Immer wieder aufstehen – Literarischer Wochenendgruß vom 20.10.17

Immer wieder aufstehen – Literarischer Wochenendgruß vom 20.10.17

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,
es war am vergangenen Montag, als ich am Fastnachtsbrunnen auf dem Schillerplatz in Mainz eine berührende Szene beobachten konnte.

Ein kleines Mädchen, schätzungsweise gerade 2 Jahre jung und gerade „lauffähig“, hatte es sich in ihr kleines Köpfchen gesetzt, ein Blumenbeet zu umrunden. Auf den schmalen, unebenen Steinen war das nicht einfach. Es war daher nicht überraschend, dass das kleine Mädchen mit Zipfelmütze ins Stolpern geriet und hinfiel. Doch statt zu jammern und zu weinen, rappelte sie sich hoch und versuchte es immer wieder erneut. Ihr Vater stand in der Nähe und hätte helfen können. Die Kleine war unbeirrt und wollte es ohne Hilfe schaffen.

Die Strecken, die sie ging wurden immer länger und sie hatte sichtlich große Freude an ihrem Tun. So tippelte sie fröhlich vor sich hin mit der Gewissheit: Es geht doch!

Auf dieser Umrandung des Blumenbeetes am Fastnachtsbrunnen in Mainz tippelte das kleine Mädchen – Foto: Gerd Taron

Einige meiner Leser des Wochenendgrußes haben in ihrem Leben schmerzhafte Erfahrungen machen müssen. Manche sind so sehr ins Stolpern gekommen, dass sie fast nicht geschafft haben, wieder aufzustehen. Andere, mir persönlich bekannte Lebensgeschichten, haben nicht aufgegeben, trotz aller Widrigkeiten.

So möge dieser Wochenendgruß mit seinen Texten und Fotos dazu beitragen, sich darauf zu besinnen, in schwierigen Lebenssituationen nicht zu verzagen.

Aufsteigende Tauben – St. Stephan in Mainz – Foto: Gerd Taron
aufstehen

einmal mehr aufstehen
als zu boden gehen
einmal mehr die angst besiegen

einmal mehr hoffen
als enttäuscht werden
einmal mehr vertrauen wagen

einmal mehr zurückkehren
als fortgehen
einmal mehr den stolz überwinden

einmal mehr lachen
als weinen
einmal mehr von vorn beginnen.

Gisela Baltes

aus: Meine Wege – deine Wege. Impulstexte zum Kirchenjahr. (c) 2007 Butzon & Bercker GmbH, Kevelaer.

Foto: Brina Stein

Immer wieder anhalten,
wahrnehmen, was ist,
uns freuen an dem,
was wir erreicht haben,
annehmen, dass nicht alles
gelungen ist.
.
Uns Zeit gönnen,
neue Kräfte schöpfen,
uns neu orientieren,
uns leiten lassen von dem,
was für uns wesentlich ist.
.
Weiter schreiten,
wie es mir entspricht,
in der Hoffnung, dass wir
immer mehr werden,
was wir letztlich sein können.
.
Wieder sehen,
was dem Leben Sinn gibt.
Wieder hören,
was meine Seele nährt.
Wieder spüren,
was letztlich wichtig ist.
Wieder aufstehen
und meinen Weg gehen.
Verfasser unbekannt

Foto: Karin Ruf

Manchmal muss man tief fallen,
um wach zu werden
und wieder aufstehen zu können.
.
Manchmal muss man sich
in Menschen täuschen,
um die Richtigen zu finden.
.
Manchmal muss man am Ende sein,
um wieder von vorn anfangen zu können.
.
Manchmal muss das Herz gebrochen werden,
damit man weiß, wie sich
ein glückliches Herz anfühlt.
.
Manchmal muss man die Hoffnung aufgeben,
um zu sehen, dass sie
am Ende doch nicht stirbt.
.
Manchmal muss man belogen werden,
um die Wahrheit zu schätzen.
.
Manchmal muss man trotz einer Enttäuschung
noch an die wahre Liebe glauben,
um ihr auch begegnen zu können.
.
Manchmal muss man einfach einem Menschen
die Chance geben, einen kennen zu lernen,
denn das vielleicht ist der Beginn
von etwas Großem,
und man ist einfach wieder glücklich.
.
Verfasser unbekannt

Foto: Petra Krenzer

Haarscharf an uns selbst vorbei

Manchmal gehen wir unter
und merken es nicht.
Wie atmen nicht mehr durch
und laufen blau an,
aber niemand sagt es uns.
Wir vergessen das zu essen,
was uns ernähren könnte
und essen lieber Sterbemittel.
Wir fallen um,
wenn wir aufstehen wollen,
wir halten still
wenn wir meinen uns zu wehren.
Wir leben haarscharf
an uns selbst vorbei,
wir laufen in einen Abgrund hinein,
der freundlich aussieht
und wundern uns, wenn uns aus dem Spiegel
ein Fremder ansieht.

Ulrich Schaffer

Auf der Frankfurter Buchmesse entdeckt – Foto: Gerd Taron

Ich schätze Menschen, die verletzlich
und verwundbar sind,
denn sie besitzen eine empfindsame Seele
und können andere verstehen.

Ich achte Menschen, die zu ihrer Meinung stehen
und sich selbst nicht verleugnen,
die aufstehen, wenn sie gefallen sind,
die IHR Leben wirklich leben.

Ich mag Menschen, die nicht nur sich selbst sehen,
die dir die Hand reichen und dir sagen:
„Schön, dass es dich gibt, einfach so,
weil du bist wie du bist.“

…und nicht weil sie dich gerne hätten, wie sie es wollen.
Und diese Menschen haben einen Platz in meinem Herzen.

„Die Liebe ist ein Ring und ein Ring hat kein Ende“ – entdeckt bei facebook

Ich wünsche Ihnen ein erholsames Herbst-Wochenende – Nur Mut!

Ihr/Euer

Gerd Taron

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