Wunschzettel – Literarischer Weihnachtsgruß 2017

Wunschzettel – Literarischer Weihnachtsgruß 2017

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

haben Sie früher, als Sie noch etwas kleiner waren, auch einen Wunschzettel zu Weihnachten an das Christkind oder den Weihnachtsmann geschrieben? Den Zettel liebevoll gefaltet und an das Fenster gelegt, damit er gefunden wird und die Wünsche am Heiligabend in Erfüllung gehen?

Oft hat das Christkind oder der Weihnachtsmann die Wünsche erfüllt, sei es zum Beispiel ein Puppenhaus, eine Eisenbahn und vieles anderes.

Wie sähe heute Ihr persönlicher Wunschzettel zu Weihnachten aus? Sind es wie in vergangenen Zeiten materielle Wünsche oder gibt es anderes, was für Sie vielleicht bedeutender ist?

Manchmal, nicht nur zur Weihnachtszeit, erfüllen sich Wünsche im Kleinen, im Verborgenen. Wenn Mann/Frau diese wahrnimmt, ist das Staunen und die Freude darüber riesengroß. So ist es mir jedenfalls in diesem Jahr ergangen. Ich wünsche Ihnen, dass Sie ebenfalls Ihre Wünsche-Erfüllung entdecken konnten.

Für den literarischen Weihnachtsgruß 2017 sind mir viele ausgefallene Texte begegnet. Die Auswahl ist mir nicht leicht gefallen. Mit einigen Fotos mögen Sie dazu beitragen, Ihr Weihnachten ein wenig zu bereichern.

Fischbach im Taunus – Foto: Gerd Taron

Die größten Geschenke sind oft die,
die von alleine in dein Leben kommen.
Ich wünsche dir viele Geschenke
und große Freude beim Auspacken.
Ich wünsche dir offene Augen.
Einen Blick auf das Gute, das dir begegnet
und ein wenig Muße
um auf alles Schöne zu blicken,
dass du in der Vergangenheit
in deinem Leben geschenkt bekommen hast.
Und dass du erkennst,
welches Geschenk das Leben selbst ist ღ♥
Luc de Clapiers Vauvennargues

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Weihnachtskrippe am Rettershof im Taunus – Foto: Gerd Taron

Tiefer sehen

Das Unbeträchtliche wieder betrachten,
dem hilflos Kleinen eine Chance geben,
das Unscheinbare leuchten lassen,
dem Machtlosen die Stärke ansehen,
das Niedrige hoch achten
und an die Veränderung glauben,
das ist Weihnachten,
damals und heute

Ulrich Schaffer

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Ich schenk‘ dir einen Regenbogen – Das Regenbogenlied

Ich schenk‘ dir einen Regenbogen rot und gelb und blau.
Ich wünsch‘ dir was! Was ist denn das?
Du weißt es doch genau.

Ich schenk‘ dir hundert Seifenblasen, die spiegeln mein Gesicht.
Ich wünsch‘ dir was! Was ist denn das?
Nein ich verrat’s dir nicht!

Ich schenk‘ dir eine weiße Wolke hoch am Himmel dort.
Ich wünsch‘ dir was! Was ist denn das?
Es ist ein Zauberwort.

Ich schenk‘ dir einen Kieselstein, den ich am Wege fand.
Ich wünsch‘ dir was! Was ist denn das?
Ich schreib’s in deine Hand.

Ich schenk‘ dir einen Luftballon, er schwebt ganz leicht empor.
Ich wünsch‘ dir was! Was ist denn das?
Ich sag’s dir leis ins Ohr.

Ich schenk‘ dir einen Kuchenherz, drauf steht: Ich mag dich so!
Ich wünsch‘ dir was! Was ist denn das?
Jetzt weißt du’s sowieso!
Tara G. Zintel

Foto: Gerd Taron

Blindenhund meiner Seele
wo ist Weihnachten?

Mein stummer Versuch
inmitten des Weihnachtsgetöses
beim tröstenden Glühwein
meine hungernde Seele zu laben
scheitert, schmeckt unzureichend,
wirkt an der Oberfläche.
Wenigstens Geselligkeit.

Blindenhund der Seele
wo ist Weihnachten?

Verkaufsstände, Glühwein, Menge,
grellbunt, laut und Essensduft.
Ist das alles?
Ist Weihnachten nicht mehr?
Hinter der Romantikkulisse
das Ersehnte zerplatzt?

Ich bin zu alt für zerplatzte Klischees
X-Mas und Weihnachtsgetöse.
Ich will wirklich Weihnachten!
Ich will das Christkind treffen.
Ich will Weihe – und Nacht – und
Geheimnis!

Und da, ganz plötzlich,
hell und warm:
geliebt und geborgen sein,
von innen,
weil du ruhig bist und suchst
und die Sehnsucht dich quält.
Da kommt die Antwort
tief innen aus dir:

Da bin ich,
ich rufe nach dir.
Immer.
Ich bin ein Ungläubiger,
ein Glaubender,
ein Kind, ein Mann, eine Frau.

Ich bin in aller Welt.
Ich wohne tief innen
in jedem, in allem.

Schau in meine Augen,
schenke mir deine Liebe!
Dein Stall ist so dunkel,
aber deine Sehnsucht ist hell.
Ich bin dir vertraut, ein Fremder,
vielleicht ein Flüchtling,
zurzeit unterwegs wie damals.
Flüchtet nicht jeder gerne
in liebende Arme?

Mein Blindenhund sag:
Wer spricht da zu mir?
Ist das Gott?
Wo ist eigentlich Gott?

Ganz einfach:
Überall, wo wirkliche Liebe ist.
Und da ist auch Weihnachten.

© Lissy Theissen 2015-17

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Foto: Gerd Taron

Ich wünsche dir
einen Sonnenstrahl auf deiner Nase,
der dich kitzelt und dich zum Schmunzeln bringt…
ein Lebewesen, das dir mit Zuneigung entgegenkommt,
dich mit Gefühlen verwöhnt
und dein Herz erwärmt…
Begegnungen, die dich einfach nur erfreuen,
dir hilfreich sind, dich weiter-
und zum Lachen bringen…
Ideen, wie aus deinen Träumen
bald positive Wirklichkeit wird.

(Anne M. Pützer)

Wegeskreuzung am Rettershof im Taunus – Foto: Gerd Taron

Wunsch

Er träumt
eine Wolke
hinter den Wolken zu sein,
eine Quelle hinter den Quellen,
ein Stern hinter den Sternen,
eine Träne hinter den Tränen,
ein Weg hinter den Wegen,
eine Sprache hinter den Sprachen.
Er träumt
eine Frage zu sein
hinter den Fragen.
Fuad Rifka
Ich wünsche allen Lesern ein geruhsames Weihnachtsfest mit vielen erfüllten Wünschen.

Ihr/Euer
Gerd Taron

PS: Eine wunderschöne Weihnachtsgeschichte „Beschwipste (Vor-) Weih nachten einer lieben Freundin, Sonja von Saldern, finden Sie unter

https://gerdtaronantiquariat.wordpress.com/2017/12/21/beschwipste-vor-weihnachten/

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