Vom Abnehmen oder weniger is(s)t mehr – Literarischer Wochenendgruß vom 16.02.18

Vom Abnehmen oder weniger is(s)t mehr – Literarischer Wochenendgruß vom 16.02.18

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

die närrischen Tage sind vorbei. Jetzt wird es ernst. Mehr oder weniger freiwillig nutzen die Menschen die Fastenzeit, um ihren Körper wieder in die Balance zu bringen. Es gibt unzählige Ratgeber und Diäten, mit denen man sich angeblich nach anstrengenden Einhalten der jeweiligen Regeln bzw. Empfehlungen wesentlich besser fühlen soll. Da wird Fasten manchmal zu einer Religion. Auszeiten mögen sinnvoll sein, nicht nur beim Essen und Trinken.

Foto: Gerd Taron

Man kann sein Brot mit gar nichts essen.
Mit nichts als Licht und Luft bestreut.
Gefühle, die man ganz vergessen,
Geschmack und Duft der Kinderzeit,
Sie sind im trocknen Brot beschlossen,
wenn man es unterm Himmel isst.
Doch wird die Weisheit nur genossen,
wenn man den Hunger nicht vergisst.

Eva Strittmatter

Foto: Gerd Taron

Der verrückte Weise Nasrudin kaufte einen Esel. Täglich brauche dieser einen kleinen Heuballen Futter, wie der Verkäufer Nasrudin mitteilte.
Nasrudin war das jedoch zuviel. Ein ganzer Heuballen, nö!
Er nahm sich daher vor, den Esel an immer weniger Essen zu gewöhnen. Täglich gab er dem Maultier weniger.
Irgendwann bekam der Esel fast gar kein Futter mehr. Er fiel um und war tot.
“Schade” sagte Nasrudin, “ich hätte nur noch ein bisschen mehr Zeit gebraucht, um ihn daran zu gewöhnen, von gar nichts zu leben!”.
Geschichte aus: Die fabelhaften Heldentaten des weisen Narren Mulla Nasrudin v. Idries Shah, leicht umgeschrieben.

Foto: Gerd Taron

Wenn du Essen im Kühlschrank, ein Dach über dem Kopf und ein Bett hast, bist du reicher als 75 % dieser Welt.

Wenn du ein eigenes Konto bei einer Bank hast, gehörst du zu den 8 % der Reichen dieser Welt.

Wenn du mehr als 100 g Reis pro Tag essen kannst, kannst du mehr essen als 1/3 der Weltbevölkerung.

Wenn du heute Morgen gesund aufgewacht bist, geht es dir besser als der einen Million Mensche
n, die diese Woche nicht überleben werden.

Wenn du zur Schule gehst/gegangen bist, kannst du froh sein, denn 121 Millionen Kinder haben nicht die Chance, zu lernen.

Wenn du nie die Gefahr eines Krieges, die Einsamkeit einer Gefangenschaft, den Schmerz von Folterung oder das Elend von Hunger erlebt hast, geht es dir besser als 500 Millionen anderer Menschen dieser Erde.

Wenn du an einer öffentlichen religiösen Veranstaltung teilnehmen kannst/könntest, ohne die Gefahr, bedroht, verhaftet oder getötet zu werden, bist du besser dran als 3 Milliarden andere Menschen.

Wenn du immer frisches Trinkwasser zur Verfügung hast, geht es dir besser als 1 Milliarde Menschen in den Entwicklungsländern.

Wenn du diese Zeilen lesen kannst, kannst du dich glücklich schätzen, denn über 2 Milliarden Menschen können es nicht.

Und du sagst, dir geht es schlecht?

Autor unbekannt

Foto: Gerd Taron

Alles hat seine Zeit.

Es gibt Zeiten, in denen du aktiv, und andere, in denen du in Ruhe sein musst.
Es gibt Zeiten, in denen du gehen, und andere, in denen du sitzen musst.
Genauso verhält es sich mit dem Lernen und dem Handeln, dem Sprechen und dem Schweigen, dem Essen und dem Fasten.

Die rechte Mitte ist die Essenz des Lebens.
Der Weise kennt die Mitte. Er fühlt sich in die Dinge ein, weil er sich selbst kennen gelernt hat.
Der Weise ist weise, weil er ebenso abwarten wie schweigen kann.
Er betrachtet interessiert die Dinge um sich.
Erst wenn er weiß, dass der rechte Augenblick gekommen ist, handelt er. Das ist das Geheimnis seines Erfolges.

