Türen öffnen – Literarischer Wochenendgruß vom 23.06.17

Türen öffnen – Literarischer Wochenendgruß vom 23.06.17

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,

am vergangenen Sonntag hatte ich die große Freude das Fest der „Offenen Höfe“ in Hofheim-Wallau im Taunus besuchen zu können. Mehr als 70 Höfe und ehemalige Scheunen öffneten ihre Pforten bzw. Türen. Künstlerinnen und Künstler und Kunsthandwerker aus der Region konnten dort ihre Werke präsentieren.

Dieses besondere Erlebnis führte mich zum neuen Thema des literarischen Wochenendgrußes. Sind wir bereit, unsere Türen zu öffnen? Auch wenn es manchmal in unserem Inneren und Äußeren nicht „aufgeräumt“ ist?

Foto: Gerd Taron – . Offene Höfe-Fest in Hofheim-Wallau

Lasst uns Türen öffnen
und durch Tore gehen,
neue Wege beschreiten,
und Abfahrten nehmen.
Neugier will wissen,
Herz wird lenken.
Mensch will finden.

Autor unbekannt

Foto: Dresden –

Viele Türen

An vielen Türen
gehen wir im Leben vorüber.
Die einen beachten wir kaum.
Wir wissen nicht, was sich dahinter verbirgt.
Vor anderen bleiben wir stehen.
Manchmal klopfen wir an …

Immer aber dürfen wir darauf vertrauen:
Wo du willst,
dass wir eintreten,
wird uns die Türe geöffnet.

Irmgard Erath

Foto: Dresden

Verbindungen

Was du in deinem Teil der Welt seufzt, löst etwas aus.
Wenn du lachst, geht es in kleinen Wellen um die Welt
und öffnet Türen für die, die deinen Namen nicht kennen
und dich doch über die vielen Kilometer fühlen.
Dein Glaube und deine Hoffnung
können das Gefäß zum Überfließen bringen.
Alles zählt. Nichts ist unwichtig,
nicht der Schmetterling, der in China mit seinen Flügeln schlägt,
nicht der Teenager,
der in einer Mall in Los Angeles sein Geld ausgibt,
nicht die Gebetswachen in Toro
oder die sich erwärmenden Ozeane,
nicht die Fluten in Indien und die Dürrezeiten in Afrika,
weder die Energie deiner Suche
noch die Wellen des Glücksgefühls in deinem Körper,
nicht die steigende Börse noch der verschwindende Regenwald.
Es gibt eine Balance zwischen dem Leid und dem Hochgefühl,
zwischen Freude und Schmerzen, zwischen jetzt und nie,
zwischen oben und unten, offen und geschlossen,
zwischen Ursache und Wirkung,
und jeder von uns löst es aus und spürt es.
Es läuft durch unsere Knochen, unsere Innereien,
unsere Seele und unseren Geist.
Es färbt und legt fest, es zerfetzt und streicht,
es regt auf und segnet auf geheimnisvolle Weise.
Das Leben entfaltet sich mit Dringlichkeit
inmitten seiner geologischen Zeit.
Du und ich sind beteiligt an jeder Falte,
an jeder Ausdehnung und jeder Kontraktion.
Wir sind ein Teil der Wehen und des Schmerzes,
aus dem etwas Neues geboren wird.
Wir sind Patienten, Hebammen und Ärzte in einem.
Wie eine einzige Stimme
einen Politiker an die Macht bringen kann,
so können einem Gebet,
einem Wunsch Beine oder Flügel wachsen,
oder ein Mund findet Worte,
die in das Brachland einer Seele fallen,
die darauf gewartet hat, berührt zu werden.
Und weil eine Bewegung zu einer anderen führt,
so kommt die Hand zum Auge, das Auge zum Mund,
der Mund zur Seele, die Seele zu den Worten
und die Worte zum Geist,
und eine Welt in einer Welt wird geboren.
Die Entfaltung geschieht,
und wieder einmal entsteht Leben.
Die Spiritualität der Veränderung ist kompliziert
und nicht da zu finden, wo wir sonst suchen.
Die Welt liegt nicht in den Händen einiger,
Geld regiert nicht,
und der mutlose Glaube,
dass du und ich nichts tun können in unserer Winzigkeit,
ist nur ein Glaube, den niemand beweisen kann.
Ich wähle es, anders zu glauben und anders zu leben.
Die Entscheidung eines Mannes,
seine Seele nicht zu verkaufen, reicht sehr weit,
und die feste Überzeugung einer Frau
gibt ihr ihr eigenes Leben zurück.
Durch geheimnisvolle Verbindungen ist uns
das Schicksal der Welt in die Hände gelegt.
Dass du vergibst, anstatt nachzutragen,
macht einen Unterschied,
dein Lächeln, dein Wohlwollen, deine Dankbarkeit
haben eine ungeahnte Wirkung.
Sogar deine Sekundenhoffnung zählt
und dein Minutenmut,
deine Tagesfreude und dein Jahresernst.
So hältst du andere Leben in deiner Hand,
jetzt vielleicht meins, ohne dass ich es weiß.
Und wenn ich meine Fehler zugebe,
wenn ich mich gegen ein Vorurteil wehre,
wenn ich in meiner Liebe schöpferisch werde,
wenn ich mir selbst vergebe,
reicht meine Entscheidung bis zu dir,
wo immer du auch bist.
So lieben wir einander, ohne dass wir uns kennen.
Und weil die Welt immer viel mehr war
als nur ein mechanisches System mit physikalischen Gesetzen,
darum sind Ursache und Wirkung
unbegreiflich miteinander verbunden,
und es geschieht immer viel mehr, als wir denken,
und mehr, als wir denken können.
Unermesslich ist die Verbindung,
in die wir eingebettet sind.
Der Segen liegt im Geheimnis,
und das Geheimnis ist in jedem Herzen.

