Von alten Weibern und der Weiberfastnacht – Faschingslesung mit Sonja von Saldern in der Eppsteiner Weinpresse

Von alten Weibern und der Weiberfastnacht – Faschingslesung mit Sonja von Saldern in der Eppsteiner Weinpresse

Foto: Gerd Taron

Eppstein, 09.02.2018

Im goldenen Gewande kam sie hereingeschwebt – Sonja von Saldern als junges Faschingsweib in die Eppsteiner Weinpresse.

Passend zu diesen närrischen Zeiten präsentierte die Autorin Sonja von Saldern eine Geschichte über die Altweiberfastnacht in dem schönen Ambiente der Eppsteiner Weinpresse.

Das Eppsteiner Dreigestirn: Von links nach rechts: Ramon Olivella, Gerd Taron und Sonja von Saldern – Foto: Brina Stein

Ramon Olivella als Gastgeber, bekannt auch als Eppsteiner Mundschenk und Mitinhaber der Weinpresse begrüßte die zahlreich erschienen Gäste.

Gerd Taron mit Sonja von Saldern – Foto: Brina Stein

Auf besonderen Wunsch von Sonja von Saldern las im Vorprogramm Gerd Taron, Antiquar, Geschichten- und Gedichtesammler, wieder die Geschichte über Richard Wagner und seine Erlebnisse mit dem Champagner („Musik und Champagner“) aus dem Jahre 1858.

Sonja von Saldern – Foto: Gerd Taron

Sonja von Saldern – Foto: Brina Stein

In der Faschingsgeschichte „Weiberfastnacht“ – sie kehren wieder“ präsentierte Sonja von Saldern sehr unterhaltsame Begebenheiten von zwei Männern (Siegfried und Günther), die in einer WG (Wohngemeinschaft) leben. Dort kommt es zum Treffen mit den jeweiligen Ex-Frauen der beiden, Henriette (Siegfried) und Natascha (Gunther). Dabei vergisst Siegfried, dass er eigentlich zu einer Faschingsveranstaltung wollte. Sein Kompagnon Günther lässt sich nach dem turbulenten Treffen mit der Ex-Frau von Freund Siegfried bei einem Glas Flonheimer Grauburgunder aus Espendorf in einem Ohrensessel gut gehen und genießt dabei Richard Wagners Götterdämmerung.

Dann taucht auch noch die liebe und üppige Nachbarin mit der ganz speziellen Frauen-WG der beiden Freunde, Dorotha, bei Günther auf. Um das „Glück“ vollkommen zu machen, stattet die Ex-Frau von Gunther, Natascha, ebenfalls einen Besuch ab. Freund Siegfried amüsiert sich zwischenzeitlich anderswo auf einer Faschingsparty.

Mit den Worten von Richard Wagner „Es gibt ein Glück ganz ohne Reu“.nimmt die Geschichte eine sehr freundschaftliche Wende mit allen Beteiligten.

Es ist eine Geschichte, die Lust auf noch mehr lesenswertes macht. Vielleicht wird daraus ja auch ein Buch. Wer weiß?

Patricia Joyner (www.joyjams.de ) – Foto-.Gerd Taron

Patricia Joyner und ihre Faschingswaffeln – Foto: Brina Stein

Im Rahmen dieser Faschingslesung gab es dazu passend von Patricia Joyner leckere Faschingswaffeln.

Brina Stein konzentriert bei der Arbeit – mal nicht als Autorin unterwegs – Foto: Gerd Taron

Eine besonderes Dankeschön geht an dieser Stelle an die Autorin Brina Stein, die für die tolle Organisation des Faschingsnachmittags sorgte.

Gerd Taron

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Glueckskind – Der neue Roman von Anne Zegelman – Eine Rezension

Glueckskind – Der neue Roman von Anne Zegelman – Eine Rezension

Kelkheim-Fischbach, 06.02.18

Es war eine gelungene Premierenlesung des neuen Romans von Anne Zegelman am 21.01.18 in der Alten Kirche von Kelkheim-Hornau.

Daher war ich sehr gespannt auf das Buch, wenn ich es selbst lese und welche Eindrücke es bei mir hinterlässt.

Um es vorwegzunehmen: Es hat Spuren hinterlassen, so wie das Leben selbst mit allen Höhen und Tiefen.

In sehr eindrücklicher und einfühlsamer Weise erzählt Anne Zegelman die Geschichte von drei Generationen, von der Nachkriegszeit über die 68er bis in die heutige Zeit.

Es beginnt mit einer Fronleichnamsprozession, bei der der „junge“ Großvater kurz nach dem Ende des zweiten Weltkrieges in einem kleinen Ort eine Flagge an seinem Hause hisst. Die vorbeiziehenden Gläubigen reagieren verstört und entsetzt über diese Flagge. Es ist die Fahne der Tschechoslowakei, die so gar nicht zum Anlass passt.

Anne Zegelman erzählt dann im weiteren Verlauf über das Leben der Familie in dieser Kleinstadt – über die Tochter Tessa und später deren Enkelin Marie.

Es sind oft rührende Szenen, die sie beschreibt, wie die große Bücherfreundin Tessa eine Hippie-Freundin namens Eva kennen lernt und später mit ihr die Welt bereist

Sie kommt nach Jahren wieder zurück in ihren Heimatort. Dort kommt unter tragischen Umständen Marie zur Welt. Auch sie führt dann ein sehr bewegtes Leben. Beim Auffinden des Tagesbuches mehr über das Leben ihrer Mutter Tessa erfährt.

Sie besucht Eva, die engste Freundin ihrer Mutter Tessa, in den USA. Dort lernt Marie ihre große Liebe kennen. Es ist eine rührende Liebesgeschichte und es folgen glückliche und ereignisreiche Jahre, bis ein Schicksalsschlag diesem ein Ende macht.

Der Leser gewinnt den Eindruck, als ob Anne Zegelman bei all diesen verschiedenen Leben von der Großmutter und Großvater, von der Mutter und der Enkelin persönlich dabei war. Dabei ist angeblich, so Anne Zegelman, alles frei erfunden. Wirklich?

Was mich an diesem Buch beeindruckt, ist die einfühlsame Beschreibung der Charaktere und der gesamte Sprachstil.

Für alle, die selbst ein bewegtes Leben und Schicksalsschläge ertragen mussten, ist es ein mutmachendes Buch. Wer nicht aufgibt in schwierigen Situationen ist ein „Glückskind“

Ein für mich sehr wichtiger Satz in diesem Buch, der mir im Gedächtnis bleiben wird, lautet:

„Wir nehmen uns zu selten Zeit, unserem Leben zuzuhören.“

Dieser Roman hat eine Fortsetzung verdient. Wenn nicht, darf sich der Leser gerne in seiner Fantasie darüber nachdenken, wie es denn weitergehen könnte.

Gerd Taron

Mehr über die Autorin

https://www.anne-zegelman.de/

https://dezembra.blog/

Informationen zum Buch:

Geest-Verlag 2017
ISBN 978-3-86685-629-5
202 Seiten
12 Euro

Bericht über die Premierenlesung am 21.01.18 in der Alten Kirche Kelkheim-Hornau

https://gerdtaronantiquariat.wordpress.com/2018/01/23/glueckskind-anne-zegelman-und-ihre-premierenlesung-in-der-alten-kirche-hornau/