Lerne Geduld. Handle nicht aus dem Grund heraus, dass du nicht warten kannst.
Das du keine Geduld hast, kannst du auch daran erkennen, dass du einerseits zuviel redest, anderseits dann schweigst, wenn du reden solltest.

Lerne zu fasten. Fasten bezieht sich nicht allein darauf, keine Nahrung zu sich zu nehmen.
Fasten ist das Reinigen und Erstarken durch unterlassene Nahrungsaufnahme, denn gerade durch das Essen nimmst du viele Energien auf, die in dir Anspannung und Unruhe erzeugen -gerade die besten Voraussetzungen, um Geduld zu erlangen.
Musst du etwas entscheiden, beziehungsweise handeln, setze dich zum Beispiel vor deinem Handeln oder geh in die Kirche, bitte um innere Führung, stelle dir die Situation genau vor, in du dich begeben wirst.
Stelle dir vor, wie sich alles entwickeln wird, und reich es Gott dar.

Vielleicht wirst du dich beim ersten Mal noch nicht ganz in den Fluss der Dinge hineinbegeben können.
Übe immer wieder. Versuche deine Fehler zu entdecken.
Finde den rechten Zeitpunkt für dich und deine Umwelt heraus.
Gib dich in den Fluss der Ereignisse, und du wirst erfolgreich sein.

Zeitlose Wahrheiten – Stephan von Stepski- Doliwa

Foto: Gerd Taron

Ein fast vergessenen Wort, das dein Leben so viel leichter machen kann
Es gibt da ein gutes Wort, das heute immer mehr in Vergessenheit gerät. Unbemerkt, und trotzdem tragisch verschwindet es, wie die bunte Vergangenheit eines ergrauten Alzheimer-Patienten.
Es ist ein Wort, das vom Aussterben bedroht ist wie so manche Tierart. Bedroht von Arbeitgebern, die uns immer mehr schuften sehen wollen; von Werbung und Hochglanzmagazinen und Fernsehsendungen, die uns einreden wollen, wir seien nichts wert ohne perfekte Figur. Ohne perfekte Frisur. Ohne perfekte Wohnung. Ohne exotische Reisen (der Slogan „Reise Dich interessant“ ist so eine Frechheit) und ohne diesen gottverdammten neuen Staubsauger-Roboter, der jetzt mit seinen 95 Programmen sogar die Wände hochfahren! und dabei noch das Wetter vorhersagen! kann.
Es ist ein gutes Wort, das wir dringend wiederbeleben müssen, wenn wir freier atmen und leichter leben wollen.
Es ist
Genug.
Warum versuchen wir, alles immer besser, schneller, toller zu machen – auch uns selbst? Nur weil es vielleicht möglich ist? Es ist auch möglich, im Kopfstand zu essen, Kamasutra zu praktizieren oder ein Lexikon auswendig zu lernen. Und trotzdem macht das fast keiner. Weil es anstrengend ist, das Leben dadurch aber nicht besser wird.
Genug.
Genug gearbeitet für heute.
Genug Geld auf dem Konto, um heute glücklich zu sein.
Genug erreicht.
Genug PS im Auto, Speicherplatz auf dem Handy und Freunde auf Facebook.
Genug Freizeitaktivitäten und Reisen.
Genug maximiert. Du brauchst nicht alles aus Dir und Deinem Leben herausquetschen wie aus einer Orange.
Genug Informationen gesammelt, um Dich zu entscheiden.

Elfi Egger

Foto: Gerd Taron

Mögest du von Gott immer empfangen,
was du brauchst :
Arbeit für deine Hände,
Nahrung für deinen Leib,
Antworten für den fragenden Geist,
Freude und Liebe für dein warmes Herz
und Frieden für deine suchende Seele.
Irischer Segenswunsch
Ich wünsche Ihnen, dass Sie nicht nur in der beginnenden Fastenzeit die Ruhe finden, Ihr Leben in Balance zu halten. Was immer es sein mag, es soll Ihnen gut tun.

Ihr/Euer

Gerd Taron

Nachstehend zwei Links zu Buch-Rezensionen, die kürzlich auf meiner WordPress-Seite erscheinen sind. Es sind zwei lesenswerte Bücher.

glueckskind von Anne Zegelman

https://gerdtaronantiquariat.wordpress.com/2018/02/11/glueckskind-der-neue-roman-von-anne-zegelman-eine-rezension/

Traubenglück – Jobst und Inga von Elisa Maria Brock

https://gerdtaronantiquariat.wordpress.com/2018/02/14/traubenglueck-jobst-und-inga-ein-roman-von-elisa-maria-brock-eine-rezension/

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