Ulrich Schaffer

Foto: Martina Pokorny

Die alten Worte

Die alten Zauberworte sind noch nicht verbraucht.
Sie wirken immer noch, sie strahlen noch von innen.
Wenn deine Seele dunkel in Verzweiflung taucht,
dann sprich sie aus, und alles kann von vorn beginnen.
Da gibt es Worte voller kleiner Zärtlichkeiten,
die deine Schläfen streicheln wie ein warmer Wind.
Und wilde Worte gibt’s, die reißen dir zuzeiten
so manche Türen ein, die sonst vermauert sind.
Und wenn du Sehnsucht sagst, dann weiten sich die Wände.
Du könntest einfach aufstehn und ins Freie gehn.
Und Wesen aus den Tiefen reichen dir die Hände.
Du bist berührt, du lächelst, und die Zeit bleibt stehn.

Paul Pfeffer

Bild: Martina Pokorny

Türöffner

Die Bereitschaft und das Bemühen, sich in seine Mitmenschen einzufühlen, sind Türöffner für ein friedliches Miteinander.

Martina Pokorny

Foto: Dresden

Sonntagwunsch:

Ich wünsche dir herzerfrischende gute Laune im Ausprobieren deiner Gaben und Talente. Folge deiner Bestimmung und es werden sich viele Türen öffnen, die dich zum Staunen bringen. Sei ein fröhlicher Grenzgänger und überwinde lästige Zäune im Kopf, die deine Gedanken blockieren. Das wird ein Spiel ohne Grenzen mit vielen aufregenden Facetten. Nutze die prickelnde Vielfalt deiner Gaben und suche vielseitige Gelegenheiten, um sie zu entfalten.
Schaffe ein großzügiges Experimentiergelände für deine Multitalente und laufe zur Höchstform auf wenn es darum geht, deiner Vision zu folgen.

Monika Bylitza

Ich wünsche allen ein wundervolles Wochenende mit offenen Türen und sei es „nur“ mit Herzen.

Ihr/Euer
Gerd Taron

PS: Hinweis in eigener Sache:
Sonntag, 25.06.17 – 15 Uhr
Literarischer Sommer-Spaziergang rund um den Rettershof
In der Woche des Sommeranfangs präsentiert der Antiquar Gerd Taron an verschiedenen Stationen rund um den Rettershof Geschichte und Gedichte rund um den Sommer.

Nach dem Spaziergang besteht die Möglichkeit, im Landgasthof „Zum fröhlichen Landmann“ zu verweilen.
Treffpunkt: Unter der Linde vor dem Eingang am Rettershof

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