Wovon wir leben können – Literarischer Wochenendgruß vom 19.01.18

Wovon wir leben können – Literarischer Wochenendgruß vom 19.01.18

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

in einem Zeitungsartikel über eine Autorin, die gerade ihr neues Buch veröffentlicht hat, begegnete mir ein Satz, den ich immer wieder lese: Kann man davon leben?

Diese Frage wird immer wieder Menschen gestellt, die beruflich in nicht so profitablen Bereichen tätig sind. ‚Ich denke an den kulturellen Bereich, sei es Literatur, Musik, Kunst, Theater/Schauspiel. Andere Beispiele sind die sozialen Berufe im Gesundheitswesen (Krankenhaus, Pflege) oder in den „Dienstleistungs“-Berufen. Dabei habe ich manchmal den Eindruck, dass bei Dienstleistung für andere an Geld gespart wird – zum eigenen Wohlergehen?

Viele üben mehrere Tätigkeiten aus, um irgendwie leben zu können. In unserer schnelllebigen Zeit wird es immer schwieriger, auch für jüngere Menschen, für den normalen Lebensunterhalt zu sorgen.

Andererseits zahlen diejenigen, die von ihrem jetzigen Beruf gut leben können, einen hohen Preis. Der Druck wird immer stärker, dass es immer weniger Momente gibt, zur Ruhe zu kommen. Letztlich schadet das der Gesundheit.

Die neuen Texte und Fotos mögen wieder zum Nachdenken inspirieren und vielleicht eine neue Sichtweise bewirken.

Foto: Christina Eretier

Arbeite, als würdest du das Geld nicht brauchen.
Liebe, als hätte dich nie jemand verletzt.
Tanze, als würde niemand zusehen.
Singe, als würde niemand zuhören.
Lebe, als wäre der Himmel auf Erden 💌
Mark Twain

Foto: Gerd Taron

Die gekaufte Zeit

Sohn: „Papa, kann ich Dich mal was fragen?“
Vater: „Klar, mein Junge. Was ist los?“
Sohn: „Papa, wie viel Geld verdienst du in der Stunde?”
Vater: „Nun, ich denke solche Dinge haben dich noch nicht zu interessieren. Warum fragst du so was?
Sohn: „Ich möchte es einfach nur wissen. Bitte, bitte, sag mir, wie viel du in der Stunde verdienst.“
Vater: „Na gut, wenn du es unbedingt wissen möchtest, Ich verdiene 50 Euro in der Stunde.“
Sohn: „Oh.“ (Er senkt den Kopf)
Sohn: „Papa, kannst du mir vielleicht 25 Euro leihen?“
Vater: „(äußerst verärgert) So so! Deshalb fragst du also. Du willst dir Geld von mir leihen, um dir irgendein dämliches Spielzeug oder anderen Blödsinn zu kaufen. So nicht mein Freund. Marschier in dein Zimmer und ab ins Bett! Du solltest mal darüber nachdenken, wie egoistisch du eigentlich bist. Ich arbeite jeden Tag extrem hart und muss mir dann abends so dreiste Fragen anhören!“

Der kleine Junge geht still und leise in sein Zimmer und schließt die Tür.
Der Vater setzt sich erst mal hin, wird jedoch umso wütender, je mehr er über die Frage des Jungen nachdenkt.
„Wie durchtrieben mein Sohn nur ist! Stellt mir solche Fragen, nur um an Geld zu kommen!“

Über eine Stunde vergeht bis der Vater sich beruhigt hat und anfängt Nachzudenken.
„Vielleicht gibt es da wirklich etwas, dass mein Sohn dringend braucht. Er fragt sehr selten nach Geld. Eigentlich hat er noch nie gefragt. Vielleicht braucht er die 25 Euro tatsächlich. Vielleicht habe ich ihm Unrecht getan.“
Der Vater geht zum Zimmer des kleinen Jungen, öffnet die Tür und betritt das Zimmer.

Vater: „Schläfst du schon, Sohnemann?“
Sohn: „Nein, Papa, ich bin noch wach.“
Vater: „Schau mal, ich habe noch mal über alles nachgedacht. Vielleicht war ich tatsächlich ein bisschen zu streng zu dir. Es war ein langer Tag, eine Menge hat sich angestaut und du hast alles abbekommen. Hier sind die 25 Euro um die du mich gebeten hast. Es tut mir leid.“

Der kleine Junge lächelt.
Sohn: „Danke, Papi!”
Der kleine Junge greift unter sein Kopfkissen und holt ein paar weitere zerknitterte Euro-Scheine hervor. Der Vater sieht, dass der Junge unter seinem Kissen bereits Geld gebunkert hat und wird erneut wütend. Langsam und ruhig beginnt der kleine Junge das Geld zu zählen und schaut danach seinen Vater an.

