Künstlerin Nadeshda Simakova. Sara fiebert ihrer Premiere als Konzertmeisterin an der Wiener Oper entgegen.

Das alles wird von den beiden Autoren sehr einfühlsam und fast zärtlich beschrieben. Kitschiger Liebesroman? – Fehlanzeige!

Gibt es ein Happy-End? Als Leser kann man es kaum erwarten, wie die Geschichte endet und es wird in dieser Rezension nicht verraten. Lesen Sie lieberselbst und lassen Sie Ihrer Phantasie freien Lauf..

Aus dem Buch seien zwei amüsante Passagen hier beispielhaft zitiert.

„Das Bett muss ich auf alle Fälle neu beziehen. Dann die Schmutzwäsche im Wäschekorb verschwinden lassen! Die Fenster weit öffnen, damit die frische, kühle Abendluft die abgestandene Zimmerluft vertreiben kann! Staubsauger anwerfen, um Teppiche rasch und effektiv zu säubern.
Was mache ich mit den beiden Geschirrbergen, die seit gut einer Woche die Spülbecken belagern?“

Sebastian in möglicher Erwartung eines Besuchs von Sara:

Ob diese „Probleme“ rechtzeitig gelöst werden können, erfährt der Leser im Laufe dieses Buches.

Und noch ein Bonmot:

„Ich bin froh über die frische Abendluft, die mir hier endlich entgegenströmt, denn ich bin reichlich benommen von den schweren Düften der Damenwelt, die wabernd die Säle der Galerie durchströmen. Sebastian hätte parallel einen Vertrag mit einer Parfümerie-Kette abschließen sollen.“.

Sara während der Vernissage von Nadeshda, der jungen russischen Künstlerin:

Einige Fragen stellen sich mir nach dem Lesen des Buches:

Ob Mann/Frau in Wien tatsächlich eine solche beeindruckende Galerie mit 6 Sälen findet?

Ob es Nadeshda, die junge begabte russische Malerin mit ihren farbenfrohen Werken wirklich gibt? In der Realität habe ich bereits einige Künstlerinnen, die sich ebenfalls durch ihre Farbenvielfalt auszeichnen, persönlich kennenlernen dürfen, wie zum Beispiel Lissy Theissen, Connie Albers, Margot Seibert oder Andreina Bonanni aus meinem persönlichen Umfeld.

Eine russische Künstlerin war noch nicht dabei.

Das Buch eignet sich gut als Beitrag zur deutsch-österreichischen Verständigung.

Franziska Franz ist als Autorin in vielfältiger Weise aktiv. Sie schreibt Kinderbücher (z. B. Hans Hase mit der langen Hase). Besonderer Beliebtheit erfreuen sich auch ihre Satzzeichenabenteuer. Auch ein Krimi soll in Vorbereitung sein, wie der Autor aus gut unterrichteter Quelle erfuhr.

Wer mehr über die Autorin wissen möchte, schaue auf ihrer Internetseite vorbei:

https://franziskafranz.wordpress.com/

Ich wünsche diesem sehr lesenswerten Buch eine große Leserschaft.

Gerd Taron

PS. Die Fotos sind bei Lesungen von Franziska Franz zu diesem Buch entstanden.

Informationen zum Buch

ISBN13-Nummer:
9783845923826
Taschenbuch
Preis: 11,95 Euro
Erschienen im AAVAA-Verlag
https://franziskafranz.wordpress.com/

Leseprobe unter: http://www.suchbuch.de/leseproben/belletristik/sara_und_die_regentage/5715

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