Einer wird gewinnen – Literarischer Wochenendgruß vom 08.12.17

Einer wird gewinnen – Literarischer Wochenendgruß vom 08.12.17

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,

einige kennen sicher noch die Kult-Fernsehsendung „Einer wird gewinnen“ mit Hans-Joachim Kulenkampff. Daran wurde ich erinnert, wenn ich in dieser Adventszeit die Medien betrachte. Wenn ich die Zeitung aufschlage, meine E-Mails abrufe, in den sozialen Medien unterwegs bin – überall „locken“ mich Gewinnspiele jeder Art. Von Traumreisen, Autos oder in etwas in kleinerem Rahmen Bücher von bekannten oder unbekannteren Autoren: Ich kann gewinnen. Kann ich das wirklich? Warum ist das „Gewinnen-wollen“ in der Weihnachtszeit besonders begehrt?

Ich nehme mit besonderen Ausnahmen bei wohltätigen Zwecken an keinem Gewinnspiel teil. Möglicherweise bin ich kein Spieler, weil das Leben mir als Spiel ausreicht. Man weiß nie, was einem im nächsten Moment erwartet.

Es sind etwas ungewöhnliche Gedanken in dieser Adventszeit, die mich in den letzten Tagen zu diesem Wochenendgruß anregten.

Foto: K.-H. Fischer

Es ist eine große Torheit, um «nach außen» zu gewinnen, «nach innen» zu verlieren, das heißt für Glanz, Prunk, Titel und Ehre, seine Ruhe, Muße und Unabhängigkeit ganz oder großenteils hinzugeben…..

Arthur Schopenhauer

Foto: Gerd Taron

Es ist alles nur geliehen,
hier auf dieser schönen Welt;
es ist alles nur geliehen,
aller Reichtum, alles Geld;
es ist alles nur geliehen,
jede Stunde voller Glück,
musst Du eines Tages gehen,
lässt Du alles hier zurück.
Man sieht tausend schöne Dinge,
und man wünscht sich dies und das;
nur was gut ist und was teuer
macht den Menschen sehr oft Spaß.
Jeder möchte mehr besitzen,
zahlt er auch sehr viel dafür,
keinem kann es etwas nützen;
es bleibt alles einmal hier.
Jeder hat oft das Bestreben,
etwas Besseres zu sein,
schafft und rafft das ganze Leben,
doch was bringt es ihm schon ein?
Alle Güter dieser Erde,
die das Schicksal Dir verehrt,
sind Dir nur auf Zeit gegeben
und auf Dauer gar nichts wert.
Darum lebt doch Euer Leben,
freut Euch neu auf jeden Tag,
wer weiß auf unsrer Erdenkugel,
was der Morgen bringen mag?
Freut Euch auch an kleinen Dingen,
nicht nur an Besitz und Geld,
es ist alles nur geliehen,
hier auf dieser schönen Welt.

(Max Feigenwinter)

Foto: Gerd Taron

Wahrer Reichtum liegt nicht in den Dingen, die ich besitze, sondern in den Momenten, die mich berühren.
(Roswitha Bloch)

Foto: Gerd Taron

Wenn…

Wenn wir ihn nicht mehr seh´n,
den Reichtum dieser Welt,
die Blume auf der Wiese,
den Stern am Himmelszelt,
wenn Reichtum nur noch Geld heisst,
nur Haben und nur Macht,
wenn Kinderaugenlachen uns nicht mehr
glücklich macht,
wenn Glaube – Hoffnung – Liebe
für uns nur Worte sind,
wenn wir das Herz verschliessen
und sind für vieles blind,
dann hat die Zeit begonnen,
wir haben verlernt zu lachen,
dann müssen unsre Engel
wohl Überstunden machen!

© Maria Kindermann

Foto: Gerd Taron – Ein kleiner Junge beim Schneemann-Bauen beim Fischbacher Weihnachtsmarkt am vergangenen Sonntag – unbeschwert und fröhlich bei seinem Tun

In letzter Konsequenz
Menschen sind oft unvernünftig, unlogisch und ichbezogen.
Vergeben Sie ihnen trotzdem.
Wenn Sie freundlich sind, kann es sein, dass andere Ihnen eigennützige
Motive und Hintergedanken vorwerfen.
Seien Sie trotzdem freundlich.
Wenn Sie erfolgreich sind, gewinnen Sie vielleicht ein paar falsche Freunde
und ein paar echte Feinde.
Seien Sie trotzdem erfolgreich.
Wenn Sie ehrlich und offen sind, kann es sein, dass man Sie übers Ohr haut.
Seien Sie trotzdem offen und ehrlich.
Was Sie jahrelang aufgebaut haben, kann ein anderer über Nacht zerstören.
Bauen Sie es trotzdem auf.
Wenn Sie gelassen und glücklich sind, kann es sein, dass andere
eifersüchtig sind.
Seien Sie trotzdem glücklich.
Das Gute, das Sie heute tun, werden die Leute morgen oft vergessen haben.
Tun Sie trotzdem Gutes.
Geben Sie der Welt das Beste, das Sie haben, auch wenn es nie genug sein wird.
Geben Sie der Welt trotzdem ihr Bestes.
Letztendlich ist dann alles eine Angelegenheit zwischen Ihnen und Gott.
Sowieso war es nie eine Angelegenheit zwischen Ihnen und den Anderen.

Mutter Theresa

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie einen ruhigen und entspannten 2. Advent.

Ihr/Euer

Gerd Taron

PS: Beim nächsten literarischen Wochenendgruß wird die Kerze im Mittelpunkt stehen. Wer schöne Kerzen-Fotos hat, möge sie mir zusenden.

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