Vater: „Warum zum Teufel fragst du nach Geld, wenn du schon welches hast?“
Sohn: „Weil ich noch nicht genug hatte. Jetzt aber reicht es!“
Sohn: “Papi, jetzt habe ich 50 Euro. Darf ich hierfür eine Stunde deiner Zeit kaufen? Bitte komme morgen früher von der Arbeit nach Hause. Ich möchte gerne mit dir zusammen Essen.“

Der Vater sinkt auf den Boden. Er hat mit solch einer Antwort nicht gerechnet. Er ist erschüttert, gerührt, überwältigt. Er schließt seinen Sohn in die Arme, und bittet ihn um Entschuldigung.

Dies ist nur eine kleine Geschichte über Vater und Sohn. Eine kleine Geschichte für all jene die in ihrem Leben so hart und lange arbeiten. Wir sollten nicht zulassen, dass uns in unserem turbulenten Leben, der Blick für das fehlt, was wirklich wichtig ist. Die Menschen, die wir lieben.

Autor unbekannt

Schatzkammer – Bild: Lissy Theissen
Die Börse wird uns nicht retten
Die Börse wird uns nicht retten.
Geld können wir nicht essen.
Politische Macht wird uns am Ende nicht retten.
Wir finden keinen anhaltenden Trost in Macht.
Waffen werden uns nicht retten.
Der Tod kommt aus einer unerwarteten Ecke.
Der Fortschritt wird uns nicht retten.
Dinge sind keine Nahrung für die Seele.
Mehr Wissen wird uns nicht retten.
Ohne Liebe und Verantwortung ist es eine tödliche Waffe.
Wirtschaftliche Überlegenheit wird uns nicht retten.
Wir können Geld immer noch nicht essen.
Ganz Mensch zu werden, herrlich lebendig zu sein
wird unser Leben lebenswert machen.
Vielleicht kommt bald die Zeit,
da wir uns auf unsere Einmaligkeit besinnen
und nicht leben, um zu passen
und nur ein Rädchen im Getriebe
der Maschinerie der Welt zu sein.
Ich ahne, dass nichts wichtiger ist
als meinen Beitrag zum Mosaik zu leisten,
meinen Teil des Bildes fertig zu stellen,
meine Gedanken hinzuzufügen,
so begrenzt sie auch sein mögen,
beizutragen zu dem tiefen Vorrat an Einsicht,
zu dem Schatz, was es heißt, Mensch zu sein.

Ulrich Schaffer

Foto: K.-H. Fischer

Die Kostbarkeiten des Lebens..

Manchmal sind es genau die kleine Dinge, die so gut tun und die das Leben und den Alltag bereichern und Herz und Seele zum Lächeln bringen..

..Freunde, die auch ohne viel Worte verstehen..

Menschen, die zur rechten Zeit einfach da sind, ob nun virtuell, oder real…

Menschen, die man nicht kennt und sieht, doch blind verstehen und es verstehen zu trösten.

Menschen, die es schaffen, dich zum Lachen und Weinen zu bringen, vor lauter Freude und Glück…

Menschen mit denen du fühlen kannst, auch ohne berührt zu werden..**

Menschen mit denen Herz und Seele verbunden sind, auch wenn sie es selbst nicht merken..

Text © Monika Heckh♥

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Wofür es sich zu leben lohnt?
Für das Rauschen des Meeres,
für das Funkeln der Sterne,
für das Leuchten in den Augen derer, die wir lieben
Für die Musik und den Tanz
für die leisen Momente
und für das Innehalten im Trubel der Tage
Für die Zärtlichkeit
und für die Sonne in unseren Herzen
Für unsere unermütliche Hoffnung.
All das Vergangene,
die gelebten Leidenschaften,
der Alltag,
das Alleinsein und die Umarmungen,
die Verzweiflungen,
die Zärtlichkeiten und der Hass,
Augenblicke wie Ewigkeiten
und geflohene Jahre,
all die Leben, die ich schon lebte,
die Widersprüche,
das Erkennen und Vergessen,
die Angst und die Hoffnung,
das Gesicht im Spiegel,
all die Bruchstücke heißen ‚ich‘.

Dietlinde Heckt-Albrecht

Ich wünsche Ihnen einlebenswertes und erholsames Wochenende

Ihr/Euer

Gerd Taron

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